Vennbahn

Der 125 km lange Vennbahn-Radweg ist ein Bahntrassenradweg der in Aachen startet. Die komplett asphaltierte Route führt zu 80 Prozent auf Bahntrassen. Von Aachen geht es hinauf in das Hohe Venn. Vorbei an Monschau und Sankt-Vith schlängelt sich die Strecke in das Tal der Our. Endpunkt ist der Bahnhof Troisvierges in Luxemburg. Mit mehreren gut ausgebauten Anbindungen erschließt sich Radreisenden ein Radwegenetz in höchster Qualität.
Wer sehr sportlich ist kann die Strecke an einem Tag abspulen. Für Genussradler bietet sich ein verlängertes Wochenende an.
Streckenprofil
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- Länge: 125 km (+2 km zum Hbf.)
- Ausschilderung: sehr gut, als „Vennbahn“ und auch als „RAVeL“ (Réseau Autonome de Voies Lentes).
- Steigungen: Wo die Bahntrasse genutzt wird, hat die Route maximal 3 % Steigung/Gefälle. Steilere Abschnitte (bis 12 %) gibt es im Ortsbereich Sankt-Vith, im Ourtal und in Luxemburg.
- Wegzustand: Die Strecke ist komplett asphaltiert bzw. gleichwertig befestigt. wassergebundene Abschnitte gibt es nicht mehr.
- Verkehrsbelastung: In Deutschland ist die Vennbahn bis auf Kreuzungen verkehrsfrei. In Belgien sind kurze Abschnitte für Kfz freigegeben. Außerdem verlaufen kurze Abschnitte auf Orts- und Landstraßen.
- Geeignetes Fahrrad: einfaches, verkehrssicheres Alltagsrad ausreichend. Ab Lengeler bergig, hier 7-Gang- Naben- oder Kettenschaltung erforderlich. Ein Pedelec ist daher hilfreich.
- Familieneignung: für Familien und Senioren geeignet
- Inlinereignung: sehr gut zwischen Raeren und Lammersdorf, Leykaul und Faymonville.



Hintergrund
[Bearbeiten]Vor dem ersten Weltkrieg verband die Bahnlinie „Vennbahn“ die Industrie des Aachener Reviers auf dem kürzesten Wege mit Luxemburg, das unter anderem Eisenerz lieferte. Sie verlief komplett auf deutschem Territorium und hatte auch eine militärisch-strategische Bedeutung. Nach dem Ersten Weltkrieg ging der westlichste Teil der Rheinprovinz an Belgien, was den Betrieb der Bahnlinie einschränkte. Die Siegermächte legten fest, dass die Bahntrasse belgisches Hoheitsgebiet ist. Nach dem Zweiten Weltkrieg sank die Auslastung der teilweise nach dem Krieg wieder hergerichteten Strecke stetig, so dass die Strecke schließlich bis 1989 vollständig stillgelegt wurde. Bereits im Jahr 2001 wurde auf dem Streckenabschnitt St. Vith - Waimes ein Radweg angelegt. In Deutschland wurde 2008 in Aachen mit dem Bau des Radweges begonnen. Am 02. Juli 2013 ist in St. Vith die Radroute offiziell in einem Festakt eröffnet worden. Da im Bereich der Draisinenstrecke Braunkehlchen nisten, musste eine Umgehung gebaut werden. Der Lengeler Tunnel wurde wegen Fledermäusen nicht ausgebaut, weshalb die Tour nach Luxemburg sehr mühselig ist. Die Gesamtkosten des Projektes belaufen sich bisher auf 14,7 Millionen Euro [August 2013], allein für Werbung wurden über 200.000 € ausgegeben.
Der belgische Abschnitt (auch quasi in Deutschland) ist Teil des RAVeL, also des wallonischen Wegenetzes für langsamen Verkehr (Wanderer, Reiter und Radfahrer). Die Namen der ehemaligen Bahnlinien 47 und 48 („Ligne 47“ und „Ligne 48“) wurden hinzugefügt. Die Linie 48 verläuft von Raeren nach St. Vith. Hinter Lommersweiler wird zur Umfahrung eines weiteren, allerdings verschlossenen Tunnels ein Stück der Linie 46 genutzt, anschließend nur noch die 47. Viele RAVeL-Routen haben eine Kilometrierung, darunter auch der Vennbahnradweg. Bis auf Waimes sind alle Orte deutschsprachig.
Im Rahmen einer Neuordnung des wallonischen Radwegenetzes hat die Vennbahn die Nummer 9 erhalten, die bereits auf zahlreichen Wegweisern erscheint. Die Vennbahn bildet nun den größten Teil der Route La Véloroute grandeur Nature(„Route der großartigen Natur“), die über Bastogne führt und dann Teil der EuroVelo-Route 5 wird. Der pré-RAVeL Ligne 618 führt im ruhigen Tal der hohen Sauer nach Martelange (dt. Martelingen). Dort wird erneut die Grenze zu Luxemburg erreicht, wo sich die europäische Route auf Bahntrassenradwegen fort setzt. Es ist geplant, diese technisch nicht immer gute Strecke qualitativ auf zu bessern.
In Luxemburg hat die hier nur 8 km lange Vennbahn die Nummer 21 im nationalen Radwegenetz. Amts- und auch Muttersprache ist im Norden Luxemburgs französisch.

2015 ist die Route unter der Bezeichnung Vennbahn Plus um 16 teilweise angebundende „Nebenstrecken“, meist Runden, ergänzt worden. Diese Routen, die man meist nur über eine Anfahrt erreicht, haben allerdings keine RAVeL-Qualität. Die Ostbelgien-Seite bietet Karten und Tracks für diese Routen.
In Deutschland ist das Reiten auf dem Radweg untersagt.
Vorbereitung
[Bearbeiten]Wer sehr sportlich ist, kann die Vennbahn an einem Tag abspulen. Es bietet sich aber an, sich mehr Zeit zu nehmen. Hier im Artikel wurde der Vennbahn-Radweg in drei gemütlichere Etappen eingeteilt. Die Strecke eignet sich so für ein verlängertes Wochenende. Ein Aufenthaltstag lohnt vor allem in Monschau. So kann hier das Hohe Venn mit seinen Mooren besucht werden.
Reisezeit und Klima
[Bearbeiten]Beste Reisezeit ist Mai bis September.
Die Höhenlage der Vennbahn kann bereits in den Übergangsjahreszeiten zu erheblicher Kälte und damit auch zur Vereisung von Streckenabschnitten führen. Ein vorheriger Blick auf die Wetterkarte ist daher wichtiger als bei den meisten Fluss-Radwegen.
Anreise
[Bearbeiten]Mit Öffentlichen Verkehrsmitteln
[Bearbeiten]- Nach Aachen ist eine Anreise mit der Bahn möglich (Hauptbahnhof oder Bahnhof Rothe Erde). Von Aachen aus fahren an Wochenenden in den Sommermonaten mehrere Fahrradbusse des AVV. Eine Schnellfahrt der Linie 66 fährt morgens direkt bis zum Bahnhof Kalterherberg, von wo aus man bequem (bergab) zurück nach Aachen radeln kann.
- Aus Richtung Köln kann man z. B. auch nach Jünkerath mit der Regionalbahn anreisen und dort auf dem Kylltal-Radweg nach Westen starten. In Weywertz trifft man auf die Vennbahn.
Mit dem Fahrrad
[Bearbeiten]- Aachen ist überregional in die Eurovelo-Route 3 Pilgrims Route (EV3) eingebunden. Die Pilgerroute kommt aus Paris und führt über Aachen weiter Richtung Bonn (Info EV3). Ab Aachen nutzt die EV3 ein Stück die Vennbahn. Der deutsche Abschnitt der EV3 ist identisch mit der D-Route 7: Pilgerroute.
- Aus den Raum Düsseldorf gibt es Stand 2026 keine verbindungsorientierte durchgehend beschilderte Radroute nach Aachen. Hier muss man sich individuell vom Radnavi in der Outdoor-App leiten lassen.
- Aus dem Radnetz der Niederlande bestehen darüber hinaus individuelle Verbindungen im Knotenpunktnetz der Niederlande z. B. aus Maastricht bzw. vom Mass-Radweg nach Aachen. Sich hier von Radnavi in der Outdoor-App leiten lassen.
wichtige Anschlüsse auf der Strecke siehe Streckenbeschreibung und auch Abschnitt Weiter geht's.

Auf der Straße
[Bearbeiten]Aufgrund der Fülle von Möglichkeiten ein paar Tipps:
- Die A 44 bis Aachen-Brand, dann auf der belebten Trierer Straße entweder zum Bahnhof Rothe Erde (Parkplätze meist kostenpflichtig) oder in die Gegenrichtung nach Walheim.
- Die A 44 bis Raeren an der belgischen Grenze (Ausfahrt Lichtenbusch). Von den Grenzparkplätzen aus sind es ca. 3 km nach Schmithof, das man auf der B 258 erreicht. Dieser Ort hat keinen Parkplatz, aber doch Parkmöglichkeiten neben der Vennbahn.
- Die A 1 von Köln aus an der Ausfahrt 111-Wißkirchen verlassen und nach Leykaul fahren. Die gute Infrastruktur macht den Ort zu einem guten Startpunkt.
- Die A 60 nach Sankt-Vith. Man kann auch die Ausfahrt Winterspelt nutzen und in Steinebrück auf der Linie 46 starten. Nach wenigen Metern ist man dann auf der Vennbahn.
Parkplätze
[Bearbeiten]- In Aachen- Brand (Anfahrt über die A44, Anschluss 3 Aachen-Brand) 1 Parkmöglichkeit Am alten Wasserwerk / Rombachstraße
- erreichbar über die B 258: 2 Parkplatz in Roetgen
- Küchelscheid / Leykaul an der belgisch-deutschen Grenze bei Kalterherberg: 3 Parkplatz in Leykaul
- von D aus nicht erste Wahl, aber dieser Parkplatz ist auf der Route: 4 Parkplatz in Born
Streckenbeschreibung mit Sehenswürdigkeiten
[Bearbeiten]1. Etappe: Aachen-Hauptbahnhof - Monschau (etwa 50 km)
[Bearbeiten]Auf dieser 1. Etappe schlängelt sich die Vennbahn sanft bergauf in das Hohe Venn. Bis Lammersdorf werden rund 380 Höhenmeter überwunden.

Die Kilometrierung mit großen Schildern auf hohen Masten beginnt in Aachen. In der Großstadt nimmt man am Verkehrsgeschehen teil und muss an einigen Ampeln warten und Straßen ohne Ampel queren.
Km 0: 5 Aachen Hbf - Seit 2017 ist die Vennbahn bereits vom Hauptbahnhof in 1 Aachen aus ausgeschildert und auch kilometriert. Rund 200 m vom Hbf. entfernt befindet sich auf der rechten Seite die 1 Radstation Aachen. Hier können Fahrräder gemietet, gekauft oder repariert werden. Auch 250 Fahrradparkplätze finden sich hier. Wer Aachen zu Fuß erkunden möchte kann hier sein Rad sicher einstellen.
- ~
~> Diese Anbindung vom Hauptbahnhof durch die Aachener Innenstadt hat allerdings nur selten die Qualität eines Bahnradwegs. Teilweise radelt man mitten im Großstadtverkehr. Über fehlende Abwechslung kann man allerdings nicht klagen. Das Angebot an Gaststätten ist beinahe umfangreicher als auf den übrigen 125 km. Als Sehenswürdigkeit ist die Burg Frankenberg zu nennen.
- ~> Ein kurzes Stück des Abschnitts nutzt eine ehemalige Bahntrasse, die von Rothe Erde zum ehemaligen Güterbahnhof aachen (Moltkebahnhof) führte. Dieser kurze, erste verkehrsfreie Abschnitt startet an der 2 Goffartstraße .

Km 3: 6 Bahnhof Aachen Rothe Erde - Die eigentliche Vennbahn als historische Bahnstrecke beginnt hier. Unmittelbar neben dem Streckenbeginn liegt das Einkaufszentrum „Aachen-Arkaden“ mit lebensmittelmarkt (Netto). Der Startpunkt ist mit 170 m Höhe gleichzeitig der Tiefpunkt der Route. Gegenüber gibt es eine Brot-Von-Gestern-Filiale der Leo-Kette, wo man u.a. Belgische Reisfladen kaufen kann, die sich durchaus als Proviant für die Tour eignen (auch gutes Preis-Leistungsverhältnis). Die Trierer Straße gehört zur B 258, der wir im Verlauf der Tour öfter begegnen werden.
Km 8:
Schutzhütte am Spielplatz Brander Bahnhof. Der nahe, ehemalige 1 Brander Bahnhof bietet jetzt ein gastronomisches Angebot.
- ~
~> Hinter Aachen-Brand überquert man das 1 Viadukt über den Rollefbach (128 m lang, 25 m hoch, erbaut 1885 im Zuge der Vennbahn).
Km 13: 2 Kornelimünster - Der Bahnhof ehemalige Bahnhof Kornelimünster beherbergt jetzt das Restaurant Bahnhofsvision. Etwas abseits der Route liegt das 1 Reichsabtei Kornelimünster Die ehemalige Reichsabtei mit Abteikirche beherbergt heute u.a. ein Museum für moderne Kunst.
- → Abzweig der D-Route 4: Mittelland-Route und D-Route 7: Pilgerroute Richtung Bonn
- ~
~> Zwischen Kornelimünster und Walheim geht es über den Viadukt über den Iternbach, den man am Besten sieht, wenn man den Trassenweg kurz verlässt.
Km 17: 3 Walheim - stillgelegter Bahnhof, Einkehrmöglichkeiten im Ort, Einkaufsmöglichkeiten am Weg (Lebenmittelmärkte REWE und Penny). Das Strecke verläuft hier neben einem Bahngleis, das zur Strecke Stolberg - Walheim - Raeren - Eupen gehört. Diese Strecke soll in Zukunft evtl. wieder in Betrieb genommen werden. Der Radweg ist durch einen Zaun abgegrenzt.

- ~
~> Im Dorf Schmithof wird die Hauptstraße gleich zwei Mal gekreuzt. Der Bahnhof war einst die Grenzstation zu Belgien, für Personenzüge war hier Endstation. 3 Rastplatz Schmithof (kein Regenschutz)
Km 23: 4 Knotenpunkt 48 bei Raeren (B) auf 318 m Höhe - Hier finden sich eine Toilette, E-Bike-Ladestation, Werkzeugstation und das beliebte Bahnhofscafe (große Bierauswahl, Selbstbedienung, am sitzt in bzw. auf alten Waggons). Teil des Ortes Raeren ist eine 2 Wasserburg aus dem 14. Jahrhundert, in der ein Töpfermuseum untergebracht ist (Abstecher abseits der Route).

- ~
~> In einer großen Schleife im Wald gewinnt die Route weiter an Höhe. Es gibt eine Steigung von 100 Höhenmetern auf ca. 10 km Strecke
Km 23: 4 Roetgen (D) auf 419 m Höhe - Gastronomie, Toilette, Spielplatz, Einkaufmöglichkeiten nah der Route (Lebenmittelmärkte Netto und Aldi), Tourist-Information in Ort

- → Anschluss an das Knotenpunktsystem mit der Möglichkeit, zur Wesertalsperre zu gelangen. Erster Knotenpunkt an dem Stausee ist die 46 (ca. 7 km). Knotenpunkt 41 ist an der Talsperre, wo man dann auch nach Eupen abzweigen kann. Dieser Punkt liegt ca 50 m tiefer als Roetgen. Alternativ kann man wieder zurück zur Vennbahn bei Konzen oder Mützenich und somit die Vennlandschaft erleben. Die Wege sind überwiegend asphaltiert.
Km 40: 5 Simmerath-Lammersdorf (D) (554 m Höhe) - Erster Sattel der Vennbahn.
Rastplatz mit Schutzhütte.
Km 45:
Rastplatz ehem. Bahnhof Konzen an Knotenpunkt 24
- Mit der 2 Pankratiuskapelle besitzt das große Dorf Konzen das älteste Bauwerk in der Region, Die Kapelle ist der Rest einer größeren Kirche aus dem 9. Jahrhundert. Sie ist Teil des Friedhofs und leicht von der Vennbahn aus zu erreichen. Der Ort ist auch ein guter Startpunkt für einen Abstecher in das Hohe Venn, da die Wege hier recht flach sind.
- Ein Burger King und eine Kaufland-Filiale, beide südlich des Ortes, sind ebenfalls recht nahe an der Radroute.

Km 49:
Rastplatz ehem. Bahnhof Mützenich an Knotenpunkt 27 (D) - Rastplatz mit Schutzhütte am ehemaligen Bahnhof. Von der Stadt 6 Monschau sieht man nicht viel, da die Strecke oberhalb durch den Ortsteil Mützenich führt. Der Abstecher talwärts in die schmucke viel besuchte Altstadt lohnt in jedem Fall.
Aufenthaltstag in Monschau: Tagestour zum Signal de Botrange (etwa 40 bis 45 km)
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Mit einem Aufenthaltstag in Monschau bzw. Mützenich lässt sich gut das hohe Venn entdecken. Die 40 bis 45 km lange Tagesrunde ist bergig und führt öfter auf geschotterten Fahrwegen entlang.
Von Monschau (Knotenpunkt 33) geht es auf Schotterwegen den RurUfer-Radweg aufwärts. Über die Knoten 32, 30 und 39 wird Küchelscheid an der Vennbahn erreicht. Hier liegt am Bahnradweg Knoten 38.
Über 71, 86, 83, 80 und 51 wird bei 52 das 3 Signal de Botrange angefahren. Hierbei handelt es sich um die höchste Erhebung von Belgien. Mit einem künstlichen Hügel wurde die Erhebung auf genau 700 m über dem Meer erhöht. Hier findet sich ferner Ausflugsgastronomie mit Turm.
Nachdem Signal de Botrange kann das 1 km südlich gelegene 1 Naturparkzentrum Botrange mit Austellung über das Hohe Venn besuchen.
Rückweg ohne Zentrumsbesuch sonst wieder über 51, 80 bis 83. Hier nun Richtung Knoten 84 halten.
Von 83 erreicht man über 84 und 85 schließlich Knoten 69 an der Nationalstraße. Hier am Wanderparkplatz "Grenzweg" das Rad abstellen. Die Bohlenstege im Moor sind für das Fahrrad gesperrt.


Kleine Moorwanderung: Von 5 am Wanderparkplatz nach 6 am Moorauge Hellketel. Von hier über 7 und 8 eine große Schleife durch das reizvolle Hochmoor Wandern. Runde insgesamt ab Wanderparkplatz "Grenzweg" etwa 4,5 km.
Nach dieser Moorwanderung 3 km über die Landstraße abwärts zurück nach Monschau. Sinnvolle direkte Alternativwege zur Straße bestehen hier nicht.
Nach dieser Erlebnistour kann man den Tag im gemütlichen Monschau ausklingen lassen.
2. Etappe: Monschau - Waimes : ca. 29 km (+ 12 km Abstecher Bütgenbacher See)
[Bearbeiten]Dieser Abschnitt ist ruhiger und wird von der Vennlandschaft geprägt. Interessant sind die Abzweigungen nach Malmedy und nach Losheim in Deutschland. Ein Besuch am Bütgenbacher See (ca. 6 km ab Weywertz) ist in dieser Etappe inbegriffen.
Km 0:
Rastplatz ehem. Bahnhof Mützenich an Knotenpunkt 27 (D) - Etappenstart. Wer in der Altstadt von Monschau genächtigt hat, kann über den Rurufer-Radweg im Tal nach Kalterherberg radeln (geschotterte Wirtschaftwege).
- ~
~> Zwischen Mützenich und Küchelscheid überquert man das Viadukt Reichenstein. Zur Linken sieht man die noch junge Rur, die sich in ihrem Tal schlängelt und vom Radweg mehrfach überbrückt wird. Bereits kurz hinter dem Viadukt gibt es einen zuweilen rutschigen Trampelpfad links in das Tal, wo man den RurUfer-Radweg erreicht. Der von hier aus abschüssige Weg bietet eine interessante Möglichkeit, nach Monschau zu kommen oder das Kloster Reichenstein zu sehen.
Km 7:
Knotenpunkt 38 am ehemaligen Bahnhof Kalterherberg (D)/Leykaul (B) - Rastplatz mit Schutzhütte am ehemaligen Grenzübergang. Zwischen Leykaul und Sourbrodt gibt es die Möglichkeit auf der alten Bahnstrecke mit einer Fahrraddraisine zu fahren. Radfahrer radeln hier neben der Trasse. An Start- und Endpunkt der Draisinen gibt es ein gastronomisches Angebot. Das ehemalige Zollhaus („Douanehof“) bietet jetzt Unterkunft. Die Rur, die als junges Flüssschen auf diesem Teilstück die Route begleitet, wird noch drei Mal gekreuzt.
- → Hier kreuzt die Vennbahn den RurUfer-Radweg. Wer Richtung Aachen radelt, kann den Weg an der Rur für einen Besuch der mittelalterlichen Stadt Monschau nutzen. Es geht stetig bergab und das Rurtal ist hier besonders schön. Die Alternativen sind deutlich steiler (allerdings erst bergab) und nicht so schön.

Km 15: 9 Ehemaliger Bahnhof Sourbrodt (B) (dt. Surbrot) (564 m Höhe) - stillgelegter, großer Bahnhof. Einkehrmöglichkeiten. Heute Endpunkt der Draisinenbahn. Früher Anschluss an den ursprünglich kaiserlich-deutschen, jetzt belgischen Truppenübungsplatz „Camp Elsenborn“. 5,4 km von diesem Bahnhof entfernt ist der 1 Signal de Botrange, also der mit 694 m höchste Berg Belgiens. Vor dem Signal de Botrange kann das 1 km südlich gelegene 2 Naturparkzentrum Botrange mit Austellung über das Hohe Venn besuchen.
- → ca. 5 km lange Abzweigung (nur für MTB!) nach Ovifat (Ortsteil von Waimes), wo man das 4 Château de Reinhardstein anschauen kann. Die aus dem 14. Jahrhundert stammende und zwischenzeitlich zerstörte Burg wurde 1965/66 von Wallonen wieder aufgebaut. Neben Unterkunft beherbergt die Burg auch ein Museum.[1]. Dahinter fällt der mit 60 Metern höchste Wasserfall Belgiens ins tiefe Warchetal hinunter, das an dieser Stelle nur durch eine Wanderung zu erreichen ist.
- ~
~> Vorbei an Weywertz (B) wird der Abzweig zur Ligne 45A erreicht.
Km 21: 10 Knotenpunkt 14 mit Rastplatz: Anschluss an die Ligne 45A
- → Anschluss Ligne 45A / Bahnradweg Vennquerbahn nach Losheim (deutsche Grenze) und Jünkerath (D) (ehemalige Vennquerbahn). Dieser ca. 38 km lange Bahntrassenradweg zum Bahnhof Jünkerath ist schön zu fahren. Die Strecke ist komplett asphaltiert. Ab 7 Bahnhof Jünkerath besteht Anschluss an die Eifelbahn Trier–Köln. Die komplett asphaltierte Strecke führt insbesondere in Belgien durch eine ruhige Naturlandschaft. Man kommt an zwei Stauseen vorbei: 7 Bütgenbach mit 2 Bütgenbacher See und 8 Kronenburg mit
Burgruine Kronenburg und 3 Kronenburger See. Ab Losheim gehört der Bahnradweg auch zum Kylltal-Radweg, der zahlreiche weitere Verbindungen in der Eifel erschließt und in Trier endet.
- → Anschluss Ligne 45A / Bahnradweg Vennquerbahn nach Losheim (deutsche Grenze) und Jünkerath (D) (ehemalige Vennquerbahn). Dieser ca. 38 km lange Bahntrassenradweg zum Bahnhof Jünkerath ist schön zu fahren. Die Strecke ist komplett asphaltiert. Ab 7 Bahnhof Jünkerath besteht Anschluss an die Eifelbahn Trier–Köln. Die komplett asphaltierte Strecke führt insbesondere in Belgien durch eine ruhige Naturlandschaft. Man kommt an zwei Stauseen vorbei: 7 Bütgenbach mit 2 Bütgenbacher See und 8 Kronenburg mit
- ~
~>
Rastplatz - Rastplatz mit Schutzhütte in Faymonville (B).Eine Schutzhütte für die Bahnpassagiere dient jetzt den Radlern.

Km 29:
Routenverzweig am ehemaligen Bahnhof Waimes (B) - am ehemaligen Bahnhof ist ein großer Rastplatz mit Schutzhütte und Schautafel. Routenverzweig von zwei ehemaligen Bahnlinien. Mit 1,5 km Abstecher auf der Route Ligne 45 finden sich in der Ortsmitte von 9 Waimes (Knotenpunkt 10) Einkehr- und übernachtungsmöglichkeiten. Hier auch kleiner Lebensmittelmarkt (Vrac & Co).
- → Anschluss an die Ligne 45 (sehr gute Strecke) nach Malmedy und letztendlich Trois-Ponts (Bahnhof Bahnstrecke Lüttich-Luxemburg). Auf dieser Strecke kommt man auch durch den alten Ort Weismes (deutsche Bezeichnung). In Stavelot zweigt die Pre-RAVeL Ligne 44A über Francorchamps (Formel1 - Rundkurs) nach Spa ab. Letztere hat bis Hockai eine mäßige Asphaltqualität und eine anhaltende Steigung.
3. Etappe: Waimes - Troisvierges (etwa 50 km)
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Dieser Abschnitt ist bis Troisvierges durchgehend asphaltiert. Südlich von Lengeler gibt es in den luxemburgischen Ardennen mehrere knackige Steigungen mit bis zu 12 %.
Km 0: Routenverzweig am ehemaligen Bahnhof Waimes (B) 490 m Höhe - Etappenstart
- ~
~> Der Weiler 10 Ondenval (B) (dt. Niedersteinbach) liegt zur Rechten im Tal. Die Route schlängelt sich durch die offene Landschaft.
Km 8: 11 Montenau (B) 430 m Höhe - Gastronomie und Schutzhütte am alten Bahnhof. E-Bike-Ladestation und Tourist-Information. Montenau ist bekannt durch den Montenauer Schinken[2]. Ein Schinkenkühllager befindet sich neben dem Radweg.
Km 10: 11 Knotenpunkt 21 bei Born - Abzweig Ravel Ligne 47a nach Vielsalm. Im Ort 12 Born (B) imponiert der 5 Freiherr-von-Korff-Viadukt . Der militärische Brückenschlag aus dem 1. Weltkrieg gehört zur abzweigenden Bahnstrecke Vielsalm–Born. Der Viadukt wird unterquert und kann dadurch gut in ganzer Länge bewundert werden. Das Auffahren auf den Viadukt ist möglich. Ein Münzfernglas bietet weite Blicke. Südlich gibt es die Überreste einer ehemaligen Lokomotiven-Drehscheibe zu sehen (links abzweigen!), wobei sonstige Bahnbauten oder Gleise nicht mehr erkennbar sind.

Km 17: 13 Sankt-Vith (480 m Höhe) - Das Hauptgebäude des ehemaligen Bahnhofes, zur Rechten des Radweges, dient jetzt als Museum. Im Orts abseits der Route Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeiten.
- ~
~> Im Bereich Neidingen wird die Trasse kaum genutzt. Man radelt auf Nebenstraßen durch das Dorf. Süddlich Neidingen beginnt wieder der Bahnradweg. Das muntere, sich schlängelnde Flüssschen im Tal ist der Braunlauf.

- ~> 6 Tunnel bei Lommersweiler (B) - Das rund 150 m lange Bauwerk ist ganzjährig geöffnet. Für den Radweg wurde die kürzere von 2 Röhren ausgebaut.
- ~> Es geht weiter talwärts.
Km 25: 12 Knotenpunkt 55 (390 m Höhe): Abzweig Eifel-Ardennen-Radweg
- → Anschluss an den Eifel-Ardennen-Radweg über Bleialf und Pronsfeld nach Prüm. Dieser Anschluss bildet eine gerade Fortsetzung mit sehr guter Wegequalität auf der Trasse der ehemaligen w:Westeifelbahn. Schildern vor Ort zu Folge war Bleialf ein Jahr lang Endstation der Vennbahn. Nach Prüm sind es 2 km mehr als nach Troisvierges, die Strecke ist durchgehend asphaltiert.
- ~
~> Die Vennbahn zweigt hier scharf rechts ab in das grüne und sehr ruhige Ourtal. In diesem Bereich wurden 1944 zahlreiche Bahnbrücken durch die Wehrmacht gesprengt, die Vennbahn dadurch stillgelegt und nie wieder genutzt, auch als Radweg wird sie nur hier und da verwendet. Von Süden fuhren aber noch bis 1964 Züge nach Reuland.

- ~> Hemmeres (D) - Ein kurzer Besuch in Deutschland. Vor dem Ort kann man die Brückenlager einer zerstörten Vennbahnbrücke sehen.
- ~> Die Our fließt in Schleifen, die die Vennbahn mit Brücken schneidet. Unterwegs ein
Rastplatz. Der Ort Auel (B) wird am Ortsrand passiert.
- ~> Die Route verlässt, beinahe unbemerkt, das Ourtal und geht in das Tal des Nebenfluss namens Ulf über (
Schutzhütte).

Km 32: 13 Knotenpunkt 72 bei Reuland (B) - Stillgelegter Bahnhof, der als Villa ausgebaut wurde. Hier liegt 7 Burgruine Reuland, die man am Besten vom Radweg aus sieht. Anders als üblich liegt diese Burg keinesfalls auf einer Anhöhe, sondern ist Teil des Dorfes und kann bequem besichtigt werden. Das liegt daran, dass bereits die Römer an dieser Stelle ein gar nicht so kleines Kastell errichtet hatten, das von den neuen Bauherren als Fundament genutzt wurde. Im Burghof wartet ein gastronomisches Angebot.
- ~
~> Hinter dem Ort ist die Bahntrasse wieder deutlich erkennbar und es geht leicht bergauf, so dass sich einige schöne Blicke in das Ulftal ergeben. Es beginnt ein 2019 neu asphaltierter Abschnitt.
Km 43: 14 Sattel über den Tunnel Huldange (etwa 550 m Höhe) - Die Hauptstraße wird sicher per Unterführung gequert: Rastplatz, Schutzhütte, E-Bike-Ladestation,
- → Abschluss an den RAVeL W9 La Véloroute grandeur Nature Richtung 14 Bastogne. Die Radroute ist bis Bastogne überwiegend als Bahnradweg ausgebaut.
- Tunnel Huldange Unter dem Sattel befindet sich der 790 m lange Tunnel, der als Quartier für Fledermäuse nicht zugänglich ist. Es gibt eine Umfahrung mit bis zu 12 % Steigung).
- → Abschluss an den RAVeL W9 La Véloroute grandeur Nature Richtung 14 Bastogne. Die Radroute ist bis Bastogne überwiegend als Bahnradweg ausgebaut.
- ~
~> Hinter dem Tunnel ist Luxemburg, wo die Bahntrasse nur noch teilweise genutzt wird. Die Strecke besitzt mehrere, aufeinander folgende steile Rampen, ist aber durchgehend asphaltiert. Ausgeschildert ist der Weg in Luxemburg nun als „Piste Cyclable du Nord 21“.

- ~> Die ehemalige Bahnbrücke bei Wilwerdange wurde abgerissen und zwingt nun zur Tal- und Bergfahrt auf zwei Rampen.
Km 50: 15 Troisvierges (L) auf 420 m Höhe - übersetzt bedeutet der Ortsname „Drei Jungfrauen“. Auf Deutsch heißt er Ulflingen. Die letzten Meter vor dem Bahnhof Troisvierges haben ein Gefälle von 10 %. Das wichtigste und vielleicht sogar größte Bauwerk im Ort ist der Bahnhof, der vor allem Richtung Belgien einige interessante Verbindungen ermöglicht. So kann man z. B. nach Trois-Point fahren, wo man mit dem Rad auf schöner Strecke (Ligne 45) wieder Richtung Vennbahn radeln kann.
- → auch hier kann man nach Westen weiter radeln, bis man auf die Linie 163 trifft. In Belgien gibt es Radwegweiser, in Luxemburg aber nicht.

Weiter geht's
[Bearbeiten]Der Vennbahn-Radweg besitzt folgende bedeutende Anschlüsse:
- Aachen-Kornelimünster: Abzweig D-Route 4: Mittelland-Route und D-Route 7: Pilgerroute richtung Bonn
- Kalterherberg: RurUfer-Radweg und Eifelhöhenroute
- Lommersweiler: Eifel-Ardennen-Radweg nach Prüm
- Weywertz: Bahnradweg Ligne 45A nach Jünkerath (D) bzw. weiter zum Kylltal-Radweg
- Waimes: Bahnradweg Ligne 45 nach Malmedy, Stavelot und letztendlich Trois-Ponts (Bahnanschluss).
- Goedange: Bahnradweg Ligne 163 nach Bastogne
Weitere lokale und regionale Routen / Anschlüsse siehe Fahrradkarten auf Openstreetmap.org bzw. ebene „Radwege“ hier im Plan diese Artikels (Radnetz von Openstreetmap).
Literatur- und Kartenhinweise
[Bearbeiten]- Vennbahn-Radweg: Von Aachen durch den Naturpark Hohes Venn nach Luxemburg, 1:50.000 - 227 km. Esterbauer, 2025, ISBN 978-3711102874.
Weblinks
[Bearbeiten]- www.vennbahn.eu (de) – Offizielle Webseite von Vennbahn
- Ligne 47 auf Bahntrassenradeln
- Ligne 48 auf Bahntrassenradeln
Einzelnachweise
[Bearbeiten]- ↑ http://www.reinhardstein.net/de
- ↑ http://www.montenauer.com/de/startseite.htm Montenauer Schinken


