Białystok

Erioll world 2.svg
Brauchbarer Artikel
Aus Wikivoyage
Rynek Kościuszki, Białystok (2).jpg
Białystok
WoiwodschaftPodlachien
Einwohnerzahl294.242 (2021)
Höhe118 m
Lagekarte von Polen
Reddot.svg
Białystok

Białystok ist die Hauptstadt der Woiwodschaft Podlachien in Polen. Die Universitätsstadt liegt an der Biała, die auf dem Stadtgebiet in den Supraśl mündet, der wiederum unweit der Stadt in die Narew fließt. Die Geschichte der Stadt ist eng mit dem Magnatengeschlecht der Branicki verbunden. Bekannt ist Białystok auch als Geburtsort von Ludwik Zamenhof, dem Erfinder der Plansprache Esperanto. Um die Stadt herum befinden sich zahlreiche Nationalparks, Naturreservate, Urwälder, Seenplatten und Sumpflandschaften.

Stadtteile[Bearbeiten]

Zentrum
Branicki-Palast
Marktplatz
  • Altstadt
  • Centrum
  • Białostoczek
  • Sienkiewicza
  • Bojary
  • Piaski
  • Przydworcowe
  • Młodych
  • Antoniuk
  • Jaroszówka
  • Wygoda
  • Piasta I
  • Piasta II
  • Skorupy
  • Mickiewicza
  • Dojlidy
  • Bema
  • Kawaleryjskie
  • Nowe Miasto
  • Zielone Wzgórza
  • Starosielce
  • Słoneczny Stok
  • Leśna Dolina
  • Wysoki Stoczek
  • Dziesięciny I
  • Dziesięciny II
  • Bacieczki
  • Zawady
  • Dojlidy Górne

Hintergrund[Bearbeiten]

Bialystok 1752
Schlossgarten um 1700

Die Stadt wurde um 1440 gegründet. Die erste Pfarrkirche entstand um 1450. Das Stadtrecht erhielt der Ort im 16. Jahrhundert. Das Schloss gehörte im 16. Jahrhundert den Wiesiołowski und geht auf den Renaissance-Architekten Hiob Praÿetfuess zurück. Im Jahr 1665 ging das Schloss an die Branicki, die es von Tylman van Gameren zu einem Barockpalast ausbauen ließen. Białystok wurde sie im 17. Jahrhundert als Residenzstadt des polnischen Magnatengeschlechts der Branicki neugegründet. Die heutige Mariankathedrale geht auf einen frühbarocken Bau von um 1600 zurück, wurde später jedoch im neugotischen Stil ausgebaut. Juden sind in der Stadt seit 1658 nachweisbar. Um 1700 entstand die barocke Alte Synagoge für die stetig wachsende jüdische Gemeinde. 1710 kam die Nomer-Tamid-Synagoge und im 19. Jahrhundert die Choral-Synagoge und die Piaskower-Synagoge sowie Anfang des 20. Jahrhunderts die Cytron-Synagoge und die Große Synagoge hinzu. Auch der große jüdische Friedhof geht auf die vorletzte Jahrhundertwende zurück. Die Stadt kam im Zuge der dritten polnischen Teilung 1795 an Preußen und kam zu Neupreußen. Im Zuge des Wiener Kongresses kam sie an Russland. 1862 wurde die Stadt an die Bahnlinie Warschau-Sankt Petersburg angeschlossen, was die rassante Entwicklung der Stadt förderte. Im Jugendstil entstanden zahlreiche Häuser, unter anderem das Palais Nowik. Ende des 19. Jahrhundert erhielt die Stadt eine Straßenbahn. Nach dem Ersten Weltkrieg kam die Stadt an Polen und wurde Woiwodschaftshauptstadt. Seit 1920 besteht der Fußballverein Jagiellonia Białystok. Nach dem deutschen Überfall auf Polen sowie der Kesselschlacht bei Białystok und Minsk wurde 1939/1941 der Bezirk Bialystok gegründet. Die jüdische Bevölkerung wurde in das Ghetto Bialystok gebracht. Dessen Insaßen wurden nach Treblinka, Majdanek und Auschwitz deportiert. 1944 wurde die Stadt von der Roten Armee erobert. 1945 wurde die Technische Universität und 1950 die Medizinische Universität gegründet, 1997 folgte die Universität Białystok. Seit 1975 war die Stadt Hauptstadt der gleichnamigen Woiwodschaft. 1976 wurde das Armeemuseum gegründet. 1991 wurde die Stadt Erzbischofssitz. 2012 wurde das neue Opern- und Philharmoniehaus eingeweiht und 2014 das neue Sportstadion.

Aufgrund ihrer Lage im heutigen Ostpolen wechselte die Stadt in ihrer Geschichte häufig den Landesherrn zwischen Polen, Russland/Sowjetunion und Preußen/Deutsches Reich. Dies führte zu einer ethnisch diversen Bevölkerung, was auch heute noch in der Bevölkerung sichtbar ist.

Anreise[Bearbeiten]

Karte von Białystok

Mit dem Flugzeug[Bearbeiten]

Der nächste Flughafen in Polen ist der Flughafen Allenstein bei Flughafen Olsztyn-Mazury internet wikipedia commons wikidata (IATA: SZY) in Ermland-Masuren. Ungefähr genauso weit weg ist der bedeutend größere Chopin-Flughafen Warschau internet wikipedia commons wikidata (IATA: WAW), etwa 250 km entfernt und mit Zug oder Bus angebunden.

Der Flughafen Hrodna wikipedia wikidata (IATA: GNA) ist nur etwa 40 km von Bialystok entfernt, hat aber nur wenige Flugverbindungen und ist aufgrund der Visaanforderungen in Belarus und der dazwischen liegenden Schengen-Aussengrenze auch nicht schneller.

Mit der Bahn[Bearbeiten]

Der 1 Bahnhof Białystok wikipedia commons wikidata hat pro Tag über zehn Züge von Warschau aus, ebenso Direktverbindung mit Olsztyn.

Ein Regionalzug fährt in fünfeinhalb Stunden ins litauische Kaunas. Das Ticket kostet hier ein Viertel, was man in Deutschland bezahlt hätte.

Mit dem Bus[Bearbeiten]

Der Zentrale Omnibusbahnhof befindet sich in Zentrumsnähe.

Auf der Straße[Bearbeiten]

Die Schnellstraße 8 führt von Warschau Richtung Białystok und weiter nach Augustów zur litauischen Grenze über Ząbki, Zielonka, Kobyłka, Wołomin, Radzymin, Brok, Ostrów Mazowiecka, Różan, Łomża, Zambrów, Tykocin und Choroszcz. Die Schnellstraße S19 von Rzeszów und Lublin von Süden. Durch Białystok verläuft die Landesstraße 8 von Suwałki an der litauischen Grenze quer durch Polen bis nach Kudowa-Zdrój in Niederschlesien an der tschechischen Grenze. Über Białystok verläuft auch die Landesstraße 65 von der belarusischen Grenze bei Borowniki bis nach Gołdap in Ermland-Masuren an der russischen Grenze über Knyszyn, Mońki, Grajewo, Ełk und Olecko. Die Woiwodschaftsstraße 676 führt von Białystok an die belarusische Grenze über Supraśl und Krynki. Die Woiwodschaftsstraße 678 führt von Białystok nach Wysokie Mazowieckie.

Mobilität[Bearbeiten]

Die Altstadt kann gut zu Fuß oder mit dem Fahrrad erkundet werden. Ansonsten fahren Busse in die weiter entlegenen Stadtteile.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Branicki-Palast
Lubomirski-Palais
Rathaus
Marienkathedrale
Pfarrkirche
Adalbertkirche
Auferstehungskirche
Nikolauskirche
Moes-Haus
orthodoxer Friedhof
Schlossgarten
Planty-Park
Wäscherinnen

Paläste und Palais[Bearbeiten]

Amtsgebäude[Bearbeiten]

  • 2 klassizistischer Hauptbahnhof wikipedia commons wikidata. Bahnhofsgebäude aus dem 19. Jahrhundert.
  • Barockes Pfarrhaus. Pfarrhaus aus dem 18. Jahrhundert.
  • Barockes Spital. Spital aus dem 18. Jahrhundert.
  • 16 Manufaktur E.Becker i s-ka wikipedia commons wikidata. Neorenaissance-Fabrik aus dem 19. Jahrhundert.
  • 19 Haus der Partei wikipedia commons wikidata. stalinistischer Protzbau, heute Universitätsgebäude.

Kirchen[Bearbeiten]

  • 2 Pfarrkirche, Kościuszko-Markt (ul. Rynek Kościuszki ). Renaissance-Kirche aus dem frühen 17. Jahrhundert.
  • 4 Byzantinische Nikolauskirche wikipedia commons wikidata. orthodoxe Kirche aus dem 19. Jahrhundert.
  • 5 Byzantinische Allerheiligenkirche wikipedia commons wikidata. orthodoxe Kirche aus dem 19. Jahrhundert.
  • 9 Adalbertkirche wikipedia commons wikidata. neugotische Kirche aus dem frühen 20. Jahrhundert.
  • 10 Auferstehungskirche wikipedia commons wikidata. neubarocke Kirche aus dem frühen 21. Jahrhundert.

Klöster[Bearbeiten]

  • 14 barockes Kolster der Barmherzige Schwestern wikipedia commons wikidata. Kloster aus dem 18. Jahrhundert.

Synagogen[Bearbeiten]

  • 15 barocke Nomer-Tamid-Synagoge wikipedia commons wikidata. Synagoge aus dem frühen 18. Jahrhundert (Reste erhalten)
  • 16 klassizistische Choral-Synagoge wikipedia wikidata. Synagoge aus dem frühen 19. Jahrhundert.
  • 17 klassizistische Piaskower-Synagoge wikipedia commons wikidata. Synagoge aus dem 19. Jahrhundert.
  • 18 Große Synagoge wikipedia commons wikidata. Synagoge aus dem frühen 20. Jahrhundert (Reste erhalten)

Bürgerhäuser[Bearbeiten]

Friedhöfe[Bearbeiten]

  • 32 Östlicher jüdischer Friedhof wikipedia commons wikidata. Friedhof aus dem späten 19. Jahrhundert.
  • 34 evangelischer Friedhof wikipedia wikidata. Friedhof aus dem 19. Jahrhundert.

Parkanlagen[Bearbeiten]

  • 1 Branicki Schlossgarten wikipedia commons wikidata. barocke Parkanlage aus dem 17. Jahrhundert.
  • 2 Alter Poniatowski Park wikipedia commons wikidata. Parkanlage aus dem späten 19. Jahrhundert.
  • 4 Park der Verfassung des 3. Mai 1791 wikipedia commons wikidata. Parkanlage aus dem frühen 20. Jahrhundert.

Denkmäler[Bearbeiten]

  • 37 Obelisk der Verfassung des 3. Mai 1791 wikipedia wikidata. modernistisches Denkmal.
  • 42 Mahnmal der orthodoxen Opfer der Jahre 1939 bis 1956 wikipedia commons wikidata. modernes Denkmal.

Plätze[Bearbeiten]

Aktivitäten[Bearbeiten]

Um Białystok liegen zahlreiche Wälder und Seen sowie vier Nationalparks, die zum Wandern, Fahrradfahren, Reiten und Wassersport einladen. Mangels Industrie ist die Natur hier noch weitgehend intakt, wie selten in Mitteleuropa.

Museen[Bearbeiten]

Geschichtsmuseum
  • Stadtmuseum (im Rathaus)
  • Regionalmuseum
  • Museum der Plastiken
  • Zamenhof Museum
  • Technikmuseum
  • Sibirienmuseum
  • Armeemuseum
  • Naturmuseum
  • Freilichtmuseum
  • Gallerie Arsenal
  • Sleńdziński Gallerie

Theater[Bearbeiten]

Kinos[Bearbeiten]

  • Helios Galeria Jurowiecka
  • Helios Atrium Biała
  • Helios Alfa Centrum
  • Kino Forum
  • Kino Camera
  • Kino Ton
  • Kino Studenckie
  • Kino Pokój
  • Kino Syrena

Bibliotheken[Bearbeiten]

  • Górnicki-Bibliothek
  • Universitätsbibliothek
  • Zamenhof-Kulturzentrum

Einkaufen[Bearbeiten]

Alfa Centrum
  • Alfa Centrum Białystok
  • Atrium Biała
  • Zielona Kamienica
  • Pasaż

Küche[Bearbeiten]

Die lokalen Biermarken sind Żubr und Dębowe Mocne. Der Wodka mit dem Bisongras, Żubrówka/Grasovka wird von Polmos Białystok hergestellt. Zur polnischen Küche siehe den entsprechenden Abschnitt beim Artikel Polen.

Günstig[Bearbeiten]

  • Da Grasso
  • Pizzeria Biesiadowo
  • Pizzeria Fuks
  • Nocna Pizza
  • Kolos Kebab
  • Słoneczny
  • Podlasiak

Mittel[Bearbeiten]

  • Roxy Burgers
  • The Sherlock Holmes
  • Lodziarnia Bella Vita
  • Horyzont Restaurant & Lounge Bar
  • Tokaj Hungarian Restaurant
  • Restaurant Babka
  • Bella Vita
  • Esperanto Cafe
  • Sioux Restauracja
  • The White Bear Coffee
  • Z Drugiej Strony Rynku
  • Accent Cafe and Bookstore
  • Chocolate Cafe E.Wedel

Gehoben[Bearbeiten]

  • Savoy
  • Savona
  • Ratuszowy

Nachtleben[Bearbeiten]

Das Nachtleben konzentriert sich auf die Innenstadt, wo es viele Studentenkneipen und Bars gibt.

  • Multibrowar
  • Bar Podlasie
  • Pub Fiction & BackStage
  • ALCHEMIA PUB
  • Horyzont Restaurant & Lounge Bar

Unterkunft[Bearbeiten]

Günstig[Bearbeiten]

  • Podlasie School hostel
  • Rint
  • Orthodox Culture Center
  • Apartament Manhattan
  • East Apartments
  • Pokoje gościnne Wyższej Szkoły Finansów i Zarządznia
  • Hotel Biały
  • Hotel Starodworski
  • Gościnna Kamienica

Mittel[Bearbeiten]

  • Hotel Esperanto
  • Hotel Aristo Białystok
  • Apartamenty Białystok
  • ibis Styles
  • PROBART

Gehoben[Bearbeiten]

  • Hotel Gołębiewski
  • Hotel Branicki
  • Best Western Hotel Cristal
  • Royal Hotel & SPA

Gesundheit[Bearbeiten]

In Białystok gibt es eine Humanmedizinische Universität mit Universitätskliniken. Insgesamt gibt es sechs öffentliche Spitäler und ein privates. Arztpraxen und Apotheken sind zahlreich vorhanden. Englisch wird dort oft gesprochen.

Praktische Hinweise[Bearbeiten]

Beste Reisezeit ist von Frühjahr bis Herbst.

Ausflüge[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Siehe Artikel über Polen.

Weblinks[Bearbeiten]

Brauchbarer Artikel
Dies ist ein brauchbarer Artikel. Es gibt noch einige Stellen, an denen Informationen fehlen. Wenn du etwas zu ergänzen hast, sei mutig und ergänze sie.