Erioll world 2.svg
Brauchbarer Artikel

Ioannina

Aus Wikivoyage
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Ioannina
keine Touristinfo auf Wikidata: Touristeninfo nachtragen

Ioannina ist die Hauptstadt der Provinz Epirus im Nordwesten von Griechenland. Die Stadt liegt in einer hügeligen Landschaft am Pamvotida-See.

Hintergrund[Bearbeiten]

Als Provinzhauptstadt der Provinz Epirus hat Ioannina mit dem Bau der Autobahn A2 Egnatia Odos eine wesentlich bessere Anbindung an die West-Ost-Achse in Nordgriechenland erhalten und wird oft als Ausgangspunkt für Touren in den Norden Griechenlands, Richtung Albanien und Nordmazedonien besucht.

Bekannt ist Ioannina als Stadt der Silberschmiede und für die in der Region angefertigten feinen Stickereien.

Geschichte[Bearbeiten]

Deportation von Juden aus Ioannina

Am Ort der heutigen Stadt soll bereits eine im 6. Jhdt. von Kaiser Justinian gegründete Siedlung bestanden haben, wohl um ein Kloster des Ag. Ioánnis (Johannes d. Täufer), urkundlich wird die Stadt als Bischofssitz 879 erstmals erwähnt. Nach dem vierten Kreuzzug und der Eroberung Konstantinopels durch die Lateiner wurde die Stadt Hauptstadt des kurzlebigen Despotats Epirus, sie wechselte in Kämpfen mit den Kräften aus Konstantinopel noch mehrfach Besitzer und Herren.

1430 wurde Ioannina ins Osmanische Reich integriert; auch als nach einem Aufstand der griechisch-orthodoxen Christen im 17. Jhdt. ein Großteil der christlichen Bevölkerung vertrieben und die Kirchen in Moscheen umgewandelt wurden, blieb die Stadt ein Schmelztiegel verschiedener Bevölkerungsgruppen und Kulturen: neben den orthodoxen Griechen und muslimischen Türken gab es bedeutende Zahlen von Albanern, Mazedorumänen und eine jüdische Bevölkerung.

Ende des 18. Jhdt. wurde unter Ali Pascha, dem "Löwen von Janina", mit Unterstützung von griechischen und albanischen Unabhängigkeitskämpfern, am Rande des Osmanischen Reiches ein von der "Hohen Pforte" unabhängiger Machtbereich aufgebaut, dem der osmanische Sultan 1822 ein Ende setzte. Das Ende der osmanischen Herrschaft kam im Ersten Balkankrieg mit dem Vormarsch der griechischen Truppen in den Epirus. Am 5. März 1913 ergaben sich die osmanischen Truppen. Mit der Kleinasiatischen Katastrophe verließ ein Großteil der türkischstämmigen Bevölkerung die Stadt, aus Kleinasien vertriebene griechischstämmige Einwanderer nahmen deren Platz ein.

Im Zweiten Weltkrieg gelangte die Stadt nach der Kapitulation der griechischen Truppen an die Achsenmächte, die italienischen Besatzer wurden von der Wehrmacht abgelöst. Am 25. März 1944 wurde das jüdische Viertel umstellt und die Bevölkerung zunächst nach Larisa deportiert und mit der Bahn ins Vernichtungslager Auschwitz überstellt, ein Holocaust-Mahnmal erinnert an das Geschehen.
In den Nachkriegsjahren entwickelte sich die Stadt zu einem Handels- und Verkehrsknotenpunkt und mit ihrer Universität zu einem Bildungszentrum.

Anreise[Bearbeiten]

Boot zur Insel im Pamvotida-See, im Hintergrund der Ort Perama

Mit dem Flugzeug[Bearbeiten]

Ioannina verfügt über einen kleinen Inlandsflughafen, der 1 Ioannina National Airport, IATA CodeIOA, ICAO CodeLGIO, ist benannt nach dem König Pyrrhus.

Auf der Straße[Bearbeiten]

Ioannina Airport "King Pyrros"
KTEL Bus Station
  • Ioannina ist mit einer Zubringer-Schnellstraße mit der Autobahn A2 Egnatia Odos verbunden. Diese beginnt in Igoumenitsa (80 km) und verläuft weiter nach Thessaloniki (260 km) und bis zur türkischen Grenze. Diese Autobahn hat den Namen und ihre Aufgabe von der antiken Römerstraße Egnatia Odos übernommen, nimmt aber einen südlicheren Verlauf. Mit EU-Unterstützung wurde die Autobahn durch das Pindos-Gebirge in den letzten Jahren modern ausgebaut und übernimmt eine wichtige Aufgabe der West-Ost-Achse.
  • mit ähnlichem Verlauf führt die ältere West-Ost-Landstraße EO6 von Igoumenitsa über Ioannina in östlicher Richtung nach Kalambaka, Trikala und Larisa
  • Nach Süden führt die Landstraße EO5 über Arga etwas im Landesinnern in Richtung Patras (230 km)
  • die ältere West-Ost-Verbindung durch die Flusstäler von Aoos und Sarandaporos durch die Berge des nördlichen Epirus bis Neapoli (Epirus) und Kastoria verläuft nördlich der Stadt.
  • eine spürbare Entlastung der vom Verkehr geplagten Innenstadt hat die Umgehungsstraße POI Περιφεριακή Οδός gebracht, welche die Stadt im Westen umrundet und nach Norden führt und beim Flughafen endet.

Mit dem Bus / öffentl. Verkehr[Bearbeiten]

Ioannina ist (noch) nicht an das griechische Eisenbahnnetz angeschlossen, direkte Busse verkehren nach Igoumenitsa (mit dem Fährhafen), Thessaloniki, Preveza, Kalambaka - Trikala und Athen. Die Website von KTEL Ioannina informiert auch in englischer Sprache; eine verständliche Suchfunktion mit den Fahrplänen zu einzelnen Destinationen gibt es auf Englisch, das PDF-Dokument mit der gesamten Fahrplanübersicht ist in Griechisch gehalten... (8/2015).
Der modernisierte 2 Busbahnhof liegt im Norden der Altstadt in der Nähe des Campingplatzes und zehn Minuten zu Fuß vom Stadtzentrum entfernt.

Mobilität[Bearbeiten]

Stadtkern und Altstadt lassen sich gut zu Fuß erkunden.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Karte von Ioannina
Zitadelle von Ioannina: Ag. Anargiron - Kirche
ehem. Fethiye Moschee

Altstadt[Bearbeiten]

  • im Nordosten der Stadt liegt auf einer leichten Anhöhe am Seeufer die ummauerte Altstadt, die Festung von Ioannina (Κάστρο Ιωαννίνων) mit zwei aus dem Mittelalter stammenden restaurierten Moscheen.
    • durch das antike Tor erreicht man die Zitadelle im Südosten. Im 1 byzantinischen Museum, erbaut auf den Grundmauern des Palastes von Ali Pasha, sind Exponate aus dem Epirus mit Schwerpunkt aus der Zeit der osmanisch-albanischen Herrschaft ausgestellt, außerdem Silberschmiedearbeiten. Unmittelbar daneben steht die restaurierte 2 Fetije-Moschee, davor befindet sich das Mausoleum des Ali Pascha.
Rechts vom Eingangstor zur Zitadelle findet sich die 3 Agion Anargiron Kirche, in deren Umgebung Ruinen von Festungsanlagen.
  • im Nordosten der Altstadt steht die zweite Moschee, die 4 Aslan-Pascha-Moschee. In der Mendrese (ehem. Koranschule) ist das 5 Städtische Museum (Dimotiko Mouseio Mendreses) untergebracht, die Exponate illustrieren die wechselhafte Geschichte der Stadt mit ihren unterschiedlichen Herrschern und dem Zusammenleben der verschiedenen Bevölkerungsgruppen.

Neustadt[Bearbeiten]

Gasse in der Neustadt
  • die Neustadt breitet sich im Westen um die Altstadt aus; zahlreiche Ladengeschäfte finden sich in der 6 Averof Georgiou Str. (Αβέρωφ) und in den parallel verlaufenden Gässchen mit Fußgängerzonen, Straßencafés und Tavernen. Entlang der Festungsmauer setzt sich die Leophoros Karamanli Straße bis zum 7 Hafen resp. Anlegestelle der Boote zur Ioannina-Insel fort; auf der Platia mavili (Πλ. Μαβίλη) zahlreiche Straßenkneipen, in denen sich am Abend viele Gäste aus Ioannina versammeln.
  • Der 8 Uhrturm im heutigen Stadtzentrum wurde 1905 unter türkischer Herrschaft erbaut, in der Nähe steht das 9 Rathaus mit seinen Loggia-artigen Arkaden aus 1928.
  • Sehenswert auch das 10 Archäologische Museum mit den antiken Funden aus Ausgrabungsstätten im Epirus. Erwähnenswert sind vor allem die Bleitäfelchen mit Anfragen an das Orakel von Dodoni zu erwähnen.
Archäologisches Museum (Archeologiko Mousio Ioanninon), 25th Martiou Square, Ioánnina 45221. Tel.: 26510-33357, Fax: 26510-71835.

Pamvotida-See[Bearbeiten]

Blick von der Zitadelle auf den Pamvotis-See
Ioannina Insel
Gasse auf der Ioannina-Insel
  • Der Pamvotida - See wird auch nach der am Westufer liegenden Stadt Ioannina-See benannt. Er hat eine Fläche von 22,8 km². Leider ist die Wasserqualität in dem malerischen See, in den zahlreiche Bäche aus der Umgebung münden, der aber nicht über einen Abfluss verfügt, so dass das Wasser nur durch Versickerung entweicht, mehr als nur fraglich. Im Frühjahr kann es zur Blüte von toxischen Algen kommen. Auch wenn kein eigentliches Badeverbot ausgeschildert ist, sollte wohl nicht gebadet werden - wenn jemand von den Ruderern einmal ins Wasser fällt, genehmigt er sich nach dem Bad eine längere Dusche...

Ioannina - Insel[Bearbeiten]

  • Im See liegt eine bewohnte Insel, die sich schlicht Νησί Ιωαννίνων, Ioannina-Insel nennt. Sie wird im Sommer tagsüber halbstündlich von Booten angefahren, die Überfahrt kostet ca. 3.- €.
Die Bewohner der Insel leben teilweise vom Fischfang, sie betreiben auch Froschzucht. Auf der Insel gibt es eine ganze Reihe guter Fischrestaurants, es verwundert nur wenig, dass eines davon Quak heißt und Froschschenkel als Spezialität anbietet.
Auf der Insel finden sich eine Kirche und sieben Klöster, die Ansammlung mehrerer Klöster in einem nicht einfach zugänglichen Gelände erinnert an die Klöster von Meteora, auch wenn hier der See und nicht die schwindelerregende Höhe der Felsen den Zugang erschwert.
  • die 11 Kirche Mariä Himmelfahrt (Ιερός Ναός Κοίμησης της Θεοτόκου) mit einer schönen hölzernen Ikonostase
  • das 12 Kloster des Heiligen Nikolaus der Philanthropinen (Μονή του Αγίου Νικολάου των Φιλανθρωπινών) aus dem 13. Jhdt. wurde 1531/32 mit Fresken im Epirus-Stil ausgemalt, die Fresken mit der Darstellung antiker Philosophen stammen aus ca. 1560. Das Kloster liegt im Nordosten der Insel.
  • das 13 Kloster des Heiligen Nikolaus Dilios (Stratigopoulos) (Μονή του Αγίου Νικολάου Ντίλιου) wurde wohl im 13. Jhdt. gegründet, die Fresken im heute noch existierenden Gebäude stammen aus den Jahren 1542/43.
  • das 14 Eleusis Kloster (Ιερά Μονή Ελεούσης) stammt aus dem 16. Jhdt. und wurde nach Zerstörungen durch die osmanischen Truppen nach der Flucht von Ali Pasha auf die Insel wieder aufgebaut und diente als theologisches Seminar. Es liegt etwas weiter südlich.
  • im südwestlichen Bereich der Insel liegt das 15 Kloster der Verklärung (Ιερά Μονή της Μεταμορφώσεως του Σωτήρος). Es stammt aus dem 17. Jhdt. und wurde ebenfalls beiden Ereignissen 1822 schwer beschädigt und um 1850 wieder aufgebaut, die Ausmalung mit Fresken stammt vom Mönch Anthimos von Athos aus dem Jahre 1851.
  • das 16 Kloster des Propheten Elias (Profitis Ilias, Ιερά Μονή του Προφήτου Ηλιού) wurde auf der höchsten Erhebung im Pinienwald errichtet, ebenfalls 1822 zerstört und im 19. Jhdt. wieder aufgebaut. Die Fresken wurden in zwei Etappen 1833 von Giannoti Theodosius und um 1918 von Polycarp Anastasiou geschaffen.
  • das Kloster des Hl. Johannes des Täufers (Μονή Αγίου Ιωάννη Προδρόμου), das Felsenkloster stammt aus dem 14. Jahrhundert; unter dem Altarraum endet ein zum See führender unterirdischer Gang. In der Nähe liegt das
  • das 17 Kloster des Heiligen Pandeleimon (Μονή Αγίου Παντελεήμονος) aus dem 15. Jahrhundert. Neben einem kleinen Museum wird der Raum gezeigt, in dem Ali Pasha im Jahre 1822 durch eine Kugel den Tod fand.

Aktivitäten[Bearbeiten]

  • Besichtigung der ummauerten Altstadt
  • Überfahrt zur Ioannina - Insel und Besichtigung der verschiedenen Klöster

Einkaufen[Bearbeiten]

  • Silber: das Handwerk der Silberschmiede hat in Ioannina Tradition, zahlreiche Geschäfte bieten sakrale Gegenstände, aber auch Alltagsgegenstände, Bilderrahmen, etc. aus Silber an. Natürlich fehlen auch Schmuckgeschäfte nicht.
  • daneben finden sich in den Strassen im Stadtzentrum zahlreiche Ladengeschäfte, für die ganze Region des Epirus gilt Ioannina als Handelszentrum, entsprechend gross ist die Auswahl der verschiedenen Ladengeschäfte.

Küche[Bearbeiten]

Kneipen in Ioannina
  • diverse Restaurants finden sich im Bereich der Hauptstrasse Averof Georgiou und der als Fussgängerbereiche gestalteten Nebensträßchen bis hin ab zu Anlegestelle.
  • auf der Ioannina - Insel werden gern die Fischrestaurants besucht.
  • 1 O Giros tou Kastrou, Pl. Neomartiros Gerorgiou 16, Ioannina 45444. Tel.: +30 26510 38044.; gelegen gegenüber der Zufahrt in den Altstadtbereich; Grillgerichte mit Gyros (griech. Variante des hierzulande als Kebab bezeichneten Drehspießes) und Kebab (über Holzkohlengrill geröstetes Fleisch vom Schwein oder Huhn).

Nachtleben[Bearbeiten]

Unterkunft[Bearbeiten]

  • 1 Camping Limnopula, Ioannina, Kanari 10, GR-45500 Ioannina. Tel.: +30 265125265, Fax: +30 265138060. Geöffnet: Anf. April - Mitte Oktober (je nach Witterung).; am Rande des Sees gelegener Campingplatz, die Infrastruktur wird mit dem Ruderclub geteilt (Baden im See nicht verboten, aber nicht empfohlen). Liegt in der Nähe der ehemaligen Hauptstraße, die dank der Umfahrung nachts ruhig ist, Gehdistanz zum Busbahnhof 5 Min., ins Stadtzentrum 15 Min., Wiese, großteils schattige Plätze, vorn am Seeufer mäßig schattig. Elektrizität. Bar, kleiner Campingshop, morgens frisches Brot. Sanitäranlagen mit Duschen, Waschgelegenheiten; Toiletten im Nebengebäude. Der Campingplatz wird von vielen Durchreisenden genutzt, ist aber auch eine gute Ausgangsbasis für Touren nach Norden in die Epirusregion.

Gesundheit[Bearbeiten]

  • das 1 Ioannina General Hospital liegt im Nordwesten des Stadtzentrums.

Praktische Hinweise[Bearbeiten]

Ausflüge[Bearbeiten]

  • An der Ausfallstraße nach Norden liegt die 18 Ag. Nikolaos ton Kopanon Kirche, an der Stelle trafen sich oft Waschfrauen zu ihrer Arbeit und "schlugen" die Wäsche, was zum Übernamen der Kirche führte.
  • 19 Perama Cave. Tel.: 26510 81521. Am Nordufer des Sees liegt der Ort Perama, bekannt durch eine 1940 entdeckte Tropfsteinhöhle, in der sich nach der Entdeckung zunächst Widerstandskämpfer versteckten. Der 1,1 km lange Weg im erschlossenen Höhlenbereich wird in ca. 45 Min. besichtigt, Führungen in griech. Sprache. Im Ort enge Straßen und wenig Parkmöglichkeiten, frühzeitig parkieren oder ab Ioannina mit dem Bus anreisen Geöffnet: 09.00-17.00h, täglich; Einlass alle 15 Minuten. Preis: 7.00 €.
  • 20 Dodoni Sanctuary and Theatre. eines der antiken Theater mit der besten Akustik in Griechenland. Sehr sehenswerte Anlage
  • Pindos Dörfer Zagori und Vikos-Schlucht

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Brauchbarer ArtikelDies ist ein brauchbarer Artikel. Es gibt noch einige Stellen, an denen Informationen fehlen. Wenn du etwas zu ergänzen hast, sei mutig und ergänze sie.
Erioll world 2.svg