Niederlande

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Die Niederlande liegen in Europa. Das Land grenzt im Osten an Deutschland und im Süden an Belgien. Die Nord- und Westseite wird von der Nordsee eingeschlossen.

Lage
noframe
Flagge
Flagge der Niederlande
Kurzdaten
Hauptstadt: Amsterdam
Staatsform: Konstitutionelle Monarchie
Währung: Euro
Fläche: 41.528 km²
Bevölkerung: 16,73 Mio (2012)
Sprachen: Niederländisch, Friesisch
Religionen: Konfessionslos 48 %, Römisch-Katholisch 27 %, Protestantisch 17 %, Muslimisch 6 %, Hindus 1%, Buddhisten 1%
Stromnetz: 230 V / 50 Hz
Telefonvorwahl: +31
Internet TLD: .nl
Zeitzone: ME(S)Z

Inhaltsverzeichnis

Regionen[Bearbeiten]

Karte der Niederlande

Provinzen der Niederlande[Bearbeiten]

Die Niederlande sind in Provinzen (provincies) unterteilt. Sie stammen aus dem 19. Jahrhundert, teilweise gehen sie auf noch viel ältere Einheiten zurück. Für den staatlichen Aufbau spielen sie aber eine viel kleinere Rolle als etwa die deutschen Bundesländer. Man teilt die Provinzen in vier große Gruppen ein:

Norden:

Westen:

Osten:

Süden:

Autonome Landesteile außerhalb Europas[Bearbeiten]

Das Königreich der Niederlande besteht aus mehreren Landesteilen, von denen Nederland (die Niederlande) den weitaus größten und bevölkerungsreichsten bildet. Die übrigen Landesteile sind die verbliebenden ehemaligen Kolonien, nämlich Inseln bzw. Inselgruppen in der Karibik. Die Niederländischen Antillen bestehen aus den autonomen Inseln Aruba, Curaçao und Sint Maarten mit jeweils eigener Regierung und Verfassung.

Die ebenfalls in der Karibik gelegenen Inseln Bonaire, Saba und Sint Eustatius zählen zwar auch zu den Niederländischen Antillen, sind aber nicht autonom, sondern Teil des Landesteils Niederlande und werden als Bijzondere gemeenten (Besondere Gemeinden) bezeichnet. Für Touristen hat dieser staatsrechtliche Status noch keine Bedeutung, da die Gebiete in der Karibik derzeit als assoziierte Gebiete nicht der EU angehören.

Grenzüberschreitende Regionen und Großlandschaften[Bearbeiten]

  • Die Küstenniederung der Nordsee schließt große Teile der Niederlande ein. Sie setzt sich unter anderem in Belgien und Deutschland fort.
  • die übrigen Teile der Niederlande (außer der Küstenniederung und dem Vaalserberg) sind Teil der Großlandschaft Mitteleuropäisches Tiefland. Diese Großlandschaft setzt sich in Deutschland und Belgien fort.
    • Das Maastal erstreckt sich auch nach Belgien und Frankreich.
    • Die historische Region Limburg, mit gleichnamigen Provinzen in den Niederlanden und in Belgien sowie in einem Teil der heutigen belgischen Provinz Lüttich.
    • Die historische Region Brabant, das Kernland des späteren Belgiens, reicht mit Noord-Brabant in die Niederlande.
  • Der Vaalserberg am Südzipfel der Provinz Limburg, liegt am Dreiländereck zu Belgien und Deutschland.

Gewässernetz[Bearbeiten]

Das niederländische Gewässernetz besteht vor allem in der südlichen Hälfte des Landes großteils aus Flüssen, die nicht in einander münden, sondern sich im Rhein-Maas-Delta immer wieder aufteilen und sich auch fallweise später wiedervereinigen. Alte Bezeichnungen, welche die eine oder andere stattgefundene manuelle Flusslaufkorrektur nicht berücksichtigen, können bei Touristen für Verwirrung sorgen. So liegt Rotterdam an der Neuen Maas, in der jedoch fast ausschließlich Wasser aus dem Rhein enthalten ist, jedenfalls aber keines aus der Maas.

Die drei wichtigsten Flüsse sind der Rhein, die Maas und die Schelde.

Der Rhein[Bearbeiten]

Kurz nach der holländischen Grenze teilt sich der Rhein zum ersten Mal auf, nämlich in den Niederrhein (niederl. Nederrijn) und die deutlich wasserreichere Waal. Die Waal heißt ab der ehemaligen Mündung der Maas in den Rhein „Boven Mervede“ („Obere Merwede“). Diese gabelt sich wieder auf in die Neue und die Untere Merwede. Die Neue Merwede führt das meiste Wasser und man könnte Ihre Mündung ins Meer, das dort Hollands Diep genannt wird, als die Hauptrheinmündung bezeichnen. Diese Mündung erfolgt im Naturschutzgebiet De Biesbosch.

Der weitere Verlauf der (nördlich gelegenen) Unteren Merwede gabelt sich zuerst in die Noord und die Alte Maas. Die Noord verbindet sich an ihrem Ende mit dem Unterlauf des Niederrhein, der ab der Abzweigung des Krummen Rhein "Lek" heißt, zur Neuen Maas. Im Hafengebiet von Rotterdam verbinden sich schließlich die Alte Maas und die Neue Maas zum „Neuen Wasserweg“, der im Europort in die Nordsee mündet.

Vom niederländischen Niederrhein zweigt wiederum die Ijssel ab, die ins Ijsselmeer mündet.

Vom Niederrhein zweigt der Krumme Rhein ab, der zum Leidse Rhein wird. Ab der Eisenbahnbrücke von Harmelen heißt er schließlich Alter Rhein, der selbst in die Nordsee mündet. Ein kleiner Nebenfluss des Alten Rheins ist die Grecht, die durch den Amstel-Grecht-Kanal mit dem Oberlauf der Amstel verbunden ist. Letztere mündet in Amsterdam in einen abgedeichten Teil des Ijsselmeeres.

Die Maas[Bearbeiten]

Die Maas kommt über Belgien aus Frankreich und mündet im Naturschutzgebiet De Biesbosch in das Hollands Diep (ehemalige Meeresbucht der Nordsee). Durch gewaltige Sturmflutwehren, die zu den modernen Weltwundern gezählt werden, ist die langgezogene Bucht, in welche die Maas und die Neue Merwede münden, heute ein Süßwassersee.

Der ehemalige Verlauf der Maas bis kurz vor der ehemaligen Mündung in den Rhein heißt heute „Abgedeichte Maas“.

Die Schelde[Bearbeiten]

Die Schelde kommt ebenfalls über Belgien aus Frankreich. In der niederländischen Provinz Zeeland bildet sie einen riesigen Mündungstrichter in Form der Oosterschelde im Norden, die durch den Oosterscheldedamm wiederum vom Meer abgetrennt ist, und der Westerschelde im Süden.

Wichtige Wasserwege sind daneben die zahlreichen Kanäle, die unter anderem auch Schelde, Maas und Rhein miteinander verbinden. So kann man beispielsweise von Amsterdam kommend mittels der Binnenschifffahrt auch nach Rotterdam oder ins belgische Antwerpen reisen.

Städte[Bearbeiten]

Detaillierte Karte mit Städten und Gemeinden (4,7 MByte)
Windmühlen von Kinderdijk
Die berühmten Cubuswoningen in Rotterdam
Stadtmitte von Oudewater

Die wichtigsten Städte sind:

  • Amsterdam - Hauptstadt und größte Stadt. Ein absoluter touristischer Höhepunkt, allein schon wegen der in Europa selten gewordenen grachten (Kanäle), allerdings gerade im Sommer sehr überlaufen und überhaupt eine Stadt mit vielen sogenannten Großstadtproblemen.
  • Den Haag - Niederländischer Regierungssitz sowie Hauptstadt der Provinz Zuid-Holland, drittgrößte Gemeinde des Landes. Gelegen direkt an der Nordseeküste. Wer Den Haag anstelle von Amsterdam anläuft, dürfte nicht enttäuscht werden.
  • Groningen - Pittoreske Hauptstadt der nördlichen Provinz Groningen, in einem eher ärmlichen Umland. Reichlich entlegen von den Bevölkerungszentren des Landes, aber für ein Wochenende sehr geeignet.
  • Maastricht - Pittoreske Hauptstadt der Provinz Limburg, gelegen im südlichsten Zipfel der Niederlande. Viele Jugendstilgebäude aus einer katholischen Vergangenheit und Ausflugsmöglichkeiten nach Belgien und Deutschland.
  • Nijmegen, Universitäts- und größte Stadt der Provinz Gelderland, gelegen nahe Arnheims auf der anderen (linken) Seite der Waal.
  • Rotterdam - wichtigster Überseehafen Europas und zweitgrößte Stadt der Niederlande, eher moderne Stadt nach dem Verlust des historischen Zentrums im Zweiten Weltkrieg. Für Kunst- und Architekturliebhaber ein besonderer Tipp.
  • Utrecht - Hauptstadt der Provinz Utrecht, Universitätsstadt und viertgrößte Stadt der Niederlande, Eisenbahnknotenpunkt. Die zentralste Großstadt der Niederlande, mit mehreren Kirchen aus dem 12. Jahrhundert und einigen grachten. Wer von Deutschland kommend eine Stunde weniger im Auto sitzen will, steigt vorzugsweise in Utrecht und nicht in Amsterdam oder Den Haag aus.

In den Niederlanden gibt es außerdem eine Vielzahl von kleinen hübschen Stadten mit historischem Kern, der den Zweiten Weltkrieg und anderes überlebt hat. Oudewater in Zuid-Holland oder Franeker in Friesland sind nur zwei Beispiele. Jeweils ein halber oder ganzer Tag sind gut investiert.

Weitere Ziele[Bearbeiten]

  • Veluwe, teilweise ein Naturschutzgebiet
  • De Efteling, wohl der bedeutendste Freizeitpark im Lande
  • Julianadorp, ein Feriendorf an der Nordsee
  • Apenheul, Affenzoo bei Apeldoorn unter anderem mit halbzahmen Totenkopfäffchen
  • Baarle, das belgisch/niederländische Grenzpuzzle

Für Technik-Fans interessant sind möglicherweise zwei der wichtigsten Errungenschaften im Kampf gegen das Wasser: der Abschlussdeich (Afsluitdijk), der aus der Zuiderzee das IJsselmeer gemacht hat, und die w:Deltawerke, das gigantische Sturmflutwehr an der Mündung der großen Flüsse mit dem angeschlossenen Freizeitpark Neeltje Jans in der Provinz Zeeland.

Geschichtlicher Hintergrund[Bearbeiten]

Bis zum Mittelalter[Bearbeiten]

Etwa 9700 vor Christus endete die letzte Eiszeit, wodurch der Meeresspiegel anstieg und dabei in etwa die heutigen Niederlande noch freiließ. Es wurde auch wärmer. Das sumpfige Flussdelta, das später die Niederlande werden sollte, war allerdings wenig attraktiv für eine Besiedlung. Erst mit der Jungsteinzeit siedelten Menschen auf den höheren Lössböden. Auch während der keltischen La-Tène-Kultur (450-1. Jh. v. Chr.) blieb die Region ein unbedeutendes Randgebiet. Angezogen vom keltischen Wohlstand zogen germanische Völker nach Westen.

Die Römer kamen gegen 57 vor Christus in den Süden der heutigen Niederlande, im Zuge von Caesars Eroberungen in Gallien. Etwa bis zum Rhein gibt es daher eine römische Vergangenheit in den Bodenfunden; nördlich davon haben die Römer eine Zeitlang vergeblich versucht, Fuß zu fassen. Nachdem der Aufstand der Bataver 68-69 n. Chr. unterdrückt worden war, war es für die nächsten 200 Jahre ruhig. Die Wirtschaft blühte, die Bevölkerung wuchs, und von den Römern stammen die ersten schriftlichen Quellen. Ein besseres Straßennetz, Schiffahrtswege und das Münzgeld waren ebenso eine Errungenschaft der Römer.

Mittelalter[Bearbeiten]

Aus dem Osten kamen jedoch weitere germanische Völker, und die instabile Epoche der Völkerwanderungen begann. 406 wurde die Rheingrenze durchbrochen. Dem Franken Karl dem Großen (Herrscher von 768-814) gelang es, die Friesen im Norden und die Sachsen im Osten zu unterwerfen und zum Christentum zu bekehren. In den folgenden Jahrhunderten sollte der christliche Glaube vollständig die Gesellschaft durchdringen. Unter Karl dem Großen waren die Niederlande nicht länger ein Randgebiet, sondern befanden sich in der Nähe des Zentrums des Frankenreichs.

Das Feudalsystem schwächte die zentrale Autorität. Als Folge von Überfällen der Wikinger und von Teilungen des Reichs folgte nun eine Periode der Instabilität. Im 10. Jahrhundert endeten die Überfälle von Wikingern, Mauren und asiatischen Reitervölkern auf Europa. Die nun folgende Stabilität brachte ab dem 11. Jh. eine Expansionsbewegung. Torfgebiete und Sümpfe wurden trockengelegt, Wälder gerodet und das Land kultiviert. Ab ca. 1100 entwickelten sich die Lehensgebiete in den Niederlanden zu praktisch unabhängigen Herrschaftsgebieten.

Entstehen der Städte[Bearbeiten]

Der Bevölkerungswachstum in dieser Zeit wirkte sich positiv auf den Handel und damit auf die Städte aus, die vor allem wegen ihrer Mauern ein bedeutender Machtfaktor wurden. Die Städte waren nicht nur eine Einkommensquelle für den Landesherrn, sondern wurden auch zu einer starken Konkurrenz. In Gebieten mit wenig Städten, wie z. B. im Osten der heutigen Niederlande, spielte der Adel allerdings noch lange Zeit eine wichtige Rolle. Es entstand eine Struktur, um die Arbeit an den Deichen und Schleusen zu koordinieren, wozu Waterschappen und Heemraadschappen (im Dt. Wasserverbände) als frühe demokratische Organe eingerichtet wurden. Dadurch wurde die soziale und ökonomische Struktur verändert und man orientierte sich auf Fischfang, Lakenindustrie und den Überseehandel. Mit der wachsenden Macht des Bürgertums wurde das kulturelle Monopol der Kirche gebrochen. Das kulturelle Aufblühen in dieser Zeit, in der auch die ersten Schulen und Universitäten gegründet wurden, wird auch die Renaissance des 12. Jhs. genannt.

Konsolidierung[Bearbeiten]

Das 14. Jh. war für Europa eine Zeit der Krisen, mit u.a. der Pest (1347-1351) und dem Hundertjährigen Krieg. In wirtschaftlicher Hinsicht konnte man sogar einen allgemeinen Rückgang feststellen, der bis ca, 1475 andauerte. Für die Niederlande traf dies jedoch nicht zu und konnte man eher von einer wirtschaftlichen Expansion sprechen. Während die Position des französischen Königs in den vorhergehenden Jahrhunderten gestärkt wurde und Frankreich eine eigene Identität entwickelte, entstand eine starke deutsche Identität erst lange, nachdem eine solche Entwicklung in den Niederlanden stattgefunden hatte. Dies war einer der Faktoren, die dazu führten, dass die Niederlande schließlich kein Teil des Heiligen Römischen Reiches sein sollten.

Dank einer geschickten Hochzeitspolitik gelang es den Herzögen von Burgund zwischen 1384 und 1428 einige nördliche und fast alle südlichen Gebiete der Niederlande zum ersten Mal seit der Karolingerzeit zu vereinigen. Unter den Burgundern wurde danach gestrebt, die einzelnen Landesteile mehr unter einen Hut zu bekommen. Diese profitierten vom Wegfall der gegenseitigen Rivalitäten und es begann eine Periode des Wohlstands.

16. Jahrhundert[Bearbeiten]

Maria von Burgund heiratete 1477 den österreichischen Erzherzog Maximilian. Die Burgundischen Lande, ohne Burgund selbst, kamen in die Hände Habsburgs.Für diese waren die wirtschaftlich starken Niederlande von Bedeutung. Unter Kaiser Karl V (1515-1555) wurde das Gebiet Teil des spanischen Weltreichs. Der Schwerpunkt verschob sich nach Spanien, die Verwaltung der Niederlande wurde einem Landvogt überlassen. Die Niederlande wurden so zu einer weitgehend selbständigen Einheit.

Die protestantische Reformation fand ab den zwanziger Jahren Anhänger in diesem Gebiet, das schon lange eine kritische Haltung gegenüber der römisch.katholischen Kirche einnahm. In wirtschaftlicher und demographischer Hinsicht konnte man seit Ende des 15.Jhs. von einem starken Wachstum sprechen. Die Kriege mit ihren hohen Steuern und Handelsblockaden bedrückten jedoch die Bevölkerung schwer. Mit der Reformation und vor allem mit ihrer strengen Verfolgung kam noch ein weiterer Faktor hinzu. Dieses explosive Gemisch sollte zum Aufstand führen. Der erste Aufstand (1567-1568) konnte noch unterdrückt werden, doch das autoritäre Regime weckte erneut viel Widerstand. Am 1.4.1572 gelang es den Aufständischen (Geusen) die Festungsstadt Brielle einzunehmen und es begann ein zweiter Aufstand. Die Einnahme von Antwerpen - damals mit 100.000 Einwohnern die grösste Stadt der Niederlande - durch die Spanier (1585) besiegelte danach in militärischer Hinsicht die Trennung der nördlichen und der südlichen Niederlande. Mangels geeignetem Landesherrn entstand 1588 die Republik der Sieben Vereinigten Niederlande.

Republik[Bearbeiten]

Wegen der imperialen Überdehnung Spaniens konnte die Republik ihre Rückeroberung verhindern. Es gelang ihr sogar vielmehr, vom Verschieben des wirtschaftlichen Mittelpunkts vom Mittelmeer nach Westeuropa maximal zu profitieren. Standen die nördlichen Niederlande früher im Schatten der südlichen Landesteile übernahm Amsterdam nach dem Fall und der anschließenden Blockade von Antwerpen dessen Stelle als Handelszentrum Europas ein, während Holland die Schifffahrt Europas beherrschte. Obwohl die Vereinigte Ostindische Compagnie durch die Ausgabe von Aktien große Profite machte, trug der Handel mit Ostindien (dem heutigen Indonesien) nur zu einem geringen Teil der Gewinne bei, die hauptsächlich im europäischen Handel erzielt wurden. Das nun folgende "Goldene" Jahrhundert war eine Periode mit einer größeren politischen, kulturellen und wirtschaftlichen Bedeutung der Niederlande, als diese je zuvor oder danach erreicht hatten. Wegen seiner wirtschaftlichen Übermacht dominierte Holland die Generalstaaten (das ndl. Parlament). Sobald die Interessen Hollands und der Oranier nicht mehr übereinstimmten, konnte dies die eine Landesregierung vollständig lähmen.

Obwohl die Regierung protestantisch war, existierte Gewissensfreiheit, aber es bestand keine Freiheit des Gottesdienstes. Die Toleranz war zwar wesentlich größer als im restlichen Europa, doch sie war in erster Linie opportunistisch. Man konnte so einen Exodus von Katholiken verhindern, wie es das dogmatische Spanien mitgemacht hatte. Das Bürgertum wurde die herrschende Klasse, während der Einfluss des Adels und bereits früher der Geistlichkeit abnahm. Regenten begannen das politische Klima zu beherrschen. 1648 wurde mit dem Westfälischen Frieden auch der Krieg der Niederlande mit Spanien beendet. Darauf folgte innenpolitisch eine Zeit religiöser Auseinandersetzungen, außenpolitisch war man mit Handelskriegen beschäftigt.

England und Frankreich hatten inzwischen ihre internen Probleme erledigt und beanspruchten ihren Platz in Handel und Schifffahrt. Den folgenden Ersten Englischen Krieg verlor die Republik. Obwohl sie den Zweiten Englischen Krieg haushoch und die niederländische Flotte wurde beherrschend, doch es wurde stets deutlicher, dass die Republik Probleme bekäme, sobald es nicht mehr gelingen würde, die Großmächte gegeneinander auszuspielen. Das zeigte sich im Katastrophenjahr 1672, als die Republik gleichzeitig von England, Frankreich und den Bistümern Köln und Münster angegriffen wurde. Während die ausländischen Truppen mit ertstaunlicher Geschwindigkeit bis an die (Alte) Holländische Wasserlinie vorrückten, wurden in Den Haag die regierenden Ratspensionäre, Johan und Cornelis de Witt, gelyncht.

Der Oranier Willem III wurde danach zum Statthalter ernannt. Dem Admiral Michiel de Ruyter gelang es, die gemeinsame Flotte Frankreichs und England zu besiegen. Danach sollte sich Willem III darauf konzentrieren, eine europäische Koalition gegen den Expansionstrieb Ludwigs XIV. ui schmieden. 1688 kam es in England zur Glorious Revolution nachdem Willem III. mit einer großen Armee in England einzog und deinen Schwiegervater Jakob II. zu Fall brachte. Zusammen mit seiner Gattin Mary Stuart übernahm er auch die Macht in England. So konnte er sich noch stärker der Bekämpfung der französischen Hegemonie widmen.

In dem ab 1702 folgenden 2. statthalterlosen Zeitraum sackte die Republik in politischer und militärischer Sicht auf die zweite Reihe. Wirtschaftlich spielte die gewaltige Staatsschuld nach 40 Jahren Krieg mit Frankreich eine schwerwi(1756-1763)egende Rolle und machte die Republik abhängig Großbritannien. Zwar war das Regime der Niederlande auch zuvor keine Demokratie gewesen, so hatte das Volk doch einen gewissen Einfluss gehabt, doch jetzt war die Macht völlig in den Händen der Regentenklasse, die sich stets mehr abschottete. International war die Republik nach dem Siebenjährigen Krieg (1756-1763), wodurch sich ein neues Machtgleichgewicht gebildet hatte, stets mehr dem Wohlwollen der Großmächte ausgeliefert.

Der Vierte Englische Krieg (1780 - 1784) beendete ein Jahrhundert des Bündnisses mit England. Der Krieg verlief verheerend für die Republik und führte zu großen internen Spannungen. 1786/1787 begann sich von unten eine Revolution abzuzeichnen, die aber mit Hilfe preußischer Truppen zum Vorteil der Oranier gestoppt werden konnte. Viele Revolutionäre flüchteten nach Frankreich, wo sie eine nicht unwichtige Rolle bei der Französischen Revolution spielten. Sie sollten während der Batavischen Revolution in die Niederlande zurückkehren.

Batavische und französische Zeit[Bearbeiten]

Nach der Französischen Revolution fielen 1795 die französischen Truppen in die Niederlande ein. Sie brachten dabei die Patrioten, die zusammen mit der französischen Armee zurückkehrten, an die Macht. Diese gründeten die Batavische Republik. Statthalter Willem V. floh nach England. Innenpolitisch war anfangs von einer gewissen Unabhängigkeit die Rede. 1798 wurde die erste niederländische Verfassung eingeführt. Wirtschaftlich brachte der Krieg mit England jedoch einen herben Rückschlag. Die Niederlande wurden zu einer agrarischen Gesellschaft, so verlor sogar Amsterdam einen großen Teil seiner Bevölkerung. Stück für Stück wurde das Land vom französischen Kaiserreich einverleibt. 1813 verließen die französischen Truppen das Land. Der Sohn des verstorbenen Willem V. wurde zum Souverän erhoben. Die Einführung von französischer Gesetzgebung und Verwaltung sollte jedoch von bleibendem Einfluss bleiben.

Vereinigtes Königreich[Bearbeiten]

Willem I wurde 1814 der erste König des Vereinigten Königreichs der Niederlande. Auf dem Wiener Kongress wurden der Norden und der Süden vereinigt. Willem I. setzte alle Kraft in den Wiederaufbau: zahlreiche Kanäle wurden gegraben und Straßen verbessert. Die im Süden während der Franzosenzeit florierende Industrie wurde stimuliert, während im Norden der Nachdruck auf den Wiederaufbau von Handel und Schifffahrt gelegt wurde. Allerdings war Willems Innenpolitik äußerst konservativ. Die Französischsprachigen wehrten sich gegen den Zwang, niederländisch zu lernen, die Katholiken forderten Unterrichts- und Religionsfreiheit und die Liberalen kritisierten den autoritären Regierungsstil des Königs. Letztendlich führten diese Auseinandersetzungen 1830 zur Abtrennung Belgiens.

Königreich der Niederlande[Bearbeiten]

Willems I. Politik der Nichtanerkennung der belgischen Unabhängigkeit (dies geschah erst 1839) bescherte dem Land große finanzielle Probleme. Die folgenden Jahre waren ruhig, Auch das Revolutionsjahr 1848 verlief relativ ruhig, da Willem II. rechtzeitig eine neue Verfassung machen ließ. Ende des 19. Jhs. kam endlich die Industrialisierung in Gang. Dadurch entstand auch eine Arbeiterklasse und mit ihr eine Arbeiterbewegung, die in den ersten zwanzig Jahren des 20, Jhs. allgemeines Wahlrecht und eine Verbesserung der sozialen Lebensverhältnisse erreichte. Es entwickelte sich eine "Versäulung" der Gesellschaft, die bis in die siebziger Jahre bestimmend für das alltägliche Leben werden sollte. Hintergrund war, dass jede gesellschaftliche Strömung (v.a. die Liberalen, Protestanten, Katholiken und Sozialisten) ihre eigenen parallel nebeneinander existierenden sozialen Organisationen (Kirche, Rundfunk, Zeitung, Standesorganisation, Gewerkschaft, Partei, Wohnungsgesellschaft, Schule, Krankenhaus, Sportverein bis hin zu Geschäften und Betrieben) besaß und man nur wenig Kontakt miteinander hatte.

Im Ersten Weltkrieg gelang es den Niederlanden neutral zu bleiben, der Krieg führte aber wohl zum Ende des starken Wirtschaftswachstums. In der Nachkriegszeit wurde die Infrastruktur ausgebaut und im industriellen Sektor entstanden einige seht große Betriebe. Auch wurde mit der Zeit ein soziales System aufgebaut. Die Wirtschaftskrise der dreißiger Jahre führte zu großer Arbeitslosigkeit und dauerte in den Niederlanden besonders lang, um dann im den Zweiten Weltkrieg überzugehen.

In der Zeit der deutschen Besatzung (1940-1945) wurde das Land ausgeplündert..Rund 100.000 Juden - 75 Prozent der jüdischen Bevölkerung des Landes - wurde in den Vernichtungslagern umgebracht. Nur einem kleine Teil gelang es zu überleben, indem sie untertauchten.

Nach dem Krieg gab das Land die Neutralitätspolitik auf und wurde Mitglied der UNO, der Montanunion und vor allem der NATO. Niederländisch-Indien ging 1948 nach einem Unabhängigkeitskrieg verloren. Bis 1957 blieben allerdings die wirtschaftlichen Beziehungen zu der ehemaligen Kolonie erhalten, was, neben dem Marshallplan, von enormer Wichtigkeit für den Wiederaufbau war, bei dem der Versorgungsstaat aufgebaut wurde.

In den fünfziger Jahren wurde mit einer gesteuerten Tarifpolitik die Konkurrenzposition gegenüber den Ausland verbessert. Zehn Jahre später nahm der allgemeine Wohlstand mit der Entdeckung von Erdgas im Norden des Landes stark zu. Ende der sechziger Jahre entstanden wie auch in anderen Ländern des Westens verschiedene soziale Bewegungen. Die Gesellschaft "entsäulte" sich, auch die Bindung an Religionsgemeinschaften ging stark zurück.

Nach der Ölkrise (1973) folgte eine wirtschaftlicher Rückgang. Vor allem die arbeitsintensive Industrie wurde in Billiglohnländer verlagert. Die darauf folgende Arbeitslosigkeit schlug vor allem unter schlecht Ausgebildeten, darunter vielen Migranten, die während des Wirtschaftswachstums der sechziger Jahre eingewandert waren, zu. Dies hatte erste Kürzungen des Versorgungsstaates zur Folge.

In den neunziger Jahren zog die niederländische Wirtschaft wieder an. Frustrationen über die vermeintlich misslungene Regierungspolitik auf vielerlei Ebenen wurde von dem neuen Politiker Pim Fortuyn artikuliert. Nachdem dieser neun Tage vor der Parlamentswahl (2002) ermordet worden war, brachte dessen Partei eine ungekannte Verschiebung der politischen Verhältnisse zustande.

Die lang gepriesene Toleranz der Niederlande gegenüber ethnischen Minderheiten nahm zugunsten eines stärkeren Nachdrucks auf die nationale Kultur des Landes ab. Nach der "Entsäulung" ist für viele Menschen eine deutliche ideologische Orientierung verschwunden, die sich in verstärktem Irrationalismus niederschlägt. Nichtsdestotrotz sind die Niederlande ein sehr wohlhabendes Land mit einem guten Sozialsystem und einer stabilen Gesellschaft das eine recht gewaltarme Entwicklung hinter sich hat.

Orange[Bearbeiten]

Die Farbe Orange (niederländisch: oranje) gilt als typisch für die Niederlande. Abgeleitet ist dies von der französischen Grafschaft Orange, die 1530 an die Grafschaft Nassau fiel. Seitdem nennt sich das entsprechende Adelsgeschlecht, aus dem 1533 Willem, prins van Oranje, entspross, Oranje-Nassau (Oranien-Nassau). Im Ausland ist die Farbe vor allem im Zusammenhang mit Fußball bekannt, aber auch sonst sieht man im Straßenbild viel Orange.

Anreise[Bearbeiten]

Flugzeug[Bearbeiten]

Mit dem Flughafen Schiphol (IATA-Code: AMS, ICAO-Code: EHAM, international: Amsterdam Airport Schiphol) verfügt die Stadt Amsterdam über einen der größten Flughäfen Europas. Der Flughafen wird von allen größeren Fluggesellschaften angeflogen.

Weitere Flughäfen gibt es in Eindhoven, Groningen (IATA-Code: GRQ, ICAO-Code: EHGG, international: Groningen Airport Eelde), Maastricht (IATA-Code: MST, ICAO-Code: EHBK, international: Maastricht Aachen Airport) und Rotterdam (IATA-Code: RTM, ICAO-Code: EHRD, international: Rotterdam Airport).

Die Flughäfen Düsseldorf und Brüssel sind aus vielen Städten der Niederlande schneller erreichbar und gleichermaßen wie Schipol für die Anreise geeignet.

Bahn[Bearbeiten]

Amsterdam Centraal Station

Die Niederlanden verfügen über ein dicht vertaktetes Bahnnetz, welches sich allerdings auf die Anbindung von Großstädten beschränkt. Von Deutschland verkehren auf der Strecke Frankfurt (Main)KölnUtrechtAmsterdam zweistündlich schnelle ICE-Verbindungen, weiterhin existieren auf der Strecke BerlinHannoverOsnabrückHengeloAmsterdam InterCity-Verbindungen im Zweistundentakt. Das Hauptdrehkreuz des Bahnnetzes ist Utrecht.

Im Regionalverkehr gibt es Verbindungen zwischen Aachen und Heerlen (und von dort aus nach Maastricht), zwischen Hamm, Wuppertal, Düsseldorf und Venlo (und von dort aus weiter nach Eindhoven und RotterdamDen Haag); von Dortmund sowie Münster nach Enschede; von Leer nach Groningen.

Weitere Informationen bietet die Homepage der Nederlandse Spoorwegen (NS).

Hinweis: In den Niederlanden wird, über den regionalen Verkehr hinaus, die ov-chipkaart eingeführt. Bahnsteige können in Zukunft ohne ov-chipkkaart nicht mehr betreten werden. Gleiches gilt für Tunnel unter den Bahnhöfen wie z.B. in Sittard. Etliche Situationen/Fälle der täglichen Praxis sind nicht gelöst, z.B. für Reisende mit im Ausland erworbenen "normalen Fahrtkarten". Für die Begleitung anderer Reisende bis zum Zug (Oma, Mama, etc.) gibt es im Moment keine "legale Lösung".

Bus[Bearbeiten]

Auto[Bearbeiten]

Mit dem Auto sind die Niederlande bequem zu erreichen und das ist sicherlich auch der am häufigsten genutzte Anreiseweg. Man sollte jedoch beachten, dass insbesondere an Feiertagen und am Ferienanfang sich regelmäßig viele Deutsche auf den Weg ins Nachbarland machen, was lange Staus zur Folge haben kann. Und jeder zweite Verkehrsteilnehmer ist ein Fahrradfahrer.

Geschwindigkeitbegrenzungen:

  • PKW Straße: 80 km/ h - Autobahn: 130 km/ h
  • PKW + Anhänger Straße: 80 km/ h - Autobahn: 80 km/ h

Schiff[Bearbeiten]

  • Es besteht auch die Möglichkeit auf dem Rhein und auf der Maas Schifffahrten zu unternehmen, die in die Niederlande führen. Hierbei ist jedoch zumeist die Reise das Ziel und eine Flusskreuzfahrt steht im Mittelpunkt.
  • Es bestehen Fährverbindungen aus Großbritannien

Mobilität[Bearbeiten]

Flugzeug[Bearbeiten]

Seit dem Bankrott der Inlandsfluggesellschaft KLM Exel gibt es keinen regulären Inlandsflugverkehr mehr.

Bahn[Bearbeiten]

Sämtliche größeren Städte sind per Bahn miteinander verbunden. Die überregionale Bahngesellschaft ist die Nederlandse Spoorwegen (NS - Niederländische Eisenbahnen). Sie bietet im Nahverkehr Sprinter und Stoptreinen an, im Fernverkehr nicht-zuschlagpflichtige Intercity's, die an größeren Bahnhöfen oder wichtigen Umsteigepunkten halten. Der Hochgeschwindigkeitszug Thalys nach Paris hat ein eigenes Preissystem und kann nicht im Inland benutzt werden. Für den ICE International nach Frankfurt/Main muss ein Zuschlag bezahlt werden. Der Zug kann auch für Reisen innerhalb der Niederlande benutzt werden.

Nachtnetz[Bearbeiten]

Zwischen Rotterdam C, Delft, Den Haag HS, Leiden, Schiphol, Amsterdam C und Utrecht C verkehrt in jeder Nacht stündlich in beide Richtungen ein Nachtzug. In beide Richtungen hält der erste Zug (ca. 1.30 h) in Amsterdam Bijlmer ArenA. In den Nächten von Freitag auf Samstag und Samstag auf Sonntag wird das Nachtnet durch die Verbindungen Rotterdam C, Dordrecht, Breda, Tilburg, Eindhoven; Utrecht C, 's-Hertogenbosch, Eindhoven, 's-Hertogenbosch - Tilburg sowie die Strecke Utrecht C - Gouda - Rotterdam C ergänzt.

Bus[Bearbeiten]

Die Niederlande verfügen über ein dichtes Regionalbusnetz das von unterschiedlichen Anbietern, aber mit einem einheitlichen Tarifsystem angeboten wird.

Buurtbus[Bearbeiten]

In dünner besiedelten Gegenden gibt es buurtbus-Projekte, auf Nachbarschaftsinitiativen beruhende Linien, die mit Kleinbussen befahren werden. Unter Buurtbus ist aufgeführt, wo diese Linien verkehren. Achtung: sehr oft gilt der nationale Tarif (strippenkaart) hier nicht.

Tarife[Bearbeiten]

  • Bahn: Die Niederländischen Eisenbahnen (NS) hantieren einige Besonderheiten, die sich von denen anderer Länder unterscheiden. Wenn man sie kennt, wird es einfacher und billiger.
  • Dagretour ist eine Rückfahrkarte, die nur am Tag der Hinfahrt gilt. Sie ist allerdings 40 % billiger als zwei einfache Strecken. Verlangt man am Schalter eine Rückfahrkarte, so bekommt man in der Regel ohne Nachfragen die dagretour. Bei der OV-Chipkaart entfällt diese Form der Rückfahrkarte.
  • Kortingskaart vergleichbar mit der BahnCard 50, wobei es in den Niederlanden nur 20 % Ermäßigung gibt (ehemals, und für diejenigen, die noch eine alte Kortingskaart haben, 40 %). Die Kortingskaart kostet allerdings auch nur € 55,00. Die Ermäßigung gilt für alle einfache Fahrten, dagretours. Wochenendrückfahrkarten und Tageskarten, für die 2. wie für die 1. Klasse. Die Ermäßigung wird nur während der voordeeluren, also außerhalb der Hauptverkehrszeit (mo-fr nach 9 Uhr morgens), gegeben, an Wochenenden ganztägig, ebenso in den Monaten Juli und August, vom 25.12-1.1. sowie an den Wochenfeiertagen 25.4,, 30.4., 2.6. und 13.6..
Am Schalter verlangt man dann ergänzend zu seiner Bestimmung "met korting".
  • Seitdem es an jedem Bahnhof Fahrkartenautomaten gibt, die meistens kein Bargeld annehmen, kostet die Bedienung am Schalter für alle Produkte, die man am Automaten hätte kaufen können, einen Zuschlag von € 0,50.
  • Busse und Straßenbahnen/U-Bahnen: Bis zur landesweiten Einführung der ov-chipkaart gilt in allen öffentlichen Nahverkehrsmitteln die Nationale strippenkaart. Das ist eine Streifenkarte mit 15 (oder 45) Streifen, bei der je nach Anzahl der befahrenen Zonen entsprechende Streifen abgestempelt werden (+ 1 zusätzlich für den Grundtarif). Es können mehrere Personen auf einer Karte fahren. Die Strippenkaarten kosten im Vorverkauf 15 strippen € 7,70, ermäßigt (Senioren 65+ und Kinder 4-18) € 5,00, 45 strippen € 22,80. Beim Fahrer/Schaffner sind sie wesentlich teurer. Dort bezahlt man für 2 strippen € 1,60, für 3 strippen € 2,40 und für 8 strippen € 6,40. Ermäßigung gibt's nicht.
  • Es gibt auch eine Tageskarte für den ÖPNV. Das sind zwei beim Fahrer/Schaffner quer gestempelte 8-strippenkaarten zu € 12,80. Damit kann man einen kompletten Tag mit dem Bus die Niederlande durchkreuzen.

Kinder[Bearbeiten]

Ein Kind bis zu 3 Jahren reist kostenlos mit.

Ein Kind von 4 bis 11 Jahren reist, wenn es von einem Erwachsenen begleitet wird, für nur € 2,50 (Railrunner, nur als Papierkarte erhältlich) mit.

Ein unbegleitetes Kind zwischen 4 und 11 Jahren reist stets mit Ermäßigung.

OV-chipkaart[Bearbeiten]

Die OV-chipkaart (ÖPV-Chipkarte) wurde als Nationaler Fahrausweis für den gesamten Personennah- und -fernverkehr in den gesamten Niederlanden entwickelt. Mit einigen Verzögerungen wird sie im ganzen Land peu à peu eingeführt.

  • Funktionsweise

Die OV-chipkaart sieht aus wie eine Scheckkarte. Sie enthält einen (nicht sichtbaren) Chip und ist erkennbar am nationalen rosafarbenen Logo. Die Karte muss mit einem reissaldo oder reisproduct geladen sein. Das Saldo ist ein Betrag in Euro, mit dem man in alle Gebiete, in denen die OV-chipkaart gilt, reisen kann. Ein Reiseprodukt ist zum Beispiel ein Abonnement, eine Einfache Fahrt oder eine Rückfahrkarte.

  • Ein- und Auschecken

Sofern die OV-chipkaart mit einem Reiseprodukt oder einem ausreichenden Saldo geladen ist, kann eingecheckt werden. Zu Beginn der Reise hältst du deine OV-chipkaart gegen den Bildschirm des Zugangstors oder eines Kartenlesegeräts, das mit dem Logo versehen ist. Daraufhin öffnet sich der Zugang, oder das Kartenlesegerät gibt ein Bestätigungssignal. Am Ende der Reise checkst du auf die gleiche Weise aus: du hältst die Karte gegen den Bildschirm des Ausgangstors oder des Kartenlesegeräts.

  • Unterschied zwischen Reiseguthaben und Reiseprodukt

Die OV-chipkaart kann mit einem Guthaben bis zu € 30 aufgeladen werden. Die OV-chipkaart kann mit einem Jahres- oder Monatsabonnement und bei den NS auch mit einer Einfachen Fahrt oder einer Rückfahrkarte aufgeladen werden. Beim Einchecken und Auschecken kontrolliert das Kartenlesegerät, ob ein gültiges Reiseprodukt auf der karte steht.

  • Wo kann ich die OV-chipkaart benutzen?

Die OV-chipkaart kann überall dort benutzt werden, wo das Logo sichtbar ist: Zu- und Ausgangstore, mobile Kartenlesegeräte, Aufladestationen, Saldlesegeräte, am Schalter und/oder anderen Verkaufsstellen.

  • Funktionsweise des Aufladens

Die OV-chipkaart kann an den Schaltern der Verkehrsbetriebe oder bei besonderen Verkaufsautomaten aufgeladen werden.

  • Kartenarten

Es gibt drei Kartenarten: eine persönliche, eine unpersönliche sowie eine Einwegkarte. Die ersten beiden Arten können z. B. mit Abonnements oder Rabatten geladen werden, benötigen aber eine gewisse Bearbeitungszeit. Sie lohnen sich also meistens nicht für einen nur begrenzten Aufenthalt. Touristen werden meist auf unpersönliche oder Einweg-Tickets zurückgreifen.

  • Preise

Der Abgabepreis einer OV-chipkaart ist vom ausgebenden Verkehrsbetrieb abhängig. Zur Zeit kostet eine unpersönliche Karte rund € 4,00, eine persönliche Karte € 7,50. Diese beiden Kartenarten sind fünf Jahre gültig.

  • Besonderheiten bei der NS

Beim Reisen auf Guthaben wird beim Einchecken ein Einsteigetarif vom Saldo abgezogen. Beim Auschecken wird dieser Betrag mit den zurückgelegten Kilometern verrechnet. Wer das Auschecken „vergisst“, bezahlt also den gesamten Einsteigetarif. Der Einsteigetarif im Zug beträgt € 20,00. Reicht das Guthaben auf der Karte nicht dafür aus, so ist es nicht möglich zu reisen. Man muss vorab im Chipkarten-Konto festlegen in welcher Klasse man immer(!) reist.

  • "Zugang zu den Bahnhöfen/Bahnsteigen"

Der Zugang zu den Bahnsteigen, Zugangstunnel, etc. wird nur noch mit OV-chipkaart möglich sein. Der "Fall Touristen mit im Ausland erworbenen normalen Fahrkarten" ist noch nicht gelöst. Ebenso ist nicht gelöst die "legale" Begleitung von Reisenden (Oma, Mama, etc.) bis zum Zug, z.B. da schweres Reisegepäck. Wer am selben Bahnhof ein- und dann wieder auscheckt (weil er jemand zum Zug begleitet hat), erhält eine Geldstrafe auferlegt.

  • Weitere Regelungen

Es gibt immer einen Grundtarif von € 0,75 (€ 0,50 mt Rabatt). Wenn innerhalb von 35 Minuten nach dem Verlassen eines Verkehrsmittels umgestiegen wird, muss dieser Grundtarif nicht nochmals gezahlt werden.

  • Weitere Informationen

Website von www.9292ov.nl (auch auf englisch).

Fahrrad[Bearbeiten]

Paddenstoel: Wegweiser für Radfahrer und Wanderer

Die Niederlande sind ein perfektes Land für Fahrradfahrer. Nicht nur, weil das Land überwiegend flach ist, auch die Infrastruktur ist weitgehend den Bedürfnissen der Fahrradfahrer angepasst. Es wird unterschieden zwischen regelmäßigen Fahrern, die ihr Rad als Beförderungsmittel auf dem Weg zur Arbeit, zur Schule, zum Einkaufen benutzen, die also auf schnelle Durchgangsrouten angewiesen sind, und zwischen touristischen Radlern, die lieber einen Umweg fahren, solange sie dafür nicht durchs Industriegebiet müssen. Auf diese unterschiedlichen Bedürfnisse wird auch in der Bewegweiserung geachtet: rote Wegweiser richten sich an den Alltagsfahrer, grüne Beschriftung ist für den touristischen Verkehr. Allerdings sollten die Radwege auf jeden Fall genutzt werden, wenn welche da sind.

Ebenfalls an touristische Radler richtet sich eine neue Entwicklung, die aus Belgien in die Niederlande gekommen ist: die fietsknooppunten, in Netzwerk von Fahrrad-Verknüpfungspunkten. Nummerierte Radwege über landschaftlich schöne Strecken führen zu diesen Knotenpunkten. An jedem Knoten hat man in der Regel die Auswahl zwischen mehreren weiterführenden Strecken. Der Vorteil zu bisherigen Radrouten ist, dass es jedem selbst überlassen bleibt, seine Route zusammenzustellen. Das Netz ist inzwischen flächendeckend, Hier kann man seine Provinz aussuchen (Schritt 1), den Ort wählen (Schritt 2) und dann die eigene Route anhand der Landkarte zusammenstellen (Schritt 3).

Der allgemeinste Verkehrsbund ist der ANWB, der sich ausdrücklich auch an Fahrradfahrer richtet. Schließlich ist der Club aus einem Bund für Fahrradfahrer entstanden und hat in seiner Vergangenheit viele Radrouten entwickelt. Auch heute ist er noch für die Wegweiser an allen Wegen verantwortlich, auch für die Fahrradwegweiser und die kleinen Wegweise-Pilze (paddenstoelen) auf dem Boden, die sich an Rad- wie Fußwanderer richten. Wichtig ist dabei, dass alle Wegweiser eine Nummer haben, die auch auf den ANWB-Touristenkarten (bis 1:100.000) vermerkt sind.

Als Pendant zur Pannenhilfe für Automobilisten gibt es für Fahrradfahrer, die unterwegs Pech haben, die Fietssercivepunten (Servicepunkte für Fahrradfahrer) an Gasthäusern und Besucherzentren in der Nähe von Radrouten.

Sprache[Bearbeiten]

Niederländisch ist die Amts- und Umgangssprache in den gesamten Niederlanden, mit Dialekten in den einzelnen Regionen. Niederländisch ist eine der dem Deutschen am nähesten verwandten Sprachen. Deutschsprachige können relativ viel Wortmaterial wiedererkennen, vor allem, wenn sie es geschrieben sehen und auch richtig auszusprechen wissen (beispielsweise niederl. ij wie deutsch ei, ui wie eu, oe wie u). Zum Verstehen bedarf es aber dann doch eines Kurses, vor allem wenn (normal) schnell gesprochen wird. Betont langsam gesprochenes Deutsch wird in der Regel gut verstanden und so ist es auch umgekehrt. Hüten sollte man sich vor "falschen Freunden", ein winkel ist etwa keine Straßenecke, sondern ein Laden, ein zaak nicht nur eine Sache, sondern auch ein Geschäft, ein meer ist ein See und und die zee ist das Meer.

Friesisch ist neben Niederländisch Amtssprache in der Provinz Friesland. Etwa die Hälfte der Einwohner dieser Provinz kann mehr oder weniger gut Friesisch; wegen der vielen Übergangsformen zwischen beiden Sprachen ist die genaue Anzahl schwierig festzustellen. Darum empfinden auch viele Niederländer das Friesische als einen niederländischen Dialekt, obwohl Sprachwissenschaftler das eigentliche Friesisch als eigene Sprache einstufen.

Im größeren Teil der südöstlichen Provinz Limburg spricht man den Dialekt Limburgisch, der einen Übergang von niederländischen zu deutschen Dialekten darstellt. Der Osten, vor allem in Drenthe, Groningen und im Osten der Provinz Gelderland, wird dem Niedersächsischen zugerechnet. Bis in die 1950er-Jahre konnten Deutsche und Niederländer beiderseits der Grenze einander recht gut verstehen, doch mittlerweile ist der Einfluss der Hochsprachen dazu zu stark geworden. Limburgisch und Niedersächsisch gelten im Gegensatz zum Friesischen nicht als Sprache. Teilweise gibt es kleine Gruppen von Dialektfreunden mit ihren Mitteilungsblättern.

Fast alle Niederländer haben in der Schule die Fächer Englisch, Deutsch und Französisch gehabt. Davon ist Englisch ein Pflichtfach, und die Sprache wird von vielen Niederländern recht gut gesprochen. Deutsch und Französisch haben die meisten jedoch nur kurze Zeit, eines von beiden Fächern kann auch recht schnell abgewählt werden. Dementsprechend haben allenfalls Fans der jeweiligen Sprache handfeste Kenntnisse. Etwa seit 1980 spricht die jüngere Generation wesentlich schlechter Deutsch oder Französisch. Es wäre abwegig, bei Niederländern Deutsch oder Französisch als selbstverständlich vorauszusetzen. Niederländer sind auch nicht besonders "sprachbegabt", sie haben als Sprecher einer kleinen Sprache jedoch eher das Bedürfnis, eine große Sprache wie Englisch zu verwenden.

Einige Niederländer sprechen durch einen Migrationshintergrund weitere Sprachen. Die beiden größten Einwanderergruppen sind Marokkaner und Türken, dazu die Menschen mit indonesischem Hintergrund. Etwa die Hälfte der Marokkaner sprechen nicht Arabisch, sondern Berber, und unter den Menschen mit Vorfahren aus der Türkei sind viele Kurden. Die indonesische Gruppe teilt sich wiederum auf viele unterschiedliche Volksgruppen auf.

Kaufen[Bearbeiten]

Öffnungszeiten[Bearbeiten]

Geschäfte sind normalerweise von 9.00 h oder 9.30 h bis 17.30 h oder 18.00 h geöffnet, außer samstags. Dann schließen die meisten Geschäfte schon um 17 Uhr. Am Montagmorgen sind die meisten Geschäfte, mit Ausnahme von großen Warenhäusern und Supermärkten, geschlossen. Am Donnerstagabend sind in den Großstädten die Geschäfte bis 21 Uhr geöffnet (koopavond), viele kleinere Ortschaften haben ihren koopavond am Freitagabend. Am Sonntag sind die Geschäfte in großen Zentren geöffnet, außer an besonderen Kaufsonntagen. An Feiertagen sind die Geschäfte geschlossen: 1.1.; Karfreitag; Ostern; 30.4.; 5.5.; Himmelfahrt; Pfingsten; 25. und 26.12.. Am Nikolausabend (5.12.) und Oudejaarsavond (31.12.) schließen die Geschäfte früher.

Viele Supermärkte haben in den letzten Jahren ihre Öffnungszeiten ausgeweitet. Die meisten öffnen um 9 Uhr, einige sogar um 8. Uhr oder 8.30 Uhr. Kleine Supermärkte schließen um 18 Uhr, die größeren Ketten bleiben bis 20 Uhr, einige bis 20.30 h, 21 Uhr oder 22 Uhr geöffnet. In Gegensatz zu anderen Geschäften sind Supermärkte oft am Montagmorgen geöffnet.

Die Banken in den Niederlanden haben unterschiedliche Öffnungszeiten. Die meisten Banken sind von Dienstag bis Freitag von 9-16 h und Montag von 13-16 h geöffnet. An sa und so sind die Banken geschlossen. Man kann dann auf die Grenzwechselstuben (GWK) an den größeren Bahnhöfen ausweichen.

Coffee Shops[Bearbeiten]

In den Niederlanden sind so genannte weiche Drogen wie Cannabis zwar nicht erlaubt, aber der Konsum und der Besitz werden unter Umständen geduldet. Erwischt die Polizei einen Konsumenten mit einer bestimmten geringen Menge, so führt dies zwar nicht zu einer Bestrafung, aber eventuell zu einem Eintrag in das polizeiliche Führungszeignis.

Das Konzept der niederländischen Drogenpolitik sieht vor, dass Interessierte diese Drogen in so genannten coffee shops konsumieren. Das sind in der Regel Cafés oder auch Einrichtungen, die mehr einem Hotel ähneln. Die genauen Regeln bestimmt die entsprechende Gemeinde. In den Niederlanden selbst gibt es starke Befürworter und Gegner der Duldungspolitik; in den vergangenen Jahrzehnten hat die Zahl der Coffee Shops abgenommen.

Das erste Kabinett von Mark Rutte (2010-2012) hatte angekündigt, dass der Besuch von Coffee Shops nur noch Einwohnern der Niederlande erlaubt sein solle (also auch ausländischer Wohnbevölkerung, aber nicht Touristen). Der Konsument hätte dann einen wietpas vorweisen müssen. Diese Idee wurde 2012 wieder zurückgenommen. Das neue Kabinett forderte aber die Gemeinden dazu auf, eine ingezetenenregeling zu handhaben, also nur Einwohnern der jeweiligen Gemeinde den Zutritt zu einem Coffee Shop erlauben zu lassen. Nicht alle Gemeinden halten sich daran.

Küche[Bearbeiten]

Grünkohl-stamppot mit rookworst

Die traditionelle Küche der Niederlande ist eher eintönig und von Arme-Leuten-Zutaten wie Kartoffeln geprägt. Das bekannteste dieser Gerichte dürfte der stamppot sein, eine Mischung aus Kartoffeln und einem Gemüse wie Endivien oder Grünkohl. Doch durch die Kolonialgeschichte und die Einwanderung der letzten Jahrzehnte kam mehr Vielfalt dazu. Eine Reihe typisch niederländischer Gerichte ist hier im Rezeptewiki zu finden. Niederländer essen in der Regel ihre warme Haupttagesmahlzeit am Abend, avondeten (Abendessen) genannt. Morgens gibt es ein ontbijt (Frühstück) und Mittags das lunch. Beides verbindet man in der Regel mit einem belegten Brot. Man darf also zu Mittag nicht zu viel erwarten.

Kaffee und Tee sowie alle Arten von nicht-alkoholischen Getränken gibt es in Koffiehuizen, tearooms oder lunchrooms. Ein Café entspricht eher einer deutschen Kneipe als einem deutschen Café mit Kaffee und Kuchen. Ein Coffee Shop hingegen ist eine Bar, in der es sogenannte weiche Drogen gibt. Wer niederländische Spezialitäten kennenlernen möchte, dem seien unter anderem Fischrestaurants und Pfannkuchen-Häuser empfohlen.

Seit einigen Jahrzehnten gibt es auch eetcafès, lunchrooms und snackbars, eine Stufe unterhalb der Restaurants angesiedelt mit geringerem Platzangebot und kleinerer Speisenauswahl. Snackbars sind teilweise nur Stände zum Konsum im Stehen. Als "Essen aus der Mauer" bezeichnet man die Wände neben Imbissstuben und -ständen, bei denen man nach Münzeinwurf einen Hamburger oder Ähnliches aus einem gläsernen Fach holen kann (ursprünglich bekannt unter dem Markennamen FEBO).

Chinesisch-indisch[Bearbeiten]

Häufiger vielleicht als in Deutschland isst oder bestellt der Niederländer Essen beim Chinees. Tendenziell ist der "Chinese" in den Niederlanden preisgünstiger, wobei es allerdings gehobene Restaurants und billige Ecken gibt. Normalerweise heißt Chinees in den Niederlanden Chinees-indisch und bezieht sich weniger auf die Volksrepublik China oder Indien als auf die ehemalige Kolonie Niederländisch-Indien, das heutige Indonesien. Die dortige chinesische Küche hat sich mit der indonesischen vermischt, was ihre Besonderheit ausmacht. Typisch ist der Einsatz von Saté oder das Schweinefleischgericht babi pangang: fritierte magere Schweinefleischstreifen. Schärfe bringt die Gewürzsoße sambal. Übrigens gibt es in fast jedem niederländischen Supermarkt eine Ecke mit Zutaten aus der "chinesisch-indischen" Küche.

Fast food und Wurstwaren[Bearbeiten]

Beispiel für ein patat oorlog: Zwiebeln und Mayonaise und Pindasaus (Erdnuss-Soße). Daneben eine Kalbfleisch-Krokette mit noch verpacktem Senf.

Typisch für niederländisches Fastfood sind neben friet (Pommes Frites, auch frietjes oder patat bzw. patatje genannt) Fleischreste-Verwertungen wie die frikandel. Mayonaise heißt übrigens frietsaus. Eine Portion Pommes mit frietsaus sowie kleinen, rohen Zwiebelstücken, und oft einer weiteren Soße, nennt man patat oorlog (wörtlich: Kriegspommes). Das genaue Aussehen dieses Schlachtfeldes ist regional unterschiedlich. Landestypisch ist patat (oder vieles andere) mit Satésaus, die aus Erdnüssen hergestellt wird. Bestellt man ansonsten etwas mit Saté, dann sind oft Fleischspieße mit Saté gemeint (meist Huhn oder Schwein).

Beliebt sind ferner Rindfleisch- oder vegetarische Kroketten; sie sind größer als die deutschen Kartoffelkroketten und entsprechen eher einer Wurst als einer reinen Beilage.

Currywurst oder Krakauer sollte man nicht erwarten, auch die niederländischen Bratwürste sind meist nicht so herzhaft und gewürzt wie die deutschen. Bockwürstchen heißen zwar knakworstjes, haben aber nicht die aus Deutschland bekannte knackige Bissfestigkeit. Die regionalen Wurstmacher scheinen eine Vorliebe für harte Dauerwurst zu haben. In ländlichen Gegenden kann man manchmal Pferdefleisch einfach im Supermarkt kaufen. Landesweit beliebt ist die Gelderse Rookworst (gekochte, geräucherte Wurst aus Gelderland). Sie wird aus magerem Schweinefleisch zubereitet und auf Brot, vor allem aber zum Mittagessen (etwa im stamppot) gegessen.

Möglichst frisch gefangenen Hering am Straßenstand verspeisen Niederländer roh, unter der Bezeichnung maatjeshering oder Hollandse Nieuwe (Holländischer Neuer, gemeint ist: Fang). Im Deutschen wird dies zu matjes verkürzt, was Niederländer ohne Deutschkenntnisse aber wohl nicht verstehen würden. Der Fisch ist traditionell aus Konservierungsgründen stark gesalzen und wird oft mit rohen Zwiebeln gegessen.

Gebäck[Bearbeiten]

Stroopwafels an einem Stand in Middelburg.

Brot (fast nur Weißbrot) und Kuchen gelten nicht gerade als beeindruckend, und auch Niederländer sind dieser Meinung. Auch wenn sie an ihren landestypischen Teigwaren festhalten, so halten sie eher Deutschland für das Land der großen Brotauswahl, aber vor allem der Kuchen. Trotzdem haben auch die Niederlande probierenswertes Gebäck und andere Naschwaren, wie die stroopwafels (Sirupwaffeln). Es gibt sie im Supermarkt, lekker' (lecker) sind sie jedoch vor allem frisch gemacht am Straßenstand.

Aus einem Supermarkt nimmt man außer stroopwafels eventuell mit:

  • Vla, eine Art Pudding in verschiedenen Geschmacksrichtungen,
  • Mergpijpjes, wörtlich Rückenmark-Röhrchen, die trotz des Namens aus Marzipan und Schaumcreme bestehen,
  • rondo's, ein Gebäck mit Mandelgeschmack.

Auch der spekulaas, die niederländische Variante des Spekulatius, ist das Ausprobieren wert, gehört aber eher in die Vorweihnachtszeit.

  • " Hagelslag" und " muisjes" sind Schokoladen- oder Zuckerstreusel, die Kinder gerne morgens auf dem Brot essen. Es gibt sie in zahlreichen Variationen.

Nachtleben[Bearbeiten]

Ein Nachtleben ist vor allem in den großen Städten und in Studentenstädten wie Groningen oder Nijmwegen zu erwarten. In den letzten Jahren war in den Nachrichten die so genannte uitgangsgeweld ein großes Thema, die Gewalt beim Ausgehen, wegen der sinnlosen Gründe dafür auch zinloos geweld genannt.

Unterkunft[Bearbeiten]

Es gibt viele Übernachtungsmöglichkeiten in verschiedenen Preisklassen in den Niederlanden.

Neben großen und teilweise auch ziemlich teuren Campingplätzen gibt es verschiedene Einrichtungen, die zwar den Komfort stark herunterfahren, aber auch ziemlich günstig im Preis sind. Dazu zählen Kamperen bij de boer (Zelten beim Bauern), vekabo und Stichting Vrije Recreatie (Stiftung Freie Erholung), die alle gegen einen Obolus ein Heft mit den Namen und Anschriften der beteiligten Bauernhöfe verschicken. Im Text mit KBB, VEKABO oder SVR gekennzeichnet.
Außerdem gibt es die Natuurkampeerterreinen (Naturzeltplätze) mit sehr unterschiedlichen Plätzen, meistens in schöner Natur gelegen, oft bei einem Landhaus oder in einer Försterei. Für € 15 kann man das Groene Boekje (Grünes Buch) beziehen, das die Naturzeltkarte erhält, mit der man auf den angeschlossenen Plätzen zelten darf. (Im Text mit NK gekennzeichnet.) Hervorzuheben sind in diesem Zusammenhang die Plätze des Staatlichen Forstamts Staatsbosbeheer. Diese liegen mitten in der Natur und sind zumeist sehr ruhig.
Eine besondere Art des Zeltens ist das Paalkamperen, "wildes" Zelten an dafür vorgesehenen Stellen. Komfort: ein Wasserhahn mit ungefiltertem Wasser, Kosten gibt es allerdings auch keine. Info: Vrij kamperen es nur auf niederländisch.) Ansonsten bleibt "wildes Zelten" in den Niederlanden natürlich streng verboten und ist dann auch ziemlich teuer. (€ 86, wenn man dann sofort einpackt und verschwindet).

Lernen[Bearbeiten]

Niederländische Bachelor- und Masterstudiengänge sind den deutschen Studiengängen gegenüber gleichwertig. In den Niederlanden gibt es sechs Universitäten mit einer breiten allgemeinbildenden Ausrichtung, drei Technische Universitäten, vier Universitäten mit einer speziellen Ausrichtung und vier Theologische Universitäten.

Allgemeinbildende Universitäten[Bearbeiten]

Technische Universitäten[Bearbeiten]

Universitäten mit speziellem Schwerpunkt[Bearbeiten]

Theologische Universitäten[Bearbeiten]

Die Universitäten halten in jedem Jahr einen Tag der Offenen Tür ab (Open dag) ab, an dem sich zukünftige Studenten über die jeweilige Bildungseinrichtung informieren können.

Arbeiten[Bearbeiten]

Feiertage[Bearbeiten]

Es gibt 8 gesetzliche Feiertage:

Termin Name Bedeutung
1. Januar Nieuwjaarsdag Neujahr
1. April 2013 Pasen Ostermontag
30. April Koninginnedag Geburtstag der Königin (tatsächlich der früheren Königin Juliana)
5. Mai Bevrijdingsdag Tag der Befreiung
9. Mai 2013 Hemelvaart Christi Himmelfahrt, 40 Tage nach Ostern
20. Mai 2013 Pinksteren Pfingstmontag, 50 Tage nach Ostern
25. Dezember Kerstdag 1. Weihnachtstag
26. Dezember Kerstdag 2. Weihnachtstag

Königinnentag[Bearbeiten]

30. April 2007: vrijmarkt im Amsterdammer Vondelpark

Der Königinnentag wird am 30. April begangen, dem Geburtstag einer früheren Königin. (Der 1. Mai ist hingegen kein Feiertag, dies eine europäische Besonderheit.) An diesem Tag besucht die Königin jedes Jahr eine andere Stadt, in der sie durch die Bevölkerung empfangen wird. Aber auch in den anderen Städten, auch kleinen, wird der Tag gefeiert. Tagsüber gibt es einen Flohmarkt (vrijmarkt) und später ein ausgelassenes Nachtleben.

Die von der Königin besuchte Stadt und vor allem die großen Städte sind am 30. April sehr voll, und die Abendnachrichten berichten oft von gestrandeten Besuchern, die durch das Chaos in den Öffentlichen nicht mehr nach Hause gekommen sind. Insbesondere Amsterdam ist dafür bekannt. Aber tagsüber sollte der Königinnentag in einer mittelgroßen Stadt auch für Touristen lohnenswert sein.

Totengedenken 4. Mai und Befreiungstag 5. Mai[Bearbeiten]

Da die deutschen Truppen in den Niederlanden am 5. Mai 1945 kapituliert haben (so die vereinfachte historische Erklärung), gilt dies als der Tag des Kriegsendes. Es gibt eine große Gedenkveranstaltung in Amsterdam und weitere im Land. Danach herrscht eher Volksfeststimmung mit Ständen und Musik. Dabei begehen manche Niederländer den Tag intensiver als andere.

Am Vorabend, also am 4. Mai, halten die Niederländer ab 20.00 Uhr zwei Gedenkminuten ab. Im ganzen Land herrscht dann Stille, und Telefonanrufe würden als grober Sittenverstoß angesehen werden. Züge und Busse bleiben stehen, nicht aber der sonstige Autoverkehr. Deutsche Touristen müssen am 4. und 5. Mai zwar nicht mit offenen Feindseligkeiten rechnen, sollten sich aber des Hintergrunds bewusst sein und nicht etwa laut am 4. Mai abends feiern.

Sinterklaas[Bearbeiten]

Sint und zwarte Piet

Der Nikolaus heißt in den Niederlanden Sinterklaas, oft mit de Sint abgekürzt. Sein Begleiter ist der zwarte Piet (schwarzer Peter). Sein Begleiter ist kein düsterer Knecht Ruprecht, sondern ein fröhlicher „Mohr“; der Darsteller schminkt sich also schwarz oder braun und hat ein historisch-orientalisches Kostüm an. Ein Sinterklaas wird oft von mehreren oder gar einer großen Anzahl von zwarte Pieten begleitet. (Niederländer mit dunklerer Hautfarbe äußern sich teilweise nicht sehr positiv über diese Tradition.)

An einem Samstag Mitte November kommt Sinterklaas auf einem Schiff in den Niederlanden an; die Legende will, dass er in Spanien wohnt. Diese Ankunft spielt sich jedes Jahr in einer anderen Stadt ab und ist ein großes Ereignis. Alte und junge Fans säumen die Straßen, laden zu Spielen ein, es herrscht Volksfeststimmung. Dies ist auch für Touristen interessant, allerdings ist es in der jeweiligen Stadt verständlicherweise immer sehr voll.

Das Fernsehen begleitet den Umzug des Sinterklaas, und auch sonst berichtet in diesen Wochen das Sinterklaasjournal vom Sinterklaas und den Umtrieben der schussligen zwarte Pieten. Stets scheint die Gefahr zu bestehen, dass die Geschenke für die Kinder verloren gehen.

In den niederländischen Familien wird der Sinterklaasavond (Nikolausabend) am 5. Dezember (Vorabend des 6. Dezember, dem Namenstag des Heiligen) begangen. Der goed heilig man (der gute, heilige Mann) kommt zu den Haustüren und verschenkt pepernoten, einen Keks, mit dem leider auch um sich geworfen wird. In den Niederlanden entsprechen Sinterklaas und der 5. Dezember dem, was in Deutschland der Weihnachtsmann und der Heilige Abend sind. Das gilt auch für die Geschenke, darum heißt der Abend auch pakjesavond (Päckchenabend). Später am Heiligen Abend (kerstavond, 24. Dezember) gibt es für die Kinder allenfalls noch ein kleines Geschenk.

Touristen werden selten die Gelegenheit haben, zu einem solchen Familienfest eingeladen zu werden. Aber es ist gut zu wissen, warum man am 5. Dezember keinen Spontanbesuch bei Niederländern machen sollte. Man muss sich auch nicht wundern, in der Sinterklaas-Zeit in den Geschäften mit Melodien berieselt zu werden, die man als deutsche Volks- und Kinderlieder kennt. Sie werden als Sinterklaas-Lieder in den Niederlanden verwendet, zum Beispiel Daar wordt aan de deur geklopt (Melodie vom Dummen Augustin) oder Zie ginds komt Sint Niklaas uit Spanje weer aan (Melodie Im Märzen der Bauer).

Schulferien[Bearbeiten]

Ähnlich wie in Deutschland kennen auch die Niederlande eine regionale Verteilung der Ferientermine: dafür gibt es die Regionen Norden, Mitte und Süden.

  • Weihnachtsferien 2011
Alle Regionen: 24.12.-8.1.
  • Frühlingsferien 2012
Norden: 25.2.-4.3.
Mitte + Süden: 18.-26.2.
  • Maiferien 2012
Alle Regionen: 28.4.-6.5.
  • Sommerferien 2012
Norden: 14.7.-2.9.
Mitte: 7.7.-26.8.
Süden: 30.6.-19.8.
  • Herbstferien 2012
Norden: 20.-28.10.
Mitte + Süden: 13.-21.10.
  • Weihnachtsferien 2012
Alle Regionen: 22.12.-6.1.

Sicherheit[Bearbeiten]

In den niederländischen Städten und Gemeinden lebt es sich genauso unsicher oder vergleichbar sicher, wie z.B. in deutschen Städten mit ähnlichen Bevölkerungsstrukturen.

Gesund bleiben[Bearbeiten]

Apotheken und Drogerien[Bearbeiten]

In niederländischen Orten gibt es relativ wenige Apotheken, weil ein niederländischer Kassenpatient seine eingetragene Stammapotheke hat. Der Preis für rezeptpflichtige Medikamente ist eher niedriger als in Deutschland.

Nicht rezeptpflichtige Arzneimittel wie Paracetamol kaufen die Niederländer in der Drogerie und seit einiger Zeit auch im Supermarkt. Auf dem Land, wo die Apothekendichte noch geringer ist als in der Stadt, leisten oft die Hausärzte zugleich Apothekerdienste.

Das Symbol für Apotheken ist entweder ein grünes, erleuchtetes, griechisches Kreuz oder die Giftschale von Hygeia mit der Äskulapschlange.

An einigen alteingesessenen Drogerien hängt noch das traditionelle Aushängeschild, das es so nur in den Niederlanden gibt: den Gaper, übersetzt ist es ein "Gähner", ein orientalisch wirkender Kopf mit weit herausgestreckter Zunge.

Klima[Bearbeiten]

Das Klima ist von der Nordsee geprägt. Das bedeutet milde Winter, milde Sommer. Es regnet häufig, aber meist nicht für längere Perioden. In der Provinz Limburg ist es meist deutlich wärmer.

Vorherrschende Windrichtung: Südwest (wichtig für die Planung von Radtouren!).

Respekt[Bearbeiten]

Marienkäfer als Symbol der Gewaltlosigkeit. In den vergangenen Jahren gab es einige spektakuläre Fälle von "Ausgehens-Gewalt" oder "sinnlose Gewalt", unmotivierte Gewalt Betrunkener im Nachtleben.

In den Niederlanden leben sowohl sehr konservative als auch sehr liberale Menschen, seit den vergangenen Jahrzehnten auch viele, die nicht in den Niederlanden selbst geboren sind. Es wäre falsch, sich von Klischees leiten zu lassen, die oftmals nur für große Städte gelten, wie die des Hippies, der alle Konventionen außer Acht lässt und Drogen nimmt. Es ist auch nicht so, dass beispielsweise Homosexuelle in jedem Ort der Niederlande völlig unbeschwert leben könnten.

Es ist angebracht, Unbekannte vorsichtshalber zu siezen und den Nachnamen zu verwenden, selbst wenn der Gesprächspartner vermutlich sofort Du und den Vornamen für selbstverständlich hält. Eine Vereinbarung wird meist nicht darüber getroffen. Touristen sollten sich nicht beleidigt fühlen, oder dies als mangelnden Respekt auffassen, sondern als landestypische Marotte. Ähnliches gilt für die Fluchkultur: Viele Niederländer halten Kraftausdrücke für selbstverständlich und harmlos, wobei man vor allem mit Bezug auf Genitalien und Krankheiten flucht. Es gibt allerdings auch Niederländer, die sich bessere Umgangsformen wünschen, und das sind nicht nur Ältere.

Vorsichtig sollte man als Tourist bei religiösen Themen sein: Die Niederlande kennen eine streng protestantische Bevölkerungsgruppe, die etwa acht Prozent ausmacht. Unnötig sind ferner Bemerkungen über die wenig beeindruckende geografische Ausdehnung des Landes oder über die niederländische Sprache und ihre Kehllaute.

Von den Ländern Europas gehören die Niederlande zu den wenigen, in denen Deutschkenntnisse recht weit verbreitet sind. Allerdings heißt das nicht, dass jeder Niederländer fließend Deutsch spricht oder gar versteht. Frage jemanden immer erst nach seinen Sprachkenntnissen, bevor du loslegst. Englisch sollte meist verstanden werden.

Deutsche in den Niederlanden müssen damit rechnen, dass sie mit antideutschen Vorurteilen konfrontiert werden. Manche Niederländer empfinden es als witzig, Deutschen den Hitlergruß zu zeigen. Dies hat nicht nur mit dem Zweiten Weltkrieg zu tun: Die kleinen Niederlande haben einen Minderwertigkeitskomplex gegenüber größeren Ländern. So ist es üblich, dem eigenen Land positive Eigenschaften und anderen (vor allem größeren Ländern) negative zuzuschreiben. Angeblich ist oder war es ein beliebter "Scherz", deutsche Touristen, die nach dem Weg fragen, in eine falsche Richtung zu schicken, oder den Lack von Autos mit deutschen Nummerschildern zu zerkratzen.

Post und Telekommunikation[Bearbeiten]

Nach der Privatisierung des Staatsbetriebes PTT (Posterijen, Telefonie, Telegrafie) 1989 in drei Betriebe (PTT Post, PTT Telecom und der bereits 1986 abgetrennten Postbank) wurden diese 1998 selbständig. Die ehemalige PTT Telecom geht jetzt weiter durchs Leben als Koninklijke KPN NV und ist noch stets der führende Dienstleister auf dem Telekomsektor der Niederlande.

Die PTT Post, 2002 umbenannt in TPG Post, wurde 2005 an das australische Postunternehmen Thomas Nationwide Transport verkauft. Seitdem nennt sich der Betrieb TNT Post. Eine der - auch für Touristen - signifikantesten Maßnahmen ist das Verschwinden der Postämter (postkantoren). Sie sind meist umgezogen in kleinere Räumlichkeiten und werden jetzt als TNT-postwinkel bezeichnet. Wie auch bei der DPAG werden neben den "normalen" postalischen Dienstleistungen jetzt viele Sachen verkauft, die es sonst im Schreibwarenhandel gibt. Die Öffnungszeiten wurden ausgedehnt auf die normaler Geschäfte. Schon seit vielen Jahren gibt es Postagenturen (postagentschappen) in Zigarrenläden, Schreibwaren- und Buchhandlungen oder Drogerien. Sie bieten eine eingeschränkte Palette von Dienstleistungen an. Ihre Öffnungszeiten entsprechen denen des betreffenden Ladens.

Postämter sind meist Mo - Fr 9-17 Uhr und Sa 9-13 Uhr geöffnet. Ab 2011 beträgt das Porto für Postkarten und Briefe ins europäische Ausland 79 Cent (bis 20 Gramm). Briefmarken gibt es aber auch in vielen Zeitschriftenläden und an den Schaltern im Eingangsbereich von größeren Supermärkten.

Es gibt auch noch andere Postdienstleister. Diese verfügen jedoch nicht über ein ausgedehntes Filialnetz und sind daher für den Reisenden eher uninteressant.

Achtung! Niederländische Briefkästen sind rot. Seit TNT geht das Rot zwar etwas ins orange, doch gelbe Kästen sind in den Niederlanden meist Abfallbehälter.


In den Niederlanden gibt es ebenso wie in Deutschland eine Auswahl an Mobilfunkanbietern. Neben T-Mobile und Vodafone gibt es noch die königliche KPN, Telfort und Hi!. Darüber hinaus bieten u.a. die Kaufhauskette HEMA oder der Supermarktkonzern Albert Heijn eigene günstige Mobilfunk-Prepaid-Angebote an. Wer auf der Suche nach einer Prepaidkarte für einen kurzen oder mittellangen Aufenthalt ist, und auch auf mobiles Internet in einigermaßen akzeptabler Geschwindigkeit nicht verzichten will (in den Niederlanden ist mobiles Internet eher noch langsam, UMTS und LTE findet man selten), dem sei das Startup *Bliep nahegelegt. Hier kann man täglich entscheiden ob man online sein will oder nicht, und auch Verbindungspreise sind akzeptabel.

Museumskarte[Bearbeiten]

Es gibt für das gesamte Land eine museumjaarkaart (MJK), mit der man in der Regel die angeschlossenen Museen (400) ein Jahr lang gratis besuchen kann. Für Sonderausstellungen kann ein zusätzlicher Betrag verlangt werden. Die museumjaarkaart ist bei den meisten angeschlossenen Museen erhältlich und kostet (2010) ab 25 Jahren € 39,95 zzgl. € 4,95 Verwaltungsgebühr. Bis 25 Jahren zahlt man € 19,95 zzgl. € 4,95 Verwaltungsgebühr. Das mag im ersten Moment happig klingen, bedenkt man aber die recht hohen Preise für die meisten Museen, hat man die Kosten meist sehr schnell wieder heraus. In den Texten sind die beteiligten Museen, die freien Eintritt gewähren, mit MJK gekennzeichnet.

Literatur[Bearbeiten]

  • Geert Mak: Niederlande. Mit einem Geleitwort von Helmut Schmidt und Richard von Weizsäcker. Aus dem Niederländischen von Gregor Seferens und Andreas Ecke. München: C.H. Beck, 2008

Weblinks[Bearbeiten]