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Ruta Nacional 40

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Ruta Nacional 40 Im Departemento Collón Curá

Die Ruta Nacional 40 ist mit 5.224 km die längste Nationalstraße Argentiniens und eine beliebte Reiseroute. Sie beginnt an der südlichen Atlantikküste und führt dann am Andenrand entlang. Dabei werden menschenleere Gegenden, aber auch die dichtbesiedelten Ballungsgebiete um Mendoza und San Juan durchquert. Die Route endet in La Quiaca an der Grenze zu Bolivien.

Eine Bewältigung der gesamten Straße, die durch viele verschiedene Klimazonen und Landschaften führt, ist auch heute noch eine Herausforderung, selbst wenn man auf ein geländegängiges Fahrzeug zählen kann. Die Asphaltierung der Gesamtstrecke ist bei Weitem noch nicht abgeschlossen. Außerdem kann es sein, dass auch auf eigentlich asphaltierten Abschnitte aufgrund von Bauarbeiten zur Erneuerung der Asphaltdecke ersatzweise parallel zur eigentlichen Fahrbahn auf Schotter gefahren werden muss (solche Abschnitte können 10-20 Kilometer lang sein).

Hintergrund[Bearbeiten]

Die Ruta 40 war einst die Verbindungsroute der wenigen Orte in der strategisch wichtigen Grenzregion zu Chile. Sie ist heute eine international beliebte Reiseroute und wird auch vom argentinischen Tourismussekretariat vermarktet. Meist werden jedoch nur Teilstrecken befahren. Dies ist bei der Ausdehnung kein Wunder, aber auch, weil die Strecke zum Teil sehr schwer zu befahren ist. So liegt einer der höchsten Straßenpässe, der Abra del Acay, auf dieser Strecke. Dafür gibt es im zentralen dichtbesiedelten Teil rund um Mendoza auch vierspurige und autobahnähnliche Abschnitte.

Die Straße wurde im Laufe der Jahre mehrmals verlegt. Im Norden wird sogar noch gestritten, welche der dortigen Schotterpisten überhaupt den Namen Ruta Nacional 40 tragen soll. Im Süden fehlt ein 100 km langes Teilstück zwischen Cabo Vírgenes und Río Gallegos. Daher wird der südliche Endpunkt derzeit mit Punta Loyola, einem kleinen Hafenort bei Río Gallegos, angegeben.

Vorbereitung[Bearbeiten]

Einplanen sollte man mindestens zwei Wochen für die gesamte Strecke (machbar ist sie für Eilige in 8-10 Tagen, aber nur, wenn nichts dazwischenkommt), wenn nicht mehr, wenn man die Route wirklich genießen will. Wer auch die schwierigste Stelle am Abra del Acay meistern will, kommt um ein geländegängiges Fahrzeug nicht herum, es gibt jedoch in dieser Gegend auch normal befahrbare Alternativstrecken. Im Winter können Teile der Straße trotz des trockenen Klimas wegen Schnee und Eis unpassierbar werden, ebenfalls nach Regenfällen im Sommer. Ideal sind also Frühling und Herbst als Reisezeit.

Anreise[Bearbeiten]

Je nachdem, von welcher Richtung aus man die Straße bewältigen will, gibt es mehrere Anfahrtspunkte. Hier seien also nur der Anfang- und Endpunkt beschrieben, ansonsten kommt auch Mendoza in Frage. Hier soll die Straße nach der offiziellen Kilometerzählung von Süd nach Nord beschrieben werden.

  • Punta Loyola, ein kleiner Hafen bei Río Gallegos, das sich ansonsten als südlicher Startpunkt anbietet, liegt etwas abseits der Hauptroute an der patagonischen Atlantikküste. Die Anreise erfolgt über die Ruta Nacional 3, die in Buenos Aires beginnt und vollständig geteert ist, aber zum Teil stark befahren. Entfernung Río Gallegos - Buenos Aires: 2587 km, plus 37 km nach Punta Loyola.
  • La Quiaca wird über die die Ruta Nacional 9 oder die Ruta Nacional 34 erreicht, beide sind in Teilstrecken vierspurig ausgebaut, meist aber stark befahrene, zweispurige Fernstraßen. Auch von Bolivien aus kommt man über die neuerdings geteerte Ruta Nacional 14 von Potosí aus nach La Quiaca. Entfernung La Quiaca-Buenos Aires: 1830 km über die RN 9/34.
  • San Carlos de Bariloche ist Start für diejenigen, die aus Südchile einen Teil der RN 40 (beispielsweise Richtung Patagonien) befahren möchten. Von Osorno gelangt man über den Paso Internacional Cardenal Antonio Samoré nach Argentinien.

Los geht's[Bearbeiten]

(Cabo Vírgenes) - Punta Loyola - Río Gallegos[Bearbeiten]

  • Länge: effektiv 37 km, nach Fertigstellung 137 km
  • Zustand: Bis Punta Loyola in Planung, dann geteert.

Das erste Teilstück von Cabo Vírgenes bis Punta Loyola ist derzeit (Anfang 2011) noch nicht fertiggestellt. Daher gilt zur Zeit Punta Loyola als offizieller Startpunkt der Straße. Der kleine Ort beherbergt einen kleinen Hafen und etwas Industrie, außerdem kann man ein norwegisches Wrack besichtigen.

Wer das Kap dennoch kennen lernen will, kann über eine Schotterstraße von der Ruta Nacional 3 aus Cabo Vírgenes erreichen. Dort beginnt die Magellanstraße, am Kap selbst befindet sich ein Leuchtturm und Grenzanlagen zu Chile.

Río Gallegos - Charles Fuhr (- El Calafate)[Bearbeiten]

  • Länge: 460 km
  • Zustand: Schotter bis 28 de Noviembre, dann geteert bis Tapi Aike, Schotter bis RP 5, geteert bis Calafate.
  • Alternative: Ruta Provincial 5 Río Gallegos - El Calafate, komplett geteert.

Nachdem die Ruta 40 sich auf 35 km mit der Ruta Nacional 3 überlappt, biegt sie nach Westen ab und folgt dem Tal des Río Gallegos. Etwa 235 km weiter, nahe der chilenischen Grenze, gelangt man in das Ballungsgebiet rund um die Stadt Río Turbio. Hier befindet sich die größte Kohleförderungsstätte Argentiniens, seit den 1990er Jahren ist die Produktion jedoch zurückgegangen, was der Stadt eine schwere Wirtschaftskrise zufügte und Abwanderung zur Folge hatte. Nach der Kleinstadt 28 de Noviembre biegt die Straße nach Norden ab, wo sie dann in die Ruta Provincial 5 mündet und sich mit dieser bis Charles Fuhr überlappt.

Abstecher El Calafate / Los Glaciares[Bearbeiten]

El Calafate liegt noch 32 km weiter westlich, ist aber der einzige größere Ort der Region und daher die beste Alternative für eine Übernachtung. Die Stadt ist Ausgangspunkt zum Nationalpark Los Glaciares mit seinen Gletschern und Bergwaldlandschaften. Die gesamte Strecke bis zum Nationalpark ist asphaltiert.

Abstecher Torres del Paine[Bearbeiten]

Von Río Turbio aus kann man ins chilenische Puerto Natales fahren und dort den weltberühmten Nationalpark Torres del Paine mit seinen schneebedeckten Bergzinnen besuchen.

Charles Fuhr - Perito Moreno[Bearbeiten]

  • Länge: 656 km
  • Zustand: Bis Tres Lagos geteert, danach > 70 km Schotter, anschließend geteert (Schotterabschnitt zur Zeit im Ausbau).
  • Alternative: Zwischen dem Lago Cardiel und Riera gibt es eine Abkürzung, die früher zur RN 40 gehörte und mit der man fast 50 km einspart. Diese unbefestigte Strecke lässt Gobernador Gregores aus, der Weg über die Stadt dagegen ist bereits geteert.

Nach Calafate führt die Strecke am Ostufer des Lago Argentino, des zweitgrößten Sees Argentiniens, entlang und umfährt dann den nördlich gelegenen Lago Viedma, den drittgrößten See. Nördlich dieses Sees zweigt eine geteerte Stichstraße nach El Chaltén ab. Im kleinen Dorf Tres Lagos sollte man auf jeden Fall volltanken, denn es folgt die menschenleerste Etappe der Strecke. Die etwas außerhalb des Ortes am Abzweig der RP 31 gelegene private Tankstelle (etwas teurer als die (halb-)staatlichen YPF-Tankstellen) hat von 08:00-22:00 Uhr geöffnet.

Die Strecke fährt nun durch die patagonische Meseta. Kurze grüne Täler wechseln mit der rauen Steppenvegetation und ebenes mit hügeligem Terrain ab. Für Pannen sollte man vorsorgen, denn man wird kaum auf andere Autos treffen. Der einzige Ort von Bedeutung ist Gobernador Gregores mit etwa 3.000 Einwohnern und einer Tankstelle; er wird aber meist umfahren. 150 km weiter nördlich findet man in Bajo Caracoles (100 Einwohner) einen weiteren kleinen Versorgungsposten. Perito Moreno schließlich ist eine Kleinstadt mit etwa 4.000 Einwohnern, die alle notwendigen Dienstleistungen bietet. Wer beispielsweise zwischen San Carlos de Bariloche und dem Nationalpark Los Glaciares unterwegs ist, kann hier ziemlich genau in der Mitte der Strecke übernachten. An der Hauptstraße liegen drei Hotels unmittelbar nebeneinander. Außerdem bietet der Ort einige Restaurants, eine Bankfiliale, einen kleinen Supermarkt und eine Tankstelle.

Abstecher Nationalpark Perito Moreno[Bearbeiten]

Der Nationalpark Perito Moreno kann von Tamel Aike aus besucht werden, er bietet jedoch nur rudimentäre Infrastruktur. Er bietet eine unberührte Seen- und Waldlandschaft am Fuß der Anden und ist wohl Argentiniens einsamster Nationalpark. 89 km abseits der RN 40.

Abstecher Cueva de las Manos[Bearbeiten]

Von Bajo Caracoles aus kann man die Cueva de las Manos besichtigen, die bedeutendeste archäologische Fundstätte Patagoniens. Den Namen hat die Höhle von den Handzeichnungen, aber auch andere Höhlenmalereien gibt es zu besichtigen. 44 km abseits der RN 40.

Perito Moreno - Esquel[Bearbeiten]

  • Länge: 512 km
  • Zustand: geteert
  • Alternative: Alte Trasse 1S40 Río Mayo bis José de San Martín, geschottert, näher an den Anden.

Nach Perito Moreno bleibt die Landschaft weitgehend gleich menschenleer. Aber bereits in Río Mayo, nach 110 km, taucht die erste Ortschaft und mit ihr der Asphalt wieder auf, danach wird es Stück für Stück belebter. Es folgen die Kleinstädte José de San Martín, Gobernador Costa und Tecka, allesamt wenig bis gar nicht vom Tourismus entdeckt - besonders Tecka kann aber auch mit landschaftlichen Attraktionen aufwarten. Über den walisischen Ort Trevelin wird schließlich die Stadt Esquel - mit 40.000 Einwohnern die größte seit Río Gallegos - erreicht. Trotz weniger Sehenswürdigkeiten ist die Stadt durch ihre sehr schöne Lage in den Voranden und die vielfältigen Aktivitäten in der Umgebung (Wandern, Mountainbike, Wintersport) ein attraktiver Haltepunkt.

Wer lieber eine naturnahere Trasse will, kann die alte Trasse, die heute 1S40 genannt wird, über Alto Río Senguer nehmen. Die größte Attraktion dieser Strecke ist der Bergsee Lago Fontana.

Esquel - San Carlos de Bariloche[Bearbeiten]

  • Länge: 283 km
  • Zustand: geteert

Zwischen Esquel und Bariloche befindet sich der wohl touristischste Abschnitt der Südanden. Die Landschaft ist von dichten Wäldern und vielen Seen geprägt. El Bolsón ist der einzige Ort von Bedeutung auf der Strecke. Die ehemalige Hippiekolonie ist ein beliebtes Ziel bei Naturfreunden. San Carlos de Bariloche am Lago Nahuel Huapí dagegen hat sich zu einer Großstadt voller Trubel entwickelt. Der Nationalpark Nahuel Huapí ist der meistbesuchte Nationalpark Argentiniens.

San Carlos de Bariloche - Chos Malal[Bearbeiten]

  • Länge: 585 km
  • Zustand: geteert

Nach Bariloche umfährt die Straße zunächst den See Nahuel Haupí und entfernt sich dann wieder von den Anden. Die Landschaft geht wieder in die Steppe Patagoniens über. Der Nationalpark Lanín kann auf einem Abstecher erreicht werden. Einzige größere Stadt direkt an der Strecke ist Zapala (40.000 Einwohner), die in sandigen Hügeln eingebettet liegt. Bei Chos Malal nähert sich die Straße wieder den Anden an. Die Stadt selbst ist wenig spektakulär, hat aber einige historische Bauten und bietet sich für Abstecher in die Berglandschaft an.

Abstecher San Martín de los Andes[Bearbeiten]

70 km westlich der Straße liegt das beliebte Reiseziel San Martín de los Andes, eine harmonisch in die Berge eingebettete Stadt am Lácar-See mit 30.000 Einwohnern, und der beste Ausgangspunkt zum Nationalpark Lanín. Man muss dazu bei La Rinconada hinter Bariloche nach Westen abbiegen.

Chos Malal - Malargüe[Bearbeiten]

  • Länge: 334 km
  • Zustand: Bis zur Grenze nach Mendoza geteert, danach Asphaltreste bis Malargüe.

Nach Chos Malal beginnt wieder eine einsamere Etappe, die Straße ist streckenweise in schlechtem Zustand. Die Vulkan- und Steppenlandschaft dieser Region ist touristisch noch kaum erschlossen und bietet zahlreiche Attraktionen wie den Vulkan Tromen, die riesige Doline Pozo de las Ánimas und den nahegelegenen Skiort Las Leñas sowie den Salzsee Laguna Guayatayoc. Nur Buta Ranquil und Barrancas sind als Orte zu nennen, beides kleine Landstädtchen mit weniger als 3.000 Einwohnern. Die Stadt Malargüe selbst bietet recht gute Unterkunftsmöglichkeiten.

Malargüe - Mendoza[Bearbeiten]

  • Länge: 350 km
  • Zustand: Geteert bis El Sosneado, dann Erdstraße bis Pareditas (Alternative empfehlenswert), dann geteert, vierspurige Schnellstraße ab Ugarteche.
  • Alternative: Teilstück zwischen El Sosneado und Pareditas über die RN 144 und 143, geteert.

Die Straße durchquert die steppenhafte Landschaft und biegt dann in das Tal des Río Atuel ein, der nach San Rafael führt, die zweitgrößte Stadt Mendozas. Die Ruta 40 umfährt diese Stadt und ihren Ballungsraum jedoch auf einer schlechten Erdstraße. Wer kein geländgegängiges Fahrzeug besitzt, ist mit der Alternativstrecke über San Rafael besser bedient.

Hinter San Rafael zeichnet sich die typische Landschaft des Cuyo, eine Folge von ebenen Steppen und grünen dichtbesiedelten Oasen ab. Ab Ugarteche (hinter Tunuyán) ist die Straße vierspurig und kündigt die Ankunft in Mendoza an, die mit ihren zahlreichen Vororten etwa eine Million Einwohner zählt und ein Zentrum des Weinbaus ist. Ebenfalls ist Mendoza der Ausgangspunkt zu den höchsten Gipfeln der Anden rund um den Aconcagua, den höchsten Berg Amerikas.

Mendoza - San Juan[Bearbeiten]

  • Länge: 165 km
  • Zustand: Geteert. Bis Las Heras vierspurig, dann zweispurig bis Va. Media Agua, dann wieder vierspurig bis San Juan.

Der kurze Abschnitt zwischen Mendoza und San Juan ist recht gut ausgebaut, aber auch stark befahren. Auf der Strecke gibt es keine besonderen Attraktionen, wenn man von der nahe Mendoza gelegenen Sandwüste bei Lavalle absieht, der einzigen Wüste dieser Art in Südamerika. Auch San Juan ist eine Oasenstadt, die vor allem von der Agroindustrie lebt.

San Juan - Chilecito[Bearbeiten]

  • Länge: 409 km
  • Zustand: Geteert.
  • Alternative: RN 150/RP456/RP491 Niquivil - Huaco über San José de Jáchal, geteert.

Nach der Oase von San Juan zieht sich die Straße durch eine trockene, hügelige Landschaft. 130 km nördlich der Provinzhauptstadt wird die zweitgrößte Oase im Tal von Jáchal erreicht. Die Straße umfährt jedoch die Stadt San José de Jáchal. Wer die ruhige Stadt mit 20.000 Einwohnern besuchen will, kann dies praktisch ohne Kilometerverlust über die RN 150 tun und dann über die RP 456 und RP 491 erneut zur RN 40 zurückkehren, die Strecke vereinigt sich wieder bei Huaco.

In der Provinz La Rioja befindet sich bei Villa Unión (5 km nördlich) der erste Ort von Bedeutung und Ausgangspunkt nach Talampaya (s.u.). Das folgende Teilstück ist als Cuesta de Miranda bekannt und verläuft oberhalb einer spektakulären Schlucht. Nach einigen kleinen Ortschaften wird Chilecito erreicht, das touristische Zentrum der Provinz und mit 30.000 Einwohnern die größte Stadt des Nordteils der Route. In der Umgebung finden sich zahlreiche Attraktionen: alte Dörfer, Felsformationen und eine der höchstgelegenen Bergbahnen der Erde, die allerdings stillgelegt wurde.

Abstecher Talampaya[Bearbeiten]

In der Provinz La Rioja befindet sich nahe der Straße nun der Nationalpark Talampaya, in dem kuriose Felsformationen und paläontologische Ausgrabungen zu besichtigen sind. Man fährt dazu von der Kreuzung der RN 74 bei Villa Unión etwa 70 km südwärts bis zur Puerta de Talampaya. Wer den Park wirklich kennenlernen will muss sich einer (kostenpflichtigen) geführten Tour anschließen, in der Hauptsaison sind die Plätze begrenzt.

Chilecito - Belén/Londres[Bearbeiten]

  • Länge: 218 km
  • Zustand: Geteert.

Nördlich von Chilecito führt die Straße zunächst durch das Tal zwischen der Sierra de Velazco und Sierra de Famatina, den mit bis zu 6.000 m höchsten Gebirgszügen der Sierras Pampeanas, über. Im Norden der Provinz La Rioja geht das Tal in eine große Steppenebene, das Campo de Belén, über. Am Nordrand dieser Ebene liegt Londres, die zweitälteste Stadt Argentiniens nach Santiago del Estero. Der sehr ruhige und naturnahe Ort hat zwei Stadtzentren, historische Bauten sind jedoch nur wenige erhalten. Das nur wenige Kilometer weiter gelegene Belén bietet bessere Unterkunftsmöglichkeiten. Es gilt als Zentrum der Weberei.

Belén/Londres - Santa María del Yocavil[Bearbeiten]

  • Länge: 172 km
  • Zusand: Geteert.

Ein sehr reizvoller Abschnitt folgt: Gleich hinter Belén wird eine Schlucht durchquert, danach weitet sich das Tal wieder. Ein lohnender Rastpunkt ist Hualfín inmitten rotgefärbter Felswände, mit 3.500 Einwohnern auch ein bekanntes Ziel des lokalen Tourismus. Die Straße schlängelt sich bis auf über 2.200 m über dem Meeresspiegel empor und fällt dann langsam ins Valle Calchaquí ab, einem der Höhepunkte der Strecke. Etwa 15 km vor Santa María beginnt die Besiedlung wieder dichter zu werden, kleine reizvolle Orte folgen, bis Santa María del Yocavil, die größte Stadt im Tal, erreicht wird. Sie bietet zwar kaum historische Bauten, dafür aber eine spektakuläre Lage und zahlreiche archäologische Ausgrabungsstätten in ihrer Umgebung.

Santa María del Yocavil - Cachi[Bearbeiten]

Siehe auch den detaillierten Führer Valle Calchaquí

  • Länge: 235 km
  • Zustand: Geschottert bis Grenze nach Tucumán, dann geteert bis San Carlos, danach Schotter.
  • Alternative: RP 357 auf dem Teilstück zwischen Santa María und Quilmes, geteert.

Hinter Santa María beginnt der bekannteste Teil des Valle Calchaquí, eines Hochtals auf 1.700 bis 2.000 m Höhe. Zahlreiche Attraktionen sind auf wenigen Kilometern zu finden. Ein lohnender kleiner Abstecher führt nach Amaichá del Valle, eine Indianerkommune mit 4.000 Einwohnern und einem der größten Museen über die lokale Kultur. Nur wenige Kilometer nördlich liegen die Ruinen von Quilmes, die wohl am besten erhaltene präkolumbianische Stadt Argentinienens.

Cafayate ist das touristische Zentrum der Region und ein Zentrum des Weinbaus. Die Quebrada de Cafayate lohnt einen kleinen Abstecher. Hinter Cafayate wird die Straße wieder einsamer. Man durchquert zahlreiche kleine Ortschaften, in denen sich Kolonialarchitektur erhalten hat, wie Molinos und San Carlos. Schließlich wird Cachi, das Zentrum des nördlichen Tales erreicht. Es besticht durch sein gut erhaltenes Zentrum und bietet mehrere Unterkünfte, trotz der nur 2000 Einwohner.

Cachi - San Antonio de los Cobres[Bearbeiten]

  • Länge: 145 km (über Abra del Acay), Alternativroute um ca. 100 km länger.
  • Zustand: Geteert bis La Poma, dann schwierig zu bewältigende und wetterbedingt zeitweise unpassierbare Schotterstraße.
  • Alternativen: Siehe unten.

Hinter Cachi beginnt der schwierigste Abschnitt der Straße. Zunächst geht es bis La Poma gemächlich im Tal bergauf. Dann wird die Straße enger und deutlich steiler. Ein geländegängiges Fahrzeug ist dringend zu empfehlen, und sowohl im Sommer nach Regenfällen als auch im Winter bei Eis und Schnee kann die Straße unpassierbar werden. Sie schlängelt sich in Serpentinen bis hoch zum Abra del Acay, dem höchsten Straßenpass Argentiniens und einem der höchsten der Erde. Auf 4.895 m ist die Passhöhe erreicht. Danach geht es auf einer besseren Straße abwärts bis nach San Antonio de los Cobres. Der 3.000 Einwohner zählende Ort, vom Bergbau geprägt, gehört zu den ärmsten Argentiniens und ist das Versorgungszentrum eines der menschenleersten Gegenden des Landes, des Westens von Salta.

Abstecher Salta / Alternativen zum Abra del Acay[Bearbeiten]

Es gibt zwei mögliche Alternativen zum beschwerlichen Abra del Acay:

  • Man kann bereits in Cafayate den schnellen Weg über die Hauptstadt Salta wählen. Dazu nimmt man die RN 68 durch die Quebrada de Cafayate. In El Carril oder Salta biegt man auf die RN 51 nach San Antonio de los Cobres ab.
  • Oder man nimmt in Cachi die RP 33, bekannt als Cuesta del Obispo. Diese Straße führt an einer attraktiven Schlucht vorbei, ist aber insgesamt problemlos zu bewältigen, auch im Winter. In El Carril oder Salta nimmt man auch hier die RN 51.

Beide Straßen sind etwa 100 km länger als der Direktweg und führen über die Provinzhauptstadt Salta (500.000 Einwohner), die mit ihrer historischen Altstadt zu den am besten erhaltenen Kolonialstädten Argentiniens zählt.

San Antonio de los Cobres - La Quiaca[Bearbeiten]

Auf dem letzten Stück steht die Entscheidung noch aus, welche Straße endgültig den Namen Ruta Nacional 40 tragen wird. Hier werden daher drei Varianten kurz beschrieben.

Variante 1: Alte Route über Abra Pampa[Bearbeiten]

  • Länge: 290 km
  • Zustand: Geschottert bis Abra Pampa, dann geteert.

Die originale Ruta 40 (bis 2005) führt zunächst nach Norden auf einer heute Ruta 1V40 genannten Straße und dann über die Puna bis zur Stadt Abra Pampa mit 10.000 Einwohnern. Sie überlappt sich dann mit der RN 9 bis La Quiaca. Sie ist die kürzeste Variante, es ist aber unwahrscheinlich, dass sie als "offizielle" Ruta 40 wieder aufgenommen wird.

Variante 2: Über Cobres[Bearbeiten]

  • Länge: ca. 360 km
  • Zustand: Schotter bis Santa Catalina, dann geteert

Diese Strecke wird von der Provinz Jujuy favorisiert, ist jedoch noch nicht fertiggestellt - für die Lücke gibt es jedoch Alternativen, und sie befindet sich im Gegensatz zur Variante 3 in passablem Zustand. Sie führt von San Antonio aus zunächst nach Norden auf der Ruta 1V40 (siehe Variante 1). Dann muss man in Ermangelung einer direkten Stræße die RN 52 nach Susques nehmen. Ab dort führt die Straße nach Norden weiter, durch zahlreiche kleine Puna-Dörfer, darunter mit Mina Pirquitas der höchstgelegene Ort Argentiniens auf 4.271 m Höhe – wie der Name schon sagt, eine Gründung infolge des Bergbaus.

Auf dem letzten Stück biegt die Straße wieder kurz vor der bolivianischen Grenze nach Osten ab, bis schließlich mit La Quiaca die nördlichste größere Stadt Argentiniens und der Endpunkt der Route erreicht wird. Ein möglicher Abstecher (10 km nördlich über passable Schotterstraße) ist das kleine Dorf Santa Catalina, die nördlichste Ortschaft Argentiniens, mit einer kolonialen Kirche aus dem 17. Jahrhundert.

Variante 3: Durch den Westen Saltas[Bearbeiten]

  • Länge: 380 km
  • Zustand: Schotter in schlechtem Zustand bis Susques, dann gut befahrbar geschottert bis Santa Catalina, dann geteert

Diese Strecke, heute die "offizielle" Ruta Nacional 40, wird von der Provinz Salta favorisiert, die damit den Westen der Provinz entwickeln will. Sie führt von San Antonio zunächst, überlappt mit der RN 51, nach Westen Richtung Chile und biegt dann nach Norden ab. Der Zustand der Straße ist bis Susques sehr schlecht, ein geländegängiges Fahrzeug sehr zu empfehlen. In Susques wird die Variante 2 erreicht.

Sicherheit[Bearbeiten]

Abgesehen von den bereits geschilderten schwierigen Streckenabschnitten, auf denen man am besten mit einem geländegängigen Fahrzeug und noch besser in der Kolonne unterwegs sein sollte, gibt es auf der Strecke keine besonderen Sicherheitsprobleme. Straßenbanden, wie sie z.T. in abgelegenen Teilen Brasiliens anzutreffen sind, sind hier unbekannt – es gibt sie zwar auch in Argentinien (sogenante piratas del asfalto - Asphaltpiraten), sie operieren jedoch fast ausschließlich auf den viel befahrenen Strecken Zentralargentiniens und sind sehr selten, ihre Ziele sind auch fast ausschließlich Lastwägen.

Es empfiehlt sich besonders im patagonischen Abschnitt, jede Tankstelle zum Volltanken des Fahrzeugs zu nutzen. Zum einen kann nicht garantiert werden, dass an jeder angefahrenen Tankstelle Treibstoff zur Verfügung steht, zum anderen fordern Fahrzeuge mit Allradantrieb und die häufig starken Gegenwinde ihren Tribut beim Spritverbrauch.

Ausflüge[Bearbeiten]

Wer nach der gesamten Strecke noch weiterreisen will:

  • In der beschriebenen Süd-Nord-Richtung bietet es sich an, nach Bolivien weiterzufahren. Die in der Grenzstadt Villazón anschließende Strecke Ruta Nacional 14 nach Potosí wurde in den späten 2000er Jahren geteert. Von Potosí aus kann man alle Sehenswürdigkeiten Boliviens gut erreichen, und hartgesottene Südamerika-Freaks fahren dann nach Peru oder Brasilien weiter. Zu beachten ist das Carnet de Passage in Bolivien; die Ausstellung an der Grenze dauert meist mehrere Tage, weshalb man es sich vorher besorgen sollte.
  • In Nord-Süd-Richtung bietet sich Feuerland mit dem attraktiven Nationalpark Tierra del Fuego mit seinen Feuchtwäldern und Seen sowie der Stadt Ushuaia an. Auch der Süden Chiles ist besuchenswert.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

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