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Radfahren in Frankreich

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Frankreich ist der größte Flächenstaat Westeuropas und vergleichsweise dünn besiedelt. Dies wird noch dadurch akzentuiert, dass ein großer Teil der Bevölkerung in der Île de France (Großraum Paris) lebt. Der Rest ist einsame Provinz (province). Für Radtouristen ist das ein Vorteil, ebenso wie das milde Klima.

Allgemeines[Bearbeiten]

In Frankreich werden verschiedene Radwege unterschieden:

Hier geht's "ins Grüne" in Saint-Léger-sur-Dheune

Voies Vertes - Wege "im Grünen". Diese Radwege sind nicht für den Kraftverkehr freigegeben. Sie sind durchaus häufig und auch in vielen Städten anzutreffen. Ein kleinerer Teil dieser Wege verläuft auf ehemaligen Bahntrassen. Ein größerer Teil (insbesondere die Fernwege) verläuft entlang von Kanälen auf den ehemaligen Treidelwegen, die nun asphaltiert und als Radwege ausgebaut wurden.

Coulées vertes - als "Grüne Ströme" werden Voie Vertes in kleineren und größeren Städten bezeichnet. Viele Orte gönnen sich eine Coulée, die aber nicht immer ein Radweg ist.

Veloroutes - Wege (Routen) mit Kraftverkehr

Itinéraires cyclables - Radrouten, Radwanderwege

Boucles - Schleifen, die oft an größere Routen angebunden sind.

Typische, in diesem Fall überflüssige, Barrieren aus Holz am Voie Verte de la Mauchère in Malleloy

Circuits - Rundkurse ohne Verbindung zu anderen Routen Vallée - Tal(-Radweg) Bandes cyclables - Radwege auf gemeinsamer Fahrbahn mit Kfz. (selten) Couloir de bus ouvert aux vélos - separate Busfahrspur ist auch für Radfahrer freigegeben. Chemins ruraux - Wirtschaftswege, oft asphaltiert und für den allgemeinen Verkehr freigegeben.

Rundum Barriere an der ViaRhôna bei Montelimar

Die Ausschilderung mit Radwegweisern ist allgemein schlecht. Am ehesten wird man noch auf Radsymbole stoßen. Wenn ein Weg einen Namen hat, dann meist nur in der Reise-Literatur oder in offiziellen Dokumenten. Es gibt ein landesweites Wegenetz der V(elo)-Routen in Frankreich. Dieses ist 2016 an vielen Stellen erstmals ausgeschildert worden und die Aussichten auf weitere Verbesserungen sind gut. In einige Routen sind Millionen von Euro investiert worden, denen weitere folgen werden. Besonders begünstigt sind dabei die Fluss-Radwege an der Loire und der Rhône. Französische Radfahrer haben entweder Rennräder, Mountainbikes oder einfache Citybikes ohne Gepäckträger, mit denen sie nur kurze Strecken ("balades") fahren. Daraus resultiert ein geringes politisches Interesse am Wegebau.

Eine Sonderrolle spielt das Elsass, wo eher deutsche Verhältnisse herrschen. Es gibt dort mehr als 20 ausgeschilderte Radrouten.

Routen[Bearbeiten]

Nationale und grenzüberschreitende Routen[Bearbeiten]

Beschaulicher Rhein-Marne-Kanal mit Voie Verte

Regionale Routen[Bearbeiten]

  • Autour du Luberon - 236 km Radwanderweg durch das Luberon (Gebirge) in der westlichen Provence.
  • FlowVélo - 290 km von der Insel Aix und der Stadt Rochefort weitgehend entlang des Flusses Charente bis nach Thiviers im Périgord [1]
  • Boucle de la Moselle (dt. die Moselschleife) - ist ein ca. 70 km langer Teil-Rundkurs um Nancy, wobei der westliche Teil entlang der Mosel verläuft. Komplett soll er ein Mal 85 km lang werden. Es gibt 2 Logos und Arten der Ausschilderung und damit auch Varianten. 2 Flüsse, mehrere Kanäle und auch Seen fügen sich zu einer Wasserlandschaft zusammen.Link
  • La Voie Verte des Hautes Vosges - ca. 54 km von Cornimont über Remiremont nach Bussang in der Nähe der Moselquelle. Verläuft komplett auf einer stillgelegten ehemaligen Bahntrasse und bietet die Landschaft der Hohen Vogesen mit 2 Flusstälern.
Auch Kanäle können Tunnel haben. Hier gibt es ganz bestimmt keine Fledermäuse, jedenfalls nicht offiziell.
  • Véloroute de la Vallée du Tarn - ca. 110 km Fluss-Radweg entlang des Tarn von Trébas über Albi nach Saint-Sulpice in Okzitanien. Der Fluss ist deutlich länger.
  • Parcours cyclable du littoral - ca. 80 km Radroute fertig gestellt zwischen Toulon und Fréjus an der Côte d’Azur, davon wohl 50 km Bahntrassenradweg. Der Küstenweg an der Côte d’Azur soll mit hohem Aufwand weiter ausgebaut werden.
  • Piste cyclable Roger Lapébie - 46 km Bahntrassenradweg von Bordeaux nach Sauveterre de Guyenne
  • Rhein-Marne-Kanalradweg - ca. 80 km - von Straßburg nach Gondrexange in Lothringen. Anschließend ohne schlüssigen Ausbau weiter nach Nancy und zur Marne oder auch Maas.
  • Vélocéan - 95 km von Piriac-sur-Mer (Nord) nach Bourgneuf-en-Retz (Süd)
  • Véloroute Vallée du Lot - 160 km Flussradweg entlang des Lot von Cahors über Fumel nach Aiguillon. Treidelwege sind bei dieser Route selten, es werden nahezu ausschließlich Landstraßen aller Art genutzt. Die Ausschilderung ist schlüssig und gut. Leider sind interessante Orte oft auf dem anderen Ufer. Das Tal des Lot bietet interessante Felsformationen, die vom Fluss eingeschnitten wurden.
  • Voie Bleu de la Saône - ca. 180 km von Heuilley-sur-Saône über Auxonne nach Mâcon entlang der Saône. Der blaue Weg ist wohl im Moment der einzige. Er ist teilweise ausgeschildert.
  • Voie Verte de Bourgogne du sud (Südburgund-Radweg) - ein 70 km langer, asphaltierter Bahntrassenradweg von Mâcon über Cluny nach Chalon sur Saône.
  • Voie Verte du Canal des Ardennes - geplant, ca. 100 km von der Maas nach Reims
  • Voie Verte Trans-Ardennes - 117 km lange, asphaltierte Route durch die Ardennen, die im Wesentlichen die ehemaligen Treidelwege der Maas nutzt, von Remilly-Aillicourt über Charleville–Mézières nach Givet. Obwohl der Weg auf Schautafeln recht konsequent als Voie Verte bezeichnet wird, gibt es Abschnitte mit geringem Kraftverkehr. Die Orte an der Maas sind klein und die Gegend ruhig. Die Strecke ist Abschnitt der europäischen Radroute "La Meuse á velo".(siehe auch Radroute Maas)

Reisezeit[Bearbeiten]

Veloroute 50 (Charles Le Temeraire) - jetzt mit Wegweisern

Von Anfang April bis Ende Oktober. Da es in den Sommermonaten in einigen Gegenden recht heiß werden kann, sollten bestimmte Radtouren vorher gut durchdacht angegangen werden. Landstraßen, Geländefahrten können lang sein und Schutz vor der Hitze ist unter Umständen wenig vorhanden. In Südfrankreich sind die Temperaturen deutlich höher als im Norden. Auf ausreichend Getränke sollte unbedingt geachtet werden.

Anreise[Bearbeiten]

An den EU-Grenzübergängen mit dem Fahrrad ein- oder auszureisen ist unproblematisch.

Radtransport[Bearbeiten]

Mit der Bahn[Bearbeiten]

Nahverkehr[Bearbeiten]

Im Nahverkehr der SNCF ist die Fahrradmitnahme grundsätzlich möglich. Da die Regionalzüge von der Regiones bestellt werden, gibt es regionale Unterschiede, in der Zahl der Fahrradstellplätze, der Zeiträume in denen Fahrräder mitgenommen werden dürfen und eventuell der freigegebenen Züge. Die Fahrradmitnahme im Nahverkehr ist normalerweise kostenlos und in Form der Selbstverladung möglich.

Fernverkehr[Bearbeiten]

Die Fahrradmitnahme im Fernverkehr der französischen Bahn ist komplizierter geregelt als in Deutschland. In einigen TGV-Zügen ist eine Fahrradmitnahme möglich, in manchen Zügen jedoch nicht. Bei den meisten TGV-Zügen von Paris in Richtung Bordeaux und Brest ist eine Fahrradmitnahme möglich, ebenso recht oft in TGV-Zügen nach Strasbourg und in die Schweiz. Schwierig ist es bei den TGV-Zügen nach Lyon und Marseille, hier nehmen nur wenige Züge Fahrräder mit. Auf gewissen Strecken eine Alternative stellen die Intercité-Züge dar, die als klassische Wagenzüge auch ein Fahrradmitnahme anbieten. Diese Züge fahren etwas abseits der Hauptstrecken über längere Distanzen und erschließen somit die fahrradtauglichere Provinz oder bieten Provinz-Provinz-Verbindungen.

Nachtzüge[Bearbeiten]

In einigen EuroNight und CityNightLine Zügen können Fahrräder mitgenommen werden.

Weiterführende Informationen[Bearbeiten]

Lebensmittelversorgung[Bearbeiten]

Kleinere und größere Geschäfte sind vorhanden und somit Lebensmitteleinkäufe gewährleistet. Läden sind aber auf dem Lande deutlich seltener als in Deutschland, weshalb man eine Gelegenheit nutzen sollte. Viele Geschäfte haben auch sonntags morgens geöffnet, Restaurants und Bars sind so gut wie überall vorhanden. Bars sind meistens schon früh am Morgen offen und ermöglichen ein kleines Frühstück.

Unterkunft[Bearbeiten]

Das Land ist Heimat großer Hotelketten wie Accor und Louvre. Es gibt aber auch reichlich individuelle Unterkünfte und seltener Herbergen. Camping ist sehr beliebt und vergleichsweise günstig. Die Zielgruppe sind meist Autofahrer. Entlang der Radrouten werden vereinzelt auch spezielle Angebote für Radler gemacht.

Nützliche Hinweise[Bearbeiten]

Rund ums Fahrradfahren[Bearbeiten]

Radwegzeichen mit grünem Weg
Hügelige Strecke

Verkehrszeichen[Bearbeiten]

  • Rechteckige blaue Schilder, mit oder ohne grünen Streifen, stellen eine Empfehlung dar
  • Runde Schilder sind Gebotsschilder, die den Radler verpflichten. Sie sind allerdings selten.

Pflichten und Rechte[Bearbeiten]

  • Nachts auf Landstraßen Warnwesten tragen
  • Auf Fußgänger-Fahrradwegen müssen Radler Rücksicht auf die Fußgänger nehmen.
  • Es darf nicht mehr als ein Kind auf einem Rad transportiert werden.
  • Es herrscht Rechtsverkehr
  • Es ist erlaubt auf Fahrradwegen, Fahrradstreifen und Fußgänger-Fahrradwege auch nebeneinander zu fahren.

Empfehlungen[Bearbeiten]

  • Fahrrad durchchecken: Beleuchtungen, Rückstrahler/Katzenaugen rot und gelb, Bremsen; lichtreflektierende Kleider tragen, festes Schuhwerk.
  • Auch auf Radwegen beim Abbiegen den Blick nach hinten wenden, da franz. Radfahrer oft viel zu schnell fahren. Ein Rückspiegel ist hier nützlich.
  • Auf Barrieren (franz. Erfindung?) achten! In Frankreich bevorzugt man dunkle Holzbalken, die im Schatten oder bei Gegenlicht schwer zu sehen sind.
  • Bei Sperrungen eventuell weiterfahren, da in der Regel keine Umleitungen vorhanden sind. Nicht selten sind die Sperren vergessen oder wegen geplanter(!) Bauvorhaben aufgestellt worden.
Auf Radwegen ist für alle Platz - auf dem Parcours du Littoral dürfen auch LKW fahren

Veranstaltungen[Bearbeiten]

Jährlich werden über 100 Radrennen im Land veranstaltet, das bekannteste ist sicher die Tour de France. Zu diesem Spektakel kommen die Zuschauer von weither, um sich eine der Etappen anzusehen. Anschließend fahren viele mit dem ebenfalls mitgebrachten Rad, der Traube der Rennfahrer hinterher. Die Straßen bleiben dafür eine Weile gesperrt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Bikeline Radregion Elsass: Grenzenloses Raderlebnis zwischen Pfälzer Wald und Jura, dem Rhein und Lothringen, 1550 km, 1: 75.000, wetterfest/reißfest, siehe Verlag Esterbauer ISBN 3850004325
  • Bikeline-Führer Mosel-Radweg Frankreich: Von der Quelle zur deutschen Grenze, 240 km. Radtourenbuch 1 : 50 000 [Broschiert] - siehe Verlag Esterbauer (Neu im April 2013)
  • Frankreich erfahren: Eine Umrundung per Postrad [Broschiert] Thomas Bauer (Autor) - Verlag: Drachenmond

Weblinks[Bearbeiten]


(bitte hier keine Seiten von Radreiseveranstaltern bzw. -vermittlern einfügen)

Einzelnachweise

Artikelentwurf Dieser Artikel ist in wesentlichen Teilen noch sehr kurz und in vielen Teilen noch in der Entwurfsphase. Wenn du etwas zum Thema weißt, sei mutig und bearbeite und erweitere ihn, damit ein guter Artikel daraus wird. Wird der Artikel gerade in größerem Maße von anderen Autoren aufgebaut, lass dich nicht abschrecken und hilf einfach mit.