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Nordhausen

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Nordhausen - inner city by Vincent Eisfeld.jpg
Nordhausen
BundeslandThüringen
Einwohner
42.217 (2015)
Höhe
185 m
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Lage
Lagekarte von Thüringen
Reddot.svg
Nordhausen

Nordhausen ist eine Kreisstadt im Norden Thüringens am Südrand des Harzes mit knapp 44.000 Einwohnern.

Hintergrund[Bearbeiten]

Nordhausen wurde am 13. Mai 927 in einer Schenkungsurkunde Heinrichs I. an seine Frau Mathilde erstmals urkundlich erwähnt. Eine frühere Siedlung lässt sich jedoch schon bis ins Jahr 785 nachweisen. Mathilde gründete 961 neben der von Heinrich um 910 erbauten Burg ein Stift, was Handwerk und Gewerbe einen Anreiz gab, sich hier niederzulassen.

1220 wurde Nordhausen von Kaiser Friedrich II. zur Freien Reichsstadt erhoben, 1225 erhielt sie ihr erstes Siegel und um 1260 wurde erstmals ein Rat gebildet. 1277 gab es einen Aufstand der Handwerker und Kleinbürger gegen die Reichsritter. Dabei wurde die Reichsburg zerstört, die erst gegen Ende des 13. Jahrhunderts neu gebaut wurde. Bei einem weiteren Aufstand am 14. Februar 1375 wurde der Rat gestürzt und seine Mitglieder verbannt. Die Stadt erhielt eine neue Verfassung, und die Handwerker übernahmen die Macht. 1430 trat Nordhausen der Hanse bei.

Ab 1500 wurde mit der Produktion von Branntwein begonnen; er wurde später als Nordhäuser Korn bekannt. Schon 1523 setzte sich in Nordhausen die Reformation durch, und die Kirchengüter wurden säkularisiert. In diesem Jahr hielt sich auch Thomas Müntzer in der Stadt auf. Obwohl zwei Stadtbrände (1540 und 1612), der Ausbruch der Pest (1550 und 1626) und der Dreißigjährige Krieg die Entwicklung der Stadt hemmten, wuchs sie weiter an.

1866 erhielt Nordhausen Anschluss an die Eisenbahn aus Halle (Saale), die Fortsetzung nach Heiligenstadt wurde ein Jahr später eröffnet.

Nordhausen war im April 1945 Ziel mehrerer Luftangriffe, die neben zahlreichen Opfern auch massive Schäden an der historischen Bausubstanz verursachten und das Stadtbild dauerhaft veränderten.

Am 31. Oktober 1989 fanden auf dem August-Bebel-Platz Demonstrationen mit 25.000 Teilnehmern statt.

Anreise[Bearbeiten]

Mit dem Flugzeug[Bearbeiten]

Die nächsten Flughäfen mit Linienflugverkehr und internationalen Verbindungen finden sich in Schkeuditz (Leipzig-Halle), Frankfurt, Hannover sowie Berlin Tegel bzw. Schönefeld. Alle diese Flughäfen sind an das Bahnnetz angebunden; bis Nordhausen muss man grob drei Stunden ansetzen.

Mit der Bahn[Bearbeiten]

Gebäude Hauptbahnhof Nordhausen

Durch Nordhausen verläuft die Hauptverkehrsachse KasselHalle (Saale). Sie wird in dieser Relation im Zweistundentakt mit Regionalexpress-Zügen befahren. Zusätzliche Regionalbahnen im Zweistundentakt zwischen Halle und Nordhausen und einige zusätzliche RE-Züge, ebenfalls bis Nordhausen, verdichten auf dem Ostabschnitt den Takt.

Seit 1898 ist die Stadt südlicher Endpunkt der Harzer Schmalspurbahnen (HSB). Allerdings ist die Zugdichte sehr gering, wenn man den verdichteten Verkehr auf dem Südabschnitt zwischen Ilfeld und Nordhausen (siehe Mobilität) außer acht lässt.

Weiterhin gibt es stündliche Verbindungen aus Erfurt über Sondershausen (abwechselnd RB/RE) und stündliche Verbindungen aus Göttingen über Northeim und Herzberg am Harz.

Entfernungen
Halle99 km
Göttingen89 km
Erfurt75 km
Gotha75 km
Mühlhausen52 km
Sangerhausen43 km

Mit dem Bus[Bearbeiten]

Der Busbahnhof der Stadt befindet sich auf dem Bahnhofsvorplatz.

Auf der Straße[Bearbeiten]

Mit dem Auto ist Nordhausen aus Osten und Westen über die A 38 erreichbar. Aus Süden und Norden über die B 4, die die thüringische Landeshauptstadt Erfurt mit dem Harz und Braunschweig (A 395) verbindet.

Parallel zur A 38 verläuft die B 80, die ihren Status als Fernverkehrsroute inzwischen verloren hat. Weiterhin ist Nordhausen Endpunkt der B 243, die über Osterode und Seesen zur A7 führt.

Mit dem Fahrrad[Bearbeiten]

Zu Fuß[Bearbeiten]

Der Karstwanderweg Südharz führt auf seinem Weg von Osterode nach Sangerhausen durch Nordhausen.

Mobilität[Bearbeiten]

Triebwagen der HSB auf dem Verbindungsgleis zur Nordhäuser Straßenbahn

Das Netz der Straßenbahn ist über ein Verbindungsgleis mit der Harzquerbahn der HSB verbunden. Seit 2004 verkehren über dieses Gleis Hybridstraßenbahnen nach Ilfeld.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Kirchen[Bearbeiten]

  • 1 Typ ist Gruppenbezeichnung Dom Zum Heiligen Kreuz
  • 2 Typ ist Gruppenbezeichnung St. Maria auf dem Berg (Frauenberg-Kirche)

Burgen, Schlösser und Paläste[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

  • 3 Typ ist Gruppenbezeichnung Das Rathaus erhielt sein heutiges Aussehen um 1610. Um den Stadtkern herum finden sich Reste der alten Stadtmauer.
  • 4 Typ ist Gruppenbezeichnung Alte Kautabakfabrik der Firma Carl August Kneiff, Gerhart-Hauptmann-Straße 3, gebaut zwischen 1893 und 1894 im Industriestil des 19. Jahrhunderts und in den 1990er Jahren grundsaniert. Heute ist es das Finanzamt.

Denkmäler[Bearbeiten]

Die Rolandsfigur am Rathaus erinnert an den Sturz des Rats von 1375. Sie ist das Wahrzeichen der Stadt.

Museen[Bearbeiten]

  • 5 Museum Flohburg, Barfüßerstraße 6, 99734 Nordhausen. Tel.: +49 3631 4725 680, E-Mail: . Museum zur Geschichte der Stadt von den Anfängen bis heute. Es werden archäologische Funde, Urkunden, Münzen und andere Objekte gezeigt. Es gibt mehrere Medien- und Hörstationen mit Geschichten aus Nordhausen und berühmten Persönlichkeiten. Geöffnet: Di-So von 10:00 - 17:00 Uhr, Führungen: Sa 14:00 Uhr oder nach Vereinbarung. Preis: Eintritt: 5 €, am Museumstag (Freitag) 1 €, Kinder und Jugendliche bis 16 Jahren frei. Kombitickets für Flohburg und Tabakspeicher sind erhältlich.
  • 6 Museum Tabakspeicher, Bäckerstraße 20, 99734 Nordhausen. Tel.: +49 3631 982737, E-Mail: . Museum für Handwerk und Industrie. Es werden unter anderen Exponate der Zigarren- und Kautabakherstellung, Kornbrennerei, Blaudruckherstellung, Kürschnerei, Schneiderei und dem Maschinenbau gezeigt. Geöffnet: Di-So von 10:00 - 17:00 Uhr, Mo geschlossen. Preis: 5 €, am Museumstag (Freitag) 1 €, Kinder und Jugendliche bis 16 Jahren frei.
  • 7 Echter Nordhäuser Traditionsbrennerei (kostenloser Parkplatz "Grimmel/Altstadt" in der Nähe, Tram Linie 2 bis „Hallenbad/Landratsamt“), Grimmelallee 11. Tel.: +49 3631 63 63 63, Fax: +49 3631 - 63 64 70. Die Traditionsbrennerei trägt ihren Namen insofern zu Recht, als dass es erste Zeugnisse über Kornbrennerei in Nordhausen aus dem Jahr 1507 gibt. Führungen zur Brennkunst und Geschichte, mit Verkostung, werden angeboten. Geöffnet: Mo-Sa 10:00 bis 16:00 Uhr, Führungen mit Verkostung ohne Voranmeldung Mo-Sa um 14:00 Uhr, So und Feiertags geschlossen. Preis: 7 € inkl. Verkostung, Azubis/Stud. 4 €, Schüler 1 €. Typ ist Gruppenbezeichnung
  • 8 IFA-Museum, Montaniastraße 13. Tel.: +49 3631 479 1543, E-Mail: . Maschinen- und Fahrzeugbaubautradition in Nordhausen. Gezeigt werden unter anderem Gruben- und Feldbahnloks, Traktoren und Dieselmotoren. Geöffnet: Di, Do 10:00 - 17:00 Uhr, jeden 2. und 4. Sa im Monat 10:00 - 16:00 Uhr, Führungen bis 15 Personen nach telefonischer Vereinbarung auch außerhalb der Öffnungszeiten möglich. Preis: 4 €, erm. 2 €, Kinder unter 16 J. frei.

Straßen und Plätze[Bearbeiten]

Parks[Bearbeiten]

  • Promenade am Theater, verläuft entlang der Käthe-Kollwitz-Straße. Hier befinden sich der Neptunbrunnen und Reste der Stadtmauer.

KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora[Bearbeiten]

9 KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora, Kohnsteinweg 20, 99734 Nordhausen. Tel.: +49 36 31 495 820, Fax: +49 3631 495 813, E-Mail: . Geöffnet: Nov.-Feb. Di-So 10:00-16:00 Uhr, März-Okt. Di-So 10:00-18:00 Uhr, Mo geschlossen. Am 24.-26.12., 31.12. und 1.1. geschlossen. Die Außenanlagen können täglich bis zum Einbruch der Dunkelheit besichtigt werden. Der Eintritt in die Ausstellung ist frei, eine Besichtigung des Stollen nur im Rahmen von Führungen möglich.

Das Gelände des KZ Mittelbau-Dora liegt am nördlichen Ortsrand von Nordhausen. Hier wurden Zwangsarbeiter aus ganz Europa von den Nationalsozialisten in der Rüstungsproduktion in geheimen Stollen in den Ausläufern des Harzes ausgebeutet. Insbesondere stand hier die aus Peenemünde verlagerte Produktion der V2-Raketen im Mittelpunkt der Bemühungen der Machthaber. Heute ist der Ort europäischer Gedächtnisort.

Kostenlose Führungen für Einzelbesucher täglich Di-Fr um 11:00 und 14:00 Uhr, Sa + So um 1:00, 13:00 und 15:00 Uhr, von März-Okt. auch um 16:00 Uhr. Es wird empfohlen, Museum, Stollenanlage und das ehemalige Krematorium nicht mit Kindern unter 12 Jahren zu besuchen.

Verschiedenes[Bearbeiten]

  • Gelände der Landesgartenausstellung

Aktivitäten[Bearbeiten]

Einkaufen[Bearbeiten]

Küche[Bearbeiten]

Günstig[Bearbeiten]

  • 2 Western-Grill, Darrweg 100, 99734 Nordhausen. Tel.: (0)3631 901912, E-Mail: . Riesen Auswahl an Burgern zu erschwinglichen Preisen, ein Außenbereich mit Biergarten ist dabei. Geöffnet: Mo – Fr 11.00 – 21.00 Uhr, Sa 16.00 – 21.00 Uhr, So 16.00 – 21.00 Uhr.

Mittel[Bearbeiten]

  • 8 Restaurant Namaste India, Töpferstrasse 31,99734 Nordhausen. Tel.: (0)3631 462894. Indisches Restaurant, alle Gerichte auch zum Mitnehmen. Geöffnet: Mo ist Ruhetag, Di – So 11.30 – 14.30 Uhr + 17.30 – 23.00 Uhr.

Gehoben[Bearbeiten]

Nachtleben[Bearbeiten]

  • 1 Studentenclub Karzer, Weinberghof 2, 99734 Nordhausen (auf dem Gelände der Hochschule Nordhausen). Tel.: (0)3631 479290, E-Mail: . Geöffnet: Karzer-Café-Betrieb Mo – Fr 9.30 – 16.00 Uhr. Mottopartys jeden Di 21.00 – max. 3.00 Uhr. Band-, Spieleabende und vieles mehr Do 20.00 – 0.00 Uhr.

Unterkunft[Bearbeiten]

Günstig[Bearbeiten]

  • 2 Hotel Avena, Hallesche Straße 13, 99734 Nordhausen. Tel.: (0)3631 602060, Fax: (0)3631 6065404, E-Mail: . Direkt im Zentrum von Nordhausen, verkehrsgünstig an der B80 gelegen. Preis: EZ ab 41 €, DZ ab 65 € (jeweils inkl. Frühstück).
  • 3 Rolandstuben, August-Bebel-Platz 36, 99734 Nordhausen. Tel.: (0)3631 478535, Fax: (0)3631 478536, E-Mail: . Geöffnet: Rolandstuben: Di – Sa 11.00 – 23.00 Uhr, So 11.00 – 20.00 Uhr. Preis: EZ ab 42 €, DZ ab 64 € (Frühstück 6 € extra!).

Mittel[Bearbeiten]

  • 5 Hotel Handelshof, Bahnhofstraße 12-13, 99734 Nordhausen. Tel.: (0)3631 62-50, Fax: (0)3631 62-5100, E-Mail: . Hoteleigener Parkplatz, der Hauptbahnhof und eine Straßenbahn sind nahegelegen. Preis: EZ mit Frühstück ab 60 €, DZ mit Frühstück ab 85 €.

Gehoben[Bearbeiten]

Lernen[Bearbeiten]

Hochschule Nordhausen - Gegründet in der jetzigen Form 1997. Die Hochschule hat zwei Fakultäten (Ingenieurwissenschaften und Wirtschafts- und Sozialwissenschaften) mit derzeit sieben Studiengängen.

Arbeiten[Bearbeiten]

Sicherheit[Bearbeiten]

Gesundheit[Bearbeiten]

Das Krankenhaus mit rund um die Uhr besetzter Notaufnahme thront unübersehbar auf einem Hügel am westlichen Stadtrand und ist weithin sichtbar. Es ist auch Endhaltestelle der Straßenbahnlinie 1. Die Anschrift ist Robert-Koch-Str. 1, Tel. +49-3631-41-0. Das Nordhausen Krankenhaus ist BG-Unfallklinik und Lehrkrankenhaus der Universitäten Jena und Halle.

In Nordhausen gibt es Apotheken, auch mit Notdienst sowie praktizierende Ärzte aller Fachrichtungen.

Praktische Hinweise[Bearbeiten]

Die Vorwahl für Nordhausen lautet 03631. Aus dem Ausland wählt man 00493631 als Vorwahl.

Die Postleitzahl für Nordhausen ist 99734.

Ausflüge[Bearbeiten]

  • Ilfeld (7 km nördlich, B 4) - reizvoll im Tal der Bere gelegen, Ausgangspunkt für Wanderungen.
  • Rabensteiner Stollen in Netzkater (9 km nördlich, B4) - historisches Kohle-Schaubergwerk (Mo geschlossen) Weblink

Literatur[Bearbeiten]

  • Rainer Hellberg, Fritz Schmalz: Der Mühlgraben von Nordhausen – Legende und Wirklichkeit. Druckerei Kirchner e.K., 2003, ISBN 3-00-012886-7
  • Rainer Hellberg: Nordhausen in alten Ansichten. Europäische Bibliothek, 1998, ISBN 90-288-6544-6
  • Jörg-Michael Junker: Nordhausen – Ein Postkartenalbum. Geiger Verlag, 1992, ISBN 3-89264-744-5
  • Fritz Schmalz: Alt-Nordhausen. Wartberg Verlag Peter Wieden, 1991, ISBN 3-925277-67-6
  • Fritz Schmalz, Hans-Peter Wolff: Nordhausen – Fotografien von gestern und heute. Wartberg Verlag, 1996

Weblinks[Bearbeiten]

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