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Reisen mit dem Zug in Australien

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Reisen mit dem Zug in Australien ist, für die gebotene Qualität, vergleichsweise teuer und für europäische Verhältnisse auch nicht übermäßig schnell. Das liegt zum Teil daran, dass ältere Strecken noch in zahllosen verschiedenen Spurweiten darunter Kapspur (1067 mm) gebaut wurden. Neuere Linien wurden in Normalspur gebaut, seit gut zwanzig Jahren werden immer mehr Fernverkehrsstrecken angepasst.

Aufgrund der großen Entfernungen und der langsamen Geschwindigkeiten kann der Bahnverkehr kaum mit dem Flugzeug konkurrieren. Zugfahren, außer im Umland von Sydney und Melbourne ist daher eher etwas für Liebhaber, auch wegen der nicht gerade neuen Waggons. Vielfach handelt es sich um in den 1970ern angeschaffte Garnituren, die etwas aufgehübscht worden sind.

Touristische Züge[Bearbeiten]

Die nachfolgend genannten drei speziellen Züge sind zentral über railaustralia buchbar. Die Preise sind saison- und leistungsabhängig.

Fahrplan und Tarifübersicht: Nachstehend werden jeweils Hochsaisonpreise 2017/18 für die Gesamtstrecken gegeben. Für Buchungen länger als ein halbes Jahr im voraus gibt es etwa 20% Rabatt; australische Rentner mit Nachweis sparen rund 15%.

Indian Pacific[Bearbeiten]

Der Indian Pacific verkehrt vom indischen Ozean zum Pazifik, wie der Name andeutet: PerthAdelaideBroken HillSydney. Eingesetzt werden amerikanische Waggons, Baujahr 1973.

An Klassen gibt es “Platinum,” “Gold Twin,” “Gold Single.” Sie kosten repektive A$ 4719, 2999, 2839, einfache Strecke.

Ghan[Bearbeiten]

DarwinAlice Springs – Adelaide, 2979 km. Die Fahrt dauert 54 Stunden, eine angebotene “Ghan Expedition” 4 Tage/3 Nächte.

An Klassen gibt es “Platinum,” “Gold Twin,” “Gold Single.” Sie kosten repektive A$ 4139, 2849, 2699, einfache Strecke.

Overland[Bearbeiten]

Adelaide – Melbourne, 2mal wöchentlich, 11 Stunden Fahrzeit.

Zur Verfügung gestellt werden Großraumwagen mit verstellbarer Rückenlehne. Die als „großzügig” angepriesenen 49 cm Beinfreiheit liegen minimal über der, die europäische Billigflieger der Holzbankklasse anbieten. Die Klassen heißen Red und Red Premium zu A$ 159 bzw. 259 (mit Mahlzeit).

Fernverkehr[Bearbeiten]

Der Bahnbetrieb obliegt den jeweiligen Bundesstaaten, die jeweils ihre eigenen Gesellschaften haben. Allzu häufig bedient werden Fernstrecken nicht, man kann jedoch die ganze Küste zwischen Adelaide und Cairns entlangfahren.

Im NT verkehrt nur der Ghan. Keine Bahnstrecken gibt es in Tasmanien, das Australian Capital Territory (Canberra) wird hier zum Netz von New South Wales gerechnet.

Netzkarten

Aus touristischer Sicht und auch preislich nicht uninteressant sind, besonders für NSW und Queensland, die Zeitkarten, die 14 Tage oder einen Monat freie Fahrt auf den jeweiligen Netzen erlauben.

New South Wales[Bearbeiten]

Die Gleise in NSW wurden schon von Anfang an in Normalspur verlegt. Das Netz dieses Bundesstaats, betrieben von TrainLink ist das einzige, das halbwegs engmaschig auch die Städte des Hinterlandes erschließt. Aber auch hier gilt, daß außerhalb Sydneys Verbindungen selten sind. Mehr als zwei Mal täglich wird kaum ein Ort angefahren, nach Broken Hill geht es gar nur einmal pro Woche: Fahrpläne. Querverbindungen werden durch Bahnbusse hergestellt.

Die Bahn weist darauf hin, daß an Alkohol ausschließlich das im Zug zu bestimmten Stunden verkaufte Bier konsumiert werden darf, wobei man nicht im Gang stehen darf. Das Personal ist in der Regel ausgesprochen humorlos und wenig kenntnisreich. Versuche sich zu beschweren werden durchaus einmal mit der Drohung nach Polizei wegen „bedrohlichem Verhaltens“ oder Rauswurf im Nirgendwo beantwortet. Die Idee vorauszufunken um Anschlüsse für Fahrgäste sicherzustellen ist vollkommen fremd. (Teilweise) Fahrpreisrückerstattungen oder eine „Fahrgastrechtecharta“ europäischen Stils gibt es nicht. Endlose Belehrungen bzgl. Rauchverboten, „asozialem Verhalten“ und Öffnungszeiten des Speisewagens langweilen.
Aufgetaute Fertiggerichte als „Mahlzeiten“ mit wenig Auswahl werden nach Vorbestellung etwa eine Stunde später, nur zu festen Zeiten ausgeteilt. Bier und Wein gibt es nur nach 12 Uhr Mittag und dann nur „eine Einheit pro Fahrgast und Stunde.“

In den Bahnbussen ist die Mitnahme von Lebensmitteln generell verboten. Lediglich Trinkwasser darf in den Bus mitgenommen werden (Taschenkontrollen), Decken oder Kissen sind ebenso nicht zulässig. Gepäck ist auf 20 kg beschränkt. Der Fahrgastraum wird durch Videokameras totalüberwacht.

Discovery Pass

Die Netzkarte nur für die XPT-Regionalzüge von NSW TrainLink ist das wohl sinnvollste Angebot des Landes. Mit eingeschlossen sind Verbindungen nach Brisbane, Canberra bzw. Melbourne. 14 Tage kosten (2017) A$ 232, 1 Monat: A$ 275. Reservierung (auch für die mit eingeschlossenen Bahnbusse) ist in jedem Fall erforderlich, jedoch umständlich. Sowohl auf der schlecht designten Website, die für Smartphones kaum geeignet ist, als auch das meist säuerliche Personal an den wenigen Schaltern fragt zwingend australische Telephonnummer und eMail-Adresse ab.

Ist man dann endlich in einem der Waggons so sind diese durchaus komfortabel. Alle Sitze werden in Fahrtrichtung gedreht. An kleineren Bahnhöfen werden nur 2 oder 3 Türen geöffnet, wer Pech hat darf sein Gepäck durch den halben Zug schleppen um Aussteigen zu können.

Queensland[Bearbeiten]

Dieseltriebzug mit Neigetechnik in Cairns (2008).
CityTrain-Netz in Südost-Queensland.

Die Betreibergesellschaft ist Queensland Rail (Fahrpläne). Das Streckennetz von Queensland, in Kapspur, besteht aus einer Küstenlinie zwischen Brisbane und Cairns (1681 km; 25 Std.), die durch Dieseltriebzüge mit Neigetechnik (Spirit of Queensland) bedient werden. Ins Innere gehen vier Stichbahnen ab:

  • Brisbane–Charleville Die Westlander-Züge bedienen die 740 km lange Strecke 2 Mal pro Woche in 17 Stunden.
  • (Brisbane)–RockhamptonLongreach. Der Spirit of the Outback verkehrt aus der Hauptstadt 2 Mal pro Woche in 26 Stunden über 1325 km.
  • TownsvilleMt. Isa. Die Inlander-Züge bedienen die 922 km lange Strecke 2 Mal pro Woche in 21 Stunden.
  • Der Savannahlander von Cairns nach Forsayth, ist ein primär auf Touristen ausgelegter Zug, der an 42 Wochenenden im Jahr fährt. Die einfache Fahrt kostet 2017 einfach A$ 250, jedoch sind die meisten Abfahrten schon Monate im voraus ausgebucht. Ab Cairns gibt es noch die kurze Touristenstrecke nach Kuranda (tgl.).

In und um Brisbane gibt es Rail City-Netz mit drei Regionallinien und zehn S-Bahn-Strecken. Es gibt eine 3-Tages SEEQ-Karte zu A$ 79.

Die abgelegen Orte Normanton und Croydon verbindet einmal wöchentlich der Touristenzug Gulflander.

Queensland Explorer Pass

Die Netzkarte gibt es für 1 oder 2 Monate, 2017 zu A$ 299 oder 389. Sie wird nur an Touristen/Working holiday-Besucher verkauft und gilt nicht im Stadtbereich Brisbane oder den genannten Touristenstrecken. Reservierungen sind zwingend erforderlich.

Victoria[Bearbeiten]

V-Line, ist der Betreiber von fünf Regionalzügen (mit Busnetz) im Großraum Melbourne (Fahrpläne). Der zentrale Bahnhof ist Southern Cross (früher Spencer St.) von dort gehen die Strecken bis Warnambool (über Geelong), Ararat/Maryborough (über Ballarat, Keerang/Echuca (über Bendigo), Albury (auf der Hauptstrecke nach Canberra und Sydney) sowie Traralgon.

Bezahlt wird per myki-Wertkarte (Erstkauf A$ 30, davon A$ 24 Guthaben) oder Einzelkarten. Preisbeispiel 2017: die gut 340 km nach Albury kosten off-peak A$ 37, sonst A$ 57.

myki-Pass

Die als Smartcard ausgelegte Netzkarte kommt in vier Varianten (2017): Großraum Melbourne 7 oder 28 Tage: A$ 36,60 bzw. 129,36. Für den Rest des Staates A$ 144,40 resp. 477,12.

Westaustralien[Bearbeiten]

Gewöhnlicher Großraumwagen, Typ ACN, 2008.

Transwa bedient nur die Strecke Bunbury (Australind) – Perth (East Perth Terminal) – Kalgoorlie, letztere Strecke ist 635 km lang. Der Prospector-Expreß verkehrt mindestens einmal täglich in rund sieben Stunden.

Nahverkehr[Bearbeiten]

Ein S-Bahn ähnliches Bahnsystem existiert nur in Sydney in Form des Cityrail sowie in Melbourne mit dem Connex. In und um Perth betreibt Transperth fünf Linien.

Fahrzeuge[Bearbeiten]

In NSW setzt man für die Fernstrecken den XPT ein. Dabei handelt es sich um das lokalen Verhältnissen angepaßte englische InterCity 125-Modell. Die Höchstgeschwindigkeit ist auf 160 km/h herabgesetzt. Erreicht werden selbst auf Hauptstrecken selten mehr als 80-90 km/h Durchschnittsgeschwindigkeit.

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