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Vogtland

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Das Vogtland ist ein Gebiet im äußersten Südwesten Sachsens. Auch Thüringen und Bayern haben einen Anteil an der Region. Inhaltlich konzentriert sich dieser Beitrag auf das sächsische Vogtland. Für den thüringischen Teil sei auf den Beitrag Thüringer Vogtland, für den bayerischen Teil auf den Beitrag Hofer Land verwiesen.

Blick auf Sachsenberg-Georgenthal im oberen Vogtland

Regionen[Bearbeiten]

Lage
Lagekarte von Sachsen
Vogtland
Vogtland

Orte[Bearbeiten]

Weitere Ziele[Bearbeiten]

Hintergrund[Bearbeiten]

Der Name Vogtland bezeichnet das durch besondere Vögte verwaltete reichsunmittelbare Land. Solche Vögte finden sich daselbst zu Ende des 10. und Anfang des 11. Jahrhunderts; erblich wurde die Vogtei sehr bald in dem Haus Reuß. Doch ist der ganze Landstrich nie ausschließliches Eigentum der reußischen Vögte gewesen, denn es wohnten immer andere reichsunmittelbare Dynasten dazwischen, z.B. die Grafen von Eberstein bei Plauen, die Herren von Lobdeburg, die Grafen von Orlamünde etc. Traditionell ist das Vogtland eine Hochburg der Textilindustrie. Seit dem Mittelalter wurden Tuche und Leinen hergestellt, und in der größten Stadt, Plauen, hat sich die Stickerei etabliert.

Anreise[Bearbeiten]

Altes Rathaus in Plauen

Mit der Bahn[Bearbeiten]

Mit dem nächstgelegenen Fernverkehrshalt über zwei Zugstunden (je nach Richtung wahlweise Leipzig, Erfurt, Lichtenfels oder Nürnberg) und mindestens einem weiteren Umstieg entfernt (aus Leipzig in Werdau oder Zwickau, aus Erfurt in Gössnitz oder Lehndorf, zusätzlich in Werdau oder Zwickau, aus Lichtenfels oder Nürnberg in Hof), ist die heutige Bahnanbindung des Vogtlands eines der traurigsten Kapitel deutscher Bahngeschichte.

Von Dresden aus gibt es stündliche RE-Verbindungen der Relation Dresden-(Chemnitz-Zwickau)-Hof. Aus Richtung Bayern muss man immer in Hof umsteigen, die durchgehenden Verbindungen sind allesamt Geschichte.

Mit dem Fahrrad[Bearbeiten]

Durch das Vogtland führen der Radweg Bayreuth-Chemnitz und der Elster-Radweg.

Mobilität[Bearbeiten]

Das gesamte sächsische Vogtland (administrativ: in den Grenzen des Vogtlandkreises) wird vom Verkehrsverbund Vogtland (VVV) abgedeckt. Alle Verbundfahrscheine gelten in allen öffentlichen Verkehrsmitteln der jeweiligen Tarifzone. Ländertickets (Sachsen-, Thüringen-, Sachsen-Anhalt-Ticket) sind im gesamten Verbund gültig. In den Zügen ist die Fahrradmitnahme kostenlos möglich.

Zusätzlich zu den Angeboten des Verkehrsverbunds gibt es ein länderübergreifendes Ticket ("Egronet") als Tagesticket zu 16 €, das im gesamten Nahverkehr in Teilen Thüringens, Sachsens, Tschechiens und Bayerns gilt. Es deckt über das Vogtland hinaus grob das gesamte Gebiet zwischen Gera, Zwickau, Aue, Komutau, Marienbad, Weiden, Bayreuth und Lichtenfels ab.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Im Vogtland gibt es mit der Göltzschtalbrücke die größte Ziegelsteinbrücke der Welt. Sie wurde in den Jahren 1846 bis 1851 für die Trassierung der Sächsisch-Bayrischen Eisenbahn (LeipzigHof) errichtet und befindet sich zwischen den Orten Netzschkau und Mylau (bei Reichenbach). Nicht minder sehenswert ist die Elstertalbrücke, die sich weiter südlich befindet. Weitere must-sees sind:

  • Die Vogtland Arena Skisprunganlage am Schwarzberg in Klingenthal
  • Das Alte und Neue Rathaus in Plauen
  • Die Miniaturausstellung „Klein-Vogtland“ in Adorf
  • Der Schneckenstein, Europas einziger Topasfelsen südlich von Morgenröthe. In Morgenröthe-Rautenkranz selbst, dem Geburtsort des ersten Deutschen im All, befindet sich ein Raumfahrtmuseum.

Aktivitäten[Bearbeiten]

  • Wintersport: Das langgestreckte Klingenthal reicht bis zum 936 m hohen Aschberg. Dort befindet sich die bekannte Aschbergschanze.

Küche[Bearbeiten]

  • Den Vogtländischer Karpfen isst man mit Rotkraut und Salzkartoffeln oder auch mit grünen Klößen. Die Soße besteht aus Möhren, Petersilienwurzel, Kohlrabi, Poree, roten Rübe, Sellerie und Brotrinde, gewürzt mit Pfefferkörnern und Lorbeerblättern. Sie wird in einem separaten Topf kocht und dann püriert. Die gesalzenen Karpfenstück schlichtet man mit Butter in eine Kasserolle und gibt die Soße darüber. Nach einer Garzeit von 45 Minuten ist er servierfertig.
  • Als Bambes werden im Vogtland die Kartoffelpuffer bezeichnet.

Unterkunft[Bearbeiten]

Sicherheit[Bearbeiten]

Klima[Bearbeiten]

Niederschlagsdiagramm für Bad Elster

Das Klima ist entsprechend der Höhenlage recht rau. Im Skigebiet um Schöneck herrscht oftmals noch im März Schneesicherheit. Der in der Grenzregion zum Erzgebirge liegende Ort Morgenröthe-Rautenkranz hatte in der DDR sogar eine klimatische Rekordstellung inne.

Das Vogtland weist eine im Vergleich zum benachbarten Erzgebirge geringe Niederschlagsmenge auf, was auf die Leelage hinter dem Thüringer Wald und dem Thüringer Schiefergebirge zurückzuführen ist. Mit steigender Höhe nimmt allerdings auch im Vogtland die Niederschlagsmenge zu.

Ausflüge[Bearbeiten]

Einmal im Vogtland, sollte man als preisbewusster Reisender einen Abstecher nach Tschechien machen. Dort gibt es billiges Benzin, Zigaretten und leckere böhmische Knödel. Straßen- und Eisenbahngrenzübergänge existieren bei Bad Brambach (B 92) und in Klingenthal. Weitere Ziele in der näheren Umgebung sind das Erzgebirge, das Fichtelgebirge und der Frankenwald.

Literatur[Bearbeiten]

  • Werner Schmidt (Hrsg.): Das östliche Vogtland. Werte der deutschen Heimat. Bd 59. Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1998. ISBN 3-7400-0938-1
  • Brigitte Unger u.a. (Hrsg.): Der Vogtlandatlas. Regionalatlas zur Natur, Geschichte, Bevölkerung, Wirtschaft und Kultur des Sächsischen Vogtlandes. Gumnior, Chemnitz 2004. ISBN 3-937386-02-5
  • Dietrich Zühlke u.a.: Das obere Vogtland. Werte unserer Heimat. Bd. 26. Akademie-Verlag, Berlin 1976. Bestell-Nr. 752 691 5 (2084/26), LSV 5235
  • Horst Fröhlich (Leitung) u.a.: Plauen und das mittlere Vogtland. Werte unserer Heimat. Bd. 44. Akademie-Verlag, Berlin 1986. ISBN 3-05-000146-1
  • Gerhard Hempel in Verbindung mit Henriette Joseph u. Haik Thomas Porada (Hrsg.): Das nördliche Vogtland um Greiz. Landschaften in Deutschland. Werte der deutschen Heimat. Bd. 68. Böhlau Verlag, Köln Weimar Wien. ISBN 3-412-09003-4

Weblinks[Bearbeiten]

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