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Saale-Unstrut-Region

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Neuenburg in Freyburg

Die Saale-Unstrut-Region ist die südlichste Region des Bundeslandes Sachsen-Anhalt. Teile der Region liegen auch schon im Nordosten Thüringens.

Sie hat eine hügelige Landschaft und zahlreiche kulturhistorisch bedeutende Stätten. Bauliche Sehenswürdigkeiten sind neben dem Naumburger Dom, der zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört, verschiedene Burgen und Schlösser. Außerdem ist Saale-Unstrut ein vor allem für seine Weißweine bekanntes Weinanbaugebiet – das am weitesten nördlich gelegene Qualitätsweinanbaugebiet Deutschlands.

Orte[Bearbeiten]

Naumburger Dom
Weinberg Schweigenberge an der Unstrut, westlich von Freyburg
  • Bad Bibra - ältester Teil des Bäderdreiecks Bad KösenBad Sulza–Bad Bibra; Stahlquellen. Westlich des Städtchens die neue Saubachtalbrücke der ICE-Strecke Erfurt–Leipzig/Halle.
  • Eckartsberga - Kleinstadt direkt an der Grenze zu Thüringen; Eckartsburg und Irrgarten.
  • Freyburg - Zentrum der Weinbauregion; Schloss Neuenburg, Rotkäppchen Sektkellerei, historische Weinlagen.
  • Goseck – mit dem prähistorischen Sonnenobservatorium
  • Bad Kösen - Solequellen, Gradierwerk, nicht weit entfernt ist die Rudelsburg.
  • Laucha - alte Stadtbefestigung und Glockenmuseum.
  • Naumburg - mit ihrem Dom besitzt die Stadt eine der bedeutendsten Sakralbauten Europas.
  • Nebra - in der Nähe der Fundort der Nebraer Himmelsscheibe.
  • Bad Sulza - (bereits in Thüringen), Kur- und Weinstadt (Sole-Heilbad) an der Ilm; Toskana-Therme.
  • Weißenfels - barockes Schloss Neu-Augustusburg mit Schuh- und Stadtmuseum.
  • Zeitz - die Stadt der Zuckerfabrikation mit der Moritzburg.

Weitere Ziele[Bearbeiten]

  • Naturpark Saale-Unstrut-Triasland, über 100.000 ha große Naturparkregion, bestehend aus mehreren Landschaftsschutz-, Naturschutz- und europäischen Natura 2000-Gebieten, im Grenzgebiet von Sachsen-Anhalt und Thüringen, rund um Nebra. Insbesondere als Geo-Naturpark ausgewiesen, da man hier die geologischen Besonderheiten kennenlernen und erleben kann (besondere Gesteinsformationen, Fossilien), aber auch verschiedene seltene Tier- und Pflanzenarten (Fledermäuse, wild wachsende Orchideen und mehr)
  • Hinter der Grenze zu Thüringen mündet die Ilm in die Saale. Diese Region wird als Thüringer Toskana bezeichnet.

Hintergrund[Bearbeiten]

Die hügelige Landschaft der Region ist geologisch maßgeblich in der Trias-Zeit (über 200 Millionen Jahre vor heute), insbesondere Buntsandstein und Muschelkalk, geprägt worden. Typisch für die Region sind die Auenlandschaften entlang der beiden namengebenden Flüsse, Streuobstwiesen und natürlich die terrassierten Weinberge. Der Bildhauer, Maler und Grafiker Max Klinger (1857–1920), der in Großjena bei Naumburg lebte und arbeitete, nannte die Region eine „Toskana des Nordens“.

Touristisch ist vor allem der Westteil der Region interessant, während das Gebiet östlich der Saale landschaftlich weniger ansprechend ist und in die Bergbauregion des Mitteldeutschen Chemiedreiecks bzw. der Leipziger Tieflandsbucht übergeht.

Sonnenobservatorium bei Goseck

Die Region hat eine hohe Dichte an kulturhistorisch bedeutsamen Stätten. Sie war bereits während der Jungsteinzeit besiedelt und hatte offenbar eine vergleichsweise entwickelte Kultur. Dafür spricht die Kreisgrabenanlage von Goseck aus dem frühen 5. Jahrtausend v. Chr., die sehr wahrscheinlich die Funktion eines Sonnenobservatoriums erfüllte. Ein weiterer prähistorischer Fund von überragender Bedeutung ist die Himmelsscheibe von Nebra, die auf die Zeit um 2000 v. Chr. datiert wird. Sie gehört zum UNESCO-Weltdokumentenerbe, wird allerdings außerhalb der Region, im Landesmuseums für Vorgeschichte in Halle ausgestellt. Im Besucherzentrum Arche Nebra ist jedoch eine originalgetreue Nachbildung sowie eine multimedial aufbereitete und interaktive Dokumentation zu den Hintergründen zu besichtigen.

Krypta der Romanischen Klosterkirche Memleben
Saaledurchbruch bei Bad Kösen: Blick auf Stendorf mit Burg Saaleck

Einen weiteren Höhepunkt erlebte die Region im Mittelalter. Im 10. bis 11. Jahrhundert gab es in Memleben eine Kaiserpfalz, das heißt die ottonischen Könige bzw. Kaiser hielten dort zeitweise ihren Hof. Die Könige Heinrich I. und Otto I. starben hier sogar. Zudem stammt aus dieser Zeit ein romanisches Benediktinerkloster mit Monumentalkirche. In der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts wurde der Naumburger Dom errichtet, einer der bedeutendsten spätromanischen Kirchenbauten Mitteldeutschlands. Die Naumburger Stifterfiguren im Dom gehören zu den bemerkenswertesten und kunstvollsten Skulpturen des deutschen Mittelalters. Seit 2018 gehört der Naumburger Dom zum UNESCO-Weltkulturerbe. Desweiteren gibt es in der Region zahlreiche hochmittelalterliche Burganlagen. Hervorzuheben ist besonders die Rudelsburg, die den Romantikern als geradezu musterbildlich galt und die Franz Kugler zu dem Volkslied „An der Saale hellem Strande stehen Burgen stolz und kühn“ inspirierte.

Eng mit der Saale-Unstrut-Region verbunden ist auch die Jugend des Philosophen Friedrich Nietzsche (1844–1900). Er wuchs ab seinem sechsten Lebensjahr in Naumburg auf, besuchte die Naumburger Domschule und die Landesschule Pforta, gründete auf der Burgruine Schönburg mit Freunden die künstlerisch-literarische Vereinigung „Germania“. Ihm ist eine Ausstellung in seinem ehemaligen Wohnhaus in Naumburg sowie ein angeschlossenes Nietzsche-Dokumentationszentrum gewidmet.

Anreise[Bearbeiten]

Mit dem Flugzeug[Bearbeiten]

Nächstgelegener Verkehrsflughafen ist Leipzig/Halle (IATA CodeLEJ); ca. 40–60 km entfernt, etwa eine Stunde mit dem Zug).

Mit dem Zug[Bearbeiten]

In der Region ist der Bahnhof in Naumburg (Saale) für die Anreise häufig sinnvoll. Dort halten pro Tag wenige Intercity- oder ICE-Züge (aus Richtung Leipzig, Dortmund, Berlin und Nürnberg). Nächstgelegene reguläre Fernverkehrshalte sind Leipzig, Halle und Erfurt.

Aus Richtung Halle bzw. Leipzig und Weimar/Erfurt/Eisenach kommt man im Stundentakt mit der Regionalbahn oder dem Regionalexpress in mehrere Orte der Saale-Unstrut-Region (u.a. Weißenfels, Naumburg, Bad Kösen). Von Halle fährt man 20–40 Minuten, von Leipzig 35–60, von Erfurt 40–55 Minuten.

Auf der Straße[Bearbeiten]

Die Autobahn A9 (Berlin–Nürnberg) führt am Ostrand der Region entlang, Anschlussstelle Weißenfels oder Naumburg; die Autobahn A38 (Göttingen–Leipzig) am Nordrand, Anschlussstelle Leuna.

Durch die Region führt außerdem die Südroute der Straße der Romanik, mit Stationen u. a. in Memleben, Eckartsberga, Bad Kösen, Naumburg, Zeitz, Freyburg und Goseck.

Mit dem Fahrrad[Bearbeiten]

Durch die Region führen der Saale-Radwanderweg aus Richtung Jena oder Halle, der Unstrut-Radweg aus Richtung Mühlhausen, der Ilm-Radweg aus Richtung Weimar, der Goetheradweg von Halle.

Zu Fuß[Bearbeiten]

Die Saale-Unstrut-Region wird vom Ökumenischen Pilgerweg Mitteldeutschland durchquert, der sich am Verlauf der mittelalterlichen Handelsstraße Via regia orientiert (GörlitzBautzenLeipzig–Naumburg–ErfurtEisenachVacha). Er ist auch ein Zweig des Jakobswegs und dementsprechend mit dem Muschelsymbol markiert. Auf dem mit weiß-blau-weißen Streifen markierten Hauptwanderweg SaalfeldBad Frankenhausen kann man entlang der Flüsse Saale und Unstrut hierher gehen.

Mobilität[Bearbeiten]

Der Burgenlandkreis (Weißenfels, Naumburg, Nebra, Zeitz) gehört dem Mitteldeutschen Verkehrsverbund (MDV) an. Alle Verbundfahrscheine gelten in Regionalzügen, Straßenbahnen und Bussen der jeweiligen Tarifzone. Auch das Sachsen-Anhalt-(bzw. Sachsen- oder Thüringen-)Ticket wird von allen öffentlichen Verkehrsmitteln im MDV anerkannt. Wer nur Zug ohne Umsteigeberechtigung auf andere Verkehrsmittel fahren möchte, kann auch Fahrkarten zum DB-Tarif unter Nutzung von BahnCard-Rabatten erwerben.

Die Regionalbahn von Naumburg-Ost nach Wangen und zurück fährt im Stundentakt direkt an der Unstrut entlang und hält u.a. in Naumburg Hbf, Freyburg und Nebra.

Ebenfalls im Stundentakt fährt die RB Halle–Eisenach, deren Strecke an der Saale entlangführt und die u.a. in Weißenfels, Naumburg Hbf, Bad Kösen und Großheringen hält. Zusätzlich gibt es den zweistündlich verkehrenden RB Naumburg–Saalfeld, der auch in Bad Kösen hält.

Der Unstrut-Radweg verbindet Naumburg mit Freyburg, Laucha, Nebra und Memleben; der Goetheradweg zweigt von diesem ab und führt weiter nach Bad Bibra, Eckartsberga und Bad Sulza. Der Saale-Radwanderweg stellt die Verbindung zwischen Weißenfels, Goseck (wenige Kilometer abseits der Hauptroute), Naumburg, Bad Kösen und Camburg her.

Wer gut zu Fuß ist, kann den Ökumenischen Pilgerweg Via regia (Jakobsweg) benutzen, um von Naumburg nach Freyburg und Eckartsberga bzw. den weiß-blau-weißen Hauptwanderweg, um nach Bad Kösen, Freyburg, Laucha, Nebra und Memleben zu gelangen.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Eckartsburg in Eckartsberga
Schloss Goseck
  • Eckartsberga: Eckartsburg – gut erhaltene romanische Höhenburg
  • Freyburg: Schloss Neuenburg
  • Goseck
    • Sonnenobservatorium – eine fast 7000 Jahre alte Kreisgrabenanlage bei Goseck
    • Schloss Goseck – ehemals romanische Burg, die zunächst zum Kloster und dann zum Rittergut umgewidmet wurde; der älteste erhaltene Teil ist die Klosterkirche aus dem 11. Jahrhundert.
  • Bad Kösen
    • Kloster Pforta – Zisterzienserabtei aus dem 12. bis 16. Jahrhundert, aus der das heute bekannte Internatsgymnasium Landesschule Pforta hervorging
    • Landesweingut Kloster Pforta – Weinbautradition seit 1154, mit Führungen und Weinprobe
    • Rudelsburg und Burg Saaleck – beide stammen aus dem 12. Jahrhundert; besonders die Rudelsburg gilt als eine der schönsten Burgen an der Saale und als romantisches Ideal einer mittelalterlichen Burgruine
  • Memleben: Kloster und Kaiserpfalz – Ruinen der monumentalen romanischen Klosterkirche; von der Kaiserpfalz Heinrichs I. und Ottos I. aus dem 10. Jahrhundert, die sich hier befunden haben muss, wurden bislang keine baulichen Überreste gefunden; ein Museum informiert aber über die Bedeutung Memlebens im Mittelalter
  • Naumburg (Saale)
    • Naumburger Dom
    • gut erhaltene Altstadt mit zahlreichen mittelalterlichen, Renaissance- und Barock-Gebäuden
    • Nietzsche-Haus und -Dokumentationszentrum – ehemaliges Wohnhaus des bedeutenden Philosophen
  • Nebra (Unstrut): Arche Nebra – Besucherzentrum am Fundort der Himmelsscheibe Nebra mit multimedialer und interaktiver Ausstellung
  • Schönburg – hochmittelalterliche Höhenburg bei Naumburg
  • Zeitz: Zeitzer Dom

Aktivitäten[Bearbeiten]

Max Klingers Weinberg im Großjenaer Blütengrund
Landesweingut Kloster Pforta

Wanderungen zu Fuß, mit dem Rad oder Boot an/auf der Saale und der Unstrut.

Besonders attraktiv für einen Spaziergang ist der Weg durch den Blütengrund am untersten Abschnitt der Unstrut von Freyburg bis zur Mündung in die Saale bei Naumburg (gut 5 Kilometer). Unterwegs gibt es u.a. das „Steinerne Bilderbuch“, eine Reihe aus 12 in den anstehenden Sandsteinfels gehauener Reliefs zu sehen, die renommierte Weinlage Edelacker sowie das Haus des Künstlers Max Klinger. Direkt am Flussdreieck gibt es eine Fähre über die Saale, die ohne Motor, nur unter Ausnutzung der Strömungsenergie des Wassers fährt (März–Oktober).

Die Naumburger Kanustation bietet Fahrrad-, Kanu- und Schlauchboottouren ab der Saale-Unstrut-Mündung an und ist ganzjährig geöffnet.

Zum Radfahren empfehlen sich besonders der Unstrut-Radweg und der Saale-Radwanderweg.

Weinprobe bei einem der zahlreichen Weingüter. Zu den bekanntesten zählen das Landesweingut Kloster Pforta (Bad Kösen), die Winzervereinigung Freyburg sowie die Weingüter Pawis (Freyburg), Thürkind (Gröst), Zahn (Großheringen). Manche Hotels bieten eine Weinverkostung in Verbindung mit einer Übernachtung oder gar ein ganzes Weinwochenende an, z.B. Gasthaus & Hotel "Zur Henne" (in Naumburg), sowie das Berghotel zum Edelacker oder das Hotel zur Sonnenuhr (beide in Freyburg).

Küche[Bearbeiten]

In Würchwitz südöstlich von Zeitz wird Milbenkäse produziert. Dazu wurde dort ein Denkmal aufgestellt. Im Gegensatz zu normalem Käse, der durch Bakterien und/oder Schimmelpilze entsteht, werden bei dem Milbenkäse sog. Käsemilben eingesetzt. Ursprünglich waren die Milben Schädlinge, jedoch machte man sie durch den Einsatz von Mehl zu Nutztieren.

Unterkunft[Bearbeiten]

In der Region gibt es zahlreiche Pensionen und kleinere Hotels, vor allem in Naumburg, Weißenfels und Freyburg, aber auch in den kleineren Ortschaften, siehe dazu in den jeweiligen Ortsartikeln. Wenn man ein Hotel der gehobenen Klasse sucht, ist die Auswahl allerdings eingeschränkt:

  • Berghotel zum Edelacker, Schloß 25, 06632 Freyburg/Unstrut. Tel.: (0)34464-35-0, E-Mail: . Vier-Sterne-Hotel in einem Weingut oberhalb von Freyburg. Restaurant mit gehobener Küche aus regionalen Produkten. Verschiedene Erlebnisangebote, insbesondere mit Bezug zum Wein, sowie Sonderveranstaltungen (siehe Website). Sauna, Fahrradverleih (inkl.), kostenloses W-LAN in allen Zimmern. Preis: DZ ab 105 € (am Wochenende teurer, bei Aufenthalt über 3 Tage günstiger).
  • Parkhotel Güldene Berge, Langendorfer Straße 94, 06667 Weißenfels. Tel.: (0)3443-39200, E-Mail: . Kleineres Vier-Sterne-Hotel (33 Zi.) in einer Villa aus der Zeit um 1900 im Süden von Weißenfels. Außer EZ und DZ gibt es ein Familienzi., größere Komfortzi. (30 m²; 2 Aufbettungen möglich; Minibar, Kaffee-/Teestation), das „Rosenzimmer“ und eine Suite. Großer Garten, Restaurant, Kaminzimmer. Preis: DZ ab 100 €.
  • Vier Sterne hat auch das Atrium Hotel Amadeus in Osterfeld, das allerdings etwas abseits vom eigentlichen Saale-Unstrut-Gebiet liegt.

Sicherheit[Bearbeiten]

Klima[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

  • Saale-Unstrut-Tourismus - Portal von: Weinanbaugebiet Saale-Unstrut, Geo-Naturpark Saale-Unstrut-Triasland, Tourist-Information des Fremdenverkehrsvereins Saale-Unstrut-Tourismus e.V.
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