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Ruta Nacional 9

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Die Ruta Nacional 9 ist eine der bedeutendsten Fernstraßen Argentiniens. Sie führt von Buenos Aires über zahlreiche Großstädte nach La Quiaca im äußersten Nordwesten und ist reich an Attraktionen aller Art. So befinden sich auf ihr die bedeutenden Kolonialstädte Córdoba, San Miguel de Tucumán, Salta und San Salvador de Jujuy, aber auch die geschäftige Millionenstadt Rosario, die älteste Stadt Argentiniens Santiago del Estero sowie zahlreiche Kulturdenkmäler und Naturschutzgebiete.

Der nördlichste Teil, die Quebrada de Humahuaca, wurde ins UNESCO-Weltkultur- und Naturerbe gleichzeitig aufgenommen. Die Straße ist zudem Teil des Panamericana-Netzwerks.

Hintergrund[Bearbeiten]

Ruta Nacional 9 (Argentina).svg

Die Ruta Nacional 9 ist die bedeutendste Entwicklungsachse Argentiniens. In ihrem Einzugsgebiet leben mehr als 70 Prozent der argentinischen Bevölkerung. Wer die argentinischen Städte und ihre Kultur kennenlernen will, ist also auf dieser Route genau richtig.

Die Route geht auf die in der Kolonialzeit bedeutende Hauptverbindungsstracke zwischen Buenos Aires und der Silberstadt Potosí - der damals größten Stadt Südamerikas - sowie der Hauptstadt des spanischen Kolonialreiches Lima zurück. Sie wurde früh befestigt, förderte zahlreiche Stadtgründungen und war unter dem Namen Camino Real del Perú bekannt. Mit dem Aufkommen der Eisenbahn um 1900 verlor sie zwischendurch etwas an Bedeutung, aber auch eine der wichtigsten Eisenbahnlinien folgte weitgehend dieser Straße. 1943 wurde die endgültige Straße eingeweiht. Im Laufe der Zeit änderte sich in mehreren Provinzen der Streckenverlauf, aber der grundlegende Verlauf wurde nie angetastet. Inzwischen ist die gesamte Straße geteert, ein beträchtlicher Teil ist autobahnähnlich oder als Schnellstraße ausgebaut.

Heute führt die Ruta 9 durch die drei größten Städte Argentiniens - Buenos Aires (13 Mio. Einwohner im Ballungsraum), Córdoba (1,5 Mio.) und Rosario (1,3 Mio) - sowie durch die fünftgrößte Stadt Tucumán (800.000) und die sechstgrößte Stadt Salta (500.000). In allen diesen Städten, sowie in San Salvador de Jujuy (300.000 Einwohner), gibt es zahlreiche Bauwerke zu besichtigen, wobei Rosario die architektonisch modernste ist und als Hauptstadt der Art Nouveau-Bewegung in Argentinien gilt. Nur ausgerechnet in der ältesten Stadt Argentiniens Santiago del Estero (350.000 Einwohner) gibt es leider nur noch wenige erhaltene Kolonialbauten.

Doch auch die Natur bietet einiges an Abwechslung, jedoch nicht auf den ersten Blick, denn die ersten 800 km führen durch die flache, grüne und eintönige Pampa-Grasebene. In den nördlichen Sierras de Córdoba beginnt sich das zu ändern. Nach einem Stück durch den Chaco in Santiago del Estero wird ab Tucumán der subtropische Urwald der Yungas erreicht. Zwischen Salta und Jujuy begibt sich die Straße ganz in diese grüne Waldlandschaft, bis dann hinter Jujuy die trockene, von vielfarbigen Bergmassiven geprägte Quebrada de Humahuaca den Höhepunkt des Naturerlebnisses darstellt. Der letzte Teil führt úber die fast surreale, staubtrockene und steppen- bis wüstenhafte Puna-Hochebene. In Tres Cruces wird mit 3.650 m der höchste Punkt erreicht.

Vorbereitung[Bearbeiten]

Eine besondere Vorbereitung ist für die Route nicht notwendig. Nur wer mit dem Auto nach Bolivien weiterreisen will, sollte sich bereits vor Fahrtantritt um die erforderlichen Papiere, insbesondere das Carnet de Passage (hoja de ruta) im bolivianischen Konsulat von Buenos Aires bemühen, denn sonst kann eine bis zu drei Tage lange Zwangspause an der Grenze die Folge sein.

Anreise[Bearbeiten]

Buenos Aires als Ausgangspunkt ist von allen anderen Städten Argentiniens als Hauptstadt gut erreichbar und auch das internationale Einfallstor des Landes über den Flughafen Buenos Aires-Ezeiza. Alle bedeutenden Mietwagenfirmen des Landes sind hier vertreten; theoretisch kann man schon am Flughafen losfahren. Ebenfalls fahren zahlreiche Busse von Buenos Aires aus die Route entlang, und es gibt einen Zug dreimal wöchentlich nach Córdoba sowie einen nach Rosario; so dass man den gesamten Weg auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurücklegen kann.

Die Ruta 9 beginnt an der Ringstraße Avenida General Paz an der Grenze von Buenos Aires zur Stadt Vicente López.

Los geht's[Bearbeiten]

Buenos Aires - Rosario[Bearbeiten]

Der erste Teil der Strecke ist zur Autobahn ausgebaut und hat keine allzu großen Attraktionen. Die Stadt San Pedro (km. 162), etwa in der Mitte gelegen, hat jedoch sehr schöne Badestrände am Río Paraná und kann für eine erste Pause genutzt werden. Auch San Nicolás de los Arroyos (km. 227) kann einen Halt wert sein: die 100.000-Einwohner-Regionalmetropole ist als Wallfahrtsort landesweit bekannt und hat eine hübsche Altstadt aus dem 19. Jahrhundert und ein schönes Flussufer.

Die erste wirkliche Attraktion ist jedoch Rosario (km. 288). Die erst Mitte des 18. Jahrhunderts gegründete Metropole ist heute eine der modernsten und kosmopolitischsten Argentiniens. Die Ufergegend am Río Paraná wurde in den 90er Jahren restauriert, dazu kam die 2002 eröffnete Brücke über den Paraná nach Victoria, die seitdem zu einer weiteren Attraktion der Stadt geworden ist. Bekannt ist Rosario für seine Kulturzentren und Museen, sein Art-Nouveau-Viertel Paseo del Siglo, das Paraná-Museum für Naturfreunde und vor allem für das argentinische Denkmal schlechthin: das Monument an die Argentinische Fahne, das zwar etwas nationalistisches Pathos ausstrahlt, aber wunderschön an einer Anhöhe nahe des Ufers gelegen ist.

Rosario - Córdoba[Bearbeiten]

Weiter führt die Ruta 9 autobahnähnlich bis Córdoba (Anfang 2010 fehlte noch ein 90 km langes Teilstück im äußersten Osten der Provinz Córdoba). Hier wechseln sich kleine Provinzstädte ab, von denen die bedeutendsten Marcos Juárez (km. 445), Bell Ville (km. 502, der Ort, in dem der moderne Fußball erfunden wurde) und vor allem Villa María (km. 558) sind, das ein hübsches Flussufer am Río Ctalamochita besitzt, ansonsten aber ebenfalls wenige Attraktionen aufweist.

Córdoba (km. 702) ist die zweitgrößte Stadt Argentiniens und eine bedeutende Kultur- und Bildungsmetropole. Hier wurde 1613 die älteste Universität Argentiniens durch die Jesuiten gegründet, die auch für zahlreiche der Bauwerke im barocken Kolonialstil verantwortlich sind, die heute unter Denkmalschutz stehen und im UNESCO-Weltkulturerbe verzeichnet sind. Weiterhin bietet die Stadt eine große Anzahl von Museen und Theatern sowie den berühmtesten Kunsthandwerkermarkt Argentiniens, den Paseo de las Artes im Altstadtviertel Güemes.

Abstecher Sierras de Córdoba[Bearbeiten]

Besonders im Sommerhalbjahr kann ein Abstecher zu den Sierras de Córdoba, einem Mittelgebirge mit bis zu 2.800 m hohen Gipfeln, interessant sein. Sie beginnen etwa 20 km westlich von Córdoba. In den Sierras kann nahezu jede Art von Bergsport getrieben werden und die Flüsse laden zum Baden ein. Beliebte Reiseziele sind La Cumbre, La Falda, Santa Rosa de Calamuchita, Cosquín (mit einem bedeutenden Folklorefestival im Januar), die "alpinen Enklaven" mit mitteleuropäischer Architektur Villa General Belgrano (mit dem größten "Oktoberfest" Argentiniens) und La Cumbrecita, das Ökodorf San Marcos Sierras, das alternative Esoteriker- und Ufologen-Zentrum Capilla del Monte mit dem Uritorco-Berg und vor allem Villa Carlos Paz, einer boomenden Ferienmetropole mit Casino und reichhaltigem Nachtleben.

Córdoba - Santiago del Estero - San Miguel de Tucumán[Bearbeiten]

Nach Córdoba hört die Autobahn auf, und passend dazu werden auch die Zwischenstücke interessanter, wenn auch der Charakter der Strecke trotz eingestreuter Gebirgszüge weiterhin flach bleibt. Jesús María (km. 751) besitzt eine Jesuitenestancia und ein Rodeo- und Folklorefestival im Januar. Cerro Colorado, gelegen in den nördlichen Sierras de Córdoba, ist eine erste archäologische Attraktion: hier wurden die bedeutendsten Höhlenmalereien des zentralen Argentinien offengelegt. Die nächste Großstadt Santiago del Estero (km. 1147), gegründet bereits im Jahr 1554, mag auf den ersten Blick etwas enttäuschen, da man sich von der ältesten Stadt des Landes vielleicht mehr erhofft. Es ist eine subtropische, im Sommer sehr heiße, aber auch recht arme Großstadt, in der man die Kolonialbauten suchen muss, es aber immerhin einige schöne Parks mit Badestränden gibt. Der Kurort Termas de Río Hondo (km. 1205) bietet die bedeutendsten Thermalquellen Argentiniens und zusätzlich einen großen Stausee, der im Sommer zum beliebtem Badeziel wird.

San Miguel de Tucumán (km. 1291) ist die fünftgrößte Stadt Argentiniens und hat mitsamt der Vororte beinahe eine Million Einwohner. Die Stadt liegt wunderschön an einem Hang der Sierra del Aconquija, die mit subtropischem Urwald bewachsen ist. Im Zentrum lassen sich sowohl Kolonialbauten als auch monumentale Bauwerke aus dem 19. Jahrhundert (z.B. der Regierungspalast) finden. Lange galt Tucumán als die Stadt mit dem heißesten Nachtleben Argentiniens, bis dem Treiben 2006 mit strengen Sperrstundenregelungen ein Ende gesetzt wurde. Doch auch heute noch gibt es viel kulturelle Aktivität.

San Miguel de Tucumán - Salta[Bearbeiten]

Nach Tucumán führt die Straße auf einem kurzen Autobahnabschnitt erstmals in die Yunga, den subtropischen Nebel- und Regenwald Nordwestargentiniens. El Cadillal ist ein schöner, ruhiger Badesee, der den Übergang zum rauheren Chaco markiert. Die Straße bleibt jedoch im grünen Urwaldterrain und führt durch die Mittelstädte Rosario de la Frontera (km. 1423) und San José de Metán (km. 1460), die agrarisch geprägt sind.

Schließlich wird Salta (km. 1594) erreicht. Salta gilt als die am besten erhaltene koloniale Großstadt Argentiniens. Dabei halfen allerdings Gesetze, die Steuervergünstigungen für "neokoloniale" Bauten weit bis ins 20. Jahrhundert hinein gewährten, kräftig mit. Die Altstadt ist trotzdem mit ihren vielen Kirchen äußerst sehenswert. Salta ist daneben eine Metropole des Folklore, einer gitarrenbetonten Volksmusik mit Gaucho-Flair und einer dicken Prise Melancholie, die aber auch beschwingtere Tanzrhythmen wie die Chacarera bietet. Weiterhin ist es die Stadt der Empanada, einer gefüllten Teigtasche, die als eine der typischsten Gerichte der argentinischen Küche gilt.

Salta - San Salvador de Jujuy[Bearbeiten]

Nach Salta windet sich die Ruta 9 in eines ihrer landschaftlich attraktivsten Teilstücke: die Cornisa, eine kurvige Bergstræße, die direkt durch den subtropischen Urwald führt. Hinter der Passhöhe befinden sich gleich zwei Stauseen mit guten Bade- und Wassersportmöglichkeiten, beide noch im Urwald: Las Maderas und La Ciénaga. Wer in der Nähe der Seen übernachten möchte, kann das in der Stadt El Carmen (km. 1666), die ansonsten wenige Sehenswürdigkeiten aufweist, tun.

Anmerkung: Eilige können der kurvigen Abschnitt umfahren, indem die Ruta 34 und dann die Ruta 66 genommen wird. Diese Straßen sind zum Teil vierspurig ausgebaut.

San Salvador de Jujuy hat eine der landschaftlich schönsten Lagen aller argentinischen Großstädte: Die Stadt liegt an einer Flussmündung in einem recht engen, von mit subtropischer Vegetation bewachsenen Bergen gesäumten Tal. Im Zentrum wechseln Bauten aus der Kolonialzeit mit solchen aus dem 19. Jahrhundert, aber ein Großteil ist heute modern. In der Umgebung gibt es zahlreiche schöne Ausflugsziele: vom kleinen Straßendorf San Antonio über die Thermalbäder von Reyes, die kleinen, grünblauen Bergseen von Yala bis zum wildromantischen Tiraxi in einem Flusstal direkt im Urwald.

San Salvador de Jujuy - La Quiaca[Bearbeiten]

Wohl der Höhepunkt der Ruta 9 ist die Quebrada de Humahuaca, ein enges Bergtal, das hinter San Salvador de Jujuy beginnt und sich noch in einem sehr ursprünglichen Zustand befindet. Die Städtchen in diesem Tal wirken, als sei die Zeit im 19. Jahrhundert stehengeblieben, und sind auch von den Bauten her gut erhalten. Zahlreiche Kirchen und Kapellen im schlichten Kolonialstil haben die Jahrhunderte überdauert und werden bis heute gehegt und gepflegt. Zudem ist das Tal landschaftlich sehr reizvoll: zunächst vom subtropischen Urwald geprägt, wandelt sich das Terrain hinter Volcán zu einer kargen Hochlandvergetation, eingerahmt von vielfarbigen Bergen, aber durch Bewässerung soweit fruchtbar gemacht, dass sich zahlreiche Kleinbauernbetriebe gehalten haben.

Bei Purmamarca lohnt es sich einen kurzen Abstecher (2 km) zu machen um den Siebenfarbenberg zu bewundern, eines der Symbole Argentiniens. Die noch sehr ursprünglichen Dörfer Tumbaya (km. 1737) und Maimará zeigen, wie die gesamte Tallandschaft vor dem Tourismusboom (der etwa 1980 begann) ausgesehen haben mag. In Tilcara (km. 1772) , dem beliebtesten Ferienort der Quebrada, findet im Januar ein 15tägiges Folklore-Festival statt. Die Instrumente sind hier verschieden von denen im Flachland und leiten zur Andenmusik Boliviens und Peru über. Humahuaca (km. 1814), die größte Stadt der Quebrada, ist bekannt für die wohl am besten erhaltene Altstadt Argentiniens und den Karneval im Februar, der inzwischen zu einem touristischen Spektakel geworden ist. Wer zu dieser Zeit in der Quebrada unterwegs ist, sollte alle Unterkünfte auf jeden Fall vorbuchen.

Hinter Humahuaca ändert sich die Landschaft und man tritt in die Hochebene der Puna ein, eine Trockensteppe mit rötlich gefärbter Erde. Das in einer engen Schlucht gelegene Iruya (50 km östlich der Ruta 9) ist so spektakulär gelegen, dass heute der Tourismus durch einen absichtlich nur wenige Tage in der Woche verkehrenden Bus limitiert wird. Wenig los ist dagegen in Tres Cruces auf mehr als 3.600 Metern Höhe inmitten surrealer, runder Bergketten. Abra Pampa (km. 1904) ist für eine Pause geeignet, ansonsten aber wenig sehenswert.

In La Quiaca an der Grenze zu Bolivien (km. 1976 bis 1979) endet schließlich die Ruta. Die Stadt selbst ist wenig sehenswert, ist sie doch ein typischer Grenzort. Sie wirkt sogar wie eine Schlafstadt, da sich das Einkaufszentrum im bolivianischen Villazón befindet. Mögliche Abstecher gehen in die alten Kleinstädte Santa Catalina und Yavi.

Sicherheit[Bearbeiten]

Die gesamte Strecke ist stark befahren. Kriminelle braucht man nicht zu fürchten, aufs Trampen in städtischen Außenbezirken sollte man jedoch verzichten. Problematisch ist allerdings die Überlastung der Ruta auf einigen Strecken, insbesondere zwischen Córdoba und Tucumán sowie auf den nicht ausgebauten Strecken in Salta. Dort ist die Unfallquote hoch, man sollte also besondere Vorsicht walten lassen.

Ausflüge[Bearbeiten]

In Bolivien führt die Strecke über die Ruta 14 weiter. Auf dieser Straße, die derzeit (endlich!) geteert wird, liegen die Reiseziele Tupiza und Potosí. Von dort aus kann man nach Sucre, Oruro und La Paz weiterreisen. Auch auf dieser Strecke sind Busse vorhanden; ebenfalls gibt es einen Zug von Villazón nach Oruro.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

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