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Grünes Band (Deutschland)

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Ehemaliger Kolonnenweg der DDR-Grenztruppen.

Das Grüne Band ist das erste gesamtdeutsche Naturschutzprojekt und soll das Gebiet der ehemaligen innerdeutschen Grenze schützen.

Hintergrund[Bearbeiten]

Das grüne Band entstand entlang des ehemaligen deutsch-deutschen Grenzstreifens, der fast vierzig Jahre lang als ein Teil des Eisernen Vorhangs Europa über 12.500 Kilometer Länge und auch Deutschland auf 1.393 Kilometern in zwei Blöcke aufteilte. In diesem Zeitraum entwickelte sich der für Menschen so gut wie unzugängliche Todesstreifen zu einem wertvollen Refugium für Tiere und Pflanzen.

Nach dem Ende des Kalten Kriegs entstand die Idee, den Raum als einheitlich geschlossenen Verbund über die ganze Länge unter Naturschutz zu stellen.

Kerngebiet des Grünen Bandes ist der zwischen 50 und 200 m breite Korridor zwischen dem sogenannten Kolonnenweg und der früheren deutsch-deutschen Staatsgrenze. Das Grüne Band ist der größte Biotopverbund Deutschlands. In 150 Naturschutzgebieten kommen 600 in Deutschland bedrohte Arten vor.

Derzeit laufen die Bemühungen, das Grüne Band entlang der gesamten ehemaligen Grenzlinie in Europa auszudehnen, Schirmherr ist der ehemalige sowjetische Staatschef Michail Gorbatschow. Dabei helfen zwei bereits existierende, sich jedoch in manchen Ländern noch im Aufbau befindende Projekte: Die Erlebnisstraße der deutschen Einheit, der internationale europäische Fernradweg Eiserner Vorhang und ein Wanderweg verlaufen entlang der Strecke.

Verlauf[Bearbeiten]

Karte des Grünen Bandes

Zu beachten ist, dass es einen durchgehenden Weg unmittelbar entlang der Linie des Grünen Bands nicht mehr gibt. Der ehemalige Kolonnenweg als Patrouillenweg ist nicht mehr ununterbrochen erhalten, der Weg entlang der Strecke muss stellenweise improvisiert werden.

Die Route listet in Folge von Süd nach Nord touristisch interessante Orte und Attraktionen unmittelbar an der Linie des Grünen Bandes auf. Dazu gehören auch Museen zur Geschichte des Gebiets.

Geordnet von Nord nach Süd:

  • Bei Duderstadt in Niedersachsen bietet das - auf Thüringer Seite des ehemaligen Grenzstreifens liegende Grenzlandmuseum Eichsfeld mit Museum, Wachturm und eine erhaltenen bzw. rekonstruierten Abschnitt des Grenzstreifens detaillierte Einblicke insbesondere in das Leben im Eichsfeld mit und an der Grenze.

Rhön[Bearbeiten]

Das Teilstück durch die Rhön reicht in etwa vom thüringischen Städtchen Geisa bis zur Eußenhäusener Schanz bei Mellrichstadt. Im Nordteil verläuft das Grüne Band auf den Anhöhen östlich des Ulstertals, erreicht die zentralen Teile des Biosphärenreservats der Rhön mit den Höhenpukten am Dreiländereck und am Ellenbogen und in Höhenlagen bis zu 800 mH, ehe dann die nach der Höhenlage sanfteren Berge der südöstlichen Rhön folgen.

Kennzeichnend für die Naturräume in den Hochlagen der Rhön sind die unbewaldeten Berge mit weiter Sicht, Grasmatten als Borstgraswiesen und orchideenreiche Magerrasen, Basaltblockfelder und Hochmoore. Zu Geologie und Vulkanismus siehe auch die Ausführungen im Artikel zur Rhön.

Orte unmittelbar am Grünen Band gibt es hier nicht, Ortschaften in Umfeld sind:

Der Eiserne Vorhang war hier für Verkehrswege sogut wie undurchlässig. Erst seit 1996 verbindet die Thüringer-Wald-Autobahn die Städte Schweinfurt mit Erfurt und durchschneidet dabei die Region am Südostrand, sie ist zur Anfahrt geeignet. Seit 1993 gibt es die Bahnverbindung Erfurt–Schweinfurt mit Haltestellen in Mellrichstadt und Meiningen, ebenfalls im Südosten der Rhön.

Rhön
Aussichtsturm am Dreiländereck

Sehenswertes am Grünen Band ist hier:

  • Am Dreiländereck Bayern / Hessen / Thüringen (in unmittelbarer Nähe zum Schwarzen Moor, eines der bedeutendsten Hochmoore in Mitteleuropa), steht ein 17 m hoher neuer Beobachtungsturm und Teile der alten Sperranlagen der Grenzbefestigung sind noch erhalten.

Auf das Teilstück der Rhön folgt das Grabfeld:

Grabfeld[Bearbeiten]

Das Teilstück in der Ebene des Grabfelds reicht etwa von der Schanz bei Eußenhausen bis einschließlich zum Naturschutzgebiet "Langer Berg" zwischen den Dörfern Sulzdorf an der Lederhecke und Ermershausen.

Die Gäulandschaft des Grabfelds ist ein Keuper-Hügelland und wird wegen seiner günstigen klimatische Bedingungen und wegen der guten Bodenverhältnisse überwiegend ackerbaulich genutzt. Grünlandwirtschaft gibt es in den Talniederungen entlang der Fränkischen Saale, hinzu kommen noch viele alten Streuobstwiesen. Geprägt sind die Naturräume des Grünen Bands im Grabfeld durch Kalk-Halbtrockenrasen, Frischweidenbestände, Wacholderheiden, lichten Kiefernwäldern und einzelnen kleineren naturnahen Laubwäldern.

Grabfeld
Ort Rappershausen, Deutsch-deutsches Freilandmuseum, ehemalige Grenzinformationsstelle

Orte in unmittelbarer Nähe zur Grünen Band sind:

Die nächsten Verkehrswege sind die Bundesstraße B279 im Südwesten und die B89 im Nordosten, besondere Verkehrswege gibt es ansonsten hier nicht. Der nächste Bahnhof ist der für die Lokalbahn in Hildburghausen.

Sehenswertes am Grünen Band im Grabfeld ist:

  • Deutsch-deutsche Freilandmuseum. verschiedene Mahn- und Gedenkstätten an der ehemaligen Grenze selber und in den Orten Rappershausen, Berkach und Behrungen.
  • In der Zimmerau (Ortsteil von Sulzdorf an der Lederhecke) steht der Bayerntum (50° 15′ 59″ N 10° 35′ 3″ O): Der 38 Meter hohe Aussichtsturm entstand in unmittelbarer Nähe zur Zonengrenze. Von oben hat man einen weiten Rundblick auf das Grüne Band und in die umgebenden Mittelgebirge. Vor der Wende wurde er oft als "Ossiguckturm" von Reisegruppen genutzt, wobei vieles erblickte überinterpretiert wurde.
  • Der "Grenzstreifen am Galgenberg" (50° 22′ 23″ N 10° 28′ 44″ O) ist ein gut zwei Kilometer langer Streifen der Grenze im Milzgrund westlich von Mendhausen und ein Thüringer Naturschutzgebiet.
Der Grenzgänger Schild
  • Der Informationsweg "Der Grenzgänger" (50° 19′ 40″ N 10° 35′ 54″ O) zwischen dem unterfränkischen Trappstadt und dem thüringischen Schlechtsart wurde am Tag der Deutschen Einheit 2008 eröffnet. Er führt als ein 10 Kilometer langer Rundweg mit Informationstafeln zu verschiedenen Stellen an der ehemaligen Grenze und auch zu einigen Metern beim Abbau durch NVA-Soldaten vergessene Reste des Original-Grenzzaunes und zu weiteren Relikten der einstigen DDR-Grenze, außerdem auch durch das grenznahe Naturschutzgebiet "Altenburg" mit seltenen Pflanzen und Vögeln.

Haßberge[Bearbeiten]

Frankenwald[Bearbeiten]

Hofer Land[Bearbeiten]

Freilichtmuseum in Mödlareuth

Das kleine Dorf Mödlareuth ist eine Besonderheit: Ein Teil liegt heute in Bayern und gehört zum Ort Töpen, der andere in Thüringen. Mitten durch das Dorf führte die ehemalige Staatsgrenze der DDR, dadurch war Mödlareuth sozusagen ein „Miniatur-Berlin“ mit allem, was dazugehört: Im Kern des kleinen Ortes gab es eine 700 Meter lange Mauer und mehrfach gestaffelte Grenzbefestigungsanlagen. Heute befindet sich hier ein sehr sehenswertes Grenzmuseum; ansehen kann man u.a. einen Teil der Originalmauer, einen Wachturm, Hundelaufanlage und Militärfahrzeuge, darunter ein sowjetischer Panzer. Im Museumsgebäude gibt es eine kleine Ausstellung zur deutschen Teilung sowie Filmvorführungen.

Dreiländereck Bayern-Sachsen-Tschechien

Das Dreiländereck Bayern-Sachsen-Tschechien ist bei Prex, einem Ortsteil von Regnitzlosau.

Sicherheit[Bearbeiten]

Das ganze Gebiet des sogenannten "Todesstreifens" war auf rund 800 Kilometer Länge vermint und wurde offiziell geräumt, es gibt aber an Teilstücken ein Minen-Restrisiko, immer noch werden bei Hochwasser nach starken Regenfällen vereinzelt in Bachläufen Minen angeschwemmt.

Die Wege gelten allgemein als sicher. Abseits der Wege besteht aber vereinzelt noch eine geringe Gefahr, Warnschilder sind unbedingt zu beachten.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

  • Der Radweg Grünes Band Deutschland (teilweise abweichend vom Iron Curtain Trail) im Radreise-Wiki.
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