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Beni Suef (Gouvernement)

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Gouvernement Beni Suef
محافظة بني سويف
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Das ägyptische Gouvernement Beni Suef (arabisch: ‏محافظة بني سويف‎, Muḥāfaẓat Banī Suwaif) liegt in Mittelägypten. Es grenzt im Norden an die Gouvernements el-Faiyūm und Gīza, im Osten an das Gouvernement Rotes Meer, im Süden an das Gouvernement el-Minyā und im Westen an das Gouvernement Gīza. Der Ostteil des Gouvernements erstreckt sich bis in die Arabische Wüste. Das Verwaltungszentrum ist Beni Suef.

Orte[Bearbeiten]

Lageplan des Gouvernements Beni Suef
  • 1 Beni Suef Beni Suef in der Enzyklopädie Wikipedia Beni Suef im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsBeni Suef (Q394080) in der Datenbank Wikidata – Hauptstadt des Gouvernements. Seit 1997 gibt es hier ein Top-Sehenswürdigkeit archäologisches Museum, das u.a. Funde aus Sidmant und Abū Ṣīr el-Malaq zeigt. Auf dem Ostufer ist die Neustadt von Beni Suef im Entstehen.
  • 2 Nasir Nasir in der Enzyklopädie WikipediaNasir (Q63233) in der Datenbank Wikidata (‏ناصر‎, Nāṣir, früher Būsch, ‏بوش‎) – Kreisstadt im Norden von Beni Suef, in der das Antonius-Kloster und das Paulus-Kloster Niederlassungen unterhalten.
  • 3 el-Wāsṭāel-Wāsṭā (Q4105094) in der Datenbank Wikidata (‏الواسطى‎, al-Wāsṭā) – Kreisstadt im Norden des Gouvernements.
  • 4 Ihnasya el-Madina Ihnasya el-Madina in der Enzyklopädie Wikipedia Ihnasya el-Madina im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsIhnasya el-Madina (Q249480) in der Datenbank Wikidata – Kreisstadt und nicht zugängliche archäologische Stätte, das antike Herakleopolis Magna. Im Nordosten der Stadt befindet sich das Kloster des hl. Georg.

Die genannten Städte liegen allesamt auf dem Nilwestufer.

Weitere Ziele[Bearbeiten]

Westufer des Nils[Bearbeiten]

Nördlich und nordwestlich von Beni Suef befinden sich:

  • Top-Sehenswürdigkeit 1 Meidum Meidum in der Enzyklopädie Wikipedia Meidum im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsMeidum (Q1066424) in der Datenbank Wikidata – Dorf und archäologische Stätte
  • 2 Qiman el-ʿArūsQiman el-ʿArūs (Q12233550) in der Datenbank Wikidata – Dorf, in dem der hl. Antonius, Begründer des Klosters Deir el-Meimūn und des Antonius-Klosters am Roten Meer, geboren wurde. An den Heiligen erinnert heute im Dorf nichts mehr. Bedeutende Bauwerke sind die Grabmoscheen des Scheichs ʿAmrūn und des Scheichs Ṣafā.
  • 3 Abu Sir el-Malaq Abu Sir el-Malaq in der Enzyklopädie Wikipedia Abu Sir el-Malaq im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsAbu Sir el-Malaq (Q335383) in der Datenbank Wikidata – Dorf und nicht zugängliche archäologische Stätte. Der Überlieferung nach wurde hier der letzte Umayyaden-Kalif Marwan II. bestattet, von dessen Grablege aber keine Überreste mehr vorhanden sind. Im Westen des Dorfs, nördlich der archäologischen Stätte befindet sich das Kloster des hl. Georg.
  • 4 el-Ḥammāmel-Ḥammām (Q12186704) in der Datenbank Wikidata – Im Nordwesten des Dorfs befindet das Kloster des Abā Isḥāq und der hl. Jungfrau auf einem stark durchlöcherten Felsen. Diese Löcher bilden den Ursprung der Legende vom Wespenwunder.
  • 5 Dalāṣ Dalāṣ im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsDalāṣ (Q12211846) in der Datenbank Wikidata – Dorf. Im Norden der Großen Moschee befinden sich die Überreste eines Minaretts aus fatimidischer Zeit.
  • 6 Sidmant el-Gebel Sidmant el-Gebel in der Enzyklopädie WikipediaSidmant el-Gebel (Q2264395) in der Datenbank Wikidata – Dorf und nicht zugängliche archäologische Stätte.

Südlich und südwestlich von Beni Suef befinden sich:

  • 7 Dischascha Dischascha im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsDischascha (Q12211771) in der Datenbank Wikidata – Dorf und archäologische Stätte. Die Felsgräbernekropole ist bereits touristisch erschlossen, aber noch nicht zugänglich.
  • 8 Bibā Bibā in der Enzyklopädie WikipediaBibā (Q4902946) in der Datenbank Wikidata – In der Stadt befindet sich die Kirche des hl. Georg.
  • 9 el-Faschn el-Faschn in der Enzyklopädie Wikipediael-Faschn (Q953625) in der Datenbank Wikidata – Dorf mit Autofähre zur Nilostseite.
  • 10 el-Fant esch-Scharqīya (28° 45′ 9″ N 30° 52′ 36″ O), ‏الفنت الشرقية‎ – Dorf im Süden des Gouvernements mit der Kirche des hl. Kolluthus (‏كنيسة أبا كلوج‎, Kanīsat Abā Klōǧ), eines silberlosen Arzt-Heiligen. Alljährlich finden am 28. Januar (20. Tūba) und am 27. Juni (20. Baūna) Wallfahrten zu Ehren dieses Heiligen statt.[1]

Ostufer des Nils[Bearbeiten]

Nördlich und nordöstlich von Beni Suef befinden sich:

  • Bereits zum Gouvernement el-Gīza gehört die Kreisstadt 11 Aṭfīḥ Aṭfīḥ in der Enzyklopädie WikipediaAṭfīḥ (Q754592) in der Datenbank Wikidata (‏أطفيح‎). Im Altertum befand sich hier die Stadt Aphroditopolis.
  • Top-Sehenswürdigkeit 12 Deir el-MeimunDeir el-Meimun (Q12212334) in der Datenbank Wikidata (‏دير الميمون‎, Dair al-Maimūn) – Kloster des hl. Antonius. Das Kloster und das Namen gebende Dorf el-Meimun liegt auf dem Westufer. Es ist die erste Klostergründung des hl. Antonius.
  • 13 Deir el-ʿAdhrāʾ – Das Nonnenkloster für die hl. Jungfrau befindet sich gegenüber von Beni Suef. Von einem Anlegesteg unterhalb des Klosters aus lässt sich eine reizvolle Bootsfahrt unternehmen.

Südlich und südöstlich von Beni Suef befinden sich:

  • 14 Gebel en-Nūr Gebel en-Nūr im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsGebel en-Nūr (Q12204786) in der Datenbank Wikidata (28° 56′ 46″ N 31° 1′ 47″ O), ‏جبل النور‎, Ǧabal an-Nūr) – Dorf und archäologische Stätte mit den Überresten eines Isis-Tempels aus der Zeit Ptolemaios’ II. Der Tempel, der erst 2014 freigelegt wurde, soll für Touristen erschlossen werden.[2]
  • 15 el-Hiba el-Hiba in der Enzyklopädie Wikipedia el-Hiba im Medienverzeichnis Wikimedia Commonsel-Hiba (Q548805) in der Datenbank Wikidata (‏الحيبة‎, al-Ḥība) – Dorf und nicht zugängliche archäologische Stätte.

In der Arabischen Wüste[Bearbeiten]

  • Schutzgebiet 16 Wadi-Sannur-Höhle Wadi-Sannur-Höhle in der Enzyklopädie WikipediaWadi-Sannur-Höhle (Q4116382) in der Datenbank Wikidata. Im Bereich der pharaonischen Steinbrüche für Kalzit-Alabaster befindet sich die Namen gebende Tropfsteinhöhle.

In der Westlichen Wüste[Bearbeiten]

Hintergrund[Bearbeiten]

Lage[Bearbeiten]

Das Gouvernement befindet sich südlich des Gouvernements von el-Gīza sowie nördlich des Gouvernements el-Minyā. Beni Suef stellt einen wichtigen Verkehrsknotenpunkt dar mit Anbindungen an die Nachbargouvernements Rote Meer über Raʾs Zaʿfarāna und el-Faiyūm sowie nach Oberägypten dar.

Im Gouvernement lebten 2017 etwa 3,2 Millionen Menschen, darunter etwa zwei Drittel im ländlichen Raum.

Geschichte[Bearbeiten]

Wie die Pyramide von Meidum eindrucksvoll belegt, wurde das Gouvernement seit dem altägyptischen Alten Reich besiedelt. Seine ununterbrochene Nutzung setzte sich in koptischer und islamischer Zeit bis in die heutige Zeit fort.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Wie in allen Gouvernements, die am Nil gelegen sind, ist die Landwirtschaft mit Pflanzen- und Tierproduktion der Hauptwirtschaftszweig. Angebaut werden u. a. Weizen, Mais, Sommerreis und Klee. Das Gouvernement besitzt auch einen hohen Grad an Industrialisierung. Dazu wurden verschiedene Industriezonen ausgewiesen. Zu den hier angesiedelten Industrien gehören z. B. die Schwerindustrie in Gebel Gharib, der Kalkstein- und Kalzit-Alabasterabbau auf der Ostseite des Nils, die Zement- und Ziegelindustrie sowie die Produktion von Leinen, Baumwolle und Teppichen. Bedeutende internationale Unternehmen wie Samsung haben im Gouvernement Fabriken errichtet. 2017 wurde ein Gas-und-Dampfturbinen-Kraftwerk der Fa. Siemens mit 1,2 GW Leistung in Betrieb genommen. Tourismus spielt im Gouvernement nur eine untergeordnete Rolle.

15 Kilometer nordwestlich von Beni Suef gibt es mit der EAF Airbase Busch einen bedeutenden Stützpunkt der ägyptischen Luftwaffe.

Anreise[Bearbeiten]

Die Anreise kann mit Bus oder Bahn erfolgen. Der 1 Bahnhof Beni Suef an der Linie KairoAssuan befindet sich im Norden der Altstadt.

Mobilität[Bearbeiten]

In Beni Suef gibt es eine 2 Nilbrücke.

Nördlich von Beni Suef bei 3 Aschmant, ‏أشمنت‎, und südlich von Beni Suef bei 4 el-Faschn, ‏الفشن‎, gibt es Auto- und Personenfähren.

Zwischen den Großstädten verkehren Mikrobusse. Die Weiterfahrt zu den Dörfern kann mit in Ägypten Tuqtuq genannten Motorrikschas erfolgen. Man sollte dem Fahrer mitteilen, dass man zu mehreren Orten fahren möchte, da es in den Dörfern selbst kaum weitere öffentliche Verkehrsmittel gibt.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Im Gouvernement gibt es zahlreiche Monumente aus pharaonischer Zeit. Im Norden befindet sich die Pyramide von Meidum, umgeben von den Mastabagräbern von Angehörigen der Königsfamilie.

Im Gouvernement befinden sich mehrere berühmte Gaufürstennekropolen. Diese Friedhöfe können aber alle nicht besucht werden. Nur der Friedhof von Dischāscha ist bereits touristisch vorbereitet, aber noch nicht eröffnet. Tempelanlagen gibt es in Ihnāsyā el-Madīna und Gebel en-Nūr.

Hinweis: Der Friedhof von Meidum ist die einzige archäologische Stätte im Gouvernement Beni Suef, die bisher touristisch erschlossen ist. Für alle anderen benötigt man eine Genehmigung der Obersten Antikenbehörde in Kairo. Mit ihr kann man in Begleitung des zuständigen Antikeninspektors die Stätten besuchen.

Ein Teil der Funde aus Abu Sir el-Malaq und Sidmant el-Gebel kann im archäologischen Museum in Beni Suef besichtigt werden.

Der Gouvernement besitzt zahlreiche koptische Klosteranlagen. Die historisch bedeutendste ist das Deir el-Meimūn. Die Klöster sind während der Fastenzeiten in der Regel nicht zugänglich.

Fast alle historisch bedeutsamen Moscheen befinden sich in der Stadt Beni Suef selbst. Das älteste Monument ist das fatimidische Minarett in Dalāṣ.

Die Landschaftl ähnelt sich der aller am Nil gelegenen Gouvernements. Zu beiden Seiten des Nils befinden sich landwirtschaftliche Nutzflächen. Eine Besonderheit stellt die Wādī-Sannūr-Höhle. Sie kann mit Erlaubnis des Umweltministeriums besichtigt werden.

Aktivitäten[Bearbeiten]

Einzig in Beni Suef gibt es abends Möglichkeiten zum Ausgehen. Viele Restaurants befinden sich in der Nähe der Corniche.

Feiertag[Bearbeiten]

Am 15. März wird der Gouvernements-Nationalfeiertag begangen. Es wird der Demonstrationen gegen die britische Besatzungsmacht am 15. März 1919 gedacht. Bei den landesweiten Unruhen Mitte März 1919, die durch die Verhaftung und Deportation des Führers der nationalistischen Wafd-Partei, Saʿd Zaghlūl Pascha, und drei seiner Gefährten ausgelöst wurden, wurden etwa 3.000 Menschen getötet. Die Ereignisse gingen als Revolution von 1919 in die Geschichte ein. Im Gouvernement Beni Suef wurden Eisenbahnlinien unterbrochen. In den entgleisenden Zügen starben britische Soldaten.

Sicherheit[Bearbeiten]

Das Gouvernement gilt als sicher. Man kann sich hier ohne Begleitung von Polizei- oder Militärfahrzeugen frei bewegen.

Klima[Bearbeiten]

Ägypten gehört zur subtropischen Klimazone. Diese Zone ist gekennzeichnet durch warmes und trockenes Wüstenklima.

Beni Suef Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez    
Mittlere höchste Lufttemperatur in °C 20 22 25 30 34 37 37 37 35 31 25 21 Ø 29.5
Mittlere Lufttemperatur in °C 12 14 17 22 26 29 29 29 27 24 18 14 Ø 21.8
Mittlere tiefste Lufttemperatur in °C 6 7 10 14 17 20 22 21 20 17 12 7 Ø 14.4
Niederschläge in mm 1 1 2 0 0 0 0 0 0 0 1 1 Σ 6

Ausflüge[Bearbeiten]

Ausflüge bieten sich in das nahe gelegene el-Faiyūm, zu anderen Pyramidenkomplexen in der Memphitischen Nekropole und in das südlich gelegene Nachbargouvernement el-Minyā an.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Meinardus, Otto F.A.: Die „silberlosen“ Ärzte der Kopten. In: Kemet : das schwarze Land ; Ägypten ; eine Zeitschrift für Ägyptenfreunde, ISSN 0943-5972, Bd. 8,2 (1999), S. 48–50.
  2. Nevine El-Aref: Beni Sweif tombs to open, Mitteilung der Al-Ahram Weekly vom 13. Oktober 2016.
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