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Sierras de Córdoba

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Der Cerro Uritorco bei Capilla del Monte. der höchste Berg der Sierra Chica

Die Sierras de Córdoba sind ein Mittelgebirge im zentralen Argentinien. Es zieht sich durch den gesamten Westen der Provinz Córdoba und bilden im Südwesten die Grenze zur Provinz San Luis.

Die Sierren sind die östlichsten Gebirgszüge der sogenannten Sierras Pampeanas und wegen der lieblichen Landschaft ein bedeutendes Reiseziel. Besonders der Ort Villa Carlos Paz wird jeden Sommer von mehr als einer Million Besuchern heimgesucht und hat dementsprechende Infrastruktur. Zudem ist die Gegend ein beliebtes Naherholungsgebiet für die Einwohner der Millionenstadt Córdoba.

Regionen[Bearbeiten]

Aufteilen kann man die Sierras in sechs Reiseregionen, von denen drei besonders im Sommer stark von Besuchern frequentiert werden. Die Regionen ergeben sich aus der natürlichen Aufteilung durch die drei Hauptketten - Sierra Chica im Osten, Sierra Grande im Nordwesten und Sierra de los Comechingones im Süden - und die dazwischenliegenden Täler.

Hauptziel der meisten Touristen ist das etwa 100 km von Nord nach Süd messende Punilla-Tal im Zentrum des Gebietes, ein dichtbebautes Feriengebiet mit Stauseen und Flüssen, dessen Epizentrum die Sommermetropole Villa Carlos Paz ist. Hier kann man im Januar durchaus von Massentourismus sprechen, Ruhesuchende finden dennoch in den Außenbezirken und kleineren Orten Zuflucht vor den Menschenmassen. Etwas lieblicher wirkt das Calamuchita-Tal im Süden, in dem durch Aufforstung Tannenwälder entstanden sind, die der Gegend ein gewisses alpines Flair geben. Die großen Stauseen bei Embalse und Villa Ciudad de América machen es auch für einen Badeurlaub attraktiv und bilden den Übergang zu den ruhigen südlichen Sierras. Weniger Reisende verirren sich in das abgelegenere Traslasierra-Tal im Westen der Region an der Grenze zur Nachbarprovinz San Luis. Zwischen Calamuchita- und Traslasierra-Tal erheben sich mit der Sierra de los Comechingones die höchsten Gipfel dieses Mittelgebirges.

Ein Naherholungsgebiet nordwestlich der Stadt Córdoba ist das Sierras Chicas genannte Gebiet am Osthang der Sierra Chica, eine liebliche Zone mit Schlafstädten, kleinen Stauseen und Bächen. Die nördlichen Sierras wiederum haben ein eigenes Gepräge, mit wenig Tourismus, niedrigeren Bergketten und größerer Trockenheit; das Gebiet ist auch spürbar ärmer als der Rest der Provinz.

Orte[Bearbeiten]

Die größeren Orte in den Sierras de Córdoba haben fast alle eine komplette touristische Infrastruktur und werden jedes Jahr von vielen Argentiniern und Ausländern besucht.

Punilla-Tal[Bearbeiten]

Koloniale Kirche von San Marcos Sierras
  • Villa Carlos Paz, 75.000 Ew. , größter Ferienort der Sierras de Córdoba
  • Cosquín, 40.000 Ew., beliebter Ort mit vielen Folklore- und Rockfestivals
  • La Falda, 35.000 Ew., englisch geprägter Ferienort
  • Capilla del Monte, 15.000 Ew., sehr idyllischer Ort am Nordende des Tals, bekannt für den bei Esoterikern beliebten Berg Uritorco.
  • La Cumbre, 10.000 Ew., höchstgelegener Ort im nördlichen Tal.
  • San Marcos Sierras, 1.000 Ew., alternatives Ökodorf im Norden des Punilla-Tals mit reichhaltiger landwirtschaftlicher Produktion und Hippie-Flair.

Calamuchita-Tal und südliche Sierras[Bearbeiten]

Villa General Belgrano
  • Santa Rosa de Calamuchita, 25.000 Ew., größter Ferienort der Region mit guten Bade- und Wandermöglichkeiten
  • Embalse, 15.000 Ew., Badeort am Stausee Río Tercero
  • Villa General Belgrano, 10.000 Ew., an eine alpine Stadt erinnernder Ferienort mit mitteleuropäischer Gastronomie
  • Villa Ciudad de América, 2.000 Ew., aufstrebender kleiner Ferienort am reizvollen Stausee Los Molinos
  • La Cumbrecita, 1.000 Ew., idyllischer, autofreier Ort im alpinen Stil
  • Villa Alpina, 1.000 Ew., Bergsteiger-Mekka nahe des Cerro Champaquí, des höchsten Berges der Sierras.
  • Achiras, 2.500 Ew. südlichster großer Ferienort der Sierras, relativ nahe der Stadt Villa Mercedes (Prov. San Luis)
  • Alpa Corral, 800 Ew., ruhiger Erholungsort bei Río Cuarto

Traslasierra-Tal[Bearbeiten]

Straße bei Merlo
  • Villa Dolores, 40.000 Ew., ruhiges Landstädtchen, wenig Tourismus
  • Mina Clavero, 15.000 Ew., Touristenmetropole des Tals mit guten Bade- und Wandermöglichkeiten
  • Merlo, 10.000 Ew., bereits in der Provinz San Luis, sehr beliebter Ferienort mit einem der gesündesten Mikroklimas Argentiniens
  • Nono, 3.000 Ew., kleines, idyllisches Dorf nahe des Stausees La Viña

Sierras Chicas[Bearbeiten]

  • Alta Gracia, 55.000 Ew,, interessante Stadt mit kolonialen Bauten
  • La Calera, 35.000 Ew., Vorort von Córdoba an einer malerischen Schlucht
  • Río Ceballos, 30.000 Ew., aufstrebende Stadt am naturbelassenen Stausee La Quebrada.

Córdoba selbst liegt nicht direkt in den Sierras, sondern 15 km östlich in einer Ebene, die zum argentinischen Chaco gehört.

Nördliche Sierras[Bearbeiten]

Weitere Ziele[Bearbeiten]

Hintergrund[Bearbeiten]

Die Sierras de Córdoba sind bei den Argentiniern das zweitbeliebteste Ferienziel überhaupt nach der Atlantikküste, mit mehr als 2,5 Millionen Besuchern pro Saison. Grund dafür ist die Schönheit der Landschaft und die vielfältigen Bade- und Wandermöglichkeiten. Der Reisende wird daher fast überall auf eine sehr gute Infrastruktur treffen.

Die Sierra de los Comechingones und die Sierra Grande im Zentrum des Gebietes sind die beiden höchsten Gebirgszüge, in ersterer befindet sich der höchste Berg der Sierras, der Cerro Champaquí (2.790 m). Niedrigere "Vorgebirge" sind die Sierra de Pocho im Westen und die Sierra Chica im Osten, sowie zahlreiche kleinere, aber unentdecktere Regionen im Norden.

Sprache[Bearbeiten]

Gesprochen wird mit den in den Sierras Pampeanas üblichen Abweichungen vom "Standard-Argentinisch".

Anreise[Bearbeiten]

Bester Anreisepunkt ist die Stadt Córdoba am Ostende der Sierras. Sie ist mit dem Flugzeug, der Bahn und dem Bus zu erreichen.

Es gibt auch direkte Busverbindungen aus einigen größeren Städten Argentiniens in einige der Touristenorte, z.B. nach Villa Carlos Paz oder La Falda.

Mobilität[Bearbeiten]

Im Ostteil der Sierras, insbesondere in den Sierras Chicas und im Punilla-Tal, sind die Ortschaften sehr gut per Bus verbunden, oft beträgt die Frequenz nur 15 Minuten. Aber auch im Rest der Sierras ist das Busnetz recht gut. Schwer ist es dagegen, ohne eigenes Auto in abgelegene Gebiete zu gelangen.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Estancia der Jesuiten in Alta Gracia
  • Felszeichnungen von Cerro Colorado, im Norden der Sierra Chica.
  • Kolonialer Jesuiten-Gutshof. In Alta Gracia im Barockstil.
  • Kolonialkapelle von Candonga, nahe Río Ceballos.
  • Felsformationen Los Terrones. Nahe Capilla del Monte, im selben Gebiet liegt auch die Grotte von Ongamira.

Aktivitäten[Bearbeiten]

Man kann im gesamten Gebiet hervorragend wandern und trekken, oft stößt man dabei abseits der Hauptpfade nur auf wenige andere Touristen. Die Gipfel der Sierras taugen wegen ihrer Steilheit auch für ambitioniertere Bergsteiger, auch wenn sie sicherlich nicht mit den Anden mithalten können.

Die Seen laden zum Surfen, Wasserskifahren, Tauchen und Schwimmen ein. In den Flüssen kann man z.T. Kanu-Rafting machen.

Gleitschirmfliegen kann man in La Cumbre.

Küche[Bearbeiten]

In den Touristenorten gibt es eine Vielzahl von Restaurants, meist mit typisch argentinischer (Fleisch) oder internationaler Küche.

Im Calamuchita-Tal findet man häufig mitteleuropäische Spezialitäten, insbesondere in Villa General Belgrano und den Nachbarorten Villa Berna und La Cumbrecita.

Die Süßigkeiten der Sierras sind landesweit berühmt, insbesondere die Alfajores und anderes Gebäck, sowie die verschiedenen Arten von Marmeladen und anderen Brotaufstrichen.

Nachtleben[Bearbeiten]

Die Touristenorte bieten alle ein reichhaltiges Nachtleben, insbesondere in der Hauptsaison von Januar bis März und im Juli. Nur in wenigen Orten, vor allem im Hauptferienort Villa Carlos Paz werden allerdings auch "Underground"-Freunde glücklich.

Es gibt zahlreiche Festivals in der Region:

  • in Cosquín findet im Januar ein Folklorefestival und im Februar ein Rock- und ein Cuartetofestival statt
  • in San Roque nahe Cosquín findet mit Cosquín Rock im Februar das größte Rockfestival des Landes
  • in Villa Carlos Paz gibt es mehrere, meist recht kommerziell ausgerichtete Rock- und Pop-Festivals
  • in Capilla del Monte findet ein Reggae-Festival (Oye Reggae) Ende Januar statt

Ebenfalls gibt es traditionelle Feste:

  • das sehr populäre Bierfest (Fiesta de la Cerveza) im Oktober in Villa General Belgrano
  • im selben Ort das Wiener Tortenfest (Fiesta de la Masa Vienesa) in der Karwoche

Sicherheit[Bearbeiten]

Besondere Sicherheitsgefahren gibt es in der Region nicht. Es gibt in Villa Carlos Paz und anderen großen Touristenorten Taschendiebe, aber kaum bewaffnete Banden. Für Naturrisiken siehe den Abschnitt unter Sierras Pampeanas.

Klima[Bearbeiten]

Das Klima ist mild und besonders im Westen recht trocken.

Im Sommer ist es in den Tälern mit durchschnittlich 25 °C-30 °C tagsüber sehr warm, auf den Hochebenen der Pampas Serranas liegen die Temperaturen um 20 °C. Man muss allerdings immer mit kurzen kühleren, nassen Perioden rechnen.

Der Herbst ist angenehm warm (Täler durchschnittlich 20 °C-25 °C, Hochebene um 15 °C) und meist sehr sonnig mit einigen wolkigen Tagen, aber kaum Regen. Nachts ist es allerdings oft sehr frisch.

Der Winter ist mild (Täler 15 °C-20 °C, Hochebene um 5 °C) und fast regenlos, es kann aber zu Schneestürmen bei Kälteeinbrüchen in den Hochebenen kommen. Unter 1000 m gibt es fast nie Schnee.

Der Frühling ist generell etwas wärmer als der Herbst (Täler 22 °C-27 °C, Hochebene um 17 °C) , aber insbesondere im November und Dezember wechselhaft und feucht.

Baden kann man in den Flüssen und Seen etwa von Mitte Oktober bis Anfang Mai, auch bei den häufigen Wärmeperioden im Winter heizt sich das Wasser manchmal auf badetaugliche Temperaturen auf.

Ausflüge[Bearbeiten]

  • Ein lohnenswerter Stadtbesuch ist das nahe Córdoba, eine kulturell sehr aktive Metropole mit 1,5 Millionen Einwohnern, die schon in der Chaco-Ebene liegt.
  • Von den Sierras de Córdoba kann man leicht in die Sierra de San Luis gelangen, oder gleich in die rauheren und höheren Sierras von Catamarca und La Rioja, die mehr Abenteuer versprechen.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

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