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Scharzfeld

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Scharzfeld
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Scharzfeld ist ein Ort in Südniedersachsen am Südwestrand des Harzes.

Hintergrund[Bearbeiten]

Der kleine Ort Scharzfeld am Harz liegt direkt am Südwestrand des Harzes, am Ortsrand erheben sich aus der Ebene die ersten Hänge des Mittelgebirges und gehen dann schnell in größere Höhen über. Durch Scharzfeld fließt der Harzfluss Oder. Erste Besiedlungsspuren wie die Steinkirche lassen sich bis in die Altsteinzeit zurückführen, womit das Gebiet um Scharzfeld als Ort der ältesten Ansiedlungen von Menschen im gesamten südwestlichen Harzvorland gilt. Auch die Burg Scharzfels aus dem 12. Jahrhundert zeugt davon, dass der Ort und seine Übersicht gebende Lage eine die Zeiten überdauernde bevorzugte Siedlungslage war.

In den 1930er-Jahren wurde die Chaussee durch Scharzfeld (heutige Harzstraße) zu den Bundesstraßen B 27 und B 243 ernannt, letztere erschließt viele West- und Südharzorte. Seit der Gebietsreform von 1972 Teil der Gemeinde Herzberg am Harz. Er bietet mit der Steinkirche, der Burgruine Scharzfels und insbesondere der Einhornhöhle Reisenden zahlreiche interessante Ziele und ist außerdem Ausgangspunkt von Wanderungen in den Oberharz wie z. B. die auf den Großen Knollen.

Anreise[Bearbeiten]

Mit dem Flugzeug[Bearbeiten]

Internationale Flughäfen sind Hannover (100 km)und Frankfurt (200 km).

Mit der Bahn[Bearbeiten]

Der Bahnhof Scharzfeld ist seit 2005 geschlossen, der Haltepunkt Scharzfeld-West schon seit den 1980er-Jahren. Im direkt östlich angrenzenden Barbis sowie in Herzberg besteht Anschluss an die Verbindungen der Südharzstrecke zwischen Northeim und Nordhausen. In Herzberg besteht zusätzlich Anschluss an die Westharzstrecke, auf der die Linie Braunschweig–Herzberg verkehrt.

Mit dem Bus[Bearbeiten]

Vom Bahnhof Herzberg verkehren stündlich Niederflurbusse der VSN-Linie 450 über Scharzfeld nach Barbis, Bad Lauterberg und zweistündlich weiter nach Sankt Andreasberg.

Außerdem halten (aufgrund der günstigen Verkehrslage) viele Fernbuslinien im benachbarten Herzberg, beispielsweise nach Jena oder Hamburg.

Auf der Straße[Bearbeiten]

Aus dem Norden (Ri. Hannover) kommend verlässt man die A 7 bei der Anschlussstelle Seesen (67) und folgt der B 243 Richtung Osterode und danach Richtung Nordhausen für etwa 35 km bis zur Anschlussstelle Scharzfeld, die direkt in den Ort führt.

Aus dem Süden (Ri. Kassel) kommend verlässt man die A 7 an der Anschlussstelle Göttingen-Nord (72) und folgt der B 27 Richtung Braunlage für etwa 33 km bis zum Auekrug, danach der K 9 für 6 km bis nach Scharzfeld. (Alternativ kann am Auekrug der B 27 weiter Ri. Braunlage gefolgt werden bis zur Anschlussstelle Scharzfeld.)

Aus dem Osten (Ri. Halle) kommend verlässt man die A 38 bei der Anschlussstelle Großwechsungen (9) und folgt der B 243 Richtung Osterode für etwa 28 km bis zur Anschlussstelle Barbis, danach der K 9 für 1 km folgen bis Scharzfeld.

Mit dem Kanu[Bearbeiten]

Theoretisch ist die Oder für Kanuten befahrbar, es ist jedoch selbst bei erhöhtem Wasserstand (talsperrengesteuert) vereinzelt mit Bodenberührung zu rechnen, auch ist der Fluss hier u. U. recht zugewachsen und ggf. mit Totholz beladen. Wildwasserausrüstung ist anzuraten, zahlreiche Portagen einzuplanen. Gut befahrbar wird die Oder erst ab der Einmündung der Sieber in Hattorf am Harz.

Mit dem Fahrrad[Bearbeiten]

Vom südwestlichen Harzrand (Seesen/Bad Grund/Osterode) kommend fährt man über Osterode nach Herzberg. Von Herzberg nach Scharzfeld nutzt man die Nebenstrecke parallel zur Bundesstraße 243. Sie ist sehr schwach befahren.

Von Northeim kommend fährt man immer parallel zur Oder über größtenteils gut ausgebaute Feldwege über Wulften, Hattorf und Pöhlde nach Scharzfeld.

Von Bad Sachsa kommend fährt man über die ehemalige Bundesstraße 243 über Osterhagen, Bartolfelde und Barbis nach Scharzfeld.

Harzrundweg

Der Harzrundweg, ausgeschildert mit der radelnden Harz-Hexe, führt durch Scharzfeld. Nicht weit entfernt verläuft auch der Weser-Harz-Heide-Radweg.

Zu Fuß[Bearbeiten]

Der Karstwanderweg Südharz führt auf dem Weg von Osterode bis Sangerhausen am nördlichen Ortsrand von Scharzfeld vorbei.

Auf dem Europäischen Fernwanderweg E6 gelangt man aus dem Hochharz kommend von Sieber über den Großen Knollen nach Scharzfeld, der Weg führt zuerst nördlich des Ortes an der Einhornhöhle vorbei und dann wenige 100 m weiter östlich durch den angrenzenden Nachbarort Barbis und weiter nach Süd-Westen über Rhumspringe und Duderstadt nach Göttingen.

Mobilität[Bearbeiten]

Karte von Scharzfeld

Der Ort selbst ist schnell zu Fuß entdeckt, allerdings muss man für die nicht an öffentliche Verkehrsmittel angebundenen Sehenswürdigkeiten wie die Steinkirche und die Einhornhöhle entweder gut zu Fuß sein oder über ein Auto verfügen.

Die zuständigen Stellen sind aktiv im Einsatz für eine barrierefreie Zugänglichkeit der Sehenswürdigkeiten, so ist die Einhornhöhle ab Parkplatz mit Rollstuhl und Rollatoren erreichbar und auch zugänglich, wobei die Bewältigung des Fußweges und die natürlich nicht ebenen Bodenverhältnisse in der Höhle selbst schon nicht ganz einfach sein dürften.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Einhornhöhle[Bearbeiten]

Einhornhöhle
Modell eines Einhorns nach alten Zeichnungen
  • Einhornhöhle, GeoPark Infozentrum Einhornhöhle, OT Scharzfeld, 37412 Herzberg am Harz. Tel.: +49(0)55 21 99 75 59, Fax: +49 55 21 99 75 58, E-Mail: . Gastronomie (Haus Einhorn) und kleines Museum. Geöffnet: April - Oktober Di - Sa 11 - 17 Uhr. Führungen jeweils zur vollen Stunde (letzte 16 Uhr). 27. Dez. bis Ende der niedersächs. Weihnachtsferien täglich 11 - 15 Uhr (letzte Führung 14 Uhr).

Im Wald oberhalb von Scharzfeld befindet sich mit der Einhornhöhle die größte begehbare Karsthöhle des Westharzes, die im Rahmen von Führungen auf der 270 m langen Hauptstrecke zu besichtigen ist. Für die Höhle gibt es kein "Entdeckungsdatum", sie war den Bewohnern der Region seit der Steinzeit bekannt und ist über die Zeit nie in Vergessenheit geraten.

Sie entstand in Folge der Verwitterung des Dolomitgesteins, verursacht durch Sickerwasser in den urzeitlichen Urwäldern oberhalb des Bergmassivs. Der Riss, durch den Wasser zuerst in einen Spalt eindringen konnte, zieht sich einmal durch die Höhlendecke. Genutzt wurde die Höhle von Menschen bereits in der Steinzeit, aber schon früher war sie bewohnt - vor allem vom urzeitlichen Braunbär und anderen Lebewesen seiner Zeit. Sie sind es auch, die mit ihren Überresten für eine große Überraschung bei den seit gut 100 Jahren durchgeführten wissenschaftlichen Untersuchungen sorgten: Die an einigen Stellen bis zu 10 m hohe heute bekannte Höhle bildet nur den obersten Teil eines wesentlich größeren Hohlraumes im Karst und wurde über die Jahrmillionen zunehmend verfüllt mit einer Schicht, die im weitesten aus den Überresten zahlreicher Groß- aber auch Klein- und Kleinsttiere besteht. Heute zeigt sich dies als Lehm unter den Füßen der Besucher. An einigen Sellen wird diese Lehmschicht auf 25–30 Meter geschätzt.

Auch vor den Wissenschaftlern des vergangenen und heutigen Jahrhunderts waren schon Universalgelehrte an der Erforschung der Höhle und der in ihr gefundenen Knochen beteiligt, so schuf der hannöversche Wissenschaftler Gottfried Wilhelm Leibniz (1646 - 1716) den Mythos vom Einhorn, das zwar heute als Ursprung der Knochenfunde an sich und in seiner Existenz selbst wiederlegt ist, als Namensgeber und mit dem Bild des Einhornskeletts auch als "Logo" der Höhle bis heute bewahrt blieb.

Nach dem Besuch der Höhle kann man noch das kleine Museum besuchen, das einige Fundstücke aus Grabungen und die Geschichte der Erforschung der Einhornhöhle über die Jahrhunderte präsentiert. Zudem findet sich ein großes Modell der Höhle und der Umgebung, das anschaulich noch die Dimensionen der Höhle zeigt. Mit einer kleinen Wanderung kann man anschließend die, allerdings weiträumig abgesperrten, Deckeneinstürze der Blauen Grotte besichtigen. Dafür hält man sich nach Verlassen des Eingangsstollens nach der Führung gleich rechts und folgt einem kleinen Waldweg, ausgeschildert mit einem blauen Pfeil, wenige 100 m den Hügel hinauf zu der Einsturzstelle. Von hier gelangt man dann nach kurzer Zeit zurück auf den Weg zum Parkplatz.

Hinweise: Der Zugang wie auch der Ausgang erfolgt über einen gerade einmal 100 Jahre alten bergmännisch angelegten Zugangsstollen, den man ab etwa einer Körpergröße von 150 Zentimetern allerdings leicht gebückt durchgehen muss. Auch später ist in den Verbindungsgängen zwischen den einzelnen Sälen immer wieder Vorsicht abgeraten, damit man sich nicht den Kopf an niedrigen Deckenvorsprüngen stößt. Festes Schuhwerk ist anzuraten, der Lehmboden ist nur teilweise mit Gittermatten ausgelegt und es ist an vielen Stellen rutschig, überall aber feucht. Verschmutzte Kleidung kann also die Folge einer Höhlenbegehung sein. Dringend anzuraten ist zudem warme Kleidung, zumindest einen Pullover oder eine Jacke sollte man dabei haben: im Inneren der Höhle ist es max. 7 °C warm.

Anfahrt: In Scharzfeld ausgeschildert, ca. 2,5 km bergan auf asphaltierter Zufahrt, die nur während der Öffnungszeiten der Höhle für den Individualverkehr freigegeben ist. Waldparkplatz, ca. 300 m Fußweg bis zum Haus Einhorn und der Höhle.

Burgruine Scharzfels[Bearbeiten]

Gut zwanzig Fußminuten von der Einhornhöhle befindet sich die Burgruine Scharzfels.

Ruine Scharzfels

Steinkirche[Bearbeiten]

Blick vom Schweinskopf zum Steinberg mit Kirche

Die Steinkirche ist ebenfalls eine Höhle, allerdings deutlich kleiner als die Einhrnhöhle. Sie ist eine steinzeitliche Opferstelle und wurde später zur Kirche umgebaut. Sie befindet sich im Steinberg, von dessen kahlem Gipfel man eine schöne Aussicht auf das Odertal, Scharzfeld und das Pöhlder Becken hat.

Weitere Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Aktivitäten[Bearbeiten]

  • Beheiztes Freibad am Campingplatz

Wanderungen[Bearbeiten]

Von Scharzfeld aus führen verschiedene Wanderwege in den Westharz hinein, auf denen sich geeignete Strecken für Halbtages- und Tageswanderungen finden:

Baude auf dem Großen Knollen
  • Auf dem Harzer Baudenstieg zum Großen Knollen. Ab Parkplatz Einhornhöhle ausgeschildert, ca. 7 km einfache Strecke mit gut 350 Hm. Auf dem Großen Knollen befindet sich die Knollenbaude mit dem Knollenturm, von wo man bei guter Sicht einen Rundumblick über den Westharz, den Brocken und den Wurmberg, aber auch über das Eichsfeld hat.
  • Knollenbaude. Tel.: +49 55 85 222, E-Mail: . Geöffnet: Ganzjährig 9 - 17 Uhr, Montag Ruhetag.

Einkaufen[Bearbeiten]

Küche[Bearbeiten]

Nachtleben[Bearbeiten]

Ein explizites Nachtleben gibt es vor Ort nicht, dafür sollte man eher nach Bad Lauterberg fahren.

Unterkunft[Bearbeiten]

Sicherheit[Bearbeiten]

Gesundheit[Bearbeiten]

  • Das nächste Krankenhaus der Grundversorgung ist die Herzberg Website dieser Einrichtung, Dr.-Frössel-Allee, 37412 Herzberg am Harz. Tel.: +49(0)55 21 86 60.

Praktische Hinweise[Bearbeiten]

Eine Postfiliale befindet sich in der Bäckerei an der Hauptstraße.

Ausflüge[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

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