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Palazzolo Acreide

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Palazzolo Acreide
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Palazzolo Acreide ist eine Stadt in der Provinz Syrakus im Südosten von Sizilien.

Hintergrund[Bearbeiten]

Das Barockstädtchen Palazzolo Acreide liegt im Hinterland von Syrakus in den Ibleischen Bergen; es ist auf einem Hügelrücken unterhalb der griechischen Ansiedlung von Akrai gelegen. Wie andere Städte wurde auch Palazzolo Acreide stark durch das Erdbeben im Val di Noto in Mitleidenschaft gezogen und zu Beginn des 18. Jhdt. im Barockstil wieder aufgebaut. Die Region lebt von der Landwirtschaft und ist touristisch eher wenig erschlossen.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Region der Monti Iblei war bereits in der Bronzezeit und von den Siculern besiedelt, 664/663 v. Chr. wurde von Syrakus aus die griechische Kolonie von Akrai gegründet, im hier einen militärischen Vorposten gegen die Siculer zu errichten. Die Stadt nahm an Bedeutung zu, im ersten punischen Krieg verbündete sich Akrai auf der Seite von Syrakus unter dem Tyrannen Geron II mit Rom, in dieser Zeit im 3. Jhdt. v.Chr. liegt auch die Blütezeit von Akrai mit der Anlage des Theaters und des Bouleuterion, der Heiligtümer und der griech. Straßenzüge. Nach dem Fall von Syrakus 211 v.Chr. gelangte auch Akrai unter römisch Herrschaft, erhielt die Rechte einer Civitas decumana und verausgabte eigene Münzen.

Im 4./5. Jhdt. entwickelte sich Akrai zu einem Zentrum des frühen Christentums und behielt diese Stellung auch unter byzantinischer Herrschaft, mit dem Feldzug der Araber gegen Syrakus wurde das antike Akrai im Jahre 827 zerstört, die Erinnerung daran sind abgesehen von einigen Ruinen verloren.
Unter normannischer Herrschaft wurde auf einem benachbarten Hügel, am Abhang der Schlucht gegen Norden, ein Kastell erbaut, die Örtlichkeit wurde als Palatiolum bekannt. Später wurde Palazzolo wiederholt als Lehen erwähnt, das sich um das Kastell entwickelnde Städtchen wurde in die Streitigkeiten zwischen den Angiovinern und den Herren von Aragon hineingezogen. Die Einwohnerzahl nahm zu, bis von 5'500 Einwohnern im Rahmen des verheerenden Erdbebens von 1963 im Val di Noto deren 700 den Tod fanden, die Stadt und auch die Festung wurde zerstört und ab 1700 zahlreiche Kirchen und Palazzi im Barockstil wieder aufgebaut.
Die Stadt nahm an Größe zu, von einer maximalen Einwohnerzahl von gut 18'000 im Jahre 1930 kam es zu einer stetigen Verringerung mit einem markanten Einschnitt durch erhebliche Zerstörungen und 600 Tote im Rahmen von zwei Bombenangriffen am 9./10. Juli 1943 im Rahmen der Landung der Alliierten.

Anreise[Bearbeiten]

Mit dem Flugzeug[Bearbeiten]

Der nächstgelegene Flughafen ist derjenige von Catania, aufgrund vulkanischer Aktivität des Etna musste er schon verschiedentlich seinen Betrieb einstellen.

Mit der Bahn[Bearbeiten]

Eisenbahnverbindungen der Trenitalia aus dem Norden in die Region bestehen über die elektrifizierte Linie Catania - Siracusa und weiter über die Regionallinie Siracusa - Noto - Ragusa - Gela - Canicatti, welche die Barockstädte im Val di Noto miteinander verbindet. Der nächstgelegene Bahnhof ist derjenige von Syrakus. Dort geht es per Bus weiter.

Mit dem Bus[Bearbeiten]

Busverbindungen werden durch die AST oder durch Interbus sichergestellt.

Auf der Straße[Bearbeiten]

Am einfachsten ist Palazzolo Acreide über die Autobahn A18 Messina - Catania - Syrakus zu erreichen. Ab der neu erstellten Symbol: AS Siracusa wird die Stadt über die SS124 über Floridia und Solarino erreicht. Eine alternative Route führt etwas weiter südlich vom Stadtzentrum von Siracusa über die SP14 via Canicattini Bagni, über die SS287 wird dann ebenfalls die SS124 erreicht, welche als Umfahrung der Stadt nach Norden nach Vizzini und Richtung Caltagirone weiterführt.
Nach Noto im Südwesten verbindet die SS287, direkt in den Süden führen nur schmale und langsam zu befahrende Provinzstraßen. Um zügiger Richtung Ragusa und den Südwesten voranzukommen, kann die SP23 / SP57 nach Giarratana und dann die nach Süden führende SS194 benutzt werden, welche bei Ragusa auf die SS115 Sud Occidentale Sicula trifft.

Mit dem Schiff[Bearbeiten]

Die Stadt Palazzolo Acreide in den Ibleischen Bergen hat keinen Meeranstoss und ist somit eher mit dem Drahtesel als mit der Privatjacht zu erreichen.

Mobilität[Bearbeiten]

Karte von Palazzolo Acreide

Die Distanzen innerhalb der Kleinstadt und auch zum Ausgradbungsgelänsde des antiken Akrai können zu Fuß bewältigt werden.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Palazzolo Acreide: Chiesa di San Paolo

Straßen und Plätze[Bearbeiten]

Von der Umfahrungsstraße SS124 führt die 1 Via Nazionale von der Ausfahrt Richtung Zentrum, von der 2 Piazza Pretura führt die Via Roma einem Bogen zum historischen Stadtzentrum an der 3 Piazza Umberto I und von dort nach Nordwesten wieder zur SS124. Parallel dazu verläuft etwas südlich die 4 Via Garibaldi mit zahlreichen Barockpalazzi.
Das alte Qurtier Scaliddi mit schmalen Gässchen, Treppchen um den Uhrturm Torre orologio liegt zwischen der Chiesa madre und dem höhergelegenen Teil der Stadt um San Sebastiano.
Im südlichen Teil der Stadt führt von der Piazza Pretura die Via S, Sebastiano zur 5 Piazza del Popolo und von ihr aus der 6 Corso Vittorio Emanuele III in Richtung der 1 Area Archeologica mit den Ruinen des antiken Akrai.

Burg und Palazzi[Bearbeiten]

  • die Ruinen des im Erdbeben von 1693 zerstörten Kastells 7 Castello erstrecken sich bis zum Rand der Schlucht im Norden der Stadt.
  • an der Westseite der Piazza Umberto I, welche lange Jahre das historische Stadtzentrum gebildet hatte, liegt der Palazzo Zocco, an der Nordostecke der Palazzo Messina die Fassaden etlicher Gebäude geben einen farbenfrohen Anblick.
  • der 8 Palazzo Municipale wurde ab 1908 unter den Architekten Polini & Portuesi an der Stelle eines Benediktinerklosters erbaut, die ganze Piazza del Popolo erhielt Anfangs des letzten Jahrhunderts ein neues Aussehen.
  • der 1 Palazzo Judica liegt neben dem Rathaus.
  • der 2 Palazzo Pricone und der 3 Palazzo Judica-Carusa (mit einem der längsten Barock - Balkone) liegen beide in der Via Garibaldi.
  • der 4 Palazzo della Pretura mit angebautem Gefängnis wurde um 1880 am Ort des früheren Theaters errichtet.

Kirchen und sakrale Bauten[Bearbeiten]

  • die 5 Chiesa Madre di San Nicolo liegt am Süden der Piazza Umberto I / Piazza Aldo Moro und wurde nach dem Erdbeben von 1693 an der Stelle von bis auf die Normannenzeit zurückreichender Vorgängerbauten errichtet. Die dreischiffige Kirche mit einer linearen Barockfassade wird derzeit restauriert.
  • nördlich an der Piazza Umberto I liegt die 6 Chiesa di San Paolo. Die Kirche, 1720/30 an der Stelle einer kurz vor dem Erdbeben noch umgebauten Vorgänerbaute errichtet, hat eine recht verspielte Barockfassade und im Innern mehrere Altäre mit farbigen Marmorintarsien. Die Statue des S.Paolo, geschaffen von Vincenzo Lorefice aus Ragusa im Jahre 1567 konnte aus der alten Kirche geborgen worden, wie wurde leider wiederholt mit wechselnder Qualität 2überholt" und "erneuert".
  • der Neubau der 7 Chiesa di San Michele erfolgte 1721/22 unter dem Architekten Giuseppe Ferrara, die dreischiffige Kirche erhielt eine einfache Barockfassade, im Innern ist ein Gemälde des Hl.Michael von Antonino Bova erwähnenswert, welches aus dem Vorgängerbau geborgen werden konnte.
  • über die Via Cucinello etwas westlich erreicht man eine 8, Terrasse mit einem schönen Ausblick über das Valle dell'Anapo und gelangt zu den in der Nähe befindlichen Höhlen, von welchen eine, welche dem Eremiten Corrado Confalonieri als Unterkunft gedient haben soll erweitert und als Höhenkirche (Grotta di S.Corrado) zur Verehrung des San Corrado eingerichtet wurde.
  • die 9 Chiesa dell'Immacolata wurde mit dem Franziskaner - Minoritenkonvent nach dem Erdbeben ebenfalls im Barockstil wieder aufgebaut, sie hat eine eindrücklich geschwungene Barockfassade. Im Innern ist die Marmorstatue der Madonna mit dem Kind von Francesco Laurana aus den Jahren 1471/72 und ein Gemälde mit einer Kreuzigungsszene von Paolo Tanasi aus dem Jahre 1818 zu erwähnen.
  • die 10 Antica Chiesa dei Capuccini wurde durch das Erdbeben von 1693 stark beschädigt und mit dem anschließenden Kapuzinerkonvent 1707/10 wieder aufgebaut. Nach dem Verbot religiöser Orden 1861 erlebte die Kirche wechselhafte Zeiten, wurde als Kino und Möbellager gebraucht, in letzter Zeit aber wieder restauriert. Da das Gebäude des Kapuzinerkonvents als städtische Bibliothek gedient hatte, heisst der vor der Kirche liegend Platz Piazza Biblioteca.
  • die 11 Chiesa di San Sebastiano wurde nach dem Erdbeben von 1693 unter der Leitung des Architekten Mario Diamanti aus Syrakus neu aufgebaut, bis 1724/25 war die erste Reihe der Fassade errichtet, der Abschluss und die Aufrichte des Campanile zogen sich bis 1768 hin, die Orgel aus den Jahren 1728/9 ist eine der prächtigsten ihrer Zeit. Mit der Neugestaltung der Piazza del Popolo gewann das Ensemble mit dem Palazzo Municipale und dem Palazzo Buongiorno stark an Aussehen.
  • die 12 Chiesa di Sant' Antonio an der Via Garibaldi wurde ebenfalls zu Beginn des 18. Jhdts. auf Trümmern der Vorgängerkirche neu aufgebaut, der rechte Campanile schloss den Bau 1815 ab, der linke wurde nicht vollendet.
  • an der Via Annunziata liegt die 13, welche unter dem lokalen Architekten Matteo Travisi wieder aufgebaut wurde. Auffallend ist die Fassade mit den spiraligen Säulen, welche die Kirche zu einer der schönsten aber sicher der außergewöhnlichsten von Palazzolo Acreide machen. Im Innern befand sich bis 1906 das Gemälde der Annunciazione des Meisters Antonello da Messina, welches nach der Restauration heute in der Galleria Bellomo in Syrakus zu bewundern ist. Im rückwärtigen Alter hinter einem hölzernen Altar das Gemälde "Madonna del Carmelo" geschaffen von Marcello Vieri im Jahre 1785 und eine Holzskulptur der Madonna aus dem 18. Jhdt., der Hochalter ist aus farbigem Marmor ausgeführt. Ein großes Gemälde der Verkündigung von Paolo Tanasi aus dem Jahre 1827 hängt dahinter, in einer Seitenkapelle ein weiteres Bild "Paolo di Padova" vom gleichen Künstler.

Parks[Bearbeiten]

  • die 14 Villa Comunale mit einer imposanten Palmenallee liegt im Südosten der Stadt

Museen[Bearbeiten]

  • das Museo Archeologico soll im Palazzo Cappellani demnächst wiedereröffnet werden.
  • 15 Casa Museo Antonino Uccello ist täglich von 08.00-13.00 geöffnet (falls geschlossen, läuten), die Ausstellung umfasst das historisch eingerichtete Wohnhaus an der Via fra Pantaleo.

Area Archeologica di Akrai[Bearbeiten]

Akrai: Teatro greco
Akrai: Bouleuterion

Anreise[Bearbeiten]

  • 16 Area Archeologica di Akrai, Colle dell'Acromonte. Tel.: 0931 876602. Die Anfahrt zum antiken Akrai erfolgt von der SS124 über die Piazza del Popolo und den Corso Vittorio Emanuele durch die Stadt, der Eingang zur Zona Archeologica wird über die Via Antichita erreicht, die Strada panoramica führt um den Hügel der antiken Stadt herum. Ein Übersichtsplan des Geländes kann von www.akrai.it heruntergeladen werden. Geöffnet: 09.00-17.00. Preis: 4.00/2.00€.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • gleich südlich vom Eingang liegt das 2 Teatro greco, ein relatives kleines griechisches Halbrundtheater mit einem schönen Ausblick in die Ibleischen Berge. Die Runde Orchestra wurde in römischer Zeit durch eine ehöhte Bühne (Scene) erweitert, von den oberen Sitzreihen besteht eine direkte Verbindung zum kleinen 3 Bouleuterion, in welchem die Ratssitzungen abgehalten wurden. Die ersten Ausgrabungen wurden unter Gabriele Iudica um 1824 ausgeführt.
  • die Bedeutung eines 4 Gebäudes mit Strukturen mit eigentümlichen runden Grundrissen ist noch unbekannt.
  • die Hauptstraße 5 Decumanus führt vom Theater in nordwestlicher Richtung, von der Strasse gingen im rechten Winkel weitere Gassen ab. Die Strasse endet an der 6 Porta Selinuntina im Westen.
  • im Süden des Theaters finden sich spärliche Reste eines 7 Tempels, welcher der Aphrodite geweiht war. Mit 6 x 13 Säulen und Abmessungen von 18,3 x 39,5 m war er von respektablen Ausmassen.
  • gleich daneben im Südosten liegen die Steinbrüche 8 Intagliata und 9 Intaggliatella, in welchen das lokale Baumaterial vor Ort gewonnen wurde. Beide Steinbrüche wurden später als frühchristliche und byzantinische Nekropolen und Orte der Heiligenverehrung genutzt, es findet sich ein fröhliches Nebeneinander von Arbeiten aus zahlreichen Epochen.
  • die in byzantinischer Zeit als Begräbnisstätte in den Felsen geschlagene 10 Grotta Senebardo liegt etwa 50 m südlich der Strada panoramica, von welcher aus sich schöne Ausblicke ins Valle del Anapo und südwestlich ins Val del Fuime Tellaro Richtung Ragusa ergeben.
  • ebenfalls in Süden liegt die prähellenistische Necropoli della Pinata mit 54 Grabnischen aus dem 7. Jh. v.Chr. und etwas weiter die beiden Hügelchen 11 "Mammelle di Lamia", auf die Brüste der Lamia geht die Legende eines kinderfressenden (weiblichen) Ungeheuers zurück.
  • Die 12 Templi Ferali liegen im südlich des Ausgrabungsgeländes an der SP24, die Totentempel sind an den Wänden mit Votivtafeln (Pinakes) ausgestattet.
  • etwas weiter östlich finden sich die 13 Santoni welche nach Rücksprache mit den Aufsehern der Area Archeologica besichtigt werden können. Bei den Santoni handelt es sich um zwölf aus dem Felsen gehauene Skulpturen welche die Magna Mater und Löwen repräsentieren, sie stammen aus dem 3. Jhdt. v.Chr. in sind in schlechtem Erhaltungszustand nach wohl teils mutwilliger Zerstörung.
  • eine weitere Nekropole aus frühchristlich - byzantinischer Zeit liegt ebenfalls im Osten der Area archeologica.

Aktivitäten[Bearbeiten]

  • im Mai werden von Studenten in Teatro greco antike Theaterstücke aufgeführt.
  • die Feste zu Ehren des San Paolo findet jeweils am 27./29. Juni und zu Ehren von San Sebastiano vom 8./10. August werden mit farbenfrohen Prozessionen gefeiert.
  • vom 25. Dez. bis Anfang Januar wird in den Ruinen des Castello als Presepe vivente die Weihnachtsgeschichte nachgespielt.

Einkaufen[Bearbeiten]

Küche[Bearbeiten]

Nachtleben[Bearbeiten]

Unterkunft[Bearbeiten]

Sicherheit[Bearbeiten]

Gesundheit[Bearbeiten]

  • Guardia Medica, Via Nazionale. Tel.: +39 0931 875633.

Praktische Hinweise[Bearbeiten]

  • das 1 Postamt liegt im Süden an der Via Paolo Milano.

Ausflüge[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

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