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Berlin/Museumsinsel

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Berliner Dom und Alte Nationalgalerie auf der Museumsinsel

Die Berliner Museumsinsel ist die nördliche Spitze der Spreeinsel auf der historischen Stadt Cölln, die gegenüber Berlin lag. Die Museumsinsel in Berlin ist einer der bekanntesten Museumsstandorte überhaupt. Seit 1999 gehört der Komplex zum Weltkulturerbe der UNESCO.

Hintergrund[Bearbeiten]

Pergamonmuseum am Kupfergraben (Spreekanal)

Nördlich der Verkehrsachse Unter den Linden/Karl-Liebknecht-Straße liegt die Parkanlage des Lustgartens, rechts vom Lustgarten erhebt sich der Berliner Dom. Auf der Museumsinsel liegen fünf bedeutende Berliner Museen:

  • das Alte Museum, dahinter überquert die schmale Bodestraße die Insel. Danach folgen
  • das Neue Museum und ein Kolonnadengang, hinter dem sich
  • die Alte Nationalgalerie befindet.
  • Das Pergamonmuseum ist zugänglich über die Bodestraße und die Säulenkolonnade des Neuen Museums, der Ehrenhof ist Baustelle.
  • Das Bode-Museum liegt an der nördlichen Spitze der Museumsinsel, man erreicht es über die schmale Monbijou-Brücke.

Seit 1999 gehört die Museumsinsel zum Weltkulturerbe der UNESCO. In der Begründung, streng erforderlich für die Titelverleihung ist "weltweite Einzigartigkeit", verweist die Organisation auf ein "einzigartiges Ensemble von Museumsbauten, das die Entwicklung modernen Museums-Designs über mehr als ein Jahrhundert illustriert". Im Weiteren wertet das Komitee die Museumsinsel als Teil des kulturellen Erbes aus dem des 19. Jahrhunderts und als ein Zeugnis aus der Zeit der Aufklärung.

Anreise[Bearbeiten]

Lage der Museumsinsel auf der Spreeinsel in Berlin-Mitte
Pergamonaltar

Mit Bahn und Bus[Bearbeiten]

  • S-Bahn: Station „Hackescher Markt“: Linien S5, S7, S75. Über die Friedrichsbrücke sind es etwa fünf Minuten Fußweg bis zur Museumsinsel.
    Station „Friedrichstraße“: auch S1, S2, S25 und Regionalbahnen RE1, RE2, RE7, RB14. Über die Georgenstraße sind es gute 10 Minuten Fußweg.
  • U-Bahn: „Friedrichstraße“ Ausgang Süd, Linie U6, 10 min. Fußweg; Alexanderplatz (U2, U5, U8) mindestens 15 min. Fußweg.
  • Straßenbahn: Ankunft: „Am Kupfergraben“, Abfahrt: „Kupfergraben/Georgenstraße“: M1 und 12. Haltestelle „Spandauer Straße/Marienkirche“: Linien M4, M5, M6 oder „Hackescher Markt“ (auch M1 Richtung Pankow) ca. 5 min. Fußweg.
  • Bus: Haltestelle „Lustgarten“ Linie 100, 200. Die Buslinie 100 ist diejenige, mit der man auch ohne touristisches Arrangement die wichtigsten Sehenswürdigkeiten Berlin ansteuern kann und an jedem beliebigen Punkt aus- und wieder einsteigen kann.

Zu Fuß[Bearbeiten]

  • Ein Bummel vom Brandenburger Tor über den Boulevard Unter den Linden führt direkt Richtung Spreeinsel mit dem Lustgarten, an den im Norden das Alte Museum anschließt. Man passiert dabei Unter den Linden zahlreiche andere bedeutende Gebäude wie die Humboldt-Universität und das Zeughaus auf der nördlichen Seite der Straße, bis man nach dem Zeughaus die Brücke überquert und nach links durch den Lustgarten zur Museumsinsel geht.
  • Vom nördlichen Spreeufer gelangt man über die Monbijoubrücke beim Bode-Museum oder über die Friedrichsbrücke zwischen Alter Nationalgalerie und dem Berliner Dom aus Richtung Hackescher Markt. Die Friedrichsbrücke wird seit 2012 einer aufwändigen Restaurierung unterzogen, ist aber für Fußgänger und Radfahrer passierbar.

Auf der Straße[Bearbeiten]

Parkplätze sind in Berlin-Mitte Mangelware. Es empfiehlt sich daher die Anreise mit dem öffentlichen Verkehr.

Mit dem Schiff[Bearbeiten]

Auf der Insel, hinter dem Dom, gibt es eine Anlagestelle für Besichtigungsschiffe, dort kann man einen etwa einstündigen Schiffsausflug bis zum Bundeskanzleramt und zurück machen.

Mobilität[Bearbeiten]

Ischtar-Tor im Pergamon-Museum

Die Insel kann aufgrund ihrer Größe zu Fuß erlaufen werden.

Allgemeine Informationen[Bearbeiten]

Tickets für alle Museen der Museumsinsel und der Bereichskarte können auf der Seite der Staatlichen Museen zu Berlin online gebucht werden. Dies empfiehlt sich, um die langen Warteschlangen an den Kassen zu umgehen und einen Euro zu sparen.

Jedes der 5 Museen kostet 10 - 12 €, ermäßigt 5 - 6 €, Kinder unter 19 Jahre haben freien Zutritt. Sind die Warteschlangen zu lang, kann man auch die Karten auch am Bode-Museum, am Alten Museum oder bei den Tourist-Informationen erwerben. Dort kann auch das Zeitfensterticket für das Pergamonmuseum und das Neue Museum gebucht werden.

Für alle Museen gemeinsam gibt es die Bereichs-Eintrittskarte Museumsinsel, diese kostet 18,- €, ermäßigt 9,- €. Da der einzelne Eintritt für zwei Museen stets teurer ist, lohnt sich die Bereichskarte für alle, die mindestens zwei Museen an einem Tag besuchen wollen.

Interessanter ist der Museumspass. Er ermöglicht 3 Tage hintereinander freien Eintritt in 55 Berliner Museen, einschließlich der Museumsinsel, für 24,- € (ermäßigt: 12,- €). In einigen Sonderausstellungen muss jedoch ein Aufpreis bezahlt werden.

Die Berlin WelcomeCard bietet verschiedene Paketangebote für Ermäßigungen für Museen, meist in Kombination mit freier Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel. Für die Museumsinsel gibt es ein gesondertes Angebot: Berlin WelcomeCard Museumsinsel ABC (40,50 €) bietet freien Eintritt in alle Museen der Museumsinsel, darüber hinaus 72 Stunden freie Fahrt in Berlin, Potsdam und Umgebung, sowie Ermäßigungen bei touristischen und kulturellen Highlights.

Eintritt frei heißt es in allen Museen der Museumsinsel für Kinder und Jugendliche bis zum vollendeten 18. Lebensjahr. Zudem gibt es für Kinder und Familien zahlreiche Sonderaktionen und Führungen und Angebote der Kinderakademie.

In den Museen ist fotografieren ohne Blitz und ohne Stativ gestattet. Ausnahme: die Büste der Nofretete darf nicht fotografiert werden!

In allen fünf Museen befindet sich sowohl ein Café als auch ein Buch- bzw. Museumsladen. Siehe weiter unten bei den jeweiligen Museen.

Für Besucher mit Handicap gibt es Sonderführungen, dazu gehören u.a. auch Tastführungen für blinde und stark sehbehinderte Personen. In allen Museen können zudem Rollstühle geliehen werden, die Voranmeldung ist möglich unter folgenden Telefonnummern: Alte Nationalgalerie +49 30 2090 5840, Altes Museum +40 30 2090 5245, Bode-Museum +49 30 2090 6444, Neues Museum +49 30 266 423 295, Pergamonmuseum +49 30 2090 5577.

Museen[Bearbeiten]

Altes Museum[Bearbeiten]

Altes Museum Berlin

1 Altes Museum, Am Lustgarten, 10178 Berlin. Tel.: +49 (0)30 266 42 42 42. Altes Museum in der Enzyklopädie Wikipedia Altes Museum im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsAltes Museum (Q156722) in der Datenbank WikidataAltes Museum auf Facebook. Cafe im Alten Museum: Tel. +49 30 20 90 52 51; Buchshop: Tel. +49 30 20 67 48 30. Geöffnet: Di + Mi, Fr - So: 10 - 18 Uhr, Do: 10 - 20 Uhr, Mo geschlossen. Preis: Eintritt: 10,- €, erm. 5,- €.


Das Alte Museum, von 1823 bis 1830 nach den Entwürfen Karl Friedrich Schinkels erbaut, zählt zu den bedeutendsten Bauwerken des Klassizismus. Schinkel errichtete den Neubau, der ursprünglich als Neues Museum, später dann als Königliches Museum bezeichnet wurde, auf Geheiß von Friedrich Wilhelm III. nach Studium von Museumsbauten in London und Paris. Friedrich Wilhelm wollte mit dem Museumsbau dem Humboldtschen Bildungsideal gerecht werden, wonach Museen als Bildungsstätte für das Bürgertum galten. Schinkel gestaltete das Gebäude in Anlehnung an die griechische Antike mit verschiedenen architektonischen Elementen wie den 18 kannelierten ionischen Säulen der weiten Vorhalle, der Rotunde, die an das Pantheon erinnern soll, und der Freitreppe. Insbesondere die Vorhalle mit ihren Säulen ist ein charakteristisches Motiv für die Museumsinsel, da es das erste ist, was man als Besucher von außerhalb zu sehen bekommt, wenn man erstmals die Museumsinsel vom Lustgarten aus betritt. Zentraler Saal ist eine Rotunde, in der antike Statuen der bedeutendsten antiken Götter in Kreisform aufgestellt sind.

Zwischen 1943 und 1945 brannte das Gebäude aus und wurde schwer beschädigt. Der Wiederaufbau dauerte bis 1966.

Perikles-Büste

Seit 1904 beherbergt das Alte Museum die Antikensammlung. Seit 1998 zeigt sie ihre griechische Sammlung mit der Schatzkammer im Erdgeschoss des Gebäudes und die Kunstwerke des italischen, etruskischen, römischen Altertums sowie eine Sammlung antiker Erotica im Obergeschoss - Plastik und Keramik, Inschriften, Mosaiken, Bronzen, Schmuck und Gerät. Ein weiterer Teil der Antikensammlung, die Architekturelemente, ist auch im Pergamonmuseum, ein weiterer Teil der (provinzial)römischen Sammlung sowie die Zypernsammlung im Neuen Museum, zu besichtigen. Bedeutende Exponate sind beispielsweise der Hildesheimer Silberschatz, der Fisch von Vettersfelde, der Betende Knabe, der Xantener Knabe, ein Krater des Euphronios, die Namenvase des Berliner Malers, die Erzgießerei-Schale, die Schulschale, die Sosias-Schale, die Kanne des Schuwalow-Malers mit einer Liebesszene, die Grabtafeln des Exekias, der Grüne Cäsar, die Thronende Göttin von Tarent, die Berliner Göttin, ein zusammenhängender Komplex unteritalischer Grabvasen aus Tarent, eine Glasamphora aus Olbia, ein Porträt der Perikles, das Nilmosaik von Palestrina, eine Doppelherme des Sokrates und Seneca, das Septimius-Severus-Tondo, der Apollo Kitharoidos, die Athena mit der Kreuzbandaegis, die Knöchelspielerin, die Tänzerin von Pergamon, die Stele Giustiniani sowie die Grabreliefs für Thraseas und Euandria sowie Publius Aiedius und Aiedia.

Alte Nationalgalerie[Bearbeiten]

Alte Nationalgalerie
  • 2 Alte Nationalgalerie, Bodestraße 1-3, 10178 Berlin. Alte Nationalgalerie in der Enzyklopädie Wikipedia Alte Nationalgalerie im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsAlte Nationalgalerie (Q162111) in der Datenbank Wikidata. barrierefreibarrierefrei Geöffnet: Di + Mi, Fr - So: 10 - 18 Uhr, Do: bis 20 Uhr. Mo geschlossen. Preis: Eintritt: 12,- €, ermäßigt: 6,- €.

Das 1876 eröffnete Gebäude der Alten Nationalgalerie, das architektonisch zwischen Spätklassizismus und Neorenaissance einzuordnen ist, liegt hinter dem Neuen Museum und dem Pergamonmuseum fast ein wenig versteckt auf der Museumsinsel. Betritt man diese jedoch von Osten her über die Friedrichsbrücke, so liegt die einem Tempel nachempfundene Alte Nationalgalerie gleich rechter Hand innerhalb des Kolonnadenhofes, der mit seinen Steinbänken auch einen schönen Pausenplatz bietet.

Als eine der bedeutendsten deutschen Sammlungen der Kunst des 19. Jahrhunderts zeigt die Alte Nationalgalerie Meisterwerke unter anderem von Caspar David Friedrich, Adolph Menzel, Edouard Manet, Claude Monet, Auguste Renoir oder Auguste Rodin. Zu den Highlights zählen u. a. Caspar David Friedrichs „Der Mönch am Meer“ (1808-1810), Arnold Böcklins „Die Toteninsel“ (1883), Adolph Menzels „Flötenkonzert Friedrich des Großen in Sanssouci“ (1850-1852) oder Edouard Manets „Im Wintergarten“ (1878/79).

Bode-Museum[Bearbeiten]

Bode-Museum und Monbijoubrücke
  • 3 Bode-Museum, Am Kupfergraben 1 im Norden der Insel, 10178 Berlin. Bode-Museum in der Enzyklopädie Wikipedia Bode-Museum im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsBode-Museum (Q157825) in der Datenbank Wikidata. Café im Bode-Museum: Tel. +49 30 2021 4330;Buchladen: Tel. +49 30 2260 5905. 2017 wieder Workshops für Kinder. Geöffnet: Di + Mi, Fr - Sa: 10 - 18 Uhr, Do: 10 - 20 Uhr. Mo geschlossen. Preis: Eintritt 10,- €, erm. 5,- €.

Hinter der charakteristischen Kuppel werden an der nördlichen Spitze der Museumsinsel die Skulpturensammlung (italienische und deutsche Skulpturen und Plastiken vom frühen Mittelalter bis zum 18. Jahrhundert), das Museum für Byzantinische Kunst (Kunstwerke vom 3. bis zum 15. Jahrhundert), das Münzkabinett und rund 150 Bilder der Gemäldegalerie präsentiert.

Einen sehr guten Blick auf das Bode-Museum hat man, wenn man mit einem der Sightseeing-Schiffe vom Bundeskanzleramt Richtung Berliner Dom fährt - so hat man das Museum vorne auf der Inselspitze in vollem Ausmaß vor sich liegen.

Neues Museum[Bearbeiten]

Ägyptische Grabbeigaben, Neues Museum
  • 4 Neues Museum, Bodestraße 1-3, 10178 Berlin. Neues Museum in der Enzyklopädie Wikipedia Neues Museum im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsNeues Museum (Q157316) in der Datenbank Wikidata. Geöffnet: Täglich 10 - 18 Uhr, Do bis 20 Uhr. Preis: Einritt: 12,- €, ermäßigt: 6,- €, bei Sonderausstellungen: 14 € bzw. 7 €. Der Eintritt ist nur mit einem Einlass-Zeitfenster möglich, das in einem der Museumsinsel-Verkaufsstellen, in der Touristeninformation oder Online gebucht werden kann.
Büste der Nofretete, das berühmteste Ausstellungsstück im Ägyptischen Museum

Das Ägyptische Museum mit Papyrussammlung und das Museum für Vor- und Frühgeschichte mit Objekten der Antikensammlung finden seit 2009 im Neuen Museum ihre neue Heimat.

  • Das Ägyptische Museum besitzt weltweit eine der bedeutendsten Sammlungen ägyptischer Hochkultur. Mit den Kunstwerken der Zeit des Königs Echnaton (um 1340 v. Chr.) aus Tell el-Amarna erreicht das Museum Weltniveau. Zu der Sammlung gehören bedeutende Werke wie die Büste der Königin Nofretete, das Porträt der Königin Teje und der bekannte „Berliner Grüne Kopf“.
  • Antikensammlung − Sammlungsübergreifende Präsentation. Hier wird die Kunst aus den Provinzen des Römischen Reiches und gemeinsam mit den Beständen des Museums für Vor- und Frühgeschichte Werke aus der umfangreichen Zypernsammlung gezeigt.
  • Das Museum für Vor- und Frühgeschichte mit Objekten der Antikensammlung besitzt eine der größten überregionalen Sammlungen zur Archäologie der Alten Welt. Die Bestände repräsentieren die Entwicklung der vor- und frühgeschichtlichen Kulturen von der Altsteinzeit bis ins Hochmittelalter. Zu den Höhepunkten gehören der berühmte Schädel des Neandertalers von Le Moustier, Heinrich Schliemanns Sammlung trojanischer Altertümer und der „Berliner Goldhut“. Die neukonzipierte Dauerausstellung "Steinzeit - Bronzezeit - Eisenzeit" in der Ebene 3 führt durch die Vor- und Frühgeschichte.

Pergamonmuseum[Bearbeiten]

Detail Pergamon-Altar
  • 5 Pergamonmuseum, Am Kupfergraben 5. Der Eingang befindet sich für längere Zeit auf der Südost-Seite, nördlich des Neuen Museums. Pergamonmuseum in der Enzyklopädie Wikipedia Pergamonmuseum im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsPergamonmuseum (Q157298) in der Datenbank Wikidata. Café im Pergamonmuseum: Tel. +49 30 2090 6361;Buchshop: Tel. +49 30 2090 6390. Geöffnet: 10 - 18 Uhr, Do bis 20 Uhr. Wegen langer Schlangen an der Kasse empfiehlt es sich, die Karten in anderen Museumsinselverkaufsstellen, wie Bode-Museum oder Altes Museum, zu kaufen oder Werktage für den Besuch zu nehmen. Preis: Eintritt: 19,- €, ermäßigt: 9,50 €. Bei der Buchung von Online-Tickets für das Pergamonmuseum müssen feste Zutrittszeiten gebucht werden.

Das zwischen 1910 und 1930 errichtete Pergamonmuseum ist weltweit bekannt geworden durch die Rekonstruktionen archäologischer Bauten wie der Zeusaltar von Pergamon (Pergamonaltar), das Markttor von Milet, das römische Ischtar-Tor samt Prozessionsstraße aus Babylon und die Mschatta-Fassade. Das dreiflügelige Gebäude, das im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt wurde, ist heute das meistbesuchte Museum Berlins.

Antikensammlung: Markttor von Milet

Das Pergamonmuseum beherbergt drei Museen:

  • Die Antikensammlung mit den drei zentralen Architektursälen
    • Der Pergamonaltar stammt aus dem 2. Jahrhundert v. Chr. (hellenistische Kunst). Er zeigt den Kampf der Götter mit den Giganten.
      Der Saal mit dem Pergamonaltar ist seit dem am 29. Sept. 2014 bis voraussichtlich 2020 wegen Sanierung geschlossen. Betroffen ist auch der Nordflügel und der hellenistische Saal.
    • Das Markttor von Milet ist ein Glanzstück römischer Architektur.
    • Hinzu kommen weitere in Teilen wieder aufgebaute Architekturelemente wie die Front des Athena-Tempels und das Trajaneum, beide aus Pergamon oder ein Grabbau aus Falerii/Italien
    • Die griechische und römische Kunst befindet sich seit 2011 im Alten Museum.
  • Das Vorderasiatische Museum − Hier sind die weltberühmten Rekonstruktionen der riesigen, in leuchtenden Farben gehaltenen Prachtbauten Babylons aufgestellt:
    • die Prozessionsstraße
    • das Ischtar-Tor und
    • die Thronsaalfassade des Königs Nebukadnezar II.
    • Im Babylon-Saal befinden sich das Modell des Hauptheiligtums des Stadtgottes Marduk, der "Turm zu Babel" und eine Kopie der bekannten Gesetzesstele des Königs Hammurabi.
Museum für Islamische Kunst: Mschatta-Fassade
  • Das Museum für Islamische Kunst − Es gehört zu den bedeutendsten und zweitältesten Sammlungen seiner Art. Herausragend ist die filigran verzierte und zugleich monumentale Palastfassade von Mschatta; ebenso das Aleppo-Zimmer. Jahrhundertealte Koranblätter mit farbenprächtigen Ornamenten, Gebetsteppiche, Elfenbeinschnitzereien und türkis leuchtende Gebetsnischen aus Fayencenmosaik zeugen vom hohen ästhetischen, kunsthandwerklichen und technischen Niveau ihrer Meister. Sie faszinieren durch den Reichtum an Farben, Formen und Mustern. Der Bestand umfasst alle Epochen islamischer Geschichte vom 7. bis zum 19. Jahrhundert sowie altsüdarabische und altpersische Artefakte.

Sammlungen[Bearbeiten]

Antikensammlung − In der Antikensammlung werden Kunstwerke des griechischen und römischen Altertums gezeigt - Baukunst, Plastik und Vasen, Inschriften, Mosaiken, Bronzen und Schmuck.

Die Antiken-Sammlung ist an drei Standorten zu besichtigen, im Pergamonmuseum und im Hauptgeschoss des Alten Museums. Seit 2009 ergänzen Objekte der Antikensammlung die sammlungsübergreifende Präsentation im Neuen Museum. Das betrifft vor allem Werke provinzialrömischer Kunst sowie die große Zypernsammlung.

Sanierungen[Bearbeiten]

Seit 2008 wird abschnittsweise saniert. Seit Oktober 2012 ist der Nordflügel und der Saal für Hellenistische Architektur des Museums bis 2019 geschlossen. Seit dem 29. Sept. 2014 ist auch der Saal mit dem Pergamonaltar bis voraussichtlich 2020 geschlossen. Zwischen 2019 und 2025 sollen dann der Südflügel saniert und der vierte Flügel gebaut werden.

Sonstige Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Berliner Dom
Berliner Dom mit Lustgarten im Vordergrund
  • Berliner Dom − Der 78 m hohe Kuppelbau am Lustgarten wurde 1894 − 1905 in Anlehnung an die italienische Hochrenaissance und den Barock gebaut. Vorbild war der Petersdom in Rom. Der Außenbau wurde mit vereinfachter Kuppel und reduzierten Türmen 1975 − 1982 wiederaufgebaut, die aufwändige Innen-Restaurierung war 1993 abgeschlossen. In der Gruftkirche liegen neunzig Sarkophage und Grabmäler von Angehörigen der Hohenzollern aus dem 16. bis 20. Jahrhundert.
    Das Gotteshaus ist außer bei Konzerten und Gottesdiensten für Besucher zugänglich, Öffnungszeiten Mo - Sa: 9 - 20 Uhr, So: 12 - 20 Uhr, von Okt. - März bis 19 Uhr. Das Eintrittsgeld von 7,- € (ermäßigt 5,- €, Kinder bis 18 J. frei) wird als Domerhaltungsgebühr bezeichnet. Audioguide: 3,- €. 20-minütige Domführungen sind im Eintrittspreis enthalten: Zeiten.
  • Lustgarten - Die Parkanlage vor dem Alten Museum und dem Berliner Dom ist frei zugänglich. Der Lustgarten, der heute wieder als Grünanlage mit Rasenflächen, Kübelpflanzen und Springbrunnen gestaltet ist und bei gutem Wetter von zahlreichen rastenden Touristen bevölkert wird, hat eine bewegte Vergangenheit hinter sich. Angelegt ursprünglich vermutlich als Nutz- und Küchengarten um 1573 lag die Fläche infolge des Dreißigjährigen Krieges brach und wurde erst 1645 nach dem Vorbild anderer Gartenanlagen künstlerisch gestaltet. Zu dieser Zeit erhielt die Anlage auch die Bezeichnung Lustgarten. Doch auch diese Phase war nur begrenzt, Friedrich Wilhelm I. ließ ab 1713 den Lustgarten zu einem Exerzierplatz umgestalten, Friedrich II. ließ den Platz unbepflanzt, legte aber ab 1745 Kastanienalleen an, während er an der Ostseite des Platzes einen Vorgängerbau des heutigen Doms errichten ließ, und Napoleon Bonaparte ließ seine Truppen 1806 auf dem Platz biwakieren. Schließlich prägte der Landschaftsarchitekt Lenné, der auch viele andere Gartenanlagen wie z.B. den Zoologischen Garten oder die Parkanlagen von Babelsberg, Sanssouci und Glienicke neu angelegt oder umgestaltet hatte, in den Jahren 1826 bis 1829 die Neugestaltung des Lustgartens nach Plänen von Schinkel, an denen sich auch die heutige Gestaltung des Platzes von 1998/99 orientierte. Dass der Platz weitere bewegte Zeiten erlebte, wie die Aufmarschflächen der Nationalsozialisten, die Bombenangriffe des Krieges, die jahrzehntelange Pflasterung der Fläche, die Umgestaltungen zu DDR-Zeiten wie die Sprengung des Stadtschlosses und die Errichtung des Palast der Republik an der ursprünglich begrenzenden Südseite - davon zeugen heute fast nur noch die Baustelle des Humboldt-Forums auf der gegenüberliegenden Seite der Karl-Liebknecht-Straße.
  • James-Simon-Galerie: Zwischen dem Neuen Museum und dem Kupfergraben ist eine nicht ganz unumstrittene Baustelle seit 2010, hier soll ein neues Eingangsgebäude und Besucherzentrum unter diesem Namen entstehen. Direkt am Wasser wird ein 9 m hoher und 104 m langer Sockelbau mit darüber liegender Pfeilerhalle gebaut. Die Sicht zum Neuen Museum wird damit versperrt.

Aktivitäten[Bearbeiten]

Die Hauptaktivität der Besucher wird wohl der Museumsbesuch sein. Wer jedoch keine Zeit oder Lust zu einem Museumsbesuch hat, kann bei einer Pause auf den Rasenflächen des Lustgartens, auf einer schattigen Bank im Kolonnadenhof oder bei einem Kaffee im Hof des Pergamonmuseums die Atmosphäre dieses einzigartigen Museumsensembles schnuppern und die Menschenströme beobachten, die sich aus Reisenden aus aller Welt zusammensetzen. Außer dem Reichstag und dem Brandenburger Tor gibt es wohl kaum einen anderen Platz in Berlin, der einen so großen Anziehungspunkt für (fast) jeden Berlin-Touristen darstellt wie die Museumsinsel - Internationalität ist also garantiert.

Praktische Hinweise[Bearbeiten]

  • 1 Polizeistation, Keibelstraße 35. Tel.: +49 30 4664 - 33 27 00. Liegt 2 km von der Museumsinsel entfernt; östlich, der Karl-Liebknecht-Straße folgen.

Umgebung[Bearbeiten]

  • Zeughaus: Das heutige Historische Museum und ehemalige Waffenarsenal liegt an der Ecke Unter den Linden / Am Zeughaus auf der anderen Uferseite des Kupfergrabens (Spreeseitenarm) gegenüber dem wiederaufgebauten Kommandantenhaus und Kronprinzenpalais.
    Geöffnet ist es täglich von 10 - 18 Uhr, Eintritt 8,- €, Kinder bis 17 Jahre frei. Neben dem Gebäude findet regelmäßig ein Markt mit Kunstgewerbe und Souvenirs statt.
  • Hackescher Markt und Hackesche Höfe in der Nähe des Scheunenviertels, erreichbar über die Friedrichsbrücke zwischen Nationalgalerie und Dom.
  • Zur Baustelle des Humboldt-Forums gegenüber des Lustgartens auf dem Gelände, das bis nach dem Zweiten Weltkrieg das Stadtschloss, zu DDR-Zeiten dann den Palast der Republik beherbergte. Die Humboldt-Box, ein nicht unumstrittenes türkises Gebäude gegenüber vom Dom informiert über das Bauvorhaben Humboldt-Forum, das ein Forum für Kultur, Kunst und Wissenschaft mit drei rekonstruierten Außenfassaden des Berliner Schlosses werden soll.
  • Nicht allzuweit ist es desweiteren zu anderen bedeutenden Gebäuden des Bezirks Mitte: Zur Hedwigs-Kathedrale (500 m), zum Deutschen Dom und zum Französischen Dom am Gendarmenmarkt (900 m).

Literatur[Bearbeiten]

  • Peter-Klaus Schuster und Cristina Inês Steingräber (Hg.): Museumsinsel Berlin. SMB - DuMont, 2004, ISBN 3-8321-7217-3. ca. 65.- €
  • Maximilian Meisse: Museumsinsel Berlin. Weltbild, 2011, ISBN 9783803007483; 104. 29.80 €

Weblinks[Bearbeiten]

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