Belgien
Belgien (niederl. België, fr: Belgique) liegt in Westeuropa und gehört zu den Beneluxländern. Es liegt an der Nordsee und grenzt an die Niederlande, an Deutschland, Luxemburg und Frankreich. Das Land wird geprägt durch den Unterschied des niederländischsprachigen Nordens und des französischsprachigen Südens. In der Mitte liegt die Hauptstadtregion Brüssel. Der Norden oder Nordwesten ist ein Flachland, wie die Niederlande, die übrigen Gegenden sind eher gebirgig.
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Lage
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Flagge
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| Kurzdaten | |
| Hauptstadt: | Brüssel |
|---|---|
| Staatsform: | Parlamentarische Demokratie mit konstitutionellem Monarchen |
| Währung: | Euro |
| Fläche: | 30.500 km² |
| Bevölkerung: | 10,8 Mio |
| Sprachen: | Niederländisch rd. 60 %, Französisch rd. 39 %, Deutsch rd. 1 % |
| Religionen: | Römisch-Katholisch 75 %, Andere 25 % |
| Stromnetz: | 230 V/ 50 Hz (Europäischer Stecker) |
| Telefonvorwahl: | +32 |
| Internet TLD: | .be |
| Zeitzone: | UTC +1 |
Inhaltsverzeichnis |
Regionen [Bearbeiten]
Belgien ist ein föderaler Staat. Seine drei Gliedstaaten (Regionen) heißen:
Unterhalb der Ebene der Gliedstaaten befinden sich die Provinzen.
Provinzen [Bearbeiten]
Flandern [Bearbeiten]
Wallonien [Bearbeiten]
Landschaften [Bearbeiten]
Die meisten Landschaften sind grenzüberschreitend zu den Nachbarstaaten:
- Die Nordseeküste schließt überwiegend Teile der westlichen Provinzen Flanderns ein.
- Das Zentralplateau bildet den überwiegenden Teil Belgiens, es ist Teil des Mitteleuropäischen Tieflandes.
- Die Mittelgebirge Ardennen und Eifel befinden sich im südlichen Teil Belgiens.
- Lorraine belge, der belgische Anteil am lothringischen Schichtstufenland, befindet im Südosten von Belgien (Teile der Provinz Luxemburg)
- Sonderlandschaften bilden die Flusstäler von Maas und Schelde; auch sie setzen sich in den Nachbarstaaten fort.
Gemeinschaften [Bearbeiten]
- Französische Gemeinschaft (rot)
- Flämische Gemeinschaft (gelb)
- Deutschsprachige Gemeinschaft (blau)
Städte [Bearbeiten]
- Antwerpen (ndl. Antwerpen; frz. Anvers)
- Brügge (ndl. Brugge; frz. Bruges)
- Brüssel (frz. Bruxelles; ndl. Brussel) - Hauptstadt.
- Charleroi
- Dinant
- Eupen
- Gent (ndl. Gent; frz. Gand)
- Lüttich (frz. Liège, ndl. Luik)
- Mons (frz. Mons, ndl. Bergen)
- Namur (frz.Namur, ndl. Namen)
- Ostende (ndl. Oostende; frz.Ostende)
| Städte von Belgien |
Weitere Ziele [Bearbeiten]
- Baarle - das belgisch/niederländische Grenzpuzzle
- Ronquières - ein Schiffshebewerk, bei dem die Schiffe über eine schiefe Ebene befördert werden
- Strépy-Thieu - das senkrechte Hebewerk
Geschichte [Bearbeiten]
Im Jahre 1830 kam es in den südlichen Provinzen des Königreichs der Vereinigten Niederlanden zum Aufstand gegen die Beherrschung durch den Norden. Aus diesen südlichen Provinzen und aus dem Westteil des Großherzogtums Luxemburg wurde das heutige Belgien. Seit Ende des 19. Jahrhunderts wurden die niederländischsprachigen Bewohner von Nordbelgien (Flamen genannt) sprachlich und kulturell selbstbewusster und forderten mehr Rechte vom Gesamtstaat.
Besonders seit den 1970er-Jahren kam eine Entwicklung in Gang, die 1993 aus Belgien einen föderalen Staat machte. Viele Belgier empfinden, dass sie de facto in zwei unterschiedlichen Ländern wohnen, mit wenig Interesse für die Vorgänge in der jeweils anderen Region. Nur noch wenige Politiker bezeichnen sich als ausdrücklich „unitarisch“, also auf ein einiges, zentralistisches Belgien ausgerichtet. Manche sagen, der König sei der letzte richtige Belgier.
Anreise [Bearbeiten]
Flugzeug [Bearbeiten]
- Der Hauptflughafen ist Brüssel National in Flughafen Brüssel-Zaventem bei Brüssel. Viele der günstigen Fluggesellschaften jedoch fliegen Charleroi im Südwesten von Belgien an, oft wird dieser Flughafen aber auch trügerischerweise Brüssel-Süd oder Brüssel-Charleroi genannt. Ein dritter größerer Flughafen ist der Internationale Flughafen Antwerpen (engl. Antwerp International Airport, nl. Internationale Luchthaven Antwerpen), von dem aber weit weniger Flüge starten und landen.
- Weitere grenznahe Flughäfen eignen sich zur Anreise nach Belgien: Lille, Luxemburg Stadt, Maastricht, Eindhoven
Bahn [Bearbeiten]
Von Frankfurt am Main fahren täglich über Köln 4 ICE nach Bruxelles-Midi. Außerdem fahren täglich von Köln über Brüssel Thalys nach Paris. Eine Verlängerung des ICE nach London ist für Ende 2013 vorgesehen.
Bus [Bearbeiten]
Auto [Bearbeiten]
Belgien besitzt eines der dichtesten Autobahnnetze Europas und ist dementsprechend leicht mit dem PKW erreichbar. Die Anreise aus Norddeutschland und dem nördlichen Ruhrgebiet erfolgt am besten über die E34-A67/ A21 via Eindhoven und Antwerpen. Kommt man über Köln nach Belgien, nimmt man am besten die E40-A3 bis Aachen und von dort aus entweder die weiter die E40-A3 Richtung Lüttich, um einfach die südliche Hälfte des Landes zu erreichen, oder die E314-A4/ A76/ A2 an Maastricht und Hasselt vorbei, um in den Norden des Landes zu gelangen. Wenn man aus Südwestdeutschland, Ostfrankreich oder der Schweiz anreist, fährt man am besten über die E411-A4 über Luxemburg und Namur.
Schiff [Bearbeiten]
- Es bestehen Fährverbindungen aus England nach Zeebrugge und Ostende. Es ist auch die seeseitige Anreise mit Sportbooten möglich.
- Die Flüsse Schelde und Maas sowie Binnenkanäle ermöglichen die landseitige Anreise mit Sport- und Freizeitbooten.
Fahrrad [Bearbeiten]
- In Belgien besteht ein akzeptables und ausgeschildertes Radwegenetz.
Mobilität [Bearbeiten]
Bahn [Bearbeiten]
Belgien hat das dichteste Eisenbahnnetz der Welt. Es gibt die Zugtypen IC, IR, P, L, CR, Thalys und ICE. Die IC-Züge (Intercity) sind zuschlagfrei sowie häufig modern und klimatisiert. IR-Züge (Interregio) sind oftmals sehr altmodisch eingerichtet, nicht klimatisiert und nur für Orte zu empfehlen, die nicht mit dem IC erreichbar sind. L-Züge (Lokalzüge) sind nicht klimatisiert und halten an jedem Bahnhof. In und um Brüssel fahren diese Züge als CityRail (CR). P-Züge sind zusätzliche Züge zur Hauptverkehrszeit, die häufig ähnlich oft wie IC- oder IR-Züge halten, manchmal jedoch auch öfter.
Der Thalys ist ähnlich wie der französische TGV ein Hochgeschwindigkeitszug und verbindet Amsterdam, Brüssel, Paris und Köln miteinander. Man muss für diesen Zug einen Zuschlag bezahlen, der eine Sitzplatzreservierung einschließt.
Für günstiges Reisen gibt es den RailPass. Dieser kostet 73,00 € in der 2. Klasse und 112,00 € in der 1. Klasse und gilt für 10 Fahrten zwischen 2 belgischen Bahnhöfen, Grenzübergänge ausgenommen. Der Rail Pass ist ab dem Kaufdatum 1 Jahr lang gültig und ist nicht personengebunden. Für Jugendliche unter 26 Jahren gibt es den Go Pass, welcher dem Rail Pass der 2. Klasse entspricht, aber nur 50,00 € kostet.
Wenn man über die Sprachgrenze fährt, sollte man beachten, dass Namen belgischer Orte immer in der Sprache der Region angezeigt werden, in der man sich gerade befindet. In Lüttich wird für einen Zug nach Antwerpen-Centraal als Ziel also Anvers-Central angekündigt, in Antwerpen für den Zug zurück nach Liège-Guillemins entsprechend Luik-Guillemins. In der zweisprachigen Region Brüssel stehen an einer Seite des Anzeigers die niederländischen, an der anderen Seite die französischen Namen.
Sprache [Bearbeiten]
Belgien ist offiziell dreisprachig. Der flämische Norden spricht Niederländisch (regionale flämische Dialekte) und der wallonische Süden Französisch. Im Osten von Wallonien gibt es ein deutschsprachiges Gebiet, das die Siegermächte des Ersten Weltkrieges von Deutschland abgetrennt hatten.
Die Hauptstadt Brüssel ist zweisprachig mit Französisch und Niederländisch. Jedoch spricht die überwiegende Mehrheit dort Französisch. Auch mit Englisch kann man sich eigentlich immer gut verständigen. Deutsch zählt zwar zu den drei offiziellen Landessprachen, ist aber außerhalb des deutschsprachigen Gebietes relativ wenig verbreitet.
Kaufen [Bearbeiten]
Schokolade/ Pralinen ganz edel von Galler, Godiva, Neuhaus oder etwas günstiger von Leonidas.
Küche [Bearbeiten]
- Pommes Frites mit einer riesigen Auswahl an Saucen in einer der vielen Imbissbuden (frz. Friterie, nl. Frituur, dt. Fritüre)
- Die Nationalgerichte Miesmuscheln mit Pommes Frites, Steak mit Pommes Frites und Salat und vieles mehr.
- Bier in allen möglichen Variationen. Wer es mag, auch mit Früchten (Kriek oder Framboise). Allerdings hat Bier in Belgien auch durchaus mehr als 10% Alkoholgehalt
- Schokolade und Pralinen
*Waffeln sind hier auch ein Nationalgericht und überaus bekannt.
Nachtleben [Bearbeiten]
Die Belgier feiern im allgemeinen nicht ganz so ausgelassen, wie man es hierzulande kennt. Vieles läuft etwas subtiler ab. Preislich ist das Niveau dem Deutschen sehr ähnlich, von einem Euro für eine Tüte Pommes bis zu nicht ganz so günstigem Filetsteak, eingebettet im 8-Gänge-Menü.
An vielen Ecken Belgiens befinden sich noch alte Kneipen und für die Jüngeren unter uns haben in den letzten Jahren viele Musik-Cafés (welche auch eher zur Gattung der Kneipen zu zählen sind) das Licht der Welt entdeckt.
Weniger charmant sind die Großraumdiscotheken, wie man sie in den großen Städten wie Antwerpen oder Brüssel antrifft. Die klassische Kleindisco auf dem Lande, wo viele Belgier ihre ersten Flirterfahrungen zu Hause wissen, sind außerhalb Brüssels leider so gut wie ausgestorben. Dennoch hat das Nachtleben in Belgien so seinen eigenen Charme. Belgien, das für seine Vielfalt an Bieren bekannt ist, gibt sich stets gastfreundlich. Beliebt sind z.B. Biere, denen Fruchtauszüge beigemischt sind, wie z.B. Kriek (mit Sauerkirschen). Auch das hochprozentige "Duvel" sollte probiert werden.
Unterkunft [Bearbeiten]
Lernen [Bearbeiten]
In der Internationalen Deutschen Schule Brüssel.
Arbeiten [Bearbeiten]
Bei der Internationalen Deutschen Schule Brüssel.
Feiertage [Bearbeiten]
| Termin | Name (nl) | Name (fr) | Bedeutung |
|---|---|---|---|
| 1. Januar | Nieuwjaarsdag | Nouvel An | Neujahrstag |
| 1. April 2013 | Paasmaandag/2de paasdag | Lundi de Pâques | Ostermontag |
| 1. Mai | Feest van de arbeid | Fête du Travail | Tag der Arbeit |
| 9. Mai 2013 | Hemelvaart | Ascension | Christi Himmelfahrt, 40 Tage nach Ostern |
| 20. Mai 2013 | Pinkstermaandag/2de pinksterdag | Lundi de Pentecôte | Pfingstmontag |
| 11. Juli | Dag van de Vlaamse Gemeenschap | Jour de la Communauté Flamande | Flämischer Feiertag |
| 21. Juli | Nationale Feestdag | Fête Nationale | Nationalfeiertag |
| 15. August | O.L. Vrouw Hemelvaart | Assomption | Mariä Himmelfahrt |
| 27. September | Dag van de Franse Gemeenschap | Jour de la Communauté Française | Wallonischer Feiertag |
| 1. November | Allerheiligen | Toussaint | Allerheiligen |
| 11. November | Wapenstilstand | Armistice | Waffenstillstand (1918) |
| 15. November | Dag van de Duitstalige Gemeenschap | Jour de la Communauté Germanophone | Tag der Deutschsprachigen Gemeinschaft |
| 25. Dezember | Kerstdag | Noël | Weihnachtstag |
Sicherheit [Bearbeiten]
Im allgemeinen ist Belgien recht sicher. Autodiebstähle kommen in Brüssel jedoch recht häufig vor und die Gegend um den Gare du Midi/ Zuidstation sollte nachts lieber gemieden werden.
Gesund bleiben [Bearbeiten]
Nicht erkälten und wenn doch etwas aus der Apotheke. Bei möglichen Nebenwirkungen fragen sie ihren Arzt oder Apotheker.
Klima [Bearbeiten]
Das Klima trägt in den der See benachbarten Ebenen einen fast britisch-ozeanischen Charakter. Hier ist es sehr feucht und nebelig und die Temperatur wechselt sehr schnell. Der Sommer bringt häufig Stürme, welche an Heftigkeit denen auf dem Meer in nichts nachstehen. Im Süden und Osten ist das Klima ein anderes. Die Luft wird reiner und ist weniger von Nebel gedrückt. Die Temperatur des Sommers und des Winters ist durch die Nähe der Gebirge auffallend verschieden, die Sommer sind heißer, die Winter kälter. Noch weiter östlich in den Ardennen herrscht vollkommenes Gebirgsklima.
Respekt [Bearbeiten]
Belgien ist ein sehr kompliziertes Land, wie die Einwohner auch gern zugeben. Als Tourist sollte man mit Bemerkungen zu dem Sprachen- und Kulturstreit vorsichtig sein. Die meisten Französischsprachigen lehnen die Unabhängigkeitsbestrebungen der Flamen scharf ab, die Flamen sind in ihrer Meinung geteilt. Wirtschaftliche Aspekte spielen dabei eine Rolle (der Norden ist reicher und muss Transferleistungen zahlen), wichtiger aber dürfte die Geschichte sein.
Im Sprachenstreit haben die Französischsprachigen nach dem Zweiten Weltkrieg gern die Tatsache instrumentalisiert, dass einige Flamen (um mehr Eigenständigkeit zu erreichen) mit den deutschen Besatzern zusammengearbeitet haben. Allerdings hat es collaboration auch unter Französischsprachigen gegeben. Eine der flämischen rechtsradikalen Bewegungen hat den grootdietse gedachte hochgehalten, also die Auffassung, Flandern solle sich an die Niederlande anschließen. Auch wegen der früheren Wahlerfolge des Vlaams Blok (seit 2004: Vlaams Belang), einer fremdenfeindlichen und separatistischen Partei, ist eine Diskussion über diese Themen ein regelrechtes Minenfeld.
Man bedenke, dass aus historischen Gründen in Flandern der Ausdruck nationalistisch oder nationaal weniger negativ angesehen wird als etwa in Deutschland. Die meisten "Flämisch-Nationalen", der harte Kern der Unabhängigkeitsbefürworter, würden es sich sehr verbitten, mit Rechtsradikalismus in Verbindung gebracht zu werden. Dies gilt besonders für die seit einigen Jahren sehr starke Nieuw-Vlaamse Alliantie, die aus einer sozialliberalen Partei entstanden ist.
Auch Anspielungen auf die Vorgänge um den Kindermörder Marc Dutroux werden in Belgien nicht gerade als witzig empfunden. Diese Vorgänge haben ganz Belgien schockiert und dem Ansehen des Landes großen Schaden zugefügt.
Im niederländischen Sprachraum gelten die Niederländer als eher laut und fordernd, die belgen (Belgier, gemeint sind meist die Flamen) als zurückhaltend und freundlich. Gemeinhin sollen sie auch traditioneller eingestellt sein.
Post und Telekommunikation [Bearbeiten]
Siehe unter der Rubrik "Sprache". Jedoch sollte es vermieden werden die regional "falsche" Sprache zu benutzen (z. B. Französisch in Antwerpen oder Niederländisch in Namur), vielmehr soll man zunächst in der jeweiligen Regionalsprache oder auf Englisch nach der gemeinsamen Sprachbasis suchen.

