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Alba Iulia

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Luftbild der Zitadelle und Altstadt
Alba Iulia
Karlsburg · Gyulafehérvár
Kreis (județ)Kreis Alba
Einwohner
63.536 (2011)
Höhe
230 m
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Lage
Lagekarte von Rumänien
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Alba Iulia

Alba Iulia (deutsch Karlsburg, ungarisch Gyulafehérvár) ist eine Stadt in Siebenbürgen. Sie ist eines der kulturellen Zentren der Region und hat eine gut erhaltene Altstadt, die von einer barocken Zitadelle umgeben ist. Viele historische Bauwerke stammen noch aus der Habsburgerzeit.

Hintergrund[Bearbeiten]

Restauriertes Tor des römischen Castrum Apulensis

Die Geschichte der Stadt geht auf die Römerzeit zurück. Nach der Annexion Dakiens durch das Römische Reich Anfang des 2. Jahrhunderts n. Chr. wurde hier das Castrum Apulensis gegründet, das in den folgenden 160 Jahren als militärisches und wirtschaftliches Zentrum der Provinz Dacia diente. Nach dem Rückzug der Römer wurde die Stadt zunächst von Wandervölkern verwüstet.

Im 6. Jahrhundert siedelten sich dann Slawen an, die den Ort wiederbelebten und Bălgrad („weiße Burg“ bzw. „weiße Stadt“, vgl. Belgrad) nannten. Von hier aus wurde der Salzhandel in der Region kontrolliert. Ins Ungarische wurde der Name als Fehérvár übersetzt. Da es bereits mehrere Städte dieses Namens gab („Weißenburg“, vgl. Székesfehérvár) wurde zur Unterscheidung Gyula- vornangefügt, was dem Titel des zweitmächtigsten Mann im damals noch heidnischen Stammesverbund der Ungarn entsprach, die ab dem 9. Jahrhundert ihre Residenz in Gyulafehérvár bezogen. Dies wiederum wurde als Alba Iulia ins Rumänische übersetzt. Der zum Christentum konvertierte Ungarnkönig Stephan I. eroberte die Stadt 1003 von seinem Onkel, um ein einheitliches Königreich Ungarn zu schaffen. Anschließend wurde die Stadt katholischer Erzbischofssitz, zu dessen Kirchenprovinz ganz Siebenbürgen gehörte.

Während der ungarischen Teilung 1451 bis 1690 war die Stadt auch kulturelles und Verwaltungszentrum des Fürstentums Siebenbürgen, das in dieser Zeit unter osmanischer Vorherrschaft stand. Um 1600 residierte hier Mihai Viteazul (Michael der Tapfere), dem es kurzzeitig gelang, die Walachei, Siebenbürgen und Moldau zu beherrschen und damit einen Vorläufer des geeinten Rumäniens zu schaffen. Im Jahr 1622 gründete der siebenbürgische Fürst Gabriel Bethlen, der gegen die Habsburger in Ungarn rebellierte, in Alba Iulia eine protestantische Akademie, an der auch prominente deutschsprachige Gelehrte tätig waren. Nach einer Zerstörung durch die Türken wurde die Stadt 1690 von den Truppen der Habsburger erobert, zu deren Machtbereich sie während der folgenden zwei Jahrhunderte gehörte. Eugen von Savoyen ließ die Stadt zur sternförmigen Barockfestung im Vauban-Stil ausbauen und nach dem damaligen Kaiser Karl VI. in Karlsburg umbenennen.

Am 1. Dezember 1918 votierten Vertreter aus den überwiegend von Rumänen besieldelten Teilen des Königreichs Ungarn (Siebenbürgen, Banat, Kreischgebiet, Sathmar und Maramureș) für den Anschluss an Rumänien, was auch im Vertrag von Trianon bestätigt wurde. Alba Iulia gilt daher als Stadt der Einheit Rumäniens. Ferdinand I. und Maria wurden hier 1922 zu König und Königin des neuen Großrumäniens gekrönt. Unter Ceaușescu wurden ab 1968 Industriebetriebe angesiedelt und die Stadt um Wohnviertel in Plattenbauweise ergänzt. Die Einwohnerzahl hat sich anschließend mehr als verdreifacht.

Anreise[Bearbeiten]

Mit dem Flugzeug[Bearbeiten]

Die nächstgelegenen Verkehrsflughäfen sind Cluj-Napoca (105 km nördlich; 1½ Std. Autofahrt oder 2 Std. mit Airport Transfer – mehrmals täglich für 10 €) und Sibiu (75 km südöstlich; 1 Std. Autofahrt).

Mit der Bahn[Bearbeiten]

Der Bahnhof Alba Iulia liegt an der wichtigen Eisenbahnlinie Budapest–Arad–Brașov–Bukarest. Auf dieser Strecke gibt es pro Tag einen Nachtzug, der von Budapest etwa 8:15 Std. braucht, von Bukarest 7:40 Std. Von Wien ist man mit Umsteigen in Budapest mindestens 11:40 Std. unterwegs.

Von Cluj-Napoca gibt es täglich einen durchgängigen Interregio und zwei D-Züge, die für die Strecke 2:25 Std. brauchen. Weitere Verbindungen sind mit Umsteigen in Razboieni oder Teius. Aus Târgu Mureș kommt man pro Tag je einmal mit einem durchgängigen Interregio (2½ Std.) oder mit einem etwas langsameren Regionalzug. Aus Sibiu gibt es pro Tag zwei durchgängige Regionalzüge (Fahrtzeit knapp drei Stunden), sonst mit Umsteigen in Vințu de Jos oder Teius. Von Timișoara gibt es täglich vier durchgängige Züge, die Fahrt dauert zwischen 4:40 und 5:45 Std. Von Arad fährt zusätzlich zum Nacht-D-Zug aus Richtung Budapest ein weiterer D-Zug tagsüber (Fahrtzeit 4:20 Std.). Aus Brașov kommend, muss man – mit Ausnahme des Nacht-D-Zugs – in Vințu de Jos umsteigen und braucht etwa 5½ Std.

Mit dem Bus[Bearbeiten]

Zahlreiche Busgesellschaften bieten die Route von Cluj-Napoca nach Alba Iulia an, sodass es auf ihr praktisch stündlich Verbindungen gibt. Die Fahrt dauert etwa zwischen 1:45 und zwei Stunden und kostet um die 20 Lei. Etwa ebenso häufig fahren Busse auf der Strecke von Sibiu. Die Fahrt dauert etwa 1½ Stunden, der Preis beträgt 15–20 Lei. Auch die Route von Bukarest wird häufig gefahren: Die Busse brauchen sechs bis sieben Stunden, Tickets kosten etwa 60 Lei.

Von Târgu Mureș kommt man zweimal täglich (morgens und nachmittags) mit dem Bus der Firma Buda Trans in 2:15 Std. für 32 Lei nach Alba. Aus Richtung Timișoara gibt es täglich fünf Busse nach Alba, die schnellsten (Buda Trans) brauchen etwa 4½ Std. und kosten 44 Lei. Zwei Busse pro Tag gibt es von Oradea, es ist mit einer Fahrtzeit zwischen 5½ und 5:45 und einem Preis um 50 Lei zu rechnen.

Es gibt auch direkte Busverbindungen von Budapest nach Alba Iulia – die Fahrtzeiten variieren zwischen 6½ und 8 Stunden, die Preise zwischen 25 und 35 €.

Aktuelle Busverbindungen und -fahrpläne kann man unter autogari.ro abrufen.

Auf der Straße[Bearbeiten]

Alba Iulia liegt etwa 15 km abseits der Autobahn A1 (Nădlac–Sibiu), Anschlussstelle Sebeș. Auf dieser Autobahn kann man von Ungarn her fahren, es gibt jedoch noch eine Unterbrechung zwischen Făget und Deva. Bislang braucht man für die 220 km von Timișoara bei guter Verkehrslage eine reine Fahrtzeit von drei Stunden Stunden; für die 510 km von Budapest 5½ Stunden; von Wien sind es 745 km, reine Fahrtzeit 7½ Stunden. In der Gegenrichtung sind es von Sibiu 75 km und rund eine Stunde Fahrtzeit. Von Cluj-Napoca sind es über die relativ gut ausgebaute Nationalstraße 1 (Europastraße 81) rund 100 km und etwa 1:45 Std. Fahrt.

Mit dem Schiff[Bearbeiten]

Mobilität[Bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Kirchen[Bearbeiten]

Römisch-katholische Kathedrale
  • Catedrala Sfântul Mihail. Römisch-katholische Kathedrale St. Michael. Eines der ältesten noch erhaltenen Bauwerke der Stadt. Sie ist die älteste und zugleich mit 93 Metern höchste Kathedrale Rumäniens. Mit dem Bau wurde 1004 begonnen, unmittelbar nachdem der zum Christentum übergetretene Ungarnkönig Stephan I. den Ort eingenommen hatte. Nach ihrer weitgehenden Zerstörung beim Tatareneinfall 1242 musste sie wiederaufgebaut werden. Stilistisch ist sie der Romanik zuzuordnen, es gibt aber auch gotische Elemente. Johann Hunyadi, Statthalter von Siebenbürgen und Vater des ungarischen Königs Matthias Corvinus, und sein Sohn Ladislaus, der ungarische König Johann Sigismund Zápolya sowie seine Frau Isabella Jagiellonica sind hier begraben. In der Lazo-Kapelle sind Renaissance-Fresken zu sehen. Im 16. und 17. Jahrhundert war die Kathedrale reformiert, nach Eroberung Alba Iulias durch die Habsburger wurde sie rekatholisiert. Der hohe Turm wurde im 17. Jahrhundert hinzugefügt. Im Innenraum sind vor allem zwei romanische Reliefs des Erzengels Michael, eine gotische Pietà sowie Kanzel und Chorgestühl aus dem Barock bemerkenswert.
  • Rumänisch-orthodoxe Krönungskathedrale. Nach der Herstellung der Einheit Rumäniens 1921/22 in einem neo-byzantinischen Stil errichtet für die Krönung des Königspaars Ferdinand I. und Maria von (Groß-)Rumänien. Heute ist sie Bischofskirche des orthodoxen Bistums Alba Iulia.

Burgen, Schlösser und Paläste[Bearbeiten]

Tor I der Zitadelle Alba Carolina
  • Zitadelle Alba Carolina. Siebeneckige Barockfestung im Vauban-Stil, die den gesamten Altstadtkern umgibt; zwischen 1715 und 1738 unter der Herrschaft von Kaiser Karl VI. als Verteidigungsposten gegen die Türken erbaut; besonders sehenswert sind die renovierten, barock verzierten Tore.
  • Palatul Principilor. Fürstenpalast, im 15. Jahrhundert ursprünglich als Kapitulargebäude des Bistums errichtet. Ab dem 16. Jahrhundert diente es als Residenz der Fürsten von Siebenbürgen. Historische Berichte beschreiben den Palast als äußerst luxuriös, mit reichen Freskos und Marmortreppen. 1599/1600 residierte hier auch Michael der Tapfere (Mihai Viteazul), der erste Herrscher eines (kurzzeitig) geeinten Rumäniens. Ihm ist das Reiterstandbild vor dem Palast gewidmet. Während der Türkenkriege wurde der Palast stark beschädigt. Nach der Eroberung durch die Habsburger wurde er dann als Arsenal und Kaserne der österreichischen Garnisonstruppen genutzt.

Bauwerke[Bearbeiten]

Biblioteca Batthyaneum
  • Römisches Castrum. Vom Römerlager Castrum Apulum aus dem 2. Jahrhundert n. Chr. ist das südliche Tor (Porta Principalis Dextra) teilweise erhalten bzw. wurde originalgetreu rekonstruiert.
  • Palatul Apor, Str. Gabriel Bethlen 5. 1670-1690 für den Grafen Stefan Apor errichtetes Barockpalais, später residierte hier Graf Steinville, der österreichische Militärkommandant Siebenbürgens. Nachdem es während der kommunistischen Herrschaft dem Verfall preisgegeben war, wurde es ab 2007 wieder saniert und dient heute als Rektoratsgebäude der Universität.
  • Biblioteca Batthyaneum, Str. Gabriel Bethlen nr. 1. Barocke Bibliothek des katholischen Erzbistums Alba Iulia, erbaut 1715–1736. Sie ist nach Bischof Ignaz von Batthyány benannt und wurde 1961 Teil der rumänischen Nationalbibliothek. Hier werden mehr als 50.000 Bücher, 19.000 Dokumente, 1.230 Manuskripte und 600 Inkunabeln aufbewahrt. Die ältesten Werke stammen aus dem 15. Jahrhundert.

Museen[Bearbeiten]

„Babylon“-Gebäude – Museum der Nationalen Einheit
  • Muzeul Național al Unirii, Str. Mihai Viteazul 12–14. Tel.: (0)258-813300. Das Museum der nationalen Einheit Rumäniens ist der Erinnerung an den Anschluss Siebenbürgens und weiterer bis dahin zu Ungarn gehöriger Gebiete an Rumänien gewidmet, der am 1. Dezember 1918 in Alba Iulia proklamiert wurde. Darüber hinaus gibt es Exponate zur regionalen und lokalen Geschichte, Kunst, Natur- und Volkskunde. Sie befinden sich im klassizistischen „Babylon“-Gebäude von 1851, das ursprünglich als Wohnsitz der Familien österreichisch-ungarischer Offiziere diente (die aus verschiedenen Teilen des Reiches stammten und unterschiedliche Sprachen sprachen – daher der Name). Direkt gegenüber befindet sich die Sala Unirii (Halle der Einheit) im ehemaligen Militärkasino von 1898, das jedoch nach dem Anschluss an Rumänien 1921/22 umgestaltet wurde. Geöffnet: Di-So 10–17 Uhr, Mo geschlossen. Preis: Eintritt 8 Lei, ermäßigt 4 Lei.

Aktivitäten[Bearbeiten]

Einkaufen[Bearbeiten]

Küche[Bearbeiten]

Nachtleben[Bearbeiten]

Unterkunft[Bearbeiten]

Lernen[Bearbeiten]

Arbeiten[Bearbeiten]

Sicherheit[Bearbeiten]

Gesundheit[Bearbeiten]

Praktische Hinweise[Bearbeiten]

Ausflüge[Bearbeiten]

Râpa Roșie – „Rote Schlucht“
  • Sebeș. Mühlbach; 15 km südlich, 15 Minuten mit dem Bus. Evangelische Stadtpfarrkirche aus dem 13/14. Jahrhundert und Überreste der mittelalterlichen Stadtmauer; etwa 4 km nördlich der Stadt befindet sich das geologische Schutzgebiet Râpa Roșie („Rote Schlucht“), eine Art kleiner „Canyon“ aus Sandstein und rotem Ton; in der Gegend sind seltene Pflanzenarten zu finden. Auf dem Weg von Alba Iulia nach Sebeș kommt man durch das Dorf Lancrăm, Geburtsort des Philosophen und Schriftstellers Lucian Blaga (abgebildet auf dem 200-Lei-Schein), sein Geburtshaus mit kleinem Museum, sein Grab und eine Statue erinnern an ihn.
Burg von Câlnic
  • Câlnic. 30 km südlich von Alba Iulia; 14 km südöstlich von Sebeș mit gut erhaltener Burg aus dem 13. Jahrhundert (UNESCO-Weltkulturerbe).
  • Teiuș. 18 km nördlich; 30–50 Minuten mit dem Zug oder 25–45 Minuten mit dem Bus. Römisch-katholisches Kloster aus dem 15. Jahrhundert (gotisch), gegründet von Johann Hunyadi und Matthias Corvinus, im 18. Jh. teilweise barock umgebaut; gotische reformierte Kirche (14. Jh.) und griechisch-katholische Kirche aus dem 16. Jahrhundert.
  • Aiud. Straßburg am Mieresch; 30 km nördlich; 45 Minuten mit dem Bus oder 50 Minuten mit dem Zug. Mittelalterliche Zitadelle (14. Jh.); calvinistische Kirche aus dem Mittelalter, katholische Kirche aus dem Barock und rumänisch-orthodoxe Kathedrale im neo-byzantinischen Stil der 1920er-Jahre; prächtiges und reich verziertes Rathaus im k.u.k.-Stil aus den 1890er-Jahren; Geschichts- und Naturkundemuseum.
  • Valea Mănăstirii. 35 km nordwestlich im Trascău-Gebirge mit dem Râmeț-Kloster, das seit dem Mittelalter existiert und während der Habsburgerzeit ein Zentrum des orthodoxen Glaubens und der Pflege der rumänischen Sprache war.
  • Blaj. Blasendorf; 35 km nordöstlich; 45–70 Minuten mit dem Bus. Im 18. und 19. Jahrhundert kulturelles Zentrum der Rumänen Siebenbürgens; barocke Dreifaltigkeitskathedrale des griechisch-katholischen Großerzbistums Făgăraș und Alba Iulia; Bischofspalast; erstes rumänischsprachiges Obergymnasium Siebenbürgens; Câmpia Libertății („Feld der Freiheit“), Versammlungsort der rumänischen Nationalversammlungen während der Revolution von 1848; Weißwein-Anbaugebiet.
  • Zlatna. 35 km westlich; gut eine Stunde mit dem Bus. Die Stadt ist umgeben von mehreren geologischen Schutzgebieten mit besonderen Sandsteinformationen; hier entdeckte Müller von Reichenstein 1782 erstmals das Element Tellur; in der Stadt selbst gibt es eine orthodoxe Kirche im gotischen Stil aus dem 15. Jahrhundert (innen teils barock umgestaltet) mit byzantinisch inspirierten Wandmalereien und eine barocke römisch-katholische Kirche aus der Zeit Maria Theresias zu besichtigen.
  • Sibiu. 75 km südöstlich; 1:15 bis 1:30 Std. mit dem Bus. Sehr sehenswerte Stadt, historisches Zentrum der Siebenbürger Sachsen.
  • Hunedoara. 80 km südwestlich mit der „Dracula-Burg“.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

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