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Glacier-Express

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Landwasserviadukt auf der Albulabahn
Strecke

Der Glacier-Express führt von Zermatt im Schweizer Kanton Wallis über Brig-Glis und Andermatt nach St. Moritz und Davos im Kanton Graubünden. Der Glacier-Express gilt als langsamster Schnellzug der Welt und gehört zu den berühmtesten Bahnen der Welt. Die 291 km lange Strecke wird von der Matterhorn-Gotthard-Bahn und der Rhätischen Bahn betrieben und führt über den Alpenhauptkamm über 291 Brücken und Viadukte und durch 91 Tunnel. Der höchste Punkt an der Strecke ist der Oberalppass auf 2033 Höhenmetern.

Streckenbeschreibung[Bearbeiten]

Zunächst führt der Glacier-Express von Zermatt (1604 m ü.d.M.) durch das Mattertal ins etwa 1000 m tiefer gelegene Brig-Glis (670 m ü.d.M.). Am gegenüberliegenden Talhang geht es wieder bergauf und hoch über der Rhône verschwindet er dann für 15 Kilometer im Furka-Basistunnel. In Andermatt (1450 m ü.d.M.) führt er am Fuss des St. Gotthard-Massivs vorbei und wird schließlich mit Hilfe einer Zahnradstange zum Oberalppass (2033 m ü.d.M.), dem höchsten Punkt der Strecke, hinaufgezogen. Der weitere Verlauf führt über Disentis (1130 m ü.d.M.), über dem die Benediktinerabtei St. Martin thront. Die Trasse führt dann weiter durch die wildromantische Rheinschlucht und vorbei am grandiosen 65 m hohen Landwasserviadukt bei Filisur. Schliesslich erreicht der Zug die älteste Stadt der Schweiz, Chur und endet im weltbekannten Kurort St. Moritz. Ein Zug pro Tag fährt ab Chur weiter nach Davos Platz. Zwischen Thusis und St. Moritz fährt der Zug auf der Albulabahn, die zusammen mit der Berninabahn (Bernina-Express) 2008 in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen wurde.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Erfolgsgeschichte des Glacier-Express begann 1925. Mit dem Luxuszug wollten die Verantwortlichen von Rhätischer Bahn, Furka-Oberalp-Bahn und Visp-Zermatt-Bahn an die Tradition der großen und klangvollen Luxuszüge anknüpfen. Der Zug sollte über einen herausragenden Komfort verfügen. Für den Zug war daher auch die Mitführung eines Salonwagens, ebenso ein Speisewagen, geplant. Die Jungfernfahrt war am 25. Juni 1930. Der erste Glacier-Express verließ um 7.30 Uhr das Bergdorf Zermatt. 11,5 Stunden dauerte die Fahrt nach St. Moritz. Die Lokbespannung war damals teilweise mit elektrisch betriebenen Krokodilen und teilweise mit Dampflokomotiven. In der Anfangszeit bis 1981 fuhr der Glacier-Express nur in den Sommermonaten von Juni bis Oktober, da ein Winterbetrieb auf einigen Streckenabschnitten nicht möglich war. In den Kriegsjahren ab 1943 bis 1946 musste der Glacier-Express eingestellt werden, da die ausländischen Touristen ausblieben. Die rege Beliebtheit am Glacier-Express führte dazu, dass ab 1976 die Züge doppelt geführt werden mussten. Es folgte der Bau des über 15 Kilometer langen Furka-Basistunnel. Dies war Auslöser eines Reisendenansturmes. Viele wollte nochmal über die alte Bergstrecke am Rhone-Gletscher fahren. Somit mussten wiederum Wagen angehängt werden. Am 13. September 1981 waren 56 Entlastungszüge auf der Strecke unterwegs, um den Besucheransturm bewältigen zu können. Durch die Eröffnung des Furka-Basistunnels 1982 ging auch ein Stück Tradition verloren. Denn auf der sogenannten Furka-Bergstrecke, zwischen Oberwald und Realp führte der Zug am Rhone-Gletscher vorbei, denn der Luxuszug wurde nach dem Rhone-Gletscher benannt. Glacier ist französisch und bedeutet Gletscher. Seit 2010 ist die Furka-Bergstrecke, nach 28-jähriger Pause, wieder durchgehend befahrbar. Sie ist eine zahnradbetriebene Dampfbahn.

Leider blieb der Glacier-Express von Zugunglücken nicht verschont. Am 23. Juli 2010 ereignete sich infolge zu hoher Geschwindigkeit zwischen den Stationen Lax und Fiesch Feriendorf (im Abschnitt Brig-Glis - Oberwald) ein Zugunglück, bei welchem drei Wagen des Glacier-Express entgleisten; zwei der Wagen kippten um. Der Speisewagen, der bereits auf einem Viadukt stand, wurde glücklicherweise von einem Fahrleitungsmast aufgefangen. Dabei starb eine Reisende, 42 Personen wurden verletzt, davon zwölf schwer. Es ist das schwerste Zugunglück seit 1990 in der Schweiz.

Heute fahren jährlich etwa 250.000 Fahrgäste mit dem Glacier-Express aus aller Welt! Im Überseemarkt wird das "Eisenbahnerlebnis Glacier-Express" mit "Ultimate Railway Experience" vermarktet. Sowie die weltweit besten Skigebiete Zermatt Matterhorn und St. Moritz-Engadin und die ständigen Aus- und Weiterbauten tragen zu einem weiteren Besucheranstieg in den nächsten Jahren bei.

Heutiger Betrieb[Bearbeiten]

In den Sommermonaten (Mitte Mai bis Ende Oktober) fahren täglich 3 Züge zwischen Zermatt und St. Moritz und zurück, sowie 1 Zug zwischen Zermatt und Davos Platz und zurück. Die Zugeinheit Zermatt-Davos führt einen klassischen Speisewagen. In der Wintersaison (Mitte Dezember bis Mitte Mai) fährt lediglich 1 Zug zwischen Zermatt und St. Moritz. Sowie 1 Zug zwischen Brig-Glis und Chur. Von November bis Mitte Dezember verkehren keine Glacier-Express-Züge.

Über Kopfhörer erhalten die Fahrgäste alle wissenswerten Streckeninformationen in Deutsch, Französisch, Englisch, Italienisch, Japanisch oder Chinesisch.

Auf dem gesamten Streckenabschnitt verkehren außerdem Regionalzüge der Rhätischen Bahn und Matterhorn-Gotthard-Bahn im Stundentakt. Die Fahrpläne gibt es auf der Homepage der SBB.

Panorama: Du kannst das Bild horizontal scrollen.

Fahrpreise[Bearbeiten]

  • Zermatt-St. Moritz, einfache Fahrt: 2. Klasse 136 CHF (ca. 123 €), 1. Klasse 226 CHF (ca. 205 €)
  • Zermatt-Davos Platz, einfache Fahrt: 2. Klasse 129 CHF (ca. 117 €), 1. Klasse 214 CHF (ca. 194 €)
  • Kinder bis 6 Jahren fahren kostenlos, Kinder und Jugendliche bis 16 Jahren erhalten 50% Ermäßigung
  • Der Glacier-Express ist reservierungspflichtig. Im Sommer beträgt der Zuschlag 33 CHF (ca. 30 €), im Winter 13 CHF (ca. 11 €).
  • Es ist möglich während der Fahrt ein frisch zubereitetes Mittagessen (Tagesteller) oder sogar ein 3-Gänge-Menü zu bekommen. Die Preise hierfür: Tagesteller 30 CHF (ca. 27 €), 3-Gänge-Menü 43 CHF (ca. 39 €)
  • Stand der Fahrpreise ist Oktober 2011. Die Euro-Preise sind Richtpreise, es wird der aktuelle Tageskurs berechnet.

Ermäßigungen[Bearbeiten]

  • Der Swiss Pass oder die Swiss Card sind gültig. Es ist lediglich die Reservierung zu bezahlen.
Swiss Pass[Bearbeiten]

Der Swiss Pass berechtigt freie Fahrt auf dem gesamten Schienennetz der Schweiz, in den Bussen von Postauto Schweiz, bei zahlreichen Bergbahnen und Schifffahrtsgesellschaften, sowie in den Städten bei den lokalen Verkehrsbetrieben (Tram, Bus, etc.).

Der Swiss Pass kostet für 4 Tage 266 CHF (ca. 216 €) für die 2. Klasse und 399 CHF (ca. 323 €) für die 1. Klasse. Etwas günstiger wird es ab der 2. Person sowie für Jugendliche unter 26 Jahren (Swiss Youth Pass). Mehr Informationen gibt es bei Swiss Travel System.

Zermatt mit Blick auf den Matterhorn

Anreise[Bearbeiten]

Ausgangspunkt Zermatt[Bearbeiten]

Spiez am Thunersee ist ICE-Bahnhof auf der Linie Berlin-Braunschweig-Kassel-Frankfurt-Karlsruhe-Basel-Bern-Interlaken. In Spiez bestehen Anschluss an die SBB-Züge nach Visp durch den Lötschberg-Basistunnel, landschaftlich reizvoller ist es jedoch in die Züge der Berner Oberlandbahn BLS umzusteigen, die über die Lötschberg-Bergstrecke (Kandersteg, Goppenstein) fahren. In Visp fährt man dann mit der Matterhorn-Gotthard-Bahn nach Zermatt.

Aus Österreich kommend fährt man über Zürich, Bern, Spiez und Visp nach Zermatt. Zu empfehlen ist jedoch dann die Reise in St. Moritz oder Davos zu beginnen.

Zu beachten ist für Autofahrer, dass Zermatt autofrei ist. Man muss im 5 Kilometer entfernten Täsch sein Auto parken und mit der Bahn nach Zermatt fahren.

Ausgangspunkt St. Moritz oder Davos[Bearbeiten]

St. Moritz

ICE-Züge der Linie Kiel-Hamburg-Hannover-Kassel-Frankfurt-Karlsruhe-Basel-Zürich enden in Zürich. Dort steigt man in die SBB-Züge nach Chur um. Ab Chur fährt man dann auf der Albulabahn (UNESCO-Weltkulturerbe) mit der Rhätischen Bahn nach St. Moritz. Wer in Davos starten möchte steigt in Landquart um.

Aus dem Ruhrgebiet und Rheintal gibt es täglich 2 EuroCity-Züge die direkt nach Landquart und Chur fahren.

Aus Österreich kommend fahren die RailJet-Züge bis Sargans oder Buchs. Dort besteht Anschluss nach Landquart und Davos sowie Chur und St. Moritz.

Es ist auch möglich die Reise mit dem Glacier-Express in Chur zu beginnen. Jedoch verpasst man dann die Albulabahn, und ggf. auch die Berninabahn (Bernina-Express), die ja wie schon erwähnt ein UNESCO-Weltkulturerbe sind!!!

Top-Reiseziele[Bearbeiten]

Gornergratbahn Zermatt[Bearbeiten]

Gornergrat Bahnhof

Der Gornergrat befindet sich auf 3089 Höhenmeter. Er zählt zu den TOP-Ausflugszielen in der Schweiz. Das Panorama von der Aussichtsplattform ist eines der schönsten: Monte Rosa Massiv mit dem höchsten Schweizer Berg (Dufourspitze auf 4'634 m ü.M.), mit Blick auf den zweitgrössten Gletscher der Alpen, dem Gornergletscher, sowie auf fast 30 4000er. Auf dem Gornergrat steht das höchstgelegene Hotel der Schweiz, das 3100 Kulmhotel Gornergrat, mit Restaurant, Sternwarte, Shopping-Mall. Im Winter kann man in einem ganz speziellen Hotel nächtigen, in Iglus, in warmen Schlafsäcken verpackt. Hot-Whirlpool, Schweizer Käse-Fondue und Glühwein inklusive.

Die Gornergratbahn, die von der Matterhorn-Gotthard-Bahn betrieben wird, ist die höchste im Freien angelegte Zahnradbahn Europas. Sie wurde 1898 in Betrieb genommen und bereits zu Beginn an war sie mit Drehstrom elekrifiziert. Sie wurde somit zur ersten elektrisch betriebenen Zahnradbahn der Schweiz. Sie startet am Zermatter Bahnhof, die Fahrt für die 9,3 Kilometer lange Strecke dauert 40 Minuten und fährt in der Hochsaison alle 20 Minuten. Versuchen Sie in Fahrtrichtung rechts einen Sitzplatz zu bekommen, wegen der Aussicht auf das Matterhorn.

Auf der Rückfahrt können Sie im Sommer an der Station Riffelalp aussteigen. Hier beginnt die Riffelalptram, Europas höchstgelegenen Trambahnlinie. Sie führt bei einer Streckenlänge von 675 m von der Bahnstation Riffelalp der Gornergrat-Bahn zum Hotel Riffelalp.

Matterhorn Glacier Paradiese und Gletscher-Palast Zermatt[Bearbeiten]

Auf dem Matterhorn Glacier Paradiese befindet sich die höchstgelegene Seilbahnstation Europas (3883 m ü.d.M.). Atemberaubendes Panorama auf italienische, französische und Schweizer Alpenriesen inklusive - und mit viel "Phantasie" am Horizont ist sogar das Mittelmeer zu erkennen. Der Mont Blanc, höchster Berg der Alpen, scheint zum Greifen nah. Hier oben kann man auch im Sommer Skifahren. Zermatt ist übrigens eines der besten Skigebiete weltweit!

Hier oben ist auch der höchstgelegene Gletscher-Palast der Welt, der über 2 Personenaufzüge direkt von der Station Matterhorn glacier paradise erreicht werden kann. Man spazieren durch einen Eistunnel direkt in den Palast, der sich rund fünfzehn Meter unter der Gletscheroberfläche befindet. Den Rückweg kann man durch eine Gletscherspalte antreten.

Dampfbahn Furka-Bergstrecke Realp-Oberwald[Bearbeiten]

Dampfbahn Furka-Bergstrecke

Wer dem ehemaligen Verlauf des Glacier-Express folgen möchte, sollte unbedingt mit der Dampfbahn Furka-Bergstrecke fahren, die seit 2010, nach 28-jähriger Pause wieder vollständig in Betrieb ist. Ein kleines Problem gibt es allerdings dabei. Der Glacier-Express hält weder in Oberwald noch in Realp. Man kann den Glacier-Express jedoch in Andermatt verlassen und mit Regelzügen nach Realp fahren. Dort fahren in den Sommermonaten 1-2 Züge am Tag hinauf über den Furkapass (2163 m ü.d.M.) und vorbei am Rhone-Gletscher bis nach Oberwald. Danach kann man zurück nach Andermatt fahren, dort eine Nacht verbringen oder mit Regelzügen die Reise nach St. Moritz oder Davos bzw. in Richtung Zermatt fortsetzen, da der Glacier-Express am späten Nachmittag/Abend nicht mehr verkehrt. Weitere Informationen gibt es auf der unten genannten Homepage.

Schöllenenbahn Andermatt-Göschenen[Bearbeiten]

Auch zu empfehlen ist eine Fahrt mit der Schöllenenbahn von Andermatt nach Göschenen. Sie ist eine Zahnradbahn und führt durch die beeindruckende Schöllenenschlucht, die man unbedingt bei einem Spaziergang besuchen sollte. Göschenen liegt an der alten Gotthardlinie Luzern-Arth-Goldau-Gotthardtunnel-Airolo-Bellinzona-Lugano-Chiasso-Italien.

Sehenswerte Städte[Bearbeiten]

Es lohnt sich das mondäne St. Moritz, Chur, die älteste Stadt der Schweiz, Andermatt, Brig-Glis, Visp und das autofreie Zermatt mit seinen verstreuten Walsersiedlungen (Zmutt, Findeln usw.) zu besichtigen.

Weiter geht's...[Bearbeiten]

Von St. Moritz aus, kann man mit dem Bernina-Express ins italienische Tirano zu fahren. Von Tirano aus fahren Züge der Italienischen Staatsbahn weiter nach Mailand, (Milano). Oder man fährt mit dem Postbus Schweiz durch das Veltin , vorbei am Comer See nach Lugano am Luganersee.

Von Lugano aus kann man dann über Bellinzona und Locarno weiterfahren. Dort beginnt die Centovalli-Bahn nach Domodossola, von hier aus geht es dann durch den Simplontunnel bis nach Brig-Glis.

Literatur[Bearbeiten]

  • Glacier Express - Von St. Moritz nach Zermatt, Reto Steiner, EK-Verlag Freiburg 2009, ISBN 978-3-88255-731-2
  • Glacier-Express - Vom Engadin zum Matterhorn, Klaus Fader, Kosmos-Verlag Stuttgart 2000, ISBN 3-440-07799-3
  • 75 Jahre (1930-2005) Glacier-Express St. Moritz/Davos-Zermatt, Eisenbahn-Kurier Magazin Spezial 76
  • Traumreise mit Glacier-Express, Eisenbahn-Kurier Magazin Spezial 25

Medien[Bearbeiten]

  • DVD "Glacier-Express", EK-Verlag Freiburg, Bestell-Nr. 8038
  • DVD "Dampfbahn Furka-Bergstrecke", EK-Verlag Freiburg, Bestell-Nr. 8045
  • DVD "Schweizerische Bahnen hinter den Kulissen", EK-Verlag Freiburg, Bestell-Nr. 8109
  • DVD "Abenteuer Schneeräumzug", EK-Verlag Freiburg, Bestell-Nr. 8040

Weblinks[Bearbeiten]

weitere Wikipedia-Artikel[Bearbeiten]

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