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Marchfeld

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Das Marchfeld ist die größte Ebene des Bundeslandes Niederösterreich. Es wird im Süden von der Donau, im Osten von der March, im Westen vom Bisamberg (bei Wien) und im Norden von den Hügeln des Weinviertels begrenzt.

Orte[Bearbeiten]

Schloss Hof, eines der zahlreichen Barockschlösser im Marchfeld, wurde vor einigen Jahren renoviert.

Das Marchfeld ist eine der 72 touristisch-regionalplanerischen Kleinregionen Niederösterreichs und wird zum großen Teil im Bezirk Gänserndorf verwaltet. Es umfasst folgende Gemeinden:

Wien: Die Bezirke 22. (Donaustadt) und 21. (Floridsdorf liegen - aus geologisch-landschaftsgeographischer Sicht - zu einem großen Teil im Marchfeld. Historische Marchfeldorte, die heute teilweise stark verstädtert sind, sind u.A. Kagran, Stadlau, Hirschstetten, Süßenbrunn, Essling, Aspern, Leopoldau, Donaufeld, Floridsdorf, Jedlessee, Großjedlersdorf, Stammersdorf und Strebersdorf.

Hintergrund[Bearbeiten]

Das Marchfeld wird als Kornkammer Österreichs bezeichnet. Es werden Zuckerrüben, Getreide, Gemüse aller Art sowie Spargel angebaut. Die intensive landwirtschaftliche Nutzung hat den Grundwasserspiegel stark sinken lassen und die Wasserqualität der Bäche ist schlecht (Stufe 4). Durch den Bau des "Marchfeldkanals", der Wasser aus der Donau in das Gebiet leitet, versuchte man Abhilfe zu schaffen. Unterhalb des Marchfeldes liegt das größte geschlossene Erdöl- und Erdgasfeld Mitteleuropas.

Bis ins 18. Jahrhundert gab es in großen Teilen Wanderdünen. Diese wurden durch die Anpflanzung von Föhrenwäldern gefestigt, um so die Landwirtschaft zu ermöglichen.

Das Marchfeld wird im Süden durch die Donau, im Westen durch den Bisamberg und im Norden durch den Beginn des Weinviertler Hügellandes (etwa die Linie Hagenbrunn - Bockfließ - Prottes - Stillfried) begrenzt. Im Osten endet das Marchfeld am Fluss March, setzt sich jedoch morphologisch und geologisch in der Záhorie fort.

Sprache[Bearbeiten]

Im Marchfeld wird durchgehend deutsch gesprochen, mit einem lokalen Dialekt, das stark ans Wienerische angelehnt ist. In einzelnen Orten leben wenige Angehörige der autochtonen Volksgruppen der Burgenlandkroaten, Tschechen und Slowaken. Ansonsten findet man, speziell in den größeren Orten, auch die typischen Migrantengruppen wie im übrigen Österreich.

Anreise[Bearbeiten]

Mit dem Zug: Ab Wien (u.A. Meidling, Hauptbahnhof unten, Wien-Mitte, Praterstern und Floridsdorf) verkehren halbstündlich S-Bahn-Züge bis Deutsch-Wagram und Gänserndorf. Stündlich verkehren Regionalzüge ab Wien (u.A. Hauptbahnhof und Stadlau U) nach Bratislava (Hlavná Stanica / Hauptbahnhof) mit Halten u.A. in Siebenbrunn-Leopoldsdorf und Marchegg. Regionalzüge verkehren über Gänserndorf hinaus nach Angern an der March und weiter nach Hohenau an der March, Endbahnhof ist Břeclav in Tschechien, mit guten Anschlüssen u.A. nach Brünn, Ostrau und Warschau. Ab Bratislava kommend hat man in Marchegg Anschluss an Regionalzüge nach Gänserndorf. Internationale Schnellzüge von Wien nach Prag, Brünn und Warschau halten im Marchfeld nur am Grenzbahnhof Hohenau.

Mit dem Auto: Ab Wien über die B 3 (über Orth an der Donau nach Stopfenreuth) bzw. B 8 (Deutsch Wagram-Gänserndorf-Angern an der March). Ab Bratislava bzw. Hainburg über die B 49 (Donaubrücke Hainburg) nach Angern und Hohenau. Eine weitere Marchbrücke (Pontonbrücke) existiert zwischen der Slowakei (Moravský Svätý Jur) und Hohenau an der March. Zwischen Angern an der March und Zahorská Ves verkehrt eine Fähre, die auch Autos mitnehmen kann. Achtung: Sowohl die Pontonbrücke bei Hohenau und auch die Fähre bei Angern sind bei Hochwasser nicht benutzbar.

Mit dem Fahrrad: Der Donauradweg Wien-Bratislava verläuft durchs südliche Marchfeld (Orth an der Donau - Stopfenreuth). Als weitere überregionale Fahrradverbindung ist die Strecke entlang des Marchfeldkanales von Wien-Stammersdorf nach Deutsch Wagram und weiter nach Hainburg zu erwähnen. Weiters gibt es eine Brücke für Radfahrer und Fußgänger von Schlosshof nach Devinská Nová Ves bei Bratislava. Zwischen Orth an der Donau und Haslau überquert eine Fähre für Fußgänger und Fahrräder die Donau. Ansonsten sind alle oben angeführten Brücken sowie auch die Fähre bei Angern auch für Fahrräder passierbar.

Die südlich gelegenen Marchfeldschlösser sind mit regionalen Buslinien ab Wien bzw. Gänserndorf erreichbar.

Mobilität[Bearbeiten]

Abgesehen von den im Kapitel "Anreise" angeführten Bahnlinien ist man im Marchfeld beim ÖV auf Regionalbusse angewiesen. Diese fahren jedoch oft nur wenige Male am Tag. Die Überlandstraßen im Marchfeld sind gut ausgebaute, zweispurige Überlandstraßen mit Ortsdurchfahrten. Da das Marchfeld sehr flach ist, bietet sich natürlich auch das Fahrrad als Fortbewegungsmittel an. Da es jedoch im Marchfeld oft windig ist, muss man sich bei Fahrten von Ost nach West vor starkem, kraftraubenden Gegenwind in Acht nehmen.

Überregionale Rad- und Wanderwege[Bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Die Marchfeldschlösser Orth, Eckartsau, Niederweiden, Schlosshof, Sachsengang (Oberhausen) und Marchegg sind barocke Kostbarkeiten, die lange Zeit dem Verfall preisgegeben waren und in jüngster Zeit zum Teil restauriert wurden. Die Restaurierungsarbeiten sind noch lange nicht abgeschlossen, aber z. B. Schlosshof ist bereits in einem Zustand, der einen Besuch äußerst lohnend macht. http://www.schlosshof.at
  • Die Auwälder entlang der Donau gehören großteils zum Nationalpark Donauauen und beheimaten zahlreiche seltene Tierarten wie z.B. den Eisvogel.
  • Das Heizhaus in Strasshof ist das größte Eisenbahnmuseum Österreichs.
  • In Wien-Donaustadt befindet sich das große Stadterweiterungsgebiet Seestadt Aspern, wo bis 2019 moderne Wohnungen und Arbeitsplätze für ca. 20.000 Menschen entstehen werden (erreichbar mit der U-Bahn-Linie U2).
  • Der Safaripark Gänserndorf wurde 2004 geschlossen, mehrere Wiedereröffnunugsversuche danach sind gescheitert. Heute befindet sich auf dem Gelände der Erlebnispark Gänserndorf mit dem Affenhaus.
  • Das Archäologische Museum von Stillfried (Gemeinde Angern an der March) bietet einen großen Überblick über die menschliche Besiedlung in der Region seit dem Neolithikum.

Aktivitäten[Bearbeiten]

  • Ausgedehnte Radwanderungen an Donau und March
  • Vogelbeobachtungen im Nationalpark

Küche[Bearbeiten]

  • Die Marchfelder Küche entspricht der typisch ostösterreichischen Küche. Abgesehen von zahlreichen Dorfgasthäusern, wo man deftige und günstige Hausmannskost bekommt, findet man im Marchfeld auch Spitzengastronomie, beispielsweise den Marchfelderhof bei Deutsch-Wagram oder die Taverne am Sachsengang (bis Sommer 2015 wegen Renovierung geschlossen) in Groß-Enzersdorf.
  • In den größeren Siedlungen bekommt man neben der österreichischen Küche auch Chinesisch, Pizza und Döner angeboten. In Deutsch Wagram gibt es einen McDonald's.
  • Überregional bekannt ist der Marchfelder Spargel, der zwischen April und Juni geerntet wird und dann auf Märkten in Ostösterreich feilgeboten wird sowie Bestandteil der Speisekarte zahlreicher Restaurants ist.
  • Ebenso überregional bekannt ist anderes Marchfeldgemüse wie Erbsen und Karotten, das im Gefrierwerk Groß-Enzersdorf gleich nach der Ernte tiefgefroren und u.A. der Firma Iglo zugeliefert wird.

Nachtleben[Bearbeiten]

Mangels städtischer Siedlungen im Marchfeld ist das Nachtleben eher bescheiden. Die Jugend der Region fährt für ausgedehnte Parties nach Wien. Auch Bratislava bietet sich fürs Nachtleben an.

Eine Besonderheit ist das Autokino Groß-Enzersdorf, das einzige Autokino Österreichs.

Sicherheit[Bearbeiten]

Bezüglich Kriminalität hat man im Marchfeld genauso viel bzw. wenig zu befürchten wie in anderen ländlichen Gebieten Ostösterreichs.

Klima[Bearbeiten]

Es herrscht das pannonische Klima Ostösterreichs vor. Das Marchfeld ist flach, daher weht oft starker Wind. Die Sommer sind heiß und trocken, die Winter teils kalt aber mit wenig Schnee. Im Winter kann es wegen des Windes dennoch zu starken Schneeverwehungen kommen. Nach lang anhaltenden Regenfällen sowie im Frühling bei Schneeschmelze können Donau und March über die Ufer treten und die flussnahen Gebiete und Ortschaften überschwemmen.

Ausflüge[Bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten im Nahbereich des Marchfeldes:

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

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