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Siebenbürgen

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Lage Siebenbürgens (gelb) in Rumänien. Die ocker markierten Regionen Banat, Kreischgebiet und Maramureș werden zum Teil auch zu Transsilvanien, aber nicht zu Siebenbürgen gezählt.

Siebenbürgen oder Transsilvanien (rumänisch Ardeal oder Transilvania, ungarisch Erdély) ist eine Region in Rumänien. Die bergige Region im südlichen Karpatengebiet ist durch ihre wechselvolle Geschichte geprägt. Neben der deutschen lebt hier auch eine große ungarische Minderheit. Die Landschaft und ihre romantischen Burgen inspirierten die Schauerliteratur des 19. Jahrhunderts, die Transsilvanien als geheimnisvollen und mythischen Ort etablierten. Die Figur des Grafen Dracula ist wohl der bekannteste Transsilvanier der Populärkultur.

Regionen[Bearbeiten]

Übersichtskarte Transsilvanien

Zu Siebenbürgen gehören die Kreise (Județe) Alba, Bistrița-Năsăud, Brașov, Cluj, Covasna, Harghita, Hunedoara, Mureș, Sibiu, die östliche Hälfte des Kreises Sălaj sowie kleinere Teile weiterer Kreise.

Orte[Bearbeiten]

Großer Ring mit Rathaus und katholischer Kirche in Sibiu/Hermannstadt

Weitere Ziele[Bearbeiten]

Dorf Sirnea in den Südkarpaten (Piatra-Craiului-Gebirge)

Hintergrund[Bearbeiten]

Historisches Wappen des (Groß-)Fürstentums Siebenbürgen

Siebenbürgen liegt an der Nahtstelle zwischen Mittel- und Südosteuropa und hat aufgrund dieser Lage eine wechselvolle Geschichte und eine multiethnische bzw. multikulturelle Bevölkerung.

Das Siedlungsgebiet des antiken Volks der Daker hatte sein Zentrum im heutigen Siebenbürgen. Sie bildeten ein eigenes Reich, dessen Hauptstadt Sarmizegetusa im heutigen Kreis Hunedoara lag. Im Jahr 106 n. Chr. wurden die Daker vom Römischen Reich unter Kaiser Trajan unterworfen und ihre Gebiet der Provinz Dacia gemacht. Deren Hauptstadt hieß Ulpia Traiana Sarmizagetusa und lag etwa 50 Kilometer weiter südwestlich als die einstige dakische Königsstadt.

In der Zeit der Völkerwanderung erschienen hier unter anderem die Goten, Hunnen, Gepiden, Awaren, Bulgaren und Slawen. Teilweise ließen sie sich auch nieder oder vermischten sich miteinander. Im 10. Jahrhundert erfolgte die Landnahme durch die Magyaren (Ungarn). Siebenbürgen gehörte ab 1001 jahrhundertelang zum Herrschaftsgebiet des Königreichs Ungarn. Im 12. Jahrhundert wurde die ungarischsprachige Volksgruppe der Szekler in die bis dahin unbesiedelte Grenzregion im äußersten Osten umgesiedelt. Sie stellen bis heute in Teilen der Kreise Mureș, Harghita und Covasna – dem sogenannten Szeklerland – die Bevölkerungsmehrheit.

Stattdessen wurden für die Besiedelung des zentralen Siebenbürgens deutschsprachige Kolonisten aus dem Mittelrhein- und Moselgebiet sowie Flandern angeworben. Ihre Bezeichnung als „Sachsen“ geht wohl auf ein Missverständnis oder einen Übersetzungsfehler zurück. Infolgedessen werden „Sachse“ und „sächsisch“ in Siebenbürgen bis heute synonym mit „Deutscher“ oder „deutsch“ verwendet. Die deutschen Siedler wurden 1224 vom ungarischen König in einem „Goldenen Freibrief“ mit umfassenden Privilegien ausgestattet und gründeten sieben wichtige Städte: Hermannstadt, Kronstadt, Bistritz, Schäßburg, Mühlbach, Broos und Klausenburg. Darauf geht vermutlich die deutschsprachige Bezeichnung ‚Siebenbürgen‘ für diesen Landstrich zurück. Auf Ungarisch ist dagegen von Erdély die Rede, was soviel wie „jenseits des Waldes“, womit das bewaldete Apuseni-Gebirge gemeint ist, bedeutet. Davon sind auch die rumänischen Namen Ardeal und Transilvania (von der lateinischen Übersetzung Transsylvania) abgeleitet.

Siebenbürger Sachsen in traditioneller Tracht (19. Jahrhundert)

In den folgenden Jahrhunderten kamen weitere Migrationswellen aus dem deutschsprachigen Raum. Insbesondere zogen währende der Gegenreformation Protestanten aus dem österreichischen Herrschaftsbereich nach Siebenbürgen, wo Glaubensfreiheit galt. Ein anderes Beispiel waren unbegüterte und kinderreiche Familien aus Baden-Durlach.

Die Rumänen Siebenbürgens wurden jahrhundertelang benachteiligt und ausgegrenzt. Anders als Sachsen, Ungarn und Szekler hatten sie ab 1437 keine eigene Ständeversammlung mehr. In den meisten Städten, die von Deutschen dominiert waren, durften sie sich bis ins 19. Jahrhundert überhaupt nicht ansiedeln und kein Gewerbe ausüben.

Spätmittelalterliche Burg Hunedoara – nicht das Schloss Draculas, aber der Stammsitz der Familie Matthias Corvinus’

Eine der bekanntesten mit Siebenbürgen verbundenen Persönlichkeiten war Fürst Vlad III. der Walachei, der mit den Beinamen Drăculea („Drachensohn“) und Țepeș („Pfähler“) versehen wurde. Er wurde 1431 vermutlich in Sighișoara (Schäßburg) geboren, aber bereits im Kindesalter als Geisel in die Türkei gebracht und herrschte später über die Walachei, aber nicht über Siebenbürgen. Berichte über seine Grausamkeit wurden von seinen politischen Gegnern weit übertrieben und ausgeschmückt. Die Schreckensfigur der Legenden, die sich über die Balkanregion hinaus bis in den deutsch- und russischsprachigen Raum verbreiteten, hat nur wenig mit der historischen Person zu tun. Zwischen Bram Stokers Romanfigur, dem Vampir Graf Dracula, und dem realen spätmittelalterlichen Fürsten gibt es außer dem Namen und der siebenbürgischen Heimat erst recht keine Gemeinsamkeiten. Viele Rumänen verehren Vlad Țepeș übrigens als Helden, für sie steht er für „brutale“ Ehrlichkeit und einen rücksichtslosen Kampf gegen Korruption und Kriminalität. Um Touristen anzulocken, beanspruchen verschiedene Orte in Siebenbürgen einen Bezug zu Drăculea, tatsächlich hat jedoch keiner davon eine sicher verbürgte, engere Verbindung zu ihm. Wohl hielt sich Fürst Vlad kurzzeitig auf der Burg Hunedoara auf, er war jedoch – anders als zuweilen behauptet – ebensowenig deren Besitzer wie ihm das Schloss Bran (oder Törzburg) bei Brașov gehörte, das er wahrscheinlich sogar nie betreten hat. Nichtsdestoweniger sind beides sehr sehenswerte und romantische Anlagen. Das manchmal als Geburtshaus Draculas bezeichnete Gebäude in Sighișoara wurde sogar erst zwei Jahrhunderte später errichtet. Dennoch ist der mittelalterliche Stadtkern dieser Stadt unbedingt einen Besuch wert – Dracula hin oder her.

Ein Zeitgenosse des Fürsten Vlad war Matthias Corvinus, der von 1458 bis 1490 König von Ungarn war und dort sehr verehrt wird, da das Land unter seiner Herrschaft eine Blüte erlebte und er sich erfolgreich gegen die österreichischen Habsburger stellte. Er wurde in Klausenburg (heute Cluj-Napoca) geboren und war der Sohn des damaligen Gouverneurs von Siebenbürgen. Sein Geburtshaus in Cluj ist erhalten und seine Familie waren auch die tatsächlichen Besitzer der Burg Hunedoara, die deshalb auf Rumänisch Castelul Corvineștilor („Corvinus-Burg“) genannt wird.

Im 16. bis 17. lag Siebenbürgen mitten in der Konfliktzone zwischen dem Osmanischen Reich, das weite Teile des Balkans beherrschte, auf der einen und Ungarn bzw. der Habsburgermonarchie auf der anderen Seite. Nach der Niederlage gegen die Türken und dem Tod des ungarischen Königs 1526 zerbrach das Königreich Ungarn vorübergehend in zwei Teile. Siebenbürgen gehörte zur östlichen Hälfte unter Herrschaft der Adelsfamilie Zápolya. Diese erkannte die Osmanischen Sultane als Oberherrscher an. Dennoch kam es immer wieder zu türkischen Plünderungszügen und massenhaftem Menschenraub. Ab 1570 war Siebenbürgen dann ein weitgehend autonomes Fürstentum, dessen Regenten zeitweise Vasallen des Osmanischen, zeitweise des Habsburgerreichs waren. Das Land litt in der Zeit oft unter Seuchen, Hungersnöten, horrenden Steuern und Tributen sowie den Kriegsgelüsten der Herrscher.

Historische Karte von Siebenbürgen (1862)

Ab 1711 war Siebenbürgen dann dauerhaft Teil des von den Habsburgern beherrschten Königreichs Ungarn, genoss aber dennoch einige Autonomie. Diese endete erst 1867 als Siebenbürgen mit dem österreichisch-ungarischen Ausgleich Teil der zentralistisch verwalteten ungarischen Reichshälfte wurde. Da die Ungarn im eigenen Land in der Minderheit waren, versuchte die Regierung die anderen Volksgruppen – namentlich Deutsche und Rumänen – zu „magyarisieren“, das heißt sprachlich und kulturell zu Ungarn zu machen, was jedoch kaum gelang.

Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs und dem Untergang der Donaumonarchie wurde Siebenbürgen an Rumänien übergeben, was zunächst auch die Versammlung der Siebenbürger Sachsen befürwortete. Allerdings wurden nun zum Teil die nicht-rumänischen Volksgruppen benachteiligt oder gar enteignet. Ein Teil Magyaren wanderten nach Kern-Ungarn aus, Rumänen aus der Moldau und Walachei wurden in Siebenbürgen angesiedelt, wodurch sich die Mehrheitsverhältnisse zwischen den Volksgruppen vielerorts verschoben. Die Siebenbürger Sachsen blieben jedoch größtenteils. Während des Zweiten Weltkriegs war Siebenbürgen zwischen 1940 und 1944 geteilt: der nördliche Teil wurde Ungarn angeschlossen, der südliche verblieb bei Rumänien.

Nach Kriegsende kam es zu Übergriffen gegen die deutsche und die ungarische Bevölkerung, denen vorgeworfen wurde, mit dem faschistischen Deutschland bzw. Ungarn kollaboriert zu haben. Ein Teil der Sachsen wanderte nach Deutschland oder Österreich aus, die Mehrheit blieb jedoch bis in die 1980er-Jahre. Dann kam es zu einer erneuten massenhaften Ausreisewelle, als der kommunistisch-nationalistische Diktator Ceaușescu eine minderheitenfeindliche Politik verfolgte und sich außerdem die wirtschaftliche Lage stark verschlechterte. Die Bundesrepublik Deutschland zahlte Rumänien eine „Kopfprämie“ für jeden deutschen Aussiedler, der das Land verlassen durfte. Spätestens nachdem 1989 die Grenzen geöffnet wurden, übersiedelte der allergrößte Teil der verbliebenen Sachsen nach Deutschland.

In einem Dorf in Siebenbürgen

Bei der Volkszählung 2002 waren knapp 75 % der Bevölkerung Rumänen, knapp 20 % Magyaren (Ungarn), gut 3 % Roma und nur noch 0,7 % Deutsche. Größte Religionsgruppe sind die Rumänisch-Orthodoxen (fast 65 %), gefolgt von der römisch-katholischen Kirche (11 %), den Reformierten (10 %), und der griechisch-katholischen Kirche (knapp 3 %).

Sprache[Bearbeiten]

Siebenbürgen liegt in Rumänien, daher wird hauptsächlich rumänisch gesprochen. In Siebenbürgen gibt es daneben auch eine große ungarische Minderheit (knapp 20 % der Bevölkerung, in den Kreisen Harghita und Covasna stellen sie sogar die Mehrheit) sowie eine – seit den 1990er-Jahren auf ca. 14.000 Personen zurückgegangene – deutsche Minderheit, die Siebenbürger Sachsen. Diese sprechen aber zumeist ihren spezifischen Dialekt, der aufgrund der relativen Abgeschiedenheit vom Rest des deutschen Sprachraums auf Deutsche, Österreicher und Schweizer etwas archaisch wirken kann. Auffällig ist vor allem das stark gerollte ‚R‘. Zudem haben deutsche Schulen wie z. B. das Brukenthal-Lyzeum Hermannstadt auch bei den Rumänen ein hohes Renommee und Deutsch wird an einigen Gymnasien als zweite Sprache angeboten. Deshalb gibt es eine gewisse Chance, dass auch Siebenbürger Rumänen diese Sprache sprechen. Nicht vergessen werden sollte die große Gruppe der Roma mit ihrer eigenen Sprache, dem Romanes.

Anreise[Bearbeiten]

Größere Flughäfen gibt es in Cluj (erreichbar von Basel, Dortmund, Genf, Köln, Maastricht, Memmingen, München, Nürnberg, Wien), Târgu Mureș (von Dortmund, Hahn, Karlsruhe, Memmingen) und Sibiu (von Dortmund, Köln, München, Stuttgart, Wien, Memmingen und Nürnberg). Die meisten Flüge werden von der ungarischen Billiglinie Wizz Air durchgeführt.

Alle größeren Städte Siebenbürgens erreicht man mit der Bahn über Budapest (Ungarn). Ein täglicher Nachtzug (EuroNight) von Wien nach Bukarest hält unter anderem in Deva, Alba Iulia, Mediaș, Sighișoara und Brașov.

Mit dem Auto fährt man die ca. 650 Kilometer von Wien nach Cluj in gut acht Stunden. Nach Sibiu sind es fast 800 Kilometer, für die man – da größtenteils Autobahn – ebenfalls gut acht Stunden braucht.

Mobilität[Bearbeiten]

Die Region ist gut per Bahn zu bereisen. Allerdings sollte man einige Zeit für die Bahnfahrten einplanen. Bahnfahren in Rumänien ist für den interessierten Touristen allemal zu empfehlen, nirgends kommt man besser und schneller ins Gespräch mit den Einheimischen, und die wunderschöne Landschaft entschädigt für die Langsamkeit der Fahrt.

Es gibt zur Zeit drei Zuggattungen in Rumänien: Regio (R) – „Bummelzüge“, die überall halten; InterRegio (IR) – etwas schnellere Durchgangszüge; und den InterCity (IC) – nicht wirklich so schnell wie ein deutscher Intercity, aber fast so teuer.

Immer mehr setzten sich die sogenannten Mikrobusse oder Maxitaxis durch, kleine Überlandbusse, die in der Nähe von Bahnhöfen oder auf Busbahnhöfen für etwa den gleichen Preis wie die Bahn Reisende in alle Städte der Region bringen. Diese sind oft an den Pappschildern mit dem Ziel in den Windschutzscheiben zu erkennen. Sie halten meist auch unterwegs und lassen Reisende aus und einsteigen. Bezahlt wird meist beim Fahrer, meist vor Erreichen des Ziels beim Einsteigen. (Hilfreich ist es hier die Einheimischen zu beobachten, zu fragen und es ihnen gleich zu tun.)

Fahren per Anhalter ist zwischen den kleinen Orten oft die einzige Möglichkeit vorwärts zu kommen, es ist weit verbreitet und problemlos auch von Fremden machbar. Der Fahrer des Autos erwartet ein kleines Trinkgeld für das Mitnehmen. Für die Strecke Reps/Rupea - Kronstadt/Brașov (60 km) sind 2007 etwa 8 Lei zu zahlen. Kleinste Einheit ist hier der 1-Lei-Schein, etwa zwischen zwei Dörfern.

Eine mögliche Reiseroute, die alle wichtigen Städte Siebenbürgens verbindet, ist z. B.: (aus Richtung Baia Mare oder Satu Mare kommend) → ZalăuCluj-NapocaBistrițaTârgu MureșSighișoaraBrașovFăgărașValea HârtibaciuluiBiertanMediașSibiuAlba IuliaHunedoara → (weiter nach Reșița oder Timișoara).

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siebenbürgen war und ist ein Schmelztiegel unterschiedlicher europäischer Kulturen und Völker. Die meisten siebenbürgischen Städte haben einen intakten mittelalterlichen Stadtkern. Besonders sehenswert ist die Altstadt von Schässburg/Sighișoara. In den letzten Jahren behutsam restauriert, besticht sie durch Charme und ihre Lage im Tal der Kokel (rum. Târnava). Hermannstadt/Sibiu als europäische Kulturhauptstadt 2007 und Kronstadt/Brașov gehören unbedingt mit in diese Kategorie.

Kirchenburg Prejmer

Das markanteste Merkmal Siebenbürgens sind die über hundert Kirchenburgen und Wehrkirchen. Sie wurden zumeist von den Siebenbürger Sachsen ab dem 14. Jahrhundert errichtet, um sich gegen die Bedrohung durch das Osmanische Reich und andere kriegerische Auseinandersetzungen zu schützen. Fast in jedem Dorf in der Region können Reisende eine dieser Wehranlagen bestaunen, die herausragendsten und besterhaltenen sind: Birthelm/Biertan in der Region Hermannstadt/Sibiu, Tartlau/Prejmer bei Kronstadt/Brașov, Deutschweißkirch/Viscri und Hamruden/Homorod bei Reps/Rupea. Sieben Kirchenburgen zählt die UNESCO seit 1993 zum Welterbe.

Schloss Bran

Die Törzburg (Bran) bei Kronstadt/Brașov wird in vielen Touristenführern als Draculas Burg vorgestellt und ist einer der größten Touristenmagneten in diesem Gebiet. Mit Dracula oder besser dem historischen Vorbild Vlad III. Țepeș hat die wunderschöne Anlage aber nichts zu tun, doch das ändert an der Faszination der Besucher nichts. Natürlich befindet sich am Fuß der Burg ein großer Touristenmarkt, auf dem aber immerhin noch überwiegend Waren und Souvenirs aus einheimischer Produktion angeboten werden. Das Geburtshaus des Vlad Țepeș kann in Schässburg/Sighișoara in der Nähe des Stundenturms besichtigt werden. Bram Stoker, der Autor von "Dracula", der übrigens nie in Siebenbürgen war, hat sich von mittelalterlichen Berichten über diesen Fürsten zu seinem Buch inspirieren lassen.

Überreste dakischer Tempel in Sarmizegetusa Regia

In der Region liegen außerdem die Ruinen von Sarmizegetusa, der einstigen Hauptstadt der Daker und später der römischen Provinz Dacia, sowie weiterer dakischer Festungen in den Orăștie-Bergen, die zum UNESCO-Welterbe zählen.

Aktivitäten[Bearbeiten]

Landschaft im Bucegi-Gebirge
Landschaft im Königsteingebirge

Die sehr abwechslungsreiche Landschaft Siebenbürgens wird durch die Karpaten und ihre Ausläufer geprägt. Das Wandern in den Bergen ist insbesondere bei Touristen aus dem deutschen und englischen Sprachraum beliebt, und so gibt es bereits einige gut ausgebaute Berghütten (Cabana) und auch einige markierte Wanderwege. Zu empfehlen sind hier das Bucegi-Gebirge und das Piatra-Craiului- (Königstein) Gebirge (beide im Bezirk Kronstadt/Brașov), sowie das Fogarascher-Gebirge.

Das Piatra-Craiului- (Königstein) Gebirge ist ein beliebtes Ziel für alpine Bergwanderer und Kletterer; in der Piatra-Craiului- (Königstein) Schlucht befindet sich eine ganze Reihe von gut erschlossenen und ausgeschilderten Kletterfelsen sowie eine Station der Bergrettung. Zu erreichen ist die Schlucht von der Kleinstadt Zărnești aus, oder noch näher, vom Bergdorf Măgura. Hier liegt auch die für Wanderurlaube bekannte Pension Villa Hermani in Magura.

In der Ebene und in den Mittelgebirgslandschaften sind Fahrten und Touren mit dem Fahrrad gut möglich. Es gibt natürlich keine Radwege, aber der bunt gemischte Straßenverkehr in Rumänien gereicht dem Radfahrer hier zum Vorteil, denn er befindet sich in Gesellschaft von Pferdewagen und anderen „Langsamfahrern“. Im Gebirge ist zur zweirädrigen Fortbewegung ein stabiles Mountainbike erforderlich.

Motorradreisende kommen hier ebenso auf ihre Kosten. Nicht nur wegen zwei der schönsten Pass-Straßen Europas, dem Transfăgărășan und den Transalpina, die die Karpaten zwischen Siebenbürgen und der Walachei überqueren. Auch sonst findet man jede Menge kleiner, kurviger Straßen durch die atemberaubende Landschaft Siebenbürgens. Ob Sportler, Tourer oder Reiseenduro, hier findet jeder sein Revier.

Im Winter ist in den Karpaten Wintersport möglich. Allerdings zumeist nicht so, wie sich das der moderne Westeuropäer vorstellt. Vielmehr muss man die Skier oder den Schlitten ganz klassisch den Berg hochtragen, bevor man die Freude der Abfahrt genießen kann. Ein modernes Skigebiet mit Seilbahn und präparierten Pisten befindet sich z.B. im Wintersportort Schullerau/Poiana Brașov.

Auf dem Fluss Alt/Olt kann man mit dem Floß fahren (hier gibt es Bilder von einer Floßtour auf dem Olt).

Küche[Bearbeiten]

Die Küche Siebenbürgens bildet gewissermaßen ein Bindeglied zwischen derjenigen Rumäniens, Ungarns und des süddeutsch-österreichischen Raums. Jede der Volksgruppen hat eine eigene Kochtradition, diese haben sich aber im Laufe der Zeit gegenseitig beeinflusst und teilweise angeglichen. Bei den Rumänen gibt es z. B. typischerweise säuerliche Suppen (Ciorbă), bei den Ungarn scharf mit Paprika und Kümmel gewürzte Gerichte und bei den Deutschen Fleischsuppen mit Fruchteinlage (wie Pflaumen-, Weinbeeren- oder Rhabarbersuppe) sowie Mehlspeisen. Grundnahrungsmittel sind Maisbrei (rumänisch Mămăligă, ungarisch Puliszka, siebenbürgisch-sächsisch Palukes; ähnlich der italienischen Polenta), Kartoffeln (in Form von Pell- oder Bratkartoffeln, Erdäpfelsterz oder -püree) sowie dunkles, schweres Graubrot, das in sehr großen Laiben gebacken wird und z. B. als Schmalzbrot gegessen wird. Mehr dazu im Wikipedia-Artikel.

Nachtleben[Bearbeiten]

Sicherheit[Bearbeiten]

Siebenbürgen ist ein sicheres Reiseland. Die üblichen Vorsichtsmaßnahmen reichen in der Regel aus: Keine Wertgegenstände im Auto oder anderswo unbeaufsichtigt liegen lassen.

Die Telefonnummer der Polizei in Siebenbürgen und ganz Rumänien ist 955. Notrufzentrale: 112. Verkehrspolizei: 9544. Notarzt: 961. Feuerwehr: 981.

Generell sind die Rumänen sehr offen und hilfsbereit Fremden gegenüber. Einzig der Verkehr hat eher orientalischen Charakter. Hier sollte man sich auf wilde Überholmanöver einstellen und auch darauf, dass man dem Überholenden Platz macht. Die scheren oft in letzter Sekunde ein, bevor sie in den Gegenverkehr krachen würden. Es gibt immer noch viele Pferdefuhrwerke auf den Straßen, die nachts unbeleuchtet und oft schwer erkennbar sind. Es kann auch mal vorkommen, dass hinter einer Kurve Tiere auf der Straße stehen.

Gesundheit[Bearbeiten]

Das staatliche rumänische Gesundheitssystem ist nicht auf westeuropäischem Standard. Obwohl das medizinische Personal sehr gut ausgebildet ist, entsprechen die hygienischen Bedingungen nicht dem, was man z. B. in Deutschland gewohnt ist. Das Personal ist unterbezahlt und häufig mit der Menge an Patienten überfordert. Wenn möglich, ist empfehlenswert, auf private Krankenhäuser etc. auszuweichen. Deren Ausstattung und Leistungsumfang entspricht in der Regel dem westeuropäischen Standard.

Klima[Bearbeiten]

Ausflüge[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

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