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Santorini

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Santorin
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Santorini, griech. Σαντορίνη, ist eine Inselgruppe der Kykladen. Ihre Hauptinsel mit dem griechischen Namen Thira (griech. Θήρα) ist wohl das beliebteste touristische Ziel der Kykladen, nicht nur wegen der schönen Strände, sondern in erster Linie wegen der weltweit einmaligen Schönheit ihrer Dörfer am Rand eines Vulkankraters.

Regionen[Bearbeiten]

Das Archipel besteht aus fünf Inseln.

  • Thira, (griech. Θήρα), hat eine Fläche von 79 km², auf ihr leben mehr als 13.000 Einwohner. Die Westseite von Thira ist geprägt durch eine steil abfallende Küste am Rand des ehemaligen Vulkankraters, die Ostseite dagegen neigt sich langsam zum Meer, an ihrer Küste gibt es lange Strände mit dunklem Lavasand. Höchste Erhebung der Insel ist das Kalkmassiv des Profitis Elias mit einer Höhe von 567 m.
  • Thirasia (griech. Θηρασία), ist mit rund 9 km² Fläche die zweitgrößte Insel, auf ihr leben nur wenige 100 Menschen. Auch Thirasia hat auf der Innenseite zur Caldera eine steil abfallende Küste.
  • Aspronisi (griech. Ασπρόνησι) ist eine kleine unbewohnte Insel. Der Name bedeutet weiße Insel und leitet sich ab von einer über 50 m dicken Bimsschicht.
  • Paléa Kaméni bedeutet alte Verbrannte. Die Insel tauchte erstmals 197 v.Chr. aus dem Meer, sie ist bis auf einen Einsiedler unbewohnt.
  • Néa Kaméni, die neue Verbrannte, kam erstmals 1570 als Mikri Kameni über die Wasseroberfläche. Nach mehreren Vulkanausbrüchen erhielt die unbewohnte Insel 1950 ihre heutige Größe und Gestalt.

Orte[Bearbeiten]

  • Firá - Hauptort direkt am Kraterrand. Eigentlich heißt der Ort wie die Insel Thíra, aber die ehemaligen osmanischen Herrscher haben das "th" wie ein "f" ausgesprochen und anders betont.
  • Oía - gesprochen Ia, der Ort liegt am Kraterrand im Inselnorden, die Sonnenuntergänge sind Legende.
  • Kamari - Badeort im Südosten der Insel in der Nähe des Flughafens.
  • Perissa - Badeort im Süden der Insel
  • Akrotiri - das "Pompeii der Ägäis", berühmt durch die Ausgrabungen
  • Pyrgos - Bergdorf in der Inselmitte, älteste noch bestehende Ansiedlung
  • Megalochori - recht ursprünglich gebliebenes Dorf im Süden der Insel

Weitere Ziele[Bearbeiten]

Karte von Santorini

Hintergrund[Bearbeiten]

Aus der Geschichte[Bearbeiten]

Besiedelt war die als "Kalliste" (die Schönste) und "Strongyle" (die Runde) bekannte Insel bereits im 3. Jahrtausend v. Chr. von den aus Kleinasien stammenden Karern. Ihnen folgten die Minoer. Zu jener Zeit waren die Inseln Thira, Thirassia und Aspronisi noch miteinander verbunden und bildeten einen beinahe kreisrunden Ring, der nur an der heutigen Südwestspitze bei Akrotiri zum Meer geöffnet war und eine Lagune umschloss, in deren Mitte ein kleiner Berg aus dem Wasser ragte. Dieser entpuppte sich als gefährlicher Vulkan, er brach zwischen 1630 und 1600 v.Chr. aus, die "minoische Eruption" beendete die Besiedlung abrupt. Von ihrer einst fast kreisrunden Form bleibt nur ein sichelförmiger Kraterrand erhalten, bedeckt mit einer meterhohen Schicht von Vulkanasche und Bims. Die Caldera des Vulkans stürzte in sich zusammen, ihr Kraterrand fällt steil ab und reicht mehrere hundert Meter in die Tiefe.

Einige Jahrhunderte später siedeln hier die Dorer, sie bezeichneten die größere Insel nach ihrem Anführer als Thira, die kleineren Inseln als Thirasia und Aspronisia. Aber der Vulkanismus blieb aktiv: im Jahr 197 v.Chr. erhob sich erstmals eine Lava-Insel aus der Mitte der Caldera.

Etwa um 1200 kamen die Venezianer auf die Insel. Auf sie geht der Name Santorini zurück nach einer Kirche, die Santa Irene geweiht war. Vom 16. Jahrhundert bis zum 19. Jahrhundert war die Insel unter osmanischer Herrschaft, 1834 kam sie zum damals neu gegründeten griechischen Staat.

Vulkanismus[Bearbeiten]

Der Vulkanismus ist auf Santorin immer noch aktiv. Im 16. und 18. Jahrhundert erhoben sich zwei weitere Inseln aus dem Meer, sie vereinigten sich 1925 zur Insel Néa Kaméni, deren Schwefeldämpfe heute noch von der Aktivität im Untergrund zeugen. Und dieser Vulkanismus verursachte 1956 ein Erdbeben, bei es in allen Orten der Insel große Zerstörungen gab. Der Ort Mesa Gonia wurde fast völlig zerstört, seine Bewohner wurden umgesiedelt und gründeten den Ort Kamari.

Bedingt durch die Vulkanasche der minoischen Eruption haben sich auf Santorin einige Besonderheiten ausgebildet, die man nur auf dieser Kykladeninsel findet. Die Häuser der Ortschaften am Kraterrand sind großteils als Höhlenwohnungen angelegt: sie wurden einfach in den weichen Tuffstein gegraben, die Vorderseite wurde mit einem gewölbten Dach und einer Mauer verschlossen. Der ausgegrabene Bims war als Baumaterial zu gebrauchen, er wurde bis in die Mitte des letzten Jahrhunderts noch abgebaut und gehandelt. So wurde z.B. der Hafen von Port Said am Suezkanal mit Bims aus Santorini gebaut.

Wasserversorgung[Bearbeiten]

Bezüglich der Wasserversorgung hat Santorini ähnliche Probleme wie die meisten anderen Kyklandeninseln: es gibt kein Quellwasser. Regenwasser wird in Zisternen gesammelt, es gibt keine zentrale Wasserversorgung. Ein Großteil des Wassers kommt aus Tiefbrunnen, es wird mit Tankwagen ausgeliefert. Allerdings ist es so salzhaltig, dass es nur als Brauchwasser zum Waschen oder Duschen geeignet ist. Seit einigen Jahren gibt es bei Firá eine Meerwasserentsalzungsanlage, um die für den Tourismus notwendigen Wassermengen kostengünstig zu gewinnen. Dieses Wasser ist in Flaschen erhältlich. Daher gilt für Santorini die Regel:

  • Wasser aus der Leitung ist kein Trinkwasser. Man kann es jedoch bedenkenlos zum Waschen und Zähneputzen verwenden.

Landwirtschaft und Weinbau[Bearbeiten]

Auch der Anbau von landwirtschaftlichen Produkten, insbesondere von Wein, wird naturgemäß beeinflusst vom Wasserhaushalt und von der Bodenbeschaffenheit. Die Böden sind eine Mischung aus Kalk, Schiefergestein und vulkanischen Erden, sie haben nur wenig Humus und sind wasserdurchlässig. Wichtigstes landwirtschaftliches Produkt ist der Wein in vielen Variationen. Bedingt durch die trockenen Böden kann man nur recht wenige Rebstöcke anbauen, die Pflanzen beziehen einen Großteil ihres Wassers aus der Luftfeuchtigkeit und dem morgendlichen Tau. Die Rebstöcke werden oft kranzförmig gezogen und bilden im Laufe der Zeit Körbe, der Ertrag liegt trotz aller Bemühungen oft unter 35 hl pro Hektar. Angebaut werden überwiegend weiße Trauben, meist Assyrtiko. Bekanntestes Produkt ist der Vinsanto (nicht zu verwechseln mit dem italienischen Vin Santo). Für diesen Likörwein werden die Trauben nach der Ernte mehrere Tage in der Sonne getrocknet und erst danach gekeltert. Ein weiterer bekannter Wein ist der Nykteri, der über Nacht gekeltert wird. Auch der beim Keltern anfallende Trester wird weiterverarbeitet zu Raki oder Tsikoudia. Traditionelle Produkte sind auch die kleinen Santorini-Tomaten und ihre Verarbeitung zu einer Paste sowie die nur noch selten anzutreffenden weiße Auberginen.

Weitere Infos zu Weinbau und Landwirtschaft siehe Artikel Megalochori und Pyrgos

Sprache[Bearbeiten]

Amtssprache ist Neugriechisch, mit Englisch kann man sich jedoch gut verständigen.

Anreise[Bearbeiten]

Mit dem Flugzeug[Bearbeiten]

Der Flughafen Santorini IATA CodeJTR, ICAO CodeLGSR liegt im Osten der Insel Thira zwischen Monolithos und Kamari. Er wird täglich von Athen aus von Olympic Air und Aegean Airlines angeflogen, in der Saison 4-5 mal am Tag. Von anderen europäischen Flughäfen kommen dann auch Charterflüge auf die Insel, oft auch mit Zwischenstopp in Athen oder auf dem Flughafen in Chaniá auf Kreta.

Mit dem Schiff[Bearbeiten]

Die Fähren legen am Hafen Athinios an, einige Kilometer südlich von Firá.

Mobilität[Bearbeiten]

Das Busnetz ist sternförmig angelegt. Zentraler Punkt ist der Busbahnhof in Firá, von dort fahren regelmäßig Busse nach Oía, Kamari, Perissa, Akrotiri und zum Flughafen Santorini, vereinzelt auch nach Vlihada und nach Monolithos. Fahrkarten gibt es am Automaten oder beim Fahrer, der Preis für Kurzstrecken liegt bei 1,60€ (Stand 2012). Die Busfahrpläne wechseln in der Saison mehrmals, aktuelle Pläne sind auf der Internet-Seite des Betreibers KTEL.

Mietfahrzeug: In allen größeren Orten (Firá, Kamari und Perissa) Vermietung von Kleinwägen, Quads und Zweirädern. Aufgrund der geringen Entfernungen reicht ein Roller zur Erkundung der Insel meist aus. Schwach motorisierte Fahrzeuge sind jedoch an den oft hügeligen Straßen ein Verkehrshindernis.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

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  • Ausgrabungsstätte von Akrotiri. Nach einem Deckeneinsturz im September 2005 , bei dem ein Tourist ums Leben kam, wurde die Ausgrabungsstätte geschlossen. Am 10.04.2012 wurde sie wieder eröffnet. Typ ist Gruppenbezeichnung
  • Pyrgos. Typ ist Gruppenbezeichnung
  • Alt-Thira Ausgrabungsstätte. Auf dem 567 m hohen Profitis Elias. Typ ist Gruppenbezeichnung

Aktivitäten[Bearbeiten]

Santorini ist keine ausgesprochene Badeinsel, auch wenn es im Osten und Süden der Insel einige schöne Strände gibt. Die meisten von ihnen bestehen aus schwarzem Sand vulkanischen Ursprungs.

Übernachten[Bearbeiten]

Hotels und Appartements mit traumhaften Blick auf die Caldera in den Orten Fira und Oia (meist dementsprechend teuer)

Pauschalunterkünfte meist in Perissa und Kamari

In allen Orten private Zimmer- und Appartementvermietung (Faustregel: je weiter weg vom Kraterrand desto günstiger)

Küche[Bearbeiten]

Die Inselspezialitäten sind Fava, ein Brei aus kleinen gelben Kichererbsen und Keftedes, in Öl fritierte Gemüsepflanzerl/-bouletten aus Fava, evtl. Tomaten, Mehl Zwiebeln und Gewürzen.

Ansonsten normale Inselküche mit viel Fisch und Meeresfrüchten.

Hervorzuheben sind die auf der Insel erzeugten Weißweine. Durch Asche und Lavagestein im Boden werden hervorragende Weine erzeugt.

Nachtleben[Bearbeiten]

In allen Orten Diskotheken und Bars

Besonderheit: am Kraterrand Blick auf die Caldera bei klassischer Musik genießen

Sicherheit[Bearbeiten]

Klima[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

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