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Vejer de la Frontera

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Vejer de la Frontera
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Vejer de la Frontera ist eine Stadt in der Provinz Cádiz in der spanischen Region Andalusien.

Hintergrund[Bearbeiten]

Vejer liegt ziemlich spektakulär auf einer Felsnadel 200 m über dem Meeresspiegel, aber 8 km von der Küste entfernt. Daher hat es sich auch historisch eher als Trutzburg denn als Badeort entwickelt und darf sich zu Recht als authentisch gebliebenes Weisses Dorf an der Costa de la Luz bezeichnen. Freunde des Strandlebens sind hier falsch, für einen Ausflug in maurische Tiefen von El-Andaluz ist Vejer aber erste Adresse an der gesamten Atlantikküste. Die Bewohner haben diesem scheinbaren Manko Rechnung getragen: Hier finden sich in den engen Gassen die besten Geschäfte südlich von Cádiz, um Produkte aus lokaler Produktion zu bestaunen oder ggf. zu erwerben, sowohl was Lebensmittel wie auch Kunsthandwerk anbelangt.

Vejer ist eine alte Stadt in strategisch günstiger Lage auf einem Hügel im Vorfeld von Cadiz. Im Lauf der römischen Kriege gegen Karthago wurde Vejer 216 vor Chr. von den Römern eingenommen und diente als ihr Sprungbrett zur Eroberung von Cadiz. Auf römischen Karten hieß Vejer Bessipo. Später übernahmen die Vandalen den Ort und im 4. Jh. nach Chr. breitete sich durch die Gothen das Christentum aus. Im 8.Jh. wurde Vejer Teil des arabischen Reiches von Al Andalus. Im 13.Jahrhundert war die Stadt sehr umkämpft zwischen Christen und Mauren und wurde 1292 endgültig im Rahmen der Reconquista von den Christen eingenommen. Seither trägt sie den Zusatz "de la Frontera". An mehreren Stellen in der Stadt trifft man auf Darstellungen verschleierter Frauen. Es war in Vejer Pflicht, dass die christlichen Frauen mit der "Cobijada" verschleiert waren. Dabei war nur ein Auge frei. General Franco verbot 1939 die Verschleierung. Vejer ist verschwistert mit der Stadt Chauen in Marokko.

Anreise[Bearbeiten]

Mit dem Flugzeug[Bearbeiten]

Den Ort kann man über die Flughäfen Jerez de la Frontera (ca. 75 Kilometer), Sevilla (160 Kilometer), Málaga (180 Kilometer) oder Gibraltar erreichen.

Mit der Bahn[Bearbeiten]

Vejer verfügt über keinen Bahnanschluss. Der nächste Bahnhof befindet sich in San Fernando, von wo aus sich die Anschlüsse an das Fernbahnnetz aus Cádiz realisieren lassen.

Mit dem Bus[Bearbeiten]

Die Provinzhauptstadt Cadiz ist über diverse Linien national und international gut angebunden. Leider ist Vejer noch nicht in die entstehenden Verkehrsverbunde der Metropolregionen Cadiz/Jerez oder Gibraltar/Algeciras eingebunden. Derzeit verbindet der Betreiber Comes Vejer mit Conil nach Norden und über Barbate nach Süden.

Auf der Straße[Bearbeiten]

Vejer liegt an der alten N340, die Tarifa entlang der Atlantikküste mit der Stadt Cádiz verbindet. Über die A48, die von Cádiz kommend hier endet und in die N-340 übergeht, ist Vejer an das spanische Autobahnnetz angeschlossen.

Mit dem Schiff[Bearbeiten]

Die nächsten Seehäfen sind Cadiz und Tarifa.

Mobilität[Bearbeiten]

Karte von Vejer de la Frontera
In den malerischen Gassen bleibt wenig Platz für Autos

Die meisten Besucher erreichen Vejer vom Ende der Autobahn A-48, wo sich von einem großen 1 Kreisverkehr aus die Carretera Vereda de Cantarranas in mehreren Kurven am Bergrand zum Ort hinaufzieht. Am Fuß des Orts findet sich ein großer 2 Parkplatz, der auch für Reisebusse gedacht ist. Wer den von hier aus noch fälligen Anstieg in die Altstadt scheut, findet auch im weiteren Verlauf der 3 Calle los Remedios bergauf am Rande der Altstadt meistens noch einen freien Parkplatz. Direkt in Altstadtnähe befindet sich ein neues Parkhaus an der 4 Calle de la Corredera

Der Ortskern darf größtenteils befahren werden, ist aber von sehr engen Gassen und Kurven und teilweise steilen Auf- und Abstiegen gekennzeichnet. Den besten Zugang in die Altstadt erhält man über die 5 Calle Plazuela (hier befindet sich auch das Büro der Busgesellschaft Comes).

Taxistände an der Calle Los Remedios (Tel. 956 451 744) und der Barca de Vejer (Tel. 956 450 185).

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Wegen seiner ausgesetzten Lage etwas hinter der Küste ist Vejer von der Entwicklung des Badetourismus verschont geblieben. Deshalb kann man hier noch mitten an der Costa de la Luz durch ein authentisch gebliebenes, weißes Dorf innerhalb nahezu komplett erhaltener, mittelalterlicher Stadtmauern schlendern. Schon diese Gassen, die sich steil auf- und abwärts innerhalb der Altstadt schlängeln, sind als Ensemble ein Erlebnis für sich, an deren Seiten sich auch kunsthandwerkliche Läden und Boutiquen mit örtlichem Stil niedergelassen haben. Von den Straßen außerhalb der Stadtmauern bieten sich auch teilweise spektakuläre Aussichten auf das Umland.

Besondere Besichtigungspunkte sind:

  • 1 Die Pfarrkirche Iglesia del Divino Salvador.
  • 2 Die kürzlich restaurierte Burg mit besonders sehenswerter Aussicht.
  • 3 Die Plaza de Espana mit dem Rathaus und schönem Springbrunnen mit Fliesen im sevillaner Stil.
  • 4 Fundacion NMAC (Freilichtmuseum moderner Architektur und Bildhauerei), Carretera A-48 (N-340) Km. 42,5 (an der N-340 Richtung Tarifa beim Golfclub Montenmedio). Tel.: +34 956 455 134, Fax: +34 956 445 135. Geöffnet: tgl. außer Mo, saisonal wechselnd, Kernzeit 10:00-14:00.
Am Eingang zur Fundacion NMAC

Aktivitäten[Bearbeiten]

An der Plaza de Espana
  • Wie in ganz Andalusien werden die religösen Feierlichkeiten auch hier mit entsprechendem Pomp betrieben. Das Stadtfest zu Ehren der Virgen de la Oliva findet vom 10.-24. August statt mit Livemusik an der Plaza de Espana. Hier gibt es auch einen landesweit hervorgehobenen Flamenco-Abend. Die Wallfahrt (Romeria) zu Ehren der Schutzpatronin findet am 7.Mai statt.
  • An der nahen Atlantikküste finden sich an den weiten Sandstränden alle Formen des Wassersports.
  • Für Biking und Hiking bietet das Umland reichlich Betätigungsfelder. Hier sind auch ausgeschilderte Routen eingerichtet worden.
  • Etwa 6 km entfernt an der N 340 in Richtung Tarifa befindet sich der Montenmedio Golfclub mit eigenem Resort
  • Kochkurse bei Annie B
  • Auch in Vejer kann man sich anstelle einer Stadtrundfahrt mit einem kleinen Touristenzug (Bimmelbahn) in 60 Min. durch den Ort fahren lassen (der Autor hat ihn allerdings im April nicht gesehen).
  • In den letzten Jahrzehnten hat sich in Vejer Sprachtourismus etabliert. Mehrere Sprachschulen bieten Spanischkurse an.
  • besuchen eine Herde von Bullen, die natürliche Umwelt zu entdecken, wo sie Stiere leben Bull Watch Cádiz

Einkaufen[Bearbeiten]

Am Ende der 6 Calle Plazuela, einige Schritte rechts abwärts in die Calle Juan Relinque befindet sich die kleine Markthalle mit etwa 8 Ständen an einem kleinen Innenhof im Durchgang zum Convento San Francisco.

Küche[Bearbeiten]

Vejer bietet ein ausgesprochen reichhaltiges Angebot, um die örtliche Küche kennen zulernen. Besonders auch im küstenfernen Umland nordöstlich der Autobahn finden sich gepflegte Ventas (Landgasthöfe) abseits der Touristenpfade. Weniger erkundungsfreudige Menschen können auch an kulinarischen Tapas-Führungen von Annies B (s.o.) teilnehmen, die oft gelobt werden. Direkt am Plaza España befindet sich "El Jardin del Califa" mit arabisch-spanischer Küche auf hohem Niveau. Es zählt zu den besten Restaurants in der Provinz Cadiz. Am Plaza España befinden sich weitere Tapabars, ebenso im Bereich um die Hauptkirche Divino Salvador. Empfehlenswert, allerdings nicht in der malerischen Altstadt, sondern im Industrieviertel an der Schnellstraße nach Medina-Sidonia befindet sich die Venta "La Gitana" mit reichhaltigem Tapaangebot, Fisch und Rind aus ökologischer Haltung.

Nachtleben[Bearbeiten]

Unterkunft[Bearbeiten]

Vejer verfügt über ein gutes Angebot an Hotels, Pensionen und auch Ferienwohnungen. In den 6 km entfernten Badeorten El Palmar und Zahora an der Atlantikküste findet sich die gesamte Bandbreite des auch auf Pauschalreisen zugeschnittenen, touristischen Angebots.

Günstig[Bearbeiten]

  • Hotel Rural El Olivar **, Carretera Vejer-Barbate km 3,7. Tel.: +34 956451545.
  • 1 Casa Leonor, Calle Rosario, 25 (im historischen Ortskern). Tel.: +34 956 45 10 85. familiär geführte Pension, es werden auch Apartments angeboten

Gehoben[Bearbeiten]

  • 2 Hotel La Casa del Califa ((***)), Plaza de Espana, 16 (im historischen Zentrum). Tel.: +34 956 44 77 30, Fax: +34 956 451 625. Familiär bewirtschaftetes Hotel, das in verwinkelten Gängen ursprünglich 5 verschiedene, historische Häuser an der Plaza Espana zusammenfasst uns sehr authentischen Flair vermittelt. Nicht umsonst über viele Jahre die Nr.1 in den Bewertungsportalen.

Camping[Bearbeiten]

Die meisten Plätze vermieten auch kleine Holzbungalows.

  • 4 Camping los Molinos, Carretera Vereda de Cantarranas (direkt am Kreisverkehr hinter dem Autobahnende der A48). Tel.: +34 956 45 09 88.Camping los Molinos auf Facebook.
  • 5 Camping VEJER, Ctra.N-340, km 39.5 (etwas außerhalb Richtung Tarifa an der N-340). Tel.: +34 956 450 098, E-Mail: . mit eigenem Pool Geöffnet: ganzjährig.

Sicherheit[Bearbeiten]

Gesundheit[Bearbeiten]

  • Centro de Salud, Avenida de Andalucía. Tel.: +34 956447625. Am Ort gibt es fünf Apotheken. Ein Krankenhaus befindet sich im Bau. Eröffnung soll im Jahre 2015 sein.

Praktische Hinweise[Bearbeiten]

  • Correos, Avenida Rey Juan Carlos I. Tel.: +34 956450238. Postamt. Die Postleitzahl von Vejer lautet 11150.

Ausflüge[Bearbeiten]

Wegen der guten Verkehrsanbindung lassen sich zumindest mit eigenem Fahrzeug problemlos Ausflüge in der gesamten Provinz Cádiz, dem benachbarten Sevilla, nach Ronda oder Gibraltar durchführen, per Bus auch nach Cádiz oder Tarifa. Ein Besuch des Naturparks La Donana empfiehlt sich allenfalls über dessen südlichen Endes bei Sanlucar, das mit eigenem PKW problemlos und schnell erreicht werden kann. In der näheren Umgebung empfiehlt sich:

  • El Palmar. Für Surfer.
  • Die Altstadt von Medina Sidonia.
  • Leuchtturm von Kap Trafalgar. Wo in einer Schautafel die Seeschlacht von Trafalgar von 1805 zwischen den Engländern unter Lord Nelson auf der einen Seite und den Franzosen und Spaniern auf der anderen Seite dokumentiert ist. Die Strände bei Zahara de los Atunes sind auch ein gutes Surfgebiet.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

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