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Untersberg

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Das Massiv des Untersbergs, gesehen von Süden vom Hohen Brett (Göllstock)

Der markante Bergstock des Untersberg (1.973 m) ist ein stark verkarsteter Tafelberg in den Berchtesgadener Alpen. Der Untersberg ist der nördlichste Gebirgsstock der Alpen und liegt zu zwei Dritteln in Oberbayern, ein Drittel liegt im Österreichischen Bundesland Salzburg.

Orte[Bearbeiten]

Talort im Berchtesgadener Land (Oberbayern) sind:

Talorte im Bundesland Salzburg sind:

Hintergrund[Bearbeiten]

Karte von Untersberg

Das Massiv des Untersbergs besteht aus dem westseitigen Gipfel, das ist der 1 Berchtesgadener Hochthron (1.972 m) und dem ostseitigen Gipfel, das ist der 2 Salzburger Hochthron(1.853 m). Zwischen diesen beiden Gipfeln befindet sich das Hochplateau, das nach Süden und Osten mit bis zu 400 m hohen Wandfluchten steil abfällt. Im Norden schließen mittelgebirgsähnliche Teile zum Alpenvorland hin an.

Weitere Gipfel auf und am Untersberg sind Gamsalmkopf (1.888 m), Rauheck (1,892 m), Großer Heubergkopf (1.819 m), Geiereck (1.806 m, Bergstation der Untersbergbahn), Stuhlwand (1.850 m), Achenkopf (Gurrwand 1.568 m), Hirschangerkopf (1.768 m), Ochsenkopf (1.780 m), Hochtramel (1.840 m), Rauher Kopf (1.604 m) und Kneifelspitze (1.189 m).

Die Gesamtfäche des Massivs beträgt ca. 70 km², das Hochplateau hat davon rund elf Quadratkilometer Fläche und liegt zwischen 1.500 m und 1.900 m Seehöhe.

In einer Urkunde von Salzburg vom 28. Juni 1306 ist der Untersberg als "Vndarnsperch" erstmals schriftlich belegt.

Bergpanorama Untersberggipfel / Westblick vom Berchtesgadener Hochthron, ganz links: Senke Königssee, dann Watzmann (Frau, Kinder, Hauptgipfel), Senke Wimbachgries, Hochkalter, Senke Ramsau (etwa Bildmitte), Reiteralm, Loferer und Leoganger rechts der Bildmitte;

Geologie[Bearbeiten]

Der Untersberg besteht im oberen Bereich des Plateaus aus Dachsteinkalk, darunter befindet sich als Basis Ramsaudolomit.

Der Untersberger Marmor wurde bereits von den Römern abgebaut und findet als ein weißlicher bis gelblich-rötlicher dichter Kalkstein Verwendung bei Kirchen, Palästen und Skulpturen (Salzburger Dom, Dreifaltigkeitssäule in Wien, Justizpalast in München, Sarkophag des Reichskanzlers und Fürst Otto von Bismarck). Industriell wird Untersberger Marmor heute noch in zwei Steinbrüchen am Nordhang des Untersberges bei Fürstenbrunn und Gröding (Salzburg) gebrochen.

Bauxit (Rohstoff für die Aluminiumgewinnung) wurde am Untersberg in einem kleinen Vorkommen bis 1973 abgebaut.

Höhlen[Bearbeiten]

Der stark verkarstete Untersberg ist mit mehr als 400 bekannten und über 100 erforschten Höhlen der höhlenreichste Berg der Berchtesgadener Alpen. Die bekannteste Höhle ist die Schellenberger Eishöhle (seit 1925 als Schauhöhle zugänglich) und die seit 2002 untersuchte Riesending-Schachthöhle, mit bisher bekannten 13 Kilometern Länge und einer erforschten Tiefe von 1058 Metern die längste und tiefste Höhle Deutschlands. Ein weiteres großes Höhlensystem ist die Kolowrathöhle, die im Rahmen von Führungen zugänglich ist.

Der Untersberg bei der Arbeitsgemeinschaft für Höhlenforschung Bad Cannstatt e.V.

Mythologie[Bearbeiten]

Felsabstürze der Untersberg-Südseite, aus Berchtesgaden gesehen (Nationalparkhaus)

Bereits unter den Kelten wird dem Untersberg eine mythologische Bedeutung zugeschrieben. Mit den zahlreichen geheimnisvollen Höhlen und als ein den weiteren Alpen vorgelagerter markanter Wetterberg ranken sich um den Untersberg jede Menge Mythen und Sagen.

Nach der bekanntesten Sage soll der gesamte Hofstaat von Karl dem Großen in den Höhlen wohnen. Auch beim Haberfeldtreiben, das ist eine Art Volksjustiz die in Oberbayern beheimatet ist, wird durch den Haberfeldmeister im Namen von "Kaiser Karl im Untersberg" die Anklage erhoben.

Auch Kaiser Friedrich Barbarossa soll mit seinen Kriegsscharen in einer Höhle im Untersberg schlafen und nur alle hundert Jahre einmal erwachen. Wenn er dann sieht, dass die Raben immer noch um den Berg fliegen, schläft er für ein weiteres Jahrhundert weiter, weil keine Not im Reich herrscht. Er wird von den "Untersberger Mandln" versorgt, das sind zwergenähnliche und dem Kaiser treu ergebene Gestalten.

Die "wilde Jagd vom Untersberg" (das Wilde Gjoad) ist als nächtlicher "Geisterzug" ein uralter, vermutlich noch heidnischer Brauch der Region: Am Abend des 2. Donnerstags im Advent ist ein Zug aus zwölf wilden Figuren aus der Sagenwelt des Unterbergs unterwegs.

Sprache[Bearbeiten]

Anreise[Bearbeiten]

  • Mit dem Auto
Die überregionale Anfahrt auf der Straße erfolgt über die deutsche Autobahn A8 München–Salzburg, Abfahrt Bad Reichenhall, sowie über die österreichische Tauernautbahn (A10), Abfahrt Salzburg Süd. Regionale Anfahrt von Berchtesgaden auf die österreichische Seite auf der B305 über Marktschellenberg sowie auf der deutschen Seite über die B20 nach Bad Reichenhall.
  • Mit dem Bus
Die RVO-Linie 840 verkehrt zwischen Berchtesgaden und Salzburg; Ausstiege zwischen Marktschellenberg und St. Leonhard.
  • Mit der Bahn
Bahnstationen befinden sich in Salzburg und in Bad Reichenhall.

Mobilität[Bearbeiten]

Auf der Salzburger Seite ist der Untersberg durch die 1961 eröffnete Untersbergseilbahn von St. Leonhard (bei Grödig) auf das Geiereck (1.806 m) bis fast zum Gipfel des benachbarten Salzburger Hochthrons (1.853 m) erschlossen.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Aktivitäten[Bearbeiten]

Allgemeine Ausführungen zum Bergwandern und Bergsteigen und zum Verhalten im Gebirge :Bergsteigen.

Bergwandern[Bearbeiten]

Am Untersberg sind alleine seit dem Kriegsende, je nach der Quelle, angeblich ca. 40 Menschen verschwunden, so gerieten z.Bsp. im Jahre 2004 ein verschwundenes Münchner Ehepaar mit ihrer begleitenden Freundin in die Schlagzeilen der Medien. Eine offiziell geführte Statistik zur Vermisstenrate gibt es aber nicht.

Eine echte Gefährdung für Wanderer abseits der Hauptwanderrouten sind die zahlreichen Dolinen im Karstgelände. In diesen Erdfällen als natürlichen, meist trichterförmige Einstürze oder Mulden über zusammengebrochenen Höhlensystemen hält sich der Schnee vom vergangenen Winter oft bis in den Frühsommer. Das Begehen dieser Scheeflächen ist daher objektiv gefährlich.

Stöhr Weg[Bearbeiten]

Der Stöhr Weg ist der Normalanstieg auf den 1 Berchtesgadener Hochthron (1.972 m). Einer von mehreren Ausgangspunkten ist z.Bsp. der Wanderparkplatz Bischofswiesen-Winkl (ca. 650 m) mit Beginn der Tour auf dem Reitweg Maximilinansweg. Der weitere Anstieg führt dann über insgesamt ca. 16 km Streckenlänge mit rund 1300 mH Höhe und in ca. dreieinhalb bis vier Stunden auf den höchsten Gipfel des Untersbergs. Stützpunkt ist das Stöhrhaus, ca. eine knappe halbe Stunde vor dem Gipfel.

Vom Charakter her handelt es sich um eine nicht zu schwierige, aber recht lange Bergwanderung auf schattigen Wirtschaftswegen im unteren Teil und unbeschatteten und auch steilen Bergsteigen im oberen Teil.

Klettern[Bearbeiten]

Der Untersberg kann zahlreiche Kletterrouten in allen Schwierigkeitsklassen aufweisen.

  • Hochthron-Klettersteig, 2007 Ostwand des Berchtesgadener Hochthrons eröffnet: Der moderne Sportklettersteig führt mit dem Klettersteigschwierigkeitsgrad C und D und ohne Notausstiege durch die immer mindestens steile und häufig sogar senkrechte Wand. Gesamte Durchstiegszeit ca. 3.0 h;
Ausgang vom Parkplatz Ettenberg, 3.0 Stunden bis zum Einstieg in 1580 m Höhe, Ausstieg beim Störhaus (1894 m).

Küche[Bearbeiten]

Unterkunft[Bearbeiten]

Stöhrhaus auf dem Untersberg;

Liste der Berghütten des deutschen Alpenvereins (DAV) und des österreichischen Alpenvereins (OeAV) sowie private Hütten für Wanderer und Bergsteiger. Die Hütten sind nur in der Sommersaison bewirtschaftet, wegen der hohen Belegung durch Wanderer und Bergsteiger ist eine Reservierung vorab und insbesondere an den Wochenenden generell sinnvoll.

  • 1 Stöhrhaus ((1894 m) DAV Berchtesgaden), Stöhrhaus am Untersberg, 83471 Berchtesgaden (westlich unterhalb des Berchtesgadener Hochthrons). Tel.: +49 (0)8652-7233 (In der Saison), +49 (0)8657-983933 (sonst). Geöffnet: Bewirtschaftet von Mitte Mai bis Mitte Oktober.
Ausstattung: 16 Schlafplätze im Zimmerlager, 42 Matratzenlager; Handyempfang vor der Hütte, keine Duschen. Die Wasserversorgung in der Karstregion erfolgt mit in Zisternen geammeltem knappem Regenwasser.
Zustieg von Hintergern (790 m) über Stöhrweg 3Std. Von Winkl (685 m) über Reisenkaser 3 1/2Std.. Über Bischofswiesen/ Winkl, Zehnkaser 3 1/2 Std. Von der Berghütte zum Berchtesgadener Hochthron (1972 m) sind es dann nur noch ca. 15 Minuten.
  • 2 Toni Lenz Hütte (1.450 m) (Schellenberger Eishöhlenhütte, Verein für Höhlenkunde), Florianigasse 2, 83395 Freilassing (in der Nähe der Schellenberger Eishöhle). Tel.: +49 (0)151 119 877 40. Geöffnet: Mitte Mai bis Ende Oktober.
Ausstattung: 8 Schlafplätze;
Zustieg von Marktschellenberg (D) ca. 3 Std.. Von Grödig (A) mit der Untersbergbahn und noch ca. 2 Stunden zu Fuß.
Ausstattung: 13 Zimmerlager, 43 Matratzenlager;
Zustieg von Glanegg, Parkplatz Untere Rositten über Dopplersteig 3 1/2Std, über Reitsteig 3 Std.: Von der Untersbergbahn-Bergstation 10 Min Abstieg.

Klima[Bearbeiten]

Die Südabstürze des Untersbergs mit der Wallfahrtskirche Maria Gern

Allgemeine Ausführungen zum Klima siehe den entsprechenden Abschnitt im Artikel zu den Berchtesgadener Alpen.

Der Untersberg ist wegen seiner den übrigen Alpenbergen vorgelagerter Einzelstellung berüchtigt für schnell aufziehende Nebel und auch Gewitter und wegen der dannn auch für geübte Bergwanderer sehr schwierigen Orientierung auf dem mit Latschen bewachsenen und von besonderen Landmarken freien Hochplateau.

Als beste Zeit für Wanderungen gelten die Monate von Ende Mai bis Mitte Oktober.

  • Lawinenwarndienst für Bayern.

Literatur[Bearbeiten]

  • Stan Wolf: Steine der Macht - Die Zeitkorridore im Untersberg. Novum, 2010, ISBN 9783990035108; 225. 18,40 €, Roman
  • Bodo Hell, Walter Seitter, Elsbeth Wallnöfer: Untersberg Geschichten - Grenzgänge - Gangsteige. Salzburg : Pustet, 2012, ISBN 978-3702506698; 159. 25.-€, Berggeschichten

Karten[Bearbeiten]

  • Deutscher Alpenverein (DAV) (Hg.): Alpenvereinskarte BY 22, Berchtesgaden, Untersberg; Weg und Skirouten 1 : 25 000. 2008 (1. Auflage), ISBN 978-3-937530-26-0. 9,80 €.

Weblinks[Bearbeiten]

  • Der Untersberg bei www.untersberg.net (Universität Salzburg, Abt. für Regionale und Angewandte Geologie)
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