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Hintersee (Ramsau)

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Hintersee
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Der Weiler Hintersee liegt an der Nordwestseite des gleichnamigen Sees und zu Fußen von Reiteralpe und Hochkalter. Die ganzjährig vielbesuchte Alpenidylle aus glasklarem Bergsee und dunklem Bergwald liegt knapp fünf Kilometer westlich von Ramsau bei Berchtesgaden und fast unmittelbar an der deutsch-österreichischen Grenze im Nationalpark der Berchtesgadener Alpen in Oberbayern.

Karte von Hintersee (Ramsau)

Hintergrund[Bearbeiten]

Der Ort Hintersee hatte zur Zeit der Fürstpropstei Berchtesgaden Bedeutung als Station an der Transportroute für den Salzhandel aus dem Pinzgau in den Rupertiwinkel. Die Route kam von Süden über die Hirschbichler Passhöhe und durch das Klausbachtal zum See. Die Passhöhe war im Jahre 1809 während der Freiheitskämpfe um Tirol auch der Ort eines Scharmützels zwischen Bayern und Österreichern.

Heute ist Hintersee ein Ortsteil der Nationalparkgemeinde Ramsau.

Der Beginn des Tourismus für Ramsau und Hintersee ist das Jahr 1810 mit dem Anschluss der Region an das Königreich Bayern.

Anreise[Bearbeiten]

Entfernungen
Ramsau4,6 km
Berchtesgaden16,0 km
Königssee16,3 km
Bad Reichenhall20 km
Salzburg40 km
München141 km

Mit dem Flugzeug[Bearbeiten]

  • Nächster größerer internationaler Flughafen ist der Flughafen München: München - Franz Josef Strauß (185 km, ca. zwei Autostunden). Von hier bieten vor allem Lufthansa und ihre Partner der Star Alliance Verbindungen zu Städten in Deutschland, Europa und weltweit. Als zweitgrößter Flughafen Deutschlands ist er mit einer steigenden Anzahl von Städten verbunden.
  • Noch schneller erreichbar ist der Flughafen Salzburg (33 km, ca. eine halbe Autostunde);

Mit der Bahn[Bearbeiten]

Der nächste Bahnhof befindet sich in Berchtesgaden und ist Haltestelle für InterCity-Züge. Weiter vom Bahnhof noch ca. 16 Kilometer mit dem Bus oder mit dem Taxi.

Auf der Straße[Bearbeiten]

Über die Autobahn A8 (München-Salzburg):

  • Symbol: AS Bad Reichenhall (in D) und über die Bundesstraßen 21 und 20 und über Berchtesgaden und Ramsau nach Hintersee.
  • Symbol: AS Traunstein-Siegsdorf (von München kommend), weiter auf der Bundesstraße 306 über Inzell und auf der Bundesstraße 305 ((Deutsche Alpenstraße) nach Ramsau.
Von Norden kommend ist auch mit Abzweig am Gasthof Hindenburglinie die Anfahrt direkt zum Hintersee und ohne Umweg durch den Ort Ramsau möglich.

Kostenpflichtige Parkplätze sind am See ausgewiesen.

Die Passstraße zum Hirschbichl in Österreich ist für Kraftfahrzeuge gesperrt (Buslinie).

Mobilität[Bearbeiten]

  • Der RVO (Regionalverkehr Oberbayern / DB) betreibt die Buslinien in der Region;
Regionalverkehr Oberbayern GmbH, Hirtenstraße 24, D-80335 München; Tel.: +49 (0)89 55164-0, Fax: +49 (0)89 55164-199; Info;
Hintersee ist mit dem Bus vom Bahnhof Berchtesgaden aus über Ramsau direkt ca. stündlich erreichbar, die Fahrtzeit beträgt ca. eine halbe Stunde.
Liniennetzplan Berchtesgaden als pdf;
  • Vom Hintersee aus fährt ein Wanderbus des RVO (Linie 847) bis zum Hirschbichl, dem südseitig von Hintersee (ca. 9 km) und schon in Österreich gelegenen Grenzpass am Fuße des Hochkaltermassives. Vom Hirschbichl aus Weiterfahrt mit dem österreichischen Postbus bis nach Weißbach bei Lofer (ca. 7 km) möglich.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Hintersee[Bearbeiten]

Der Hintersee hat mit einer Länge von ca. 0,92 km und einer Breite von 0,18 km eine Oberfläche von ca. 16,40 ha mit ca. 2,5 km Umfang. Die maximale Tiefe ist 18,0 m bei 7,0 m Tiefe im Mittel, der Seespiegel liegt auf einer Höhe von 789,10 m ü.NN.

Die alte Bezeichnung des Hintersees ist Ferchensee von Förche (= Forelle) wegen seines Fischreichtums. Der See ist auch heute bei Anglern wegen seiner Forellen- und Saiblingsbestände sehr beliebt.

Ursprünglich wurde der See im Süden vom Klausbach gespeist. Dessen mitgeführtes Geschiebe aus Stein und Geröllmassen haben den See in den vergangenen Jahrtausenden aber bereits stark verkleinert, der Bach wird daher zum Schutz vor weiterer Verlandung um den See herum geleitet. Der See selbst wird nur noch von kleinen Zuläufen gespeist.

Ab dem nördlichen Seeende nach der Vereinigung mit dem Abfluss des Sees heißt der Klausenbach dann Ramsauer Ache und fließt durch die tief eingeschnittene Marxenklamm und den Zauberwald nach Ramsau.

Malerwinkel

Die Spiegelung des etwas weiter entfernten Hohen Gölls an Sonnenabenden in der Wasseroberfläche ist das Idealbild eines romantischen Bergsees und war und ist beliebtes Motiv der Maler der Alpenromantik, bekanntester Name ist Carl Rottmann. Der heutige Gasthof Auzinger war zu Zeiten des Kunstförderers König Ludwig I. eine echte Künstlerherberge.

Als beste Zeit für einen Besuch gilt das Frühjahr und der Herbst, wenn der See noch nicht so sehr von Touristen überlaufen ist. Als besonders idyllisch gelten dann die Morgenstunden mit Nebel über Seefläche.

Wasserdaten zum See beim Wasserwirtschaftsamt Traunstein;

Zauberwald[Bearbeiten]

Der Zauberwald befindet sich zwischen Ramsau und Hintersee, stimmungsvoller Zugang zum Hintersee ist der Fußweg (als Naturlehrpfad angelegt) von Ramsau aus über Steige, Treppen und Brücken durch den Bergwald. Die wildromantische Landschaft des Bergmischwaldes mit Felsblöcken, Quellen, der Schlucht und den Höhlen wurde 2005 vom bayerischen Umweltministerium in die Liste der "100 schönsten Geotope Bayerns" aufgenommen.

Die riesigen Felsbrocken am Weg stammen von einem Felssturz vom Hochkalter herab, der vor ca. 3500 Jahren stattfand. Seinen Namen erhielt der Zauberwald um 1900 während der Anfänge des Tourismus in der Region.

Klausbachtal[Bearbeiten]

Das Klausbachtal ist ein geologischer Bruch zwischen demn Gebirgszügen von Hochkalter und Reiteralpe. Dieser Bruch wurde während der letzten Eiszeit von einem Gletscher, der vom Hirschbichl / Hochkalter herab floss und bis zu 1 km stark war, zum Trogtal ausgeschliffen. Der heutige Hintersee ist der Rest des ehemaligen Gletschersees am nördlichen Gletscherende, dessen ehemaliges Seebecken mittlerweile fast vollständig mit Gesteinsschutt verfüllt worden ist.

Seinen Namen hat der Klausbach von einer Klause, einem Wehr mit der der Bach aufgestaut wurde, und mit dessen Wasser geschlagene Baumstämme in das Tal geschwemmt wurden.

Die Seitentäler des Klausbachtales werden mit zu den ruhigsten und abgeschiedensten Teilen des Nationalparks gezählt.

weitere Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Nationalpark-Informationsstelle Klausbachhaus in Nähe zum Parkplatz am See.
Das Gebäude ist ein ehemaliges Bauernhaus aus dem Jahre 1757 und stand in Unterau, wo es ab 1992 abgetragen und an heutiger Stelle neu errichtet wurde, die Eröffnung fand im Jahre 1995 statt. Im Inneren verschiedene Ausstellungen zu den Themen des Nationalparks.
siehe auch unter Klarkommen.
  • Antoniuskapelle am Nordufer des Sees gelegen, im Inneren mit Barockfresken aus dem Leben des Heiligen;
  • Alpenhof Musäum Hintersee (kleines hisorisches Museum, zum Gasthaus gehörend). Tel.: +49 (0)8657 253. Geöffnet: Fr. bis Mi.: von 11 bis 13 Uhr. Preis: 1,50 €.

Aktivitäten[Bearbeiten]

  • Verkauf von Fischereikarten am Gasthaus Seeklause, Fischerverein siehe Weblinks;
  • Verleih von Ruder- und Tretbooten;
  • Rundfahrten auf dem Fährschiff "Annerl" (Elektroboot, Überfahrt Erwachsene 1,- €; Rundfahrt 1,50);
  • Baden ist im See möglich, die Höchsttemperatur des Wassers im Hochsommer beträgt allerdings maximal 15 -16°C;
  • Im Winter friert der See schnell zu und ist dann bei Eissportlern und Eiswanderern beliebt.
  • Nationalpark-Festspiele „Die Martinsklause“, Bühnenstück in zwei Akten frei nach Ludwig Ganghofer; Infos und Spieltage siehe Weblinks;

Wanderungen[Bearbeiten]

  • Die Umrundung des Hintersees ist auf einem Fußweg abseits der Fahrstraße problemlos möglich und dauert weniger als eine Stunde (gute zwei Kilometer).
  • Wanderweg durch den Zauberwald von Hintersee nach Ramsau ca. eine Stunde, Naturlehrpfad.

Der Hintersee ist Ausgangspunkt für zahlreiche Wanderungen in die umgebende Bergweltder Berchtesgadener Alpen

Einkaufen[Bearbeiten]

Küche und Unterkunft[Bearbeiten]

Hintersee im Südosten
  • Gasthof Alpenhof (Pension, bayrische Küche), Am See 27, 83486 Hintersee – Ramsau. Tel.: +49 (0)8657 253, Fax: (0)8657 418. Preis: Übernachtungen Hauptsaison ab 27 €.
  • Gasthof Auzinger (Pension, bayrische Küche), Hirschbichlstraße 8, 83486 Hintersee – Ramsau. Tel.: +49 (0)8657 230, Fax: (0)8657 983338. Preis: Übernachtungen Hauptsaison 2 Personen ab 140 €.

bewirtschaftete Almen[Bearbeiten]

  • Haslalm (1.211 m)
  • Bindalm (1.117m), durch das Klausbachtal in ca. 3½ Stunden Gehzeit und nach ca. 12 km Wegstrecke zu erreichen.

Nachtleben[Bearbeiten]

Außerhalb der Gastronomie wird es am Abend sehr ruhig, und der Besucher kann die Stille genießen. Wem das zu ruhig ist, für den empfiehlt sich das Ausweichen nach Berchtesgaden, Bad Reichenhall. oder nach Salzburg (in Österreich).

Sicherheit[Bearbeiten]

  • Lawinenwarndienst für Bayern.

Gesundheit[Bearbeiten]

Kurzinfos
Telefonvorwahl08657
Postleitzahl83486
KennzeichenBGL
ZeitzoneUTC+1
Notruf112 / 110

Praktische Hinweise[Bearbeiten]

  • Klausbachhaus (Informationsstelle der Nationalparkverwaltung), 83486 Ramsau - Hintersee (am Anfang des Klausbachltals). Tel.: +49 (0)8657 1431, Fax: (0)8657 985935. Geöffnet: werktags 9 - 17 Uhr.

Ausflüge[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Albert Hirschbichler: Berchtesgadener Land, Gebietsführer für Natur, Kultur, Freizeit und Sport. Berchtesgaden : Anton Plenk, 2006 (1. Auflage), ISBN 3-927957-69-0; 255. vor Ort verschiedentlich erhältlich
  • Das Klausbachtal, kostenlos bei der Nationalparkverwaltung (siehe Weblinks, pdf) und bei deren Infostellen erhältliches Faltblatt;

Karten[Bearbeiten]

  • Kompass Wanderkarte Blatt 14: "Berchtesgadener Land und Chiemgauer Alpen" (1:50.000, für Wanderer und Radfahrer);

Weblinks[Bearbeiten]

WebCams[Bearbeiten]

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