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Marie-Galante

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Marie-Galante
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Marie-Galante ist eine Insel in Guadeloupe.

Hintergrund[Bearbeiten]

Die fast kreisrunde Insel mit 15 km Durchmesser und ca. 84 km Küstenlänge liegt 26 km südlich von Sainte-Anne und 43 km südöstlich von Pointe-à-Pitre. Der Kalksteinsockel zerbrach vermutlich schon bei der Inselentstehung. Dadurch ist der nördliche Inselteil vom Süden durch eine 147 Meter hohe Steilklippe „La Grande Barre“ abgetrennt. Der flachere nördliche Teil wird „Les Bas“ genannt, das höhere südliche Plateau ist „Les Hauts“.

Die vor der „Wiederentdeckung“ hier lebenden Arawak-Indianer gaben der Insel den Namen Haichi. Als Kolumbus auf seiner zweiten Reise am 3. November 1493 vorbeisegelte, benannte er sie nach seiner Karavelle. Die Spanier nannten sie wegen der runden Form im allgemeinen aber „Sombrero“.

Während der folgenden 150 Jahre war die Insel nur von Carib-Indianern bewohnt. Erst 1648 schickte Gouverneur Charles Houel von Guadeloupe aus 50 Männer auf die Insel, wo sie am 8. November bei Vieux-Fort, etwa 5 km nördlich von Saint-Louis, an Land gingen. Sie pflanzten Tabak, Baumwolle und Indigo an, wurden aber immer wieder von den Indianern angegriffen.

Der Marquis d’Aubigne wurde erster Inselgouverneur. Seine Tochter, die Marquise de Maintenon, war Kindererzieherin bei König Ludwig XIV., später dessen Geliebte und ab 1684 seine heimliche Ehefrau.

Ende des 17. Jahrhunderts wurde der Comte de Témérincourt Jacques de Boisseret mit 1.276 Siedlern hierher geschickt. Nun erlebte die Wirtschaft der Insel einen deutlichen Aufschwung. Allerdings wurde sie von Spaniern, Engländern und Niederländern immer wieder angegriffen. 1691, 1703 und 1754 besetzten die Engländer die Insel, um von hier aus ihre Angriffe auf Guadeloupe auszuführen. 1776 hatten die Niederländer die Insel kurzzeitig in Besitz, und 1808 und 1815 waren es wieder die Engländer. Erst 1816 wurde sie endgültig französisch.

Grand-Bourg wurde 1653 als Ort mit Namen Marigot gegründet. 1676 überfielen 700 niederländische Soldaten die umliegenden Habitationen und stahlen die Sklaven, 1690 und 1692 machten Briten ein gleiches. Bis 1790 wuchs die Siedlung zum größten Ort auf der Insel und erhielt nun seinen heutigen Namen. 1838 und 1901 wurden bei einem Brand fast alle Gebäude zerstört und neu wiederaufgebaut. 1865 gab es eine Cholera Epidemie und ein Wirbelsturm richtete 1928 zusätzlich große Schäden an.

Zwischen 1996 und 1997 wurden in Petite Plage 25 Windkrafträder mit einer Leistung von 1.500 KW errichtet.

Weitere Ziele[Bearbeiten]

Anreise[Bearbeiten]

Karte von Marie-Galante

Mit dem Flugzeug[Bearbeiten]

  • Aérodrome Les Basses, IATA Code - GBJ, ICAO Code - TFFM, Landebahn 09/27, 4.068 x 98 Feet (1.240 x 30 m), Asphalt. Tel. 978221, 979025.
  • Es gibt nur regionalen Flugverkehr von Pointe-a-Pitre und Basse-Terre, Flugzeit: 15 Minuten.

Mit dem Schiff[Bearbeiten]

  • Das Schiff „Caribbean Spirit“ verkehrt zwischen Grand-Bourg und Pointe-a-Pitre, Abfahrten täglich außer dienstags um 17.30 Uhr und freitags um 13.00 Uhr, Fahrzeit: 45 Minuten, Fahrpreis einfache Fahrt 20 Euro, Hin- und Rückfahrt 32 Euro.
  • Die Reederei Val’Ferry verkehrt zwischen Grand-Bourg und Pointe-a-Pitre, Abfahrten täglich außer dienstags und donnerstags um 17.30 Uhr, Fahrzeit: 45 Minuten, Fahrpreis einfache Fahrt 20 Euro, Hin- und Rückfahrt 32 Euro.
  • Die Reederei Express des Iles verkehrt zwischen Grand-Bourg und Pointe-a-Pitre, Abfahrten montags und samstags um 6.00, 9.15 und 16 Uhr; sonntags um 6.00, 16.00 und 18.00 Uhr, Fahrzeit: 45 Minuten, Fahrpreis einfache Fahrt 24,15 Euro, Hin- und Rückfahrt 39,90 Euro.
  • Zwischen Saint-Louis und der Inselgruppe Les Saintes, Terre-de-Haut, verkehrt die Reederei Comatrile, Abfahrten mittwochs, freitags, samstags und sonntags um 8.30 Uhr, Fahrzeit: 45 Minuten, Fahrpreis einfache Fahrt 28 Euro, Hin- und Rückfahrt 38 Euro.
  • Zwischen Saint-Louis und Pointe-a-Pitre verkehrt die Reederei Comatrile, Abfahrten dienstags – donnerstags um 16.30 Uhr, Fahrzeit: 45 Minuten, Fahrpreis einfache Fahrt 17 Euro, Hin- und Rückfahrt 32 Euro.
  • Zwischen Saint-Louis und Saint-Francois verkehrt die Reederei Comatrile, Abfahrten täglich außer montags um 16.30 Uhr, Fahrzeit: 45 Minuten, Fahrpreis einfache Fahrt 26 Euro, Hin- und Rückfahrt 36 Euro.

Mobilität[Bearbeiten]

Windmühle Le Moulin de Bezard
Strand von Feuillère in Capesterre

Es gibt Taxen und Minibusse auf der Insel. Zwischen Grand-Bourg, Capesterre und Saint-Louis besteht eine Busverbindung.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Man sagt, es gebe 100 Windmühlen auf der Insel, aus der Zeit des Zuckerrohranbaus.
  • In drei Brennereien wird Rum hergestellt: Distillerie Bellevue, nördlich von Capesterre, Distillerie Bielle, nordöstlich von Grand-Bourg und Distillerie Poisson, an dem Weg von Grand-Bourg nach Saint-Louis.
  • Das Chateau Murat, 2 km östlich von Grand-Bourg wurde als Museum hergerichtet. Der Name dieses Herrenhauses hat keine Beziehung zu dem gleichnamigen königlichen Geschlecht. Es geht auf den Rechtsanwalt Dominique Murat zurück, dem eine Kaffee Plantage gehörte und der im späten 18. Jahrhundert in Capesterre lebte. Das Gebäude wurde um 1832 von einer Mademoiselle Murat entworfen, die an der Ecole des Beaux-Arts in Paris studierte. 1843 wurde die Anlage von einem Erdbeben teilweise zerstört. Das Herrenhaus hat einen Renaissancegiebel aus dem 18. Jahrhundert. Das Chateau wurde über ein Jahrhundert nach dem Erdbeben 1963 mit der Unterstützung der Société d’Èconomie Mixte la Rachate restauriert. 1976 begann man mit dem Aufbau des heutigen landeskundlichen Museums und einer Galerie. Von besonderem Interesse ist die dazugehörige Zuckermühle von 1814 mit dem erhaltenen Maschinenpark.
  • An der Distriktstraße D 202 die Tropfsteinhöhle Trou a Diable, das Teufelsloch, 328 m lang, mit Höhlensee, sollte nur mit einem Führer begangen werden. Der Eingang wurde aus Sicherheitsgründen vor kurzem zugeschüttet.
  • La Mare au Punch, Section Pirogue, nördlich von Grand-Bourg. Ein See, der entstand, nachdem es am 24. und 25. Juni 1849 an gleicher Stelle eine Bodensenkung gab.

Aktivitäten[Bearbeiten]

Schnorcheln, Schwimmen, Wandern, Fahrt mit dem Ochsenkarren.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]


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