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Brannenburg

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Brannenburg
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Die Urlaubsgemeinde Brannenburg ist staatlich anerkannter Luftkurort und liegt im oberbayerischen Unterinntal unmittelbar an der Grenze zu Österreich zu Füßen der Bergwelt des Mangfallgebirges.

Karte von Brannenburg

Hintergrund[Bearbeiten]

Schloss Brannenburg

Die erstmalige urkundliche Erwähnung von Brannenburg ist zwischen 993 und 1000, der Name wird auf Brandrodung zurückgeführt. Im Mittelalter gehört der Ort Brannenburg zum Schloss und zur eigenen Hofmark Brannenburg.

Der Ortsteil Degerndorf am Inn wird im Jahre 814 erstmals urkundlich erwähnt, der Ortsname wird auf Tegardorf für Großdorf zurückgeführt. Degerndorf gehört zunächst zum Besitz der Grafen von Falkenstein, nach dem Untergang des Adelsgeschlechts um 1250 wechselt der Ort zu den Wittelsbachern.

Der Ortsteil Großbrannenberg ist das große Brannenburg, die volkstümliche Bezeichnung war aber immer "St. Margarethen".

Die heutige politische Gemeinde Brannenburg entstand durch die Eingemeindung der bis dahin selbstständigen Gemeinden Degerndorf am Inn (1972) und Großbrannenberg (1978) nach Brannenburg.

Die Ortsteile der Kommune Brannenburg sind: Bichl, Brannenburg, Brunnthal, Degerndorf, Gembachau, Gmain, Höf, Lechen, Mooseck, Ried, St. Margareten, Steg, Steinberg, Thann, Tiefenbach, Vorderkronberg, Vorderleiten, Wart.

Im 19. Jahrhundert ist Branneburg auch der sommerliche Treffpunkt einer kleinen Künstlerkolonie um die Landschaftsmaler der Münchner Schule, Namen sind hier zunächst C. Rottmann (1798-1850, 1822 erstmals vor Ort) im folgen dann unter anderem E. Schleich d.Ä. (1812-1874), Carl Spitzweg (1808-1885), F. Voltz, C. Mali und A. Breit, C. Raup und auch Wilhelm Busch (1832-1908).

Dientzenhofer[Bearbeiten]

Brannenburg ist die Heimat der Dientzenhofers, einer aus dem Raum um Rosenheim (Bad Feilnbach) zugewanderten Bauernfamilie. Die Kinder des Bergbauern Georg Dientzenhofer stellten einige der größten Baumeister ihrer Zeit, sie prägten als Architekten im späten 17. und am Anfang des 18. Jahrhunderts die barocke Baukunst in Franken, Böhmen, Hessen und in der Oberpfalz. Die Familie wohnte auf dem Hof "Zum Gugg" oberhalb von St. Margarethen.

  • Leonhard Dientzenhofer (1660-1707) zweitjüngster der fünf Dientzenhofer-Brüder, nach einigen Jahren in Prag war er unter anderem verantwortlich für den Bau der Klöster in Waldsassen und Ebrach. Er wohnte überwiegend in Bamberg und war seit 1690 Hochstiftsbaumeister, einige weitere Werke sind die Neue Residenz in Bamberg (Baubeginn 1695), Kloster Michelsberg und Kloster Banz.
  • Johann Dientzenhofer (1663 -1727) war das jüngste der insgesamt acht Geschwister, er war in Diensten der Schönborns und ebenfalls in Bamberg ansässig und zeichnete sich als fürstäbtlicher Stiftsbaumeister (ab 1700) z.Bsp. für den Dom zu Fulda (1704-1712), die Fassade des Stifts Neumünster in Würzburg und auch für Schloss Weißenstein bei Pommersfelden verantwortlich.

Anreise[Bearbeiten]

Entfernungen (Straßen-km)
Kufstein23 km
Rosenheim10 km
München74 km
Salzburg93 km
Innsbruck86 km

Mit dem Flugzeug[Bearbeiten]

  • Nächster größerer internationaler Flughafen ist der Flughafen München: München (auch "Franz Josef Strauß", 113 km, ca. eine gute Autostunde). Von hier bieten unter anderem die Lufthansa und ihre Partner der Star Alliance Verbindungen zu Städten in Deutschland, Europa und weltweit. Als zweitgrößter Flughafen Deutschlands ist er mit einer steigenden Anzahl von Städten verbunden.
  • Weitere schnell erreichbare Flughäfen sind der in Innsbruck (101 km, eine Autostunde) und in Salzburg (86 km , eine Autostunde);

Mit der Bahn[Bearbeiten]

Der Bahnhof Brannenburg liegt an der Bahnstrecke München-Kufstein-(Innsbruck).

Auf der Straße[Bearbeiten]

  • Von Norden (aus Deutschland) über die Autobahn 93 Rosenheim / Dreieck Inntal bis Kufstein (der deutsche Teil der Inntalautobahn), Symbol: AS Brannenburg.
  • Von Süden (aus Österreich über die österreichische Inntal Autobahn A12 (Kufstein - Innsbruck der österreichische Teil der Inntalautobahn), bei Kufstein nach Deutschland über die Grenze un weiter bis zur Symbol: AS Brannenburg.

Mobilität[Bearbeiten]

  • Der RVO (Regionalverkehr Oberbayern / DB) betreibt die Buslinien in der Region;
Regionalverkehr Oberbayern GmbH, Hirtenstraße 24, D-80335 München; Tel.: 089 / 55164-0, Fax: 089 / 55164-199; Info;

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

St. Ägidius in Brannenburg
St. Margarethen
  • Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt in Brannenburg: der spätgotische Kirchenbau wird urkundlich 1315 erstmals erwähnt, das Innere wurde 1670/8 und 1723/24 0 barockisiert. Besonders sehenswert sind die drei Hochaltäre (um 1685 ) und die Seitenaltäre.
  • St. Ägidius in Brannenburg, die spätgotische Kirche wird um 1180 erstmals urkundlich erwähnt, das heutige Gebäude stammt im Wesentlichen aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts und wurde ab 1659 im Inneren barockisiert.
  • Pfarrkirche Christkönig in Degerndorf: im Jahre 1947/49 aus Biberstein erbaut, moderne Saalkirche.
  • Magdalenenkirche auf der Biber, entstanden aus einer Einsiedelei: Der Klausner Johannes Schelle auf der Biberhöhe gilt als ältester Einsiedler im Inntal, seine Kapelle wurde 1636 konsekriert, die Innenausstattung entstand ab 1664. 1864 wurde das innere neugotisch gestaltet, die ursprüngliche barocke Ausstattung wurde ab 1964 wieder restauriert. Sehenswert ist auch der Kreuzweg aus dem Zeitraum von 1733/34.
Lage: auf der Biberhöhe unmittelbar westlich von Brannenburg.
  • Bergkirche St. Margarethen: 1445 erstmals urkundlich erwähnt.
Lage: oberhalb von Brannenburg an der Zufahrtsstraße zum Ortsteil Margarethen.
  • Wallfahrtskirche Schwarzlack, im spätbarocken Stil von 1750 bis 1767 erbaut.
Lage: ca. knapp zwei Kilometer nordöstlich von Brannenburg.

Informationen zu den kath. Kirchen auf: www.pfarrverband-degerndorf-brannenburg.de und zu den ev. Kirchen auf www.brannenburg-evangelisch.de.

  • Schloss Brannenburg, erbaut 1872-75 von Joseph von Schmaedel für Major Max Reinhardt im Stil der englischen Neugotik. Im Schloss ist heute ein Internat (Realschule) untergebracht, für die Öffentlichkeit nicht zugänglich.
Lage: Schloßstraße 6 im Ortszentrum von Brannenburg.

Aktivitäten[Bearbeiten]

Wendelsteinbahn[Bearbeiten]

Die Wendelsteinbahn ist eine elektrisch betriebene Zahnradbahn und verkehrt ganzjährig von Brannenburg zum 1840 m hohen Wendelstein: Die Bahntrasse überwindet vom Talbahnhof in Brannenburg aus mit sieben Tunneln, acht Galerien und zwölf Brücken einen Höhenunterschied von 1.217 m. Die Fertigstellung der Bahn im Jahre 1912 galt seinerzeit als eine technische Sensation, die Baukosten betrugen circa drei Millionen Goldmark und wurden vom Erbauer, dem Geheimen Kommerzienrates Dr. h.c. Otto von Steinbeis privat finanziert. Steinbeis war zunächst Holzhändler, aus seinen Gewinnen bezahlte er dann den Bau der Wendelsteinbahn, sie zählt zu den ersten Bergbahnen in den bayerischen Alpen.

Die Anlagentechnik der Bahn wurde 1987 mit Unterstützung des Freistaates Bayern und durch den Landkreis Rosenheim umfassend modernisiert.

Wendelsteinbahn, Bahnhof Brannenburg

Einige Daten zur Bahn:

  • Stationen sind Brannenburg (0 m) - Talbahnhof Waching (508 m) - Aipl (972 m) - Mitteralm (1210 m) - Bergbahnhof Wendelstein (1723 m)
  • Spurweite: 1.000 mm (Zahnradbahn, System Strub)
  • Fahrzeit: ca. 30 Minuten, Kapazität: 400 Personen / Stunde;
  • Stromsystem: 1.500 Volt Gleichstrom
  • Streckenlänge (seit 1961): 7,66 Kilometer, davon 6,15 Kilometer mit Zahnstangensystem, zur Eröffnung betrug die Streckenlänge knapp 10 Kilometer.

Wendelsteinbahn. Tel.: +49 (0)8034 308-0. Geöffnet: Betriebszeiten: Sommer 9 bis 17 Uhr, im Winter bis 16 Uhr. Preis: Einzelfahrt Erwachsene: 17.-€; Berg - und Tal: 27,50 €.

Sommer[Bearbeiten]

  • Innschifffahrt: In Brannenburg gibt es keinen regulären Schiffsverkehr auf dem Inn. Die nächste Bootsanlegestelle der Innschiffahrt (vom Frühjahr bis Herbst Rundfahrten bis Kufstein) befindet sich in Oberaudorf.

Winter[Bearbeiten]

Einkaufen[Bearbeiten]

Bäckereien, Metzgereien und mehrere Lebensmittelgeschäfte / Supermärkte / Discounter sind im Ortsgebiet (teilweise in der Peripherie) vertreten.

Küche[Bearbeiten]

  • Gasthaus Schwarzlack, Schwarlack 1, 83098 Brannenburg. Tel.: +49 (0)8034 7990, Fax: +49 (0)8034 708640. Ausflugslokal an der Wallfahrtskirche Schwarzlack, ca. knapp zwei Kilometer nordöstlich von Brannenburg.

Nachtleben[Bearbeiten]

Unterkunft[Bearbeiten]

Sicherheit[Bearbeiten]

  • Lawinenwarndienst für Bayern.

Gesundheit[Bearbeiten]

  • Allgemeinmediziner, Zahnärzte, Fachärzte und Tierärzte sind mehrfach im Ort vertreten.
  • Die nächsten Krankenhäuser zur medizinischen Grundversorgung befinden sich in Rosenheim (RoMed Klinikum) und in Kufstein (Bezirkskrankenhaus) in Österreich.
Kurzinfos
Telefonvorwahl08034
Postleitzahl83098
KennzeichenRO
ZeitzoneUTC+1
Notruf Polizei110
Feuerwehr, Rettung112

Praktische Hinweise[Bearbeiten]

  • Der Artikel Bergsteigen enthält Infos zum Thema Bergwandern;
  • Zweigstelle DHL: Postagentur Nußdorfer Straße 2, 83098 Brannenburg (im Zentrum);

Ausflüge[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Karten[Bearbeiten]

  • AV-Karte "Mangfallgebirge Ost, Wendelstein" (Erstauflage Dez.2007); (Maßstab 1:50.000)
  • Bayerisches Landesvermessungsamt Mangfallgebirge, UKL12, (Maßstab 1:50.000), ISBN 3-86038-484-8;

Weblinks[Bearbeiten]

  • Treffpunkt Brannenburg [1]


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