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Bali

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TanahLot 2014.JPG
Flagge
Wappen
Provinz Bali
Hauptstadt Denpasar
Einwohner
4.225.384 (2014)
Fläche
5.416 km²
Webseite www.baliprov.go.id
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Lage
Singapur Brunei Malaysia Malaysia Philippinen Osttimor Australien Papua-Neuguinea Thailand Aceh Sumatra Utara Riau Sumatra Barat Jambi Bengkulu Sumatra Selatan Lampung Kepulauan Riau Banka-Belitung Banten Jakarta Java Barat Yogyakarta Bali Java Tengah Java Timur Nusa Tenggara Barat Nusa Tenggara Timur Maluku Utara Sulawesi Utara Maluku Papua Barat Papua Kalimantan Barat Kalimantan Tengah Kalimantan Selatan Kalimantan Timur Sulawesi Barat Gorontalo Sulawesi Tenggara Sulawesi Selatan Sulawesi TengahBali in Indonesia (special marker).svg

Bali ist eine Insel und eigenständige Provinz in Indonesien.

Regionen[Bearbeiten]

Der Batur auf Bali ist ein aktiver Vulkan

Orte[Bearbeiten]

  • 1 Denpasar - Hauptstadt im Süden der Insel
  • 2 Kuta - Touristische Stadt im Südwesten der Insel
  • 3 Ubud - Künstlerstädtchen im Landesinneren
  • 4 Sanur - Touristische Stadt im Südosten der Insel
  • 5 Munduk - Malerischer Ort im Zentrum der Insel
  • 6 Pemuteran - beliebter Ort zum Tauchen und Schnorcheln, Tor zum West Bali Nationalpark im Norden der Insel

Hintergrund[Bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten]

Bali tritt im 10.Jahrhundert in das Licht der Geschichte. 991 wird Erlanga geboren. Er ist der Sohn eines balinesischen Königs und einer javanischen Prinzessin. Er wird an den Hof seines Großvaters Dharamawangsa geschickt, um ein Regierungsamt zu übernehmen und eine javanische Prinzessin zu heiraten. Nach der Ermordung des Königs von Java gelingt es Erlanga, aus den Machtkämpfen als neuer Herrscher hervorzugehen. Er regiert 30 Jahre lang das glanzvolle Hindureich von Java und Bali. Bali wird von seinem Bruder Anak Wungsu regiert. Im hohen Alter zieht sich Erlanga von der Regierung zurück und stirbt als hinduistischer Eremit. Anak Wungsu, seine Nachfolger und mehrere Königinnen sind in den Königsgräbern von Tapaksiring beigesetzt. Diese werden heute unter dem volkstümlichen Namen Gunung Kawi (Berg der Dichter) verehrt.

Bali wird im 13. Und 14.Jahrhundert vom javanischen König Kertanagara bzw. dem Feldherrn Gadja Mada unterworfen und die einheimischen Könige von Pedjeng verlieren ihre Macht. In der Überlieferung leben sie als halbdämonische Wesen mit Schweineköpfen weiter. In der Folge gewinnen islamische Missionare auf Java immer mehr an Einfluss, Provinzgouverneure und Prinzen des Herrscherhauses treten zum Islam über. 1520 zerfällt das alte Hindureich Modjopahit unter dem Angriff der islamischen Sultane von Java. Der letzte König Bra Vidjaja V. tötet sich selbst.

Sein Sohn flieht mit dem Hofstaat und der Priesterschaft auf die dem Hinduismus treu gebliebene Insel Bali. Er lässt sich in Klungkung am Fuße des Vulkas Gunung Agung nieder und lässt sich unter dem Namen Deva Agung zum König ausrufen. Die hinduistischen Emigranten aus Java bilden auf der ganzen Insel die neue Adelsschicht und nehmen den gesamten Grund und Boden in Besitz.

Kastenwesen[Bearbeiten]

In Bali wurde nach der Eroberung durch Gadja Mada und nach der Invasion von 1520 das System der vier Kasten eingeführt.

  • Die niedrigste Kaste sind die Sudra. Ihr gehören mehr als 90 Prozent der Bevölkerung an. Es handelt sich um den von der eingewanderten Aristokratie unberührt gebliebenen Teil der ursprünglichen Bevölkerung.
  • Der balinesische Adel besteht aus den Angehörigen der drei oberen Kasten Brahmana, Satrya und Wesia. Die Brahmana-Kaste besteht aus den Priestern und ihren Angehörigen. Sie betrachten sich als die höchste Kaste und leiten ihre Herkunft von einem mythischen Priester Rauh ab. Alle Brahmana führen den Titel Ida Bagus („ehrenwert und großartig“).
  • Die Kaste der Satrya besteht aus den Angehörigen der bis in die Neuzeit regierenden Königshäuser und den Familien der fürstlichen Großgrundbesitzer („tjokorde“). Sie bestreiten den Vorrang der Brahmanas und führen Titel wie Anak Agung oder Ratu. Die adeligen Großgrundbesitzer hielten bis in die 1960er Jahre die gesamte wirtschaftliche und politische Macht in Händen.
  • Die niedrigste Kaste der Wesia besteht aus den Nachkommen der javanischen Einwandern, die in Java den niederen Adel bildeten. Sie führen den Titel Gusti und bilden heute die Mehrheit innerhalb des balinesischen Adels.

Kultur[Bearbeiten]

Die ursprünglich aus Südchina eingewanderten Balinesen (Einfluss: Berggewandheit) wurden später von Java beeinflusst (Hinduismus). Ihre Kultur fußt auf dem dörflichen Zusammenhalt, der für den Reisanbau mit Terrassen notwendig ist (Subak). Die Familie hat im ländlichen Bali weiterhin einen hohen Stellenwert. Die Religion ist im täglichen Leben der Balinesen stets präsent.

Dem Krieg der Holländer zu Beginn des 20.Jahrhunderts fiel das Volkstum der Insel zum Opfer. In den 1920er Jahren kam der deutsche Maler Walter Spies nach Bali. Er gründete gemeinsam mit dem Tjokorden Anak Agung Sukawati eine Kunstschule in Ubud unter Mitwirkung von hoch begabten bäuerlichen Malern und Holzschnitzern. So kam es zu einer Renaissance der balinesischen Kunst. Maler, wie Sobrat und Ida Badus Made, und Holzschnitzer, wie Gerembuang, schufen neue künstlerische Ausdrucksformen, die auf alten balinesischen Motiven beruhten. Walter Spies starb während des 2.Weltkrieges in der Internierung.

Religion[Bearbeiten]

Die Überzahl der Balinesen sind Hindu.
Die balinesische Form des Hinduismus kennt vier Kasten: Brahma, Ksatriya, Wesya und Sudra. Rituale und Feste bestimmen das tägliche Leben maßgeblich. Im Norden, um Singaraja, leben zumeist moslemische Balinesen, vor allem Fischer. Vielen hinduistischen Balinesen erscheint das Meer weiterhin unheimlich. Die meisten in den letzten Jahrzehnten als Arbeitsmigranten oder Kleinhändler zugezogenen Indonesier sind Moslems.

Tempel[Bearbeiten]

Die wesentlichen Elemente des religiösen Lebens sind die Ahnenverehrung, der Kult lokaler schützender höherer Wesen und die Verehrung der Hindugöttin. Der balinesische Tempel ist ein offener freier Platz unter freiem Himmel. Dadurch soll die ungehinderte Verbindung zu den Göttern hergestellt werden. Die Andacht der Gläubigen findet vor steinernen Altären in Form von Steinsesseln mit hoher Rückenlehne statt, wo sich die Götter während der Andacht der Menschen niederlassen können. Diese Altäre sind nur in den großen überregionalen Heiligtümern, wie Besaki, künstlerisch ausgeschmückt. Opfergaben sind Blumen oder Speiseopfer. Sie werden von denn niederen Tempelpriestern (permangku) vor den steinernen Thronen der Götter niedergelegt. Die niederen Geistlichen oder bei großen Tempelfesten der brahmanische Oberpriester (pedanda) bitten durch ihr Gebet, die Gottheit von ihrem Weltenthron (dem Berg Meru oder dem Vulkan Gunung Agung) herabzusteigen und bei der Zeremonie anwesend zu sein. Die Gottheit nimmt unsichtbar auf ihren Thron Platz, sodass die Gläubigen ihnen ihre Bitte und ihren Dank mitteilen können. Die Gottheit ist im allgemeinen der Hindugott Shiva (Siva).

Der Tempel besteht im allgemeinen aus zwei ummauerten, hintereinander liegenden Höfen. Im äußeren Hof versammeln sich die Menschen zu Beratungen oder rituellen Tänzen. Im inneren Hof stehen die Götterthrone. Der Eingang zum äußeren Tempelhof wird durch die für Bali charakteristische "gespaltene Pforte“ (tjandi bentar) gebildet. Das genau in der Mitte gespaltene Tor soll den Menschen vor Augen führen, dass alles Sein nur aus der Spannung von zwei Grundelementen (männlich und weiblich, Kälte und Hitze, Licht und Dunkel) besteht, die zum Ausgleich zueinander streben. In der vorderen rechten Ecke des äußeren Tempelhofes steht der Turm mit der großen Dorftrommel (kulkul) und in der vorderen linken Ecke eine offene Küche (paon). Hier werden bei Tempelfesten die Speisen für die Festgemeinde zubereitet. In der hinteren rechten Ecke befindet sich die offene Halle für das Gamelan-Orchester (bale-gong) und in der hinteren linken Ecke eine offene Halle zur Beherbergung von Pilgern.

Das große Hauptportal (padu raksa) mit einer steinernen Treppe bildet den Eingang zum inneren Tempelhof. Die Treppe wird von zwei steinernen, dämonischen Wächterfiguren (raksasa) flankiert. Über dem Durchgang schaut das Gesicht des dämonischen Erdherrn bhoma auf die Eintretenden. Hinter dem Durchgang steht häufig eine Geistermauer (aling aling), die ebenfalls von einem Bhoma-Gesicht geschmückt wird. Das Hauptportal zeigt den Umriss der beiden zusammengerückten Teil der gespaltenen Pforte.

Im Innenhof steht in der Mitte der rechten Längsseite der Schrein gedong pesimpangan, der dem lokalen Schirmherrn und mythischen Dorfgründer gewidmet ist. In seinem Inneren befinden sich oft alte Statuen oder eine steinerne Nachbildung des Phallus (linga). Es wird daher angenommen, dass die ursprüngliche, vor-hinduistische Religion Balis ein Ahnen- und Fruchtbarkeitskult gewesen ist. Vor der hinteren Querwand des inneren Tempelhofes stehen die pagodenförmigen Abbildungen des Weltenberges Meru mit drei- bis elf-fachen Dächern aus den Fasern der Zuckerpalme. Überregionale Tempel, wie das große Heiligtum von Besaki, weisen eine Reihe solcher Merus auf, wobei der mittlere Bau Mahameru, den mystischen Weltenberg, darstellt, rechts davon befinden sich der Gunung Agung und links der Gunung Batun. Im der äußeren rechten Ecke des inneren Tempelhofes steht auf einem hohen Steinsockel der steinerne Thron (padasama) des Sonnengottes Surya. In der Mitte des Innenhofes steht der überdachte gemeinsame Sitz für alle Götter (paruman). In der linken Hälfte des Innenhofes stehen offene Hallen (bale piasan), in denen bei Tempelfesten die auf Silberschalen dargebrachte, oft meterhoch kunstvoll gestapelten Opfergaben niedergestellt werden.

Tänze[Bearbeiten]

Die Tänze sind Ausdruck des intensiven Gemeinschaftslebens. Der Bandjar, eine Unterabteilung der Dorfgemeinschaft, unterhält das Gamelan-Orchester und die Tanzgruppen. Einzelne Tänzer und Tanzgruppen sind nur auf einen Tanz spezialisiert, aber die Tänze werden in jedem Dorf und von jeder Tanzgruppe anders interpretiert. Es sind getanzte Dramen mit religiös-rituellen Charakter oder mit Darstellungen historisch-mythischer Ereignisse. Jeder Körper-, Arm- und Handhaltung, jede Fingerbewegung, jeder Augenaufschlag und jede Änderung der Blickrichtung haben symbolische Bedeutung.

  • Ketjak ist die getanzte Legende vom Raub der schönen Sita durch den Dämonenfürsten Rawana, vom Bemühen des Gott-Königs Rama, seine geraubte Gemahlin zurück zu erlangen und von den heldenhaften Hilfeleistungen des Affenkönigs Hanuman. Die Handlung entstammt dem Epos Ramayana. Die Handlung tritt im Ketjak-Tanz hinter dem „Gamelan aus menschlichen Stimmen“ (gamelan sura) zurück: bis zu 150 halbnackte Männer hocken oder stehen mit wilden Gebärden und unheimlichen Gesang um das Feuer. Innerhalb dieses Kreises treten dann die einzelne Helden und Dämonen auf.
  • Legong ist der klassische balinesische Tanz. In der traditionellen Form „Legong des Palastes“ (legong kraton) wird er von drei sehr jungen Tänzerinnen, den beiden legongs und der höfischen Dienerin tjondong, dargestellt. Das Kostüm besteht aus goldenen und silbernen Brokattüchern, mit einem breiten, goldenen Latz (lamak),der vom Hals bis zu den Knien reicht, einem Fächer (kipast) in der rechten Hand. In die goldenen Kronen (petitis) werden die weißen Blüten der Tempelblume eingesteckt. Die leicht gewinkelten Knie symbolisieren die Lebensweise jenseits des Alltäglichen, nur Dorfleute und Tölpel dürfen mit geraden Beinen auftreten. Die beiden legongs erscheinen im Tanz als gleichartige Darstellungen einer einzigen Persönlichkeit, ihre Bewegungen spiegeln einander. Den Höhepunkt bildet die Szene pengipuk, eine Liebesszene mit dem balinesischen Kuss in Form des Nasenreibens (ngaras). Die klassische Legong-Aufführung enthält meist eine mythische Szene aus dem Sagenkreis Malat: der böse javanische König Lasem findet die im Wald verirrte Prinzessin Rangkesari. Er will sie zu seiner Frau machen, wird aber abgewiesen und beschließt daher, gegen ihren Vater zu führen, aber Lasem fällt im Kampg.
  • Barong war wahrscheinlich ursprünglich ein magisches Rituale, das auf totemistischen Vorstellungen aufbaut. Als Barong wird ein Tiger, Elefant, Hund oder Löwe verehrt, der als guter Geist und Schutzpatron des Dorfes angesehen wird und dem als Verkörperung des Bösen die Hexe Rangda gegenüber steht. Rangda wird oft als Mutter des großen Königs Erlangga identifiziert. In den Barong-Tanz wird oft die Geschichte des mythischen Helden Sadewa eingeflochten, der gegen das Böse kämpft. Die Mutter des Prinzen und ihr Minister haben beschlossen, den Jüngling der Hexe Rangda zu opfern, aber der Gott Shiva verleiht dem bereits zum Opfer gefesselten Sadewa Unsterblichkeit. So kann der Prinz die Hexe in ihren verschiedenen Formen besiegen. Nur die letzte und machtvollste Manifestation des Bösen stellt sich als unbesiegbar heraus. Der gute Barong wird von Rangda besiegt, seine Niederlage wird als Rückzug in das Tempelinnere dargestellt. Die (menschlichen) Tempeldiener stürzen sich mit ihren Dolchen (kris( auf Rangda, die sich zurückzieht. Durch ihr Eingreifen haben die Menschen das Gleichgewicht zwischen Gut und Böse verletzt. Die Dolche richten sich nun gegen die Tempeldiener. Dieser Zustand der kampfartigen Besessenheit wird beendet, indem ein Priester geweihtes Wasser über die Besessenen versprengt und ein blutiges Opfer darbringt.
  • Baris ist ein uralter Kriegstanz. Es ist die wichtigste Darstellung der Männlichkeit in ganz Bali.

Dorfleben[Bearbeiten]

Das Dorfleben wird durch eine weitgehende Selbstverwaltung der Dorfgemeinschaft bestimmt. Der Dorfgemeinde (desa) steht der Dorfrat (krama desa) vor,in dem die Familien des Dorfes vertreten sind. Der Rat wählt den Dorfvorsteher (klaing desa). Das Gemeinschaftsleben wird von zwei Einrichtungen (bandjar und subak) bestimmt. Badnjar ist eine Art Genossenschaft, zu deren Aufgaben die Fürsorge bei Hochzeitszeremonien, die sehr aufwändigen Begräbniszeremonien und der Unterhalt des Bandjar-Tempels zählen. Subar ist eine Bewässerungs- und Landbaugenossenschaft. Der Reisanbau erfordert große Investitionen in das Bewässerungssystems, die eine einzelne Familie oft nicht aufbringen kann, Desa, bandjar und Subak haben eigene, auf Lebenszeit gewählte Oberhäupter (kliang). Jeweils drei Dorfgemeinden schließen sich zu einer Marktgemeinschaft zusammen. Der Markt findet täglich in einer der dazu gehörigen Siedlungen statt. Nur größere Städte, wie Gianjar oder Klungkung haben feste Marktgebäude. Die Märkte einschließlich der Finanzierung liegt in den Händen der Frauen. Auch auf einem städtischen Markt sieht man daher selten Männer.

Reisanbau[Bearbeiten]

Das grüne Reisfeld (sawah) bestimmt das Landschaftsbild Balis. Der fruchtbare Boden ermöglicht zwei Ernten pro Jahr. Die Felder werden durch ein ausgeklügeltes System von Kanälen künstlich bewässert, so dass man zu jeder Jahreszeit Reisfelder in allen Stadien der Bearbeitung findet. Auf den Reisfeldern sieht man überall winzige Schreine, die dem Kult der Reisgöttin Dewi Sri gewidmet sind. Dewi Sri, die Gemahlin des Gottes Wishnu, ist die Göttin des Ackerbaus, der Fruchtbarkeit und des menschlichen Glücks. Sie hat die uralte Fruchtbarkeitsgöttin Dewi Melanti verdrängt, die als Tochter der Dewi Sri und Beschützerin der Gärten und Märkte von den unteren Bevölkerungsschichten verehrt wird.

Haus und Hof[Bearbeiten]

Ein balinesisches Gehöft ist grundsätzlich von einer hohen, mit einer Abdeckung aus Reisstroh als Regenschutz versehenen Lehmmauer versehen. Neben dem Eingang befinden sich kleine Geisterhäuschen. Hinter dem Eingang befindet sich eine hohe Mauer, die das Eindringen böser Geister verhindern soll. Der Hof wird von Pflanzen freigehalten, ausgenommen einige Ziersträucher und Kokospalmen. In der nordöstlichen, dem heiligen Berg Gunung Agung zugewandten Ecke des Gehöfts befindet sich der Familientempel (sangar kemulan) mit den Schreinen für die vergötterten Ahnen der Familie. Daneben befindet sich im Nordteil des Gehöfts das Wohn- und Schlafhaus (uma meten). In den Gehöften von reichen Leuten gibt es im Westen ein Gästehaus (bale tiang saga). Im östlichen und mittleren Teil des Hofes stehen die Hütten für die Kinder und die Arbeitsräume der Frauen mit Webstühlen. Daran schließen im Süden die Vorratshäuser (lumbung) und in der südwestlichen Ecke, der Meerseite der Insel zugewendet, der kleine Küchenbau (paon). Die Wände bestehen aus Lehm, die Dächer aus geflochtenen Palmblättern oder aus dicken Lagen von Ried. Die fürstlichen Anwesen (puri) besitzen im Zentrum einen nach allen Seiten offenen Bau mit einem großen Rieddach (bale gede), in dem der tjokorde seine Mahlzeiten einnimmt und Empfänge gibt.

Sprache[Bearbeiten]

Auf Bali wird Balinesisch und Indonesisch gesprochen. Insbesondere in den touristisch erschlossenen Gebieten ist Englisch verbreitet. Einige in der Tourismusbranche Tätige sprechen auch Deutsch, Niederländisch, Französisch, Japanisch, Chinesisch usw. Alltagssprache auf Bali ist mittlerweile das Indonesische. Indonesisch ist eine ausgesprochen anfängerfreundliche Sprache. Zum Sprechen sind kaum Grammatikkenntnisse notwendig und die Aussprache entspricht größtenteils dem Deutschen. Mit ein paar Worten Indonesisch schafft man sich viele Freunde und öffnet Türen.

Die Balinesische Sprache kennt (mindestens) eine Hoch-, eine Mittel- und eine Untersprache mit jeweils eigenem Wortschatz und eigener Grammatik, die die Zugehörigkeit des Sprechers zu einer Kaste ausdrückt. Die Sprache hat eigene Begriffe für jede einzelne Wachstumsphase von Reis. Weitere Besonderheiten sind ein großer Namensraum für Kalenderereignisse und die Zählnamen als zweiter Namensbestandteil geben häufig Anlass zu der irrigen Annahme, es gäbe nur vier Namen. Ursprünglich wurde Balinesisch in einer eigenen Schrift (Aksara Bali), die mittlerweile auch normiert ist, notiert. Heute finden sich viele Texte in lateinischer Schrift. Aksara findet sich in einigen Gegenden als Zweitbeschriftung auf Straßenschildern oder an öffentlichen Einrichtungen. Balinesisch ist für Touristen eher schwer zu erlernen. Aufgrund der kastenspezifischen Höflichkeitsformen kann man sein gegenüber mit unbeholfenen Versuchen in Balinesisch auch leicht in Verlegenheit bringen.

Anreise[Bearbeiten]

Der internationale Ngurah Rai Flughafen (IATA Code DPS) liegt nahe der Hauptstadt Denpasar. Von Deutschland oder der Schweiz aus erreicht man Denpasar unter anderem mit Lufthansa bzw. mit Swiss, welche den Flug bis Singapur durchführt und den Weiterflug nach Denpasar unter Codesharing mit Singapore Airlines anbietet. Alternativ gibt es auch Flugverbindungen mit KLM via Amsterdam und Singapur, mit Malaysia Airlines via Kuala Lumpur oder mit THAI via Bangkok.

Deutsche, Schweizer und Österreicher Staatsangehörige, die über den Flughafen DPS einreisen, benötigen seit Mitte 2015 für einen Aufenthalt, bis zu 30 Tagen, in Indonesien kein Visum mehr. Seit Anfang 2015 ist die Flughafensteuer bereits im Ticket integriert und muss nicht mehr wie früher bei der Ausreise in Bar bezahlt werden.

Fähren verbinden Bali im Westen mit Java und im Osten mit Lombok. Die Fähren verkehren rund um die Uhr. Die Überfahrt mit Auto, Motorrad, Fahrrad oder zu Fuß ist jederzeit ohne Reservation möglich und sehr preisgünstig.

Mobilität[Bearbeiten]

Taxi - z.B. Bluebird (die generell mit Taxameter fahren). Anfahrt und die ersten 2 km kosten IDR 6.000 (Stand September 2014). Am Flugplatz erhältliche Voucher für die Fahrt zum Hotel sind in der Regel teurer als sich selbst ein Taxi zu suchen, bieten jedoch mehr Sicherheit und Vertrauen, bei festem Fahrpreis. Einmal ins Taxi gestiegen, sollte man stets auf sofortiges Einschalten des Taxameters achten bzw. bestehen. Am Flughafen selbst kann es sehr schwierig bis unmöglich sein, ein Taxi mit eingeschaltetem bzw. überhaupt vorhandenem Taxameter zu bekommen.

Driver: In Bali gibt es viele private Taxifahrer, man findet grundsätzlich überall einen sogenannten Driver oder jemand kann einen vermitteln. Der Preis ist grundsätzlich Verhandlungssache, auch wenn beispielsweise bei Hotels feste Preise angeschrieben sind. Grundsätzlich bestimmt auch hier die Reisezeit den Preis, in der Hochsaison wird man mehr für einen Fahrer bezahlen müssen als in der Nebensaison. Wichtig ist, dass man vor der Fahrt genau festlegt, was alles enthalten ist. Beispielsweise Benzin, Benutzungsgebühren für Straßen, Eintritte usw. Ein Fahrzeug mit Fahrer, der gleichzeitig als Fremdenführer und Parkwächter dient, ist zuweilen günstiger als die Anmietung eines Fahrzeuges als Selbstfahrer.

Moped - hierfür ist ein Internationaler Führerschein vorgeschrieben. Selbst auf dem Moped fahren auf Bali kann ein spannendes Erlebnis sein, jedoch sollte man seine ersten Fahrversuche sicher nicht auf einer völlig überfüllten Straße mit Linksverkehr unternehmen. Das Tragen von langen und festeren Hosen (z.B. Jeans) ist aus Sicherheitsgründen zu empfehlen.

Auto: In Indonesien gilt Linksverkehr, d.h. die Autos sind Rechtslenker. Bei der Anmietung findet man selten bis gar keine Kleinwagen, auf Bali und in fast ganz Indonesien sind die sogenannten Vans (z.B. Toyota Avanza) vorherrschend. Eine Anmietung ist inzwischen auch online bei den bekannten Mietwagenunternehmen (z.B. Avis) möglich. Jedoch zahlt man dort in der Regel deutlich mehr als bei einem lokalen Vermittler, ist dafür aber besser abgesichert bei Schadensfällen.

Einheimische verwenden, neben Autos, zumeist Busse, Mopeds bzw. Trucks (Pickup, LKW). Touristen finden ein gut entwickeltes Netz von Taxiunternehmen sowie Privatvermietern von Mopeds und Autos, wo jedoch in der Regel über den Preis verhandelt wird.

Für Selbstfahrer ist der internationale Führerschein, für Mopedfahrer zusätzlich das Tragen eines Sturzhelmes vorgeschrieben. Außerhalb der Touristenzentren Ubud, Nusa Dua, Kuta und Legian führt die (zumeist freundliche) Polizei häufig Verkehrskontrollen durch. Beim Anmieten eines Fahrzeugs empfiehlt sich darum eine genaue Überprüfung auf Verkehrssicherheit sowie eine kurze Probefahrt, bei der neben Bremsen, Licht, dem Zustand des Fahrwerks und des Motors auch die Hupe geprüft werden sollten.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Tempelfeste, Beerdigungen
  • Reisfeld-Terrassen
  • Vulkane
  • Kunstmuseen und Palast in Ubud
  • Nationalpark im Westen
  • Tempel: Muttertempel Besakih, Uluwatu, Pura Taman Ayun in Mengwi, Tanah Lot, Pura Tirta Empul, Goa Lawah, Jagaraja Pura Dalem, Pura Meduwe Karang, Pura Ponjok Batu, Pura Ulun Danu Bratan
  • historische Anlage : Gunung Kawi, Klugkung Taman Gili, Tirtaganga
  • Bali Aga Dorf Tenganan und Trunyan
  • Markt in Bedugul
  • Git-Git Wasserfälle
  • Delfin-Shows an der Nordküste (Lovina Beach)

Aktivitäten[Bearbeiten]

Canyoning in Gitgit, Bali, Indonesia

Baden, Surfen (genauer: Wellenreiten, Bodyboarden) an der Südwestküste, Schnorcheln, Tauchen, Vulkane besteigen, Rafting auf dem Ayung, Wandern im Nationalpark, Motorrad-Touren über die Insel, Koch- und Sprachkurse in den Hotels

Beim Ausleihen eines Surfbretts sollte eingangs unbedingt auf den Zustand des Boards (so möglicherweise bereits vorhandene Risse) geachtet und die Formalitäten betreffend eines möglichen Schadens (Verlust, Bruch, wie bei sehr hohem Wellengang möglich) eingeholt werden. Bei eher höherpreisigen Verleihern ist häufig eine Surfbrett-Versicherung (ggf. mit Selbstbeteiligung) im Preis inbegriffen, bei den günstigeren Verleihern, direkt am Strand selbst, zumeist nicht. Ein Schaden kann dann recht teuer werden.

Ein "Must Do" ist eine Balinesische Massage. Es gibt unzählige Massagestudios auf Bali und die meisten Hotels bieten Massagen im Zimmer an.

Küche[Bearbeiten]

Balinesische Küche

  • Babi Guling, Spanferkel
  • Babi Kecap, eine Art Gulasch vom Schwein, mit einer dunklen scharf-süßen Soße
  • Rujak, Rohkost mit Chilli, Salz und Essig, von z.B. noch nicht gänzlich gereiften Mangos
  • Sate Babi, Sate Bekicot, gegrillte Fleischspießchen vom Schwein bzw. von Schnecken
  • Pergedel, ähnlich Frikadelle oder Reibekuchen, mit viel oder ausschließlich aus Gemüse und Ei
  • Nasi Kuning, mit Safran gefärbter Reis
  • Bebek Betutu, speziell gegarte Ente

Indonesische Küche

  • Gado Gado, eine Art gemischter Salat
  • Timun Mesanten, Reis mit Fleisch und geschmorten Gurken
  • Nasi Goreng, gebratener Reis mit Hühnerfleisch, Garnelen (als "istimewa" auch mit Spiegelei)
  • Sate, gegrillte Fleischspießchen (Huhn, Rind, Ziege)

Getränke

  • Bintang, Anker und Bali Hai sind indonesische Biere vom Pilstyp, Storm Beer ist ein lokales Produkt in verschiedenen Brauarten
  • Arrak, diverse hochprozentige Destillate aus kohlenhydrathaltigen Schlempen, traditionell aus der Lontarpalme gewonnen, aber auch aus Tapioka, Reis oder Kokoszucker
  • Brem, sehr süßer Reiswein

Arrak wurde gelegentlich auch mit Methanol vermischt und sollte nur aus vertrauenswürdiger Quelle getrunken werden.

Eine gute Adresse für gute und preiswerte, fangfrische Seafood ist das Menega Cafe, wo man direkt auf dem Strand am Meer sitzt.

Nachtleben[Bearbeiten]

In Kuta gibt es eine große Zahl von Diskos und Bars, so an und in der Nähe der Jalan Legian sowie davon abzweigenden Gassen. In Ubud gibt es ebenfalls Bars, zudem Vorführungen von traditionellen Balitänzen.

Sicherheit[Bearbeiten]

Abgesehen von den zweimaligen terroristischen Bombenanschlägen vor mehreren Jahren, gilt Bali als sicherer Aufenthaltsort für Touristen, auch für alleinreisende Frauen. Die üblichen Vorsichtsmaßnahmen bezüglich Bargeld, Kreditkarten, wertvollem Schmuck sollten hingegen, wie überall, beachtet werden. Gewarnt wird vor Geldwechslern mit manipulierten Taschenrechnern, gutes Kopfrechnen oder ein eigener Taschenrechner können somit hilfreich sein. In Kuta, aber auch in Legian, bekommt man zuweilen Medikamente und diverse Drogen angeboten. Drogenhandel und -besitz in Indonesien werden sehr hoch bestraft, bei Besitz größerer Handelsmengen auch mit der Todesstrafe! Zudem sind derartige Drogen häufig Fälschungen mit die Gesundheit bedrohenden Eigenschaften.

Auf Grund der Bombenanschläge in Bali vor einigen Jahren und den Anschlägen in Jakarta im Juli 2009 gibt es in Bali erhöhte Sicherheitsvorkehrungen. So werden Gäste in vielen Hotels gebeten ihr Gepäck durchleuchten zu lassen und durch einen Metalldetektor zu gehen, bevor sie das Hotel betreten dürfen. Auch vor Diskotheken in der Jalan Legian (wo die Anschläge stattfanden) wird man vereinzelt mit einem Metalldetektor abgetastet. Die Kontrollen werden hingegen zuweilen nur oberflächlich vorgenommen.

Klima[Bearbeiten]

Es herrscht tropisches Klima, was bedeutet, dass es ganzjährig warm ist, bei einer hohen bis sehr hohen Luftfeuchtigkeit.

Die Trockenzeit von April bis Oktober ist die Hauptreisezeit auf Bali. Ab Ende November beginnt die Regenzeit, welche im März endet. Allerdings besteht der Regen zumeist nur aus kurzen Schauern, jedoch steigt dann die Luftfeuchtigkeit an und es bleibt auch in der Nacht warm. Im August und September ist die Insel sehr voll und die Hotels sind teurer. Dies hat allerdings nicht klimatische Gründe, sondern eher damit zu tun, dass viele Europäer dann Ferien haben. Frühling und Herbst ist daher die beste Zeit für Reisen nach Bali. Das Klima ist dann ebenso gut zum Reisen wie im Sommer, aber es geht deutlich entspannter zu und her.

Praktische Hinweise[Bearbeiten]

Balinesen gelten als ausgezeichnete Gastgeber. Betrug an Touristen ist eher selten. Balinesische Taxifahrer werden in der Regel weniger überflüssige Umwege fahren, um den Fahrpreis künstlich zu überhöhen, wie andernorts in Indonesien teils üblich.

Für das Motorrad-Fahren in Bali wird der EU-Führerschein nicht ohne weiteres anerkannt. Es ist entweder ein Internationaler Führerschein notwendig oder ein spezieller Bali-Führerschein (den man, gebührenpflichtig, in Denpasar erhalten kann). Wird man ohne einen Internationalen oder Bali-Führerschein erwischt, kostet es typischerweise (je nach Laune des Polizisten und den eigenen Verhandlungskünsten) zwischen IDR 50.000 und IDR 100.000 (ca. EUR 4 bis 8). Einen Gebührenzettel sollte man in der Regel nicht erwarten.

Wie in den meisten Ländern Süd-Ost-Asiens sollte man Wasser nur aus versiegelten Flaschen trinken. Einige Reisende berichten von Magen- und Darmproblemen nach Verkostung von Essen aus den Garküchen am Straßenrand. Bei empfindlichen Magen sollte man sich also besonders vorsichtig an diese günstigeren Speisealternativen herantasten oder besser darauf verzichten.

Unterkunft[Bearbeiten]

Es gibt eine große Zahl von Hotels und es werden Unterkünfte aller Art ab ca. 10 € angeboten. Anfang 2017 waren allein über Online Reiseportale ca. 4.000 Unterkünfte buchbar. Für Touristen, die das Nachtleben suchen, empfehlen sich Hotels in Kuta, da sich dort die meisten Bars und Diskotheken befinden. Touristen, die Bali erfahen wollen, sollten ein Hotel abseits der Region Kuta buchen.

Zu den exklusivsten Hotels in Kuta Beach und auf der Halbinsel Nusa Dua gehören:

  • The St. Regis ein im März 2009 neu eröffnetes Resort, welches seine Gäste in exklusiven Villen mit privatem Pool und eigenem Strandzugang verwöhnt. Auch wenn man dort nicht wohnen möchte, empfiehlt sich der (kostenfreie) Besuch des täglichen Feuerrituals um 18.30 Uhr, bei welchem balinesische Tänzer mit Fackeln und Feuer den Abend einleiten.
  • The Westin empfiehlt sich für Touristen mit Kindern, da das Hotel einen Kids Club anbietet und die Kinder somit betreut werden, während die Eltern in ihren Unternehmungen frei sind.
  • Ein Highlight ist The Laguna Resort & SPA, welches durch ein besonderes Ambiente und herzlichen, zuvorkommenden Service besticht. Wenn man direkt vom Balkon in den Lagunen-Pool steigen möchte, sollte man einen entsprechenden Lagoon Room buchen.
  • Führend ist das besonders luxuriöse Karma Kandara Hotel, welches seinen Gästen Unterkünfte in außergewöhnlichen Villen bietet, die auf einem Felsen in 85 Meter Höhe über dem Meer gelegen sind. Auch das Restaurant ist einen Besuch wert, wo erstklassige Speisen mit einem Panorama-Blick über das Meer angeboten werden.
  • The Open House Bali in Jimbaran. Ein Hotel mit Charme auf Jimbaran Beach, einem langen, weißen Sandstrand mit einem traditionellen Fischerdorf in der Nähe des Flughafens.
  • Wer den Norden Balis bereist und sich die Delfin-Vorführung in Lovina-Beach anschauen möchte, kann im Suma-Hotel eine geeignete Unterkunft finden. Es ist ein ruhiges Hotel mit Pool, nahe am Strand. Die Zimmer variieren von "Economy" bis luxuriös. Von dort kann man neben der Delfin-Show auch Schnorcheln und Tauchen gehen.

Ausflüge[Bearbeiten]

Von Bali aus kann man diverse Ausflüge unternehmen. Empfehlenswert sind Ausflüge

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

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