Deutschland

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Deutschland ist nach Einwohnern der größte Staat in Mitteleuropa mit der vollständigen Staatsbezeichnung Bundesrepublik Deutschland. Es ist Mitgliedsstaat der Europäischen Union und gehört dem Schengener Abkommen an.

Landschaftlich erstreckt sich Deutschland von den Küsten von Nord- und Ostsee im Norden mit ihren Badestränden und Wattenmeeren bis hin zu den Alpen im Süden, wobei der größte Teil flach oder von niedrigen Gebirgszügen, den sogenannten Mittelgebirgen, bedeckt ist. Bekannt ist das Land bei Reisenden jedoch vor allem für seine Kulturschätze - seit dem späten Mittelalter gehört es in nahezu allen Disziplinen der Kunst zu den Zentren Europas, und trotz der Zerstörungen in den Weltkriegen hat sich viel Architektur von Romanik und Gotik bis zur Postmoderne erhalten.

Lage
Karte von Europa mit hervorgehobener Lage von Deutschland
Flagge
Flagge der Bundesrepublik Deutschland
Kurzdaten
Hauptstadt: Berlin
Staatsform: Bundesrepublik
Währung: Euro
Fläche: 357.021 km²
Bevölkerung: 80,3 Mio.
Sprachen: Deutsch
Stromnetz: 230 V / 50 Hz, Europäischer Stecker
Telefonvorwahl: +49
Internet TLD: .de
Zeitzone: ME(S)Z

Inhaltsverzeichnis

Regionen[Bearbeiten]

Geschichtlich bedingt spielen die Regionen auch heute in Deutschland noch eine große Rolle. Die Vielfältigkeit Deutschlands spiegelt sich deutlich in der Vielzahl der Regionen mit ihren spezifischen Eigenarten wider.

Karte von Deutschland

Die Bundesrepublik Deutschland ist in 16 Bundesländer gegliedert:

Bedeutende Regionen in Auswahl, von Nord nach Süd, von West nach Ost:

Rheinromantik am Mittelrhein - Blick von der Loreley auf den Rhein Richtung St. Goarshausen

Touristisch relevante Regionen finden sich auch in der Liste deutscher Feriengebiete.

Städte[Bearbeiten]

Skyline von Frankfurt am Main

Bundeshauptstadt ist Berlin, die von 1961 bis 1989 durch die Berliner Mauer geteilt war und heute eines der kulturellen Zentren Deutschlands darstellt. Weitere wichtige Städte sind die Hansestadt Hamburg, die bayerische Landeshauptstadt München, die Bankenstadt Frankfurt am Main, Köln mit dem Dom und Mainz als Karnevals- bzw. Fastnachtshochburgen, Weimar als Stadt Goethes und Schillers und viele andere mehr wie die Barockstadt Dresden mit Frauenkirche und Semperoper, das romantische Heidelberg mit seinem Schloss, das verträumte Freiburg, die Main-(Wein)metropole Würzburg, das schwäbische Stuttgart, die Industriestädte im Ruhrgebiet sowie südlich davon die Schwebebahnstadt Wuppertal und die Modestadt Düsseldorf, das mittelalterliche Rothenburg ob der Tauber und die zweitälteste, von den Römern gegründete Stadt Augsburg.Das rheinische Bonn war nach dem Zweiten Weltkrieg bis 1990 Bundeshauptstadt, bis 1999 Regierungssitz und damit auch das politische Zentrum der Bundesrepublik.

Weitere Ziele[Bearbeiten]

Neben den Inseln und der Küste an Nord- und Ostsee sind insbesondere die Mittelgebirge wie der Schwarzwald oder das Sauerland wichtige Urlaubsgebiete. Der Bodensee und der Bayerische Wald und die Weinregion Franken im Süden, der Harz in der Mitte, die Mecklenburgische Seenplatte im Nordosten sind weitere Beispiele für touristische Gegenden (eine vollständige Übersicht siehe Liste der Feriengebiete).

Für Radtouren bieten sich zahlreiche Flusstäler und Ferienregionen an.

Das Ruhrgebiet bietet neben vielen musealisch aufbereiteten technischen Großanlagen des 19. und 20. Jahrhunderts die höchste Dichte verschiedener öffentlicher Trendsportanlagen in Deutschland.

Bundesgolddörfer wurden beim alle drei Jahre stattfindenden Bundeswettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden - Unser Dorf hat Zukunft" ausgezeichnet. Als Markenzeichen bieten diese ein gepflegtes Ortschaftsbild und viele Aktivitäten der Bevölkerung.

Wer technisch interessiert ist, findet in Deutschland viele sehenswerte Eisenbahnstrecken, auf denen noch alte Dampfrösser schnaufen.

Auch Freizeitparkfans kommen in Deutschland auf ihre Kosten! Ein Beispiel ist der Europapark Rust, Deutschlands größtem Freizeitpark mit den meisten Achterbahnen in Europa

Hintergrund[Bearbeiten]

Zentrum der deutschen Demokratie: Der Reichstag in Berlin

Seit jeher spielte die Partikularismus / Föderalismus in Deutschland eine große Rolle, was sich auch in der späten Gründung des Nationalstaates 1871 zeigte. Der "Kleinstaaterei" ist allerdings auch ein vielfältiger Kulturreichtum zu verdanken. So existiert auch in kleineren Städten oft eine reichhaltige Szene mit eigenen Traditionen. Eine wirkliche zentrale Metropole gibt es dagegen nicht - auch wenn Berlin seit der Wiedervereinigung teilweise diese Rolle einnimmt, dominiert sie den Kulturbetrieb weit weniger als die Hauptstädte der meisten anderen Staaten.

Deutschland geht ursprünglich auf das Ostfränkische Reich zurück, das ab 843 den Ostteil des Frankenreichs nach dem Tod des letzten Frankenkönigs Ludwig des Frommen und damit nahezu ganz Mitteleuropa einschließlich Norditalien umfasste. Dieses ging in das Heilige Römische Reich Deutscher Nation über, das jedoch bis zu seinem Ende 1806 ein weitgehend loser Bund aus verschiedenen Monarchien blieb, in der sich besonders ab dem 18. Jahrhundert der Konflikt zwischen den beiden mächtigsten Einzelstaaten, Preußen im Norden und Österreich im Süden, herausbildete.

Nach der Besetzung durch Napoléon Anfang des 19. Jahrhundert existierten die Einzelstaaten weiter fort, ab 1815 lose im Deutschen Bund zusammengeschlossen. Die sogenannte Märzrevolution 1848/49, in der ein erster Versuch gemacht wurde, einen deutschen Nationalstaat zu etablieren, hatte keinen Erfolg. 1871 wurde unter anderen Vorzeichen - mit dem Ausschluss Österreichs und unter der Führung Preußens, das Kaiserreich gegründet, eine konstitutionell-parlamentarische, aber oligarchisch orientierte Monarchie.

Nach dem Ersten Weltkrieg (1914-1918) brach das Zweite Kaiserreich zusammen, 1919 wurde die demokratische Weimarer Republik gegründet, die jedoch politisch instabil war und zudem durch die Weltwirtschaftskrise 1929 stark geschwächt wurde. In der Folge kamen 1933 die durch diese Prozesse gestärkten Nationalsozialisten mit Adolf Hitler an die Macht, errichteten eine blutige rassistische Diktatur und entfesselten den Zweiten Weltkrieg (1939-1945), in dem etwa 50 Millionen Menschen starben.

Nach Ende des Krieges wurde Deutschland in vier Besatzungszonen aufgeteilt. Während aus den drei westlichen, ehemals britischen, amerikanischen und französischen Besatzungszonen 1949 die durch die soziale Marktwirtschaft geprägte Bundesrepublik Deutschland (BRD) entstand, wurde in der sowjetischen Besatzungszone die sozialistische und planwirtschaftlich orientierte Deutsche Demokratische Republik (DDR) gegründet. Als Folge des Wirtschaftswunders in der Bundesrepublik in den 1950er-Jahren wanderten viele Ostdeutsche aus. Diesem Verlust an gut Ausgebildeten setzte die DDR-Führung 1961 ein Ende, als mit dem Bau der Berliner Mauer auch das Schlupfloch Berlin geschlossen wurde. Erst das Ende des Kalten Krieges leitete die friedliche Revolution (1989) ein, die am 9. November 1989 zum Fall der Mauer führte. Am 3. Oktober 1990 wurde die Wiedervereinigung gefeiert.

Anreise[Bearbeiten]

Einreisebestimmungen[Bearbeiten]

EU-Bürger, Schweizer, Liechtensteiner und Norweger können mit einem gültigen Identitätsausweis einreisen, für Bürger vieler anderer westlicher Staaten genügt ein Reisepass. Ansonsten ist ein Visum zu beantragen, welches auch für die anderen Schengen-Länder gültig ist.

Mit dem Flugzeug[Bearbeiten]

Die wichtigsten Flughäfen Deutschlands sind Frankfurt am Main (FRA), München (MUC) und Düsseldorf (DUS). Die Flughäfen Berlins (TXL und SXF), Hamburg (HAM), Hannover (HAJ), Köln-Bonn (CGN), Leipzig Halle (LEJ), Stuttgart (STR), Nürnberg (NUE) und Dresden (DRS) sind weitere wichtige Flughäfen für den internationalen Luftverkehr. Des Weiteren gibt es noch eine Reihe weiterer Verkehrsflughäfen, sodass sich in der Nähe fast jeder Großstadt ein Flughafen befindet.

Die Zunahme im Punkt-zu-Punktverkehr mit sogenannten Billigfluggesellschaften hat dazu geführt, dass kleinere Flughäfen ausgebaut wurden und damit in der Fläche ein noch größeres Flugangebot entstand. Zu diesen Flugplätzen zählen unter anderem Frankfurt-Hahn im Hunsrück (HHN), Dortmund (DTM), Paderborn-Lippstadt (PAD), Memmingen (FMM), Friedrichshafen (FDH), Lübeck (LBC), Weeze (Niederrhein-Airport) (NRN), Leipzig-Altenburg (AOC), Karlsruhe/Baden-Baden (FKB) und Zweibrücken (ZQW). Von hier aus existieren meist Busverbindungen, ab Friedrichshafen sogar eine Bahnverbindung, in die nächstgrößeren Städte. Da diese Flughäfen allerdings oft weitab von den namensgebenden Städten entfernt liegen, sind die Kosten für die Anfahrt sowie teilweise extrem lange Reisezeiten zu beachten. So befindet sich zum Beispiel der sogenannte Flughafen Frankfurt-Hahn im Hunsrück in Rheinland-Pfalz, die nächste Großstadt ist Koblenz. Die Stadt Frankfurt am Main hingegen liegt in Hessen.

Von Interesse sind auch grenznahe Flughäfen wie Salzburg, Zürich, Basel-Mulhouse, Strasbourg, Metz, Luxembourg, Maastricht, Prag

Flughafen München: Blick auf das Vorfeld des Terminal 1
Flughafen München: Blick auf das Vorfeld des Terminal 1

Mit der Bahn[Bearbeiten]

Schnellfahrstrecke Nürnberg - Ingolstadt:
Ein ICE 1 verlässt den Schellenbergtunnel

Deutschland hat seit 1991 ein eigenes Hochgeschwindigkeitsbahnnetz aus Neubau- und Ausbaustrecken, auf denen komfortable ICEs mit bis zu 300 km/h fahren. Angeschlossen ist dieses Netz von Aachen an das belgische und französische Hochgeschwindigkeitsbahnnetz auf denen TGV und Thalys fahren. Erst die 3. ICE-Generation wurde mit Mehrstromsystemen ausgestattet, sodass diese Trieb-Züge nun auch nach den Niederlanden, Belgien und Frankreich fahren. Das Fernverkehrsnetz wird ergänzt durch ältere IC-Züge, die auf internationalen Strecken EC heißen.

Der grenzüberschreitende Regionalverkehr ist allerdings noch entwicklungsfähig. Nach und nach wird das Wagenmaterial aus den 70er Jahren durch Triebzüge und im Nahverkehr auch durch Doppelstockzüge ersetzt, wobei immer mehr Strecken von Privatgesellschaften übernommen werden. Bis auf Österreich, Schweiz und Schweden haben alle Länder andere Bahnstromnetze und Signalanlagen. Nur wenige Loks und Züge können in den Nachbarländern fahren.

Nach Möglichkeit sollte man nicht den relativ teuren Normaltarif der Bahn nutzen. Seit einigen Jahren existieren jedoch diverse Vergünstigungen, mit denen sich Bahnfahrten auch preislich attraktiv gestalten lassen (u. a. Nutzung der Bahncard, Sparpreise mit Zugbindung). Im Nahverkehr bieten sich für Kleingruppen bis 5 Personen auch die Nutzung der Ländertickets, das Quer-durchs-Land-Ticket zu 44 - 68 € und das Schöne-Wochenend-Ticket zu 42,- € an (weiteres siehe auch Abschnitt Mobilität). Es ist zu beachten, dass in Deutschland die Platzreservierung in Fernverkehrszügen unbedingt empfohlen wird, da die meisten Sitzplätze reserviert sind. Reisende mit Rabattabonnement (österreichische Vorteilscard, Schweizer Halbtax/GA) erhalten im grenzüberschreitendem Verkehr einen Rabatt auf Bahnfahrten nach Deutschland (Vergünstigungen analog der BahnCard 25).

Schweizern wird empfohlen, die Tickets ab Wohnort bzw. Grenzbahnhof direkt bei der deutschen Bahn bzw. dessen Internetportal zu buchen (Tickets werden ohne zusätzliche Gebühren in die Schweiz geschickt) und nicht über die SBB (dort sind die Gebühren abgesehen von SBB-Sonderangeboten oftmals viel höher). Dabei ist anzugeben ob man ein Halbtax bzw. GA besitzt.

Vertiefende Informationen zum Bahnfahren in Deutschland sind im Themenartikel "Reisen mit dem Zug in Deutschland" zu finden.

Mit dem Bus[Bearbeiten]

Ein Fernbus auf der Strecke Berlin - Dresden

Innerdeutsche Fernbusverbindungen bestehen vor allem von und nach Berlin. Seit der Liberalisierung des Fernbusmarktes 2012 werden aber auch vermehrt andere Verbindungen angeboten. Busfahrten ins Ausland werden von der Deutschen Touring angeboten.

Der langsam voranschreitende Fernbusverkehr innerhalb Deutschlands hat auch internationale Busverbindungen hervorgebracht. Neben der traditionellen Einbindung in das Liniennetz von Eurolines und den internationalen Busverbindungen der deutschen Bahn (z.B. München - Prag) haben auch die Start-Ups MeinFernbus.de und DeinBus.de internationale Busreisen im Angebot.

Nicht zuletzt sind auch in den Mitfahrzentralen internationale Angebote von und nach Deutschland zu finden.

Vertiefende Informationen zum Busverkehr in Deutschland sind im Themenartikel "Reisen mit dem Bus" zu finden.

Auf der Straße[Bearbeiten]

Jedes Nachbarland besitzt eine Autobahnanbindung nach Deutschland.


Zeichen 270.1.svg Achtung: In Deutschland wurden Umweltzonen im Sinne der Feinstaubverordnung eingerichtet. Ohne entsprechende Plakette riskiert man bei Einfahrt in eine Umweltzone einen Punkt in Flensburg sowie ein Bußgeld. Dies gilt auch für ausländische Verkehrsteilnehmer.


Zusatzzeichen 1031.svg


Seit Januar 2008 sind in vielen deutschen Innenstädten sogenannte Umweltzonen eingerichtet, in denen nur Autos mit roter, gelber oder grüner Umweltplakette erlaubt sind. Autofahrer ohne diese Plakette müssen mit einem Bußgeld von 40 € und einem Punkt in Flensburg rechnen. Weitere Infos, auch zum Erwerb der Plaketten, siehe bei den jeweiligen Städteartikeln und bei www.umwelt-plakette.de, in der Schweiz können diese beim TCS www.tcs.ch bezogen werden.

Mit dem Schiff[Bearbeiten]

Einzig nennenswerte Fährverbindungen zwischen diversen Ostseestädten im In- und Ausland sowie über dem Bodensee (Romanshorn-Friedrichshafen). Es verkehren regelmäßig Personenschiffe zwischen Wien und Passau.

Mobilität[Bearbeiten]

Flugzeug[Bearbeiten]

Es gibt in Deutschland ein sehr gut ausgebautes Linienflugnetz, selbst einige der kleinsten Flughäfen wie Uetersen (bei Hamburg) sind per Linienflug zu erreichen. Diese Flüge sind oftmals (bei rechtzeitiger Vorausbuchung) aufgrund der niedrigen Preise der Deutschen Bahn vorzuziehen. Außerdem existieren Mitflugzentralen.

Bahn[Bearbeiten]

ICE
ICE ist die Abkürzung für die Zuggattung InterCityExpress der Deutschen Bahn. Es handelt sich dabei um Hochgeschwindigkeitszüge mit Höchstgeschwindigkeiten von 230 km/ h (ICE T mit Neigetechnik = Baureihen 411 und 415), 280 km/ h (ICE 1 = BR 401, das Original und ICE 2 = BR 402, halb so lang wie ICE 1) und 330 km/ h (ICE 3, darf als einziger auf die Neubaustrecke FrankfurtKöln). Geschwindigkeiten über 200 km/ h werden nur auf Neubaustrecken für den Hochgeschwindigkeitsverkehr (WürzburgFuldaKasselHannover, StuttgartMannheim, BerlinHannover, Frankfurt-Flughafen – Köln und Nürnberg-Ingolstadt) gefahren. Für die Benutzung der ICE benötigt man spezielle Fahrkarten, die etwas teurer sind als die normalen Fahrkarten für den Fernverkehr. Sie enthalten den Vermerk ICE und dahinter die Angabe des Streckenabschnitts mit ICE-Berechtigung.

Das Bahnsystem in Deutschland (DB - Bahn) ist großenteils gut ausgebaut, in ländlichen Regionen jedoch recht lückenhaft. Die Reisegeschwindigkeit im Regionalverkehr lässt meist zu wünschen übrig. Bahnfahren ist vor allem im Fernverkehr (ICE, IC, D) relativ teuer, abgesehen von einigen Angeboten des Unternehmens. Die Deutsche Bahn AG ist noch immer Quasi-Monopolist. Deutschland gehört zur Interrail-Zone C.

Viel Geld lässt sich mit dem Sparpreis sparen, wenn man frühzeitig bucht. Die Preise richten sich nach der Auslastung der Züge. Wenn die preiswertesten Kontingente ausgebucht sind, wird ein höherer Fahrpreis angeboten. Strecken bis 250 km werden ab 19 € angeboten, längere Strecken ab 29 €, zu zweit ab 49 € und Strecken in das Ausland ab 39 €. · BahnCard 25-Inhaber erhalten auf alle Sparpreise zusätzlich 25 % Rabatt. · Familienkinder unter 15 Jahren reisen kostenlos mit. · Es besteht Zugbindung und 3 Tage Vorkaufsfrist. · Am Bahnschalter wird ein Aufschlag von 5 € erhoben.

Für Vielfahrer lohnt sich die BahnCard 25 oder 50. Für eine jährliche Gebühr von 61,- € bzw. 249,- € gibt es 25 oder 50 % Ermäßigung auf den Fahrpreis, wobei mit der Bahncard 25 der oben genannte Sparpreis zusätzlich genutzt werden kann. Für Schüler und Studenten bis 26 Jahre und Personen ab 60 Jahre kostet die BahnCard jährlich 41,- € bzw. 127,- €. Diese Preise gelten auch für die Partnerkarte. Wer kein Abo abschließen möchte zahlt für die BahnCard 25 mobil plus 79,- € und bekommt monatlich 10 € Guthaben für das DB-Leihfahrrad. Bei Fahrten über 100 km erhält man für 120 Städte das City-Ticket mit dem man die Busse, Straßen-, U- und S-Bahnen in der Zielstadt nutzen kann. Seit Dezember 2012 ist auch das City-Ticket für den Startort enthalten.

Nahverkehr[Bearbeiten]

Darüber hinaus können sehr preisbewusste Reisende am Wochenende das "Schönes-Wochenende-Ticket" nutzen, mit dem bis zu fünf Erwachsene zu einen Festpreis von 42 € am Automat, 44 € mit Bedienung (Stand Dez. 2012), an einem Tag des Wochenendes ohne Beschränkungen quer durch Deutschland mit Zügen des Regionalverkehrs (IRE, RE, RB, S-Bahnen sowie die meisten Privatbahnen) fahren können. In einigen Verkehrsverbünden können auch U-Bahnen, Schwebebahn, Straßenbahnen, Busse und Fähren genutzt werden. Diese Reisemöglichkeit ist jedoch meist mit einer wesentlich längeren Reisezeit und häufigen Umsteigen verbunden. Vereinzelt existieren Wettbewerber der Deutschen Bahn AG, wie etwa der InterConnex, die häufig preisgünstigere Bahnfahrten anbieten.

Im Regionalverkehr gibt es flächendeckend Ländertickets, mit denen montags - freitags von 9 Uhr bis 3 Uhr des Folgetags (an Wochenfeiertagen und in den meisten Ländern auch am Wochenende bereits ab 0:00h), bis zu 5 Personen zu einem Pauschalpreis zwischen 22 und 39 € alle Züge des Regionalverkehrs und häufig auch die Busse und Stadtbahnen in Verkehrsverbünden benutzen können. In den meisten Bundesländern sind die Fahrkarten nach der Anzahl der Mitfahrenden gestaffelt. Nicht so in Berlin, Brandenburg und Hessen. Nordrhein-Westfalen hat noch eine Single-Version, die 10,50 € günstiger ist. Bewegt man sich innerhalb eines Verkehrsverbundes lohnt sich meist ein Blick auf das Angebot an Tages-, Gruppentageskarten oder Zeitkarten mit Gültigkeit von 3-4 Tagen, einer Woche oder einem Monat.

Sehr nützlich ist die Fahrplanauskunft unter www.bahn.de: Klickt man auf ´erweitert´, lassen sich Verbindungen von Haustür zu Haustür ermitteln (Haltestellen- oder Adresseneingabe wählbar), inklusive der Angabe des Fußwegs (mit Zeit und Karte), Bus, U- und Straßenbahn sowie natürlich den Zügen in ganz Europa!

Vertiefende Informationen zum Bahnfahren in Deutschland sind im Themenartikel "Reisen mit dem Zug in Deutschland" zu finden.

Bus[Bearbeiten]

Busnetze übernehmen in Deutschland den Nahverkehr sowie in Gebieten ohne adäquate Bahnanbindung auch den Regionalverkehr.

Fernbusse[Bearbeiten]

Die Genehmigung von Fernbuslinien innerhalb Deutschlands war, zum Schutz der bereits vorhandenen Bahnlinien, nach dem deutschen Personenbeförderungsgesetz (PBefG) (erstmals in Kraft im Jahre 1935) nur auf solchen Strecken möglich, in denen diese Beförderungsleistung nicht durch andere Verkehrsmittel ausreichend erbracht wird. Bei den bestehenden Fernbuslinien innerhalb Deutschlands handelt es sich daher überwiegend um Flughafenzubringer. Außerdem gab es auch innerdeutsche Haltestellen der Fernbusse in das benachbarte Ausland.

Seit den negativen Erfahrungen für den Flugverkehr im Frühjahr 2010 als die Aschewolke des Vulkans aus Island über Europa hing und den Fernverkehr in der Luft fast zum Erliegen brachte, gibt es Bestrebungen, diese Regelung zu lockern.

Seit 2011 wurde die rechtliche Situation in mehreren einzelnen Schritten novelliert, weitere rechtliche Schritte folgten, mit einem echten Fernbusmarkt wird aber erst ab dem Jahre 2016 gerechnet.

Als Folge der Liberalisierung ordnet sich derzeit der Markt für Fernbuslinien neu: Im April 2012 wurde die erste Konzession für den reinen innerdeutschen Fernverkehr mit dem Bus erteilt: Freiburg - Friedrichshafen - München.

In aller Regel ist bei Fernbussen eine Vorausbuchung mit Reservierung erforderlich, dafür liegen die Fahrpreise häufig deutlich unter denen einer vergleichbaren Bahnfahrkarte. Eine zentrale Stelle Auskunftsstelle existiert bisher nicht, Buchungen sind auf den Webseiten der Anbieter oder in spezialisierten Reisebüros oder Agenturen möglich.

Im Themenartikel Fernbusse in Deutschland gibt es eine Übersicht zu den Fernbuslinienbetreibern im Raum Deutschland und auch weitere Information zu Fernbussen und Fernbuslinien.

Auto[Bearbeiten]

In Deutschland lassen sich größere Distanzen ausgesprochen schnell mit dem Auto überwinden. Dafür sorgt das gut ausgebaute Straßennetz. Gerade die Autobahnen sorgen noch recht oft für hohe Reisegeschwindigkeiten, da es auf einigen Teilen keine Geschwindigkeitsbegrenzung gibt. Es sei allerdings darauf hingewiesen, dass im Falle eines Unfalls eine wesentlich höhere Geschwindigkeit als 130 km/ h (= gesetzliche Richtgeschwindigkeit) in der Regel strafrechtliche Maßnahmen nach sich zieht und zu Problemen mit der Versicherung führen kann. Wenn man kein eigenes Auto besitzt, gibt es in Deutschland einige nationale und internationale Autovermietungen. In der Regel wird für die Anmietung eines Mietwagens in Deutschland eine Kreditkarte und ein gültiger Führerschein benötigt. Mittlerweile kann man auch über Vermittler wie z. B. Auto Europe günstiger ein Auto mieten als direkt bei der jeweiligen Autovermietung. Bei Auto Europe sind auch Einwegmieten möglich, d. h. man kann den Mietwagen in einer Stadt abholen und in einer anderen abgeben.

Schiff[Bearbeiten]

Neben einigen Fähren, um z.B. die Nordseeinseln zu erreichen, den Bodensee zu überqueren, oder verschiedene Flüsse zu kreuzen, gibt es in Deutschland auf den großen Flüssen wie dem Rhein oder der Donau auch Ausflugs- und Kreuzfahrten. Der Rhein ist in Deutschland auf seiner gesamten Länge für die kommerzielle Schifffahrt befahrbar.

Da die schiffbaren Flüsse durch einige Kanäle ergänzt werden, kann man auch relativ gut mit Sportbooten reisen. Bedeutende schiffbare Flüsse sind Rhein, Ems, Weser, Elbe, Oder, Donau; oftmals sind auch Nebenflüsse befahrbar. Bedeutende Binnenkanäle sind der Mittellandkanal, der Elbe-Seitenkanal, der Rhein-Main-Donau-Kanal. Hinzu kommt die See-Wasserstraße Nord-Ostsee-Kanal.

Sprache[Bearbeiten]

Deutsch ist die offizielle Landessprache. Die meisten Menschen sprechen - ihren Regionen entsprechend - Dialekte und verwenden für ein und denselben Begriff manchmal verschiedene Ausdrücke. Viele Deutsche beherrschen als Bildungssprache Englisch und auch Französisch wird (vor allem im Südwesten) noch relativ oft verstanden. Des Weiteren sprechen mehrere Millionen Menschen türkischer Abstammung ihre Muttersprache. In den Touristenzentren sind auch andere europäische Sprachen als Bildungssprachen verbreitet, z.B. Italienisch und Spanisch. In Deutschland gibt es auch kleine regionale Minderheiten, die noch ihre eigenen Sprachen sprechen. Zu diesen gehören die Friesen im Norden und die Sorben im Osten des Landes. An der nördlichen Grenze Deutschlands wird teilweise auch Dänisch verstanden.

Aktivitäten[Bearbeiten]

Kanonenbahn im thüringischen Eichsfeld: Mit der Fahrraddraisine über das Lengenfelder Viadukt nach Großbartloff. Mit 4 Tunneln und einem großem Viadukt gehört die "Erlebnis Draisine Kanonenbahn" mit zu den attraktivsten Strecken in Deutschland.
  • Radfahren: In ganz Deutschland gibt es ein Netz von relativ gut ausgeschilderten Radwanderwegen. Diese Fahrradwege haben überwiegend eine asphaltierte oder wassergebundene Oberfläche. Teilweise verlaufen sie auf wenig befahrenen Straßen. Viele Radrouten führen entlang von Flüssen oder auf ehemaligen Bahnlinien, haben entsprechend geringe Steigungen und sind auch für Familien mit Kindern geeignet. Die Qualität von Radwegen und ihrer Beschilderung ist in den einzelnen Landkreisen und Bundesländern unterschiedlich.
  • Wintersport: Der alpine wie auch der nordische Wintersport hat in Deutschland eine lange Tradition. Bekannt sind natürlich die Skigebiete in den deutschen Alpen. Aber auch in den Mittelgebirgen gibt es attraktive Reviere. Diese sind besonders bei den Langläufern beliebt. Wintersportinfos sind im Artikel Wintersport in Deutschland zu finden.
  • Wasserwandern: Ob im Kanu, Kajak oder auch im Ruderboot, gerade die kleineren deutschen Flüsse bieten sich für das Wasserwandern an. Hier findet meist keine oder nur noch wenig Berufsschifffahrt statt. Beliebte Reviere sind zum Beispiel die Lahn und die obere Weser. Aber auch die Mecklenburgische Seenplatte sowie der Spreewald stehen bei den Paddlern hoch im Kurs. Informationen zum Thema "Wasserwandern in Deutschland" sind im entsprechenden Themenartikel zu finden
  • Ausflugsfahrt per Draisine: Das Draisinenradeln wird in Deutschland immer beliebter. Daher ist es nicht verwunderlich, dass man immer mehr stillgelegte Bahnstrecken meist mit Draisinen entdecken kann. Mittlerweile gibt es etwa 30 Bahnstrecken, die man meist per gemieteter Fahrraddraisine erfahren werden können. Die größte Auswahl an Strecken hat man in Nord- und Ostdeutschland. Hier in den teilweise strukturschwachen Gebieten besonders von Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern hat man das touristische und wirtschaftliche Potential, dass Draisinenstrecken bieten bereits entdeckt. Süddeutschland tut sich dagegen mit dem attraktiven Freizeitspaß noch etwas schwer. Alle Draisinenstrecken sind im Artikel "Draisinenstrecken in Deutschland" gelistet.
  • Wellness: Wellness wird immer beliebter. Auch in Deutschland gibt es daher viele schöne Wellnesshotels und Wellness-Regionen. Diese haben sich zum Teil auf Wellnessbehandlungen mit regionalen Produkten (wie z.B. Thalasso-Kur am Meer, Vino-Wellness im Weinanbaugebiet etc.) spezialisiert. Doch auch exotischere Angebote wie Ayurveda-Hotels oder Wellnesshotels mit Spezialisierung auf Traditionelle Chinesische Medizin sind in Deutschland zu finden. Wer nicht gleich einen Wellness-Urlaub antreten möchte, der kann auch einen Wellnesstag in einem der zahlreichen Entspannungs- und Thermalbäder oder einem Day Spa erleben. In Deutschland gibt es neben sehr modernen und großen Anlagen auch historische Bäderhäuser und Bäderanlagen mit zum Teil barockem Vorbild.

Einkaufen[Bearbeiten]

Geld[Bearbeiten]

Das Hauptzahlungsmittel ist Bargeld in der europäischen Gemeinschaftswährung Euro.

Der Großteil der Geschäfte akzeptiert deutsche EC-Karten. Da zu jedem Standard-Konto bei einer deutschen Bank auch automatisch eine EC- oder damit kompatible Karte gehört, ist dies auch die üblicherweise genutzte bargeldlose Zahlungsart. Kreditkarten sind daher seltener und weniger akzeptiert (v.a. an Automatentankstellen, Läden mit kleinerem Umsatz wie Lebensmittelgeschäften, kleineren Schuhläden usw. werden Kreditkarten oftmals nicht akzeptiert). Am weitesten sind Mastercard und VISA verbreitet. Akzeptanzstellen für American Express findet man etwas seltener. Inzwischen wird in Deutschland jeder zweite Betrag ab 50 € mit einer Karte bezahlt.

Schecks werden seit Jahren nicht mehr akzeptiert, einzige Ausnahme sind Touristenstädte und Banken, in denen in einigen Fällen auch Traveller Checks eingelöst werden können.

Die Bargeldversorgung wird durch das dichte Geldautomaten-Netz der deutschen Banken, Sparkassen und Postfilialen garantiert. Hier kann man problemlos mit EC-, Kreditkarten, Schweizer PostFinance-Karten (und andere VisaPlus-Karten) sowie allen Karten, die dem weltweiten Maestro-Verbund angehören, Geld abheben, wobei jedoch unter Umständen nicht unerhebliche Gebühren anfallen können. Nähere Informationen zu gebührenfreien Geldautomaten erteilt die kartenausgebende Bank bzw. Kreditkartenfirma.

Bei kleinen Beträgen wird Bargeld wegen der geringeren Kosten bevorzugt, dies gilt besonders für Cafés und Restaurants.

Öffnungszeiten[Bearbeiten]

Die Ladenöffnungszeiten sind mittlerweile in die Zuständigkeit der Bundesländer übergangen und so gibt es keine bundeseinheitliche Regelung. Die meisten Bundesländer geben die Öffnungszeiten bis mindestens 22:00 Uhr frei, wobei einige Regelungen seit Frühjahr des Jahres 2007 in Kraft getreten sind. Einzig das Saarland hat längere Öffnungszeiten als 20:00 Uhr abgelehnt. In den meisten Regionen in Deutschland sind die Geschäfte nicht länger als 20:00 Uhr geöffnet, einzig einzelne Supermarktketten und Einkaufsmeilen in Großstädten haben die Öffnungszeiten bis 22:00 Uhr ausgeweitet. Auf dem Land kann es vorkommen, dass Geschäfte von 12:30 Uhr bis 14:30 Mittagspause sowie am Mittwoch-Nachmittag geschlossen haben. Friseursalons sind montags meist geschlossen. Gänzlich vom Ladenschluss ausgenommen sind Friseurgeschäfte, Tankstellen sowie Geschäfte in Bahnhöfen, auf Flughäfen und in Kurorten - hier ist allerdings mit deutlich höheren Preisen zu rechnen. Weiterhin dürfen Bäckereien, obwohl sonst an die genannten Zeiten gebunden, Sonntag vormittags Kuchen und Brötchen verkaufen. Pro Stadt sind außerdem zurzeit vier verkaufsoffene Sonntage pro Jahr geplant.

Restaurants, Kneipen, Cafés und dergleichen sind nicht an das Ladenschlussgesetz gebunden, die Öffnungszeiten werden von der Gemeinde geregelt und variieren dementsprechend. Der Montag gilt davon unabhängig in der Gastronomie traditionell als Ruhetag, ein Teil der Restaurants haben an diesem Tag geschlossen.

Banken und Postfilialen haben vergleichsweise eingeschränkte Öffnungszeiten. Postfilialen sind meist montags bis freitags zwischen 9 und 18 Uhr geöffnet, samstags bis 12 Uhr, häufig auch noch eine Stunde über Mittag. Dies kann bei kleineren Filialen (vorwiegend in ländlicher Gegend) erheblich reduziert sein. Banken schließen darüber hinausgehend in der Regel bereits um 16 Uhr und sind samstags gänzlich geschlossen.

An vielen Bank- und Postfiliale befinden sich jedoch Geld- bzw. Briefmarkenautomaten (letztere geben kein Wechselgeld, sondern gedruckte 1-Cent-Briefmarken!), die rund um die Uhr zugänglich sind. Seit einigen Jahren etablieren sich an größeren Bahnhöfen und (Autobahn-)Tankstellen EC-Automaten. Hier ist jedoch Vorsicht geboten, man sollte sich vorher am Automaten informieren, wieviel Gebühren bei einer Geldverfügung berechnet werden.

Küche[Bearbeiten]

Eine spezifische deutsche Küche gibt es nicht, stattdessen existieren viele, insbesondere zwischen Nord- und Süddeutschland recht unterschiedliche Regionalküchen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die deutsche Küche zudem durch die Besatzungsmächte signifikant beeinflusst - während im Osten heutzutage osteuropäische Gerichte (insbesondere Soljanka (Eintopf) in zahlreichen Variationen) üblich sind, hat sich im Westen (insbesondere Ruhrgebiet) eine schnelle, sättigende Küche durchgesetzt (Brathähnchen, Pommes frites, Frikadellen). Während die badische Küche - wahrscheinlich durch die Nähe zu Frankreich bedingt - durch ihre vergleichsweise hohe Qualität und Größe der Portionen überzeugt, tut dies die friesische Küche (in Norddeutschland) vor allem durch ihre Originalität.

In Deutschland gibt es auch eine große Auswahl an internationalen Restaurants. Gute Qualität bieten oftmals italienische, griechische, kroatische, chinesische Betriebe; in vielen Orten sind sie den Betrieben mit deutscher Küche überlegen. Bei türkischen Betrieben überwiegen Imbiss-Restaurants; es gibt jedoch auch in vielen Städten Restaurants mit anspruchsvollerer türkischer Küche.

Seit 1. Juli 2008 ist bundesweit das Rauchen in Restaurants nur eingeschränkt oder überhaupt nicht erlaubt. Die Bundesländer haben jedoch die Details und die Ausnahmen unterschiedlich ausgestaltet. Oftmals ist die rechtliche Situation unübersichtlich. In den meisten Fällen dürfen sich in Gasträumen, in denen das Rauchen erlaubt ist, keine Personen unter 18 Jahren aufhalten. Dadurch wird das Angebot an Schankbetrieben und Imbiss-Restaurants, die für Familien geeignet sind, erheblich eingeschränkt.

Gastronomiebewertungen[Bearbeiten]

Eine offizielle Bewertungsstelle für die Küchenleistungen eines Restaurants gibt es in Deutschland nicht, es gibt aber verschiedene inoffizielle und auch bekannte Bewertungssysteme.

Guide Michelin[Bearbeiten]

Das international bekannteste Bewertungssystem ist der Guide Michelin Rouge des französischen Autoherstellers Michelin. Seine Anfänge hat das System in einem Werkstatt-Wegweiser von Édouard und André Michelin für die frühen Autofahrer Frankreichs. Im Jahre 1923 gab es dann erstmals Restaurant- und Hotelempfehlungen und 1926 wurde das bis heute gültige Dreisternesystem eingführt. In Deutschalnd werden seit 1966 Sterne vor allem für die Spitzenküche vergeben. Die Bewertung wird alljährlich neu überprüft, die Tester besuchen und verkosten anonym. Die Sterne sind an den Koch des jeweiligen Restaurants gebunden: wenn der den Betrieb verlässt, gehen auch die Sterne.

In Deutschland werden derzeit (2013) zehn Häuser mit Drei Sternen ausgezeichnet, mehr gibt es weltweit nur noch in Frankreich. Insgesamt gibt es in Deutschland 255 Sterne-Adressen.

Gault Millau[Bearbeiten]

Der Gastroführers Gault Millau stammt ebenfalls aus Frankreich und wurde 1969 dort von den beiden Journalisten Henri Gault und Christian Millau gegründet, die deutsche Ausgabe existiert seit 1983. Für die Gastronomiebetriebe vergibt der Gault Millau in Anlehneung an das französische Schulnotensystem zwischen 0 bis maximal 20 Punkte und bis zu vier Hauben (auch Mützen) an die "Haubenköche". Bewertet wird nur die Küche und nicht die Ausstattung und das Ambiente, das wird nur wortreich bis aggressiv beschrieben. Das Maximum von 20 Punkte gibt es nach dem Willen der Gründer nur in Frankreich und nicht im Ausland. Der Gault Millau galt lange als ein Verfechter für die moderne Küche, allerdings gibt es nach eigener Aussage keine Tendenz zu einem Kochstil. Im Jahre 2013 wurden in Deutschland 1040 Restaurants getestet, davon bekamen 858 mindestens 13 von 20 Punkten und damit eine Auszeichnung.

Der Gault Millau klassifiziert auch Wein: Nach einem 100-Punktesystem werden 12.000 ausgewählte Weine von einem Dutzend ausgesuchter Weinjournalisten bewertet, den Juroren ist dabei der Wein bekannt.

Nachtleben[Bearbeiten]

Das Nachtleben ist in den Großstädten am vielfältigsten. Besonders im Bereich der elektronischen Musik (Techno, House, Electro) gilt das Land als eines der Zentren der weltweiten Szene. Einige der berühmten Clubs, in denen in den 80er und 90er Jahren neue Richtungen entstanden, sind noch in Betrieb und auch bei Besuchern beliebt, auch wenn die meisten inzwischen geschlossen wurden. Aber auch in Rock, Pop, Reggae und Metal gibt es in vielen Städten Bars und Clubs. Deutschland gilt auch als eines der Zentren der sogenannten Schwarzen Szene, die Gothic, Darkwave und ähnliche "düstere" Richtungen umfasst. In vielen dieser Richtungen gibt es Festivals von internationaler Bedeutung.

In ländlichen Gegenden dagegen sind Großraumdiskotheken typisch, die sich oft an Autobahnen oder in Gewerbegebieten befinden. Diese versuchen häufig mit verschiedenen Musikrichtungen so viele Jugendkulturen wie möglich anzuziehen.

Aber nicht nur für Jugendliche und junge Erwachsene gibt es nächtliche Vergnügungsstätten. So gibt es beispielsweise in vielen Städten Jazzbars. Einige Casinos, wie etwa das von Baden-Baden, besitzen ebenfalls Weltruf.

In einigen deutschen Städten gibt es feste Sperrstunden, typischerweise zwischen 3 und 6 Uhr. In vielen wurden die Regelungen aber in den letzten beiden Jahrzehnten deutlich gelockert.

Unterkunft[Bearbeiten]

Der DEHOGA (Deutscher Hotel- und Gaststättenverband e.V.) definiert ein Hotel als einen Beherbergungsbetrieb, der u.A. über eine Rezeption, tägliche Zimmerreinigung, mindestens über ein Restaurant für Hausgäste und Passanten, und außerdem über mehr als 20 Gästezimmer verfügen muss.

Die Deutsche Hotelklassifizierung ist ein Bewertungssystem von eins bis fünf Sternen und lehnt sich dabei an das internationale Fünfsternesystem an. Die Klassifizierung erfolgt nach einem Punktesystem und nach einem festgelegten Kriterienkatalog auf freiwilliger Basis, auch ein nichtklassifiziertes Hotel kann daher sehr hohe Anforderungen erfüllen. Zuständig für die Bewertung und die Überprüfung ist der DEHOGA. Festgelegte Begriffe sind dabei der Zusatz garni für einen Hotelbetrieb, der neben der Beherbergung, Frühstück und Getränken höchstens kleine Speisen anbietet. Der Zusatz superior kennzeichnet Spitzenbetriebe, die innerhalb einer Kategorie die erforderlichen Anzahl an Wertungspunkten deutlich überschreiten.

Die G-Klassifizierung (Deutsche Klassifizierung für Gästehäuser, Gasthöfe und Pensionen) umfasst ebenfalls Kategorien von eins bis zu fünf Sternen und wird auch vom Deutschen Hotel- und Gaststättenverband und auf freiweilliger Basis vergeben. Bewertet werden Beherbergungsbetriebe mit mehr als neun Gästebetten und nicht mehr als 20 Gästezimmern, die keinen Hotelcharakter (zur Definition siehe vor) aufweisen und in deren Betriebsname daher der Begriff "Hotel" nicht enthalten sein darf.

Der Deutsche Tourismusverband klassifiziert Ferienwohnungen und Privatzimmer ebenfalls nach einem System mit eins bis fünf Sternen von einfach bis exklusiv.

  • Jugendherbergen/ Herbergen - In allen größeren Städten gibt es Jugendherbergen oder Hostels, die preisgünstig Unterkunft anbieten. Für Herbergen des DJH (Deutsches Jugendherbergswerk) ist eine Mitgliedschaft erforderlich, die man aber auch beim Einchecken erwerben kann. Der Standard ist im Vergleich zu anderen Ländern relativ hoch (z. T. besser als manches 2-Sterne-Hotel). Achtung: DJH-Herbergen bieten zwar meist Frühstück, manchmal auch Abendessen an, dafür sind sie nur selten mit Gäste-Küchen ausgestattet! Für privat geführte Hostels ist keine Mitgliedschaft erforderlich. Die Preise liegen im Durchschnitt zwischen 12 und 20 Euro pro Nacht in 4- bis 12-Bett-Zimmern/ Dorms. Diese unabhängig und individuell geführten Häuser sind erste Wahl für alle die dem DJH-Flair entfliehen wollen. Viele Backpacker Hostels sind in Deutschland dem Backpacker Network Germany angeschlossen. Bettwäsche kann normalerweise vor Ort ausgeliehen werden oder ist im Preis inbegriffen. In die Kategorie fallen auch "Naturfreundehäuser" sowie Betriebe von Wandervereinen. Hier erhalten Mitglieder der jeweiligen Vereine Vorzugspreise.
  • Hotels/ Pensionen - Ansonsten gibt es Pensionen (ca. 20 - 40 € pro Person Ü/ F) und natürlich Hotels aller Preislagen. Extrem günstig sind Etap-Hotels / Formule1-Hotels, welche allerdings in der Regel außerorts an stark befahrenen Straßen mit schlechter Verkehrsanbindung liegen. Vor allem mittelgroße Hotelketten wie Ringhotels oder Romantik-Hotels bieten in der Regel ein verlässliches Preis-Leistungs-Verhältnis. Üblicherweise sind die Preise in Großstädten und in beliebten Kurorten höher als in den übrigen Orten. Preiszuschläge werden auch zu bestimmten Saisonzeiten verlangt. Dazu lohnt sich auch ein Blick in die Messekalender. In den meisten Fällen wird "Übernachtung mit Frühstück" angeboten, manche Hotels und Pensionen jedoch berechnen das Frühstück separat.
  • Privatzimmer Privat betriebene Gästehäuser und Gästezimmer, gibt es in Deutschland natürlich auch. Üblicherweise wird Übernachtung mit Frühstück angeboten, oft etwas preiswerter, als Pensionen. (bundesweiter Verband siehe http://www.bed-and-breakfast.de)
  • Campingplätze - Es gibt in den meisten Gegenden einen oder mehrere Campingplätze. In Urlaubsregionen gibt es reichlich Campingplätze. Viele der Plätze sind fast das ganze Jahr (bis auf Dezember/ Januar) oder sogar das ganze Jahr geöffnet (Dusch-/ Waschräume geheizt). Preise (1 Nacht/ 2Personen/ 1 Zelt/ 1 Auto): ca. 13 bis 20 EUR (wobei die Preisspanne mit ca. 7 bis 40 EUR sehr groß ist) Die große Mehrheit der Plätze ist weitgehend belegt durch Dauercamper. Für Nicht-Dauercamper gibt es meist eine mehr oder weniger große Wiese. Für die Duschen müssen auf den meisten Plätzen Duschmarken gekauft werden.
  • Wohnmobil - Stellplätze sind flächendeckend vorhanden. In ländlichen Gegenden ist die Benutzung kostenfrei, ansonsten ist im Allgemeinen ein Parkticket zu kaufen. Ver- und Entsorgung wenn vorhanden 1-2 €.
  • Wild Campen - Wild campen ist offiziell verboten, und an einigen Stellen ist auch Lagern (d.h. im Schlafsack oder unter einer Decke übernachten) untersagt, insbesondere in Naturschutzgebieten. In der Realität ist wild campen auch in Deutschland möglich - vor allem in dünn besiedelten Gegenden z. B. neben wenig begangenen/ befahrenen Waldwegen und in Schutzhütten, wenn man sich still verhält und sich Stellen aussucht, die nicht von Häusern einsehbar sind.
  • Ferienwohnungen sind häufig eine preislich sehr günstigste Alternative. Kurzaufenthalte sind aufgrund des Reinigungsaufwandes teilweise mit Preisaufschlägen verbunden. Sofern der Vermieter im gleichen Haus wohnt, kann auch Frühstück angeboten werden.
  • Mietwohnungen - Wer für längere Aufenthalte eine Wohnung mieten will, sollte wissen, dass in Deutschland Wohnungen normalerweise ohne Möbel vermietet werden (Ausnahme: Ferienwohnungen). Die Möbel muss der Mieter selbst mitbringen. Ausnahme sind spezielle möblierte Wohnungen, die oft für berufliche Aufenthalte von einigen Monaten vermietet werden. Sie sind dann teurer als nicht-möblierte Wohnungen. Möblierte Wohnungen gibt es meistens nur in Gegenden, in denen sich Ferienwohnungen für die Vermieter nicht lohnen. In typischen Feriengebieten sind solche Wohnungen kaum vorhanden. Außerhalb der Saison kann sich aber eine Nachfrage bei Vermietern von Ferienwohnungen lohnen.

Lernen[Bearbeiten]

Das deutsche Bildungssystem gilt im internationalen Vergleich als relativ gut, wenn es auch qualitativ hinter dem vieler anderer Dienstleistungsnationen zurückbleibt. Prinzipiell hat jeder Bewohner Deutschlands ein staatlich zugesichertes Recht auf Bildung. Die Studiengebühren sind von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich, während in einigen Ländern insbesondere im Norden und Osten überhaupt keine Gebühren (bzw. nur Verwaltungsgebühren) erheben oder nur von Langzeitstudenten und fürs Zweitstudium Geld verlangen, gibt es seit 2005 in einigen Ländern allgemeine Studiengebühren von etwa 500 Euro pro Semester. Politisch herrscht über dieses Thema nach wie vor große Uneinigkeit, weshalb sich in den nächsten Jahren noch einiges ändern kann.

Es muss bei der akademischen Ausbildung differenziert werden, zwischen folgenden Ausbildungsstätten:

  • Universität
  • Fachhochschule/Hochschule - Studium mit zwei Praxissemestern, meist nach abgeschlossener Lehre
  • Berufsakademie - Studium mit paralleler praktischer Ausbildung in einem Betrieb

Ausländische Studenten können ein Studentenvisum beantragen, das auch begrenzt (50 Tage im Jahr, bei EU-Bürgern unbegrenzt) die Aufnahme einer Arbeit zur Finanzierung des Studiums erlaubt. Es ist sowohl möglich, ein volles Studium aufzunehmen oder ein Auslandssemester in Deutschland zu machen. Nach einem Vollstudium darf man ein Jahr lang Arbeit im Land suchen. Obwohl Deutschland viel Werbung im Ausland für seine Universitäten macht, werden viele leider durch die Bürokratie abgeschreckt. So muss man nach Berichten bei den Verlängerungen des Visums im Ausländeramt auch persönliche Fragen über sich ergehen lassen. Auch gelten die Arbeitsbeschränkungen bis 2011 selbst für Studenten aus den neuen EU-Mitgliederstaaten aus Osteuropa. Weitere Kritik richtet sich gegen Zusatzgebühren, die von einigen Unis von Ausländern erhoben werden. Ungeachtet dieser Kritik machen die meisten ausländischen Studenten in Deutschland gute Erfahrungen, es ist aber bei weitem nicht alles perfekt. Interessierte sollten die Seite des DAAD (Deutscher Akademischer Austauschdienst) konsultieren.

Arbeiten[Bearbeiten]

Die Stellenbörse der Bundesagentur für Arbeit bietet in vielen Fällen einen ersten Überblick über Arbeitsplatzangebote in Deutschland. Neben der Bundesagentur für Arbeit vermitteln auch private Arbeits- und Ausbildungsvermittlungen, die seit 2002 nicht mehr erlaubnispflichtig sind, freie Stellen.

Feiertage[Bearbeiten]

In Deutschland gelten neben den bundeseinheitlichen Feiertagen zahlreiche Regelungen auf regionaler und Länderebene. Die Feiertage sind dann in den entsprechenden Artikeln zu finden.

Bundeseinheitliche Feiertage (gleichzeitig einzige Feiertage für Berlin, Bremen, Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein):

Termin Name Bedeutung
1. Januar Neujahr Neujahrstag
29. März 2013 Karfreitag hoher christlicher Feiertag, Gedenken an die Kreuzigung Christi
1. April 2013 Ostermontag Ostern, Gedenken an die Auferstehung Christi
1. Mai Maifeiertag Internationaler Tag der Arbeit
9. Mai 2013 Christi Himmelfahrt 40 Tage nach Ostern, Gedenken an die Himmelfahrt Christi
20. Mai 2013 Pfingstmontag 50 Tage nach Ostern, Gedenken an die Ausschüttung des Heiligen Geistes
3. Oktober Tag der Deutschen Einheit Nationalfeiertag
25. Dezember 1. Weihnachtstag Weihnachten, Gedenken an Christi Geburt
26. Dezember 2. Weihnachtstag Weihnachten, Gedenken an Christi Geburt

Sicherheit[Bearbeiten]

Deutschland gilt als sicheres Reiseland. Anfang August 2006 wurden zwei Anschläge mit Kofferbomben an Bahnhöfen vereitelt; ein Zusammenhang mit dem deutschen Engagement im Nahen Osten wird diskutiert, da einer der mutmaßlichen Attentäter aus dem Libanon stammt. Ein wachsendes Problem ist die aufgrund der zunehmenden Verarmung der unteren Schichten wachsende Kleinkriminalität; in von Sozialwohnungen dominierten Gebieten muss sogar tagsüber mit Überfällen gerechnet werden. An Bahnhöfen und auch Flughäfen wird vor Taschendieben ebenfalls gewarnt.

Deutschland ist ein wenig korruptes Land. Korruption gibt es vorallem in der Geschäftswelt und durch Schwarzarbeit. Im Alltag bei Behörden, Polizei und Justiz spielt sie keine Rolle. In Deutschland können Versuche, Beamte zu bestechen, schnell im Gefängnis enden.

Gesund bleiben[Bearbeiten]

Die ärztliche Versorgung ist sehr gut, der medizinische Standard sehr hoch. Es gibt sowohl ein flächendeckendes Rettungswesen als auch einen ärztlichen Notdienst. Den Rettungsdient und die Feuerwehr erreicht man unter der europaweit einheitlichen Notrufnummer 112. Der Polizei-Notruf ist die 110. Diese beiden Nummern sind für reine Notfälle vorgesehen.

Bei gesundheitlichen Problemen außerhalb der Sprechzeiten gibt es einen ärztlichen Bereitschaftsdienst. Welcher Arzt diesen am aktuellen Tag gerade durchführt ist bundesweit unter der einheitlichen Nummer 116 117 zu erfahren. Da die Ärzte diesen Dienst reihum versehen kann die aktuelle Praxis auch am anderen Ende des Ortes oder im Nachbarort liegen.

Ähnlich ist es mit den Apotheken geregelt. Um die nächste Notdienst-Apotheke (hat Nachts bzw. am Wochenende geöffnet) zu finden bietet die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände eine Webseite an. Außerdem kann man dafür kostenlos die Telefonnummer 0800 00 22833 nutzen (vom Mobiltelefon die 22833 zu max. 69 Cent/Min.) oder in der nahegelegenen Apotheke auf den dortigen Aushang schauen. Die Dienste von Arzt und Apotheke sind räumlich nicht aufeinander abgestimmt, sodass man evtl. nochmal einen anderen Nachbarort aufsuchen muss um das verschriebene Medikament zu bekommen.

Das Leitungswasser hat Lebensmittelqualität und kann überall ohne Bedenken getrunken werden (Ausnahme: ein Schild Kein Trinkwasser).

Die Badegewässer sind von unterschiedlicher Qualität, ausgewiesene Schwimmbäder haben meist gute Wasserqualität, Naturbäder sind von aktuellen Gegebenheiten abhängig (Wasserstand, Einleitungen, Auftreten von Blaualgen, etc.) und manchmal mit Koli-, Cyano- oder anderen Bakterien verseucht. Deswegen sind Schilder mit Badeverbot unbedingt zu beachten. Die Wasserqualität wird überwacht. Nähere Auskünfte können bei den Gemeinden eingeholt werden. Das Bundesumweltamt stuft die Badegewässer jährlich neu ein, die Beurteilung wird im Internet veröffentlicht.

In der Südhälfte der Bundesrepublik herrscht erhebliche Gefahr von FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) und anderer Erkrankungen, die durch Zeckenbiss übertragen wird. Bei Naturausflügen in diesem Gebiet werden entsprechende Vorsichtsmassnahmen sowie eine Schutzimpfung empfohlen. Das staatliche Robert Koch-Institut gibt Epidemiologische Bulletins zu FSME: Risikogebiete in Deutschland heraus (Text ist für Ärzte, Kliniken und Labore gedacht), für den Laien verständlicher aufbereitete Daten (einschl. Landkarte unter "Service") findet sich auf der Webseite zecken.de.

Klima[Bearbeiten]

Deutschland liegt in der gemäßigten Zone, Extremwerte treten nur selten auf. Im Westen ist das Klima ozeanisch, gekennzeichnet durch milde Winter und kühle Sommer. Die Durchschnittstemperatur im Winter liegt meist zwischen 1 und 3 C°, im Sommer bei 10-18 C°. Niederschläge fallen das ganze Jahr hindurch, im Westen mehr im Osten weniger. Im Osten ist das Klima kontinental, gekennzeichnet durch kalte Winter und warme Sommer. Die Durchschnittstemperaturen bewegen sich im Winter zwischen -3 und 0 C°, im Sommer von 18-20 C°. Eine Besonderheit stellt der Oberrheingraben dar, er profitiert im Winter vom ozeanischen und im Sommer vom kontinentalen Klima.

Respekt[Bearbeiten]

Wie in allen Ländern sollte man eine gewisse Zurückhaltung zeigen, wenn es um politische oder religiöse Themen geht. Man sollte aufpassen, dass in anderen Ländern zum Teil übliche abfällige Äußerungen oder Gesten in Deutschland eine Straftat (Beleidigung) darstellen können.

Nationalsozialismus[Bearbeiten]

Die Verwendung von nationalsozialistischen Symbolen oder Gesten, wie z.B. das Hakenkreuz oder der so genannte Hitlergruss sind in Deutschland eine schwere Straftat. Die Strafe kann eine Geld- oder eine mehrjährige Haftstrafe sein. Benutzen Sie NIEMALS solche Symbole oder Gesten, Sie können in ernste Schwierigkeiten mit der Polizei geraten. Das gleiche gilt für die Verherrlichung des Nationalsozialismus oder das Leugnen des Holocaust .

Beispielsweise hat 2008 eine mexikanische Touristin in München am Platz der Opfer des Nationalsozialismus mit dem Hitlergruß posiert, für ein Urlaubsfoto. Sie wurde festgenommen und konnte ihre Reise erst nach Bezahlen von 450 Euro Strafe fortsetzen.[1]

Die allermeisten Deutschen lehnen die Ziele und Verbrechen des Dritten Reiches strikt ab. NIEMALS darf man als ausländischer Besucher Uniformen oder Symbole aus dieser Zeit als Partygag tragen oder den Hitlergruss für einen guten Scherz halten. Selbst wenn die Polizei nichts davon erfährt, würde man damit keine Lacher bekommen, sondern nur die entsetzten Gesichter der Zuschauer.

Fast 70 Jahre nach Kriegsende ist das Dritte Reich immer noch tabu-behaftet, auch wenn fast jeden Tag in Fernsehen und Zeitung Berichte über diese Zeit erscheinen. Viele Deutschen kann man problemlos nach dem Nationalsozialismus fragen, solange man diplomatisch bleibt. Und man sollte die Person dazu erst privat besser kennen und eine passende Gelegenheit abwarten. In Geschäftsverhandlungen sollte man das Thema komplett vermeiden. Deutsche erwarten außerdem, dass man keine persönlichen Vorwürfe erhebt. Schließlich leben fast sieben Jahrzehnte nach Ende des Zweiten Weltkriegs nur noch relativ wenige Menschen, die das Dritte Reich miterlebt hat. Die meisten Deutschen sind erst Jahrzehnte nach Ende des Dritten Reiches geboren worden und kennen die Zeit auch nur aus dem Schulunterricht oder aus Filmen.

Religiöse Gebäude[Bearbeiten]

Viele der deutschen Kulturgüter sind Kirchengebäude oder Gebäude anderer Glaubensgemeinschaften, die noch religiös verwendet werden. Für gläubige Besucher sind sie also Stätten der Andacht. Dementsprechend sollten alle Besucher sich zurückhaltend und ruhig verhalten, um niemanden zu stören. Das Herumlaufen und Fotografieren während der Gottesdienste wäre absolut unangebracht.

Persönlicher Umgang[Bearbeiten]

In Deutschland ist es nicht üblich, Einladungen als Floskel auszusprechen. Wer Deutsche zu einem Essen oder einem Besuch einlädt, muss damit rechnen, dass ihn Deutsche ernst nehmen und sich melden, um einen Termin zu vereinbaren.

Fragt man in Deutschland nach dem Weg, bekommt man entweder eine direkte Antwort oder die Auskunft, dass man es nicht weiß.

Auch in Deutschland gibt es unpünktliche Leute. Aber für Deutsche sind Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit tatsächlich wichtiger als in anderen Ländern. Wer mehr als 15 Minuten zu spät zu einem Termin kommt, sollte anrufen und sagen, wie viel man etwa später kommt. Wer zu einem Termin ohne Erklärung nicht erscheint, wird es danach schwer haben, egal ob im Geschäftsleben oder im Privaten.

Gerade ältere Deutsche wirken zuerst distanziert gegenüber Unbekannten. Spontane Einladungen von Fremden nach Hause sind vollkommen unüblich. Jüngere sind da etwas lockerer. Allerdings können Freundschaften in Deutschland lebenslang halten, selbst über große Entfernungen hinweg und wenn man sich nur selten sieht.

Spontane Besuche ohne Ankündigung gelten bei vielen in Deutschland als unhöflich.

Viele Deutsche sind keine großen Freunde von Smalltalk, sondern kommen oft schnell zum Thema. Dahinter steckt die Einstellung, dass man keine Zeit damit verschwenden will, weder von anderen noch seine eigene.

Klarkommen[Bearbeiten]

Nacktheit in der Öffentlichkeit[Bearbeiten]

Wie in anderen Staaten in Mittel- und Nordeuropa auch wird in Deutschland in bestimmten Situationen Nacktheit toleriert oder sogar gefordert.

Das Stillen von Kindern ist kein Problem, man sollte aber dezent bleiben. Manche öffentliche Toiletten verfügen aber auch über einen eigenen Raum dafür.

An Badestränden ist ein nackter Oberkörper für Frauen nichts Besonderes. Völlige Nacktheit von Männern und Frauen ist seltener, kommt aber auch vor und wird meist toleriert. Mit Blicken muss man aber rechnen.

In Deutschland gibt es eine lange Tradition des Nudismus, die Freikörperkultur (FKK). Anhänger gehen an spezielle FKK-Strände oder FKK-Campingplätze. Hier muss man z.B. bei Kälte zwar nicht ständig ausgezogen sein. Personen, die sich jedoch überhaupt nicht ausziehen wollen, sind hier aber nicht gern gesehen. Üblich ist es für Nackte, immer beim Sitzen ein Handtuch unterzulegen. Wer in sichtgeschützten Bereichen heimlich Fotos von Nackten macht, begeht eine schwere Straftat und muss mit Gefängnis rechnen.

Es gibt auch gemischte Strände, an denen es jedem selbst überlassen ist, ob er nackt ist oder nicht.

Dieser Nudismus hat mit sexuellen Handlungen nichts zu tun, Sex ist in der Öffentlichkeit verboten und kann Ärger mit der Polizei bringen.

Für Ausländer ist es wichtig zu wissen, dass die Worte „FKK“ und „Saunaclub“ oft bei Werbung für Prostitution benutzt werden. Für Deutsche ist es meist leicht, das von einfachem Nudismus zu unterscheiden, Fremde sollten aufpassen, dass sie dieses nicht verwechseln.

Sauna[Bearbeiten]

Es ist in Deutschland üblich, dass Männer und Frauen gemeinsam in die Sauna gehen. In manchen Saunabereichen gibt es einen Tag oder einen Zeitraum pro Woche, der den Damen vorbehalten ist, seltener auch für Männer. Saunabereiche sind normalerweise Nacktbereiche, anders als in vielen anderen Ländern geht man komplett unbekleidet in die Sauna oder Dampfkammer, nur ein Handtuch zum Sitzen oder Liegen muss mitgenommen werden (Motto: Kein Schweiß aufs Holz). Im Dampfbad nicht mal das, hier wäscht man den Platz nachher mit Kaltwasserschläuchen. Vom Gesetz her ist diese Regelung aber dem jeweiligen Betreiber der Sauna (Hotelbesitzer oder Thermalbad) durch das Hausrecht überlassen. Daher kann es in seltenen Fällen sein, dass er es freistellt, in Badekleidung zu bleiben. Schreibt der Betreiber in seinen Baderegeln die unbekleidete Sauna vor, muss man mit einem Verweis des Raumes rechnen, wenn man sich nicht daran hält. Wenn man unsicher ist, sollte man Aushänge lesen oder das Personal fragen.

Post und Telekommunikation[Bearbeiten]

Das gesamte Land ist mit Festnetz- und ISDN-Telefonanschlüssen abgedeckt. Für die Benutzung öffentlicher Fernsprecher ist meistens eine Telefonkarte notwendig.

Die deutschen Mobilfunknetze sind gut ausgebaut und bieten auch in ländlichen Gegenden meist gute Verbindungen. UMTS (3G) und LTE sind vor allem in Ballungsräumen und an Autobahnen verfügbar.

Es gibt zahllose Internetcafés mit meist akzeptablen Preisen. Der Ausbau von WLAN-Hotspots in größeren Städten wird schnell vorangetrieben, vor allem in öffentlichen Gebäuden, auf öffentlichen Plätzen, in Hotels und vereinzelten Cafés sind bereits Hotspots entstanden, die meist gekennzeichnet sind. Jedoch ist die Benutzung dieser Hotspots praktisch immer kostenpflichtig.

Die Deutsche Post ist der größte Logistikkonzern weltweit und muss einen sogenannten Universaldienst als Grundversorgung für ganz Deutschland anbieten. Innerhalb Deutschlands kommen Briefe meist in 1 bis 2 Werktagen an. Pakete werden meist innerhalb von 3 bis 4 Werktagen zugestellt. Es gibt inzwischen eine Reihe weiterer privater Dienstleister für Briefe und Pakete.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Belege[Bearbeiten]

  1. Süddeutsche: Mexikanerin posiert mit Hitlergruß, zuletzt gesehen am 19. Januar 2010.