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Tasmanien

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Karte von Australien
Karte von Tasmanien

Die Insel Tasmanien ist gleichzeitig ein eigener australischer Bundesstaat und liegt unterhalb der Südostküste auf der Länge Melbournes. Die Hauptstadt ist Hobart, die zweitgrößte Stadt Launceston. Aufgrund ihrer teilweise einzigartigen Natur gehört etwa ein Viertel der Insel zum Welterbe der UNESCO.

Regionen[Bearbeiten]

Zum Bundesstaat Tasmanien gehören neben der Hauptinsel noch zahlreiche kleinere und zum Teil unbewohnte Inseln. Dabei zählen zu den bewohnten Inseln King und Flinders Island in der Bass-Straße sowie Bruny Island ganz im Süden.

Die Hauptinsel gliedert sich in einen sehr bergigen und nahezu unbesiedelten Teil im Westen und Südwesten sowie einen meist hügeligen und vergleichsweise stärker besiedelten Teil im Norden und Osten.

Orte[Bearbeiten]

  • 1 Bicheno (Am Tasman Highway. 186 km von Hobart, von dort ein Bus tgl. Aus Launceston biegt man bei Campbell Town ab). Ein Fischerdorf (850 Einw.), das touristisch entwickelt ist. Zu besichtigen ist Diamond Island und ein “blowhole.” Das Motorradmuseum beherbergt etwa sechzig Maschinen. Populär sind im Sommer auch die nächtlichen geführten Touren zu Pinguinen.
  • Burnie
  • Devonport - Zielort der Fährverbindung vom Festland.
  • Hobart - Hauptstadt.
  • Launceston - zweitgrößte Stadt.
  • Queenstown - Minenstadt im westlichen Bergland.
  • Richmond - kleiner historischer Ort.
  • Ross - kleiner historischer Ort.
  • Strahan - Ausgangsort für Touren auf dem Gordon River.
  • Scottsdale

Weitere Ziele[Bearbeiten]

Port Arthur.
  • Die Tasman-Halbinsel mit dem gleichnamigen Nationalpark und der historischen Siedlung Port Arthur, die seit August 2010 in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen ist.
  • Bruny Island (südlich von Hobart) mit dem Neck Game Reserve und dem South Bruny Nationalpark.
  • 1 Bay of Fires (Zu erreichen über St. Helens oder Binalong Bay). Ist der gut fünfzig Kilometer lange Küstenabschnitt zwischen Eddystone Point und Binalong Bay.
  • Der mittelschwere Overland Treck ist ein 65 Kilometer langer Wanderweg, der zwischen Cradle Mountain und Lake St. Clair die besten Landschaften der Insel verbindet. Man sollte sechs bis acht Tage Zeit einplanen und ordentliche Ausrüstung mitführen. Von 1. Okt. bis 31. Mai muß man ein permit buchen, das 2017 saftige A$ 200 kostet. Dazu kommt noch der National Parks Pass. Kürzere Wege sind z.B. die Cradle Valley Walks. Auch hier gibt es eine Tagesobergrenze zugelassener Fahrzeuge.

Geographie[Bearbeiten]

Noch in der letzten Eiszeit war Tasmanien über eine Landbrücke mit dem Festland verbunden. Seitdem trennt die Bass-Straße Tasmanien vom Festland mit kleineren Inseln dazwischen wie u.a. King, Flinders und Cape Barren Island. Trotz der relativ kleinen Fläche von ca. 68.000 Quadratkilometern besitzt Tasmanien eine große landschaftliche Vielfalt bestehend aus Gebirgen, Tälern, Hochebenen, Seen, Flüssen, Steilküsten sowie Stränden. Etliche Berge erreichen Höhen von über 1000 m, der höchste ist Mt. Ossa mit 1617 m im Cradle Mountain - Lake St.Clair Nationalpark. Die Seen in zentralen Hochland wurden von Gletschern geformt, der Lake St. Clair im gleichnamigen Nationalpark ist der tiefste Süßwassersee Australiens.

Natur[Bearbeiten]

Da Tasmanien einst mit dem Festland verbunden war, kommen viele australische Tier- und Pflanzenarten auch auf der Insel vor. So gibt es z.B. Kängurus, Wallabies, Wombats, Possums und viele weitere Beuteltiere. Dagegen gehört der tasmanische Teufel zu den endemischen Arten, er ist auf dem Festland bereits vor längerer Zeit ausgestorben.

Durch das feuchte Klima im Westen konnten dort ausgedehnte Regenwälder entstehen, die zum großen Teil in Nationalparks geschützt sind. Diese Wälder wirken durch ihr dichtes Unterholz oft undurchdringlich, es wachsen dort zahlreiche Moos- und Farnarten. Im Osten sind die Wälder lichter, es herrschen häufig Eukalyptusarten vor. In höheren Lagen finden sich auch Moorlandschaften.

Geschichte[Bearbeiten]

Tasmanien wurde vor schätzungsweise 40000 Jahren vom australischen Festland aus besiedelt. Die Ureinwohner entwickelten eine eigenständige Kultur, von der jedoch wenig bekannt ist, da sie bald nach der Kolonialisierung durch eingeschleppte Krankheiten und die gezielte Tötung und Verfolgung durch britische Siedler ausstarben.

1642 wurde Tasmanien durch den Holländer Abel Tasman entdeckt, jedoch erst 1803 von Briten kolonialisiert. Hobart war die erste Siedlung, danach folgte Launceston. Tasmanien wurde jedoch vorwiegend als Sträflingskolonie genutzt. So entstanden Sträflingssiedlungen auf Sarah Island, auf Maria Island und in Port Arthur auf der Tasman Halbinsel. Vor allem letztere war für ihre harrschen Haftbedingungen berüchtigt.

Sprache[Bearbeiten]

Wie auch im restlichen Australien - Englisch

Anreise[Bearbeiten]

Mit dem Flugzeug[Bearbeiten]

Hobart hat einen Flughafen (IATA: HBA), der 2017 inneraustralisch von Qantas, Virgin Australia und deren Billig-Ableger Tigerair sowie Jetstar angeflogen wird.

Launceston (LST) wird ebenfalls von Qantas und Jetstar bedient.

Mit dem Schiff[Bearbeiten]

Von Melbourne besteht eine regelmäßige Fährverbindung nach Devonport. Bucht man online etwa eine Woche im voraus, kommt man in den Genuß von günstigen Preisen, tagsüber A$ 79, Nachtüberfahrt A$ 130/160 (2017). Die Preise sind saisonabhängig (am teuersten Dez.-Jan.), es gibt aber auch in “last minute walk on” Sonderangebote ab A$ 39.

Mobilität[Bearbeiten]

Der Personenbahnverkehr wurde 1978 eingestellt. In einigen Abschnitten verkehren noch Museumszüge für Touristen und Begeisterte.

Es ist grundsätzlich ratsam ein Auto zu mieten. Zu beachten ist, dass wie in ganz Australien Linksverkehr herrscht. Tasmaniens Straßen sind in der Regel schmal und kurvig, häufig sind sie auch ungeteert. Obwohl auf den meisten Straßen nur wenig Verkehr herrscht, kann es an manchen Stellen bei Gegenverkehr eng werden. Es ist deshalb ratsam für Autotouren reichlich Zeit einzuplanen. Lediglich der Highway 1, der Hobart mit Launceston verbindet, ist gut ausgebaut und zügig befahrbar.

Nationalparks[Bearbeiten]

Zum Besuch aller Nationalparks ist ein gebührenpflichtiger National Parks Pass zu erwerben.

Tasmanien bietet viele interessante Nationalparks (37% der Fläche), die teilweise auch UNESCO-Naturerbe sind (ein Viertel von Tasmanien). Beeindruckend sind die Tasman-Halbinsel im Südosten, der markante Cradle Mountain im zentral gelegenen Cradle Mountain-Lake St. Clair-Nationalpark, der Freycinet-Nationalpark mit der malerischen Wineglass Bay im Osten sowie die weitgehend menschenleere Wildnis im Franklin-Gordon Wild Rivers-Nationalpark im Südwesten der Insel. Einen Überblick und alle wichtigen Informationen zu Eintrittsgeldern, Zugangsbeschränkungen und permits bietet die offizielle englischsprachige Homepage des Parks & Wildlife Service, dort gibt es auch Infos zu einer kostenlosen App die einen Überblick über sechzig interessante Wanderwege Tasmaniens bietet.

Aktivitäten[Bearbeiten]

Ein Land für Outdoor-Fans: Wandern, Bouldern (an der Ostküste), Campen usw. Die Tierbeobachtung kann besonders lohnen sein, da sich in Ermangelung ihres Freßfeindes, des Fuchses, mehr Beuteltierarten verbreitet haben, als im Rest des Kontinents.

Zum Angeln (Broschüren der Regionen) braucht man eine Lizenz des Bundesstaates.

Küche[Bearbeiten]

Beliebte Snacks (“greasyspoon”), die annähernd überall zu finden sind, sind “Fish & Chips,“ Pies mit allen möglichen Füllungen, die unergründliche Chiko Roll und “Chips with Gravy.“ Eine Vielzahl an Lamm- und Fischgerichten sind auf Grund der Lage und der Schafzucht obligatorisch. Auch wird vergleichsweise viel Milchwirtschaft betrieben, was sich einer Anzahl von Käsereien niederschlägt. In Tasmanien wachsen dank des erträglichen Klimas auch Erdbeeren und Steinfrüchte, für deren Anbau im Rest des Kontinents es oft zu heiß ist.

Vor allem in Hobart hat die asiatische Küche (indisch, kambodschanisch, malaiisch, japanisch, etc.) durch Einwanderer einen relativ hohen Stellenwert.

In den letzten Jahrzehnten haben sich vor allem im Südosten kleine Whiskybrennereien etabliert, die ordentliche Qualität zu hohen Preisen produzieren.

Sicherheit[Bearbeiten]

Mehrtägige Touren sollten nach dem eigenen Vermögen und Kondition bzw. Ausdauer ausgewählt werden. Es ist immer ratsam sich über das Wetter und die Trinkwasserversorgung vor Ort beim jeweiligen Visitor Centre zu informieren.

Alle Schlangenarten in Tasmanien sind giftig. Man sollte ihnen (vor allem der Schwarzen Tigerotter) mit entsprechendem Respekt begegnen. Es kann durchaus möglich sein, dass eine Schlange an einem heißen Tag den Campingplatz durchquert, um ein sonniges Plätzchen zu finden. Gesunder Menschenverstand ist gefragt.

An Parkplätzen in Nationalparks wird des öfteren darauf hingewiesen keine Wertgegenstände offensichtlich im Auto liegen zu lassen.

Praktische Hinweise[Bearbeiten]

Feiertage

Zusätzlich zu den landesweiten Feiertagen begeht man in Tasmanien in Hobart den 14. Feb. als Regatta Day; den Launceston Cup Day am letzten Mittwoch im Februar, den Launceston Show Day am Donnerstag vor dem zweiten Samstag im Oktober und in Nordtasmanien den Recreation Day am ersten Novembermontag.

Pflanzen und Tierquaratäne (Biosecuity)

Die Einfuhrbestimmungen für Tiere und Pflanzen, auch vom australischen Festland sind detailliert und streng. U.a. ist die Einfuhr von Honigwaben ebenso beschränkt wie jede Art frischen Gemüses (dazu gehören auch abgepackte Obstsalatzubereitungen) oder gewisse Arten von Fisch. Einen ersten Überblick gibt die Website von Biosecurity Tasmania.

Klima[Bearbeiten]

Das Klima ist kühl-gemäßigt mit ganzjährigen Niederschlägen, die allerdings von Westen nach Osten kontinuierlich abnehmen. Im Winter kann Schnee bis in die Niederungen fallen, im Bergland ist Schnee auch in den übrigen Jahreszeiten nicht auszuschließen. Die beste Reisezeit ist von November bis März, wenn die Temperaturen angenehm sind. Richtig heiß wird es praktisch nie, da das Klima ozeanisch beeinflusst ist, was meist zu einem recht wechselhaften Wetter führt. Am wärmsten ist es im Norden und Osten Tasmaniens, generell herrschen meist Winde aus westlicher Richtung.

Klimadiagramme einzelner Orte in Tasmanien.
Bicheno.

Literatur[Bearbeiten]

  • Brüggemann, Jörg; Tasmanien: Australiens Wanderparadies: 60 Wanderungen und Trekkingrouten in "Under Down Under"; München ²2016 (Bergverlag Rother); ISBN 9783763343683
  • Shakespeare, Nicholas; In Tasmanien; 2005 (marebuchverlag), ISBN 3-936384-40-1
  • Wilson, Don E.; Handbook of the mammals of the world; Band 5: Monotremes and marsupials; Barcelona 2015 (Lynx Ed); ISBN 9788496553996

Weblinks[Bearbeiten]

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