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Papua-Neuguinea

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Papua-Neuguinea (PNG) liegt in Ozeanien. Der Staat besteht aus der östlichen Hälfte der Insel Neuguinea und etlichen Inseln. Angrenzende Länder sind Indonesien (Westneuguinea), die Salomonen und im Süden Australien, mit dem während der letzten Eiszeit bis vor 8000 Jahren eine Landbrücke bestand.

Regionen[Bearbeiten]

Die einzelnen Provinzen von PNG farblich unterschieden.

Die Inselwelt des Bismarck-Archipels besteht aus etwa 200 Inseln mit zusammen fast 50.000 km² Land. Die größte Insel ist Neubritannien, die etwa 520 Kilometer lang, aber weniger als dreißig Kilometer breit ist. Die größte Stadt war Rabaul, bis sie 1994 durch einen Vulkanausbruch fast vollständig zerstört wurde. Hauptort ist heute Kokopo.

Ebenfalls langgestreckt ist das 8650 km² große Neuirland.

Auf den acht Vitu-Inseln leben zusammen keine 14.000 Menschen. Zwölf kleine Inseln bilden die Gruppe der Duke-of-York-Inseln. Den nördlichsten Teil des Archipels, knapp unter dem Äquator, bilden die bis in die 1920er Jahre fast unberührten Inseln um Manus.

Die autonome Region Bougainville hieß bis 2005 North Solomons Province. Die einheimischen Bewohner führten von 1989 bis 1997 einen Guerillakrieg gegen die Wirtschaftsinteressen der hier aktiven Minengesellschaften. Für 2019 ist ein Unabhängigkeitsreferendum geplant.

An den südöstlichen Zipfel der Insel, Provinz Alotau schließen sich die Trobriard-Inseln und der Louisiade-Archipel an.

Städte[Bearbeiten]

Ein eher neues Konzept sind PNG sind „Städte“ - meist Siedlungen von Wellblechhütten mit wenig Infrastruktur.

Weitere Ziele[Bearbeiten]

Nationalparks und geschützte Gebiete
  • Baiyer River Sanctuary, 120 km²
  • McAdam-Nationalpark, 20 km²
  • Tonda Wildlife Management Area
  • Varirata Nationalpark
  • Kuk Early Agricultural Site, Weltkulturerbe seit 2008
  • Black Cat Track, Provinz Morobe
  • Sepik

Hintergrund[Bearbeiten]

Alltag in PNG
Erdrutsch im südlichen Hochland (2012).

In der Spätphase der kolonialen Aufteilung des Globus wurden vor allem die Randgebiete der zweitgrößten Insel der Welt durch Handelsgesellschaften, dann den Heimatstaaten dieser kolonisiert. Man betrieb Kokosplantagenwirtschaft, sammelte Steinnüsse und exportierte Seegurken nach China. Die Eingeborenen galten als zu primitiv, um derartige Arbeiten kommerziell gewinnbringend durchzuführen. Daher importierte man Vertragsarbeiter, vielfach aus China, später verstärkt Indien, die oft unter sklavenartigen Bedingungen gehalten wurden.

Die Grenzziehung zwischen Deutsch-Neuguinea im Norden und dem britischen Britisch-Neuguinea verlief in etwa in der Inselmitte. Seit 1906 stand das südliche Gebiet als Territorium Papua unter australischer Verwaltung. Kurz nach Beginn des ersten Weltkriegs wurde der deutsche Teil entgegen anderslautender völkerrechtlicher Abmachungen besetzt. Nach dem Versailler Abkommen verwaltete Australien das gesamte Gebiet als Mandat für den Völkerbund und später die UNO. Die wirtschaftliche Entwicklung hielt sich in Grenzen, dafür durften vor allem evangelikale Missionare auf Seelenfang gehen, sie bekehrten rund zwei Drittel der Bevölkerung. Cargo-Kulte gibt es auch.

Auch nach dem japanischen Präventivschlag im Dezember 1941 wurden Teile des Festlandes und die meisten Inseln besetzt. Sie waren 1943/1945 heftig umkämpft. Es kam zu zahlreichen Kriegsverbrechen, die japanischerseits begangenen wurden gesühnt. Etliche Überbleibsel der Zeit kann man heute noch finden, viele Wracks sind als künstliche Atolle fischreich und für Taucher attraktiv.

Das auch heute noch schwer zugängliche Inselinnere mit seinen bedeutenden Bodenschätzen wurde später, vielfach erst nach der Unabhängigkeit, erschlossen. Neuguinea besitzt den größten Tropenwald Australasiens, die reichhaltigsten Korallenriffe der Welt und die reichste Biodiversität außerhalb des Amazonas. Weltweit einzigartig ist auch die Anzahl von über eintausend indigenen Sprachen. Die Lebensart der abgeschieden im Hochland lebenden melanesischen Eingeborenen wird oft als „steinzeitlich“ beschrieben. Nach einer ersten Wahl 1972 folgte 1975 die Unabhängigkeit. PNG ist auch heute noch wirtschaftlich von Australien abhängig, das in Fällen von Regierungskrisen auch immer Mal wieder Truppen entsendet.

Anreise[Bearbeiten]

Tipp
Viele in Europa angebotene Flüge gehen über Brisbane. Es ist zu prüfen ob eventuell ein australisches Visum nötig ist.

Alle EU- und EFTA-Staatsangehörigen können nur bei Einreise über die Flughäfen von Rabaul-Tokua oder Pt. Moresby ein visa on arrival erhalten, das sechzig Tage gültig ist. Reisepässe müssen noch sechs Monate über das geplante Ausreisedatum gültig sein. Ein Passphoto ist mitzubringen.

Eine Beantragung über das eVisum-Portal ist ebenfalls möglich.

PNG hat in Europa nur eine konsularische Vertretung, die Brüsseler Botschaft, Avenue De Tervuren 430, Woluwe St. Pierre, 1150 Brüssel. Tel.: +32 2 779 06 09, Fax: +32 2 772 70 88. Ggf. erteilt der Honorarkonsul in Berlin Auskünfte (honorarkonsul-png@fww-gmbh.de). Asienreisende können ein ggf. nötiges Visum in Singapur oder Manila beantragen. In Jayapura und im australischen Brisbane gibt es Konsulate. Preis: Visumsgebühren (Stand 2019) sind einheitlich für touristische Zwecke 400 Kina, für Geschäftsreisende 1000 Kina. Überzieht man seinen Aufenthalt um mehr als 28 Tage wird eine Strafe von mindestens 3000 Kina fällig.

Visumsverlängerungen sind im chaotischen Ausländeramt des Außenministerium in Pt. Moresby möglich, 30 Tage kosten 400 Kina (jeder Reisende muß selbst entscheiden, ob sich der Aufwand lohnt, da Überziehen von max. 28 Tagen keine Strafe nach sich zieht). Zur Beantragung einer Arbeitserlaubnis muß ein Gesundheitszeugnis mit negativem HIV-Antikörperbefund vorgelegt werden.

Aus Deutschland kamen 2014 bis 2016 jährlich 3200-3500 Besucher.

Zoll[Bearbeiten]

Bargeldbeträge über 20.000 Kina sind bei Ankunft zu deklarieren.

Falls Zoll auf bestimmte Artikel erhoben wird, kommen weitere 10 % Einfuhrumsatzsteuer dazu. Es gelten die üblichen Einfuhrverbote für Waffen, Drogen, Pornographie usw. Dazu gibt es Quarantänebestimmungen für Pflanzen, Tiere und Lebensmittel, die bei Einfuhr zu deklarieren sind. Über Einzelheiten informiert die NAQIA. Einfach gesagt ist, abgesehen von Konserven, nur Frischware, die aus Australien oder Neuseeland kommt, erlaubt.

Ausfuhr: Als genehmigungspflichtige/verbotene Antiquität gilt so ziemlich alles vor 1960 hergestellte. Entsprechende Erlaubnisse erteilt das Nationalmuseum in Pt. Moresby. Bei Souvenirs aus Pflanzen- und Tierteilen sind die Artenschutzvorschriften (Federn, Muscheln, Korallen) der EU zu bedenken. Wer über Australien zurückreist, sollte die dortigen strengen Quarantänevorschriften bedenken. Gegenstände, die irgendwie in Verdacht stehen, Schädlinge enthalten zu können (z.B. wurmstichiges Holz) werden mit größtem Misstrauen betrachtet. Lebensmittel und Paradiesvogelfedern gehen gar nicht.

Zollfreimengen (ab 18)
  • 2 Liter Alkohol
  • 250 Zigaretten oder 250 g Tabak(produkte)
  • 500 g bzw. 1 Liter Parfüm
  • Geschenke bis 1000 Kina (Neuware, ggf. vorher Verpackung entsorgen)

Mit dem Flugzeug[Bearbeiten]

Die Einreise erfolgt in den meisten Fällen mit Air Niugini nach Umstieg in Singapur oder Brisbane. Die größte Airline Papua-Neuguineas bietet internationale Flüge von und nach Australien, Singapur, Tokio, Bangkok und Manila, fliegt aber selbst nicht direkt nach Europa.

Auf der Straße[Bearbeiten]

Von Jayapura kommend über den einzigen Landgrenzübergang Skouw/Wutung (9.00-17.00 Uhr PNG-Zeit). Die erste Stadt auf PNG-Seite ist Vanimo. Zwischen Wewak und Aitape gibt es eine Straße, den Abschnitt Vanimo bis Aitape muß man in offenen Motorkanus überbrücken. (Beachte, dass bei Einreise nach PNG über diese Grenze die Visumsfreiheit nicht gilt. Es gibt ein PNG-Konsulat in Jayapura.)

Mit dem Schiff[Bearbeiten]

Kreuzfahrtreisende, die sich nur kurz visumsfrei (bzw. mit Border Visa) an Land begeben dürfen, zahlen eine Transitgebühr von 100 Kina.

Eher theoretisch ist 2019 noch die Möglichkeit legal per Eingeborenenboot von den Salomonen nach Bougainville zu fahren.

Segelyachten

Die Zeit des Nord-Ost-Monsuns, Dezember bis April/Mai, ist zum Segeln wenig geeignet.

Formalitäten zur Einreise lassen sich in dreizehn Häfen erledigen:

  • auf der Hauptinsel: Alotau, Daru, Lae, Madang, Oro Bay (Dyke Ackland Bay), Port Moresby, Samarai (kein Visa on arrival), Vanimo, Wewak
  • auf Bougainville: Buka, Kieta
  • New Britain: Kimbe, Rabaul
  • New Ireland: Feni Islands, Kavieng, Lihir Island
  • Manus: Lorengau

Zur Einreise benötigt man entweder ein im Voraus zu beantragendes yachtperson visa oder erhält ein visa on arrival.Für das Pratique der Quarantänebehörde, die man zuerst aufsuchen sollte, wird eine Gebühr erhoben. Ansonsten ist der restliche Verwaltungsaufwand gebührenfrei, Schmiergelder werden nicht verlangt.

Der Royal Papua Yacht Club in Port Moresby hat seinen eigenen gesicherten Hafen. Ersatzteile und Zubehör (chandlery) sind allenfalls in Pt. Moresby und Lae erhältlich. 2-Takt-Mischung heißt Zoom.

Mobilität[Bearbeiten]

Es herrscht Linksverkehr.

Flugplätze[Bearbeiten]

Das Terminal am Flugplatz Tufi (IATA CodeTFI, ).

Eine Übersicht der kleineren Flugplätze bietet die englische Wikipedia.

Neben Air Niugini (und Tochter Link PNG) bedient den Inlandsmarkt PNG Air (bis 2016 Airlines PNG). Gerade für Ziele im Hochland hat sie das bessere Streckennetz. North Coast Aviation hat die Basis in Lae. Kleinflugzeuge zur Charter hat auch die Mission Aviation Fellowship.

Air Air Niugini bietet Tauchern, die aus dem Ausland kommen für Anschlußflüge zusätzliche 15 kg Freigepäck, wenn dies bei Buchung angemeldet wird.

Bei kommerziellen Inlandsflügen macht der Anteil an Steuern und Gebühren 50-60% aus. Es kann günstiger sein Anschlußflüge schon im Ausland zu buchen.

Fähren[Bearbeiten]

Es gibt keinen Passagierdienst entlang der Südküste.

Chebu Shipping verbindet wöchentlich Rabaul ↔ Buka (auf Bougainville; 400 K), Kimbe und Lae (Buka ↔ Lae, 545 K., 2019). Mitfahrgelegenheiten auf Frachtern müssen in den Häfen erfragt werden.

In den Küstenstädten gibt es normalerweise regelmäßigen Motorboot-Verkehr zu den angrenzenden Dörfern und Inseln. Kleine offene Boote (banana boats) mit Außenbordmotor verbinden verschiedene Küstenorte und fahren ab wenn voll. Sie sind bei rauher See nicht ungefährlich.

Lutheran Shipping mit Hauptsitz in Madang ging 2014 pleite, soll aber im Frühjahr 2019 mit Staatshilfen den Betrieb wieder aufnehmen.[veraltet] Teilweise handelt es sich um Frachtschiffe mit zusätzlichem Personenverkehr.

Informationen besorgt man sich am besten vor Ort, da Zeitpläne sich kurzfristig ändern können.

Public Motor Vehicle[Bearbeiten]

PMV ist die Sammelbezeichnung für jede Art von öffentlichem Nahverkehr, seien es 7sitzige Isuzu-Minibusse, LKWs, Lieferwagen oder auch Kanus. Gemeinsam ist ihnen, dass abgefahren wird wenn „voll.“

In Städten bedienen PMVs fixe Strecken und Haltestellen, das Ziel ist angeschrieben.

In sehr abgelegenen Gegenden gibt es oft nur eine meist morgendliche Verbindung täglich. Üblicherweise wird in der Nähe des Markts abgefahren.

Mietwagen[Bearbeiten]

Für Touristen genügt der heimatliche Führerschein, allerdings gilt ein Mindestalter von 25 Jahren. Die Preise sind hoch, Kilometer, Versicherung und Steuer gehen immer extra. Allrad ist für Überlandfahrten unerlässlich. Es herrscht Linksverkehr, die Höchstgeschwindigkeit ist 60 km/h innerorts und 75 km/h auf Landstraßen.

Die wichtigste Straße ist der Highlands Highway (Okuk) von Lae nach Lake Kopiago über Goroka.

Port Moresby ist mit keiner anderen größeren Stadt per Straße verbunden. Außerhalb der Hauptstadt ist der Straßenzustand meist schlecht.

Sprache[Bearbeiten]

Auf Papua-Neuguinea gibt es eine unglaubliche Sprachenvielfalt. Für Touristen ist es sehr schwierig, die Sprachen der Bevölkerung Papuas zu erlernen. Bevor man jedoch nach Neuguinea fährt, sollte man sich wenigstens einen Grundwortschatz im relativ verbreiteten “Pidgin English” (Tok Pisin) aneignen. In den Städten kommt man auch mit Englisch ganz gut zurecht.

Einkaufen[Bearbeiten]

Neuguineeische Münzen. 1 Kina = 100 Toea (sprich To'ja).

Die Landeswährung Kina ist vergleichsweise stabil, aber überbewertet, um € 1 = 3,8 Kina (Schwankung 3,5-4 in den Jahren 2016 bis März 2019).

Die Preise sind generell hoch, im Hochland noch höher. Lebenshaltungskosten sind etwa ein Drittel über denen Deutschlands. Der Mehrwertsteuersatz (GST) ist zehn Prozent (2019). Das Land wendet etwa die Hälfte seiner Wirtschaftsleistung für Importe auf. In Zeiten der Devisenknappheit, zuletzt 2017, werden diese bevorzugt Importeuren von Grundnahrungsmitteln zugeteilt, bei anderen Waren kann es zu Verknappungen kommen.

Kreditkarten akzeptieren allenfalls bessere Geschäfte und Hotels in der Stadt. Aufs Land sollte man ausreichend kleine Scheine mitnehmen, Wechselgeld kann knapp sein.

Ladenöffnungszeiten sind unbestimmt, aber meist 9.00-17.00/18.00 Uhr. Wochenende ist normalerweise ab Samstag Mittag und Sonntag. Banken öffnen von 8.45 bis 15.00/16.00 Uhr, Behörden 7.45 bis 16.00 Uhr mit einer längeren Mittagspause.

Auf Märkten wird nicht gehandelt. Allenfalls Kunsthandwerker, die für Touristen produzieren, lassen sich auf etwa die Hälfte herunterdrücken.

Küche[Bearbeiten]

Mahlzeiten in einfachen Restaurants kosten 20-60 Kina, ein dreigängiges Menü für zwei im günstigsten Fall 100, realistischer 200-240 Kina. Getränke: Eine Flasche Bier 11-13 Kina, Wasser oder Softdrinks 3-3,50 Kina.

Die wichtigste Mahlzeit ist das Abendessen, Mittags gibt es weniger. Wie auch in Westneuguinea sind die wichtigsten Stärkequellen Sago, Süßkartoffeln und Taro. Im ländlichen Raum erfolgt die Gemüseversorgung aus dem eigenen Garten.

Frischer Fisch ist weit verfügbar, selbst ins Hochland wird er eingeflogen. Schweine werden zu Festlichkeiten im Erdofen zubereitet. Im Alltag gibt es meist Huhn oder das unverständlicherweise beliebte Dosenfleisch (Spam o.ä.). Frisches Gemüse kauft man auf den Märkten, im Hochland gedeihen sogar Erdbeeren und Blumenkohl.

In den Kai-Bars in Orten erhält man billig Frittiertes nach australischen Vorbildern.

Die lokalen Biere South Pacific Lager und Schnäpse zeichnen sich nicht durch übermäßig guten Geschmack aus.

Nachtleben[Bearbeiten]

Unterkunft[Bearbeiten]

Die hohen Übernachtungspreise im stehen in keinem Verhältnis zur gebotenen Qualität. Bessere Hotels sind auf Beschäftigte der Bergbaukonzerne mit Spesenkonto ausgerichtet. Die Mehrwertsteuer von zehn Prozent ist in der mittleren und gehobenen Kategorie nicht im Zimmerpreis mit ausgewiesen.

Günstigere Alternativen auf dem Lande sind die privaten oder von Missionen betriebenen Gästehäuser. Gerade bei letzteren sind die Hausordnungen oft streng (Rauch- und Alkoholverbot, Tischgebet).

Camping ist nicht üblich und bedürfte normalerweise der Erlaubnis des traditionellen Landbesitzers. In Dörfern gibt es verschiedenste Arten von village accomodation entweder bei Familien oder in der Schule o.ä. Preise sind Verhandlungssache 40-50 Kina (mit Mahlzeit) sind 2017 angemessen. In manchen Stammesgebieten gibt es separate Männer- und Frauenhäuser (für Verwitwete und Unverheiratete), die für das andere Geschlecht Taboo sind, aber auch auch als Gästeunterkünfte dienen.

Feiertage[Bearbeiten]

Jede Provinz hat ihren eigenen jährlichen Feiertag, der normalerweise auf einen Montag oder Freitag gelegt wird. Landesweit gelten Neujahr, Karfreitag (19. April 2019), Ostermontag (22. April 2019), Remembrance Day am 23. April, Queens Birthday am 2. Samstag im Juni, der Unabhängigkeitstag 16. September und die beiden Weihnachtstage.

Sicherheit[Bearbeiten]

Die bis zu 7 Meter lang werdenden Salzwasserkrokodile fallen Menschen an.

Zahltag ist am Freitag jeder zweiten Woche. Dann kann es wegen vieler Betrunkener zu brenzligen Situationen kommen.

Außerhalb der drei großen Städte ist die Sicherheitslage ausreichend. Kriminalität in öffentlichen Verkehrsmitteln ist am hellichten Tag auch kein Problem. Raubüberfälle kommen vor, es empfiehlt sich eine angemessene Menge Bargeld zum „abliefern“ mitzuführen. Die städtischen Gangsterbanden heißen raskols. Die unterbezahlte Polizei hat wenig Interesse, gegen sie vorzugehen oder einem Touristen, der Opfer geworden ist, allzusehr zu helfen. Nächtliche Straßenkontrollen gibt es, korruptes Verhalten gegenüber Ausländern ist dabei eher selten, kommt aber vor. Die in wohlhabenderen Vierteln und Geschäften zahlreichen privaten Sicherheitskräfte werden schnell gewalttätig.

Gewaltausbrüche zwischen Stämmen, die immer wieder vorkommen, betreffen Außenstehende normalerweise nicht. Die deutsche Botschaft empfiehlt auch 2019 noch, sich vor Reiseantritt nach Bougainville bei der Provinzverwaltunng zur Sicherheitslage zu erkundigen (☎ +675 973 9798). Die Constitutional and Law Reform Commission ging für 2013-2016 davon aus, daß landesweit jährlich 150 bis 200 Frauen als Hexen getötet werden, oft treiben sie dann ohne Kopf in Flüssen.

Homosexualität zwischen Männern ist mit bis zu 14 Jahren strafbewehrt. 2011-2018 kam es zu lediglich einer Verurteilung auf Bewährung. Die gesellschaftliche Ablehnung ist jedoch stark. In Hanuabada, bei Pt. Moresby, hat sich eine Siedlung gebildet, in der Schwule ihre Lebensform vergleichsweise offen praktizieren. Auch Ehebruch ist noch strafbar, hier werden aber nur Geldstrafen verhängt.

Prostitution ist illegal, findet aber vor allem in Pt. Moresby zu niedrigen Preisen statt. Nach der Schließung des australischen Flüchtlingslagers Ende 2017 auf Manus haben sich etliche der nun unversorgten Frauen diesem Beruf zugewandt. PNG hat die höchste Rate an HIV-Infektionen im pazifischen Raum.

PNG liegt in der pazifischen Erdbebenzone. Besonders der Nordwesten ist betroffen, auch gibt es Vulkanausbrüche, die Evakuierungen nötig machen. Zuletzt April 2017 auf Manam Island und 2018 auf Kadovar Island.

Gesundheit[Bearbeiten]

Bisse der am häufigsten vorkommenden, aggressiven Baumschlange, der braunen Nachtbaumnatter (Boiga irregularis) sind nie tödlich, verursachen aber Schwellungen und leichte Lähmungen.

Eine halbwegs ordentliche medizinische Versorgung mit Spezialisten ist nur in Port Moresby und Lae gesichert. Vor Reisen in abgelegene Gebiete sollte man prüfen, ob die eigene Reisekrankenversicherung Hubschrauber-Rettungsflüge mit einschließt.

In größeren Ortschaften kann das Leitungswasser getrunken werden. Im Hochland sind die Gebirgsbäche klar.

Malaria tritt in allen Gebieten unter 1000 Metern auf. Das Betelnußkauen ist weit verbreitet. Anders als in Indien beißt man einfach in die ganze Frucht, Kalk wird nicht immer verwendet.
Schlangen verstecken sich gerne unter den Abfallhaufen von Kokosnußhüllen. Häufig sind auch Hundertfüssler (Scolopendra sp.) deren im ersten Beinpaar sitzendes Gift bei Berührung äußerst schmerzhaft ist. Zu Giftschlangen in PNG und Behandlung (engl.)

Rollstuhlgerechte Einrichtungen sucht man vergebens.

Klima[Bearbeiten]

Klimadiagramme PNG
Klimaregionen nach Köppen-Geiger.

Die Temperaturen sind in niedrigen Lagen ganzjährig tropisch heiß. An der Südküste gibt es eine ausgeprägte Regenzeit von Januar bis Mai. An der Nordküste sind die Unterschiede nicht so stark ausgeprägt.

Zum Tauchen ist die Trockenzeit April/Mai bis Dezember empfehlenswert.

Praktische Hinweise[Bearbeiten]

Es sind Stecker vom australischen Typ in Gebrauch.

Eingeborene in traditioneller Tracht lassen sich eine Photoerlaubnis gerne mit 10 Kina bezahlen.

Telekommunikation[Bearbeiten]

Falls es Internetcafés gibt, wird preislich kräftig hingelangt, 15-30 Kina/Std. sind nicht unüblich.

Sim-Karten müssen in zugelassenen Geschäften registriert werden. 4G/LTE gibt es 2018 erst in Pt. Moresby und Lae, in kleineren Ortschaften telephoniert man noch mit GSM. Ländliche Regionen sind ohne Dienst. Anbieter:

  • B-Mobile ist der örtliche Ableger des Vodafone-Konzerns. Das Starterpaket RedISim kostet 10 Kina. Angeboten werden Moa-Pakete mit kurzer Laufzeit und gewissen Freiminuten und -SMS, dazu mickrige Datenmengen. Kauft man Datenvolumen dazu, bekommt man qualitätsabhängig für 30-40 Kina ein GB!

Post[Bearbeiten]

Die Post im Lande ist zuverlässig. Es gibt keine Hauszustellung, geliefert wird prinzipiell an Postfächer in einem der vierzig Postämter.

Rundfunk[Bearbeiten]

Es gibt zwei terrestrische Fernsehsender, das private EM TV und das erst 2008 eingerichtete staatliche Kundu 2 (NTS). „Kabelfernsehen“ sind eingespeiste australische Satellitenkanäle.

Literatur[Bearbeiten]

Die ethnologische, linguistische und biologische Diversität hat zahlreiche Forscher inspiriert, deren Erkenntnisse sind allerdings weit verstreut in entsprechenden Fachzeitschriften. Missionsorganisationen produzieren bis heute „Erbauliches.“ Die meisten Völkerkundemuseen des deutschsprachigen Raums haben entsprechende Abteilungen.

  • Milda Drüke: Solomon Blue: bei den Inselbewohnern Papua-Neuguineas,F rederking und Thaler, München 2007, ISBN 3-89405660-6
  • Oxana Günther: Ausdruck von Vergleich und Graduierung im Tok Pisin: liklik, moa, moa moa und vieles mehr im Pidgin-Englisch von Papua-Neuguinea. AVM, München 2010, ISBN 978-3-89975365-3
  • Sindy Herrmann: West-Papua in Reiseberichten: Alterität und Forschungsreisen in den 1950er und 1960er Jahren. Regiospectra, Berlin 2010
  • Holger Jebens: Kago und kastom: zum Verhältnis von kultureller Fremd- und Selbstwahrnehmung in West New Britain (Papua-Neuguinea).Kohlhammer, Stuttgart 2007
  • Steffen Keulig: Alptraum Zivilisation – Zurück in die Steinzeit. Eine Reise zu den Waldmenschen Neuguineas. Überarbeitete Auflage, Meridian, Rostock 2015, ISBN 3-934121-04-7
  • Albrecht G. Schaefer: Pidgin English (Tok Pisin) für Papua Neuguinea - Wort für Wort.ISBN 978-3-89416-089-0
  • Hans Wefer: Niugini Pasin oder in der Südsee leben: Eine tropische Ethnogeschichte. novum, Neckenmarkt 2008, ISBN 978-3-85022177-1
  • Renatus Zürcher: Der wilde Weisse: eine Familiensaga ohne Ende. Frauenfeld 2009, ISBN 978-3-71931530-6
Landkarten

Topographische Karten basieren vielfach noch auf den von den Amerikanern 1943 erstellten Landaufnahmen. Dieses Material kann von der Perry-Castañeda Library Map Collection heruntergeladen werden. Vor Ort bekommt man topographische Karten eventuell beim National Mapping Bureau in der Hauptstadt.

Weblinks[Bearbeiten]

Nachrichtenseiten
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