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Naxos

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Naxos, (griechisch: Νάξος), ist mit einer Fläche von rund 400 km² die größte Insel der Kykladen in Griechenland, sie verfügt über ausgedehnte schöne Sandstrände und mit dem zentralen Hochland Trachea auch über ein exzellentes Wandergebiet.

Santorini Anafi Folegandros Sikinos Ios Milos Kimolos Antimilos Poliaigos Amorgos Iraklia Schinoussa Koufonisi Keros Donoussa Naxos Sifnos Serifos Paros Antiparos Syros Mykonos Delos Tinos Andros Gyaros Kythnos Kea Ikaria Astipalaia Chios Patmos Samos Ege Euböa Attika Kykladen Kykladen Ägäis
Lage der Kykladen-Insel Naxos

Orte[Bearbeiten]

Tempeltor Portara

Chora[Bearbeiten]

Wie auf etlichen anderen Inseln bezeichnet man die Hauptstadt entweder mit dem Namen der Insel als Naxos oder auch ganz einfach als Chora. In der Stadt mit ihren Vororten leben mehr als die Hälfte aller Inselbewohner, sie ist als Fährhafen ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt in der Ägäis, weitere Informationen im Artikel Chora.

Chalki[Bearbeiten]

Kitron
Probierstube für Kitron ...

Der Ort liegt inmitten des Hochlandes Tragea. Die Häuser von Chalki unterscheiden sich von denen der anderen Orte, sie haben nicht den bekannten Kykladenstil mit kubischer Grundform weißen Wänden und blauen Fenstern und Türen. Statt dessen findet man Häuser in Pastellfarben, Balkone und andere bauliche Stilelemente zeigen, dass der Ort im Inneren der Insel von den Venezianern beherrscht war.

Eine Besonderheit von Chalki ist der Kitron, es ist ein Likör, der seit über 100 Jahren aus den Blättern der Zitronatzitrone gewonnen wird. Die Blätter werden in hochprozentigen Alkohol gelegt. Bei der Destillation werden drei Sorten von Likör gewonnen:

  • grüner Kitron (30%), er wird mit Chlorophyll gefärbt.
  • klarer Kitron (33%)
  • gelber Kitron (36%), gefärbt mit Safran.

Die Destillerie Vallindras ist geöffnet im Sommer 10-22 Uhr, Eintritt ist frei.

Die Fish & Olive Gallery, Platia Halki, 84302 Halki, Naxos. Tel.: +30(22850)32829. liegt gleich gegenüber, hochwertige Keramiken sowie Produkte aus Oliven und Olivenholz werden angeboten.

Die Läden des Ortes bieten regionale Produkte zum Verkauf, darunter findet man Webereien und traditionelle Süßigkeiten.

Unter einem Baum an der Platia ist die Taverne O Giannis, sie ist recht ursprünglich ausgestattet, hat sich aber im Angebot und den Preisen dem Tourismus angepasst.

Filoti[Bearbeiten]

Blick von der Straße nach Apeiranthos nach Filoti

Mit knapp 2.000 Einwohnern ist Filoti die größte Ortschaft in der Tragea-Hochfläche. Sie liegt am Fuß des Gebirgsmassiv Zas, der mit 1001 m der höchste Berg der Kykladen ist benannt nach dem Gott Zeus. Auf Grund seiner Höhe bleiben hier gerne Wolken hängen, so dass der Himmel über Filoti des öfteren mit Wolken behangen ist. Filoti ist von Naxos Stadt etwa 18 km entfernt und gilt deshalb als beliebtes Ausflugsziel, es ist Ausgangspunkt für Wanderungen auf den Zeus. Gemütlicher geht es jedoch zu den jeweils etwa 4 km entfernten Orten Chalki und Damalas.

Damalas[Bearbeiten]

Olivenpresse in Damalas
Zermahlen der Oliven mit einem schweren Mühlstein

Der kleine Ort liegt absseits der Hauptverkehrsstraße von Chora nach Chalki am Rand der Tragea-Ebene. Einst lebten hier mehrere hundert Einwohner, heute sind es nur noch ein paar Dutzend. Hier findet man noch einige unverfälschte Gassen. Ein Besuch des Ortes lohnt sich jedoch schon wegen einer alten Olivenpresse. Sie ist der Kernpunkt des Museums "Traditional Olive Press", in dem an einfachsten Geräten und mit übersichtlichen Tafeln die Gewinnung von Olivenöl gezeigt wird. Wenn man Glück hat, gibt es bei einer kostenlosen Führung noch einige weitere Informationen.

Gewinnung von Olivenölen

In der Vergangenheit galt die Regel, dass der Großvater die Olivenbäume pflanzt und der Enkel dann erntet. Die Bäume trugen nach rund 50 Jahren erstmals Früchte, dafür wurden sie mehrere hundert Jahre alt. Moderne Sorten tragen bereits nach 5 Jahren, ihre Früchte sind größer. Das ist auch eine Frage des guten Geschmacks. Bei der Ernte kommt es auf Reifegrad und die Lagerung der Füchte an. Idealerweise sollten sie sofort nach der Ernte verarbeitet werden, ansonsten bilden die Oliven gerne Säure. Auf den meisten griechischen Ölen wird daher der Säuregehalt angegeben, gute Öle haben weniger als 0,6%. Hinzu kommt die Pressung. Bei den alten Ölmühlen zerquetschte ein Mühlstein die Früchte mit ihren Kernen, die Maische kam dann in Beutel, die auf die Presse gestapelt wurden. Damit das Öl aus den mit Ziegenhaar verwobenen Beuteln besser abfließen konnte, wurde es mit Wasser übergossen, es gilt die Regel: je wärmer das Wasser, umso höher die Ausbeute. Für kaltgepresste Öle muss die Wassertemperatur geringer als die Körpertemperatur sein. Das Wasser-Öl-Gemenge wurde dann in einem Ölabscheider getrennt. Die qualitativ schlechteren Öle aus einer Warmpressung wurden jedoch ebenfalls benutzt, etwa zur Gewinnung von Seife oder als Öle für die Lampen.
Mit modernen hydraulischen Pressen erzielt man wohl eine wesentlich höhere Ausbeute als mit den alten, mit Muskelkraft betriebenen mechanischen Pressen, der Geschmack steigert sich dadurch jedoch nicht. Weitere Infos zur Qualität von Olivenöl im Koch-Wiki

Apeiranthos[Bearbeiten]

Apeiranthos
Kirche in Apeiranthos

Das Bergdorf Apeiranthos (griech: Απέραθος) mit knapp 1.000 Einwohnern liegt am östlichen Rand der Tragea in rund 550 m Höhe. Einst wurde hier Schmirgel abgebaut und exportiert, das ist jedoch seit dem Ende des zweiten Weltkriegs nur noch Geschichte. Dass in der Umgebung jedoch heute noch Marmor abgebaut wird, zeigt sich in jeder Gasse, sie sind wohl alle mit diesem edlen Material gepflastert. Seit dem Jahr 1989 gilt Apeiranthos als "kulturelles Dorf Griechenlands".

Die Bushaltgestelle ist am Ortseingang. In unmittelbarer Nähe findet man auch zwei privat betriebene Museen.

  • Historisch-Naturkundliches Museum, geöffnet im Sommer 10-19 Uhr, Exponate: Knochen und Schädel von Säugetieren und Vögeln, Meerestiere, Mineralien
  • Geologisches Musem, geöffnet im Sommer 10-17 Uhr, Exponate: Mineralien und Fossilien

Weitere Museen:

  • Volkskundemuseum, direkt an der Platia gelegen, geöffnet im Sommer 10-19 Uhr. Nachbau eines traditionellen Bauernhauses mit der zugehörigen Einrichtung
  • Archäologischens Museum, in der Hauptgasse gelegenes staatliches Museum, geöffnet Di-So 8:30-15 Uhr, Eintritt frei. Exponate: Steinplatten, Keramiken aus Stein- und Bronzezeit.

Ferner sehenswert:

  • Museum der Malerei und Kunst, eigentlich Ausstellungsraum der örtlichen Kunsthandwerker, zugänglich von der Hauptgasse über eine Treppe
  • Schauraum der Frauenkooperative, die Textilarbeiten können z.T. gekauft werden.

Weitere Orte[Bearbeiten]

Marmorsteinbruch bei Kinidaros. Man beachte den LKW links unten

An der Westküste und der Nüstenniederung Leivadia

  • Engares, Galini und Melanes nordöstlich von Chora
  • Agios Arsenios und die Strandsiedlungen Agios Prokopios, Agia Anna, Mikri Vigla, Kastraki und Aliko folgen weiter südlich
  • Sangri Ano mit dem Demeter-Heiligtum liegt landeinwärts

An der Nordküste

  • Appolonas - der kleine Fischerort im Inselnorden hat sich zu einem beliebten Ferienziel entwickelt

In der Tragea-Hochfläche

  • Damarionas, Moni
  • Kinidaros, Abbau von hochwertigem Marmor

Die Ostküste liegt touristisch gesehen im Abseits.

  • Moutsouna war zur Zeit des Schmirgelabbaus ein wichtiger Handelshafen

Weitere Ziele[Bearbeiten]

Naxos ist das Ziel sonnenhungriger Touristen, die einen Großteil ihres Urlaubs am Strand verbringen möchten.

Strände an der Südwestküste

Name Entf. Beschreib
Ag. Georgios Chora Wassersp., Bar, Imbiss, Mini-Markt, Camping
Ag. Prokopios 4 km Wassersp., Bar, Imbiss, Mini-Markt
Ag. Anna 5 km Wassersp., Bar, Imbiss, Mini-Markt, Camping
Plaka 6 km Wassersp., Bar, Imbiss, Mini-Markt, Camping
Mikri Vigla 16 km Wassersp., Imbiss, Mini-Markt
Kastraki 16 km Wassersp., Imbiss, Mini-Markt
Aliko 17 km Imbiss, Mini-Markt
Pyrgaki 21 km Imbiss, Mini-Markt, Bar
Agiassos 22 km Imbiss, Mini-Markt, Bar
Wehrturm aus der Epoche der Venezianer

Strände an der Nordwestküste

Name Entf. Beschreib
Amitis Bay 8 km
Abram 25 km
Apollonas 54 km Imbiss, Mini-Markt, Bar

Strände an der Ostküste

Name Entf. Beschreib
Lionas Bay 40 km
Moutsouna Bay 39 km Imbiss, Mini-Markt

Weiter südöstlich sind die Strände Psili Ammos Bay, Kleidos Bay, Panormos Bay, Rina Bay und Kalados Bay.

Hintergrund[Bearbeiten]

Pflanzenwelt: Drachenwurz, gefunden bei der Panagia Drossiani

Mythologie[Bearbeiten]

Laut der griechischen Mythologie soll Zeus der Göttervater auf Naxos aufgewachsen sein. Auch dessen Sohn Dionysos hat hier sein Leben verbracht.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Insel Naxos gehörte von 395 zum Byzantinischen Reich. Nach dessen Zusammenbruch wurde sie 1207 von einem Venezianer erobert, er ernannte sich selbst zum Herzog Marcos I. und dehnte das Herzogtum Naxos über die gesamten Kykladen aus. Um seine Macht zu festigen, teilte er sein Herschaftsgebiet in Provinzen, deren Herrscher seine Vasallen waren. Sichtbare Überreste sind die zahlreichen aus jener Zeit erhaltenen Wohntürme. Im Jahr 1566 war damit jedoch Schluss, die Osmanen eroberten die Insel. Im Jahr 1827 wurde die Insel schließlich Teil des neu entstandenen Staates Griechenland.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Naxos ist die größte und gleichzeitig fruchtbarste Insel der Kykladen, die Landwirtschaft spielt eine größere Rolle als bei den Nachbarinseln. Teilweise sind bis zu 3 Ernten im Jahr möglich. Im Landesinneren, genannt Tragea, stehen Abertausende von Olivenbäumen, auch ist Naxos für die Qualität seiner Kartoffeln bekannt.

Ein weiterer Wirtschaftsfaktor ist der Abbau von qualitativ hochwertigem Marmor. Der Abbau von Schmirgel für Schleifmaschinen wurde dagegen wegen fehlender Rentabilität eingestellt.

Während der Tourismus rund um Naxos Stadt und an der Westküste eine bedeutende Rolle spielt, ist der Großteil der Insel noch recht ursprünglich geblieben.

Sprache[Bearbeiten]

Griechisch, mit Englisch kann man sich jedoch meist gut verständigen.

Anreise[Bearbeiten]

GR-Naxos-map.svg

Mit dem Flugzeug[Bearbeiten]

Der Flughafen Naxos IATA CodeJNX, ICAO CodeLGNX kann nur mit kleinen Maschinen angeflogen werden, Linienflüge gibt es zur Zeit nur von Olympic Airways ab Athen. Aus Mitteleuropa gibt es keine Direktflüge auf die Insel.

Mit dem Schiff[Bearbeiten]

Die besten Fährverbindungen gibt es über Piräus, den Hafen von Athen, sie verkehren in der Saison mehrmals am Tag. Alternative ist ein Flug nach Santorini oder Mykonos und von dort per Fähre weiter nach Naxos.

Mobilität[Bearbeiten]

Sehr gute Busverbindungen zwischen Chora und den Orten an der Westküste, seltener in die übrigen Orte. In der Chora werden Zweiräder (Moped, Roller, Motorräder, Mountainbikes) und Leihautos vermietet. Zweiradverleih auch in Agios Prokopius. Der zentrale Busbahnhof der Insel ist am Hafen in Chora, dort ist auch ein Informationsschalter von KTel und ein Ticketautomat.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Kouros von Flerio

Stätten der Antike[Bearbeiten]

  • Demeter-Tempel: bei der Ortschaft Sangri, ca. 13 km südlich von Chora
  • Kouros von Flerio, antike Marmorstatue eines jungen Mannes, ca. 4,7 m groß, in einem Garten bei Melanes, ca. 10 km östlich von Chora. Die unvollendete Figur ist bereits in der Antike zerbrochen. Es wird erzählt, dass Frauen die Statue an einem Körperteil berührten, um fruchtbar zu werden. Deutliche Berührungsspuren untermauern dies. Eine zweite etwas größere Figur liegt in der Nähe in einem Steinbruch.
  • Kouros von Apollonas, die mehr als 10 m große Statue liegt bei dem Ort Apollonas im Norden der Insel
  • Portara, Teil eines geplanten, jedoch nie vollendeten Apollontempels auf der Halbinsel Palatia am Hafen von Chora

Religiöse Stätten[Bearbeiten]

Panagia Drossiani
  • Panagia Drossiani, die Kirche steht an der Straße zwischen Chalki und Moni. Die ältesten Teile gehen bis ins 6. Jahrhundert zurück. Vom kleinen Kirchenschiff zweigen mehrere Kapellen ab. Die Kirche ist im Sommer von 8-20 Uhr geöffnet. Wie in den meisten orthodoxen Kirchen ist eine kleine Spende erwünscht und es herrscht im Inneren Fotografierverbot.

Sonstiges[Bearbeiten]

  • Wohntürme aus der Zeit der Venezianer, z.B. der Pirgos Bazeos bei Epano Sangri

Aktivitäten[Bearbeiten]

  • Baden und Wassersport: Vor allem die kilometerlangen Sandstrände an der Westküste laden zum Baden ein. Durch die Meerenge zwischen Naxos und der Nachbarinsel Paros verstärkt sich der Meltemi (Wind), so finden Surfer hier optimale Bedingungen vor.
  • Wandern und Bergsteigen: Viele gemütliche Wanderungen in der Tragea-Hochebene, etwas anstrengender ist die Besteigung des Zas, mit 1001 m höchster Berg der Kykladen.

Einkaufen[Bearbeiten]

Töpferei in Damalas
Am Anfang ist ein Klumpen Ton ....

Souvenirs:

  • In der Töpferei von Manolis Limpas in Damalas findet man neben einfacher Gebrauchskeramik auch Gefäße nach antikem Vorbild oder auch ausgefallene Stücke, die sich als Souvenir eignen. Dazu gehören Weinheber nach frühkykladischem Vorbild, Kinderspielzeug wie zwitschernde Vögel oder auch die Tasse des Pythagoras, genannt auch Becher der Gerechtigkeit.

Landestypische Spezialitäten wie Käse oder Gewürze

  • Tyrokomia Naxou (Greek Traditional Cheese & Products), Saint Isidoros, Galanado Naxos.

Küche[Bearbeiten]

Neben der typisch griechischen Küche (Souflaki, Gyros, Bauernsalat) werden auf Naxos viele Gerichte mit auf der Insel angepflanzten Gemüse zubereitet, Fisch und Meeresfrüchte sind etwas teuerer.

Auf Naxos wird viel Wein angebaut, eine inseltypische Besonderheit ist der Kitron, siehe Chalki

Nachtleben[Bearbeiten]

vor allem in der Chora, ansonsten eher ruhig

Sicherheit[Bearbeiten]

Klima[Bearbeiten]

Klima-Naxos.svg

Das Klima ist auf Naxos wie in der übrigen Ägäis im Sommer warm und trocken, im Winter mild und regnerisch. Bedingt durch das 1000 m hohe Gebirgsmassiv des Zas kommt es auf Naxos häufiger zu Steigungsregen als auf den benachbarten Inseln, daher ist Naxos auch grüner und fruchtbarer.

Der im Sommer vorherrschende Wind ist der aus Norden wehende Meltemi, er sorgt dafür, dass es nicht unerträglich heiß wird.

Ausflüge[Bearbeiten]

Mit dem Schiff zur Insel Delos sowie auf die Nachbarinsel Paros

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

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