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Salomonen

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Die Salomonen, englisch Solomon Islands, liegen im Pazifik, südlich des Äquators. Insgesamt zählen 922 Insel(chen) zum Lande. In Gebrauch sind etwa neunzig Sprachen melanesischen Ursprungs, so daß zur allgemeinen Verständigung auf Englisch bzw. ein Pidgin zurückgegriffen werden muß.

Regionen[Bearbeiten]

Salomonen

Hintergrund[Bearbeiten]

Taucherziele: Schiffswracks im Ironbottom Sound am Nordende von Guadalcanal.

Die Salomonen gelangten in den 1890er Jahren unter britisches Protektorat. Im Zweiten Weltkrieg war die Inselgruppe Schauplatz vieler Schlachten, dazu gehörte auch die verlustreiche Schlacht von Guadalcanal.

Nach der Unabhängigkeit im Jahre 1978 häufte sich die Korruption und ethnische Spannungen nahmen zu. In den letzten Jahren gelangten die Salomonen an den Rand der Anarchie, obwohl auch Anstrengungen unternommen wurden, um die politische Lage zu stabilisieren. Die Spannungen zwischen den Guadalcanal-Inseln und der ethnischen Gruppe der Malaitaner haben bis zum Jahr 2000 fast zu einem Bürgerkrieg geführt.

Über siebzig Prozent des Exportwertes kamen 2009 aus Holzeinschlag, weitere zehn Prozent machte Fisch aus, je fünf Prozent waren Kakao und Palmöl. Mithin sämtlich Produkte deren Gewinnung problematisch für die Umwelt sein können. Die bodenlebende Avifauna wurde durch eingeschleppte Ratten ausgerottet, dies schon zur Zeit der ersten polynesischen Beseidelung. Auch die als Kulturfolger bis 1500 m auftretende Pazifikboa (Candoia carinata paulsoni) hatte Anteil daran.

Als Reiseziel ist das Land vor allem für Tauchenthusiasten von Interesse, die Relikte des zweiten Weltkriegs bewundern wollen. Die beste Reisezeit ist von Juli bis Oktober.

Anreise[Bearbeiten]

Eingeborene führen für durchreisende amerikanische Diplomaten einen Tanz auf (2009).

Seit 8. Oktober 2016 besteht für EU-Staatsangehörige, die sich maximal 90 Tage pro 180 im Lande aufhalten dürfen, Visumsfreiheit.[1] Nachweis eines Rück- oder Weiterfluges ist vorgeschrieben. Zahlreiche Staatsbürger anderer Nationen, darunter Schweizer und Liechtensteiner, können einen Sichtvermerk am Flughafen erhalten.
In den meisten Fällen wird die Anreise über Australien erfolgen, wofür ein eVisum erforderlich ist.

Ansonsten ist für ganz Europa die Botschaft in Brüssel zuständig: 17, Av. Edouard Lacomble, B-1040 Bruxelles, Tel.: +32 2 732 70 85. Formulare

Zollfreimengen

200 Zigaretten oder 250 g Tabak/Zigarren. 2 Liter Schnaps. Obst und Gemüse bedürfen einer Einfuhrerlaubnis. Hunde und Katzen dürfen nur aus Großbritannien, Australien und Neuseeland mitgebracht werden. Die Ausfuhr der Landeswährung ist auf 250 SB$ beschränkt.

Bei der Ausfuhr von Antiquitäten gelten die Bestimmungen des National Historic Preservation Act, dadurch ist u.a. die Ausfuhr jeglicher Militärrelikte verboten. Für echte Antiquitäten ist eine Genehmigung beim Nationalmuseum zu beantragen.

Mit dem Flugzeug[Bearbeiten]

Terminal des Flugplatzes von Gizo.

Anreise mit dem Flugzeug nach Honiara, der Hauptstadt, ist möglich von Port Moresby (Papua-New Guinea), Brisbane und Sydney (Australien) und Nadi (Fiji).

Am Besten ist über Brisbane, da von dort 2017 vier Flüge pro Woche nach Honiara gehen. Für Umstiege ist hier ein australisches Visum nötig.

Mit dem Schiff[Bearbeiten]

Honiara wird gelegentlich von Kreuzfahrtschiffen angefahren.

Es gibt Bootsverbindungen zwischen den Inseln, z.B. von/nach Bougainville. (Beachte jedoch die Bestimmungen für Bougainville.)

Sportsegler[Bearbeiten]

Die erste Ankunft muß in einem der folgenden Häfen erfolgen: Honiara, Korovou bzw. Tara (Shortland Islands), Gizo, Ringgi, Yandina, Tulagi, Graciosa Bay oder 1 Lata (Ndendo) (10° 40′ 56″ S 165° 50′ 5″ O). Einklarieren kann man nur über diese offiziellen Port of Entry. Sinnvollerweise wählt man Honiara. An anderen Orten kann es durchaus schwierig sein die jeweils Zuständigen auftzutreiben. Alkohol und Feuerwaffen werden vom Zoll versiegelt.

Die Gebühren wurden im April 2019 stark angehoben. Fällig werden etwa SB $500 zzgl. eventueller Wochenendzuschläge (Grundgebühr SB $90-120 + 35/Std.). Dazu kommen SB $200 für die Gesundheitsinspektion (Quarantäne). (Visumspflichtige Reisende werden zusätzlich mit SB $800 für die Aufenthaltserlaubnis zur Kasse gebeten.) Zusätzlich verlangt der Zoll SB $185 pro Meter Schiffslänge. Nur Haustiere aus Australien, Neuseeland und Großbritannien dürfen an Land, alle anderen kommen in Quarantäne. Da zur touristischen Einreise am Flughafen die Vorlage eines Rückflugtickets vorgeschrieben ist, müssen Crewmitglieder, die auf ein Boot gehen, diese Absicht dem Director of Immigration im voraus unter Angabe der Details schriftlich anzeigen und genehmigen lassen (immdir@commerce.gov.sb).
Ankergebühren vor Ort, entweder pauschal oder pro Tag, werden ebenfalls fällig, hierbei sollte man auf eine Quittung bestehen. In jedem Fall ist auf den kleineren Inseln die (durch Zahlung zu erhaltende) Zustimmung des lokalen “Chiefs” einzuholen, auch wenn man schwimmen, tauchen oder fischen will!

Es gibt immer wieder Berichte, daß Einbrecher auf ankernde Boote eindringen.

Mobilität[Bearbeiten]

Fähre nach Auki.
Treibstofftransport.

Es herrscht Linksverkehr. Die Landstraßen sind meist in schlechtem Zustand. In ländlichen Gebieten ist das Fahren per Anhalter, gegen Kostenbeteiligung, üblich. Mietwagen gibt es nur auf Guadacanal. Von den 1300 km Straßen des Landes waren 2016 nur 16 km geteert, etwa 800 km sind Privatstraßen auf Plantagen.

Hauptverkehrsmittel zwischen den Inseln sind Schiffe oder Flüge der Solomon Airlines (Flugpläne). Die wichtigsten Landeplätze außer der Hauptstadt sind Seghe, Munda und Gizo. Gepäck ist einheitlich auf 16 kg begrenzt.

Regelmäßiger Passagierverkehr besteht zwischen Honiara ↔ Auiki (Malaita) sowie einmal wöchentlich Honiara ↔ Gizo über Marovo. Überfüllung der Fähren ist die Regel, Schwimmwesten nicht unbedingt (in ausreichender Zahl) vorhanden.

Öffentlichen Nahverkehr, in Form von Minibussen, gibt es nur tagsüber in der Hauptstadt. Taxen verkehren nur in Honiara und Auki. Der Preis ist vor Antritt der Fahrt zu vereinbaren.

Eine Liste der kleinen Flughäfen bietet die englische Wikipedia.

Sprache[Bearbeiten]

Die Amtssprache ist Englisch. Nebenbei werden etwa neunzig Eingeborenensprachen verwendet, wobei man sich untereinander des Pidgin bedient.

Einkaufen[Bearbeiten]

2-SB-Dollar-Schein.

Realistisch ist 2018 ein Tagesbudget von mindestens € 60, wenn man in den allergünstigsten Unterkünften wohnt und statt Flügen und Bootschartern die Fähren benutzt. Essen ist vergleichsweise günstig, sofern man auf Importware verzichtet. Auf Guadalcanal sollte man ein Viertel mehr ansetzen. Wer es gerne etwas bequemer hat wird auch mit € 100-150 noch nicht im Luxus schwelgen.

Wechselkurse

1 € = 9,12 SB$; 1 US $= 8 SB $(Apr. 2019)
An Fremdwährungen beim Umtausch werden australische Dollar (= 5,65 SB$) oder britische Pfund (= 10,65 SB$) bevorzugt.

Banken öffnen Mo.-Fr. 9.00-15.00. Kreditkarten werden akzeptiert (Gebühr 1-4%). EC-Karten mit Maestro-Symbol können in der Hauptstadt zum Geld abheben verwendet werden. Geldautomaten gibt es nur in den wenigen Städten.

Aktivitäten[Bearbeiten]

Viele der 28000 jährlichen Besucher kommen zum Tauchen. Um einen besseren Qualitätsstandard sicherzustellen wurde im April 2019 der Verein Dive Operators Solomon Islands (DOSI) gegründet.

Küche[Bearbeiten]

Für eine Mahlzeit im einfachen Restaurant sollte man SB$ 35 einplanen. Trinkgelder sind unüblich.

Die örtliche Brauerei ist Solbrew, das nahe der Hauptstadt hergestellt wird.

Das Essen der Inselgruppe unterscheidet sich wenig von dem anderer südpazifischer Inseln. So gibt es Poi, aufs fermentiertem Taro und die übliche Mischung tropischer Früchte. Wichtiger Stärkelieferant ist Maniok. Der hier gefangene Thunfisch, auch ein wichtiges Exportprodukt, wird gerne mit Chillis zu Nudeln oder Reis serviert. Gerade in den Läden am Land findet man oft nur Konserven mit Spam oder Thunfisch.

Nachtleben[Bearbeiten]

Glücksspiel wurde als wichtiger touristischer Anziehungspunkt zu einer Zeit ausgebaut, als in Australien noch starke Einschränkungen bestanden. Es gibt daher alleine in der Hauptstadt mindestens fünf Spielbanken.

Prostitution ist legal, zugehörige Tätigkeiten (Zuhälterei, Bordelle) nicht.

Unterkunft[Bearbeiten]

Unterkünfte auf den Salomonen sind teuer. Selbst als „Budget“ bezeichnete Hotels sind 2017 nicht unter SB$ 400 (AUS$ 60) zu haben, der durchschnittliche Hotelpreis liegt bei etwa dem Doppelten (Übersicht). Es werden 10% “tax” aufgeschlagen.

Auf kleineren Inseln vermittelt der örtliche Polizeiposten oder Pfarrer Unterkunftsgelegenheiten (“village stay”).

Sicherheit[Bearbeiten]

Feuerwehr ☎ 999
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Weder Deutschland, Österreich noch die Schweiz unterhalten Vertretungen im Lande, zuständig sind die jeweiligen Botschaften im australischen Canberra für Deutsche das Generalkonsulat in Sydney (☎ +61 (0) 2 8302 4900). In Notlagen bekommen EU-Staatsbürger Unterstützung beim deutschen Honorarkonsul.

Mit möglichen Stromausfällen und Wasserknappheit muß immer gerechnet werden.

Die Salomonen sind vulkanischen Ursprungs, sie gehören zu den erdbebengefährdetsten Regionen der Welt. Bei Erdbeben besteht Tsunami-Gefahr. Es gilt bei jedem Erdbeben „Land gewinnen“ - man sollte sich, ohne Rücksichtnahme auf andere, sofort mindestens zehn Meter über Seehöhe begeben.

Raubüberfälle sind gerade auf Guadacanal keine Seltenheit. „Fahrten (auch mit Taxi und Bus) von Honiara aus nach Osten über den Alligator Creek hinaus und westlich weiter als White River sind zu unterlassen. Der beliebte Strand von Boneghi sollte nur mit lokalen Reiseführern besucht werden.“[2]

Klima[Bearbeiten]

Das Klima ist tropisch. Von Anfang November bis Ende März ist Taifunsaison. Die durchschnittliche Tagestemperatur liegt um 29° C, nachts wird es selten kälter als 21° C. Die jährliche Niederschlagsmenge bei 2500-3000 mm. In Honiara gibt es eine „Trockenzeit“ mit Regenmengen von etwa 100 mm/Monat und eine „nasse Zeit“ (Nov.-Apr.) mit gut 300 mm. Auf Santa Cruz sind die Regenfälle gleichmäßiger verteilt.

Gesundheit[Bearbeiten]

Leitungswasser sollte, wenn überhaupt, nur gefiltert oder abgekocht getrunken werden.

Taucher sollten sich der Gefahren durch Haie, von denen auch aggressive Arten vorkommen, bewußt sein. Es gibt keine Dekompressionskammer im Lande. In schlechten Jahren kommen im Lande bis zu fünfzig Menschen durch Salzwasserkrokodile zu Schaden.

„Auf den Salomonen besteht landesweit ganzjährig ein hohes Malariarisiko (besonders auf Guadalcanal und Honiara, etwas geringeres Risiko auf einigen abgelegenen Inseln im Osten und Süden), hauptsächlich durch Pl. falciparum (ca. 60%) und Pl. vivax (ca. 40%) mit möglichen Resistenzen gegen gängige Medikamente.“ Selbst kleinste Wunden, die nicht sofort sauber sterilisiert werden, eitern und heilen extrem langsam im heiß-feuchten Klima.

Es gibt rund zwanzig Schlangenarten, einige sind giftig. Potentiell tödliche giftige Schlangen wurden erstmals 2013 beobachtet, es handelte sich um aus Neuguinea eingeschleppte Exemplare, die schnell bekämpft wurden. Bisse der autochtonen Giftnatter Salomonelaps par (Korallenschlange) verlaufen nicht tödlich, bedürfen aber der Behandlung (ggf. künstliche Beatmung), was angesichts der schlechten medizinischen Versorgungslage abseits der Hauptstadt problematisch ist.

Wer auf den gebirgigen Inseln wandern möchte, sollte trotz der Hitze festes Schuhwerk und Socken tragen, die oft verschlammten Pfaden erfordern dies.

Respekt[Bearbeiten]

Homosexualität ist illegal (Strafrahmen bis zu 14 Jahre Gefängnis). Der Anteil HIV-Infektionen ist laut UNAIDS 2016 minimal (unter 0,2%).

Wie überall im Südpazifik sind die Gebräuche um den Landbesitz streng. Es ist sinnvoll vor Wanderungen oder dem Besuch abgelegener Strände im nächstgelegenen Dorf zu fragen, eventuell wird eine kastom-Benutzungsgebühr verlangt.

Ein Großteil der Eingeborenen wurde von evangelikalen Missionaren amerikanischen Typus' christianisiert. Dies sorgt für ein extrem konservatives Weltbild und die Tatsache, daß Sonntag Ruhetag ist. Frauen in Shorts gehen gar nicht.
Die Bewohner um die von Tauchern gern besuchte 1 Marovo-Lagune (8° 28′ 48″ S 158° 4′ 12″ O) sind fanatische 7-Tage-Adventisten, deren Sabbath von Freitag Sonnenuntergang bis Sonntag früh ist. In dieser Zeit sind Außenstehende nicht willkommen.

Feiertage[Bearbeiten]

Neben den üblichen christlichen Weihnachten, Ostern und Pfingsten, noch 1. Mai, Queen's Birthday am 10. Juni und der Unabhängigkeitstag am 7. Juli.

Praktische Hinweise[Bearbeiten]

Ein Hochgeschwindigkeitskabel nach Sydney soll ab September 2019 (Verzögerungen zu erwarten) zumindest in der Hauptstadt schnelles Internet ermöglichen.

Post und Telekommunikation[Bearbeiten]

  • Postämter. Geöffnet: Mo.–Fr. 8.00 oder 9.00–16.30 Uhr, Sa. bis 12.00 Uhr.

Festnetznummern sind fünfstellig. Mobil siebenstellig, beginnend mit 74, 77 oder 78.

Es gibt zwei Mobilfunkanbieter, 2018 teils noch mit GSM-EDGE, die SIM-Karten verkaufen. Roamingabkommen haben diese nur für den pazifischen Raum. 4G begann man 2017 in Honaira einzuführen.

Literatur[Bearbeiten]

  • Brillat, Michael; Südsee; München 2014; ISBN 9783865744227
  • Gerber, Hans-Ulrich; Frieden im Pazifik? Bougainville, Salomonen, Fidschi und West-Papua; westpazifische Inselstaaten zwischen Aufstand und Friedenslösungen; Neuendettelsau 2008 (Pazifikinformationsstelle)
  • Newell, Reg; Operation Goodtime and the Battle of the Treasury Islands, 1943: the World War II invasion by United States and New Zealand forces; Jefferson NC 2012; ISBN 9780786468492
  • Mückler, Hermann; Österreicher in der Südsee: Forscher, Reisende, Auswanderer; Wien 2012; ISBN 9783643503909
  • von historischem Interesse: Paravicini, Eugen; Reisen in den Britischen Salomonen; Frauenfeld 1931 (Huber)
  • Smith, Graeme; Chinese Reactions to Anti-Asian Riots in the Pacific; Journal of Pacific History, Vol. 47 (2012), Nr. 11, S. 93-109
  • Walter, Richard; Sheppard, Peter; Archaeology of the Solomon Islands; Honolulu 2017 (University of Hawaiʻi Press)
  • Solomon Islands Compendium Reiseführer für Segler, zusammengestellt aus Erfahrungsberichten 2016-9

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise

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