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Uglitsch

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Uglitsch - Углич (Uglich, Ouglich, Uglič)
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Uglitsch (russisch: У́глич) ist eine Stadt in Zentralrussland.

Hintergrund[Bearbeiten]

Geografisch[Bearbeiten]

Die Stadt Uglitsch liegt ca. 200 km nördlich von Moskau beidseitig an einem Knie der Wolga, von dem wahrscheinlich auch der Name herrührt (russ. Ugol=Ecke). Nach Norden bis Rybinsk und zu den Staumauern des Rybinsker Stausees sind es rund 70 km. Der Rückstau dieser Staustufe reicht bis zur Staumauer des Uglitscher Stausees in Uglitsch und in den Uglitsch tangierenden linken Nebenfluss Koroshetschna hinein. Die Staumauer des Uglitscher Stausees befindet sich mitten in der Stadt. Über diese verläuft die einzige Straßenverbindung der Stadtteile beidseitig der Wolga. Der Uglitscher Stausee zieht sich bis zur nächsten Staustufe der Wolga bei Dubna hin. Die Schifffahrt überwindet die 11 m Höhenunterschied zwischen Rybinsker und Uglitscher Stausee durch den linksseitigen Schleusenkanal mit einer Einkammerschleuse.

Uglitsch liegt im Übergang der Mischwaldzone in die südliche Taiga. Wald, Hügel, Sümpfe, Wasserläufe, Brachen und landwirtschaftlich genutzte Flächen prägen das Landschaftsbild um Uglitsch. Winterliches Wetter mit Eis und Schnee kann in manchen Jahren von Ende Oktober bis Anfang Mai auftreten. Auch das Eis auf der Wolga hält sich zum Kummer der Kreuzfahrtgesellschaften recht lange, wodurch die Zeit der Navigation recht eingeschränkt ist.

Historisch[Bearbeiten]

Das Gebiet am Wolgaknie, an dem sich heute der 1 Kreml befindet, ist seit Beginn unserer Zeitrechnung mit kurzen Unterbrechungen im 5. und 6. Jahrhundert besiedelt. Ausgrabungen belegen unter anderem die Ansiedlung skandinavischer Edelleute im 10. Jahrhundert. Von den hiesigen Geschichtsschreibern wird die Gründung der Stadt "Ugletsche Polje" (Uglitscher Feld) im 10. Jahrhundert Jan Pleskowititsch, einem Verwandten der Kiewer Fürstin Olga, zugeschrieben. Darauf weist auch ein heute bebautes Flurstück hin, das bis ins 19. Jahrhundert hinein die Bezeichnung "Janowo Polje" trug. Nicht einig ist man sich über das genaue Jahr der Gründung, hier gibt es unterschiedliche Angaben. Letztendlich hat man sich offiziell auf das Jahr 937 geeinigt. Das wird genutzt, um jedes Jahr im Sommer mit einem Stadtfest den Geburtstag der Stadt zu feiern, in den runden Jahren natürlich besonders intensiv.

Die erste schriftliche Erwähnung von Uglitsch stammt aus dem Jahr 1148, als während eines Feldzuges des Kiewer Großfürsten gegen den Susdaler Fürsten ein Schreiber die Truppenbewegung mit "von Ksnjatino kommend über Ugletsche Polje in Richtung Mündung Mologa" beschreibt. 1218 wird Uglitsch Hauptstadt des Uglizker Fürstentums, welches 1216 durch Aufteilung des Rostower Fürstentums unter den Fürstensöhnen entstand. 1285 kamen die Fürstenrechte wieder an die Rostower Fürsten, die sie Anfang des 14. Jahrhunderts an die Moskauer Fürsten verkauften. Im Teilfürstentum übten nunmehr meist die Moskauer Jungfürsten die Regentschaft aus. Zwischen 1218 und seiner Auflösung als letztes russisches Teilfürstentum 1605 wurde das Uglizker Fürstentum von insgesamt 23 Fürsten regiert. Nach der Plünderung und Brandschatzung 1238 durch mongolisch - tatarische Horden erlebte Uglitsch in der Fürstenzeit durch die Entwicklung des Handels entlang der Wolga und kluge Staatsführung historisch seine höchste Blüte und Bedeutung. So begann Uglitsch unter Konstantin Dmitrijewitsch (Regentschaft 1427-1433), eigene Münzen zu prägen, und auch viele Bauten entstanden in jener Zeit. Beispiel dafür ist das Gebäude der Fürstenkammer, das noch heute auf dem Kremlgelände besichtigt werden kann. In der Herrschaftszeit von Iwan dem Schrecklichen war dessen jüngerer Bruder Juri Wassiljewitsch von 1533-1563 der Fürst Uglizki. Nach dem Tod Iwan des Schrecklichen 1584 wurde sein Sohn, Zarewitsch Dmitri, mit seiner Mutter nach Uglitsch geschickt, wo er als Einjähriger Jungfürst wurde.

Fürstenkammer (erbaut 1480 unter Fürst Andrej dem Großen)

Schreckliches Geschehen am 15. Mai 1591 wurde ein Knackpunkt in der Geschichte Uglitschs und hatte Auswirkungen auch auf das übrige Russland. Der achtjährige Dmitri wurde mit durchschnittener Kehle im Schlossgarten gefunden. Die Uglitscher sahen in Boris Godunow den Auftraggeber für die Tötung, um mit Auslöschung des Stammhalters der Rurikiden selbst den Zarenthron einzunehmen, und töteten seine beiden Vögte und zerstörten deren Amtssitz. Dafür wurden 200 Uglitscher Bürger hingerichtet, und der Glocke, die zum Aufstand geläutet hatte, wurden Klöppel und Ring (im Russischen Zunge und Ohr der Glocke) herausgerissen, und die Glocke wurde nach Sibirien in den Tobolsker Kreml verbannt. Für Uglitsch begann danach eine Zeit des Niedergangs, es wurde an Gustav den Schweden - schwedischer Königssohn und Godunows verhinderter Schwiegersohn - verscherbelt und in Kriegen mehrmals verwüstet, für Russland begann die Zeit der Wirren, der Pseudodmitris mit Ansprüchen auf den Zarenthron und Invasionen, diesmal aus dem Westen, durch polnisch - litauische Krieger. Bis heute hat Uglitsch nie wieder seine damalige Bedeutung zurückerlangt und kam in den Verruf einer verschlafenen kleinen Provinzstadt. Bei Ärger mit Moskauern oder Moskauer Behörden erinnert so mancher belesene Uglitscher noch heute an die damals erlittene Schmach durch die Moskowiter.

Erst im 18. Jahrhundert blühte Uglitsch durch die Entwicklung von Handel und Handwerk teilweise wieder auf. Neben der Holzbauweise begann sich der Steinbau zu entwickeln, der jedoch in der Zeit der Errichtung St. Petersburgs per Dekret unterbrochen wurde. 1784 wurde ein Bauplan für Uglitsch beschlossen, und ab Beginn des 19. Jahrhunderts wurden dann in den zentralen Straßen wieder Steinhäuser errichtet, meist im klassizistischen Stil. Das Landratsamt direkt gegenüber dem Kreml ist beredtes Zeugnis für die Uglitscher Bauweise und heute ein beliebtes Fotomotiv der Touristen.

Ende des 19. Jahrhunderts kam Uglitsch durch den Bau der Bahnlinie Moskau-Sonkowo-St. Petersburg gegenüber seinen Nachbarstädten Kaschin und Kaljasin, die beide einen Bahnhof an dieser Strecke haben, ins Hintertreffen. Daran änderte auch der Bau einer Stichbahn nach Uglitsch 1940 nicht viel. Zu Sowjetzeiten erlangte Uglitsch wieder eine gewisse Bedeutung durch das Uhrenkombinat "Tschaika", dessen Erzeugnisse zumindest im Ostblock recht bekannt waren, und das Uglitscher Wasserkraftwerk, welches im 2. Weltkrieg eine relativ stabile Elektroenergieversorgung Moskaus sicherte. Leider fielen dem Stausee einige Kultur- und Architekturdenkmale zum Opfer.

Anreise[Bearbeiten]

Mit dem Flugzeug[Bearbeiten]

  • Aus den deutschsprachigen Ländern in Mitteleuropa kommt man je nach Fluggesellschaft auf einen der drei Moskauer Flughäfen Scheremetjewo, Domodedowo oder Wnukowo an.

Mit der Bahn[Bearbeiten]

  • Eine Bahnfahrt nach Uglitsch ist nur etwas für absolute Bahnliebhaber. Nach Uglitsch selbst führt nur eine Stichbahn. Unlängst wurden die direkten Zugverbindungen nach Moskau und St. Petersburg eingestellt, worüber heftig diskutiert wird. Zur Zeit (2014) fahren direkte Züge nur noch nach Sawjolowo, Sonkowo und Kaljasin. Der 1 Bahnhof liegt am Rande der Stadt.

Auf der Straße[Bearbeiten]

  • Uglitsch liegt ca. 90 km westlich von Rostow, von Jaroslawl aus sind es rund 100 km.
  • Aus Moskau kommend nimmt man die M8 bis Sergijew Possad und biegt dort auf die Р104 Richtung Kaljasin ab. Kurz vor Kaljasin biegt man nach rechts, weiter auf der Р104, ab und fährt Richtung Nordosten parallel zur Wolga nach Uglitsch. Wer vom Flughafen Scheremetjewo kommt, sollte über Lobnja, A104, Dmitrow, Р112, Taldom, Spas-Ugol und danach weiter auf der Р104 fahren, um die Staus auf den Zufahrten nach Moskau und dem Autobahnring zu vermeiden. An russischer Literatur des 19. Jahrhunderts Interessierte sollten in Spas-Ugol einen Zwischenstopp einlegen. Es ist die Heimat des Schriftstellers Saltykow-Schtschetrin. Ihm ist ein Museum in der Verklärungskirche direkt an der Straße gewidmet. Leider ist das Gehöft, auf dem er groß wurde, Anfang des letzten Jahrhunderts abgebrannt, aber in den dazugehörigen Parkanlagen kann man noch heute spazieren gehen.
  • Vom Busbahnhof in Uglitsch verkehren Busse u.a. nach Moskau, Jaroslawl, Rybinsk, Rostow Weliki und Sergijew Possad.
  • Der 2 Busbahnhof liegt im Zentrum der Stadt unweit des zentralen Platzes (2 min Fußweg)

Mit dem Schiff[Bearbeiten]

  • Die meisten Touristen aus Mitteleuropa kommen mit den Wolgakreuzfahrtschiffen, die meist zwischen Moskau und Sankt Petersburg verkehren. Uglitsch ist erste bzw. letzte Anlegestelle nach/vor Moskau. Meist legen die Schiffe in den Morgenstunden an und abends Richtung Moskau oder Jaroslawl wieder ab, so dass die Passagiere einige Stunden in Uglitsch verweilen.
  • Die Anlegestelle für Passagierschiffe 3 liegt zentral unweit des Kreml und des zentralen Platzes (5 min Fußweg).

Mit dem Fahrrad[Bearbeiten]

  • Normalerweise ist Russland, insbesondere in den Großstädten, kein gutes Pflaster für Radfahrer. In und um Uglitsch ist jedoch die Verkehrsdichte noch relativ gering, so dass man sich bei längeren Aufenthalten auch bequem mit dem Rad fortbewegen kann. Gemeinsam mit der deutschen Partnerstadt Idstein wird jeden Sommer eine Radtour Goldener Ring / Uglitsch organisiert. Über eventuelle Teilnahmemöglichkeiten sollte man sich bei den Idsteiner Mitorganisatoren erkundigen.

Mobilität[Bearbeiten]

  • In der Stadt verkehren kommunale und private Busse. Fahrpläne sind auf der Homepage der Stadt (siehe Weblinks) zu finden. Auch die Fahrpläne für Überland- und Fernbusse sowie für die Bahn findet man hier. Taxis stehen jederzeit auf dem zentralen Platz 4 . Die Preise liegen deutlich unter europäischem und Moskauer Niveau. Man kann auch Taxifahrten zu den größeren Städten einschließlich Stadtrand Moskau (1. U-Bahnstation) zu moderaten Preisen vereinbaren. Bei Fahrten ins Moskauer Zentrum ziehen die Preise deutlich an. Uglitschs räumliche Ausdehnung ist überschaubar. Ein Fußmarsch von Zwetotschny Rajon (Blumenkiez) an einem Ende der Stadt nach Mirny (friedlicher Kiez) am anderen Ende dauert maximal 1,5 Stunden. In der warmen Jahreszeit ist deshalb das Fahrrad eine gute Alternative zum Auto oder öffentlichen Nahverkehr, um sich innerhalb des Ortes oder in seiner näheren Umgebung zu bewegen. Bei Schnee und Eis im Winter sollte man allerdings lieber auf das Rad verzichten. Wer Flug- und Bahntickets nicht im Internet bestellt, kann dies an der Kasse im Hotel Uglitsch tun.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Kirche der Korsuner Gottesmutterikone
Kirche im Kloster Ulejma
Kirche Geburt Johannes des Täufers an der Wolga
Kirche "Dmitri im Feld"
Kirche "Dmitri im Blut" (1692), errichtet an der Stelle im Kremlgelände, wo der tote Dmitri aufgefunden wurde
Epiphanienkathedrale
Paisij-Schutz-und-Fürbitte-Kloster 1903
Simins Hof
Ilja-Prorok-Kirche in Solotorutschje
Feuerwache (erbaut 1.Hälfte 19. Jahrhundert)
Staumauer
Schleusenkanal

Klöster[Bearbeiten]

  • 2 Swjato-Woskresenskij Kloster
Mönchskloster, russisch-rechtgläubig (orthodox),
ul. Oparina 2a (ул. Опарина 2а)
  • 3 Alexejewskij Kloster
Nonnenkloster, russisch-rechtgläubig (orthodox),
ul. Scharkowa 27 (ул. Шаркова 27)
1371 durch den Moskauer Metropoliten Aleksij gegründet
  • 4 Bogojawlenskij Kloster Bogojawlenskij Kloster im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsBogojawlenskij Kloster (Q4089824) in der Datenbank Wikidata (Epiphanienkloster)
Nonnenkloster, russisch-rechtgläubig (orthodox),
ul. Rostowskaja 22 (ул. Ростовская 22)
  • 5 Nikolo-Ulejminskij Kloster
Nonnenkloster, altgläubig,
Siedlung Ulejma, 12 km außerhalb Richtung Rostow
  • 6 Paisijew Pokrowskij Kloster (Paisij-Schutz-und-Fürbitte-Kloster)
Ehemaliges Mönchskloster; wahrscheinlich 1476 durch den Mönch Paisij gegründet; stand am linken Wolgaufer und wurde durch den Uglitscher Stausee überflutet. 1990 wurde direkt am Ufer als Hinweis und zur Erinnerung ein Kreuz errichtet. Das Kloster ist in manchem Frühjahr bei klarem Eis kurz vor der Schmelze am Grunde des Stausees teilweise sichtbar. Betreten Sie das Eis aber nur, wenn es fest genug ist.

Aktive Kirchen[Bearbeiten]

  • 7 Kirche "Zarewitsch Dmitri im Feld" Kirche "Zarewitsch Dmitri im Feld" im Medienverzeichnis Wikimedia Commons
ul. Rostowskaja 60 (ул. Ростовская 60), errichtet an dem Ort, an welchem Dmitris Leichnam bei der Überführung nach Moskau ein letztes Mal auf Uglitscher Erde abgesetzt wurde.
  • 8 Kirche der Korsuner Gottesmutterikone
ul. Narimanowa 5a (ул. Нариманова 5а)
  • 9 Kirche der Kasaner Gottesmutterikone
pl. Uspenskaja 6 (площадь Успенская 6)
  • 10 Ilja-Prorok-Kirche
Solotorutschje (Золоторучье) am Stadtrand von Uglitsch
  • 11 Florus-und-Laurus-Kirche
ul. Ostrowskogo (ул. Островского)
  • 12 Kirche der Fjodorowschen Gottesmutterikone
ul. Rostowskaja 24 (ул. Ростовская 24) (Epiphanienkloster)
  • 13 Smolensker Kirche
ul. Rostowskaja 24 (ул. Ростовская 24) (Epiphanienkloster)
  • Kirchen der drei Klöster Nikolo-Ulejminskij, Swjato-Woskresenskij 14 15 und Alexejewskij

Sonstige Kirchen[Bearbeiten]

  • Die 16 Dmitrijewskaja-Kirche Kirche "Dmitri im Blut" im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsKirche "Dmitri im Blut" (Q4504686) in der Datenbank Wikidata oder Blutskirche (Kirche "Dmitri im Blut"), 1692 an der Todesstelle des Zarewitsch Dmitri auf dem Kremlgelände errichtet, wo zunächst eine kleine Kapelle und später eine Holzkirche gestanden hatte. Wird heute als Museum genutzt. Neben den Ikonen ist die 1591 nach Tobolsk "verbannte" Glocke ein wichtiges Exponat.
  • Die 17 Christi-Verklärungs-Kathedrale (Спасо-Преображенский собор)
An der Stelle einer hölzernen Kirche aus dem 13. Jahrhundert wurde in der Blütezeit Uglitschs Ende des 15. Jahrhunderts eine steinerne Kathedrale errichtet. Bei der Einnahme Uglitschs 1611 durch polnisch-litauische Krieger fanden hier viele Bewohner der Stadt ihre letzte Zuflucht. Die Eroberer machten jedoch vor dem Gotteshaus nicht halt, brachten die Geflüchteten darin um und legten im Inneren des Gebäudes Feuer. Ende des 17. Jahrhunderts wurde mit Erlaubnis Peter des Großen eine neue Kathedrale errichtet, die 1706 geweiht wurde. 1730 kam der steinerne Glockenturm hinzu. Bemerkenswert im Innern ist die Ikonenwand mit 60 Ikonen, vorwiegend aus dem 17. und 18. Jahrhundert stammend. Die Uhr im Glockenturm wurde 1984 durch die Uglitscher Uhrenfabrik erneuert. Gegenwärtig gibt es Streit zwischen Museums- und Kirchenverwaltung um die Nutzungsrechte für das Gebäude.
  • Die 18 Epiphanienkathedrale (Богоявленский собор) am gleichnamigen Kloster wurde 1853 errichtet. Zu Sowjetzeiten wurde sie als Lagerhalle genutzt, in den 1970er Jahren äußerlich renoviert. 2003 erfolgte die Rückübertragung an die Kirche. Gegenwärtig erfolgt eine allmähliche Restaurierung im Inneren des Gebäudes.
  • 19 Kirche der Geburt Johannes des Täufers an der Wolga
Erbaut 1689-1690 aus Mitteln des Kaufmannes Grigori Tschepolosow zur Erinnerung an seinen 1663 verunglückten jüngsten Sohn Wanja. In den 1960er Jahren wurden bei Restaurierungsarbeiten in einem Arkosol im Nordteil der Kirche die Gebeine Wanjas gefunden. Gebäude zur Zeit ungenutzt.

Bauwerke[Bearbeiten]

  • Kreml von Uglitsch.
  • Die 20 Staumauer des Uglitscher Stausees Staumauer des Uglitscher Stausees in der Enzyklopädie Wikipedia Staumauer des Uglitscher Stausees im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsStaumauer des Uglitscher Stausees (Q2268920) in der Datenbank Wikidata mit Wasserkraftwerk und Schleuse
  • 21 Landratsgebäude (ehemals Haus der Kaufmannsfamilie Evreimow) und andere Gebäude im klassizistischem Stil
  • 22 Simins Hof , Anwesen der Kaufleute Simin, gegenüber Swjato-Woskresenskij Kloster
  • 1 Feuerwache in der Jaroslawler Straße (ул. Ярославская)
  • 23 "Chinesische Mauer" scherzhafte Bezeichnung der Uglitscher für langgezogenes Wohnhaus im Stil der 1980er Jahre an der ul. Pobedy (ул. Победы)

Museen[Bearbeiten]

  • Staatliches Architektur-und-Kunst-Museum, Kreml 3 (кремль 3).
  • Ausstellung Geschichte und Musik Uglitscher Klänge, ul. Bacharewa 27 (ул. Бахарева 27).
  • Museum Geschichte des russischen Wodkas, Bergholtzstraße 9 (ул. О. Берггольц 9).
  • Puppengalerie, Bergholtzstraße 1/2 (ул. О. Берггольц 1/2).
  • Museum Mythen und Aberglaube des russischen Volkes, Straße des 9. Januars (ул. 9-го января).
  • Museum der Alltagsgegenstände Zäsarewitsch, ul. Perwomajskaja 13 (ул. Первомайская 13).
  • Museum der Gefängniskunst, Bergholtzstraße 1/2 (ул. О. Берггольц 1/2). Ausstellung Verbotene Zone.
  • Museum städtischer Alltag, pl. Uspenskaja 5 (площадь Успенская 5).
  • Museum der Geschichte der Uhrenfabrik "Tschaika", Krasnoarmejskij Boulevard 3 (Красноармейский бульвар 3).
  • Museum unter segensreichem Dach, ul. Jaroslawskaja 1 (ул. Ярославская 1). Museum der orthodoxen christlichen Religion.
  • Museum Wasserkraft Russlands, ul. Spasskaja 3 (Спасская улица 3).
  • Museum Kindheit des XIX. Jahrhunderts, in der Kirche Florus und Laurus.
  • Ausstellung von Werken aktueller Uglitscher Künstler, ul. Naberezhnaja 7 (набережная 7).
  • Museum Uglitscher Legenden, ul. Spasskaja 2 (Спасская улица 2).
  • Glasmuseum, Haus Kalaschnikow, ul. Perwomajskaja 1 (ул. Первомайская 1).

Detaillierte Angaben zu den Sehenswürdigkeiten und Museen inclusive Öffnungszeiten und Preise findet man auf den entsprechenden Seiten der Stadtportale (siehe Weblinks). Diese sind zwar zumeist auf Russisch, aber dem Russisch Unkundigen können hier die einschlägigen Übersetzungsprogramme helfen. Die Übersetzung von Fließtexten ist zwar manchmal unverständlich und teilweise sogar missverständlich, aber die Übersetzung stichpunktartiger Aufzählungen und tabellarisch erfasster Informationen ist meist recht brauchbar.

Aktivitäten[Bearbeiten]

  • Am Park Pobedy kann man Ruderboote ausleihen 1 . Dadurch kann man sich ein Bild von Uglitsch von der Wasserseite aus machen und gleichzeitig etwas zur körperlichen Ertüchtigung tun.
  • Oberhalb der Staumauer unweit des Güterhafens ist für die heißen Sommer ein Badestrand an der Wolga 2 ausgewiesen. Viele Uglitscher bevorzugen jedoch, auf der Kleinseite der Stadt in dem Nebenfluss Koroshetschna 3 zu baden.
  • Jäger und Angler sollten sich in der Stadtinformation, bei den Reisebüros oder als Gäste der Anlage "Brise" dort über Betätigungsmöglichkeiten informieren 4 .
  • Mit einer Fahrradfahrt ins nahegelegene Ulejma und der Besichtigung des dortigen Klosters können Sie auch etwas für Körper und Geist tun.
  • Als Fußgänger macht man ähnliches mit einem Spaziergang nach Solotorutschje (Goldfließ) am Stadtrand und der Besichtigung der dortigen Kirche. Bei Anwesenheit wird Ihnen der Priester gern und ausführlich über die Geschichte seiner Kirche berichten.
  • Scheuen Sie sich nicht, auch mal während eines Gottesdienstes in die Kirchen zu gehen. Man darf die Häuser jederzeit betreten und verlassen. Gehen Sie nicht als große Touristengruppe, und Frauen sollen unbedingt eine Kopfbedeckung in der Kirche tragen. Die Laienchoräle und die Akustik in den meisten Kirchen sind sehr beeindruckend. Insbesondere gilt dies für den Beginn der Fastenzeit und zu Ostern. Denken Sie daran, dass diese Termine nach Gregorianischem und Julianischem Kalender meist nicht übereinstimmen.
  • Für Abenteurer empfiehlt sich die Teilnahme an einer Wasserwanderung zu Fuß zu der überfluteten Stadt Mologa 5 im Rybinsker Stausee, die von den Nachfahren der einstigen Bewohner bei Niedrigwasser organisiert werden. Informieren Sie sich bei den Reisebüros oder im Mologamuseum in Rybinsk, welches auch durch ehemalige Mologaeinwohner und deren Nachfahren betrieben wird.
  • Bei schönem Wetter bietet sich für die Passagiere der Kreuzfahrtschiffe, die gut zu Fuß sind und sich nach dem langen Aufenthalt an Bord die Beine vertreten möchten, ein Spaziergang zu allen genannten Klöstern und Kirchen im Stadtgebiet (außer Ulejma, Solotorutschje und überflutetes Kloster) an. Der nicht ausgeschilderte Rundgang ist knapp 8 km lang, wenn man die Kirche "Dmitri im Feld" nicht anläuft, kommt man auf gut 5 km. Man kann ein breites Spektrum der Architektur von wehrhaft-trutzig bis filigran-verschnörkelt, aber immer erkennbar als russisch-orthodoxer Sakralbau, bewundern. Die Bausubstanz hat die Vernachlässigung im letzten Jahrhundert meist erstaunlich gut überstanden, die Instandsetzungsarbeiten an den verschiedenen Gebäuden reichen von noch nicht begonnen bis bereits vollendet.

Einkaufen[Bearbeiten]

  • Im Zentrum gibt es im Kreuzungsbereich Uspenskaja Plostschad', Rostower und Jaroslawler Straße mehrere Souvenirgeschäfte. Mit Beginn der Saison werden an Tagen, an denen Kreuzfahrtschiffe in Uglitsch anlegen, im Park Pobedy (Siegespark) unzählige Verkaufsstände für Souvenirs und andere Artikel aufgestellt, so dass alle Passagiere auf dem Weg in die Stadt oder zum Kreml diese passieren müssen. Die Souvenirs werden zumeist aus dem Moskauer Großhandel herbeigeschafft und entsprechen denen in den anderen Städten Zentralrusslands. Wer etwas Ortsspezifisches sucht, sollte sich die ansprechenden Gemälde und Aquarelle recht guter Künstler anschauen, die Uglitsch in jeder Generation hervorbringt. Vor dem Kauf sollte man sich jedoch über die jeweils geltenden Ausfuhrbestimmungen informieren und bei Notwendigkeit die Ausfuhrgenehmigung einholen. Als ein weiteres uglitschspezifisches Souvenir muss auf die Uhren verwiesen werden. Nachdem zu Beginn des Jahrtausends die große Uhrenfabrik "Tschaika" in Insolvenz ging, haben sich einige der kreativen Köpfe selbständig gemacht und bieten die verschiedensten eigenen Kreationen an, auch im Luxusbereich. Teilweise werden auch Uhren aus alten Lagerbeständen angeboten, meist ohne Garantie. Wer länger in Uglitsch weilt, hat auch die Möglichkeit, eine Uhr nach seinen speziellen Wünschen zu bestellen.
  • In Uglitsch gibt es zwei Bauernmärkte, den zentralen 1 in der Nähe des Busbahnhofes und den nördlichen (sewerny) 2 an der Rybinsker Straße.
  • Waren des täglichen Bedarfes kann man in einem der zahlreichen Geschäfte oder Kioske erwerben, die teilweise sehr ausgedehnte Öffnungszeiten haben. Wer des Russischen nicht kundig ist und sich nicht über den Ladentisch bedienen lassen möchte, sollte in einen der Selbstbedienungsmärkte gehen. Ein kleinerer 3 befindet sich in der Leninstraße gleich um die Ecke vom zentralen Platz, zwei weitere in der Rybinsker Straße im Norden 4 und einer in der Leninstraße 5 im Süden. Den besten Eindruck hinterlässt der Supermarkt "Dobrynja" 6 an der Ecke Rybinsker Straße/ Starostinstraße. Gute Qualität haben russische Fischkonserven, insbesondere der fernöstliche "Saira" (Sauries) ist zu empfehlen. Zu beachten ist, dass auf russischen Erzeugnissen in erster Linie das Herstellungsdatum angegeben ist. Zusätzlich sind manchmal Haltbarkeitsdauer bzw. Verfallsdatum angegeben. Molkerei- und Wursterzeugnissen sollte man besondere Aufmerksamkeit schenken, weil hier auch manchmal das Verpackungsdatum im Geschäft angegeben ist. Biere und nichtalkoholische Getränke gibt es in großer Auswahl, auch deutsche und tschechische Marken sind vertreten. Aber Achtung, es handelt sich meist um Biersorten, bei denen Brauerei und Markenrechte an internationale Gesellschaften verkauft wurden, und die lassen die Biere unter dem Markennamen in ihren russischen Brauereien brauen. Der Brauereistandort, oft Klin oder Kaluga, ist dann im Kleingedruckten auf der Rückseite der Flasche angegeben. Es empfiehlt sich daher, Bier aus Jaroslawl, dem nächsten Brauereistandort zu genießen. "Jarpiwo"(ярпиво) entspricht im Geschmack einem mittleren deutschen Bier. Beim Bezahlen der Ware versucht die Kassiererin meist, Ihnen gegen Entgelt eine Plastiktüte aufzuschwatzen. Nehmen Sie diese nur, wenn Sie sich über die weitere Verwendung im Klaren sind. Leider verunstaltet viel zu häufig falsch entsorgter Verpackungsmüll Wiesen und Wälder in Uglitschs näherer Umgebung.
  • Wer es auf seiner Reise nach Uglitsch noch nicht geschafft hat, die für den Einkauf nötigen russischen Rubel zu erwerben oder wer seine Reisekasse auffüllen muss, kann dies mit den meisten Plastikkarten an den Geldautomaten oder durch Bargeldumtausch erledigen. Wie auch in Österreich nennt man die Geldautomaten in Uglitsch Bankomat. Ein Bankomat der Sberbank mit 24h-Service befindet sich in der Bergholtzstraße, ein selbiger der Sewergasbank am Hotel Uspenskaja in der Pervomajskijstraße. Die Maximalbeträge, die in einem Vorgang abgehoben werden können, sind relativ niedrig, dafür sind die Gebühren, welche nicht angezeigt werden, recht hoch. Hin und wieder an Wochenenden kann es vorkommen, dass den Bankomaten am späten Abend das Geld ausgeht. Als Alternative kann man in den Bankfilialen und an einigen Wechselstuben zu moderateren Gebühren Bargeld tauschen. Kleiner Tipp: auch die moderaten Gebühren liegen meist über dem Moskauer Satz, deshalb sollte man sich aus Moskau kommend bereits dort das notwendige Kleingeld besorgen. Die Filialen und Wechselstuben haben geregelte Öffnungszeiten, außerhalb derer man weder Geld tauschen noch die Bankomaten der Filialen nutzen kann. Nur einige der Bankomaten sind zweisprachig Russisch und Englisch.

Küche[Bearbeiten]

In den meisten Restaurants und Speisegaststätten wird gute russische Küche angeboten. Ausnahme dazu sind die beiden kaukasischen Cafes in der Rostower Straße nahe des zentralen Platzes und am zentralen Markt. Die Restaurants in den nach 2000 errichteten Hotels und in der Bergholtzstraße werben außerdem mit europäischer Küche. Eine umfassende Übersicht über Einkehrmöglichkeiten in Uglitsch findet man in einem der angegebenen Gaststättenverzeichnisse. Die Speisekarten sind fast ausschließlich auf Russisch. Man sollte sich also vorher über Bezeichnungen kundig machen. Meist wird noch nach alter russischer Tradition, also Vorspeise, Suppe, Hauptgericht und Nachtisch, bestellt. Manchmal wird dies ergänzt durch ein Stück Gebäck als Dessert. Die Portionen sind so bemessen, dass ein normaler Erwachsener die vier Gänge leicht bewältigen kann. Man beachte auch, dass in den gehobeneren Einrichtungen das Hauptgericht selbst zusammengestellt wird. Man bestellt also zum Beispiel getrennt Braten, Kartoffeln und eine Gemüsebeilage, die auch einzeln ausgepreist sind. In manchen Einrichtungen werden zur Mittagszeit auch preisgünstig komplette Menus angeboten, die dann ähnlich wie in Deutschland unter der Bezeichnung Businesslunch zu haben sind.

Günstig[Bearbeiten]

Einfaches und preisgünstiges Essen bekommt man in der Selbstbedienungsgaststätte (столовая) "Wolga" 1 in der Jaroslawler Straße und in der ehemaligen Betriebsgaststätte der Käserei in der Rybinsker Straße 2 fast am Ortsausgang. Diese werden von den einfachen Uglitscher Bürgern stark frequentiert. In der Käserei kann zum Testen oder auch als Souvenir der hier hergestellte Käse gekauft werden.

Mittel[Bearbeiten]

Landratsamt, links davon historische Einkaufszeile mit Hotel "Uspenskaja", rechts verdeckt Cafe "Petuschok"

Empfehlenswert ist das Selbstbedienungscafe 3 Na Uspenskoj (На Успенской) unmittelbar neben dem Landratsamt, welches im Volksmund auch Petuschok (петушок = Hähnchen) genannt wird. Schmackhaft hier sind die Herbst- oder Frühlingssuppe je nach Jahreszeit, eine Art Gemüsesuppe a la Leipziger Allerlei. Auch die Fischgerichte sind von guter Qualität, empfehlenswert ist Zander (судак). Zur Mittagszeit ist hier auch viel Betrieb, vor allem die Angestellten der umliegenden Kommunalverwaltungen und des Landratsamtes speisen hier. Wer bei ähnlicher Qualität und gleichem Preisniveau auf die Bedienung nicht verzichten möchte, sollte in das etwas außerhalb des Zentrums gelegene Cafe 4 Drive (Драйф) gehen. Hier speisen häufig Angestellte der umliegenden Industriebetriebe und des Straflagers. Leider ist die Speisekarte hier nicht so lang wie im "Petuschok", aber das Speisenangebot wechselt täglich. Ein Geheimtipp in dieser mittleren Preisklasse für Mehrtagestouristen ist das zu einem Fitnesszentrum gehörende Cafe 5 Energija (Энергия) am Stadion. Im Sommer und Frühherbst kann man tagsüber und insbesondere abends angenehm in den um einen Apfelbaum gruppierten, halboffenen Lauben im zugehörigen Garten sitzen, sein Mahl genießen und sich ungestört unterhalten. Auch vor etwas Wind und leichtem Regen braucht man geschützt durch die Laube nicht Reißaus zu nehmen. Und es wird toleriert, dass sich so mancher Gast vom Apfelbaum bedient, wenn die Früchte reif sind. Preislich am oberen Rand der mittleren Preisklasse sind die beiden kaukasischen Cafes angesiedelt. Sie werden von Menschen aus der Kaukasusregion betrieben, die es in den turbulenten Jahren des Zerfalls der Sowjetunion in das beschauliche Uglitsch verschlagen hat. Es sind natürlich die originalen kaukasischen Gerichte, die man hier probieren sollte, z.B. die Suppe Chartscho (суп харчо) und ein echtes Schaschlyk aus Hammelfleisch.

Gehoben[Bearbeiten]

In der gehobenen Kategorie ist an erster Stelle das Restaurant 6 Stary gorod (Старый город = Altstadt) zu nennen. Es befindet sich zwar im Gegensatz zu seinem Namen in einem recht neuen Gebäude neben der Bürgermeisterei, aber im Unterschied zu manchen anderen Gaststätten ist hier die Bedienung sehr flott und zuvorkommend, und auch die Küche bietet so manchen Leckerbissen. Gerichte unter Verwendung von Eierfrucht und Gurkenkürbis (баклажаны, кабачки)- neudeutsch auch Aubergine und Zucchini - in der russischen Küche weit mehr verbreitet als in der deutschen, sollte man als Vorspeise oder Beilage zum Hauptgericht unbedingt probieren. Bei den Suppen sind jahreszeitabhängig die russische Fischsuppe (уха) oder Okroschka (окрошка) zu empfehlen. Zum Hauptgericht sollte man anstatt Salzkartoffeln, Pommes, Reis oder den in Russland häufig verwendeten Buchweizen auch mal die Spezialität des Hauses, "Gribnik" (грибник), probieren. Es ist eine Beilage auf der Basis von gedämpften Kartoffeln und Pfifferlingen. Auch in den Gaststätten der neuen Hotels (Moskau, Wolgariviera) und in der Bergholtzstraße isst man gepflegt. Um die Zeit der Sommersonnenwende herum sollte man abends auf den Terrassen der Hotels speisen. Hier kann man beim Speisen den Sonnenuntergang über der Wolga und dem gegenüberliegenden bewaldeten Ufer genießen und die Kreuzfahrtschiffe bei ihrer Abreise aus Uglitsch beobachten.

Nachtleben[Bearbeiten]

  • Im Restaurant 6 Lada des Hotels "Uglitsch" ist an Wochenenden regelmäßig Diskothek.
  • Reifere Herrschaften kommen um diese Zeit im Restaurant "Altstadt" bei Tanzveranstaltungen und Konzerten auf ihre Kosten.
  • Viele Uglitscher treffen sich an den Abenden einfach auf dem zentralen Platz, am Wolgaufer oder auch in den Parkanlagen um den Kreml. Man sitzt in Gruppen beisammen und unterhält sich oder geht auf der Uferpromenade spazieren, in der Hand eine Flasche Bier oder ein anderes Getränk mit sich führend.
  • Am Krasnoarmejskij Boulevard gibt es seit den 1970er Jahren einen 7 Kulturpalast mit einem vielseitigen Programm.
  • In der Bergholtzstraße befindet sich ein recht neues 8 Lichtspielhaus.
  • Auch das 9 Jugendzentrum im Kiez Solnetschny (микрорайон Солнечный) mit seinen für die Jugend vorgesehenen Programmen ist noch relativ neu.
  • Obwohl im Kulturpalast manchmal Gastspiele verschiedener Theatergruppen stattfinden, empfiehlt es sich für Liebhaber, die Theater und Konzertsäle in Rybinsk und Jaroslawl zu besuchen. Die Qualität dort kann sich mit der so mancher Moskauer Häuser messen. Verbunden vielleicht mit einem Tagesausflug kann das zu einem tollen Erlebnis werden, und im eigenen Auto oder mit dem Uglitscher Taxiservice dauert die Rückfahrt nicht länger als anderthalb bis zwei Stunden, so dass man nach Ende der Vorstellung nicht allzu spät nach Uglitsch zurückkommt.

Unterkunft[Bearbeiten]

Auf den verschiedenen Stadtportalen finden Sie Angaben zu Hotels und Übernachtungsmöglichkeiten (siehe Weblinks). Eine Stadtinformation gibt es in der Rostower Straße 6. Touristen aus Mitteleuropa haben ja meist ihr Hotel vorab gebucht, denn für die Erteilung eines Visum ist eine Einladung aus Russland erforderlich. Ein entsprechender Service wird nur von einigen Hotels und Reisebüros angeboten.

Gehoben[Bearbeiten]

Gehobenen Komfort bieten die beiden nach 2000 an dem Ufer der Wolga errichteten Hotels "Wolgariviera" 1 (Волжская Ривьера) und "Moskau" 2 (Москва). Aus den Fenstern auf der Flussseite hat man einen herrlichen Ausblick auf die Wolga, das bewaldete gegenüberliegende Ufer und die abends beleuchtete Staumauer.

Mittel[Bearbeiten]

Guten Komfort bieten auch die zentral gelegenen Hotels Uspenskaja 3 (Успенская) und Wosnesenskaja 4 (Вознесенская). Leider wird im "Uspenskaja" die Nachtruhe durch die auf dem dahinterliegenden Parkplatz startenden Fahrzeuge relativ früh beendet, was besonders im Winter wegen des längeren Warmlaufenlassens lästig ist. Wer bei ähnlichem Komfort die Abgeschiedenheit bevorzugt, sollte im Hotel "Tschaika" 5 (Чайка = Möwe) absteigen. "Tschaika" ist das ehemalige Gästehaus der Uhrenfabrik, hat einen eigenen, ummauerten kleinen Park und ein kleines Cafe. Allerdings kann man dem Gekreische der Uglitscher Möwen auch hier nicht entfliehen, wenn diese es für notwendig erachten, Mitteilungen untereinander auszutauschen.

Günstig[Bearbeiten]

Recht preisgünstig ist das Hotel "Uglitsch" 6 (Углич) an der Jaroslawler Straße etwa 15 Minuten zu Fuß entfernt vom zentralen Platz. Es war zu Sowjetzeiten das erste Hotel am Ort und hat noch in gewisser Weise seinen damaligen Charme bewahrt. Wer hier an den Wochenenden übernachten möchte, sollte an die im Restaurant Lada veranstaltete Diskothek und den daraus resultierenden möglichen Lärmpegel denken.

Außerhalb der Stadt[Bearbeiten]

Für Naturliebhaber ist die Cottageanlage "Brise" 7 (Бриз) etwas wolgaaufwärts außerhalb von Uglitsch zu empfehlen. Insbesondere Jäger, Angler und im Winter Eisangler kommen hier auf ihre Kosten.

Sicherheit[Bearbeiten]

  • Uglitscher Autobesitzer, sofern ohne eigene Garage, stellen fast alle über Nacht ihre Fahrzeuge auf einem der bewachten Parkplätze ab und empfehlen dies auch ihren Gästen. Die meisten Hotels haben ihren eigenen Parkplatz, wer anderweitig übernachtet, sollte sich nach dem nächstgelegenen Parkplatz erkundigen.
  • In Russland haben Fußgänger an Übergängen mit Zebrastreifen erst seit einigen Jahren das Vorrecht. Die meisten Autofahrer halten sich auch daran, aber einige haben diese Regel noch nicht verinnerlicht. Pochen Sie also nicht unbedingt auf Ihr Vorrecht und seien Sie auch an diesen Übergängen recht aufmerksam.
  • An den Wochenenden wird Uglitsch gern von Moskauer Kraftfahrzeugbesitzern als interessantes Ausflugsziel angesteuert. Man genießt die freie Fahrt nach dem täglichen Stau in Moskau. Leider wird das von einigen übertrieben ausgelebt. Seien Sie an diesen Tagen besonders vorsichtig. Für Motorräder wurde Uglitschs Zentrum bereits gesperrt, nachdem Motorradrocker Uglitsch entdeckten.

Gesundheit[Bearbeiten]

Medizinische Einrichtungen[Bearbeiten]

  • Schnelle Medizinische Hilfe: Telefon 03
Dispatcher Telefon: (48532) 21045
  • Poliklinik Nr. 1
ul. Sewernaja Haus 7 (ул. северная дом 7) 2
  • Kinderklinik
Sawodskoj projesd 14 (заводской пр. 14) 3
  • Zahnklinik
ul. Pobedy 17 (ул. победы 17) 4
  • Zentrales Ambulatorium
ul. Lenina 4 (ул. Ленина 4) 5

Ausführliche Liste auf Russisch siehe Weblinks.

Apotheken[Bearbeiten]

  • Apotheke Nr. 46
ul. Lenina 2 (ул. Ленина 2) 6

Zentral gelegen, für die Tagestouristen der Kreuzfahrtschiffe am einfachsten erreichbar. Weitere Apotheken und andere Einrichtungen der Gesundheitsfürsorge siehe Weblinks.

Praktische Hinweise[Bearbeiten]

  • Waschen und Bügeln gehört in den Hotels meist nicht zu den gelisteten Dienstleistungen. In manchen Hotels kann mit einigen Angestellten auf privater Basis ein derartiger Service vereinbart werden. In einem Hof in der Leninstraße gibt es eine Dienstleistungseinrichtung, zu der auch eine Wäscherei zählt. Die Wäsche sollte in einem Stoffsack abgegeben werden und man bekommt sie nach ein paar Tagen, frühestens am nächsten Tag, zurück. Auch andere Dienstleistungen und Reparaturen werden auf dem Hof angeboten.
  • Eine öffentliche Toilette befindet sich zentral in dem Park zwischen Bergholtzstraße und Kreml. Bei Veranstaltungen und an Markttagen, wenn die Passagierschiffe anlegen, hat sie geöffnet, sonst nur tagsüber und mit unregelmäßigen Öffnungszeiten. Entrichten Sie bitte schon beim Betreten der Einrichtung die fällige Gebühr, sonst kann es passieren, dass beim Wasserlassen plötzlich neben Ihnen eine aufmerksame Toilettenfrau auftaucht, um das Geld zu kassieren. In den gastronomischen Einrichtungen gibt es meistens auch akzeptable Toiletten, vorwiegend unisex. In manchen muss man das Personal nach dem Schlüssel fragen.
  • Das Hauptpostamt und das Fernmeldeamt befinden sich in der Rybinsker Chaussee 2-a. Weitere Postämter finden sie unter den Weblinks.
  • Die Postleitzahlen für Uglitsch sind: 152610, 152611, 152612, 152613, 152615 und 152616.
  • Die Vorwahl für das Uglitscher Fernmeldenetz lautet: (48532). Aus Deutschland ist davor der Landescode für Russland +7, aus Russland meist eine 8 zu setzen.
  • Mobilfunk bieten die Betreiber MTS, Beeline, Megafon und Jaroslawl-GSM an. Den größeren Kundenkreis haben wohl Beeline und MTS wegen ihrer Reichweite in Uglitsch. Am Rande der Stadt und bei Ausflügen kann die Empfangsqualität schwanken, und bei Fahrten z.B. nach Moskau werden Sie immer mal wieder neben den Schlaglöchern auch Funklöcher feststellen.
  • Bei einem längeren Aufenthalt in Uglitsch macht es finanziell Sinn, Prepaidkarten dieser Anbieter zu erwerben, obwohl da zunächst ein gewisser bürokratischer Aufwand zu bewältigen ist.
  • Filialen:
    • MTS, Rostower Straße 6.
    • Beeline, Rybinsker Chaussee 20a.
    • Beeline, Jaroslawler Str. 20.
    • Beeline, Rostower Straße 6.
    • Megafon, Rostower Straße 7c.
    • Jaroslawl GSM, Nikonowastraße 15.
    • Jaroslawl GSM, Jaroslawler Straße 20.
  • Planeta Vkusa, Bergholtzstraße 6. Internetcafe.
  • In manchen Hotels gibt es WLAN, wobei teilweise auch in der Lobby und in den gastronomischen Einrichtungen eingeloggt werden kann.

Ausflüge[Bearbeiten]

Klostertor in Borissoglebskij
Glockenturm der Kaljasiner Nikolaikirche im Uglitscher Stausee
Radioteleskop bei Kaljasin

Bei einem längeren Aufenthalt in Uglitsch bieten sich Tagesausflüge mit Bus, Taxi oder eigenem Auto an. Auch gut trainierte Radfahrer sollten für die größeren Orte Übernachtungen einplanen.

  • Jaroslawl. 100 km - Entfernung von Uglitsch als Hauptstadt der Oblast mit 1000-jähriger Tradition ist für Einkaufs- und Geschichtstourismus, Theaterbesuche und einfach für das Hineinstürzen ins Großstadtflair zu empfehlen. Auf dem Weg dorthin sollte man eine Pause in Nikulskoe (80 km) einplanen, um dem Tereschkowamuseum 24 einen Besuch abzustatten. Neben deren Leben im rekonstruiertem Geburtshaus ist auch etwas über die Kosmonautik Russlands zu erfahren. Beeindruckend ist jedoch der aufgezeigte Weg vom auf dem Ofen schlafenden Dorfmädchen Walentina zur 1. Weltraumfahrererin der Menschheit. Neben dem Museum befindet sich ein Cafe, in dem Sie sich für die weitere Fahrt stärken können.
  • Rybinsk. 70 km. Als zweite Großstadt der Oblast bietet ähnliches. Auf jeden Fall ist dort ein Besuch des Mologamuseums, der im Rybinsker Stausee verschwundenen Stadt, sehr empfehlenswert. Im Unterschied zu dem Uglitscher Wasserkraftmuseum stehen hier nicht die Vorteile der Nutzung der Wasserkraft im Vordergrund, sondern die Sorgen und Nöte der vertriebenen Menschen und der zur Zwangsarbeit verpflichteten Gefangenen der Straflager, die beim Bau Schwerstarbeit verrichten mussten. Man kann auf dem Hin- oder Rückweg nach Rybinsk einen kleinen Umweg über Myschkin (40 km), der Mausstadt mit dem Mausmuseum, machen, wenn man keine Extratour dorthin unternehmen möchte. Dabei kommen Sie noch in den Genuss, mit der Autofähre über die Wolga zu setzen.
Kirche in Kaschin
  • Rostow Weliki. 90 km. Vor allem historisch bedeutsam. Auf dem Weg dahin sollten Sie auf jeden Fall den Klöstern in Ulejma und Borissoglebskij 25 (60 km) einen Besuch abstatten, die abseits der großen Touristenströme noch viel ihrer Ursprünglichkeit erhalten haben.
  • Sergijew Possad. 150 km. Bedeutsames Zentrum der russischen Orthodoxie.
  • Kaljasin. 50 km. Touristenattraktion wegen des mitten im Stausee stehenden Glockenturms der ehemaligen Nikolaikirche. Technisch Interessierte können sich kurz vor Kaljasin von einem riesigen, von der Straße zu sehenden Radioteleskop beeindrucken lassen.
  • Wer in Kaljasin Probleme hat, einzukehren, sollte ins jenseits der Wolga liegende achthundertjährige Kaschin- idyllisch gelegen in einer fast 360°-Schleife des Wolgazuflusses Kaschinka- fahren. Den direkten Weg von Uglitsch nach Kaschin linksseitig der Wolga (50 km) sollten nur Fahrradfahrer oder geländegängige Fahrzeuge nehmen.

Literatur[Bearbeiten]

  • "Po Uglitschu", Reiseführer, W. I. Jechorin, OAO IPO "Lew Tolstoi", 2007
  • "Kaschin", Iwanowa,OAO IPO "Lew Tolstoi", 2007
  • "Uglitscher Alexejew-Nonnenkloster", Flyer des Klosters
  • "Museum Saltykow-Schtschedrin", Flyer des Museums, Spas-Ugol 2006
  • Stadtplan Uglitsch, Flyer

Weblinks[Bearbeiten]


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