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Kreta

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Kreta ist nach Sizilien, Sardinien, Zypern und Korsika die fünftgrößte Insel im Mittelmeer, gehört politisch zu Griechenland und ist dessen größte Insel.

Karte

Regionen[Bearbeiten]

Die Insel lässt sich in verschiedene Regionen unterteilen, die jeweils eigene Charakteristika aufweisen.

  • Nordküste - dieser Bereich der Insel ist pauschaltouristisch am meisten erschlossen und bietet dem Reisenden eine Vielfalt an Optionen. Lange Sandstrände, Hotels und Städte für jeden Geschmack (große Städte, eher ländliche Dörfer oder ausschließlich von Touristen bewohnte Orte) locken Urlauber auf die Insel.
  • Südküste - der südliche Teil der Insel besteht im wesentlichen aus Steilküste und weist nur wenige Sandstrände auf. Einige der kleineren Orte dort sind selbst heutzutage nur per Boot zu erreichen, und andere liegen so weit weg vom Flughafen oder bieten so wenige Unterkunftsmöglichkeiten, dass sie kaum in Katalogen zu finden sind.
  • West- und Ostküste - die hier vorzufindenden Strände und Dörfer sind hauptsächlich etwas für Individualreisende, da dort so gut wie keine Hotels existieren und der Reisende auf Pensionen oder andere Übernachtungsmöglichkeiten angewiesen ist.
  • Die Hochebenen - das Innere Kretas, das sehr bergig und z.T. zerklüftet ist, weist einige Hochebenen auf, die im Gegensatz zu den lebhaften Küstenregionen Ruhe und Entspannung bieten. Einige der Ebenen sind reines Weideland, andere dienen der Anpflanzung typisch kretischer, aber auch alltäglicher Produkte wie z.B. Oliven, Trauben, Tomaten, Gurken, Gewürze oder Bananen.

Orte[Bearbeiten]

Der venezianische Hafen in Réthymnon bei Nacht
Chaniá
Agios Nikolaos

Je nach Region bieten sich unterschiedlichste Ausflugsziele an:

Weitere Ziele[Bearbeiten]

Stierhörner als Wahrzeichen im Palast von Knossós

Sowohl landschaftlich als auch kulturell ist auf und um Kreta viel zu entdecken:

Hintergrund[Bearbeiten]

Vai
Matala
Preveli

Geographie: Kreta ist in jeglicher Hinsicht überaus vielfältig und eine tiefergehende Erkundung braucht Zeit, will man nicht nur an der Oberfläche kratzen. Auf der Insel, die mehr als doppelt so groß wie Mallorca ist, leben über 600.000 Menschen, und es braucht einen ganzen Tag, um vom einen Ende zum anderen zu gelangen, denn die 245 Kilometer Luftlinie zwischen West- und Ostküste werden zu 350 Kilometern abenteuerlicher Küstenstraße. Die Insel ist geografisch gesehen ein Gebirge, dessen obere Bereiche aus dem Wasser ragen und das Libysche Meer von der griechischen Ägäis trennen. Die höchsten Gipfel ragen 2456 Meter über das Meer und funkeln mit ihrem Schnee bis in den Mai hinein in der Sonne.

Geschichte: In der Bronzezeit war Kreta Heimat der Minoischen Kultur, der frühesten Hochkultur Europas (ca. 2000 – 1100 v.Chr.), die unter anderem den Seehandel im gesamten östlichen Mittelmeer kontrollierte. Mehrere Palastruinen aus dieser Zeit wurden ausgegraben und können besichtigt werden. Der berühmteste ist der Palast von Knossós, in dessen Labyrinth der Legende nach der Minotaur, halb Mensch, halb Stier, gefangen gehalten wurde.

Auf die Minoische folgte die Mykenische Kultur des griechischen Festlandes. Die weitere Geschichte Kretas ist geprägt durch zahlreiche Eroberungsversuche unterschiedlichster Völker. Im Jahre 69 v.Chr. fiel Kreta an die Römer, gefolgt von den Byzantinern. Im 9. und 10. Jahrhundert n.Chr. herrschten muslimische Piraten auf der Insel. Zu dieser Zeit wurde Gortyn, eine der größten Städte, zerstört, und die neue Hauptstadt Heraklion gegründet. Byzanz eroberte die Insel zurück, und später fiel sie an Venedig. Die Kreter setzten sich beständig gegen die Venezianer zur Wehr, die von 1204 bis 1645 die Insel als ihr Eigentum betrachteten. Dann kamen die Türken, die Kreta zwischen 1645 und 1669 eroberten. Auch gegen diese erhoben sich die Inselbewohner immer wieder und konnten die türkische Herrschaft schließlich im Jahre 1898 beenden. Das letzte Mal kämpften die Kreter als Partisanen im Zweiten Weltkrieg und verteidigten die Insel gegen die deutsche Wehrmacht, die am 20. Mai 1941 auf die Insel kam und bis Oktober 1944 blieb.

Als die Türken 1898 Kreta verlassen hatten, wurden viele türkische Bauwerke dem Erdboden gleichgemacht. Erst in den 1980er Jahren, als die Bedeutung für den Tourismus deutlich wurde, begann man mit der Restaurierung der verbliebenen Moscheen. 1974 überfielen türkische Truppen Zypern, und jedermann rechnete mit einem Krieg zwischen den beiden Nationen. Viele Kreter holten zu dieser Zeit aus eigenem Antrieb ihre Gewehre hervor und hielten an den Küsten nach türkischen Schiffen Ausschau.

Kretische Identität: Ein wichtiger Teil der kretischen Identität ist die Orthodoxie, war sie doch in all den Jahren des Krieges und der Unterdrückung der Fels in der Brandung, der den Inselbewohnern das Nationalbewusstsein, die eigene Sprache und die Tradition erhielt. Ein anderer Teil ist die fast schon feindselige Einstellung zu den Türken. Ebenso Ausdruck kretischer Identität ist das Gefühl, als Kreter ein besonderer Grieche zu sein. Die Insel ist reicher als viele andere Regionen des Landes, und Kretas Kultur ist älter als die des restlichen Griechenlands und Europas.

Sprache[Bearbeiten]

Auf Kreta spricht man - wie kaum anders zu erwarten - Griechisch. Wer dieser Sprache nicht mächtig und daher auf Übersetzungen mit lateinischen Buchstaben angewiesen ist, steht vor dem Problem, dass es keine einheitliche Schreibweise mit lateinischen Buchstaben für griechische Wörter gibt. Daher trifft man auf unterschiedlichste Schreibweisen des jeweils gleichen Namens, und noch schwieriger ist dann die korrekte Aussprache. Gute Reiseführer schreiben die Namen so, dass die Betonung eines Wortes stets auf der durch einen Akzent markierten Silbe liegt. So wird beispielsweise bei Chaniá das letzte a betont.

Siehe auch: Sprachführer Griechisch.

Anreise[Bearbeiten]

Dem Kreta-Reisenden steht zur Wahl, ob er in drei Stunden die Insel mit dem Flugzeug erreichen will oder sich drei Tage für eine Fährüberfahrt aus Italien Zeit nimmt.

Mit dem Flugzeug[Bearbeiten]

In den Sommermonaten verbinden Charterflüge nahezu jeden deutschsprachigen Flughafen mit der Inselhauptstadt Iráklion. Von manchen Flughäfen aus ist es auch möglich, direkt nach Chaniá zu fliegen. Über Athen erreicht man sowohl die alte als auch die neue Inselhauptstadt mehrmals täglich, Sitía mehrmals wöchentlich. Innergriechische Flugverbindungen existieren selbstverständlich ebenfalls und führen von Mykonos, Rhodos, Santorín und Thessaloniki nach Iráklion, von Thessaloniki nach Chaniá und von Kárpathos nach Sitía.

Flughäfen auf Kreta:

  • Flughafen Iraklio „Nikos Kazantzakis“ (IATA-Code: HER)
  • Flughafen Chania „Ioannis Daskalogiannis“ (IATA-Code: CHQ)
  • Sitia Public Airport (IATA-Code: JSH)

Darüber hinaus ist der Bau eines neuen Flughafens bei Kastelli, circa 36 Kilometer südöstlich von Iraklio, geplant. Dieser soll den „Nikos Kazantzakis“-Flughafen in der Zukunft ersetzen.[1]

Links zu Fluggesellschaften, die Kreta das ganze Jahr über anfliegen:

Mit dem Schiff[Bearbeiten]

Autofähren verkehren ganzjährig täglich zwischen Piräus und den kretischen Häfen Chaniá, Réthymnon und Iráklion, mehrmals wöchentlich zwischen Piräus, Ágios Nikólaos und Sitía. Für Reisende mit viel Zeit besteht die Möglichkeit, einmal pro Woche mit einer Autofähre, die unterwegs zahlreiche Häfen anläuft und daher sozusagen den "Bummelzug" durch das Mittelmeer darstellt, nach Kíssamos-Kastélli zu gelangen.

Links zu den Fährgesellschaften:

Auto und Autovermietungen[Bearbeiten]

In Kreta finden Sie die meisten internationalen Autovermietungen wie

und einige lokale Autovermietungen bieten Einwegmieten auf Chania, Rethymno und Agios Nikolaos wie

Mobilität[Bearbeiten]

Ideales Fortbewegungsmittel für den Urlauber auf Kreta sind das Auto oder das Motorrad, denn nur mit deren Hilfe ist es möglich, die Insel bequem und vollständig zu erkunden. Die Straßenverhältnisse schwanken zwar stark, sind mit jeweils angepasster Geschwindigkeit aber gut befahrbar. Allerdings sollte man immer ein Auge auf plötzlich auftauchende Schlaglöcher bzw. Schaf- und Ziegenherden haben.

Die Kreter selbst fahren eher Freistil und schneiden gerne Kurven, weshalb vor jeder unübersichtlichen Abbiegung Hupen und äußerstes Rechtsfahren empfehlenswert ist. Autovermietungen gibt es in praktisch jedem Urlaubsort, so dass ein Mietwagen kein Problem darstellt. Als zuverlässig hat sich die Vermietung Greenways erwiesen, die über Büros fast überall auf der Insel verfügt. Ein Jeep ist nicht unbedingt notwendig, auch wenn der Vermieter etwas anderes behauptet. Ganz anders sieht es bei der Straßenkarte aus, die im Maßstab 1:200 000 vorliegen sollte. Die Straßenschilder sind fast alle sowohl in griechischen als auch in lateinischen Buchstaben beschriftet, so dass die Orientierung wesentlich erleichtert wird. Navigationsgeräte sind recht hilfreich, man sollte jedoch bereits im Heimatland immer auf die aktuellsten Kartendaten updaten und sich auch dann nicht zu 100% darauf verlassen.

Der EU-Führerschein ist Pflicht, eine grüne Versicherungskarte ist nur beim Fahren des eigenen Autos empfehlenswert. Tankstellen gibt es in ausreichender Zahl, und die vielen kleineren KFZ-Werkstätten verstehen sich ausgezeichnet auf Improvisation. Parkplätze hingegen sind selten.

Wer nicht selbst fahren möchte, der lässt sich per Linienbus kutschieren. Das Netz der öffentlichen Verkehrsmittel ist recht dicht, und so gut wie alle Städte sind direkt mit der Hauptstadt Iráklion verbunden. Die Busse fahren regelmäßig, Fahrpläne hängen auch in lateinischer Schrift aus. Fahrkarten kauft man entweder an den Busbahnhöfen oder unterwegs beim Fahrer.

Tipps[Bearbeiten]

  • Autovermietungen: Leider gibt es speziell in touristischen Orten doch immer wieder "Schlitzohren". Achten Sie speziell auf einen aktuellen Vertrag, der auch die AGB zumindest in englischer Sprache enthält, begutachten Sie das KFZ genau und lassen Sie sich alles erklären. Wenn die lokale Autovermietung nicht vertrauenswürdig erscheint, mieten Sie das KFZ bei renommierten Vertretungen.
  • Motorradfahren: Wie erwähnt sind die Straßen zum größten Teil durchaus gut ausgebaut. Dennoch stellt das Fahren mit dem Motorrad auf Kreta eine Herausforderung dar und man sollte doch bereits einige Erfahrung mitbringen. Oft können die Straßen in Küstennähe aufgrund der Luftfeuchtigkeit und des verdunsteten Meersalzes extrem rutschig werden. In Gebirgsregionen kommt es immer wieder zu Steinschlag (ganzjährig!) und bei weniger gewarteten Straßenabschnitten kann es durchaus vorkommen, dass ein Stück Straße weggerutscht ist. Fahren Sie speziell mit dem Motorrad immer vorausschauend und auf Sicherheit! Achten Sie bei der Einreise auf den verkehrstechnisch einwandfreien Zustand Ihres Motorrades! Ersatzteile - speziell für ausgefallene Motorradmarken - sind auf Kreta kaum vorrätig und müssen im Notfall über Athen angefordert oder sogar aus dem Heimatland eingeflogen werden.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Blick in der Samariá-Schlucht
  • Chandrás-Hochebene, östlich der Straße von Sitía nach Ierápetra, viele Ruinen.
  • Knossós, minoischer Palast, 5 km südlich von Iráklion.
  • Moni Arkádi, in den Bergen bei Réthimnon gelegenes Kloster, Nationalheiligtum Kretas.
  • Kloster Moni Gonias in Kolimbari/ Kolymbari.
  • Askifou-Hochebene im Westen Kretas.
  • Das venezianische Kastell von Frangokastello (Südwestkreta).
  • Gortys oder Gortyn, der älteste Gesetzeskodex Europas im Südosten Kretas (450 v.Chr.).
  • Phaistos in der Messara-Ebene (Südkreta), Minoische Ausgrabungssätte.
  • Aptera bei Chania oberhalb der Souda-Bucht. Aptera war ein Siedlungspunkt schon seit der Antike. Ruinen verschiedenster Epochen: Mykenen, Dorer, Hellenen bis zu den Byzantiener, alle haben sie Ihre Spuren hier hinterlassen. Ausreichend Wasser, ein grandioser Blick in die Bucht von Souda und eine strategisch wichtige Lage waren jeher ein wichtiger Punkt, sich niederzulassen.
  • Bei Vai ganz im Osten der Insel ist der einzige Dattelpalmenstrand der Insel. Man vermutet, dass Piraten früher hier Rast machten und ihre Dattelreste zurückließen.

Schluchten[Bearbeiten]

Aktivitäten[Bearbeiten]

Wandern[Bearbeiten]

Kreta ist ein ideales Wandergebiet. Für Wanderer der Hinweis auf den europäischen Fernwanderweg Nr. 4.

Wer gut zu Fuß ist, der sollte bei Gelegenheit eine Wanderung durch die als Nationalpark geschützte Samariá-Schlucht machen. Dies ist allerdings nicht ganzjährig möglich: Von November bis April ist das Betreten der Schlucht aus Sicherheitsgründen behördlich untersagt. Die Wanderung umfasst eine Wegstrecke von immerhin 14 Kilometern (also ca. 4-5 Stunden) und beginnt in 1.250 Metern Höhe an der Omalós-Hochebene bei Xilóskalo. Während des Wanderns lassen sich zunächst die mit Wäldern dicht bewachsenen Berge bewundern, später folgen steile Felswände zu beiden Seiten des Pfades. Nach dem ersten Wegdrittel bietet sich eine Rastmöglichkeit im verlassenen Dorf Samariá an, wo eine Quelle zum Auffüllen des Wasservorrats genutzt werden kann. Beeindruckend wirkt die Passage an der Eisernen Pforte, wo der Weg nur noch drei Meter breit ist, die Wände jedoch 350 Meter hoch zu beiden Seiten sehr steil ansteigen. Endpunkt der Wanderung ist Agía Rouméli.

Nicht ganz so lang ist eine Wanderung durch die Imbros-Schlucht. Man beginnt im Dorf Imbros an einer Taverne. Dort ist auch der Eingang ausgeschildert und ein paar Parkplätze gibt es auch. Nach ca. 1 km kommt man zum Schluchteingang, wo man erstmal 2 Euro p.P. Schluchtgebühr bezahlen muss. Die Wanderung bis zum Schluchtausgang ist ca. 8 km lang und führt meist über ziemlich steinige Wege. Ab und an trifft man auf ein paar Ziegen. In der Mitte der Schlucht befindet sich eine kleine Hütte, an der erstaunlicherweise die Tickets kontrolliert und abgestempelt werden. Am Schluchtausgang gibt es dann auch eine kleine Bar und zwei Taxi-Stops, d.h. man kann sich gegen ca. 10 EUR Gebühr zu seinem Auto nach Imbros zurückfahren lassen. Typischerweise ist dem Durchschnittswanderer dieser Preis im Angesicht des schluchtaufwärtigen Rückwegs herzlich egal. :-)

Durch die noch unbekannte Schlucht „Agia Irini“ im schönen ursprünglichen Westen Kretas (nur 8 km lang) kann man das ganze Jahr über wandern. Diese Wanderung ist auch für Familien mit Kindern geeignet. Es ist eine leichte Wanderung, die man auch im Hochsommer gut machen kann.

Bootstouren[Bearbeiten]

Die Bootstour zur Lagune Balos (Westkreta) mit türkisblauem Wasser ist für Kinder und Erwachsene ein Erlebnis. Diese Tour beginnt von Kastelli aus mit dem Boot „Gramvousa Express“.

Eine weitere Tour ist die von Kolimbari (Westkreta) vom kleinen Hafen aus zur Spitze der Gramvousa - Halbinsel zum Venezianischen Kastell.

Ein sehr schönes Ausflugsziel ist auch von Chora Sfakion (oder Sfakia im Südwesten Kretas) mit dem Boot oder öffentlichen Fähre zum autofreien Ort an der Südküste nach „Loutro“.

Ein Tagesausflug mit der Fähre "Samaria I" von Paleochora (Südwestkreta) zur kleinen Insel „Gavdos“ ist auch für Kinder sehr spannend, ganz besonders wenn man das Glück hat, unterwegs Delphinen zu begegnen. Wenn man jedoch auf der Insel bleiben will, muss man mindestens einmal übernachten, da das einzige Schiff des Tages direkt nach der Hinfahrt wieder zurückfährt. Dan kann man jedoch auch schön 4 km von einem Ort, den man per Bus/Taxi erreicht zum Kap Tripiti wandern, dem südlichsten Punkt Europas.

Von Plakias (Südwestküste) mit dem Boot Zur Prevelli-Schlucht: Das ist eine palmenumsäumte Schlucht, mit Wasserläufen, die man auch mit Kindern gut durchwandern kann.

Von Ierapetra (Südostkreta) kann man Bootstouren machen zur vorgelagerten Isel „Chrissi Island“.

Küche[Bearbeiten]

Allgemeines: Wer noch nie in südlichen Ländern war und meint, er wüsste, wie Tomaten oder Gurken schmecken, der irrt. Als Reisender am Mittelmeer sollte man unbedingt die landestypischen Früchte und Gemüsesorten probieren, wenngleich auf die Gefahr hin, dass man, kaum wieder zu Hause, diese aus dem westlichen Teil Europas gar nicht mehr kaufen mag. Kreta ist allerdings kein Reiseziel für selbsternannte Feinschmecker, denn die regionaltypische Küche soll vorwiegend sättigen und ist entsprechend einfach. Griechen mögen das Essen am liebsten lauwarm und so bekommt man es dann auch in den Tavernen vorgesetzt. Allerdings bieten manche Hotels und Touristenlokale die Option auf ein wirklich heißes Gericht, das extra auf mitteleuropäische Temperatur gebracht wird. Die wenigen ausländischen, vorwiegend italienischen Restaurants halten generell nur heiße Gerichte bereit.

Frühstück: Sieht man von den Büfetts in einigen guten Hotels ab, so ist von einem "vorgefertigten" Frühstück eher abzuraten. Statt dessen sollte man nur die Übernachtung buchen und das Frühstück in Kafenía oder Restaurants einnehmen, wo man sich das Essen nach eigener Vorliebe zusammenstellen kann.

Hauptmahlzeiten: Auch für den großen Hunger findet sich auf Kreta praktisch immer eine Taverne. Normale Restaurants sind einfach eingerichtet, aber es gibt auch teurere Varianten und natürlich die Hotels. Die meisten Gerichte kennt der Urlauber bereits vom "Griechen" in der Heimatstadt, wie etwa überbackene Auberginen, griechischen Salat oder (selten) Gyros. Experimentierfreudige Reisende kommen ebenfalls auf ihre Kosten und probieren z.B. kokorédsi (in Darm gewickelte und am Spieß gegrillte Innereien).

Der Ablauf: Die Bestellung an sich sollte unproblematisch sein. Fast immer liegen Speisekarten aus, die zumeist sowohl in Englisch als auch in Griechisch verfasst sind und so auch Nicht-Griechen die Auswahl erleichtern. Die Rechnung enthält immer Mehrwertsteuer und Bedienung, dennoch sind 10% Trinkgeld üblich.

Wohin zum Essen?: Verbreitet finden sich Restaurants (Estiatório) und Tavernen (Tavérna), die prinzipiell alle Arten von Speisen bieten. Daneben gibt es bescheidene Lokale (Inomajiríon), die Wein vom Faß ausschenken und einfache Speisen in kleiner Auswahl bieten, Kaffeehäuser (Kafenía), die alle Arten von Getränken offerieren, Schnellrestaurants (Pizzería), die in Folie verpackte Pizza im Mikrowellenherd erhitzen, auf Fischgerichte spezialisierte Restaurants (Psárotavérna) und Konditoreien (Sácharoplastíon), die Gebäck, Kaffee und Kuchen bereithalten.

Getränke: Nationalgetränk ist eisgekühltes Leitungswasser, das man in den Städten problemlos trinken kann. Bestellt man Kaffee, muss man sich zwischen Instant und griechischem Kaffee entscheiden. Wählt man Letzteres, so muss bei der Bestellung der gewünschte Süße- und Stärkegrad angegeben werden. Immer richtig liegt man, wenn man den griechischen Kaffee "métrio" = "mittelsüß und mittelstark" wählt. Den Instant Kaffee gibt es auch kalt als sogenannten "Frapé" - auch hier sollten man den Süßegrad bei der Bestellung angeben und ob man ihn mit oder ohne Milch haben möchte. Tee kommt hingegen aus profanen Teebeuteln. Erfrischungsgetränke erhält man überall und das besonders in Deutschland so beliebte Bier ist auch auf Kreta verbreitet. So haben mehrere Brauereien Zweigstellen auf der Insel, unter anderem Löwenbräu, Henninger und Amstel. Zu empfehlen ist auch das griechische "Mythos", hergestellt in Regie des Weinvertriebs "Boutári". In den Städten und Touristenzentren erhält man sogar Bier vom Faß. Wein wird auf Kreta grundsätzlich nur zum Essen getrunken. Wenn man schon einmal vor Ort ist, sollte man die auf der Insel angebauten Weine wie Láto oder Minós probieren. Als Spirituose ist der Oúzo bekannt, kretischer Nationalschnaps ist der Ráki (aus Weintrester), nicht zu verwechseln mit dem türkischen Raki, der ein Anisschaps ist und deshalb eher dem Oúzo ähnelt.

Feiertage[Bearbeiten]

Offizielle Anlässe: Nationale Feiertage auf Kreta sind der 25. März, der 28. Oktober und der 9. November, wo jeweils in den Städten prachtvolle Paraden stattfinden. Ansonsten werden hauptsächlich in den Sommermonaten in vielen Orten der Insel traditionelle und kulturelle Feiern organisiert, die unter anderem über Plakate angekündigt werden. Weitere Feiertage sind:

  • 1. Januar - Neujahrstag
  • 6. Januar - Epifánia = Erscheinungstag (Heilige Drei Könige)
  • 7. Januar - Fest für Johannes den Täufer
  • 23. Februar - Katharí Devthéra
  • Ostersonntag - der orthodoxe Ostertermin variiert teilweise stark mit denen in DACH
  • 15. August - Mariä Himmelfahrt
  • 25. & 26. Dezember - Weihnachten

Das wird außerdem gefeiert:

  • Rosenmontag: Dieser Tag wird überall auf Kreta mit Kostümen und Karnevalsumzügen gefeiert.
  • Internationales Festival von Kreta: Jedes Jahr treffen sich Ende Mai in Chaniá griechische und ausländische Tanz- und Folkloregruppen.
  • Renaissance-Festival: Im Juli findet in Réthymnon dieses überaus sehenswerte Festival statt.

Nachtleben: Je nachdem, in welcher Stadt man sich gerade auf Kreta befindet, sehen die Möglichkeiten für Nachtschwärmer recht unterschiedlich aus. Während in den größeren Städten durchaus der eine oder andere Diskotempel zu finden ist (insbesondere in Iráklion), zieht es besonders die Jugend am Abend in die diversen Tavernen und Lokale, wo aktuelle Pop-Musik läuft.

  • Ágios Nikólaos - hier finden sich einige junge Kneipen und schicke Szeneläden. Am Tag sitzt man am besten in Hafennähe und abends geht man als Publiebhaber in den "Aquarius Pub". Hier findet man gepflegte (westliche) Musik (durchaus erholsam nach der überallorts üblichen griechischen Musik) und sechs(!) großformatige Plasma/ LCD-Fernsehapparate mit vornehmlich englischen aktuellen Sport-Live-Übertragungen. Absolut empfehlenswert. Die Preise sind durch gute englische Kundschaft eher gehoben. Nähe Hafen ca. 2 Minuten Laufweg.

Unterkunft[Bearbeiten]

Auf Kreta wurden im Jahr 2010 rund 16.420.477 Übernachtungen gezählt. Im Jahr 2011 entfielen 1,8% aller Reisebuchungen für europäische Inseln auf Kreta.[2]

Prinzipiell wird dem Urlauber auf der griechischen Insel eine breite Palette an Unterkunftsarten angeboten. Neben den großen Hotels gibt es fast überall auch Privatzimmer zu mieten. Außerdem gibt es mehrere Campingplätze auf Kreta. Es gibt sogar ein FKK-Hotel in Kreta, was sonst in Griechenland sehr selten ist.

Klima[Bearbeiten]

Kreta kommt zu Gute, dass die Insel sehr weit südlich im Mittelmeer liegt. Mit über 300 Sonnentagen im Jahr weist sie mit Zypern die höchste Sonneneinstrahlung auf. Der Sommer ist auf Kreta heiß und trocken, wobei insbesondere an der Südküste sehr hohe Temperaturen erzielt werden. Die Winterzeit fällt in der Regel recht milde aus mit viel Regen auf den Hochebenen und Schnee in den Bergen.

Auf Kreta gibt es verschiedene Klimazonen, die sehr unterschiedliches Urlaubswetter bringen können. Dies zu wissen, ist aber auch eine Chance, je nach Jahreszeit den passenden Urlaubsort auf Kreta aus- und aufzusuchen, bzw. noch innerhalb des Urlaubs zu wechseln oder zumindest Ausflüge in eine andere Klimazone zu machen. Grob unterteilt scheidet sich das Wetter auf Kreta in Nord und Süd, bedingt durch die west-östlich verlaufende Gebirgskette. Im Norden hat die europäische Wetterlage größeren Einfluss auf die Temperaturen. Die Folge ist, dass es dort mehr regnet und ca. 3-6 Grad Celsius kälter ist, als im Süden, der von warmen Winden aus Afrika verwöhnt wird. Dazwischen liegen in beiden Zonen viele Mikroklimata, entstanden durch geschützte Bucht- und/ oder Wind abgewandte Lagen.

Die Durchschnittswerte aus Iráklion:

Monat Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Maximal 16 °C 16 °C 17 °C 20 °C 24 °C 28 °C 29 °C 29 °C 27 °C 24 °C 21 °C 17 °C
Durchschnittl. Tagestemp. 12 °C 13 °C 14 °C 17 °C 24 °C 24 °C 26 °C 26 °C 24 °C 20 °C 17 °C 14 °C
Wassertemp. 16 °C 15 °C 16 °C 17 °C 19 °C 22 °C 24 °C 25 °C 24 °C 23 °C 20 °C 17 °C
Regentage 14 11 8 6 3 1 0 0 2 6 8 9

Ausflüge[Bearbeiten]

Hat man auf dem Festland so gut wie alles gesehen, empfehlen sich die vielerorts angebotenen Bootstouren. So kann man einen Ausflug von Réthymnon nach Balí unternehmen oder mit einem Linienschiff von Ágios Nikólaos nach Sitía fahren und später mit dem Bus zurück.

An der Südküste bietet sich ein Schiffsausflug von Paleochóra über Soúgia, Agía Rouméli und Loutró nach Chóra Sfakíon an, wo man allerdings entweder übernachten oder mit dem Bus weiter nach Chaniá fahren muss.

Man kann außerdem zu den kretischen Inseln übersetzen. So erreicht man Gávdos von Paleochóra und Chóra Sfakíon aus , die Inseln Chrissí und Koufoníssi (wo zum Beispiel ein Amphitheater zu bewundern ist) werden von den Städten Ierápetra bzw. Makrigialós mit Schiffen zugänglich gemacht. Jedoch ist zu beachten, das die Fährfahrpläne insbesondere im Winter sehr dünn sein können.

Schließlich sollte man die Gelegenheit nutzen und einen Tagesausflug zur Vulkaninsel Santorín unternehmen, die je nach Abfahrtsort und Schiffstyp zwischen zwei und vier Stunden von Kreta entfernt liegt.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Flughäfen auf Kreta www.kreta-reise.guru, abgerufen am 5. September 2016.
  2. Wo Herr und Frau Österreicher Urlaub machen www.kreta-urlaub.at (Memento vom 7. März 2015 im Internet Archive)


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