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Faiyūm

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Gouvernement el-Faiyūm
محافظة الفيوم
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Das Gouvernement und die weitgehend deckungsgleiche Senke el-Faiyum, auch Fayoum, Fajjum, Fayyum, arabisch: ‏محافظة الفيوم‎, Muḥāfaẓat al-Faiyūm, liegen am Ostrand der Westlichen Wüste, etwa 90 Kilometer südwestlich von Kairo. Es grenzt im Westen und im Norden an das Gouvernement Gīza und im Osten und Süden an das Gouvernement Beni Suef. Das Verwaltungszentrum ist Madīnat el-Faiyūm.

Wenn man das Faiyūm als unbeachtetes Juwel bezeichnet, so hat dies durchaus seine Berechtigung. Viele Reisende interessieren sich für die antiken Stätten. Gerade im Faiyūm sollte man die Landschaft nicht außer Acht lassen. Da sind zum einen die große fruchtbare Oase selbst mit dem Josphskanal und dem Qārūn-See, zum anderen die Wüstengebiete in unmittelbarer Nähe. Das Faiyūm bietet zudem Möglichkeiten zur Vogelbeobachtung im Wādī er-Raiyān und am Qārūn-See.

Orte[Bearbeiten]

Lageplan des Gouvernements el-Faiyūm
  • 1 Madīnat el-Faiyūm Madīnat el-Faiyūm in der Enzyklopädie Wikipedia Madīnat el-Faiyūm im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsMadīnat el-Faiyūm (Q203299) in der Datenbank Wikidata, ‏مدينة الفيوم‎ – Verwaltungszentrum, häufig kurz el-Faiyūm oder el-Madīna genannt. Im Nordwesten der Stadt befindet sich der Stadtteil Kīmān Fāris, in dem die Überreste der antiken Stadt Arsinoë/Krokodilopolis freigelegt wurden.

Weitere Ziele[Bearbeiten]

Seen und Wasserbauten[Bearbeiten]

  • Top-Sehenswürdigkeit 1 Qārūn-See Qārūn-See in der Enzyklopädie Wikipedia Qārūn-See im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsQārūn-See (Q1330952) in der Datenbank Wikidata, ‏‏بركة قارون‎ – See im Norden der Senke el-Faiyūm.
  • 2 el-Malāʾ el-Malāʾ (Q14214819) in der Datenbank Wikidata, ‏الملاء‎‎ – 15 Kilometer lange Niederung im Süden des el-Faiyūm. Man vermutet in diesem Gebiet den legendären Moëris-See.
  • 3 Baḥr Yūsuf Baḥr Yūsuf in der Enzyklopädie Wikipedia Baḥr Yūsuf im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsBaḥr Yūsuf (Q803626) in der Datenbank Wikidata, ‏بحر يوسف‎‎ – Josefskanal, der den Qārūn-See speist.

Nördlich des Qārūn-Sees[Bearbeiten]

  • 4 Dīmai Website dieser Einrichtung Dīmai in der Enzyklopädie Wikipedia Dīmai im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsDīmai (Q1558783) in der Datenbank Wikidata, ‏ديمية السباع‎‎ – Archäologische Stätte des antiken Soknopaiou Nēsos.
  • 5 Qaṣr eṣ-Ṣāgha Qaṣr eṣ-Ṣāgha im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsQaṣr eṣ-Ṣāgha (Q11944150) in der Datenbank Wikidata, ‏قصر الصاغة‎‎ – Archäologische Stätte mit einem Tempel aus dem altägyptischen Mittleren Reich.
  • 6 Deir Abū Līfa, ‏دير أبو ليفة‎ – Einstiges Kloster.
  • 7 Widān el-Faras, ‏ودان الفرس‎, „Pferdeohren“ – Basaltsteinbruch in der Nähe des 8 Gebel Qaṭrānī, ‏جبل قطراني‎.

Südlich des Qārūn-Sees[Bearbeiten]

  • 9 Abgīg Abgīg im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsAbgīg (Q7303115) in der Datenbank Wikidata, Begig, ‏‏أبجيج‎ – Dorf. Der in der Nähe des Dorfs gefundenen Pseudo-Obelisk Sesostris’ I. wurde in Madīnat el-Faiyūm aufgestellt.
  • 10 ʿAin es-Sīlīyīn, ‏عين السيليين‎ – Freizeitpark.
  • 11 Biyahmū Biyahmū in der Enzyklopädie Wikipedia Biyahmū im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsBiyahmū (Q855265) in der Datenbank Wikidata, ‏بيهمو‎‎ – Archäologische Stätte mit den Überresten eines Statuenheiligtums Amenemhets III.
  • 12 Charābat Ihrīt, ‏خرابة إهريت‎, Batn Ihrīt, ‏بطن إهريت‎ – Archäologische Stätte des antiken Theadelphia. Die hier vorgefundene Tempelanlage wurde im Griechisch-römischen Museum in Alexandria wiedererrichtet.
  • 13 Deir el-ʿAzab Deir el-ʿAzab im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsDeir el-ʿAzab (Q14207689) in der Datenbank Wikidata, ‏دير العزب‎‎ – Kloster des hl. Abraham.
  • Top-Sehenswürdigkeit 14 Deir el-Malāk Ghabriyāl Deir el-Malāk Ghabriyāl im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsDeir el-Malāk Ghabriyāl (Q14207587) in der Datenbank Wikidata, ‏دير الملاك غبريال‎‎ – Kloster des Erzengels Gabriel.
  • 15 Hawāra Hawāra in der Enzyklopädie Wikipedia Hawāra im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsHawāra (Q26237) in der Datenbank Wikidata, ‏هوارة‎‎ – Dorf und archäologische Stätte mit der Pyramide Amenemhets III. und den spärlichen Überresten des Labyrinths.
  • 16 Kīmān Fāris Kīmān Fāris (Q12236790) in der Datenbank Wikidata, ‏كيمان فارس‎ – Archäologische Stätte der antiken Stadt Arsinoë, Krokodilopolis im Stadtteil Kīmān Fāris in Madīnat el-Faiyūm. Ein Teil der Funde ist in Kōm Auschīm ausgestellt.
  • Top-Sehenswürdigkeit 17 Kōm Auschīm Kōm Auschīm in der Enzyklopädie Wikipedia Kōm Auschīm im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsKōm Auschīm (Q657455) in der Datenbank Wikidata, ‏كوم أوشيم‎‎ – Archäologische Stätte des antiken Karanis.
  • 18 Kōm Darb Girza Kōm Darb Girza in der Enzyklopädie Wikipedia Kōm Darb Girza im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsKōm Darb Girza (Q1535165) in der Datenbank Wikidata, ‏كوم درب جرزة‎, Kom el-Charaba el-Kabir, Kom el-Hammam – Archäologische Stätte der antiken Stadt Philadelphia.
  • Top-Sehenswürdigkeit 19 el-Lāhūn el-Lāhūn in der Enzyklopädie Wikipedia el-Lāhūn im Medienverzeichnis Wikimedia Commonsel-Lāhūn (Q56924) in der Datenbank Wikidata, ‏‏اللاهون‎‎ – Dorf am Baḥr Yūsuf mit dem Stauwehr des Sultans Baibars I. In der Nähe befindet sich die archäologische Stätte mit der Pyramide Sesostris’ II. und der antiken Stadt Kahun.
  • Top-Sehenswürdigkeit 20 Madīnat Māḍī Madīnat Māḍī in der Enzyklopädie Wikipedia Madīnat Māḍī im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsMadīnat Māḍī (Q1318945) in der Datenbank Wikidata, ‏مدينة ماضي‎ – Archäologische Stätte der antiken Stadt Narmouthis.
  • 21 Madīnat el-Qūṭa Madīnat el-Qūṭa (Q14214694) in der Datenbank Wikidata, ‏مدينة القوتة‎‎ – Archäologische Stätte einer antiken Siedlung, deren Namen nicht überliefert ist.
  • 22 en-Nazla en-Nazla im Medienverzeichnis Wikimedia Commonsen-Nazla (Q12194327) in der Datenbank Wikidata, ‏النزلة‎‎ – Dorf mit Keramikherstellung.
  • 23 Qaṣr el-Banāt Qaṣr el-Banāt (Q14218424) in der Datenbank Wikidata, ‏قصر البنات‎‎ – Archäologische Stätte des antiken Euhemeria.
  • Top-Sehenswürdigkeit 24 Qaṣr Qārūn Qaṣr Qārūn im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsQaṣr Qārūn (Q11944146) in der Datenbank Wikidata, ‏قصر قارون‎‎ – Archäologische Stätte des antiken Dionysias.
  • 25 Pyramide von Seilā Pyramide von Seilā in der Enzyklopädie Wikipedia Pyramide von Seilā im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsPyramide von Seilā (Q688720) in der Datenbank Wikidata, ‏هرم سيلا‎ – Archäologische Stätte mit der Stufenpyramide auf dem Gebel er-Rūs
  • Top-Sehenswürdigkeit 26 Tūnis Tūnis im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsTūnis (Q14222206) in der Datenbank Wikidata, ‏‏تونس‎ – Künstlerdorf am Südrand des Qārūn-Sees mit dem ersten Karikaturenmuseum im Nahen Osten.
  • 27 Umm el-Athl Umm el-Athl in der Enzyklopädie Wikipedia Umm el-Athl im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsUmm el-Athl (Q804269) in der Datenbank Wikidata, ‏ﺃﻡ ﺍﻷﺜل‎‎, Kōm el-ʿAsl, Umm el-Qaṭl – Archäologische Stätte des antiken Bakchias.
  • 28 Umm el-Bureigāt Umm el-Bureigāt in der Enzyklopädie Wikipedia Umm el-Bureigāt im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsUmm el-Bureigāt (Q1500580) in der Datenbank Wikidata, ‏أم البريجات‎‎, Qasr el-Bās – Archäologische Stätte des antiken Tebtynis.

Westlich der Senke el-Faiyūm[Bearbeiten]

  • 29 Wādī er-Raiyān Wādī er-Raiyān in der Enzyklopädie Wikipedia Wādī er-Raiyān im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsWādī er-Raiyān (Q6562520) in der Datenbank Wikidata, ‏وادي الريان‎‎ – Naturschutzgebiet im Bereich zweier Seen mit einem kleinen Wasserfall.
  • 30 Deir Wādī er-Raiyān Deir Wādī er-Raiyān im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsDeir Wādī er-Raiyān (Q14207562) in der Datenbank Wikidata, ‏دير وادي الريان‎‎ – Kloster des hl. Makarios von Alexandria.
  • Top-Sehenswürdigkeit 31 Tal der Wale Tal der Wale in der Enzyklopädie Wikipedia Tal der Wale im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsTal der Wale (Q501833) in der Datenbank Wikidata, ‏وادي الحيتان‎‎ – Fossilienfundstätte, die zum Unesco-Weltkulturerbe zählt.

Hintergrund[Bearbeiten]

Die Senke el-Faiyūm befindet sich 20 bis 40 Meter unter null. Sie ist heute Teil des gleichnamigen Gouvernements.

Das einstige Sumpfgebiet wurde unter Amenemhet II. und Sesostris II. (Mittleres Reich, 12. Dynastie) trockengelegt, um das Gebiet für die Landwirtschaft nutzbar zu machen.

Am Nordrand des Faiyūm befindet sich der größte Binnensee Ägyptens, der abflusslose Qārūn-See, der seit der 12. Dynastie vom Baḥr Yūsuf (Josefs-Kanal) gespeist wird. Er war eins von zwei Wasserrückhaltebecken des Faiyūm.

Im el-Faiyūm gibt es heute vier Städte, etwa 160 Dörfer und zahlreiche Weiler, in denen ca. 3 Millionen Einwohner leben.

Anreise[Bearbeiten]

Die Anreise kann mit Bus oder Bahn erfolgen.

Mobilität[Bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Aktivitäten[Bearbeiten]

Sicherheit[Bearbeiten]

Klima[Bearbeiten]

Das Klima ist ganzjährig warm bis heiß und trocken. Regenfälle stellen eine absolute Ausnahme dar, die Regendauer überschreitet wenige Minuten nie.

Werte Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez    
Mittlere höchste Lufttemperatur in °C 22 24 25 28 35 36 38 38 35 30 27 22 Ø 30
Mittlere tiefste Lufttemperatur in °C 5 7 8 11 16 19 22 22 20 16 11 9 Ø 13.8

Gefürchtet sind die Sandstürme, die Chamsīn (arabisch: ‏خماسين‎, Chamāsīn, oder ‏خمسين‎, Chamsīn) genannt werden. Dies sind heiße Süd- und Südostwinde, die den Wüstensand aufwirbeln und mit sich fortreißen. Die Entstehungsursache sind Tiefdruckgebiete im Mittelmeerraum. Die Stürme können ganzjährig auftreten, ihre Hauptsaison sind die Monate März bis Mai (ein Zeitraum von 50 Tagen nach Frühlingsanfang – auf den Zeitraum bezieht sich auch das arabische Wort), auch im Herbst treten sie gehäuft auf. Die Stürme dauern mehrere Tage an und sind in weiten Teilen Ägyptens anzutreffen. Weit gefährlicher, aber örtlich begrenzter, sind die Sandwirbelwinde, Soba'a genannt. Hier muss man in jedem Fall Augen und elektronische Geräte schützen. Die Stürme tragen nicht selten dazu bei, dass Flugpläne nicht mehr eingehalten werden. Im Jahr 2006 trat der erste Sandsturm bereits Ende Februar auf (Einheimische sagten, dass sie das seit 20 Jahren nicht erlebt hätten), irgendwo im Staub waren sogar die Pyramiden kaum zu erkennen.

Feiertag[Bearbeiten]

Am 16. März wird der Gouvernements-Nationalfeiertag begangen.

Ausflüge[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Kartenblatt NH-36-09 (Al Fayyūm) der U.S. Army
  • Populärwissenschaftliche Darstellungen:
    • Vivian, Cassandra: The Western Desert of Egypt : an explorer’s handbook. Cairo : The American University in Cairo Press, 2008, ISBN 978-977-416-090-5, S. 209–257 (in Englisch).
    • Lane, Mary Ellen: A Guide to the Antiquities of the Fayyum. Cairo : American University in Cairo Press, 1985, ISBN 978-9774240423 (in Englisch).
    • Hewison, R. Neil: The Fayoum : history and guide. Cairo : American University in Cairo Press, 2008, ISBN 978-9774162060.
  • Wissenschaftliche Darstellungen
    • Salmon, Georges: Répertoire géographique de la province du Fayyoûm d’après le Kitâb Târîkh al-Fayyoûm d’An-Nâboulsî. In: Bulletin de l’Institut français d’archéologie orientale (BIFAO), ISSN 0255-0962, Bd. 1 (1901), S. 29–77, eine Tafel.
    • Beadnell, H[ugh] J[ohn] L[lewellyn]: The topography and geology of the Fayum Province of Egypt. Cairo : National Print. Department, 1905.
    • Caton-Thompson, G[ertrude] ; Gardner, E[linor] W[ight]: The Desert Fayum. London : Royal Anthropological Inst., 1934. Getrennter Text- und Tafelband.
    • Davoli, Paola: L’archeologia urbana nel Fayyum di età ellenistica e romana. Napoli : Generoso Procaccini, 1998, (Missione congiunta delle Università di Bologna e di Lecce in Egitto : monografie ; 1).
    • Arlt, Carolin ; Stadler, Martin Andreas (Hg.): Das Fayyûm in Hellenismus und Kaiserzeit : Fallstudien zu multikulturellem Leben in der Antike. Wiesbaden : Harrassowitz, 2013, ISBN 978-3-447-06925-0.
  • Karten:
    • Russische Generalstabskarten, Maßstab 1:200.000, Karten H-36-XIX (Синнурис [Sinnuris]), H-36-XXV (Эль-Файюм [El'-Fajjum]) und H-36-XXVI (Бени Суэйф [Beni Suejf]).
    • U.S. Army Map, Maßstab 1:250.000, Karte NH-36-09 (Al Fayyūm), 1953.
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