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Vent

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Vent (Gemeinde Sölden)
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Das Bergsteigerdorf Vent liegt auf 1900 m Höhe in den Ötztaler Alpen und ist Ausgangspunkt für Unternehmungen in der umgebenden Bergwelt.

Hintergrund[Bearbeiten]

Venter Talkessel: Rofental vorne, rechts hinten Niedertal, links hinten Venter Tal

Vent liegt rund 15 Kilometer oberhalb von Sölden und in einem Talkessel an der Vereinigung des Rofentals mit dem Rofenbach von Westen mit dem Niedertal und der Niedertaler Ache von Süden. Nach Nordosten verlässt dann die Venter Ache im Venter Tal den Talkessel.

Verwaltungstechnisch ist Vent ist ein Ortsteil der Gemeinde Sölden.

Das Gebirgsdorf Vent versteht sich als Vertreter des eher sanften Tourismus, so wurden seit 2005 bekannte Pläne zum Bau eines großen Stausees im Rofental massiv bekämpft.

Vent gehört auch zu einer Initiative aus 17 österreichischen Orten und Talschaften, die sich auf Initative des österreichischen Alpenvereins als Bergsteigerdörfer (siehe Weblinks) deklariert und sich eine Vorbildwirkung im Sinne der Alpenkonvention zum Ziel gesetzt haben. Die Alpenkonvention ist ein 1991 von den Anrainerstaaten unterzeichneter Staatsvertrag zur Gewährleistung des Schutzes und einer nachhaltigen Entwicklung des Alpenraums.

Rofenhöfe

Die Rofenhöfe (2.014 m 46° 51′ 21″ N 10° 53′ 31″ O), rund zwei Kilometer südwestlich und noch etwas oberhalb von Vent im Rofental gelegen, sind die höchstgelegene Dauersiedlung der Ostalpen. Sie besaßen lange Zeit umfangreiche Sonderrechte, so hatten sie bis 1849 völlige Steuerfreiheit und konnten Asylrecht gewähren, nach einer Legende suchte im 15. Jahrhundert Herzog Friedrich IV. auf seiner Flucht von Konstanz nach Tirol hier Schutz. Die Rofenhöfe waren auch eine der Kulissen bei der Verfilmung des Bergmelodrams "Die Geierwally".

Die Bergbauernhöfe haben heute Bedeutung durch die Haflingerzucht des Bergbauern Franz Klotz und einige Betriebe in der Gastronomie.

Geschichte[Bearbeiten]

Vent von Norden aus dem Venter Tal
Karte von Vent

Im Rofental wurden 1994 die Reste eines steinzeitlichen Jagdlagers entdeckt, sie belegen die früheste Nutzung der Region auf die Zeit um 7600 v.Chr.. Durch weiter archäologische Funde ist das Gelände als Weideplatz für Schafhirten in der Zeit um 2000 v. Chr. (frühe Bronzezeit) belegt.

Vent wurde im Jahre 1241 erstmals urkundlich erwähnt und ist die älteste belegte Siedlung im Ötztal, die ersten Siedler waren Schafhirten aus Südtirol. Bis in das Jahr 1826 war Vent eine eigenständige Gemeinde und gehörte zum Gericht Kastelbell im Vinschgau, erst im Jahre 1854 kam Vent zu Sölden.

Die ersten Touristen gelangten dann im 18. Jahrhundert nach Vent, das Bergsteigerdorf gilt in der Person von Franz Senn mit als einer der Geburtsorte des Deutschen Alpenvereins.

Franz Senn[Bearbeiten]

Franz Senn, auch als Gletscherpfarrer bezeichnet, gilt heute für viele als die bedeutendste Persönlichkeit, die das Ötztal hervorgebracht hat.

Pfarrkirche zum Hl. Jakob

Er wurde am 19. März 1831 in Unterlängenfeld als Sohn eines armen Kleinbauern geboren und übernahm im Jahre 1860 freiwillig die Kuratie St. Jakob in Vent. Das Bergbauerndorf Vent war damals rückständig und arm, Senn bemühte sich intensiv darum, durch die Förderung von Tourismus den Lebensstandard der Bevölkerung anzuheben. Sein Ziel war es die Zugänge zu den Bergen über Wege und Unterkünfte zu erschließen, er war selber begeisterter Bergsteiger und konnte damals einige Erstbegehungen durchführen, unter anderem die Hochvernagtspitze (3.539 m).

Senns Bitte an den 1862 in Wien gegründeten und eher akademisch-wissenschaftlich ausgerichteten Österreichischen Alpenverein um Geld für den weiteren Ausbau des Saumpfades von Zwieselstein über Vent ins Schnalstal wurde damals abschlägig beschieden, in Folge gründete er im Jahre 1869 in München gemeinsam mit dem Prager Kaufmann Johann Stüdl und dem Münchner Student Karl Hofmann den Deutschen Alpenverein mit einer touristischen Ausrichtung und heute die größte Bergsteigervereinigung der Welt. Außerdem schuf er unter anderem auch die Grundlagen für eine einheitliche Bergführerordnung.

Franz Senn, er war in seinem späteren Leben gesundheitlich stark angegriffen, verstarb 1884 an Tuberkulose in Neustift im Stubaital. An ihn erinnert unter anderem die Franz Senn Hütte (Stubaier Alpen). Dank der Bemühungen Senns gelangte das Bergdorf Vent schon damals zu einem bescheidenem Wohlstand.

Anreise[Bearbeiten]

Entfernungen (Straßen-km)
Sölden17 km
Oetz48 km
Imst65 km
Innsbruck105 km
Garmisch121 km
München212 km
Wien577 km

Mit dem Flugzeug[Bearbeiten]

Die nächsten internationalen Flughäfen sind der Innsbruck Airport (Entfernung ca. 99 km, eine Stunde Fahrt) und nördlich von München der Flughafen München (auch "Franz Josef Strauß", Entfernung ca. 260 km).

Mit der Bahn[Bearbeiten]

Mit der Inntalbahn bis zum Bahnhof Ötztal, dann weiter mit dem Bus (oder Taxi) über Sölden nach Vent.

Auf der Straße[Bearbeiten]

Von Deutschland aus entweder über den Fernpass oder über die Inntalautobahn (mautpflichtig) nach Tirol. Die Inntalautobahn ist bei Kilometer 123 (Ausfahrt Ötztal) zu verlassen. Dann über die Bundesstraße 168 Richtung Timmelsjoch in das Ötztal. Bei Zwieselstein in das Venter Tal abbiegen.

Für eine mautfreie Anreise aus Deutschland ist beim Streckenabschnitt von Imst nach Ötz die Bundesstraße im Oberinntal zu befahren.

Von Süden kann Zwieselstein auch über das 2447 m hohe Timmelsjoch erreicht werden. Der Pass hat von Oktober bis Mai Wintersperre, die Passstraße ist mautpflichtig (ca. 13 € für PKW bei einfacher Querung).

Parken: Für Tagesgäste gebührenpflichtig, ca. 4.- € Tag; bei Mehrtagestouren kann das ins Geld gehen.

Mobilität[Bearbeiten]

  • Bus: Linie 8352 / 4194 (Imst - Ötztal-Bahnhof - Sölden - Obergurgl) bis Sölden, dort umsteigen und bis Vent.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Kapelle hl. Theresia bei den Rofenhöfen
  • Pfarrkirche zum Hl. Jakob Kirche:
Eine erste Kapelle ist für das 1502 belegt, sie wurde 1712 vergrößert und am Anfang des 19. Jahrhunderts von einer Lawine verschüttet, erhalten blieben nur der Turm und der Tabernakel.
Die heutige Kirche im barocken Stil wurde 1862 geweiht und seitdem mehrfach außen und innen renoviert.
  • Auf dem Weg zu den Rofenhöfen ist das alte Gipfelkreuz der Ötztaler Wildspitze aufgestellt. Es wurde im Jahre 1933 noch in Einzelteilen zerlegt auf den Berg geschleppt und im Jahre 2010 wieder abgebaut. Das Kreuz war von Wind, Wetter und Blitzeinschlägen in den 77 Jahren Dienstzeit am Gipfel gezeichnet und wurde dort durch ein neues ersetzt.
  • Kapelle hl. Theresia bei den Rofenhöfen
Blick in die Rofenklamm bei Vent
  • Rofental mit Klamm, Bergwandermöglichkeiten, dichtes Netz von Berghütten.
  • Hängeseilbrücke (46 Meter lang) über die 30 m tiefe Rofnerschlucht bei den Rofnerhöfen, 1967 von den Brüdern Klotz erbaut und 1984 vom Land Tirol erneuert.
  • Von Vent eigentlich schon etwas weiter weg und oberhalb der Similaunhütte liegt die Ötzi-Fundstelle auf ca. 3200 m am Niederfernerjoch. Auch wenn die Fundstelle des bekannten steinzeitlichen Jägers eigentlich keine grosse Sehenswürdigkeit ist, soll sie doch der Vollständigkeit halber erwähnt werden. Die Mumie ("Ötzi") kann im Südtiroler Archäologie Museum (Bozen) besichtigt werden. Lesenswert ist auch der Wikipediaartikel Ötzi

Aktivitäten[Bearbeiten]

  • Künstlersymposium "ArteVent" , alljährliches Bildhauertreffen im August auf Initiative von Gerbert Ennemoser und im Rofental.

Im Sommer[Bearbeiten]

Im Winter[Bearbeiten]

  • 3,5 km Loipen;
  • 5 km lange Rodelbahn von der Bergstation der Lifte;
  • 15 km Winterwanderwege;

Ski Alpin[Bearbeiten]

Name Tel. Höhenlage Sym CableCar.png / Sym SkiLift.png / Sym DragLift.png Sym Skil-L.png / Sym Ski-M.png / Sym Ski-S.png
Venter Seilbahnen +43 (0) 57200 261 1.900 - 2.650m 4 Lifte: - / 1 / 3 15 km Pisten: 5 / 10 / -

Wegen der Höhenlage gilt das familienfreundliche Skigebiet von Vent als schneesicher, es ist nach Südosten zur Sonne ausgerichtet.

Einkaufen[Bearbeiten]

  • Venter Kaufhäusl, Venterstraße 40, A-6458 Vent. : Sportartikel, Lebensmittel, Souvenirs, Zeitungen, Verleih von Sportgeräten.

Die nächsten umfangreicheren Einkaufsmöglichkeiten gibt es in Sölden.

Küche[Bearbeiten]

Nachtleben[Bearbeiten]

Unterkunft[Bearbeiten]

Vent von Süden

Der Ort verfügt über rund 900 Gästebetten.

Von Vent aus erreichbare Berghütten in den Ötztaler Alpen sind Hochjochhospiz, Vernagthütte, Breslauer Hütte, Martin-Busch Hütte und das Brandenburger Haus.

Gesundheit[Bearbeiten]

Kurzinfos
Telefonvorwahl05254
Postleitzahl6458
KennzeichenIM
ZeitzoneUTC+1
Notrufe
Polizei133
Feuerwehr122
Rettung144
  • Ärzte, Apotheke und eine Sportklinik gibt es in Sölden.

Praktische Hinweise[Bearbeiten]

  • Lawinenwarndienst für Tirol

Ausflüge[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

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