Zugspitze
Die Zugspitze im Wettersteingebirge ist mit einer Höhe von 2.962 Metern der höchste Berg Deutschlands und Grenzgipfel zu Österreich. Es gibt drei Bergbahnen, die zum Gipfel führen.
Inhaltsverzeichnis |
Orte [Bearbeiten]
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Lage
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| Daten | |
| Höhe: | 2.962 m |
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Talorte in Oberbayern (Werdenfelser Land, Garmischer Talkessel) sind:
- Grainau (750 m): Zugspitzdorf und Höhenluftkurort;
- Garmisch-Partenkirchen (700-800m): Kurort und internationales Tourismus- und Wintersportzentrum;
Talorte in Nordtirol (Außerfern, Ehrwalder Becken) sind:
- Ehrwald (994 m): Wintersportgemeinde zu Füßen der Zugspitze;
- Lermoos (1004 m): Urlaubsgemeinde und Wintersport;
Hintergrund [Bearbeiten]
Politisch gehört die Zugspitze zu den Gemeinden Garmisch-Partenkirchen und Grainau in Oberbayern und zu Ehrwald im Tiroler Oberland.
Die Zugspitze ist ein Grenzberg zu Österreich, sie wird als höchster deutscher Gipfel gewertet, weil die historische Erschließung der Gipfelregion überwiegend von der deutschen Seite vom Zugspitzplatt aus erfolgte.
Neben der touristischen Infrastruktur befinden sich auf dem Gipfelplateau noch verschiedene Sendeanlagen (unter Anderen bayerischer und österreichischer Rundfunk) und verschiedene Forschungseinrichtungen (Max-Planck-Institut, Fraunhofer Institut) sowie die Wetterstation des Deutschen Wetterdienstes im Wetterturm am Münchner Haus.
Touristikgeschichte [Bearbeiten]
- vor "nur" 70 Mio Jahren: Die nördlichen Kalkalpen falten sich im Erdzeitalter des Tertiär auf. Aus Sicht der Geologen sind sie ein junges Gebirge. Die Täler entstanden durch Gletscher der Eiszeit. Die geologische Schichtung des Massivs hat die Eigenheit, dass ältere Schichten (Wettersteinkalk) über jüngere Schichten (Kreide) geschert wurden; sichtbar oberhalb des Eibsee und von Ehrwald aus in der Region zwischen Ehrwalder Alm und Gamskar.
- vor ca. 3700 Jahren: Die Zugspitze ist noch Klarer "Dreitausender". Dann bricht in einem gigantischem Felssturz der komplette damalige Gipfel ab, und stürzt im Bereich der heutigen Zugspitzseilbahn vom Eibsee zu Tal. Die Bruchstücke der damaligen Naturkatastrophe liegen heute in Grainau und Hammersbach verteilt auf den Almen. Das Ereignis passierte noch ursächlich ohne die menschenverursachte Klimaerwärmung, die heute mit dem einhergehenden Rückgang des Permafrostes und einem Festigkeitsverlust im Fels auch den aktuellen Gipfel bedroht. Der Gipfel wird daher seit August 2007 mit Probebohrungen und in den Fels eingebrachten Sensoren elektronisch überwacht.
- 1590: Die Zugspitze wird in einer Beschreibung der Grenzen der Grafschaft Werdenfels noch als "Der Zugspiz" erstmals urkundlich erwähnt.
- um 1770: Erste "Landkarte" von der Zugspitze (zu Besichtigen im "Alpinen Museum" des DAV in München). Der Weg durch das Reintal auf das Zugspitzplatt und ein "Gang-Steig" vom Zugspitzplatt bis in den Gipfelbereich und auf der anderen Seite zum Eibsee ist bereits einskizziert.
- 1820: Die Zugspitze wird von drei Personen gemeinsam das erste Mal offiziell bezwungen. Leutnant Josef Naus, gebürtig in Leschaschau im Außerfern und in Diensten der bayerischen Armee (Kartographierung Bayerns nach der Erhebung zum Königreich) mit Diener Maier und dem Partenkirchner Führer Joh. Georg Teuschl erreichen den Gipfel über die Route durch das Reintal.
Von Januar bis April 2009 musste das Gipfelkreuz zum ersten Mal renoviert werden - durch die extremen Witterungsverhältnisse wurde die ursprüngliche Vergoldung zum Blassgelb abgestumpft. Der Abtransport auf das Zugspitzplatt erfolgte mit Hubschrauber, der Weg in das Tal mit der Zahnradbahn.
Die Restaurierung erfolgte in Lenggries durch den Metallrestaurator Gerhard Eiblmeier, am 22. April 2009 wurde das Kreuz mit Hubschrauber vom Platt zum Gipfel zurückgeflogen und wieder aufgestellt.
- 1851: Karl Kiendl, Förster vom Vordergraseck, leitet eine Expedition zum Gipfel: Das erste Gipfelkreuz wiegt 150 Kilogramm und wird von insgesamt 29 Mann auf den Gipfel getragen und aufgestellt, damals noch auf dem Westgipfel.
- 1873: Der erste Fußweg durch das Reintal zum Berg wird offiziell eingeweiht.
- 1882 Das erste Gipfelkreuz, bereits von Blitzschlägen stark geschädigt, wird im Tal renoviert und dann auf dem Ostgipfel neu aufgebaut, da die Verankerung am Westgipfel sich wegen der verwitterten Gesteinsstruktur als problematisch erweist.
- 1897: Bau des "Münchner Hauses" auf dem Gipfel (erstes Übernachtungshaus). Anbau des meteorologischen Turms zur Wetterbeobachtung, Eröffnung 1900.
- 1907: Planungen zum Bau einer Zahnradbahn werden aufgrund finanzieller Probleme und dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges nicht umgesetzt.
- 1923/ 24: Die bayerische Regierung verweigert den Bau der Zahnradbahn aus Naturschutzgründen. Auch der Deutsche Alpenverein steht dem Projekt kritisch gegenüber.
- 1926: Österreich weiht eine Luftseilbahn von Ehrwald zur Zugspitze ein .
- 01.04.1928: Baubeginn der Zahnradbahn (Konkurrenzprojekt zur österreichischen Seilbahn).
- 08.07.1930: Eröffnung der Zahnradbahn auf die Zugspitze zum Schneefernerhaus.
- 1945: das Schneefernerhaus wird von den amerikanischen Truppen als "Recreation Facility" beschlagnahmt.
- 1952: Wiedereröffnung des Schneefernerhauses. Das Haus wird heute als Forschungsstation genutzt.
- 1963: Die deutsche Luftseilbahn vom Eibsee auf den Gipfel geht in Betrieb.
- 1985: Ein neuer Zahnradbahntunnel zur Skistation "Sonn Alpin" wird in Angriff genommen.
- 1987: Der 975 m lange "Rosi-Tunnel" geht in Betrieb (benannt nach der bekannten Ski-Läuferin Rosi Mittermaier-Neureuther). Die Zahnradbahn kann durch die Baumaßnahme sowie den Kauf neuer Triebwagen im Wettbewerb mit den Seilbahnen mithalten, da Skitouristen eine schnelle und günstige Beförderung auf den Berg erwarten.
- 1993 Das allererste Gipfelkreuz hat nach insgesamt 142 Jahren Standzeit irreparable Schäden aus Wind, Wetter und Freudenschüssen amerikanischer Soldaten nach Kriegsende, das heutige Gipfelkreuz wird aufgestellt. Das alte Gipfelkreuz kann im Werdenfelser Heimatmuseum in Garmisch-Partenkirchen besichtigt werden.
- 2009: Die Zugspitze ist sicherlich ein "verbauter Berg", aber durch die Konzentration des Alpintourismuses auf das Wettersteingebirge konnte manch weiteres Erschließungsprojekt (z.B. am Watzmann) in den Bayrischen Alpen mit verhindert werden. Der Vorteil der "maschinierten Zugspitze" ist, dass jedermann ohne alpine Kenntnisse den höchsten Berg des Landes "befahren" kann. In keinem anderen Alpenland ist dies möglich.
Gletscher [Bearbeiten]
An der Zugspitze werden derzeit drei der insgesamt fünf bayerischen Gletscher gezählt:
Schneeferner [Bearbeiten]
Der Plattacher- oder Schneeferner auf dem Zugspitzplatt im Atlas Tyroliensis (1774, Geländeaufnahme um 1762) ist die erste zeichnerische Darstellung eines bayerischen Gletschers, er hatte damals eine Ausdehnung von zeitweise bis zu ca. 300 ha.
Die Gletscherfläche wurde aber bereits im 19. Jahrhundert deutlich kleiner, um das Jahr 1900 teilte sich der Gletscher in einen nördlichen und einen südlichen Teil, ein ehemaliger östlicher Teil ist mittlerweile komplett verschwunden. Verblieben sind heute noch ca. 30 ha Fläche für den Nördlichen Schneeferner, er ist damit nach Fläche und auch Volumen der größte Gletscher in Bayern. Der südliche Schneeferner hat noch rund 5 ha Fläche.
Höllentalferner [Bearbeiten]
Der Höllentalferner befindet sich nördlich der Zugspitze im Höllental und hat noch ca. 25 ha Fläche.
Anreise [Bearbeiten]
Auf der Straße [Bearbeiten]
- Ab München: Autobahn A 95 Richtung Garmisch-Partenkirchen. Ab Farchant weiter auf der B23 Richtung Ehrwald (Fernpaßroute). Bei Grainau hinauf zur Talstation der Eibseebahn. Hier gibt es einen Großparkplatz.
Mit der Bahn [Bearbeiten]
Auf der Strecke München - Innsbruck (auch Fernverkehr) bis zum Intercity-Bahnhof Garmisch-Partenkirchen. Hier besteht direkter Anschluss zur Zahnradbahn auf das Zugspitzplatt. Mit der Gipfelseilbahn geht es dann weiter zur Zugspitze.
Die Auskunft der Deutschen Bahn kennt übrigens auch den Fahrplan der Zugspitzbahn. Als Zielbahnhof "Zugspitze Bf Zugspitzplatt, Garmisch-Partenkirchen" eingeben. Eine Preisauskunft mit Zahrradbahnstrecke ist allerdings nicht möglich.
- An den Winter-Wochenenden werden von der deutschen Bahn ab München Kombitickets bis zum Platt und incl. Tagesskipass angeboten (Erwachsene 45.- €, Stand 2010).
Mobilität [Bearbeiten]
Bergbahnen [Bearbeiten]
Die bayerische Zugspitzbahn betreibt die Eibsee-Seilbahn zum Gipfel (erbaut 1963) und die Zahnradbahn vom Hauptbahnhof Garmisch-Partenkirchen zum Tunnelbahnhof am Zugspitzplatt mit Seilbahnanschluss zum Gipfel.
- Eibsee-Seilbahn Eibsee-Gipfel: Fahrtzeit ca. 10 min:
- Preisbeispiel Erwachsene Sommersaison: Einfache Fahrt: 26,50 €;
- Preisbeispiel ZugspitzCardGold - 3 Tage: 73 €;
- Die Zahnradbahn ab Garmisch-Partenkirchen (via Grainau, Hammersbach, Eibsee) zum Zugspitzplatt); Fahrzeiten: Garmisch-Partenkirchen - Zugspitzplatt: ca. 58 min; Gipfelseilbahn: ca. 3,5 min.
- Fahrpreise Erwachsene Sommersaison ab Station Eibsee: wie Eibseeseilbahn;
- Die österreichische Seilbahn führt von Ehrwald zum Gipfel (erste Bahn bereits 1926 errichtet; die neue Bahn besitzt einen Technikschauraum in der Talstation); Fahrzeit ca. 7 min;
- Preisbeispiel Fahrpreise Erwachsene Sommersaison: Einfache Fahrt: 23,00 €; Berg- und Talfahrt: 34.- €;
- Z-Ticket für 7 Tage: Erwachsene: 65 €,
- Preise Skipass Winter 2010 / 2011: Tageskarte Erwachsene 38,00 € (deutsche und österreichische Seilbahn).
Weitere Preisinfos zu Sonderpreisen für Kinder und Gruppen, auch zu Ermäßigungen, siehe bei den Bahnen unter Weblinks. (Stand: Winter 2010)
Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]
- Gipfel - Auf dem Ostgipfel der Zugspitze steht das bekannte, goldene Kreuz, es stammt aus dem Jahre 1993.
- Der Ostgipfel ist genau 2962,06 m hoch, der übrige Gipfelbereich und der ehemalige Westgipfel ist zugebaut. Für den stark frequentierten, mit Stahlseilen und Eisensprossen gesicherten Zugang von der Besucherplattform auf den Ostgipfel sind neben festem Schuhwerk Schwindelfreiheit und Trittsicherheit erforderlich. Auf den paar Metern der kurzen Strecke ist wegen des Andrangs immer mit Gegenverkehr zu rechnen.
- Die tiefste deutsche Landstelle liegt übrigens genau 3,54 m unter dem Meeresspiegel (zu finden in der Wilster Marsch östlich von Brunsbüttel).
- Aussichtsplattformen - Die deutsche und die österreichische Zugspitzbergbahn betreiben zu ihrer jeweiligen Bergseite hin Aussichtsplattformen, die den ganzen Gipfelbereich der Zugspitze (mit Ausnahme des Ostgipfels) erschließen. Von hier kann man gefahrlos das überwältigende Panorama in alle Himmelsrichtungen genießen. Der Blick reicht, bei entsprechender Witterung, über 200 km weit nach Süden in die Zentralalpen vom Großglockner in den Tauern bis zur Wildspitze in den Ötztaler Alpen im Westen und nach Norden in das Alpenvorland bis nach München und darüber hinaus. Das Preisniveau der Gastronomiebetriebe (deutsche Zugspitzbahn, österreichische Zugspitzbahn und auch Münchner Haus) korrespondiert dabei auch mit der Höhe des Berges und übertrifft sogar die Kosten für Auffahrt und Gastronomie der oben sichtbaren Dreitausender.
- Berghütte Münchner Haus - Das Unterkunftshaus des Münchner Alpenvereins war 1879 der erste Bau auf dem Westgipfel. Das Haus ist im Sommerhalbjahr geöffnet. Die Beobachtungsstation des deutschen Wetterdienstes ist an das Münchner Haus angebaut, siehe auch den Abschnitt Unterkunft;
- Erlebnismuseum "Faszination Zugspitze" - Das Museum der Tiroler Zugspitzbahn befindet sich in der Bergstation.
- Schneefernerhaus (2650 m) am Fuß des Südhangs vom Zugspitzplatt zur Zugsitze.
- Eröffnet im Jahre 1931 als das damals höchstgelegene Hotel Deutschlands und seinerzeit die Endstation der Zahnradbahn der bayerischen Zugspitzbahn.
- Ein Lawinenabgang am 15. Mai 1965 vom Hang zur Zugspitze forderte zehn Menschenleben und hatte viele Schwerverletzte zur Folge. Das Unglück stoppte den weiteren Ausbau des Hotelbetriebs und war der Anlass zur Einführung des staatlichen Lawinenwarndienstes in Bayern im Jahre 1967. Die Eröffnung der Gletscher-Seilbahn vom Zugspitzplatt (Sonn-Alpin) zum Zugspitzgipfel im Jahre 1992 bedeutete das Ende des Hotels, der Bahnhof der Zahnradbahn wurde zur Station Sonn-Alpin verlegt.
- Heute dient das Gebäude als Forschungsstation für Umweltbundesamt und das Konsortium "Umweltforschungsstation Schneefernerhaus" (UFS) bestehend aus dem Deutschen Wetterdienst, der Technischen Universität München und weiteren Forschungszentren. Die Klimaforscher finden hier wegen der sauberen und nahezu Abgasfreien Luft optimale Bedingungen vor. Vom siebten Stock des Schneefernerhauses führt ein mehrere hundert Meter langer Gang, der sogenannte "Kammstollen", in den Fels der Zugspitze bis unter den Gipfelbereich und bietet optimale Bedingungen zur Erforschung des Permafrosts.
- Höllentalklamm bei Hammersbach/ Grainau - wilde Klamm mit Wasserfällen, Laufstege mit Brücken über die reisende Klamm, Treppen und engen Tunnels;
- Vom gebührenpflichtigen Parkpklatz in Hammersbach (753 m) bei Graiau an der B23 Richtung Ehrwald in ca. 1 ½ h bis zur Eingangshütte (1047 m, bewirtschaftet) am Klammende, in ca. 1 h durch die Klamm bis auf 1193 m am Klammanfang; nochmals ca. 1/2 h bis zur bewirtschafteten Höllentalangerhütte (1381 m) im Talboden des idyllischen Höllentalangers mit Zugspitzblick; Regenbekleidung hilfreich;
- Geöffnet von Ende Mai (je nach Schneelage) bis Oktober; Höllentaleingangshütte: Tel. 08821/ 8895; im Winter wegen akuter Lawinengefahr unzugänglich;
- Eintritt Erwachsene: 3.- €, ermäßigt 1.- € (DAV-Mitglieder);
Aktivitäten [Bearbeiten]
Besteigung [Bearbeiten]
Für den konditionsstarken "Hobbybergsteiger" kommen drei Anstiege auf den Gipfel in Frage:
Anstieg durch das Höllental [Bearbeiten]
Die Route durch das Höllental zum Gipfel wurde am 26. September 1876 von Franz Tillmetz, Franz Johannes mit den Führern Johann und Joseph Dengg zum ersten Mal begangen.
Der Anstieg ist eine der schönsten und abwechslungsreichsten Bergfahrten in den Ostalpen und für den ambitionierten und erfahrenen Bergwanderer bei entsprechenden Randbedingungen (günstiges Wetter) eine Freude. Zu beachten für die Bergtour ist:
- Trittsicherheit und Schwindelfreiheit ist unbedingt erforderlich.
- Die Gesamtlänge des Anstiegs (ab der Höllentalangerhütte Höhenunterschied ca. 1581 m, siehe Abschnitt Unterkunft) für die eine entsprechende Kondition Voraussetzung ist; man sollte beachten, dass der kraftraubende Klettersteig am Schluß der Tour zu bewältigen ist. Der eine oder andere wird auch die absolute Höhe spüren, die Zugspitze ist knapper Dreitausender.
- Der besonders im Spätsommer bereits stark ausgeaperte Ferner (Steigeisen oder wenigstens Grödel sind dann oft erforderlich; Spalten können vermieden werden, wenn man sich in der Mitte des Gletschers auf der wegen des starken Andrangs meist gut gelegten Spur hält);
- Im Klettersteigbereich gibt es die extreme Gefährdung durch Blitzschlag bei Unwetter. Der Gipfel sollte bei nicht ganz sicherem Wetter (von Westen her aufziehende Gewitter sind im Höllental nicht sichtbar!) möglichst früh (14.00 Uhr) erreicht werden.
- Am Rastplatz vor dem Gletscher auf dem Geröll der Moräne ist Steinschlag aus den Felsen des Waxensteinkamms möglich: Helm aufsetzen!
- Richtzeiten: vom Parkplatz in Hammersbach/ Grainau (758 m) in ca. 2 h auf die Höllentalangerhütte (1381 m). Dort ist eine Übernachtung empfohlen; von der Höllentalangerhütte zur Rückseite des Talgrunds, über Schrofen und Scharten, Eisenklammern und die "Leiter" zum "Brett", dann in in Felsengelände und über den mühsamen Schotter der Moränenhügel zum Höllentalferner. Mit den Steigeisen über den nicht zu steilen Gletscher (einige Spalten!), an der Randkluft nach dem Ablegen der Steigeisen direkt in den Klettersteig (der untere Einstieg mit Eisenklammern wurde wegen des zurückgehenden Gletschers ausgebaut; im späteren Sommer wird man wegen der Ausaperung oft den oberen Einstieg wählen). Gehzeit bis zum Klettersteig ca. 3-4 h ab der Höllentalangerhütte. Weiter über den gut versicherten Klettersteig (bei Gewittergefahr: nicht einsteigen), nochmals ca. 3 h bis zum Gipfel (Stand Sommer 2007).
- wer auch wieder in das Höllental absteigen will, sollte, zur Vermeidung von Gegenverkehr, den Zeitablauf so planen, dass er den Bereich des Klettersteigs vor dem Ansturm der Gipfelaspiranten aus der Höllentalangerhütte bereits wieder verlassen hat.
- die letzte Seilbahn von der Zugspitze zum Eibsee ist um 16.40 Uhr und sollte tunlichst erreicht werden, wenn man nicht übernachten oder zu Fuß wieder absteigen will.
Anstieg durch das Reintal [Bearbeiten]
Start am Skistadion in Partenkirchen, dann durch die Partnachklamm. Anschließend über Forstwege zur Bockhütte (bewirtschaftet, keine Übernachtung), bis zur Reintalangerhütte (bei einer Übernachtung im Rahmen einer Zwei-Tage-Tour Anmeldung erforderlich!). Bis hierher kaum Höhengewinn, aber sehr lange Wege. Nach der Reintalangerhütte hinauf zur Knorrhütte (2053m), die Wegvariante "Felsensteig" führt am "Veitsbründl" (Quelle) vorbei. Nach der Knorrhütte zunächst steiler Anstieg, dann leichter über das Zugspitzplatt rechter Hand ("Weißes Tal"). Neue Markierungen und Orientierungsstangen (2008), dennoch kann es bei Nebel erhebliche Orientierungsprobleme geben. Beim "Sonnalpin" (Bergstation der Zahnradbahn) über den versicherten einfachen Klettersteig, der über die "Sandreiße" (Schotterhang) am Schneefernerhaus vorbei auf den Zugspitzgrat und dann schließlich zum Gipfel führt - oder ab Sonnalpin mit der Gletscherbahn auf den Gipfel.
- Höhendifferenz 2205 m, Gesamtgehzeit 7 bis 10 h, ca. 22 km Wegstrecke; oder als Zwei-Tages-Tour (Übernachtung Reintalangerhütte oder Knorrhütte); längster und einfachster Gipfelanstieg.
Anstieg aus Österreich [Bearbeiten]
- Anstieg aus Österreich: leichter Klettersteig über die Wiener-Neustädter-Hütte auf teilweise gesicherter Route über den Zugspitz-Südwestgrat. Trittsicherheit und Schwindelfreiheit erforderlich, steinschlaggefährdet, bei Gewittergefahr unbedingt meiden;
- Route: Von Ehrwald-Obermoos (1225 m, Talstation der Tiroler Zugspitzbahn) über die Skiabfahrt oder von Ehrwald-Tal (1000 m) über den Georg-Jäger-Steig hinauf ins Gamskar, dann zu den Ehrwalder Köpfen, wo bei Stütze II der neuen Bahn die Trasse gequert wird (2070 m), zur Wiener-Neustädter-Hütte (2213 m). Nach der Querung des Österreichischen Schneekars beim "Stopselzieher", einem Naturkamin, Einstieg in den einfachen Klettersteig. An der aufgelassenen alten Station der Tiroler Zugspitzbahn (2830 m)erreicht man den Zugspitzkamm, von dort auf einfachem Steig zum Gipfel.
- Höhendifferenz ca. 1740 m ab Ehrwald-Obermoos; Gesamtgehzeit ca. 5 ½ h, kürzester Anstieg.
- Eine weitere einfache Anstiegsvariante aus Österreich ist der Zustieg aus Ehrwald über die Ehrwalder Alm und das Hochfeldernjoch zum "Gatterl", dann über den Plattsteig zur Knorrhütte und von hier aus weiter wie im Anstieg durch das Reintal von der deutschen Seite.
Wer trotz aller Vorsicht im Klettersteigbereich vom Gewitter erwischt wird; weg von der eisernen Versicherung/ Stahlseil: akute Lebensgefahr durch Blitzschlag!
Skigebiet Zugspitzplatt [Bearbeiten]
Als höchster Berg Deutschlands besitzt die Zugspitze auch das einzige deutsche "Gletscherskigebiet". Auch wenn vom Schneeferner auf dem Platt nicht mehr viel übrig ist, so besitzt das Skigebiet durch seine Höhenlage doch eine gute Schneesicherheit (Telefonansage zur Schneehöhe unter 08821-797979). Das Skigebiet ist direkt mit der Zahnradbahn zu erreichen (Station Sonnalpin) und zeichnet sich im Besonderen durch seine Lage in einer hochalpinen Kulisse aus. Von der sportlichen Herausforderung aus gesehen ist das Zugspitzplatt insgesamt als eher gemäßigt einzustufen: Bei gegebenen steileren Hängen in einem Gletscherskigebiet wird der Gletscherstrom hier meistens spaltig, diese steileren Bereiche der Gletscherskigebiete sind daher für Pistengäste in der Regel nicht zugänglich. An der Westseite zum Schneefernerkopf hin sind die Randhänge des Platts (Name !) auch etwas steiler.
Preisbeispiel Winterpreise Zugspitze (2009/2010): Tageskarte Erwachsene 37,00 € ;
- Zum Schneeferner - Der Gletscher ist bereits sehr stark abgeschmolzen. Ein wissenschaftlicher Fotovergleich ist hier im Gletscherarchiv zu finden. Weitere Infos findet man auch auf Bayerische Gletscher.
- Daten des Skigebiets - Das Gebiet hält 17 km Pisten zwischen 2000 und 2720 m bereit. Der obere Teil des Skigebiets liegt auf den Resten des Schneeferner. Die Skisaison dauert in der Regel bis Ende Mai und beginnt meist wieder Anfang bis Mitte November. Falls das Wetter mitspielt (was selten vorkommt) kann man auch schon ab Mitte Oktober wieder auf die höher gelegenen Pisten.
- Rodeln - Auf dem Schneeferner gibt es auch zwei Rodelbahnen: Hier kann man entweder mit dem eigenen Holzrodel auf Abfahrt gehen oder sich einen Schlitten auf Sonn Alpin ausleihen. Die Nutzung von Reifen, Schläuchen oder ähnlichen Geräten ist nicht gestattet.
- 1. Rodelbahn am Skilift "Schneefernerkopf" oberhalb Sonn Alpin: Mit einem Leihschlitten mit Fangriemen kann hier für die Bergfahrt der Skilift "Schneefernerkopf" genutzt werden. Danach geht es auf der 700 m lange Rodelbahn über etwa 120 Höhenmeter zurück nach Sonn Alpin.
- 2. Rodelbahn am Sessellift "Sonnenkar" unterhalb Sonn Alpin: Nördlich der 6er-Sesselbahn gibt es noch eine relativ neue Rodelbahn, die parallel zur Skiabfahrt Nr 9 verläuft. Sie besitzt bei rund 1,2 km Länge etwa 300 rasante Höhenmeter. Bergauf geht es wieder per Sesselbahn.
- SonnAlpin: Gletscherrestaurant im bayerisch-rustikalen Stil, Showküche, Glas-Rondell; auf dem Zugspitzplatt;
- Iglu-Dorf - In der Wintersaison 2005/ 2006 konnte man auf dem Zugspitzplatt erstmals im Iglu übernachten. Das Schneedorf besitzt sogar einen Whirlpool (siehe auch Igludorf).
Jubiläumsgrat [Bearbeiten]
Der "Jubiläumsgrat" (auch Jubiläumsweg oder Jubelgrat) ist der Verbindungsgrat von der Zugspitze (2962 m) über die Innere, Mittlere und Äußere Höllentalspitzen (2737 m, 2740 m, 2716 m), Vollkarspitze (2630 m) und Hochblassen (2706 m) zur Alpspitze (2628 m). Die Route erfordert die sichere Beherrschung des dritten Schwierigkeitsgrades der UIAA-Kletterskala und bleibt damit versierten Bergsteigern vorbehalten.
Neue Welt [Bearbeiten]
Die "Neue Welt" ist eine anspruchsvolle hochalpine Skiabfahrt und führt vom Schneefernerkopf mit 2000 m Höhenunterschied nach Ehrwald. Die Strecke hat Neigungen bis über 40 Grad und einen senkrechten Felsabbruch, der nur durch Abseilen in eine steile Rinne überwunden werden kann. Diese Abfahrtsroute bleibt daher ausschließlich hervorragenden Skifahrern vorbehalten und sollte nur mit entsprechender alpiner Erfahrung und/ oder in Begleitung eines Bergführers vorgenommen werden. Die beste Jahreszeit ist März/ April.
Unterkunft [Bearbeiten]
- Münchner Haus, (2964 m, DAV Sektion München), Bergsteigerunterkunft auf dem Gipfel der Zugspitze. Eine Reservierung ist an den Wochenenden nicht möglich, die Zuteilung der Lager erfolgt erst nach dem Betriebsschluss der Bahnen.
- 30 Matratzenlager; kein Trinkwasser, kein Waschraum und kein Trockenraum wegen Wasserknappheit (Gipfel !);
- Tel. +49 8821/ 29 01;
- Öffnungszeiten: Mitte Mai bis Ende Sept.; Info;
- Schneefernerhaus - die Umweltforschungsstation (ein ehemaliges Hotel am Südhang der Zugspitze auf 2600 m) ist eine internationale Forschungs- und Experimentierplattform, die nur Forschergruppen und Studenten der entsprechenden Fachrichtungen und für Tagungen zur Verfügung steht. Übernachtungsmöglichkeiten für Touristen bestehen nicht.
- Iglu-Dorf - In der Wintersaison 2005/ 2006 konnte man auf dem Zugspitzplatt erstmals im Iglu übernachten. Das Schneedorf besitzt sogar einen Whirlpool (siehe auch Igludorf).
- Höllentalangerhütte (1381 m, DAV Sektion München) im Höllentalanger;
- Bewirtschaftet: Ende Mai bis Oktober; „familienfreundlich“, an den Wochenenden in der Regel gut belegt; im Winter wegen akuter Lawinengefahr absolut unzugänglich;
- Tel.+49 / 8821 / 88 11; Postfach 1650, 82456 Garmisch-Part.; Info;
- Zustieg vom Parkplatz Hammersbach/ Grainau (770 m) durch die Höllentalklamm: ca. 2 h.
- Tourenmöglichkeiten: Zugspitze, siehe Anstiege vor; über die Riffelscharte und Riffelspitze (2262 m) zum Eibsee;
- Knorrhütte (2052 m, DAV Sektion München ) am oberen Ende des Reintals zum Zugspitzplatt.
- Bewirtschaftet: Juni bis September; "familienfreundliche" Führung.
- Tel.+49 / (0)8021 / 506756; mobil: +49 / (0) 179 6048 247; Am Zugspitzplatt, D-82467 Garmisch-Partenkirchen; Info.
- Zustieg: Vom Skistadion in Partenkirchen durch die Partnachklamm und das Reintal ca. 7 Std.; von der Ehrwalder Alm über das Gatterl ca. 4 1/2 Std. (Bergsteig, eine gesicherte Stelle).
- Wiener Neustädter Hütte (2209 m Österreichischer Touristenclub) im östereichischen Westhang der Zugspitze oberhalb von Ehrwald
- Bewirtschaftet: Anfang Juli bis Ende September; 25 Betten und 10 Lager
- Tel. 0676 / 4770925 (Info)
- Zustieg: von Obermoos über den Binderweg in 3 h (teilweise gesicherter Steig)
- Übergänge: Münchner Haus (Zugspitzgipfel) 2 1/2 - 3 h und Knorrhütte 3 1/2 h (beides teilweise gesicherte Klettersteige)
- Reintalangerhütte im Anstieg zur Zugspitze über das Reintal: siehe im Artikel zum Wetterstein;
Ortschaften mit Unterkunftsmöglichkeiten am Fuss der Zugspitze sind Garmisch-Partenkirchen mit dem Zugspitzdorf Grainau und Hammersbach in Deutschland sowie Ehrwald und Lermoos in Österreich.
Klima [Bearbeiten]
Das Klima der Zugspitze als knapper "Dreitausender" ist hochalpin und hat nichts mit dem Klima an der Talstation der Bergbahn zu tun. Am Gipfel sind starker Wind, schnelle Wetterwechsel, Nebel infolge der Wolken und plötzliche Gewittern möglich, die Temperaturen sind auch im Sommer immer erheblich niedriger als im Talbereich.
Eine winddichte Jacke oder Anorak und ein Pullover sollten von jedem mitgeführt werde, der die geschützte Bergstation der Seilbahn verlassen will und sich länger im Außenbereich der Besucherplattformen aufhalten möchte. Das gilt auch für heisse Tage im Hochsommer.
- Wettervorhersage - 4-Tagesvorhersage der Meteomedia AG von Jörg Kachelmann für die Zugpsitze
Literatur [Bearbeiten]
- Bernd Ritschel, Tom Dauer : Faszinierende Zugspitze. Bruckmann, 2007, ISBN 3765445509, 143 Seiten (deutsch, auch in Englisch erhältlich).
- Charly Wehrle : Das Reintal: Der alte Weg zur Zugspitze. Panico-Verlag, 2010, ISBN 978-3936740011, 238 Seiten. 19,80€
- Marc Ritter : Kreuzzug. Droemer, März 2012, ISBN 978-3426226186, 560 Seiten. Thriller: Attentäter sprengen den Tunnel der Zugspitzbahn, den Mast der Seilbahn und nehmen die 5000 Besucher auf dem Gipfel als Geisel.
Karten [Bearbeiten]
- Alpenvereins Karten (1:25.000) Blatt 4/1, 4/2, 4/3, (für Bergsteiger);
Weblinks [Bearbeiten]
- Seite der Bayrischen Zugspitzbahn Bergbahn AG: Infos zur Luftseilbahn und zur Zahnradbahn
- Seite der Tiroler Zugspitzbahn: Infos über die österreichische Seilbahn von Ehrwald
- Verkehrsamt Garmisch-Partenkirchen
- Münchner Haus des Alpenvereins;
- Tourismus-Service-Zugspitzland