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Schottische Highlands

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Die schottischen Highlands liegen im nordwestlichen Teil Schottlands. Das hier beschriebene Gebiet umfasst die Verwaltungsbezirke Highland sowie Argyll und Bute, allerdings ohne die Inseln (diese siehe Innere Hebriden). Es grenzt im Südosten an den Zentralen Tieflandsgürtel und im Osten an Nordostschottland. Im Westen liegt der Atlantik mit den Inseln der Hebriden und nach Norden den Orkney- und, weiter entfernt, den Shetland-Inseln.

Regionen[Bearbeiten]

Orte[Bearbeiten]

Städte und Ortschaften in den Highlands
  • Inverness (65.000 Einwohner), Verkehrsknoten, Verwaltungshauptstadt und wirtschaftliches Zentrum der Highlands, das fast jeder Highland-Besucher ansteuert. Auch die einheimische Bevölkerung strömt hierher, um beispielsweise Badfliesen auszusuchen, eine neue Kupplung für den Landrover montieren zu lassen oder Passangelegenheiten zu regeln.
  • Fort William (10.000 Einwohner) ist die größte Stadt an der Westküste der Highlands und bezeichnet sich selbst aufgrund seiner Nähe zu den Bergen um Ben Nevis (höchster Berg Großbritanniens) und Glencoe als Outdoor Capital of the UK.
  • Ullapool (2.000 Einwohner) im Nordwesten ist ein bedeutender Fischereihafen und Fährhafen zu den äußeren Hebriden.
  • Thurso ist der nördlichste nennenswerte Ort des schottischen Festlandes. Vom nahe gelegenen Scrabster legt die Fähre auf die Orkney-Inseln ab.
  • Oban ist der wichtigste Fährhafen zu den Hebriden.

Weitere Ziele[Bearbeiten]

  • Loch Ness, jage den Mythos
  • Glencoe. Das von schroffen Bergen umgebene Tal mit seiner tragischen Geschichte des Glencoe-Massakers ist ein Anziehungspunkt für in- und ausländische Touristen.
  • Ben Nevis, der höchste Berg Großbritanniens
  • Torridon mit seinen majestätischen Bergen
  • die abwechslungsreiche Landschaft und Geologie von Assynt mit dem North West Highlands Geopark
  • Halbinsel Applecross, über eine spektakuläre Passstraße erreichbar
  • Loch Ewe Distillery

Hintergrund[Bearbeiten]

Der Begriff Highlands ist nicht eindeutig und wird in unterschiedlicher Weise verwendet.

Der Verwaltungsbezirk Highland ist der mit Abstand größte und dünnstbesiedelte Bezirk Schottlands. Er umfasst in etwa ein Drittel der Fläche Schottlands und reicht in etwa von Glencoe im Süden und der Bezirksverwaltung in Inverness im Osten bis an die westliche und nördliche Küste. Die Insel Skye gehört ebenfalls dazu.

Geologisch und naturräumlich grenzt eine Bruchzone, die Highland Boundary Fault die Highlands im Nordwesten vom zentralen Tiefland im Südosten ab. Die Bruchzone verläuft in nahezu gerader Linie von der Nordspitze der Insel Arran über die Insel Bute durch den Firth of Clyde, Dunoon, Helensburgh, das südliche Loch Lomond, Aberfoyle, Callander, Crieff, Dunkeld und trifft nördlich von Stonehaven die Nordsee. Sie ist vor allem im Bereich Loch Lomond bis Dunkeld deutlich im Gelände erkennbar durch die markant aus der flachen Landschaft aufragenden Berge.

Oft wird der Begriff jedoch als Bezeichnung für den nördlichen Landesteil Schottlands verwendet, der durch seine relativ hohen Berge gekennzeichnet ist. In diesem Kontext wird der Begriff oft als Kontrast zu den Lowlands bzw. Borders weiter im Süden Schottlands gebraucht. Zur Unterteilung Schottlands wird hier die Bezeichnung Highlands in diesem Sinne benutzt.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Highlands wurden ehemals von einer Bevölkerung keltischen und skandinavischen Ursprungs beherrscht. Bis zum Ende des 14. Jahrhunderts hatte sich eine patriarchalische Clan-Struktur herausgebildet. Die einzelnen Clans wurden von Clan-Chefs angeführt und lebten autark in ihren angestammten Gebieten. Es kam immer wieder zu kriegerischen Auseinandersetzungen, sowohl zwischen den Clans untereinander als auch mit den feudalistischen Herrschern der Lowlands aus dem Hause Stuart. Das Feudalsystem der Lowlands setzte sich jedoch allmählich auch in den Highlands durch, teils auf politischem und teils auf militärischem Wege. Am Ende des 16. Jahrhunderts konnten die Stuarts auf die Loyalität der meisten Clan-Chefs bauen.

Nach der Vereinigung der englischen und schottischen Königreiche und der Etablierung des englischen Führungsanspruchs kam es immer wieder zu Streitereien mit den Clans, die mehrheitlich auf Seiten der Stuarts standen. Während der beiden Jakobitenaufstände von 1715 unter Führung von James Francis Edward Stuart und 1745 unter Bonnie Prince Charlie trugen die Kämpfer der Clans aus den Highlands entschieden zur Kampfkraft der Aufständischen bei. Mit der Niederschlagung der Aufstände war auch der Niedergang der Clan-Strukturen besiegelt.

Große Teile der ehemaligen Clan-Bevölkerung wurden im Zuge der berüchtigten Highland Clearances im späten 18. und im 19. Jahrhundert aus ihren angestammten Gebieten vertrieben, um Raum für die profitablere Schafzucht zu schaffen. Es kam zu einer Auswanderungswelle nach Nordamerika und Australien. Die bis dahin in den Highlands gängige gälische Sprache war damit weitestgehend ausgestorben. Auch heute noch sind weite Teile der Highlands, besonders im Nordwesten, ausgesprochen dünn besiedelt.

Sprache[Bearbeiten]

Die Bevölkerung spricht durchgehend Englisch. Jedoch ist seit Beginn der schottischen Devolution auch Gälisch wieder offizielle Amtssprache, das einige Menschen im äußersten Norden und Westen der Region sprechen. Außerdem leiten sich die meisten Ortsbezeichnungen und sonstigen geografischen Namen in dieser Region aus dem Gälischen ab.

Anreise[Bearbeiten]

Mobilität[Bearbeiten]

A832 im Glen Docherty

Entsprechend der geringen Bevölkerungsdichte ist auch das öffentliche Verkehrsnetz eher dünn entwickelt. Es gibt nur wenige Bahnverbindungen. Busse fahren abseits der Hauptrouten nur selten, oft ist es der Postbus, der ein paar zahlende Fahrgäste auf dem Rücksitz mitnimmt - auch ein Weg, Land und Leute kennenzulernen. Aber schnell ist anders.

Realistischerweise wird der Besucher mit dem Auto unterwegs sein. Die Straßen sind gut ausgebaut und mit wenigen Ausnahmen in der Lage, das Verkehrsaufkommen aufzunehmen. Tankstellen gibt es nur wenige, erst recht sonntags, bei halbvollem Tank sollte man ans Nachfüllen denken.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Der Ben Nevis ist mit 1.345 m der höchste Berg Schottlands und Großbritanniens und liegt nahe Fort William. Er lässt sich über einen beschwerlichen Wanderweg besteigen, der ca. 8 km lang ist, man braucht dafür ca. 3-4 h. Die Aussicht ist sehr schön. Es ist ratsam, warme Kleidung, genug zu trinken und essen mitzunehmen, weiter sollte man über die Besteigung jemanden informieren. In den Sommermonaten kommt es aber auch zu Volkswanderungen auf den Ben Nevis.

Der Kaledonische Kanal oder Caledonian Canal, eine 97 km lange Wasserstraße von der Ost- zur Westküste Schottlands ist heute als technische Leistung seiner Zeit (Fertigstellung 1822) mit 29 Schleusen zu bewundern.

Aktivitäten[Bearbeiten]

Rothirsche in Glen Torridon

Wandern und Bergsteigen[Bearbeiten]

Die Highlands bieten ein fast unerschöpfliches Angebot von kurzen Spaziergängen bis zu anspruchsvollen bergsteigerischen Unternehmungen. Obwohl die absolute Höhe der Berge mit maximal 1345 m (Ben Nevis) auf den ersten Blick nicht allzu beeindruckend wirkt, sollte man nicht den Fehler begehen, sie an alpinen Maßstäben zu messen. Aufgrund des Klimas und der nördlichen Lage kann man das Gebirge der Highlands mit ca. 1200 m höher gelegenen alpinen Regionen vergleichen. Die Baumgrenze liegt hier bei ca. 500 m Höhe. Der rasche Wetterwechsel und die Abgelegenheit vieler Gebiete machen auch Tagestouren zu einer ernst zu nehmenden Unternehmung. Wetterfeste Kleidung, festes und wasserdichtes Schuhwerk, Karte und Kompass sind auch bei kürzeren Touren unbedingt notwendig. Allerdings muss berücksichtigt werden, das manche Berge magnetische Gesteine aufweisen, die zu Abweichungen des Kompasses führen. Regelmäßig kommen Wanderer, die abseits von markierten Routen unterwegs sind, hierdurch in Notlagen - am besten vorher bei Einheimischen erkundigen und immer seinen Routenplan am Start hinterlassen. Für Wanderungen reichen normalerweise die violetten Ranger Maps im Maßstab 1:50.000 aus. Sie sind bei fast allen Touristen-Informationen, in entlegeneren Gebieten manchmal auch in Lebensmittelläden oder an Tankstellen erhältlich.

Die Wege sind von sehr unterschiedlicher Qualität. Während man in den Glens (Tälern) oft noch befahrbare Wirtschaftswege vorfindet, kann man in größerer Höhe den Pfad manchmal nur noch erahnen. Jedoch ist es bei guten Sichtverhältnissen unproblematisch, auch im weglosen Gelände gut voran zu kommen. Auf den ausgedehnten Feuchtwiesen und an manchmal ziemlich matschigen Hängen zahlt sich festes und wasserdichtes Schuhwerk aus.

In höheren Lagen darf man das Wetter nicht aus den Augen lassen. Innerhalb kurzer Zeit können Wolken, Regen und Nebel aufziehen und die Orientierung, vor allem im weglosen Gelände, stark erschweren. Ein Kompass kann einen vor dem Schlimmsten bewahren. Auf Bergkämmen kann der häufig auftretende kalte und kräftige Wind mehr als unangenehm werden.

Die 3000 ft (914 m) - Linie stellt eine Art magische Grenze dar. Berge, deren Gipfel darüber liegt, werden in Schottland Munro genannt. Das Ersteigen und "Sammeln" von Munros ist eine eigene Disziplin des schottischen Bergwanderns. Eine besondere Herausforderung sind schwer zugängliche Munros, die manchmal einen viele Kilometer langen Zustieg durch einsames Gelände erfordern.

Besonders in den zahlreichen Naturparks sollte den an Wanderparkplätzen aufgestellten Hinweisschildern unbedingt Folge geleistet werden. Zu bestimmten Jahreszeiten ist es z.B. zum Schutz des Wildes verboten, die markierten Wege zu verlassen.

An Tagen mit hoher Luftfeuchtigkeit oder nach Einbruch der Dämmerung werden vielerorts die kleinen schwarzen Mücken (Midges) zur alles beherrschenden Plage. Vom Übernachten im Freien (ohne Zelt) ist entschieden abzuraten. Den Einheimischen von Cannich zufolge, meiden die "Midges" den Geruch von Hefe in der Atemluft. Dementsprechend kann der Verzehr von Hefe in Form von Hefetabletten, Marmite, Vegemite (als Brotaufstrich, empfehlenswert mit gesalzener Butter) präventiv helfen. Weiters meiden die besagten Mücken Sonne, Wind und Starken Regen.

Weblinks:

Küche[Bearbeiten]

Der Clootie Dumpling Pudding ist das Nationalgericht und ein Nachtisch.

Nachtleben[Bearbeiten]

Sicherheit[Bearbeiten]

Die Highlands haben eine verschwindend geringe Verbrechensstatistik. Je weiter man von den wenigen Städten wegkommt, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit, unverschlossene Haustüren vorzufinden. Der einzige angebrachte Sicherheitstipp betrifft die einschlägig bekannten Parkplätze, von denen Bergwanderer ihre Touren starten: Es empfiehlt sich, Wertsachen nicht sichtbar im Auto zurückzulassen oder besser erst gar nicht mitzubringen.

Auch wenn die schottischen Berge in der absoluten Höhe nicht imponieren, so ist bei Bergwanderungen stets auf wetterfeste Ausrüstung, solide Wanderschuhe, Notvorrat und Karte und Kompass zu achten. Die exponierte Lage gegen die Atlantikstürme, schnelle Wetterumbrüche und die außerordentlich dünne Besiedlung und fehlende Wegeinfrastruktur bergen Risiken, deren Unterschätzen tödlich enden kann und dies Jahr für Jahr auch tut. In den Bergen sind einerseits Sturm auf den hohen Gipfeln, aber auch Nebel und der Orientierungsverlust im wegelosen Gebiet die größten Gefahren.

Klima[Bearbeiten]

Einer weitverbreiteten Ansicht nach regnet es in den Highlands ständig. Dies ist sowohl quantitativ als auch qualitativ falsch. Die Regenmenge ist für Mittel- bis Nordeuropa eher durchschnittlich, und Niederschläge halten sich aufgrund der typischerweise starken Westwinde meist nur kurze Zeit. Dafür können sie ebenso kurzfristig am Horizont auftauchen, wetterfeste Kleidung ist bei Ausflügen in die Berge also immer anzuraten. Der Mountain Weather Information Service bietet für verschieden Regionen der Highlands täglich aktuelle Wetterinformationen, die URL http://www.mwis.org.uk/mobile ist speziell für den Zugriff von unterwegs durch internetfähige Mobiltelefone konzipiert.

Ausflüge[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

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