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Bartenstein

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Bartenstein
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Bartenstein ist eine ehemalige hohenlohische Barockresidenz in Baden-Württemberg und Teil der Stadt Schrozberg.

Hintergrund[Bearbeiten]

Bis zum Jahr 1972 hatte die ehemalige hohenlohische Residenzstadt Stadtrechte, die sie zum 01.01.1973 im Rahmen der Gemeindereform an Schrozberg abgeben musste. Der alte Stadtkern mit den beiden verbliebenen Stadttoren hat weitgehend seinen barocken Charakter erhalten und wurde daher unter Gesamtanlagenschutz gestellt.

Ursprung ist eine staufische Burg der Ritter von Bartenstein, die 1234 erstmals urkundlich erwähnt werden. Bis etwa 1450 wechselten die Besitzer der Burg mehrmals. Dann übernahmen die Grafen von Hohenlohe den Besitz mit den zugehörigen umliegenden Ortschaften, Mühlen und Wäldern. Die Verwaltung lag in Händen eines hohenlohischen Burgvogts. Im Bauernkrieg und 30- jährigen Krieg wurde das Schloss zerstört.

Der Umbau erfolgte ab 1688, nachdem Bartenstein die Residenz der Grafen später Fürsten von Hohenlohe Bartenstein wurde. Die Stadtanlage entstand zwischen 1720 und 1780 und ist anders als die übrigen hohenlohischen Residenzen eine geplante barocke Kleinresidenz. Bartenstein war im 18. Jahrhundert eine Beamten und Handwerkerstadt mit bis zu 1000 Einwohnern und einem Hofstaat mit ca. 100 Bediensteten. Die heutige Ansicht von Schloss und Stadtanlage mit traufständigen Häusern entspricht weitgehend der damaligen Bausituation. Im 19. Jahrhundert wurden die Sichtachsen zwischen den Häusern teilweise geschlossen, um so mehr Raum zu gewinnen.

Nach über 200 Jahren Eigenständigkeit musste Bartenstein 1972 die Stadtrechte an Schrozberg abtreten. Nur wenige Gewerbetreibende sind geblieben. Einige professionelle Künstler haben hier ihr Zuhause gefunden. Das Örtchen ist ruhig und beschaulich, aber nicht langweilig geworden. Die barocke denkmalgeschützte Stadtanlage mit historischem Rundweg und traditionellen Veranstaltungen locken jährlich zahlreiche Besucher, Gruppen aus dem Umland und Urlauber hierher. Häufig hört man die Worte: "Ach wir wussten gar nicht, was für ein Kleinod hier versteckt ist". Das historische Ambiente ist regelmäßig Anlaufstelle für namhafte Oldtimerrallyes. Neben den vielen kleineren Aktivitäten im Ort sind zu nennen: der große Osterflohmarkt, das Brunnenfest im Sommer, der Tag des offenen Denkmals und im Winter die Theaterveranstaltung.

Aus gegebenem Anlass wird auf folgendes hingewiesen:

Bartenstein ist ein ruhiges, beschauliches barockes Örtchen mit zahlreichen idyllischen Ecken, aber ohne großartige touristische Einrichtungen. Hier kann man entdecken und finden. Für Übernachtung und Einkehr außerhalb der Öffnungszeiten der einzigen Gaststätte im Ort muss auf die umliegenden größeren Ortschaften ausgewichen werden.

Anreise[Bearbeiten]

Blick in die Schlossstraße zum Schloss hin

Mit der Bahn[Bearbeiten]

Bahnhof Schrozberg: 8 km entfernt

Schrozberg liegt an der Tauberbahn zwischen Bad Mergentheim nach Crailsheim, von dort aus ist Bartenstein mit dem Bus erreichbar

  • Bahnhof Niederstetten: 7 km entfernt
  • Bahnhof Blaufelden: 10 km entfernt

Auf der Straße[Bearbeiten]

Bartenstein ist zu erreichen von Osten aus Rothenburg ob der Tauber über die L1022 nach Schrozberg, von Süden kommend aus Blaufelden, von Norden kommend aus Bad Mergentheim beide Städte an der B290. Bartenstein liegt westlich der B290.

Anfahrt nach Bartenstein

Naheliegende Bundesstraßen:

  • B290: 1,5 km entfernt
  • B19: 17 km entfernt

Naheliegende Autobahnen:

  • A6: 26 km entfernt
  • A7: 30 km entfernt
  • A81: 37 km entfernt

Mobilität[Bearbeiten]

  • Parkplätze sind am Friedhof vor einer großen Hinweistafel, am Marktplatz und am Schlossplatz vorhanden. Der historische Stadtkern ist am besten zu Fuß besichtigen. Über zwei kurze Spazierwege kann Bartenstein am Südhang und an der Nordseite über den Klopfhof umrundet werden, Dauer 15 - 30 Minuten.

Durch den Ort führen mehrere ausschilderte Fahrradtouren und Fernwanderwege:

  • der Main-Neckar-Rhein Fernwanderweg
  • der Hohenloher Residenzweg (siehe hierzu Tourismusverband Liebliches Taubertal)
  • der Tauber-Jagst Schmetterling
  • der Fernradweg Paris-Prag
  • der Kraichgau-Hohenlohe Radweg
  • Inlinetouren sind auf den gut ausgebauten Radwegen entlang der B290, auf dem Kocher-Jagst Rundweg und dem Radweg "liebliches Taubertal" möglich und von Bartenstein aus in ca. 15 Minuten Autofahrt erreichbar

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

historische Altstadt[Bearbeiten]

Bartenstein ist eine von wenigen erhaltenen rein barocken Kleinresidenzen in Deutschland. Die Stadtanlage mit ihren schlichten Barockhäusern ist auf das Schloss ausgerichtet. Im historischen Stadtkern von Bartenstein, der als Gesamtanlage unter Denkmalschutz steht,sind zahlreiche Häuser aus dem 18. Jahrhundert, auch zwei Stadttore als Symbole der barocken Stadtanlage, noch erhalten. Am Schlossplatz stehen stattliche Gebäude, die mit dem Schloss eine Einheit bilden. Dort wohnten die höchsten Hofbeamten wie Hofmarschall und Mundschenk. Die vom Schloss aus in ostwärtige Richtung verlaufende Schlossstraße ist auf einer Seite vom Hofgarten begrenzt. Gegenüber stehen die stattlichen Hofbeamtenhäuser, die von Baudirektor Gallasini im Stil des schlichten klassischen französischen Barock erbaut wurden. Nach etwa 300 m knickt die Schlossstraße leicht ab, und das Hofbaumeisterhaus schließt den Blick vom Schloss aus in die Schlossstraße nach Osten hin ab. Der innere Stadtkern wird noch von zwei erhaltenen Stadttoren begrenzt, jenseits schließen sich einfachere heute noch z. T. einstöckige Handwerkerhäuser an. Bis 1800 präsentierte sich der Ort als „Stein gewordenes Abbild des barocken Hofstaates einer hohenlohischen Kleinresidenz. Bartenstein präsentiert sich als liebenswertes Städtchen mit idyllischen Winkeln. Hier ließ sich der Schriftsteller und Büchner-Preisträger Hermann Lenz bei seinen Besuchen inspirieren.

Ein eigens angelegter historischer Rundweg mit über 30 Haustafeln erinnert an die glanzvolle Epoche des Residenzstädtchens und längst vergessene Schicksale der Bewohner. Das Schloss befindet sich am westlichen Ende der Schlossstrasse. Am Schlossplatz und am Ortseingang stehen große Hinweistafeln mit Informationen über Bartenstein. Der Rundweg verläuft vom Schlossplatz in die Klopfhofstrasse und zurück. Die Schlossstraße entlang, vorbei am Hofgarten in die Käppelesgasse zum Gütbachtor. Weiter zum Riedbachtor, über den Friedhof bis zum Ortseingang. Siehe hierzu auch die Skizze. Die Länge des Rundweges beträgt etwa 1 km.

Historischer Rundweg.jpg

Ein Naturlehrpfad in die nähere Umgebung des Ortes schließt sich südlich des Schlossplatzes an der Schlossstaffel an.

Schloss mit Hofkirche[Bearbeiten]

Die Herren von Bartenstein hatten auf der Burg seit 1234 ihr Herrschaftszentrum. Nach verschiedenen Besitzern wurde die Burg Mitte des 15. Jahrhunderts Sitz eines hohenlohischen Amtmannes. Während des Bauernkrieges und im Dreißigjährigen Krieg wurde die Burg zerstört. Auf einem Bergsporn über der Ette wurden ab 1710 die baufälligen Gebäude zum Schloss für die Grafen von Hohenlohe-Bartenstein umgebaut. Eine der ersten bedeutenden Baumaßnahmen von Graf Philipp Carl zu Hohenlohe-Bartenstein war die Errichtung der katholischen Hofkirche ab 1712. Sein Sohn, Fürst Carl Philipp zu Hohenlohe-Bartenstein, Reichskammerrichter in Wetzlar, verpflichtete 1760 den 80-jährigen fürstbischöflich-fuldaischen Hofbaumeister Gallasini als Baudirektor nach Bartenstein. Beim barocken Umbau integrierte Gallasini gekonnt ältere Bauelemente und schuf bis 1765 eine eindrucksvolle Dreiflügelanlage. Heute zählt das Bauwerk zu den Paradebeispielen hohenlohischer Barockresidenzen. Der vierstöckige Mittelbau überragt in seiner stärker gegliederten Ausgestaltung die schlichteren Schlossflügel. Das geschnitzte Allianzwappen von Hohenlohe-Limburg über dem Mittelrisalit trug früher Wappenfarben. Vom Eingangsbereich aus schwingt sich eine symmetrisch angeordnete doppelläufige Treppenkonstruktion elegant über zwei Stockwerke zu den Repräsentationsräumen. Nach französischem Vorbild im Sinne eines Place Royale bilden Schloss und Schlossplatz eine Einheit.

Barocke Dreiflügelanlage, erbaut um 1760

Die Hofkirche St. Philippus wurde im Auftrag des ersten Grafen von Hohenlohe-Bartenstein, Philipp Karl, erbaut und 1716 geweiht. Mit der Vollendung des mächtigen Kirchturmes war 1728 der Kirchenbau abgeschlossen. Als Sinnbild der katholischen Konfession repräsentiert das Gotteshaus seither den katholischen Glauben inmitten eines protestantischen Umfelds. Der verantwortliche Baumeister Bernhard Schießer war ein Schüler Georg Dientzenhofers und wirkte zuvor am barocken Umbau von Kloster Schöntal. Die Außenansicht der Kirche hebt sich durch Rundbogenfenster und Lisenengliederung von der Fassade des Schlosses ab. Die harmonische Saalkirche wirkt nach 300 Jahren als stilles barockes Gesamtkunstwerk (virtueller Rundgang).

Das bewohnte Schloss kann nur vom Schlossplatz aus betrachtet, die Schlosskirche nur während der Gottesdienste betreten werden.

Aktivitäten[Bearbeiten]

Jährliche wiederkehrende Veranstaltungen[Bearbeiten]

aktuelle Termine unter www.bartenstein.net

  • Februar / März: Theaterveranstaltung
  • Ostern: "Floh- und Trödelmarkt"
    Osterflohmarkt in der Schlossstrasse
  • August: Brunnen- u. Straßenfest

Altstadtführungen - Wenn Sie mehr über den Ort wissen möchten, können Sie an einer fachkundigen Führung durch Bartenstein teilnehmen. Geführt werden Sie von Anne und Claus Reimann. Sie erforschten die weitgehend in Vergessenheit geratene Bartensteiner Geschichte des 18. und 19. Jahrhunderts und veröffentlichten 2009 das Buch "Bartenstein wie es früher war". Mit amüsantn Kostümführungen erhalten Sie Einblick in die "gehobene Gesellschaft" Ende des 18. Jahrhunderts. "Sehen und gesehen werden", mit diesem Motto gelangen Sie garantiert in die "besseren Kreise"! Geheimrat Baltasar Kirchner und Gemahlin erzählen über das Flanieren auf öffentlichen Straßen und Plätzen als Mittel zur Repräsentation des Beamtentums in der barocken Kleinresidenz. Prächtig ausgestattete Damen in Promenadenkleidern sollen die Stellung und Bedeutung des Ehemanns widerspiegeln. Erfahren sie bei einem Spaziergang mehr über Leben und Arbeit im Städtchen, die letzten Modetrends, gesellschaftliche Verpflichtungen und was man so spricht. Führungen auf Anfrage an claus.reimann1@gmx.net

Kostümführung in der Residenz

Einkaufen[Bearbeiten]

Gute Einkaufsmöglichkeiten sind in Schrozberg, Blaufelden, Bad Mergentheim und Rothenburg ob der Tauber zu finden. Fahrzeit mit dem Auto 10 - 30 Minuten.

Küche[Bearbeiten]

  • Gasthaus zum Löwen. , zur Zeit geschlossen
  • 1 Gasthaus zum Ettetal, Hagenmühle 3, 74575 Ettenhausen. Tel.: +49 7936 990533.

Nachtleben[Bearbeiten]

Gasthaus Löwen in der Altstadt
  • Gasthaus zum Löwen, zur Zeit geschlossen
  • Kinos, Bars, und weitere Gaststätten in den Kreisstädten der Umgebung, siehe Abschnitt Gesundheit

Unterkunft[Bearbeiten]

Privatunterkunft[Bearbeiten]

  • Annelore Suss, Dr. Röser-Str. 15, 74575 Bartenstein. Tel.: +49 7936 418. 2 Doppelzimmer: 25 € (Preis pro Person) (19 € ohne Frühstück).

Ferienwohnung[Bearbeiten]

Besondere Ferienwohnungen in Bartenstein und Umgebung,

  • In Bartenstein: An der Schlosstaffel und in der ehemaligen Schule am Riedbachtor

Lernen[Bearbeiten]

Arbeiten[Bearbeiten]

  • vorrangig in den Kreisstädten der Umgebung,
  • Hauptarbeitgeber: Würth und ebm-papst

Sicherheit[Bearbeiten]

Bartenstein ist ein überschaubares Örtchen, regelmäßige Polizeikontrollen gewährleisten eine hohe Sicherheit.

Gesundheit[Bearbeiten]

  • Ärzte in Schrozberg, Niederstetten und Blaufelden, Entfernung ca. 7 km
  • Kreiskrankenhäuser in Bad Mergentheim, Crailsheim, Schwäbisch Hall, Rothenburg/Tauber und Künzelsau

Praktische Hinweise[Bearbeiten]

  • Stadtverwaltung Schrozberg Tel: 07935/707-0
  • Ortschaftsverwaltung Bartenstein: 07936/552

Ausflüge[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • A. und C. Reimann: Bartenstein wie es früher war, von Handwerkern, Hofräten und Lakaien. Niederstetten 2009
  • A. und C. Reimann: Bartensteiner Haustafeln, Niederstetten 2011

Weblinks[Bearbeiten]

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