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Wetzlar

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Lua-Fehler in mw.wikibase.entity.lua, Zeile 88: data.schemaVersion must be a number, got nil instead Die ehemalige Freie Reichsstadt Wetzlar liegt in Hessen an der Dillmündung in die Lahn. Die historische Altstadt mit dem romanischen Dom, den Museen und den behutsam restaurierten Fachwerkhäusern zieht sich mit ihren Gassen und kleinen Plätzen terrassenförmig zur Lahn hinab, wo die steinerne Alte Lahnbrücke den Fluss überquert.

Hintergrund[Bearbeiten]

  • Ausgrabungen an der Lahn in Wetzlar-Dalheim haben 7000 Jahre alte Reste der Besiedlung einer Bandkeramik-Kultur ergeben. Besiedlungen germanischen Ursprungs werden zur Zeit noch freigelegt. Sie sind teilweise über 2000 Jahre alt. Die Siedlungen bestanden vermutlich fast 1500 Jahre. In und um Wetzlar gab es außerdem 3 keltische Siedlungen. Die Kelten hatten schon vor 2500 Jahren Eisenerz gewonnen und verhüttet. Der Name der Stadt ist vermutlich im 3. Jhd. entstanden.
  • Urkundlich wurde Wetzlar erstmals im 8. Jhd. erwähnt. Der Wetterauer Graf Gebhard und spätere Herzog von Lothringen ließ 897 die Salvatorkirche (Erlöserkirche) weihen. Sie wurde auf den Mauern einer früheren Kirche erbaut. Am Anfang des 10. Jahrhunderts wurde das Marienstift gegründet. Im Laufe der Zeit entstand eine Marktsiedlung, die Marktrechte hatte und Zoll erheben durfte. Der Hohenstaufenkaiser Friedrich I. Barbarossa errichtete eine Reichsvogtei und machte 1180 Wetzlar zur Reichsstadt. Sie blieb Reichsstadt bis 1803. Der Kaiser baute hoch über Wetzlar die Reichsburg Kalsmunt auf schon bestehenden Mauern, vermutlich aus der Zeit Karls des Großen, zur Sicherung der Wetterau als Reichsland. Eine Handelsstraße durchquerte bei Wetzlar die Lahn. Auf ihr wurden die Wetzlarer Eisenerzeugnisse, Wollwebereien und Leder befördert. Man baute um 1250 eine Stadtbefestigung, deren Reste noch vorhanden sind. Mitte des 14. Jhd. hatte Wetzlar ca. 6.000 Einwohner und war damals schon eine Großstadt. Es gab eine jahrzehntelange Fehde mit den Grafen von Solms, die Wetzlar in ihren Besitz bringen wollten. Sie bedrohten die lebenswichtigen Handelsstraßen. Zum Schutz der Stadt wurde daraufhin die Burg Hermannstein (1373-79) gebaut. Der Kaiser unterstützte die Stadt nur unzureichend. So musste sie sich verschulden und fiel 1387 unter Zwangsverwaltung. Sie wurde trotzdem in den Rheinisch-Schwäbischen Städtebund aufgenommen. Im Dreißigjährigen Krieg litt die Stadt sehr. Viele Bewohner verließen Wetzlar. Bei Kriegsende hatte die Stadt nur noch 1500 Einwohner.
  • 1689 wurde das höchste Gericht des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation, das Reichskammergerichts, nach Wetzlar verlegt. Hier praktizierte von Mai bis September 1772 Johann Wolfgang Goethe. Seine glücklose Romanze mit Charlotte (Lotte) Buff während seiner Wetzlarer Zeit war Stoff für seinen Erstlingsroman "Die Leiden des jungen Werther", mit dem er Wetzlar weltweit bekannt machte. Das Lotte-Haus in der Lotte-Straße erinnert noch heute daran. Mit der Auflösung des Reichs 1806 verlor auch das Reichskammergericht seine Bedeutung. Die Franzosen besetzten Wetzlar. Nach dem Wiener Kongress fiel das Gebiet 1815 an Preußen. 1822 wurde es Sitz des Landrates des neu geschaffenen Landkreises Wetzlar.
  • Die Eisenerzgewinnung, -verhüttung und -verarbeitung im Wetzlarer Gebiet hatte eine 2.500-jährige Tradition. Mit der Schiffbarmachung der Lahn im 19. Jahrhundert trat die Industrialisierung in eine neue Phase und durch die beiden 1862/63 eingeweihten Eisenbahnlinien der Lahntalbahn (Wetzlar - Limburg - Koblenz) und der Köln-Gießener Eisenbahn fand die Stadt Anschluss an ferne Rohstoff- und Absatzmärkte und wurde Industriestandort. 1869 gab es im Stadtgebiet 100 Erzbergwerke. Die Gebrüder Buderus nahmen 1872 den ersten Hochofen in Betrieb. Namhafte metallverarbeitende Unternehmen waren damals Röchling, die Hessischen Berg- und Hüttenwerke, die Carolinenhütte und das Herkuleswerk. Daneben wurden Unternehmen der optischen und feinmechanischen Industrie gegründet. Leitz (Leica), Hensoldt (Zeiss), Minox, Pfeiffer, Philips, Loh, Seibert, Hollmann, Leidolf und viele andere erlangten Weltruf. Ab 1887 mussten die Erzbergwerke nach und nach stillgelegt werden, weil ausländische im Tagebau gewonnene Erze auf dem Weltmarkt billiger angeboten wurden. Nach dem Ersten Weltkrieg wurden 1926 die Wetzlarer Erzgruben ganz geschlossen. Durch die Industrialisierung wuchs die Stadt. 1903 wurde Niedergirmes mit seinen ausgedehnten Industrieanlagen und dem Bahnhofsviertel eingemeindet. Am Ende des Ersten Weltkrieges hatte die Stadt mehr als 15.000 Einwohner. Man musste eine Ringstraße im Westen der Altstadt und eine weitere Lahnbrücke bauen, um den Verkehr zu bewältigen.
  • Im Zweiten Weltkrieg wurde die Stadt schwer bombardiert. Das Bahnhofsviertel und der Stadtteil Niedergirmes wurden besonders hart getroffen. Die historische Altstadt, mit Ausnahme der Umgebung des Domplatzes, blieb weitgehend erhalten. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde Wetzlar dem neu gegründeten Bundesland Hessen zugeordnet. Durch den Zuzug von Heimatvertriebenen und Flüchtlingen aus dem Osten wurde die Einwohnerzahl auf 30.000 verdoppelt. Der Versuch, 1977 die beiden Städte Gießen und Wetzlar zur neuen Stadt Lahn zu verschmelzen, scheiterte am Protest der Einwohner vor allem aus Wetzlar. Die Gebietsreform wurde zwar nicht zurück genommen, aber es wurde neu aufgeteilt. Zum alten Stadtgebiet Wetzlars kamen acht neue Stadtteile hinzu. Wetzlar ist seither Sitz des aus Teilen des Alt-Kreises Wetzlar und Dillenburg zusammengelegten, neuen Lahn-Dill-Kreises.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

  • südlich der Lahn: Gießen, Rechtenbach, Schwalbach, Burgsolms
  • nördlich der Lahn: Ehringshausen, Mittenaar, Erda, Rodheim-Bieber, Waldgirmes

Anreise[Bearbeiten]

Mit dem Flugzeug[Bearbeiten]

Der internationale Flughafen Frankfurt am Main liegt etwa 75 km entfernt. Zum Regional-Flughafen Siegerland (Siegerlandflughafen) sind es ca. 40 km.

Mit der Bahn[Bearbeiten]

Wetzlar liegt an den Bahnstrecken Frankfurt/Main – Siegen – Köln (Dill-Strecke / Siegstrecke) und Gießen – Limburg – Koblenz (Lahntalbahn, Wetzlar – Koblenz), die am Bahnhof Wetzlar zusammentreffen und von Regionalbahnen und Regional-Express-Zügen befahren werden. Außer dem Bahnhof Wetzlar in der Kernstadt gibt es im Stadtteil Dutenhofen den Bahnhof Wetzlar-Dutenhofen. Größere Städte, die von Wetzlar aus direkt angefahren werden, sind Gießen, Koblenz, Frankfurt am Main und Siegen.

Mit dem Fahrrad[Bearbeiten]

Straße[Bearbeiten]

Wetzlar liegt an der Bundesautobahn A 45 (Sauerlandlinie, Dortmund – Aschaffenburg) bzw. Europastraße E 41, mit den Abfahrten Wetzlarer Kreuz (zur A 480 bzw. E 40 nach Wetzlar-Nord, Aßlar und Wz-Blasbach), Wetzlar-Ost (zur Bundesstraße B 49 Richtung Stadtmitte) und Wetzlar-Süd (Richtung Krankenhaus bzw. Dutenhofen).

Die Bundesstraße B 49 (Trier – Wetzlar – Alsfeld) bzw. E 44 führt als Ost-Südwest-Schnellverbindung durch die Stadt. Zwischen Wetzlar und Limburg ist die B 49 teilweise vierspurig ausgebaut, der kreuzungsfreie Rest wird verbreitert. Des Weiteren verbindet die Bundesstraße B 277 Aßlar mit dem Knoten Dalheim.

Boot[Bearbeiten]

Über Wasser ist Wetzlar auf der Lahn mit Kanus bzw. Ruderbooten zu erreichen, wenngleich die Anfahrt durch Schleusen und Bootsrutschen erschwert wird. Es befinden sich mehrere Ausstiegsstellen im Stadtgebiet (siehe auch unter Touristik-Routen, Wanderwege).

Mobilität[Bearbeiten]

Öffentlicher Personennahverkehr[Bearbeiten]

Wetzlar gehört zum mittel- und südhessischen Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV).

Die Stadt verfügt über ein gut ausgebautes städtisches Buslinien-Netz mit zwölf Buslinien im 10- bis 30-Minuten-Grundtakt. Diese haben alle Anschluss an den Busbahnhof (ZOB). Weiterer zentraler Umsteigepunkt stellt der Leitzplatz dar. Hinzu kommen noch diverse Überlandlinien in das Wetzlarer Umland.

In den späten Abendstunden fährt die Nachtbuslinie 007, der sogenannte „Disco-Bus“, sternförmig ab ZOB fast alle Stadtteile an.

Der „Citybus“ verbindet zum Einheitstarif von 50 Cent wochentags von 10 bis 19 Uhr und samstags bis 15 Uhr die Altstadt mit dem Bahnhof und dem dortigen Einkaufszentrum „Forum Wetzlar“ im 20-Minuten-Takt.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Historische Altstadt[Bearbeiten]

Fachwerkblicke in der Altstadt
Jerusalemhaus am Schillerplatz. Hier erschoss sich der Reichspraktikant Karl Wilhelm Jerusalem. Goethe verarbeitete die tragische Geschichte in seinem Roman "Die Leiden des jungen Werthers". Heute gibt es im Haus ein kleines Museum.

Das nahezu geschlossene Ensemble historischer Bauwerke und Wohnhäuser in der Altstadt ist größtenteils in dem Zustand erhalten und weitgehend restauriert worden, wie es sich gegen Ende des 18. Jahrhunderts darstellte. Seine Fachwerkhäuser und Steinbauten stammen aus der Zeit der Romanik (Wetzlarer Dom), der Gotik, aus der Renaissance und dem Barock. Noch heute bestehen die Plätze Buttermarkt/Domplatz, Fischmarkt, Eisenmarkt, Kornmarkt und der ehemalige Franziskanerhof, jetzt Schillerplatz. Zu den rund 50 besonders nennenswerten Gebäuden gehören: ein so genannter Wandständerbau aus dem Jahr 1356, die Alte Münze am Eisenmarkt, der Römische Kaiser (15. Jahrhundert), ein ehemaliges Theater- und Ballhaus; der ehemalige Deutschordenshof, heute Städtisches Museum, das Lottehaus, Wohnhaus der Charlotte Buff, das Karl-Wilhelm-Jerusalem-Haus, in dem sich der Rechtspraktikant Karl Wilhelm Jerusalem erschoss und so eine traurige Berühmtheit als Werther (w:Die Leiden des jungen Werthers) erlangte, das fürstliche Palais Papius, in dem sich die Sammlung historischer Möbel, zusammengestellt von Freiin Irmgard von Lemmers-Danforth, befindet.

Die steinerne Alte Lahnbrücke wurde im Jahre 1288 erstmals erwähnt.

Ansehnliche Reste der Stadtbefestigung aus dem 13. und 14. Jahrhundert sind noch erhalten, zum Beispiel ein als Schneiderturm oder Säuturm bekannter Befestigungsturm, die Kalsmuntpforte als Stadttor zur früheren Vorstadt Silhofen sowie große Teile der Stadtmauer.

Auch in den alten Vorstädten Langgasse und Neustadt, durch die Alte Lahnbrücke mit der Altstadt verbunden, sind noch einige sehenswerte historische Gebäude erhalten. Jedoch hat insbesondere die Neustadt infolge vierspuriger Straßenbauten im 20. Jahrhundert ihren mittelalterlichen Charakter verloren.

Ein in der Mitte des 14. Jahrhunderts als Rathaus errichtetes Gebäude wurde nach mehrfachem Umbau vom Reichskammergericht (1689 bis 1806) als Sitz und Kanzlei genutzt. Das Gericht zog später in das gegenüberliegende sogenannte Herzogliche Haus und danach bis zu seiner Auflösung 1806 ins Von Ingelheim’sche Palais. Das Gebäude wurde nach einem weiteren Umbau als Kaserne, später als Hauptpost genutzt. Nach deren Auszug dient es unter anderem als Gaststätte und Wohnhaus.

Kirchen[Bearbeiten]

Wetzlarer Dom

Der Wetzlarer Dom gehört zu den ältesten Simultankirchen Deutschlands und ist in verschiedenen Baustilen im 14. Jahrhundert erbaut worden. Die erste Kirche wurde am selben Standort im 9. Jahrhundert erbaut.

Der Dom ist täglich rund um die Uhr geöffnet. Sehenswert sind die vasa sacra (Heilige Gefäße). Dazu gehören u.a. Kelche, Monstranzen, Hostienschalen und Leuchter. Sehenswert ist auch die Skulptur des kreuztragenden Christus im nördlichen Querschiff der Kirche. Es handelt sich hierbei um das Werk eines unbekannten Künstlers um ca. 1500. Typisch für diese Zeit ist die Darstellung des Simon von Kyrene. Im Größenverhältnis zu Christus wirkt er fast wie ein Zwerg. Seine Hände berühren zwar das Kreuz, tragen es aber nicht, so wie es die Bibel in Markus 15, 21 berichtet. Bei der Gestalt des kreuztragenden Christus im nördlichen Querschiff handelt es sich um ein Original, wenn auch mehrfach übermalt und restauriert. Die Figur des Simon von Kyrene dagegen musste 1996 nachgeschnitzt werden, da das Original gestohlen wurde. Inzwischen ist die Originalfigur auf spektakuläre Weise im Oktober 1997 wieder aufgetaucht und kann im Wetzlarer Stadtmuseum besichtigt werden.

  • Die beiden Domgemeinden sind eine Kuriosität. Die Entstehung der Pfarrei ist unbekannt. Die erste Kirche war wohl eine fränkische Eigenkirche, an der das Stift gegründet wurde. Erst 1221 und 1226 wurde die Pfarrei durch den Erzbischof von Trier und den Papst dem Stift zuerkannt (inkorporiert). Danach stellte das Stift den Pfarrer an und eine Pfründe für seinen Lebensunterhalt bereit. Der Pfarrer gehörte dem Stift an, musste aber gegenüber diesem auch die Interessen der Pfarrei vertreten. Als sich die Wetzlarer in der Zeit der Reformation zur lutherischen Konfession bekannten, kam es zu einer bemerkenswerten Kuriosität: Der lutherische Pfarrer wurde durch die Bürgerschaft gewählt. Seinen Unterhalt aber bezog er aus der Stiftspfründe und wurde daher auch vom katholischen Dompfarrer in sein Amt eingesetzt. Aufgrund des fehlenden Geldes für ein neues Gotteshaus kam man etwa 40 Jahre nach der Reformation überein, dass die kleinere katholische Gemeinde den Chorteil und die größere evangelische Gemeinde das Mittelschiff nutzen sollte. Die sehr kleine katholische Domgemeinde wurde erst während der Reichskammergerichtszeit wieder zahlreicher und konnte so auch nach der Auflösung des Stifts (1803) weiter bestehen. Nachdem im März 1945 eine Fliegerbombe in den Dom einschlug, hatte die katholische Gemeinde keinen Gottesdienstraum mehr. Man kam überein, dass beide Gemeinden nun am gleichen Altar Gottesdienst abhalten sollten. Durch den Zustrom von Heimatvertriebenen wuchs die katholische Domgemeinde sehr an. Deshalb war an eine Wiederherstellung der alten Verhältnisse, auch nicht nach dem Wiederaufbau des Chores 1952, nicht mehr zu denken. Offenbar hatten die beiden Gemeinden die Zeichen der Zeit erkannt und entwickelten nun ein geschwisterliches Miteinander. Man akzeptierte die Stiftung einer neuen Orgel durch die Firma Leitz für beide Gemeinden, wenn auch nur nach einer einjährigen Probezeit. Das Miteinander wurde vertraglich geregelt durch:
  • 1957 - die Domnutzungsverordnung
  • 1978 - die Eintragung des Domes im Grundbuch als gemeinsames Eigentum beider Gemeinden zur je ideellen Hälfte
  • 1982 - die Neufassung der Satzung der Dombauverwaltung für den Bauunterhalt

Außer den beiden Sakristeien werden alle Teile des Domes heute von beiden Gemeinden gemeinsam genutzt. Die gemeinsamen Aktivitäten reichen von ökumenischen Gottesdiensten über gemeinsame Gemeindefreizeiten bis zum gemeinsamen Musizieren im ökumenischen Jugendchor. Mit seinen beiden Gemeinden ist der Wetzlarer Dom ein eindrückliches Beispiel für das moderne Zusammenleben der Konfessionen.

Weitere Informationen siehe Seite des Doms zu Wetzlar.

Andere Sakralbauten[Bearbeiten]

Die Michaeliskapelle ist eine Doppelkapelle südlich des Domchores, die etwa um das Jahr 1250 erbaut wurde. Genutzt wurde sie als ehemalige Bauhütte des Domes und später als Beinhaus/Karner oder Beinhaus/Ossarium. An der Westwand steht eine große Kreuzigungsgruppe (1509).

Die Überreste der Theutbirg-Basilika befinden sich nahe dem Stadtteil Nauborn, und zwar im Siebenmühlental unweit der Dickesmühle (Hinweisschild). Die Kirche der Teutbirg in loco qui dicitur Nivora ist deutlich vor 778 entstanden. Die Kirche wird wahrscheinlich bis zur Wende zum 9. Jahrhundert bestanden haben. Ihre Mauerreste wurden erst 1927 entdeckt.

Die Franziskanerkirche, eine Klostergründung aus dem Jahr 1263, wird auch als Untere Stadtkirche bezeichnet. Der Chor wird noch für Gottesdienste genutzt. Das Langhaus der Kirche ist profaniert.

Das Kloster Altenberg ist ein ehemaliges Prämonstratenserinnen-Kloster. Die etwa um 1260/1270 durch die selige Gertrud von Altenberg, Tochter der heiligen Elisabeth von Thüringen, gegründete Anlage ist Gutshof und Königsberger-Diakonissen-Mutterhaus.

Die Hospitalkirche ist eine in den Jahren 1755–1764 von J. L. Splittdorf errichtete Kirche mit sehenswertem Aufbau von Kanzel, Orgel über dem Altar und dreiseitigen Emporen. Das Hospital wurde wahrscheinlich mit der dazu gehörenden Kapelle in der Mitte des 13. Jahrhunderts erbaut.

Weitere Baudenkmale und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

In den neueren Stadtvierteln rund um die Altstadt befinden sich eine Reihe gutbürgerlicher Wohnhäuser und Villen, die aus der Blütezeit Wetzlars als Leitz (Optik)m später Leica Camera und Buderus (Weiße Villa) stammen.

Die beiden im 14. Jahrhundert erbauten Landwehren, die Garbenheimer Warte (um 1900 zum Bismarckturm umgebaut) und die Brühlsbacher Warte sind heute wunderbare Aussichtstürme, sie liegen östlich und südlich der Stadt.

Die Reichsburg Kalsmunt wurde vermutlich um das Jahr 800 gegründet und ist demnach eine Anlage aus der Zeit Karls des Großen. Zum Schutz der Stadt und um die Wetterau als Reichsland zu sichern, wurde sie im 12. Jahrhundert weiter ausgebaut. Auf der Reichsburg Kalsmunt wurden die kaiserlichen Münzen für Wetzlar geprägt. Zur Burg Kalsmunt gehörte schon im späteren Mittelalter der Wirtschaftshof Magdalenenhausen, der seit 1324 auf der stadtabgewandten Seite des Kalsmunts bezeugt ist. Nach dem Verfall der Burg im Zuge häufiger Besitzerwechsel und des Übergangs an Hessen im 16. Jahrhundert kaufte Graf Bernhard III. von Solms-Braunfels das Hofgut. Das zweigeschossige, repräsentative Fachwerkhaus wurde im Jahre 1693 für die Gräfin Magdalena von Solms-Braunfels errichtet. 1716 legte Graf Wilhelm Moritz um das Gut herum einen Tiergarten/Park an, der aber schon um 1800 wieder aufgegeben wurde. Seit dem 19. Jahrhundert dient das Haus als Gaststätte und Ausflugslokal.

Die Burg Hermannstein ist ein typisches Beispiel einer gotischen Wohnturmanlage nach französischem Vorbild. Sie wurde 1373 bis 1379 für den Landgrafen Hermann I. von Hessen zum Schutz der Stadt errichtet. Die Fürsten von Solms-Braunfels lagen immer wieder in Fehde mit Wetzlar.

Denkmäler, Kunstwerke, Brunnen[Bearbeiten]

Der dreistufige Obelisk aus Lahnmarmor in Dalheim erinnert an die Schlacht bei Wetzlar[1], in der 1797 Karl von Österreich-Teschen/Erzherzog Karl von Österreich die napoleonischen Truppen unter General Lazare Hoche/General Jourdan schlug. An Tile Kolup, den falschen Kaiser Friedrich II., wird mit zwei Denkmalen erinnert. Das ältere befindet sich im Stadtwald nahe der Friedenstraße, das jüngere wurde als Flammenthron in der Spilburg errichtet. Die Colchester-Anlage auf der Lahninsel ist aufwendig landschaftsgärtnerisch gestaltet, unter anderem mit einem Stein-Labyrinth und einem Irrgarten. An der Frankfurter Straße befindet sich das Ukrainer-Denkmal, das an verstorbene Lagerinsassen in der Zeit des Ersten Weltkriegs erinnert. Das Jägerdenkmal aus dem Jahr 1877 erinnert in der Hausertorstraße an das Rheinische Jägerbataillon. Im Rosengärtchen, einem heute als Parkanlage genutzten früheren Friedhof, befinden sich eine Reihe alter Grabdenkmale, am bekanntesten ist das der Freifrau von Albini.

Einige Denkmäler stehen in Verbindung mit der industriegeschichtlichen Vergangenheit der Stadt. Der Giesser ist eine Buderus-Kunstguss-Skulptur vor der Hauptverwaltung Buderus. Eine andere moderne Guss-Skulptur ist die Familie von Ludwig Leitz am Karl-Kellner-Ring (Ecke Ernst-Leitz-Straße). Am früheren Erzbergwerk Grube Malapertus ist ein alter Förderturm erhalten, der heute als einer der beiden letzten Fördertürme von der Bergbauvergangenheit im Lahn-Dill-Gebiet zeugt.

Im Bereich der Altstadt sind auch eine Reihe bekannter Brunnenbauwerke erhalten. Der Kornmarktbrunnen auf dem gleichnamigen Platz wurde bereits 1341 erstmals erwähnt. Der Eisenmarktbrunnen ist mit einer Figur der heiligen Barbara von Nikomedien, kurz der heiligen Barbara verziert. Am Philosophenweg, gegenüber dem Wöllbacher Tor, befindet sich der Goethebrunnen.

Museen, Bibliotheken und Galerien[Bearbeiten]

  • 1 Stadt- und Industriemuseum. E-Mail: . Ein äußerst vielfältig ausgestattetes Museum mit Exponaten aus der mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Geschichte der Stadt und Zeugnissen der regionalen Industriekultur (Schwerindustrie, Optik und Feinmechanik, Bergbau), darunter die Sammlung Karsten Porezag, eine bundesweit einzigartige Sammlung historischer Grubenlampen. Darüber hinaus eröffnet dieses Museum einen Einblick in die Vor- und Frühgeschichte der Region und präsentiert Zeugnisse der Keltenzeit.

Zwei Museen sind dem Umfeld von Goethe gewidmet. Das Lottehaus ist eine Gedenkstätte für Charlotte Kestner geb. Buff als Erinnerung an die Zeit, als Johann Wolfgang von Goethe hier oft Gast war. Das frühere Deutschordenshaus (Deutscher Orden) in Wetzlar wurde annähernd in jenen Zustand rekonstruiert, in dem Johann Wolfgang Goethe es am Ende des 18. Jahrhunderts vorfand. Jährlich besuchen Tausende Goethe-Touristen aus aller Welt dieses Gebäude, das an das Buch Die Leiden des jungen Werthers erinnert.
Das Jerusalemhaus ist eine weitere Gedenkstätte für Goethes Werther-Roman In diesem Gebäude nahm sich einst Karl Wilhelm Jerusalem, vermutlich aus Liebeskummer, das Leben. Jerusalem war eines der realen Vorbilder des Werther. In der Gedenkstätte findet sich heute, wie im Werther beschrieben, „Emilia Galotti auf dem Pulte aufgeschlagen“. Heute beherbergt der restaurierte Altbau neben der Wetzlarer Museumsverwaltung auch die Goethe-Werther-Sammlung.

Die Sammlung Dr. Irmgard Freiin von Lemmers-Danforth zeigt europäische Wohnkultur aus Renaissance und Barock, zusammengestellt und öffentlich zugänglich gemacht von der Wetzlarer Kinderärztin im fürstlichen Palais, dem so genannten Palais Papius (benannt nach Johann Hermann Franz von Pape genannt Papius, einem Assessor am Reichskammergericht). Sie gehört zu den weltweit bedeutendsten Sammlungen historischer Möbel aus Renaissance und Barock.

Das Museum des Reichskammergerichts ist bundesweit das einzige rechtsgeschichtliche Museum und deshalb ein Anziehungspunkt für Juristen und an der Geschichte des Rechts und der Rechtspflege/Justiz in Deutschland Interessierte. Es wird getragen von der Gesellschaft für Reichskammergerichtsforschung e. V. und der Stadt Wetzlar. Dort wird eine Reihe hochwertiger Exponate zur Verfassungsgeschichte des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation präsentiert. Dem Museum ist außerdem eine Forschungsstelle des Max-Planck-Instituts für europäische Rechtsgeschichte zugeordnet.

Mehrere Museen präsentieren den Bereich der Optik. Zunächst soll der Optikparcours, ein einmaliger Wissenschaftsparcours, die optische Kompetenz des Standortes Wetzlar stärken. Er ist ein Private-Public-Partnership/Gemeinschaftsprojekt von Bürgern, Hochschulen, Schulen, des Stadtmarketings der Stadt Wetzlar, der Industrie- und Handelskammer und 70 Unternehmen. Er wurde im Mai 2008 mit zunächst acht Installationen eröffnet, die vom Einkaufszentrum Forum bis in die Altstadt führen. Insgesamt 20 unterschiedliche Hauptinstallationen sind geplant, im November 2008 wurde ein Dunkelkaufhaus. Weiterhin präsentiert das Viseum, das Haus der Optik und Feinmechanik, in einem spätbarocken Gebäude modernste Hightech-Produkte von 14 Wetzlarer und mittelhessischen Unternehmen aus den Bereichen Optik, Sensorik und Feinmechanik. Das Motto dazu lautet: „Sehen verstehen!“. Die Exponate demonstrieren, wie optische und optoelektronische Systeme das Leistungsspektrum unserer Augen, mit Hilfe der technischen Nutzung der Eigenschaften des Lichts, verbessern können. Ein weiteres Museum in diesem Bereich ist die Sammlung historischer Mikroskope Leitz (Optik)/Ernst Leitz im Neuen Rathaus.

An weiteren kleineren und privaten Museen sind das Messingmuseum auf der „Spilburg“, das Wetzlarer Spielzeug- und Puppenmuseum, das Landwirtschaftliche Museum sowie die Heimatmuseen und Dorfstuben in den Stadtteilen zu nennen. In der Nähe von Wetzlar, in Oberbiel, befindet sich das Besucherbergwerk Grube Fortuna mit Grubenbahnmuseum. Es handelt sich um eine der zahlreichen ehemaligen Eisenerzgruben im Lahn-Dill-Kreis.

Offizielle Seite Wetzlar: „Kultur und Bildung“

Bibliotheken und Archive[Bearbeiten]

1962 wurde in Wetzlar die wissenschaftliche Sammelstelle und Bibliothek für Liedgut der ehemaligen deutschen Ostgebiete mit der Patenschaft für das ostdeutsche Lied gegründet.

Die 1989 eröffnete Phantastische Bibliothek Wetzlar entwickelte sich zur weltweit größten öffentlich zugänglichen Sammlung phantastischer Literatur. Sie verfügt über einen Bestand von zirka 150.000 Titeln in den phantastischen Literaturgenres (Science Fiction, Fantasy, klassische Phantastik, Horror, Utopie, Reise- und Abenteuerliteratur, Märchen, Sagen/Mythen).[2]

Die Stadtbibliothek verfügt über einen Bestand von derzeit zirka 45.000 Medien. Aus der dazugehörenden Artothek können über 200 Bilder, meist Originale (hauptsächlich von einheimischen Künstlern), und Skulpturen ausgeliehen werden. Das Historische Archiv der Stadt verfügt unter anderem über eine große Urkundensammlung (mehr als 4400 Urkunden) sowie über Akten von der Reichsstadtzeit bis zur Gegenwart.

Galerien[Bearbeiten]

Ein knappes Dutzend Galerien sind über das Stadtgebiet verteilt. In der Galerie am Dom sind Werke von Künstlern mit bekannten Namen wie Janosch, Günter Grass, Armin Mueller-Stahl, James Rizzi oder Niki de Saint Phalle vertreten. Des Weiteren sind die Galerie im Stadthaus am Dom, das Atelier Ludwig Leitz mit dem künstlerischen Werken von Ludwig Leitz, die Galerie im Alten Rathaus, die Galerie im neuen Rathaus, die Galerie Atzbach, die Grafiken und Illustrationen beherbergt, sowie die Galerie Kunst+ am Kornmarkt mit dem Schwerpunkt Bronzegüsse der Berliner Bildhauerschule sowie zeitgenössische, junge Kunst mit dem Schwerpunkt Bildhauerei, zu nennen.

Daneben werden unter dem Titel Kunst im Krankenhaus regelmäßige wechselnde Fotoausstellungen auf den Stationen der Urologischen Klinik des Klinikums Wetzlar-Braunfels gezeigt. Das Kunstprojekt Atelier Löwenherz bietet Erwachsenen mit geistiger oder körperlicher Behinderung und Nichtbehinderten die Möglichkeit, sich unter Anleitung künstlerisch zu betätigen. In der Ersten Malschule Wetzlar wird Kindern ab sechs Jahren der Spaß am kreativen Tun vermittelt. Gleichzeitig werden Malkurse für Erwachsene, Anfänger und Fortgeschrittene angeboten.

Parks, Anlagen[Bearbeiten]

Die Altstadt wird durch einen nahezu vollständigen Ring von Parks umschlossen. Dies sind die Avignon-Anlage und die Schladming-Anlage im Süden, die Colchester-Anlage im Westen und die Siena Promenade im Osten. Geschlossen wird der Ring im Norden durch das Rosengärtchen, ein historisches Friedhofsgelände. Hier befindet sich unter anderem die nicht näher bezeichnete Grabstätte des Karl Wilhelm Jerusalem, Vorbild für Goethes Die Leiden des jungen Werther. Das Rosengärtchen ist Standort der Wetzlarer Freilichtbühne.

Weitere größere Parks in den Außenbezirken der Stadt sind die Neukölln-Anlage, die Ilmenau-Anlage und der Europapark, Standort des Europabades.

Veranstaltungen[Bearbeiten]

Theater und Konzerte[Bearbeiten]

Das Theater- und Konzertangebot in Wetzlar ist breit gefächert. Von überregionaler Bedeutung sind die Kultur- und Musikevents der größten Multifunktionshalle der Region, der Rittal Arena Wetzlar (rund 6000 Zuschauerplätze). Ebenso bedeutsam sind die alljährlich in den Monaten Juni, Juli und August stattfindenden Wetzlarer Festspiele mit Opern, Operetten, Musicals, mit Schauspiel, Konzert und Kleinkunst, die überwiegend im Rosengärtchen, im Lottehof und im Hofgut Hermannstein abgehalten werden.

Daneben dient die Stadthalle Wetzlar als Kultur-, Kongress- und Tagungszentrum. Hier ist auch das Neue Kellertheater Wetzlar beheimatet, das mit Komödien, Schauspielen oder Musicals unterhält. Weitere kulturelle Höhepunkte sind die Internationalen Gitarrentage Wetzlar und die Sommer-Matineen im Rosengärtchen. Die Wetzlarer Kulturtage Mitte Juni sind ein dreitägiges sommerliches Musikfestival auf der Lahninsel und in der Innenstadt mit Musik, Folklore, Theater und Kunst. Der Theaterring Wetzlar veranstaltet im Winterhalbjahr mit Tourneetheatern monatlich einen Theaterabend. Im Harlekin im Riesen spielen die Gruppen Wetzlarer Besenkammerspiele sowie das Merenberger Musiktheater. Der Kulturring Nach Feierabend bietet Besuche von Theaterveranstaltungen des Stadttheaters Gießen an und führt eigene Kabarettveranstaltungen durch. Daneben gibt es regelmäßige Theater- und Konzertveranstaltungen (Rock, Pop, Jazz, Kabarett, Lesungen, Party, etc.) im Kulturzentrum Franzis, in der Bunten Katze und in der Kleinen Bühne.

Feste und Veranstaltungsreihen[Bearbeiten]

Der traditionsreiche Gallusmarkt ist seit dem Jahr 1318 bezeugt. Ludwig IV. (HRR)/König Ludwig verlieh der Stadt das Recht, am Tag des heiligen Gallus (Heiliger Gallus), also alljährlich am 16. Oktober, einen Jahrmarkt abzuhalten. Heute findet er unter anderem als verkaufsoffener Sonntag mit vielen Aktionen in den Fußgängerzonen statt.

Die zahlreichen Karnevalsvereine sorgen in der Karneval, Fastnacht und Fasching, hier Fassenacht mit Veranstaltungen und Bällen für Stimmung. Der große Fassenachtsumzug quer durch die Stadt mit meist über hundert Zugnummern und mehreren Kilometern Länge findet unter großer Anteilnahme der Bevölkerung immer am Fassnachts-Sonntag statt.

Das Ochsenfest ist das größte Volksfest in Mittelhessen und wird seit 1852 in dreijährigem Zeitabstand gefeiert.[3] Das eine Woche dauernde Fest mit angeschlossener Landwirtschafts- und Tierschau findet auf dem Festgelände „Finsterloh“ statt. Ein Höhepunkt des Ochsenfestes ist ein Festumzug durch Wetzlar.

Weitere regelmäßig wiederkehrende Veranstaltungen sind das Brückenfest rund um die Alte Lahnbrücke, das „Sommernachtsweinfest“ auf dem Schillerplatz in der Altstadt, das Familienfest auf der Bachweide und der Lahninsel und seit 2006 die „Gaudi-Olympiade“ im Finsterloh – mit künstlichem Schnee jährlich im Februar. Im Rahmen des Autosalons, bei dem heimische Händler die neuesten Automodelle präsentieren, wird der German City Cart Cup mit Großem Preis von Wetzlar durchgeführt. In der Vorweihnachtszeit werden Adventsmärkte in der Altstadt und in der Bahnhofsnähe abgehalten. Zirkus-Zeltaufführungen werden gelegentlich auf der Bachweide geboten.

Musik, Gesang, Tanz[Bearbeiten]

Die Szene in Wetzlar ist besonders im Bereich der Kleinkunst und Independent Music stark vertreten. Neben den Lokalitäten Harlekin, Bunte Katze, Kleine Bühne und Café Vinyl ist das Kulturzentrum Franzis ein Standort der freien Musik. Dort werden aber auch allerlei andere künstlerischen Tätigkeiten gefördert und dargestellt. Vielfältige Angebote zum Zuhören, Zuschauen oder aktiv Mitmachen bieten neben den Musik- und Volkshochschulen die über 40 Chöre, 12 Orchester (zudem 13 Chöre und Orchester für Kirchenmusik), 16 Musikgruppen, neun Tanzgruppen, zwei Ballettstudios und einige Tanzclubs und Tanzschulen.

Aktivitäten[Bearbeiten]

Sport und Freizeit[Bearbeiten]

Eine Reihe Wetzlarer Vereine sind in den Bundesligen vertreten. Zu nennen sind insbesondere HSG Wetzlar (Handball-Bundesliga Männer) und RSV Lahn-Dill (Rollstuhlbasketball-Bundesliga Männer). Im Turnen bilden KTV Wetzlar (Kunstturnen-Bundesliga) und TSG Niedergirmes gemeinsam ein Kunstturnleistungszentrum mit Deutscher Turner-Bund/DTB-Turnschule. Im Rudern stellte die RG Wetzlar 1883 bereits etliche Olympiasieger, Welt-, Europa- und Deutsche Meister. Auch im Tanzsport, Twirling, Radpolo, Eisstockschießen und Skat brachten es Wetzlarer Sportler zu überregionaler Bekanntheit.

Der mitgliederstärkste Sportverein der Stadt und einer der größten Hessens ist der TV Wetzlar, dessen erfolgreichste Abteilungen im Volleyball (Damen) und im Badminton (Herren) bereits viele Jahre in der Bundesliga spielten. In den 82 Sportvereinen mit 22.000 Mitgliedern, davon 7.300 Jugendliche, werden so gut wie alle Sportarten angeboten.

Jährlich wiederkehrende Veranstaltungen mit internationaler Beteiligung sind unter anderem seit 2005 der Wetzlar Marathon und seit 2006 die ATP-Tennisturniere Wetzlar Open.

Das Stadion Wetzlar verfügt über 8000 Zuschauerplätze. Die 2005 eröffnete Rittal Arena mit max. 6.000 Plätzen gehört zu den modernsten Sportarenen Deutschlands und diente seit ihrer Eröffnung bereits mehrfach als Austragungsort internationaler Sportveranstaltungen. Das Europabad dient seit seiner Eröffnung 1973 als Wettkampfbad mit 50-Meter-Becken und Tribüne.[4]

Seit Januar 2009 besteht das Cube-Kletterzentrum des Deutschen Alpenvereins e. V. im Sportpark des TV Wetzlar auf dem Spilburggelände. Auf den rund 1000 m² Kletterfläche, bei einer Höhendifferenz von mehr als 13 m, befinden sich auch Schulungs- und Boulderbereiche. Diese künstliche Kletteranlage kann von Jedermann gegen Entgelt genutzt werden.

Touristik-Routen, Wanderwege[Bearbeiten]

Der Tourismus gewinnt stetig an Bedeutung für Wetzlar. Die Stadt liegt an folgenden Ferienstraßen: Deutsche Fachwerkstraße, Lahn-Ferien-Straße und Solmser Straße. Auch die Oranier-Route führt über Wetzlarer Stadtgebiet. Die Stadt ist Mitglied im Taunusklub und im Westerwald-Verein und ist Sitz des Lahntal Tourismus Verband e.V..

Es gibt in Wetzlar und Umgebung eine Reihe von Wanderwegen. Die Stadt ist Ausgangspunkt des vom Taunusklub beschilderten Jakobsweges[5] nach Burg Lahneck und zur Hospitalkapelle in Lahnstein, dem Lahn-Camino. Zahlreiche Möglichkeiten für Wanderungen bestehen auf den Lahnhöhenwegen. Der Dill-Wanderweg führt von Haiger nach Wetzlar. Die Vier-Türme-Wanderung verläuft im Wetzlarer Stadtgebiet und verbindet vier historische Türme: Die Garbenheimer Warte (heutiger Bismarckturm), die Brühlsbacher Warte (Bleistift), den Stoppelbergturm und die Burgruine Kalsmunt. Die Wegstrecke dieser Wanderung rund um die Altstadt beträgt ungefähr 14 Kilometer, der Höhenunterschied 264 Meter. Eine andere Wanderung verläuft zirka 18 Kilometer durch das südliche Umland und führt von Brandoberndorf durch das Sieben-Mühlen-Tal nach Wetzlar. Am südlichen Stadtrand wurde in einem Wald am Finsterloh der Abenteuerparcours, ein Hochseilgarten (Waldkletteranlage), errichtet.

Der durch Wetzlar führende Lahntalradweg gehört laut Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club/ADFC zu den Top 10 der deutschen Radfernwanderwege.

Die Lahn zählt zu den schönsten Wasserwanderwegen Deutschlands. Für Wasserwanderer mit Kanu oder mit Ruderboot ist die Lahn geeignet. Für neugierige Bootstouristen gibt es im Stadtgebiet fünf offizielle Ein- und Ausstiegsstellen mit Raststätten, Toiletten, Campingplatz, Einkaufsmöglichkeiten, Unterkünften und Busanbindung.

Diskotheken und Szenegastronomie[Bearbeiten]

Zu den ältesten Diskotheken im Kernbereich Wetzlars gehört das Poco, eine Rock-Disco an der Dill, die seit 1978 existiert; bekannt geworden ist das Poco insbesondere durch seine außergewöhnliche Karneval, Fastnacht und Fasching|Karnevalsveranstaltung (Fasching Total), bei der von Samstag bis Aschermittwoch rund um die Uhr gefeiert wird. Ebenfalls populär und stark besucht sind das Lolly Pop und das Super Mäx, die beiden Diskotheken im Lahnhof (direkt gegenüber dem neuen Forum Wetzlar).

Auch haben sich hier einige Szenebars und -lounges im Altstadtbereich etabliert, die mitunter am Wochenende nur per vorheriger Tischreservierung besucht werden können. In jüngerer Zeit entstanden auch auf dem Gelände der ehemaligen Spilburg-Kaserne eine Reihe von Lokalitäten.

Einkaufen[Bearbeiten]

Einzelhandel[Bearbeiten]

Nach den Zahlen der GfK Aktiengesellschaft / Gesellschaft für Konsumforschung gehört Wetzlar zu den attraktivsten Handelsstandorten Deutschlands. Die Stadt weist danach einen hohen Zentralitätskoeffizienten auf und liegt mit einem Einzelhandelsumsatz von ca. 10.000 Euro pro Einwohner deutschlandweit auf Platz drei unter allen Städten mit über 50.000 Einwohnern.[6]

Im Frühjahr 2005 wurde in Bahnhofsnähe das neue Einkaufszentrum Forum Wetzlar eröffnet. Es ist mit rund 24.000 m² Verkaufsfläche und knapp 120 Geschäften nach Angaben des Betreibers das größte Einkaufszentrum in der Region Mittelhessen mit einem Einzugsbereich von zirka 540.000 Personen. Im zugehörigen Parkhaus stehen 1.700 Stellplätze zur Verfügung. Das Forum ist allerdings nicht das erste Einkaufscenter in der Stadt, unweit davon befinden sich das kleinere „Coloraden“-Einkaufszentrum (ehemals „Herkules-Center“) mit 15 aktiven Geschäften. Der ehemalige „Lahnhof“ gegenüber soll in absehbarer Zeit abgerissen und einer anderen Verwendung zugeführt werden. Weitere ehemals zusammenhängende Einzelhandelsflächen (z.B. die Kaufhäuser auf der Bahnhofstraße und dem Karl-Kellner-Ring) mussten nach der Forum-Eröffnung sukzessive schließen, da von den Stadtvätern das Kaufkraftpotential von Wetzlar und Umgebung offenbar falsch eingeschätzt wurde.

Das schwedische Möbelhaus IKEA will am 18.5.2017 in Bahnhofsnähe auf dem Gelände von Heidelberg Zement ein Möbelhaus eröffnen, die verkehrstechnischen Voraussetzungen wurden im Winter 2016/17 geschaffen.

Daneben gibt es viele kleine Einzelhandelsgeschäfte unterschiedlicher Branchen sowie Cafés und Gaststätten in der Wetzlarer Altstadt, die in ungefähr zehn Minuten Fußweg vom Bahnhofsbereich aus oder mit dem Citybus zu erreichen sind.

Küche[Bearbeiten]

Lernen[Bearbeiten]

Bildung[Bearbeiten]

Die Geschichte der Hochschule in Wetzlar begann bereits vor 200 Jahren. Als Kaiser Franz II. im Jahre 1806 die Kaiserkrone niederlegte, endete das Heilige Römische Reich deutscher Nation und das Reichskammergericht wurde aufgelöst. Um die Nachteile für Wetzlar zu mindern, versuchte Karl von Dalberg, etliche Juristen durch die Gründung einer Rechtsschule an Wetzlar zu binden, aber ihr war kein langes Bestehen beschieden. Bereits 1816 wurde sie wieder aufgelöst.[7]. Von 1903 bis 1915 gab es ein kgl. Lehrerseminar, im Ersten Weltkrieg wurde das Gebäude als Lazarett genutzt, danach durch das Wetzlarer Kreiskrankenhaus belegt, ein Finanzamtneubau ersetzte 1979 das Gebäude.[8]

In der Gegenwart werden an der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM) in Wetzlar seit dem 25. April 2001 duale Hochschulstudiengänge mit internationalen Hochschulabschlüssen (Bachelor und Master) unter dem Namen "StudiumPlus" angeboten. Die Zusammenarbeit mit der Industrie- und Handelskammer und Unternehmen der Region ermöglicht ein praxisnahes Studium. Es werden zur Zeit zwölf Fachrichtungen in den vier Studiengängen Wirtschaftsingenieurwesen, Betriebswirtschaft, Ingenieurwesen/Mikrosystemtechnik und dem Masterstudiengang – Prozessmanagement angeboten. Weitere wie zum Beispiel die Fachrichtung Krankenhausmanagement (Master) und der neuartige Studiengang Frühpädagogik sind in Vorbereitung.[9]

Die Naturschutz-Akademie Hessen ist ein Kooperationsmodell des Landes Hessen mit dem Naturschutz-Zentrum Hessen e. V.[10] und wird getragen von hessischen Verbänden des Natur- und Umweltschutzes, vom Land Hessen, vom Lahn-Dill-Kreis und von der Stadt Wetzlar. Die Akademie ist auf dem Gebiet der Umweltbildung tätig und ist der hessische Vertreter im Bundesweiten Arbeitskreis der staatlich getragenen Bildungsstätten im Natur- und Umweltschutz (BANU).

Das Mathematik-Zentrum Wetzlar [11] organisiert Kurse und Wettbewerbe für mathematisch interessierte und begabte Kinder und Jugendliche. Zum Junior MatheClub sind Schülerinnen und Schüler der Klassen 3 bis 6 eingeladen, den MatheClub besuchen Schülerinnen und Schüler der Klassen 7 bis 13.

In der Christliche Medien-Akademie (CMA) werden journalistische Grundkurse, besonders geeignet für Studenten und Volontäre, sowie Aufbaukurse als Ergänzung und ideale Fortbildung für Redakteure und Medienschaffende angeboten.

Arbeiten[Bearbeiten]

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Die Stadt ist Standort einiger weltbekannter Unternehmen. Der Buderus-Konzern wurde im Jahre 1731 gegründet und ist damit europaweit eines der ältesten noch existierenden (Groß-)Unternehmen. 2008 eröffnete das neue 30.000 m² große Versandlager, das durch den Kontraktlogistiker LGI vertreten wird.

Wetzlar ist neben Jena und Oberkochen ein deutsches Zentrum der Optik sowie der bedeutendste deutsche Standort für die feinmechanische Industrie. Deren Industrieprodukte brachten es zu Weltruf, allen voran die Mikroskope der Firma Leica Microsystems GmbH (früher Ernst Leitz), die in ihren Spitzenzeiten in der Stadt über 7000 Beschäftigte hatte. Die Kleinbildfotografie wurde in Wetzlar erfunden. Außerdem sind Kameras der Firmen Leidolf und Minox, die Ferngläser und Fernrohre der Firma Moritz Hensoldt AG (jetzt Carl Zeiss Sports Optics), Carl Zeiss, die Mikroskope der Firma Seibert und eine Vielzahl weiterer mittelständischer feinmechanischer und optischer Unternehmen zu nennen.

Andere bekannte Unternehmen sind die Philips* Automotive Playback Modules AG (* mit seinerzeit rund 1.200 Beschäftigten), Siemens und die im Juli 2007 an Continental AG|Continenta verkaufte VDO Automotive, die Pfeiffer Vacuum/Arthur Pfeiffer Vakuumtechnik (durch deren geänderten Kreiselkompass die Nutzung von Raketen für die Raumfahrt erst möglich wurde, sowie die überregionale Krankenversicherung Taunus BKK.

Der Gewerbepark Spilburg, eine ehemalige Kaserne, ist für eine Reihe innovativer Unternehmen, vor allem aus den Bereichen Optik/Feinmechanik, Informationstechnologie und Dienstleistungen, ein neuer Standort geworden.

Medien[Bearbeiten]

Als größte Tageszeitung der Region wird die Wetzlarer Neue Zeitung als Hauptausgabe der in Wetzlar ansässigen Zeitungsgruppe Lahn-Dill herausgegeben. Daneben erscheinen monatlich das Stadtmagazin Wetzlarer Hefte. Der monatlich erscheinende Wetzlar Kurier als CDU-nahe „Zeitung für den Lahn-Dill-Kreis“ nimmt häufig politisch kontrovers diskutierte Positionen ein. Weitere Medien aus Wetzlar sind unter anderem das Jugendnetz Wetzlar, das Kindernetz Wetzlar und die NETZ Bangladesch Zeitschrift.

Praktische Hinweise[Bearbeiten]

1 Touristinformation , Domplatz 6. Tel.: +49 (0)6441 997750, E-Mail: . Geöffnet: Geöffnet: Mo bis Fr: 9 - 17 Uhr, Sa: 10 - 12 Uhr; Mai - Okt.: Sa: 10 - 14 Uhr.


Ausflüge[Bearbeiten]

Lokal:

  • Stoppelberg (401 m) mit Aussichtsturm
  • Kalsmunt Reichsburgruine
  • Vier Türme Wanderung
  • Kirschenwäldchen
  • Simberg

Regional:

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Brauchbarer Artikel Dies ist ein brauchbarer Artikel. Es gibt noch einige Stellen, an denen Informationen fehlen. Wenn du etwas zu ergänzen hast, sei mutig und ergänze sie.
  1. napoleon-online.de – Feldmarschall Karl Erzherzog von Österreich und Herzog von Sachsen-Teschen
  2. Homepage der Phantastischen Bibliothek Wetzlar
  3. August Schoenwerk: Geschichte von Stadt und Kreis Wetzlar. 2. überarb. u. erw. Auflage von Herbert Flender. Pegasus Verlag, Wetzlar 1975, ISBN 3-87619-005-3, S. 300.
  4. Stadt Wetzlar: Sportstätten
  5. In: „Der Jakobsweg von Wetzlar nach Lahnstein“: Ein Pilgerwanderführer für den Lahn-Camino von Karl-Josef Schäfer, Weilburg, ISBN 978-3-8334-9475-8
  6. Hanno Bender und Marcelo Crescenti in Der Handel 06/2008: Die besten Standorte. Abgerufen am 4. Juni 2009.
  7. Irene Jung: Von der Reichsstadt zur Kreisstadt – eine Stadtgeschichte mit Höhen und Tiefen in: Wirtschaftsstandort Wetzlar. Europäischer Wirtschafts Verlag, Darmstadt 2002, ISBN 978-3-932845-57-4, S. 132
  8. http://www.b-c-w.de Wetzlar in alten Ansichten
  9. Wissenschaftliches Zentrum dualer Hochschulstudien (ZDH)
  10. Naturschutz-Akademie Hessen
  11. Mathematik-Zentrum Wetzlar