Worms

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Worms ist eine Stadt im südöstlichen Rheinland-Pfalz mit knapp 82.000 Einwohnern am Rande der Region Rhein-Neckar. Bekannt ist Worms aufgrund seines Doms und der Nibelungensage.

Worms ludwigsplatz wv d schmidt 04 2005.jpg
Worms
Bundesland Rheinland-Pfalz
Einwohner ca. 82.000
Tourist-Information www.worms.de
06241-25045
Lage
Lagekarte von Deutschland
Reddot.svg
Worms

Hintergrund[Bearbeiten]

Worms ist eine der ältesten und geschichtsträchtigsten Städte Deutschlands und war im Mittelalter Ort zahlreicher Reichstage und wichtiger politischer Entscheidungen. Auf dem Reichstag zu Worms bekannte sich am 17. April 1521 Martin Luther zu seinen Thesen und begründete damit den Beginn der Reformation.

Durch die Lederindustrie gelangte die Stadt im Laufe des 19. Jahrhunderts zu einer Blüte (um 1900: 50.000 Einwohner).

Die Stadt wurde sowohl im 1689 in Folge des Pfälzischer Erbfolgekrieg durch französische Truppen als auch 1945 durch britische Bomber zertört. Diese Kriegsschäden sind leider bis heute spürbar, so dass die Stadt heute keine einladende Innenstadt mehr bietet.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Anreise[Bearbeiten]

Mit dem Flugzeug[Bearbeiten]

  • Selbstfliegern steht der Flugplatz Worms zur Verfügung, südlich des Stadtgebietes. Er ist bis 10 t zugelassen, ohne Anmeldung bis 5,7 t. Der Flugplatz ist jeweils 4 km von den Bahn-Haltepunkten Worms und Bobenheim-Roxheim entfernt.
  • Die nächstgelegenen Flughäfen sind Frankfurt Rhein-Main und Hahn.

Mit der Bahn[Bearbeiten]

Worms liegt an der Bahnstrecke Mainz-Ludwigshafen-Mannheim.

  • Fernverkehr - Die nächsten Fernverkehrshalte mit zahlreichen Anschlüssen sind Mainz im Norden, in 27 Minuten mit dem Regionalexpress erreichbar, und Mannheim (Fahrtzeit 25 Minuten mit der Regionalbahn) im Süden. Frankfurt (Flughafen und Hauptbahnhof) sind nur mit Umsteigen in über einer Stunde Fahrtzeit erreichbar. Einzelne Intercity-Züge halten übrigens direkt in Worms und auch ein ICE: Der ICE 991 verbindet ab 6:08 Uhr Worms mit Stuttgart, Ulm, Augsburg und München.
  • Nahverkehr - Der Hauptbahnhof ist Knotenpunkt für den regionalen Nahverkehr. Es bestehen Verbindungen nach Frankfurt am Main über Biblis, (werktags stündlich, sonntags alle zwei Stunden), nach Mainz, (werktags im Halbstundentakt sonntags und abends stündlich), nach Alzey und Bingen (täglich stündlich), nach Bensheim (werktags stündlich, sonntags alle zwei Stunden), nach Ludwigshafen und Mannheim (täglich im Halbstundentakt, ab 20 Uhr, stündlich bis Mitternacht).

Auf der Straße[Bearbeiten]

Worms ist über die Autobahnen A61 (Köln - Ludwigshafen; Abfahrten Worms-Nord und Worms-Zentrum), A6 (Saarbrücken - Mannheim; Abfahrt Ludwigshafen-Nord) und A67 (Darmstadt - Mannheim; Abfahrt Lorsch) sowie über die Bundesstraßen B9 (Mainz - Ludwigshafen) und B47 (Michelstadt - Worms) gut zu erreichen.

Mit dem Schiff[Bearbeiten]

Mit dem Fahrrad[Bearbeiten]

Von Ost nach West verläuft der Eisbachtal-Radweg, einer Teilstrecke des Barbarossa-Radwegs, welcher Worms mit Kaiserslautern verbindet, sowie dem „Pfrimm-Radweg“, der jetzt Zellertal-Radweg heißt. Gemeinsam mit dem Zellertal-Radweg verlaufen der Salierradweg]] und die „Hiwwel-Route“ entlang der Pfrimm. Der Salierradweg verbindet Worms mit Frankenthal, Bad Dürkheim und Speyer auf einem Rundkurs. Die „Hiwwel-Route“ zweigt in Monsheim nach Norden ab und führt durch die Rheinhessische Schweiz über die Hiwwel nach Alzey, Bad Kreuznach bis Bingen. („Hiwwel“ abgeleitet von Hügel, so werden in Rheinhessen „Berge“ genannt)

Auf der Hessischen Rheinseite beginnt an der alten Rheinbrücke der Hess. Radfernweg R9: Vom Rhein ins Land der Nibelungen über Lorsch und Heppenheim in den Odenwald.

Die Nord-Süd-Verbindung ist die Veloroute Rhein auf beiden Seiten des Rheins oder der Rhein-Radweg, der Worms mit Ludwigshafen und Mainz verbindet. Darüberhinaus ist die Rheinterrassenroute, zwischen Worms und Mainz, eine Nord-Südverbindung die nicht am Rhein entlang, sondern durch die Weinorte führt.

Mobilität[Bearbeiten]

Öffentlicher Nahverkehr[Bearbeiten]

Der Stadtverkehr wird durch mehrere Buslinien von der Gesellschaft Busverkehr RheinNeckar (BRN) bedient. Die BRN bedient auch die Vororte von Worms. Es gibt außerdem Nachtbus- und Ruftaxilinien. Die Wormser Straßenbahn ist seit 1956 stillgelegt.

Worms ist in den Verkehrsverbund RheinNeckar integriert.

Seit 2008 gelten in Richtung Bingen und Mainz auch die Tarife des Rhein-Nahe Verkehrsverbundes. Der benachbarte hessische Kreis Bergstraße gehört zum VRN-Gebiet. Für dessen benachbarte Gebiete in Hessen gilt der Übergangstarif zum RMV (Rhein-Main-Verkehrsverbund).

Fahrrad[Bearbeiten]

In der Innenstadt wurden in den letzten Jahren auf den wichtigen Straßen Mehrzweckstreifen und vor Ampelanlagen Vorbeifahrstreifen aufgebracht, viele Einbahnstraßen sind für Radfahrer in der Gegenrichtung geöffnet.

  • Fahrradparken: Die Parkhausbetriebs GmbH Worms bietet in zentraler Lage in der Innenstadt im Parkhaus am Dom eine Fahrradbox an. Die Box kann sowohl von Einzelpersonen als auch von Gruppen genutzt werden. Sie ist täglich von 06:30 bis 23:00 Uhr geöffnet und bewacht. Der Unkostenbeitrag beträgt 2.- € pro Fahrrad/Tag.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Worms besitzt auch heute noch nach Köln die größte Anzahl romanischer Kirchen in Deutschland. Trotzdem ist noch nicht einmal die Hälfte der mittelalterlichen Kirchenbauten erhalten geblieben. Insbesondere durch die systematische Sprengung der Stadt 1689 existieren heute wichtige Gebäude aus der Zeit Martin Luthers nicht mehr. Die Bombardierungen von 1945 haben weitere große Lücken in die historische Bausubstanz gerissen.

Kirchen und Gotteshäuser[Bearbeiten]

Worms besitzt heute noch sechs mittelalterliche Kirchen. Ursprünglich betrug die Zahl der Kirchen und Kapellen aber mehere Dutzend. Charakteristisch für Worms war die Existenz von jeweils einer Stifts- und einer Pfarrkirche direkt nebeneinander. Während die Stiftskirche nahezu ausschließlich den Belangen des jeweiligen Stiftskapitels diente, stand für die Gemeinde ein separater Kirchbau zur Verfügung. Von diesen Doppelanlagen ist heute nur noch eine einzige erhalten. Ursprünglich befand sich unmittelbar südlich des Doms die achteckige Johanniskirche, die zugleich Pfarr- und Taufkirche der Domgemeinde war. Auf der Nordseite der Stiftskirche St. Paulus befand sich die zugehörige Pfarrkirche St. Rupertus und auf dem heutigen Ludwigsplatz lag die zum Martinsstift gehörende Pfarrkirche St. Lampertus. Südlich der Liebfrauenkirche befand sich die kleine Amanduskirche, deren letzte Reste erst in den 1950er Jahren beseitigt wurden. Heute noch als evangelische Kirche erhalten ist St. Magnus, die dem benachbarten Andreasstift als Pfarrkirche beigeordnet wurde, als Bischof Burchard dieses in den Schutz der Stadtmauern verlegte. Alle diese Pfarrkirchen waren bzw. sind deutlich kleiner als die jeweiligen Stiftskirchen. Sie gingen weitenteils schon in der frühen Neuzeit zugrunde, einzig die architektonisch höchst reizvolle Johanniskirche wurde erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts abgerissen.

Dom "St. Peter"
Blick auf den Dom "St. Peter" von Süden (Panoramabild aus mehreren Aufnahmen). Vorne rechts eine Dommodell für Blinde zum Betasten. Im Bereich der mittig sichtbaren Baumgruppe befand sich die Kirche St. Johannis.
  • Dom St. Peter − Der Wormser Dom ist neben dem Dom in Speyer und in Mainz der kleinste der drei rheinischen Kaiserdome. Der heutige Kirchenbau entstand hauptsächlich in der Zeit von etwa 1130 und 1200 von Ost nach West. Der Bau ist eine doppelchörige Pfeilerbasilika im romanischen Baustil. Der Ostchor und das Querhaus werden heute als die ältesten Bauteile angesehen, auf die das Langschiff und - bereits deutlich spätromanisch - der Westchor folgten. Ungewöhnlich ist die Architektur des Ostchores, bei dem eine innere Apsis mit einer flachen Fassade kombiniert wurde. Neueren Erkenntnissen zufolge wurde die momumentale Fassade erst nachträglich dem apsidialen Chor vorgeblendet. Beide Choranlagen sind flankiert mit je zwei runden Treppentürmen. Die Apsis am westlichen Chor hat die Form eines Achtecks und ist mit Rosettenfenstern versehen. Durch die Spätfolgen des Dombrandes von 1689 war er Ende des 19. Jahrhunderts akut einsturzgefährdet und musste daher vollständig neu errichtet werden, wobei insbesondere außen nahezu ausschließlich originale Steine verwendet werden konnten. Diese originalgetreue Rekonstruktion gilt heute als eine der frühen Glanzleistungen des (damals so noch gar nicht existierenden) Denkmalschutzes. Das Hauptportal im südlichen Seitenschiff stammt aus dem 13. Jahrhundert. Die hier verwirklichte Kombination aus Wimperg und Fenster ist ungewöhnlich. Das heutige gotische Tympanon ist eigentlich die Rückseite des Tympanons des ursprünglichen romanischen Portals. Es wurde gewendet, so dass die (beschädigte) romanische Vorderseite heute vom Dominneren noch zu sehen ist. Vor dem zweiten, gegenüberliegenden Portal im nördlichen Seitenschiff soll sich der „Streit der Königinnen“ in der Nibelungensage abgespielt haben, als Kriemhild und Brunhild stritten, wer die Ranghöhere sei. Sie entfesselten damit den Mord an Siegfried und einen Krieg, der ihren eigenen Untergang bedeuten sollte. An den Dom wurde im Laufe der Zeit zahlreiche Kapellen angebaut: Im Süden, unmittelbar westlich des Hauptportals, befinder sich mit der Nikolauskapelle die größte dieser Seitenkapellen, die heute als Werktagskirche verwendet wird. Auch sie musste zu Beginn des 20. Jahrhunderts aufgrund von mangelhaften Fundamenten vollständig abgetragen und originalgetreu neu errichtet werden, wobei sie nach Westen hin um ein halbes Joch verlängert wurde. In der Nikolauskapelle befindet sich heute der spätgotische Taufstein aus der Johanniskirche. Die moderne Fenstervergkasung taucht den Raum in ein mystisches Licht. Zwischen Südportal und südlichen Querhausflügel befinden sich die ebenfalls gotischen Kapellenanbauten St. Anna und St. Georg aus der Zeit um 1300. Zwischen südlichem Querhausarm und südöstlichem Turm befindet sich die barocke Sakristei. Diese ist das Pendant zur bereits ins 11. jahrhundert zurückreichenden "Silberkammer" auf der Nordseite. Diese wurde im 13. Jahrhundert erhöht und eingewölbt, im 18. Jahrhundert schließlich nochmals tiefgreifend verändert. Westlich an den nördlichen Querhausarm schließt sich die Ägidien- oder Marienkapelle aus dem 14. Jahrhundert an, die heute noch eine farbenfrohe historisierende Ausmalung aus dem 19. Jahrhundert besitzt.
  • Liebfrauenkirche − Der heute dicht an der B9 gelegene Kirchenbau ist Namensgeber der gleichnamigen Weinlage "Liebfrauenmilch", inmitten derer die Kirche auch steht. Bereits zur Zeit der Franken stand hier eine Kapelle. Die heutige Kirche wurde ab 1300 errichtet und ist die einzige gotische Kirche in Worms. Sie gilt als eine der schönsten Kirchen ihrer Epoche am Mittelrhein. Seit einigen Jahren wird ihr Äußeres aufwändig saniert. Das Gotteshaus besitzt schöne moderne Glasfenster und einen barocken Orgelspospekt. Außerhalb der Gottestdienstzeiten ist nur der verglaste westliche Windfang zugänglich. Eine Bronzetafel am westlichen Kircheneingang beschreibt die Geschichte der Kirche.
  • Dreifaltigkeitskirche − Nachdem die früh mehrheitlich evangelisch gewordene Stadt bislang immer auf bestehende Gotteshäuser - insbesondere die Magnuskirche nahe dem Dom und die heute nicht mehr existierende Dominikanerkirche in der Nähe der Martinskirche - zurückgegriffen hatte, nahm man die schweren Verwüstungen der Stadt von 1689 zum Anlass, erstmals eine eigene evangelische Hauptkirche zu errichten. Da man fälschlicherweise annahm, das Auftreten Luthers 1521 habe im Gebäude der sog. "Münze" am Marktplatz stattgefunden, nahm man auf dem Gelände dieses 1689 vollkommen zerstörten Gebäudekomplexes den Bau einer "Reformationsgedächtniskirche" in Angriff, die 1725 geweiht wurde. Architektur und Konzeption der Kirche entsprachen sehr weitgehend der ebenfalls vom Architekten Villiancourt erbauten Katharinenkirche Frankfurt und der und heute noch originalgetreu erhaltenen Dreifaltigkeitskirche in Speyer. 1945 wurde sie bis auf die Umfassungsmauern völlig zerstört. Während die Kirche äußerlich originalgetreu wiederaufgebaut wurde, ist ihr Inneres 1955-59 von Otto Bartning konsequent modern neu gestaltet worden.
  • Pauluskirche − Auf den Resten eines römischen Kastells entstand zunächst eine Burg der Salier, die 1002 von Bischof Burchard zugunsten des neu errichteten Paulustifts geschleift wurde. Von der ursprünglichen Bausubstanz der dreischiffigen Basilika sind noch die Westtürme mit ihren markanten Steinhauben und die Giebelwand des Chores erhalten. Aus einer Umbauphase um 1230 stammen der Ostchor und der westliche Querriegel vor den Türmen. Das Kirchenschiff wurde nach seiner völligen Zerstörung 1689 als barocker Kirchensaal wiederaufgebaut. Ab 1802 dienten Stift und Kirche als Lagerräume, bis in ihnen 1880 das Paulusmuseum als Vorläufer des heutigen Stadtmuseums eingerichtet wurde. Dieses befindet sich seit 1929 in dem ebenfalls profanierten Stift St. Andreas nahe dem Dom. Seit 1929 ist das Paulusstift Sitz eines Dominikanerklosters. Die Klosterkirche, die nach der völligen Zerstörung des barocken Kirchensaals 1945 wiederaufgebaut wurde, ist für Besucher tagsüber geöffnet, das Dominikanerkloster kann nach telefon. Vereinbarung besichtigt werden, Tel.-Nr. 06241-920400
  • Martinskirche Der Legende nach wurde diese Kirche über dem Kerker errichtet, in dem der Heilige Martin zeitweilig eingesperrt war. Das heutige Kirchengebäude geht bis ins frühe 10. Jahrhundert zurück und weist trotz ganz anderer Größenverhältnisse große Ähnlichkeit zum Wormser Dom auf. 1265 wurde die Kirche nachträglich eingewölbt. Auch diese Kirche wurde 1689 stark zerstört und verlor ihre gesamte Ausstattung. Seit der Auflösung des Martinsstiftes 1802 ist die Kirche katholische Pfarrkirche. Nach erheblichen Zerstörungen durch die Bombardierungen 1945 erfolgte 1946/47 der Wiederaufbau, bei dem die östliche Chorwand aus statischen Gründen abgetragen und vollkommen neu aufgebaut werden musste. Die bis dahin erhaltene gotische Vorhalle im Westen der Kirche wurde in Unkenntnis ihres Alters beseitigt. Besonders sehenswert sind das reichgeschmückte romanische Westportal und der in der Grundsubstanz noch erhaltene Kreuzgang nördlich der Kirche.
  • Andreasstift Das bereits aus karolingischer Zeit stammende Andreasstift wurde 1020 von Bischof Burchard an seinen heutigen Platz direkt an der inneren Stadtmauer südlich des Domes verlegt. Ihre heutige Gestalt erhielt die Kirche um 1300 durch die gotischen Fenster. Der südliche Kreuzgangflügel wurde 1612 erneuert, der westliche stammt bereits von etwa 1200. Nach der Zerstörung 1689 wurden Kirche und Stiftsgebäude bis 1761 wiederaufgebaut. Seit 1802 wurden letztere als Lagerräume, die Kirche mit eingezogener Zwischendecke als Getreidespeicher und Garage für Feuerwehrwagen benutzt. 1930 wurde hier das vorher im Paulusstift angesiedelte Stadtmuseum neu eingerichtet, wofür Kirche und Stiftsgebäude von Grund auf wiederhergestellt wurden. Der Komplex überstand die Bombardierungen 1945 vergleichsweise gut, bedarf aber trotdem intensiver Sanierung, da die Bausubstanz insbesondere der Kirche über Jahrhunderte hinweg schlecht gepflegt wurde. Die heute als Ausstellungsraum ins Stadtmuseum miteinbezogene Kirche ist trotz ihres unscheinbaren Äußeren innen sehr sehenswert.
  • Synagoge − Das jüdische Gotteshaus setzt sich aus drei unterschiedlich alten Baukörpern zusammen und war ursprünglich in eine deutlich umfangreichere Bebauung eingebunden. Die Männersynagoge stammt von 1175, die rechtwinklig angebaute Frauensynagoge erst von 1213. Das westlich an die Männersynagoge anschließende sog. Raschi-Lehrhaus (Jeschiba) entstammt den Jahren um 1624, geht aber auf eine schon im Mittelalter bestehende Talmud-Hochschule am selben Platz zurück. Alle Gebäude wurden bei den Novemberprogromen 1938 angezündet, die dann noch stehenden Außenmauern wurden 1942 zum Einsturz gebracht. 1945 fielen Sprengbomben in den Trümmerhaufen, aus dem trotzdem zwischen 1958 und 1961 ein weitgehend originalgetreuer Wiederaufbau erfolgen konnte. Unmittelbar neben der Synagoge liegt die wieder freigelegte Mikwe von 1186, die ebenfalls zu besichtigen ist.

Schlösser und Paläste[Bearbeiten]

  • Schloss Herrnsheim – ursprünglich barockes Schloss, das 1792 schwer beschädigt wurde und aus den Ruinen im Empire-Stil errichtet wurde. · Park in Form eines Englischen Gartens mit Wiesenflächen, Waldstücken, Teichen und einer Insel.
    Im Stadtteil Herrnsheim ca. 5 km nordwestlich des Zentrums.

Bauwerke[Bearbeiten]

  • Nibelungenbrücke mit dem 53 m hohen Brückenturm − Die Nibelungenbrücke mit ihren ursprünglich zwei Tortürmen entstand zwischen 1897 und 1900. Übriggeblieben ist nur der Turm auf der Wormser Seite, der seit 1976 als Herberge der Pfadfinder genutzt wird. Die Brücke wurde 1953 neu errichtet und hat seit 2008 eine Parallelbrücke hinzubekommen. Bis Ostern 2013 wird die Nachkriegsbrücke saniert. In den drei Etagen unterhalb der Fahrbahn ist die Rheingütemessstation Worms untergebracht.
  • Reste der Stadtmauer - gut erhaltene Mauerstücke sind u.a. am Andreasstift sowie am Nibelungenmuseum zu finden.

Denkmäler[Bearbeiten]

Hagendenkmal an der Rheinpromenade
  • Lutherdenkmal − Der Bau erinnert an Martin Luther, der 1521 auf dem Reichstag in Worms auftreten musste.
  • Ludwigsdenkmal − Das auf dem Ludwigsplatz stehende Mahnmal wurde 1895 für den hessischen Herzog Ludwig IV. erbaut.
  • Hagenstandbild − Es zeigt die grimmige Hauptfigur der Sage, wie er gerade den Schatz der Nibelungen im Rhein versenken will. Das Standbild wurde 1905 geschaffen. Es steht seit 1932 an der Rheinpromenade neben dem Brückenturm. Beachtenswert ist an diesem Denkmal, dass Hagen, der gerade den Nibelungenschatz im Rhein versenkt, den Schatz verkehrt hält. Eigentlich müsste er nach hinten fallen, da er den Schatz auf der rechten Schulter trägt, das Standbein aber links ist.

Museen[Bearbeiten]

  • Nibelungenmuseum - modernes Museum in der alten Stadtmauer, das mit moderner Technik die Nibelungensaga dem Besucher näher bringt. · Geöffnet: Di. − Fr. von 10 − 17 Uhr, Sa., So. u. Feiertag von 10 − 18 Uhr. · Eintritt: 5,50 €, Kinder/Jugendliche: 3,50 €, Familien: 13,- € (Stand Jan. 2012) . · Tel.: 06241 - 20 21 20 , Fischerpförtchen 10.
  • Stadtmuseum im Andreasstift - u. a. Sammlung zur Stadtgeschichte. · Geöffnet: Di - So von 10 - 17 Uhr, Eintritt: 2,- €, Jugendliche: 1,- €, Sonderausstelung: 3,- € (1,50 €). · Tel.: 06241-94639-0, Weckerlingplatz 7, unweit südlich des Doms.
  • Jüdisches Museum im Radschi-Haus in der Hinteren Judengasse 6 − Geschichte der Wormser jüdischen Gemeinde von ihren Anfängen vor über tausend Jahren bis zum Ende der nationalsozialistischen Herrschaft, sowie Darstellung der wichtigsten Feiertage im Jahresablauf und Einblick in die religiösen Gebräuche. · Geöffnet: April - Okt.: Di. - So. von 10 - 12.30 und 13.30 - 17 Uhr, Nov. - März: Di. - So. von 10 - 12.30 und 13.30 - 16.30 Uhr. Eintritt: 1,50 €, Jugendliche: 0,80 €. · Tel.: 06241 - 853 47-01 u. - 07

Straßen und Plätze[Bearbeiten]

Ludwigsplatz mit Kirche St. Martin
  • Ludwigsplatz - Der Platz ist ein beliebter Treffpunkt in der Stadtmitte. Das auf dem Platz stehende Ludwigsdenkmal wurde 1895 für den hessischen Herzog Ludwig IV. erbaut. Ferner liegt die Kirche St. Martin am Platz.
  • Obermarkt - schöner Platz an der Fußgängerzone; Brunnen mit Schicksalsrad.
  • Marktplatz mit Dreifaltigkeitskirche und Relief "Siegfrieds Einzug" am Haus zur Münze (1910 erschaffen).

Parks[Bearbeiten]

  • Karl-Bittel-Park - der im Volksmund "Pfrimmpark" genannt wird, wurde 1898 im Englischen Gartenstil angelegt. Der Namensgeber und Schöpfer des Parks, Karl Bittel, lebte lange Jahre in New York und ließ sich bei der Anlage des Wormser Parks vom Central Park inspirieren. Der Park liegt in den Stadtteilen Worms-Hochheim und Worms-Pfiffligheim. Das Ochsenklavier ist eine einzigartige Steinquader-Furt, sie wurde im Jahre 1898 im Flussbett der Pfrimm, als Verbindung zwischen den damals noch eigenständigen Gemeinden geschaffen.
  • Der Albert-Schulte-Park war ursprünglich 1840 als "neuer Friedhof" angelegt worden und 1874 wurde er, wegen der Bahnhoferweiterung zum Park. Überbleibsel aus der Friedhofsnutzung sind heute noch zu sehen.
  • Tierpark und Stadtpark - liegen ca. 3 km südlich der Stadt

Verschiedenes[Bearbeiten]

Jüdischer Friedhof "Heiliger Sand"[Bearbeiten]

Der "Heiliger Sand" ist der ältester jüdische Friehof auf deutschem Boden und auch in Europa. Ein "Gründungsdatum" ist hier nicht überliefert, der älteste vor Ort erhaltene Grabstein ist der von Jakob ha-bachur und stammt aus dem Jahr 1076. Damit gilt der Friedhof auch als der älteste jüdische in Europa. Der Friedhof war mit Sand bestreut, der aus Jerusalem nach Worms geschafft worden war.

Jüdischer Friedhof "Heiliger Sand", Willy-Brandt-Ring, 67547 Worms. Sommerzeit 8-20 Uhr, Winterzeit 8 Uhr bis Einbruch der Dunkelheit, an jüdischen Feiertagen (Sabbat) geschlossen Lage der Eingangs: 49° 37' 47" N 8° 21' 24" O (ein paar Meter südlich des Kreisels auf der rechten Seite des Willy-Brandt-Rings)

Aktivitäten[Bearbeiten]

Stadtrundgänge[Bearbeiten]

Veranstaltungen und Feste[Bearbeiten]

  • Rheinradeln − Autofreier Sonntag am 5. Mai 2013 von 10 − 18 Uhr zwischen Worms und Oppenheim, 25 km auf der alten B9 durch das Rheintal.
  • Nibelungen-Festspiele - Jährliches Theaterfestival auf der Freiluftbühne vor dem Wormser Dom. 05. - 21. Juli 2013


Einkaufen[Bearbeiten]

Es gibt zwar eine Fußgängerzone mit zahlreichen Geschäften - meist jedoch im Billigsegment angesiedelt. In der Friedrichstraße, Ecke Korngasse, befindet sich außerdem die Kaiser-Passage: ein Einkaufscenter mit einigen bekannten Bekleidungsunternehmen und Gastronomiebetrieben.

Wer in Worms nicht fündig wird, kann auf das Rhein-Neckar-Zentrum in Viernheim oder die Fußgängerzonen in umliegenden Städten wie Alzey, Darmstadt, Frankenthal oder Mannheim ausweichen.

Küche[Bearbeiten]

Als Tourist muss man etwas suchen, bis man ein Restaurant findet. In der Innenstadt findet man eher die Dönerstände und Schnellimbisse.

Unterkunft[Bearbeiten]

Für alle Übernachtungen ist eine Kulturabgabe von 1 bis 3 € pro Person fällig, je nach Höhe des Übernachtungspreises

Günstig[Bearbeiten]

Mittel[Bearbeiten]

Gehoben[Bearbeiten]

Leider gibt es bei den Hotels in Worms mit gehobener Ausstattung keine Klimatisierung der Zimmer.

  • Parkhotel Prinz Carl, Prinz-Carl-Anlage 10-14, 67547 Worms, Tel.: +496241 308-0, Fax: +49 6241 308-309, E-Mail: info@parkhotel-prinzcarl.de. EZ 80 €, DZ 120 €. Gepflegtes Hotel, leider keine Klimaanlage, WLAN nur in den Konferenzräumen
  • Dom Hotel, Obermarkt 10. DZ 102 €Hotel im Stil der siebziger Jahre. Zentrale Lage und verfügbare Parkplätze in der Nähe des Hotels.

Gesund bleiben[Bearbeiten]

Post und Telekommunikation[Bearbeiten]

  • Deutschlandweite Vorwahl im Festnetz: 06241

Ausflüge[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Radwanderkarte Rheinhessen Süd - Landkreis Alzey-Worms - Die Radwanderkarte des ADFC Worms im Maßstab 1:30.000 stellt das südliche Rheinhessen auf 6 Touren vor. Die Tourenvorschläge sind sowohl in der Karte eingetragen wie auch in einem Beiheft beschrieben: 1. Auflage 2009 ISBN 978-3-931273-52-1; Preis: 7 Euro; Blattschnitt der Karte. Die Karte ist im Verlag Meki-Landkarten / Pfungstadt erschienen und kann dort auch direkt bestellt werden.

Weblinks[Bearbeiten]

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