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Idstein

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Idstein
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Idstein ist eine hessische Kleinstadt im Taunus mit vielen alten Fachwerkhäusern.

Hintergrund[Bearbeiten]

Idstein liegt zwischen Limburg an der Lahn und Frankfurt am Main nördlich von Wiesbaden im Naturpark Rhein-Taunus. Mit seinem mittelalterlichen Stadtkern (Stadtrechte seit 1287) sowie mit vielen Fachwerkbauten aus fünf Jahrhunderten (ältestes Wohnhaus von 1410) lädt die Stadt zum Verweilen in gepflegten Cafés, Gaststätten und Hotels ein. Idstein wurde urkundlich 1102 zum ersten Mal erwähnt. Graf Adolf von Nassau-Idstein setzte 1287 bei König Rudolf von Habsburg die Verleihung der Stadtrechte durch.

Stadtrechte seit 1287

Adolf von Nassau war von 1292 bis 1298 als Nachfolger von Rudolf von Habsburg deutscher König. Im 17. Jh. verfolgte Graf Johannes von Nassau und Idstein die Hexen. Idstein war bis 1721 mit Unterbrechungen Residenzstadt der Grafen bzw. Fürsten von Nassau-Idstein und Zentrum der Region. 1728 fiel die Stadt an Nassau-Usingen und war nicht mehr Residenzstadt. Nassau-Usingen wurde 1806 mit Nassau-Weilburg zum Herzogtum Nassau vereint und Mitglied des Rheinbunds. Nach dem Krieg 1866 annektierte Preußen das Herzogtum als preußische Provinz Hessen-Nassau. Idstein wurde Sitz des nassauischen (ab 1866 preußischen) Archivs. Schulen wie Gymnasium, Lehrerseminar, Landwirtschaftsschule, Baugewerkschule waren landesherrliche bzw. städtische Gründungen. Seit Ende des 18. bis Mitte des 20. Jh. gab es in Idstein eine bedeutende Lederindustrie.

Idstein ist bekannt für seine alte Bausubstanz: Fachwerkhäuser vom 15. bis zum 18. Jh., teilweise mit reichem Schnitzwerk, Adelssitze wie der Stockheimer Hof aus dem 16. Jh. und die herrschaftliche Gebäudegruppe in der oberen Schlossgasse mit Hexenturm und Schloss. Reizvoll sind auch die schlichten, aber gepflegten und neuerdings wieder sehr begehrten Handwerkerhäuser aus der Zeit der ersten Stadterweiterung um 1700.

Hexenverfolgung[Bearbeiten]

Zwischen Februar 1676 und März 1677 wurden in Idstein 31 Frauen und 8 Männer hingerichtet. Außerdem wurden 4 Frauen an den Pranger gestellt, mit Ruten ausgehauen und für immer des Landes verwiesen. Die Initiative ging vom Grafen Johannes aus. Er nahm die Angelegenheit selbst in die Hand. Es waren ein Gerichtsschreiber, zwei Gastwirte, ein Schlosser und ein Metzger, die Ehefrauen von Schultheißen, zwei Pfarrern und gräflichen Angestellten dabei. Keine in Idstein hingerichtete Frau war unter 40 Jahre alt. An jungen Frauen bestand kein Interesse, da Bevölkerungswachstum höchstes Gebot war.

Anreise[Bearbeiten]

Mit dem Flugzeug[Bearbeiten]

Mit der Bahn[Bearbeiten]

Mit dem Bus[Bearbeiten]

Es verkehren zahlreiche Regionalbuslinien, auch aus Wiesbaden. · Infos: Rhein-Main-Verkehrsverbund RMV · Liniennetzplan Idstein

Auf der Straße[Bearbeiten]

Die A3 führt an Idstein vorbei (Abfahrt Idstein). Die B 275 führt um das Stadtgebiet herum durch den Taunus nach Bad Nauheim (A5).

Die Stadt liegt an Deutschen Fachwerkstraße.

Mit dem Fahrrad[Bearbeiten]

Idstein liegt an den Hessischen Radfernwegen R6 (Butzbach -Wiesbaden) und R8 (Limburg - Frankfurt-Höchst).

Der Deutsche Limes-Radweg führt südlich an Idstein vorbei. Er folgt dem Obergermanisch-Raetischer Limes über 818 km von Bad Hönningen am Rhein nach Regensburg an der Donau.

Mobilität[Bearbeiten]

Karte von Idstein

Die historische Altstadt kann man gut zu Fuß erlaufen, vom Bahnhof muss man allerdings etwa 1 km zum Zentrum herunterlaufen oder einen Bus nehmen. Es gibt mehrere Linien, die Idstein mit den Vororten verbinden.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

König Adolf Platz
  • Stadtzentrum. Der König-Adolf-Platz ist das Stadtzentrum. Er ist umgeben von Fachwerkhäusern aus dem 17. Jhd. Neben dem Rathaus (1698) steht links das Schiefe Haus aus dem Jahre 1727 und rechts vom Rathaus das mächtige Torbogengebäude, das 1497 errichtet wurde und den Zugang zum Schlossbezirk darstellt.
    • Das Killingerhaus aus dem Jahre 1615 ist das schönste aller Idsteiner Fachwerkgebäude. Heute befindet sich hier die Touristeninformation. Öffnungszeiten: Di und Mi, 08.00 - 12.00 u. 14.00 - 17.00 Uhr, Do und Fr, 08.00 - 12.00 u. 14.00 - 18.00 Uhr, Sa 11.00 - 16.00 Uhr, So und Feiertag 14.00 - 17.00 Uhr. Mo geschlossen. Im Obergeschoss ist das Stadtmuseum untergebracht.
    • Gerberhaus (1816), das letzte von rund 30 Gebäuden der Lederherstellung. Heute Ort für kulturelle Veranstaltungen.
  • Idsteiner Schloss. Die Ursprünge des Residenzschlosses liegen wahrscheinlich im 11. Jhd. Zwischen 1614 und 1634 wurde es umgebaut und erweitert. Der letzte Idsteiner Fürst Georg August Samuel (1665/1684-1721) gab dem Gebäude eine neue Innenausstattung, die auch namhafte Künstler gestalteten. Das Schloss ist seit 1946 Gymnasium und im Rahmen von Führungen zu besichtigen.
  • Das malerische Bauensemble zwischen dem Torbogengebäude und dem Hexenturm wurde von 1497 bis 1588 errichtet. Die Häuser dienten Repräsentations-, Verwaltungs- und Wohnzwecken.
  • Burg mit Hexenturm Den Bergfried von 1710 nennt man Hexenturm. Er ist das älteste Bauwerk Idsteins. Die Burg entstand von 1497 bis 1588. Durch den Umbau des Schlosses verlor die Burg ihre Verteidigungsfunktion. Der Hexenturm ist 42 Meter hoch. Die Mauern sind drei Meter dick. 1963 wurde er restauriert. Es wurden aber nicht, wie man vermuten könnte, Hexen eingekerkert. Eine Gedenktafel an einer Felswand beim Bergfried erinnert an die als Hexen ermordeten Personen. Idstein war um 1676 für die Hexenprozesse berüchtigt.
    Blick durch das Burgtor auf die Unionskirche
  • Die evangelische Unionskirche stammt ursprünglich aus dem 14. Jhd. Seit 1553 war sie lutheranisch. Hier wurden die Reformierten und die Lutheraner 1817 zur Evangelischen Kirche Nassau vereint. Der Innenraum ist farbenprächtig mit Bildern geschmückt (Künstler der Rubensschule). Er wurde nach einem Umbau von 1669-1677 im 18. Jahrhundert vollendet.
  • Kanzleitor (1497)
  • Gebäudegruppe der ehemaligen Burganlage (ab 1565)
  • Altes Amtsgericht (1588)
  • Herrenspeicher (um 1745)
  • Höerhof (1620)
  • Stockheimer Hof (1599 und früher), später Kalmenhof
  • Alte Feuerwehr (1927)
  • ehemalige „Bauschule“ (1891–1893/1910), heute: Europa Fachhochschule Fresenius
  • Stadthalle (1987)
  • Felix-Lahnstein-Straße, ehemalige Judengasse
  • Stadtmuseum im Killingerhaus

Außerhalb:

  • Römerturm (Rekonstruktion) − Wachturm der Grenzbefestigung zwischen dem römischen Imperium und dem freien Germanien, der „Limes“ (Pfahlgraben) in Idstein-Dasbach.

Aktivitäten[Bearbeiten]

  • Idstein Jazz Festival. Seit über 20 Jahren besuchen tausende Besucher das Freiluftkonzert am ersten hessischen Ferienwochenende. An drei Tagen im Juli, Fr - So, spielen Bands auf mehr als 10 Bühnen live in der Altstadt.
    Das jährliche Idstein Jazzfestival
  • Idsteiner Hexenmarkt findet jährlich um Schloss und Burg herum statt.
  • Wandern im Taunus
  • Radfahren

Einkaufen[Bearbeiten]

Wochenmarkt: mittwochs und samstags auf dem Löherplatz.

Küche[Bearbeiten]

  • Gasthof zur Pfeif, Iris Kochendörfer, Himmelsgasse 2, Tel: 0 61 26 - 5 73 57, regionale und mit der Saison wechselnde Küche, Mo.-Fr. 17-1 Uhr, Sa, So, Feiertag 18-1 Uhr, Mittwoch Ruhetag
  • Der Löwenkeller am Rathaus, König-Adolf-Platz 1, Tel.: 0 61 26 - 12 48, Fax.: 06126 - 20 20
  • Hotel-Restaurant Höerhof, Obergasse 26, Tel. +49 (0)6126 500-26, Fax: +49 (0)6126 500-226, E-Mail: info@hoerhof.de
  • Die Kartoffelküche, Borngasse 3, 65510 Idstein, Tel. 06126/8074. Bietet alles rund um die Kartoffel an. Sehr gemütliches Ambiente.

Nachtleben[Bearbeiten]

  • Die SCHEUER in Idstein-Wörsdorf, Wallbacher Str. 2 ist die Rock’n’Roll Bühne im Taunus. Rock, Pop, Klassik, Jazz, Irish Folk, Comedy, Bandwettbewerbe, Ü30 Partys.

Unterkunft[Bearbeiten]

Lernen[Bearbeiten]

Arbeiten[Bearbeiten]

Sicherheit[Bearbeiten]

Gesundheit[Bearbeiten]

Praktische Hinweise[Bearbeiten]

1 Tourist-Information, im Killingerhaus, König-Adolf-Platz. Tel.: +49 (0)6126 78 620, Fax: +49 (0)6126 78 865, E-Mail: .

Ausflüge[Bearbeiten]

Städte:

Literatur[Bearbeiten]

  • Idstein Geschichte und Gegenwart, 1987, Magistrat der Stadt Idstein, Tourist-Info Idstein, Tel.: 06126/78-620.
  • Die Geschichte des Schiefen Hauses zu Idstein 1727 - 1997, 1997, Magistrat der Stadt Idstein, Tourist-Info Idstein, Tel: 06126/78-620
  • Idstein (Fotoband), 1998, Magistrat der Stadt Idstein, Tourist-Info Idstein, Tel: 06126/78-620
  • Spuren vorgeschichtlicher Kulturen, 1999, Horst Nauk, Glashütten, Tel: 06082/1052
  • Idsteiner Land - ein starkes Stück Rhein-Main, 2007, Frank Heilhecker, Idstein, Tourist-Info Idstein, Tel: 06126/78-620
  • Der Nassauer Land- Geschichte, Landschaft, Menschen, Sonderdruck, 2002, Kreisausschuss des Rheingau-Taunus-Kreises
  • Der Idsteiner Hexenturm, 2008, Magistrat der Stadt Idstein, Tourist-Info Idstein, Tel: 06126/78-620

Weblinks[Bearbeiten]

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