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Quṣeir

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Promenade in el-Quseir
el-Quṣeir ·القصير
Myos Hormos
GouvernementRotes Meer
Einwohner
24.344 (2006)
Höhe
21 m
keine Touristinfo auf Wikidata: Touristeninfo nachtragen
Lage
Lagekarte von Ägypten
Reddot.svg
Quṣeir

El-Quseir (auch el-Kuseir, el-Kosseir, arabisch: ‏القصير‎, al-Quṣair, „Kleiner Palast/kleine Burg“) ist eine Hafenstadt und ein Erholungsort an der Küste des Roten Meeres und gehört zur Red Sea Riviera. El-Quṣeir ist zwar eine eher kleine Stadt, dafür besitzt sie aber eine umso größere Geschichte. So ist die Stadt nicht nur ein Erholungsort, sondern selbst eine Sehenswürdigkeit. Und erst seit 1993/1994 ist man sich sicher: dies ist der Ort des römischen Hafens Myos Hormos.

Hintergrund[Bearbeiten]

Lage und Bedeutung[Bearbeiten]

Die Hafenstadt el-Quṣeir befindet sich an der ägyptischen bzw. afrikanischen Küste des Roten Meeres, etwa 140 Kilometer südlich von Hurghada und 85 Kilometer südlich von Safāgā. Die Stadt befindet sich am Kreuzungspunkt der Küstenfernverkehrsstraße 24 und der Straße nach Qifṭ.

Haupteinnahmequellen der Stadt sind heute der Tourismus, der Fischfang und die rückläufige Phosphatgewinnung.

Geschichte[Bearbeiten]

El-Quṣeir ist seit dem Alten Reich, vor etwa 2500 bis 3000 Jahre v. Chr., besiedelt. In pharaonischen Zeiten hieß diese Stadt Tjaou, Tjau, Thaau, (Ṯ3ʿw) und gehörte zum 16. oberägyptischen Gau, dem Säbelantilopengau. Ihre Entstehung und Bedeutung verdankt die Stadt dem Wādī el-Ḥammāmāt, das Teil einer Wüstenpiste ist, die das Niltal bei Qifṭ/Koptos mit dem Roten Meer auf dem kürzesten Wege verbindet. In pharaonischer Zeit wurden Expeditionen ausgesandt, um aus dem Goldland Punt, dessen Lage bis heute unbekannt ist und das man etwa im Bereich von Somalia oder Eritrea vermutet, Luxusgüter wie Elfenbein, Myrrhe und Weihrauch zu beschaffen. Über diese Route, die die alten Ägypter Rohano, „Straße der Götter“, nannten, wurden auch die zerlegten Schiffe transportiert, die erst im Rotmeer-Hafen zusammengefügt wurden.

Die überlieferten Zeugnisse stammen hauptsächlich aus dem Mittleren Reich und der griechisch-römischen Zeit. Zahlreiche Felseninschriften im Wādī el-Ḥammāmāt künden von den Expeditionen. Die früheste Felseninschrift stammt vom Hausvorsteher und Oberschatzmeister Henu aus dem 8. Regierungsjahr des Königs Mentuhotep III. um 2003 v. Chr. in der 11. altägyptischen Dynastie. Der Beamte berichtete, dass er von Koptos über Tjaou/el-Quṣeir nach Punt fuhr, um Myrrhe zu besorgen.[1]

Auf dieser Route reiste wohl später auch der Beamte und Baumeister Senenmut, um für die Königin Hatschepsut (Regierungszeit um 1479–1458 v. Chr., 18. Dynastie) Myrrhe, Weihrauch, Elfenbein, Ebenholz und exotische Tiere aus Punt zu beschaffen. Diese Expedition wird ausführlich im Totentempel der Hatschepsut in Deir el-Baḥrī beschrieben.

Der Hafen wurde bis in die griechische Zeit weiter genutzt. Aber die Stadt erlitt nun unter dem König Ptolemaios II. Philadelphos (Regierungszeit 285–246 v. Chr.) einen Bedeutungsverlust zugunsten der Hafenstadt Berenike, auch wenn der Landweg länger und schwieriger zu kontrollieren war. Der Landweg durch das Wādī el-Ḥammāmāt ließ sich in etwa fünf Tagen bewältigen, der nach Berenike dauerte etwa zwei Wochen.

In römischer Zeit, etwa im 1./2. nachchristlichen Jahrhundert verlagerte sich der Warenumschlag zurück in diese Hafenstadt. Man nannte sie nun Myos Hormos (Myos Hormus), „Muschelhafen“. Die Warentransporte gingen bis nach Indien und Ostafrika. Importiert wurden jetzt Seide, Gewürze und Perlen, exportiert wurden Keramik, Glas, Metalle und Wein. Im 3. Jahrhundert wurde der Hafen aber aufgegeben.

Der neue Name des Hafens wurde auch vom Historiker Strabo (63 v. Chr. bis nach 23 n. Chr.) in seiner Geographika überliefert:

„… dann Myos hormos, welcher auch Aphrodites hormos heiße, ein großer Hafen mit schräger Einfahrt. Vor ihm lägen drei Inseln, zwei von Oelbäumen beschattet, eine aber weniger beschattet, jedoch voll von Perlhühnern.“[2]

In islamischer Zeit wurde der Hafenbetrieb wieder aufgenommen. Der Hafen wurde aber nicht an derselben Stelle, sondern etwa sechs Kilometer südlich des römischen Hafens angelegt. Pilger nutzten den Hafen, um zu den heiligen Stätten im Hedschas im heutigen Saudi-Arabien zu gelangen. Aber die Geschichte gestaltete sich sehr wechselvoll. El-Quṣeir, „kleiner Palast/kleine Burg“, ist nun ihr neuer Name, und sie stand im ständigen Wettbewerb mit der Hafenstadt 1 ʿAidhāb (22° 20′ 10″ N 36° 28′ 59″ O), arabisch: ‏عيذاب‎, die sich etwa 230 Kilometer südlich von Berenike im Hala'ib-Dreieck[3] befindet.

In fāṭimidischer Zeit (10./11. Jahrhundert) wurde ʿAidhāb verstärkt benutzt, weil hier die Überfahrt über das Rote Meer nach Jeddah/Dschidda zu den heiligen Stätten am kürzesten ist. Nachdem Qūṣ am Ende des 11. Jahrhunderts (5. Jahrhundert AH) Hauptstadt von Oberägypten wurde, nahm der Verkehr nach el-Quṣeir wieder zu. In mamlukischer Zeit (ab 1250) wurde hier ein Stützpunkt zur Kontrolle des Roten Meeres eingerichtet. Im 15. Jahrhundert (9. Jahrhundert AH) wurde el-Quṣeir zum wichtigsten ägyptischen Hafen hauptsächlich für Pilger und Getreideexporte nach Saudi-Arabien sowie für Kaffeeimporte aus dem Jemen. Zu Beginn der osmanischer Zeit (ab 1517) wurde zwar die Hauptstadt Oberägyptens nach Qinā verlagert, aber der Hafen in Quṣeir blieb bestehen und erlebte eine neue Blüte. Anfang des 16. Jahrhunderts wurde unter Sultan Selim I. (Regierungszeit 1512–1520) eine Festung zum Schutz des Handels nach Indien errichtet.

Der ägyptische Vizekönig Muḥammad ʿAlī (Regierungszeit 1805–1848) ließ el-Quṣeir erneut ausbauen. Die Stadt gehörte zu dieser Zeit zum Verwaltungsgebiet von Qinā. 1859 kam es aber zum Bruch, denn die Pilgerstöme gelangten nun von Sues nach Saudi-Arabien. Diese Verlagerung verstärkte sich mit der Eröffnung des Sueskanals 1869. Bereits im 19. Jahrhundert wurden aus dem Umland Nomaden vom Stamm der Ababde angesiedelt, die hauptsächlich vom Handel lebten. Seit dem Beginn des 19. Jahrhunderts wurden die einheimischen Ababde von den über den Sinai eingewanderten Maʿaza-Nomaden verdrängt.

Über das Leben in der Stadt im 19. Jahrhundert berichtete der deutsche Afrikaforscher Georg Schweinfurth (1836–1925), der vom März bis August 1864 eine Reise entlang der Küste des Roten Meeres durchführte:

„In Kossēr, einem kleinen aber freundlichen Städtchen von kaum 1000 Einwohnern, verbrachte ich einige Tage, um die nöthigen Vorkehrungen zu meiner Rothe-Meer-Reise zu treffen. Dr. [Carl Benjamin] Klunzinger, ein junger Würtemberger, welcher als Regierungsarzt daselbst angestellt ist, nahm mich in seiner geräumigen Wohnung gastfrei auf und unterstützte mich nach Kräften in meinen Anordnungen, desgleichen Herr Spinoza, ein Malteser, welcher der Quarantaine vorsteht und außer Jenem der einzige Europäer am Orte ist.
Kossēr besteht aus einer beträchtlichen Anzahl kleiner Häuser, welche zu unregelmäßigen Straßen angeordnet, wegen ihrer weißen Tünche ein sauberes Aussehen haben. Von größeren Gebäuden ist nur das des Gouverneurs und das ehemalige Kornmagazin der Regierung, jetzt Wohnung des Arztes, beide, einstöckige geräumige Häuser, zu nennen. Am Abhange der benachbarten Anhöhe, auf der Nordseite der Stadt, erheben sich die hoben Mauern eines Castells mit etlichen alten Kanonen, deren Bedienung von einigen invaliden Soldaten aus Mehemed Ali’s Zeit versehen wird. Der Brunnen im Hofraum ist durch Vernachlässigung unbrauchbar geworden. Das Fort beherrscht vortrefflich den Ankerplatz der Schiffe und alle Zugänge zur Stadt. Außerhalb derselben gewahrt man einige winzige Hütten angesiedelter Ababden, welche mit den Erzeugnissen ihrer Berge, mit Trinkwasser, Holz, Kohlen, Vieh, Milch, Butter u. dergl. handeln, viele von ihnen fristen indeß durch Fischfang und Sammeln von Meeresprodukten ein kümmerliches Dasein.“[4]

Mit der Entdeckung von Phosphatlagerstätten im Norden der Stadt 1912 erlebte die Stadt einen beträchtlichen wirtschaftlichen Aufschwung. Die Haupteinnahmen entsprangen dem Abbau, der Aufbereitung und dem Export der Phosphate und sorgten für ein Auskommen der meisten Einwohner. Die Ausbeutung erfolgte durch eine italienische Firma, die nach der ägyptischen Revolution von 1952 enteignet wurde.

In den 1990er-Jahren wurde aber der Phosphatabbau eingestellt, weil nicht mehr wirtschaftlich produziert werden konnte. Neben dem schon immer bestehenden Fischfang sollte nun der Tourismus die weggefallenen Arbeitsplätze ersetzen. Hierfür wurde ein großer Aufwand in den Erhalt des kulturellen Erbes gesteckt.

Während 1897 in der Stadt nur 1.800 Einwohner lebten,[5] sind es heutzutage 24.344 (2006) in der Stadt selbst, und etwa 33.000 im Regierungsbezirk.[6]

Forschungsgeschichte[Bearbeiten]

Im 19. Jahrhundert rückte der Ort wieder in das Bewusstsein der Europäer. Der britische Ägyptologe John Gardner Wilkinson (1797–1875)[7] und der Leutnant der indischen Marine, James Raymond Wellsted (1805–1842)[8], gehören zu den frühesten Reisenden, die 1825/1827 bzw. 1835/1836 den Hafen von Myos Hormos aufsuchten.

Umstritten war aber bis fast ans Ende des 20. Jahrhunderts, an welcher Stelle Myos Hormos zu lokalisieren ist.[9] Es kam zu Verwechslungen mit den Hafenanlagen von Philotera (bei Safāgā), Abū Schaʿr (bei El Gouna) bzw. Leukos Limen („Weißer Hafen“), das sich möglicherweise am gegenüber liegenden Ufer von el-Quṣeir in Leuke Kome („Weißes Dorf“) in Saudi-Arabien oder an einer anderen Stelle des Roten Meeres wie in 2 Marsā Mubārak (25° 30′ 37″ N 34° 39′ 13″ O), etwa 75 Kilometer südlich von el-Quṣeir, befindet.[10]

Seit 1978 wurden Grabungen von Donald Whitcomb und Janet Johnson vom American Research Center in Egypt (ARCE) im alten Quṣeir, in el-Quṣeir el-Qadīm (arabisch: ‏القصير القديم‎), durchgeführt, die zu diesem Zeitpunkt noch nicht wussten, dass sie in Myos Hormos graben.[11]

Und erst seit 1994 ist man sich sicher: el-Quṣeir el-Qadīm ist identisch mit Myos Hormos. Bei französischen Grabungen in ez-Zarqa, dem antiken römischen Heerlager Maximianon (Μαξιμιανόν) an der Route von el-Quṣeir nach Qifṭ, wurden Ostraka, das sind beschriftete Tonscherben, gefunden, die den Namen Myos Hormos trugen. Z. B. berichteten Soldaten, dass sie, wenn sie Zeit hatten, zum Fischen nach Myos Hormos fuhren (O. Max. 175).[12] David Peacock von der Universität Southampton schlug zudem 1993 nach der Auswertung von Satellitenbildern die Gleichsetzung von Alt-Quṣeir mit Myos Hormos vor.[13]

Seit 1999 erfolgten erneut Grabungen unter der Leitung von David Peacock in Alt-Quṣeir, dem Siedlungsgebiet von Myos Hormos. Zu den Funden gehörte u.a. ein Papyrus vom 25. März 93 n. Chr., der den mutmaßlichen Fundort benennt: „Myos Hormos am Erythräischen Meer“. An den römischen Hafen kommt man nicht mehr: Er ist unter dem Mövenpick Hotel begraben.

Anreise[Bearbeiten]

Stadtplan von el-Quṣeir
Entfernungen
Kairo600 km
Hurghada146 km
Safaga85 km
Marsā ʿAlam133 km

Mit dem Flugzeug[Bearbeiten]

El-Quseir ist über die Flughäfen von Hurghada oder Marsa Alam erreichbar. Die Fahrzeit der Weiterfahrt mit einem Taxi beträgt etwa zwei bzw. eine Stunde. Die kürzere Strecke ist die zum Flughafen Marsa Alam.

Mit dem Bus[Bearbeiten]

Der Busbahnhof befindet sich in der Stadt (1 26° 6′ 28″ N 34° 16′ 23″ O). Fünfmal täglich, zwischen 6 und 20 Uhr, verkehren Busse von Upper Egypt Travel zwischen el-Quṣeir und Kairo. Die Fahrtzeit nach Kairo beträgt etwa elf Stunden, der Preis beträgt etwa LE 80. Diese Busse halten auch in Safāgā (LE 10) und Hurghada (LE 20), nur der frühe Bus hält auch noch in Sues. Viermal täglich fahren Busse nach Marsā ʿAlam. Um nach Luxor zu gelangen, muss man zuerst nach Safāgā fahren und dort in den Linienbus nach Luxor umsteigen.

Weiterhin verkehren Service-Taxis nach Safāgā, Hurghada und Marsā ʿAlam. Die Haltestelle befindet sich neben dem Busbahnhof.

Auf der Straße[Bearbeiten]

Die Fernverkehrsstraße 24 verläuft direkt durch die Stadt. Die Hotels befinden sich ebenfalls in der Nähe zu dieser Straße.

Mit dem Schiff[Bearbeiten]

In el-Quseir gibt es einen kleinen Hafen (2 26° 6′ 11″ N 34° 17′ 10″ O).

Mobilität[Bearbeiten]

Der öffentliche Verkehr wird durch Mikrobusse sichergestellt. Der Fahrpreis beträgt etwa LE 1.

Die Straßen sind gerade in der Altstadt sehr eng. Wer el-Quṣeir nur durchqueren möchte, sollte hierfür die Küstenstraße oder die Westumfahrung nutzen.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Altstadt[Bearbeiten]

Im inneren der Festung, Teilansicht
Schiff, holländische und französische Kanonen von einst

El-Quṣeir besitzt eine sehenswerte Altstadt. Viele Häuser wurden aber erst im 19. Jahrhundert oder zu Beginn des 20. Jahrhunderts errichtet. In den 1990er-Jahren wurden sie restauriert, um den Tourismus zu befördern. Viele der weiß oder gelb gestrichenen Häuser besitzen hölzerne Terrassen, Erker, Balkone (Rawaschin) und Maschrabiyen, dies sind hölzerne Ziergitter. Fester und Türen wurden grün oder blau gestrichen. Zu diesen Häusern gehören auch das heutige Hotel el-Quseir und die 3 Polizeistation (26° 6′ 13″ N 34° 17′ 7″ O) am Hafen aus dem Jahr 1837. Das Hotel gehörte einst dem Chef eines Ababda-Clans.

Vor der Polizei befindet sich eine Rednertribüne, auf der einst König Faruq (Regierungszeit 1936 bis 1952) die Bevölkerung begrüßte. Nördlich hinter der Polizei befindet sich die einstige 4 Qarantäne-Station von el-Quseir, auch als Karawanserei bezeichnet, aus dem Jahr 1801 für die nach Ägypten eingereisten Mekka-Pilger.

Moscheen und Schreine[Bearbeiten]

In der Stadt befinden sich mehrere historische, etwa 300 Jahre alte Moscheen: dies sind die 5 el-Farran-Moschee (26° 6′ 14″ N 34° 17′ 9″ O), die 6 el-Qinawi-Moschee (26° 6′ 13″ N 34° 17′ 2″ O) und die 7 es-Sanusi-Moschee (26° 6′ 6″ N 34° 16′ 58″ O). In der Nähe befindet sich auch noch die 8 es-Sakīna-Moschee (26° 6′ 14″ N 34° 16′ 52″ O), arabisch: ‏مسجد السكينة‎, Masǧid as-Sakīna.

Von Bedeutung ist auch noch der Schrein des berühmten Sufi-Scheichs 'Abd el-Qadir el-Gilanī, der hier bestattet wurde.

Zitadelle[Bearbeiten]

Die 9 Zitadelle (26° 6′ 19″ N 34° 16′ 59″ O), arabisch: ‏القلعة العثمانية‎, al-Qalʿat al-ʿuthmānīya, „die osmanische Zitadelle“, einschließlich seiner Zisterne und der Hafen von el-Quṣeir wurde ursprünglich Anfang des 16. Jahrhunderts vom osmanischen Sultan Selim I. errichtet bzw. ausgebaut. Die wichtigste Wehranlage am Roten Meer Ägyptens war bedeutend für die nach Mekka in Saudi-Arabien pilgernden Muslime. Die Pilger konnten hier Zwischenstopps auf ihrer langen Reise einlegen. Die Zisterne war bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts das einzige Trinkwasserreservoir der Stadt, dessen Wasser aus Aden hierher gebracht wurde.

Der französische Kaiser und General Napoleon Bonaparte besetzte 1799 mit seinem Heer die Festung und ließ einen hohen Beobachtungsturm errichten sowie die Schutzwände der Anlage ausbauen. Im Jahre 1801 standen wenige hundert französische Soldaten 6000 britisch-indische Soldaten gegenüber, die Festung wurde aufgegeben. Die Briten haben 1802 auch die komplette französische Armee im Land besiegt.

Die etwa quadratische, 80 Meter lange Festung befindet sich im Zentrum der Stadt el-Quṣeir. Der Eintritt in die Wehranlage kostet 15 LE pro Person (Stand 9/2009), sie ist von 9–17 Uhr geöffnet. Im Außenbereich befinden sich noch die einstigen Geschütze und im Hof die Zisterne. Im Museum in den alten Festungsräumen wird erläutert, wie einstmals Schiffe gebaut wurden. Das Museum gibt zudem Einblicke in den Phosphatabbau und in das Leben und die Traditionen der Beduinen, und es werden militärische Gegenstände präsentiert.

Römerzeitliche Stätten[Bearbeiten]

10 El-Quṣeir el-Qadīm (26° 9′ 21″ N 34° 14′ 32″ O), arabisch: ‏القصير القديم‎, ist der Ort der römerzeitlichen Hafensiedlung Myos Hormos. Diese von Norden nach Süden etwa 500 Meter lange archäologische Stätte befindet sich nordwestlich des Mövenpick Hotels, etwa sechs Kilometer nördlich von el-Quṣeir. Hier wurden von 1978 bis 1980 und seit 1999 wissenschaftliche Grabungen durchgeführt. Der Hafen ist nicht mehr vorhanden: an seiner Stelle befindet sich nun das Mövenpick Hotel.

Außer den Grundmauern der einstigen Häuser ist aber auf dem Areal wenig zu sehen.

Aktivitäten[Bearbeiten]

Überblick[Bearbeiten]

Die hauptsächlichen Aktivitäten in den Hotelanlagen sich Baden und Schwimmen. Am Fanadir Hotel und im Rocky Valley Divers Camp gibt es Tauchbasen. Beliebte Tauchziele sind die Brother-Inseln, die Bucht vor dem Mövenpick Hotel, Marsa Wizr und Scham es-Sugheir.

Im Mövenpick Hotel und im Restaurant Marianne werden Touren zu den Phosphatminen und zu den Beduinensiedlungen angeboten.

Tauchbasen[Bearbeiten]

  • Rocky Valley Divers Camp und Roots Luxury Camp and Pharaoh Dive Club siehe unter Unterkunft.

Einkaufen[Bearbeiten]

In der Nähe der Festung gibt es Souvenirgeschäfte.

Küche[Bearbeiten]

In el-Quseir gibt es mehrere Restaurants.

  • Citadel Restaurant (an der Zitadelle). Ägyptische Küche.
  • El-Ferdous, Port Said St. Fischrestaurant.
  • Old Restaurant (in der Nähe zu el-Quseir Hotel).
  • Samakino, Safaga Road. Fischrestaurant.

In den Restaurants wird kein Alkohol ausgeschenkt.

Nachtleben[Bearbeiten]

In der Stadt el-Quṣeir gibt es defacto kein Nachtleben. Das Nachtleben findet ausschließlich in den Hotelanlagen außerhalb der Stadt statt.

Unterkunft[Bearbeiten]

Die nördlicher gelegenen Hotels sind unter Safāgā gelistet, die südlicher gelegenen unter Port Ghālib und Marsā ʿAlam. In der Stadt selbst gibt es nur wenige einfache Hotels. Alle anderen Hotels liegen mehr oder weniger außerhalb der Stadt.

Günstig[Bearbeiten]

Nicht klassifizierte Taucher-Hotels[Bearbeiten]

Nicht klassifizierte Hotels[Bearbeiten]

  • Simon Hotel, 10th of Ramadan St., el-Quseir (in der Nähe zum Postamt). Tel.: +20 (0)65 333 2625. Hotel mit 14 Zimmern. Preise ab LE 100.
  • 4 Sea Princess Hotel (فندق أميرة البحر, Funduq Amīra al-Baḥr), Downtown, el-Quseir. Tel.: +20 (0)65 333 1880. Einfaches Hotel mit 13 Zimmern mit Gemeinschaftsbad oder Innenbad. Preise Einzelzimmer LE 30 bzw. 70 (Gemeinschafts- bzw Innenbad), und Doppelzimmer LE 50 bzw. LE 100 (Gemeinschafts- bzw. Innenbad). (26° 6′ 3″ N 34° 16′ 48″ O)

1- und 2-Sterne-Hotels[Bearbeiten]

Mittel[Bearbeiten]

Gehoben[Bearbeiten]

4-Sterne-Hotels[Bearbeiten]

  • 15 Rohanou Beach Resort & Ecolodge, Km 10 south of El-Quseir – Marsa Alam Road. Mobil: +20 (0)127 999 9603, (0)127 999 9604, (0)127 999 9605, Fax: +20 (0)65 333 6433, E-Mail: . 4-Sterne-Hotel mit 78 Zweibettzimmern in sechs Kategorien, Konferenz- und Bankettsaal, drei Strandbuchten, Hausriff, vier Pools, Spa und Health Club. Die Zimmer verfügen über Klimaanlage, Satelliten-TV, Dusche, Safe und Minibar. Hauptrestaurant „Obba“ für internationale und ägyptische Küche, Fischrestaurant „Fairouz Fish Market“ und Restaurant „El-Khan“ für mediterrane Küche, Bar „Obba Pub“. Mit Tauchbasis „Wonderful Dive“. WiFi frei. (26° 1′ 32″ N 34° 19′ 25″ O)

5-Sterne-Hotels[Bearbeiten]

Gesundheit[Bearbeiten]

El-Quseir verfügt über ein öffentliches Krankenhaus (1 26° 6′ 14″ N 34° 16′ 45″ O).

Klima[Bearbeiten]

In Quseir herrscht das gesamte Jahr über mildes bis warmes Klima.

El-Quseir Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez    
Mittlere höchste Lufttemperatur in °C 22 23 24 27 30 32 33 33 32 29 25 23 Ø 27.8
Mittlere Lufttemperatur in °C 18 18 20 24 26 29 30 30 28 26 22 19 Ø 24.2
Mittlere tiefste Lufttemperatur in °C 14 14 16 20 23 25 26 26 25 22 18 16 Ø 20.4
Niederschläge in mm 0 0 0 0 0 0 0 0 0 1 1 1 Σ 3

Aufgrund der ungeschützten Lage ist im Winterhalbjahr mit starken Winden zu rechnen, die häufig Anlass für Badeverbote sind.

Praktische Hinweise[Bearbeiten]

Tourist-Information[Bearbeiten]

In der Stadt gibt es keine Tourist-Information. Der Info-Kiosk an der Zitadelle ist nur unregelmäßig geöffnet.

Geldwechsel[Bearbeiten]

In der Altstadt gibt es in der El-Gumhuriya St. eine Bank, aber ohne Geldautomaten.

In der Al Asher Min Ramadan St. (10th Ramadan St.), im 3 Kreisel zur Al Maghreb St., gibt es einen Geldautomaten und weiter nördlich die 1 Nationalbank, schräg gegenüber der el-Taqwa-Moschee, und noch weiter nördlich die 2 Banque Misr (141 10th of Ramadan St., Kreuzung El Nasr St.).

Geldautomaten gibt es auch im Mövenpick Resort und Flamenco Beach Resort.

Tankstellen[Bearbeiten]

In der Al Asher Min Ramadan St., Kreuzung El Ziraa St., gibt es auf der Westseite eine 4 Tankstelle.

Post[Bearbeiten]

Ein Postamt liegt in der Al Asher Min Ramadan St. gegenüber der el-Tawba-Moschee.

Ausflüge[Bearbeiten]

Von el-Quṣeir aus können die Städte Luxor mit seinen pharaonischen Monumenten, Kairo und Safāgā besucht werden.

Nördlich von el-Quṣeir befinden sich das Kloster des hl. Antonius und das Kloster des hl. Paulus. Südlich von el-Quṣeir können die ehemaligen Steinbrüche Mons Porphyrites und Mons Claudianus ergründet werden.

Naheliegend wäre eine Exkursion nach Qifṭ über ez-Zarqa nach 60 Kilometern und Bir Umm Fawāchīr (arabisch: ‏بئر أم فواخير‎) nach 70 Kilometern ins Wādī el-Ḥammāmāt. Unterwegs gäbe es römische Heerlager (praesidia), Wasserstationen (hydreumata) und Wegezeichen zu sehen. Im Wādī el-Ḥammāmāt wurden in pharaonischer Zeit zahlreiche Felseninschriften angebracht. Es ist aber Ausländern nicht erlaubt, mit einem Privat-PKW oder Taxi diese Strecke zu befahren. Evtl. lassen sich bei örtlichen Veranstaltern Tagesausflüge buchen, bei denen man aber wieder nach el-Quṣeir zurückkehren muss.

Literatur[Bearbeiten]

  • Garcin, J[ean]-Cl[aude]: Ḳuṣayr. In: Bosworth, Clifford Edmund (Hg.): The Encyclopaedia of Islam : Second Edition ; Bd. 5: Khe - Mahi. Leiden : Brill, 1986, ISBN 978-90-04-07819-2, S. 518 f.
  • LeQuesne, Charles: Quseir : an ottoman and Napoleonic fortress on the Red Sea coast of Egypt. Cairo : American Univ.in Cairo Press, 2007, (American Research Center in Egypt conversation series ; 2), ISBN 978-977-416-009-7.

Weblinks[Bearbeiten]

  • Amira El-Noshokaty: Small town, big history (archivierte Version vom 1. Februar 2003 im Internet Archive archive.org), Artikel in der Al-Ahram Weekly vom 19. Dezember 2002 (englisch)

Einzelnachweise

  1. Couyat, J[ules] ; Montet, P[ierre]: Les inscriptions hiéroglyphiques et hiératiques du Ouâdi Hammâmât. Le Caire : L’Inst. Francais d’Archeologie Orientale, 1912, (Memoires publiés par les membres de l'Institut Francais d'Archéologie Orientale du Caire ; 34). Inschrift Nr. 114.
  2. Strabo, 16. Buch, 4. Kapitel, § 5, z. B. in Strabo ; Forbiger, Albert (Übers.): Strabo’s Erdbeschreibung, Bd. 7: Buch 16 und 17. Berlin : Langenscheidt, 1860, (Langenscheidtsche Bibliothek sämtlicher griechischen und römischen Klassiker in neueren deutschen Musterübersetzungen ; 55), S. 56.
  3. Mehr zum Hala'ib-Dreieck im Artikel esch-Schalātīn.
  4. Schweinfurth, G[eorg]: Reise an der Küste des Rothen Meeres von Kossēr bis Suakin : März bis August 1864. In: Zeitschrift für allgemeine Erdkunde, ISSN 1614-2047, Bd. N.F. 18 (1865), S. 131–150, 283–313, 321–384, Karte auf S. 511, insbesondere S. 139 f.
  5. Garcin, Ḳuṣayr, a.a.O.
  6. Einwohnerzahlen nach dem ägyptischen Zensus von 2006, eingesehen am 4. Juni 2014.
  7. Wilkinson, John Gardner: Topography of Thebes, and general view of Egypt : being a short account of the principal objects worthy of notice in the valley of the Nile. London : John Murray, 1835, S. 363, 411 f., 418.
  8. Wellsted, James Raymond: Travels in Arabia, Bd. 2. London : John Murray, 1838, S. 123 f.
  9. Siehe zum Beispiel: Kees, Hermann: Myos Hormos. In: Wissowa, Georg ; Pauly, August [Begr.] (Hg.): Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft, Bd. 16,1 = Halbbd. 31: Molatzes - Myssi. Stuttgart : Metzler, 1933, Sp. 1081–1083.
  10. Leukos Limen wurde z. B. von Claudius Ptolemäus in seiner Geographia (4.5–7) genannt und am afrikanischen Rotmeer-Ufer eingetragen. Seine genaue Position ist aber bis heute umstritten. Potentielle Kandidaten sind Leuke Kome in Saudi-Arabien (z. B. Nappo, Dario: On the Location of Leuke Kome. In: Journal of Roman archaeology (JRA), ISSN 1063-4304, Bd. 23 (2010), S. 335–348. ) und Marsa Mubarak/Imbarak südlich von el-Quṣeir (Thomas, Ross I.: Port communities and the Erythraean Sea trade. In: British Museum Studies in Ancient Egypt and Sudan (BMSAES), Bd. 18 (2012), S. 169–199, insbesondere S. 172 f. ).
  11. Whitcomb, Donald S. ; Johnson, Janet H.: Quseir al-Qadim 1978 : preliminary report. Cairo : American Research Center in Egypt, 1979, (Reports / American Research Center in Egypt ; 1). Der Bericht Quseir al-Qadim 1980 : preliminary report wurde 1982 veröffentlicht.
  12. Bülow-Jacobsen, Adam ; Cuvigny, Hélène, Fournet, Jean-Luc: The Identification of Myos Hormos : New Papyrogical Evidence. In: Bulletin de l’Institut français d’archéologie orientale (BIFAO), ISSN 0255-0962, Bd. 94 (1994), S. 27–42.
  13. Peacock, D.P.S.: The site of Myos Hormos: a view from space. In: Journal of Roman archaeology (JRA), ISSN 1063-4304, Bd. 6 (1993), S. 226–232.
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