Mulderadweg
Die Mulde ist ein südlicher Nebenfluss der Elbe in Sachsen. Das Flusssystem besteht aus Zwickauer und Freiberger Mulde. Beide Flüsse entspringen im Erzgebirge und vereinigen sich nördlich von Colditz. Als vereinte (oder Vereinigte) Mulde setzen dann beide Flüsse gemeinsam ihren Weg Richtung Elbe fort.
Größter Nebenfluss der Freiberger Mulde ist übrigens die Zschopau. Entlang ihrer Ufer gibt es ebenfalls einen Radwanderweg - allerdings anspruchsvoller mit Steigungen und öfter Nutzung von Landstraßen. Die Kombination von Zschopautal-Radweg und Mulderadweg ist aber für fortgeschrittene Radreisende mit Pedelec eine sehr atttaktive Wochenstrecke. Vom Fichtelberg im hohen Erzgebirge bis Dessau an der Elbe reichen hier die Kontraste.
Streckenprofil
[Bearbeiten]Länge
[Bearbeiten]Die Länge beträgt insgesamt 400 km. Der Radweg besteht aus drei Teilen:
- 1. Zwickauer Mulde - Von Schöneck zur Muldenvereingung bei Sermuth bei Colditz- ca. 150 km
- 2. Freiberger Mulde - von Moldava bis zur Muldenvereingung ca. 120 km,
- 3. Vereinigte Mulde - von Sermuth bis zur Mündung in die Elbe bei Dessau - ca. 120 km.
Die leicht unterschiedlichen Entfernungsangaben ergeben sich durch unbeschilderte Wegabschnitte besonders im Oberlauf und unterschiedliche Streckenvarianten.
- 4. Variante: Die Kombination des 137 km langen Zschopautalradwegs von der Gipfelregion des Erzgebirges bei Oberwiesenthal bis zur Freiberger Mulde ist besonders reizvoll. Über die Vereinigte Mulde führt diese Streckenvariante weiter bis nach Dessau. Für geübte Pedelecfahrer ergibt sich mit dieser Kombination ebenfalls ein schöner einwöchiger Radurlaub.
Ausschilderung
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Die Ausschilderung ist durchgängig.
1. Die Zwickauer Mulde ist etwa ab Burg Stein (ca. Kilometer 55) beschildert (?, ältere Info, laut Openstreetmap Strecke ab Schöneck).
2. Die Freiberger Mulde ist in jedem Fall ab Nossen (Kilometer 50) gut beschildert.
3. Die Vereinigte Mulde ist flussabwärts ordentlich ausgeschildert.
Entlang des Mulderadwegs finden sich immer wieder einmal Informationstafeln mit einheitlichem Logo und Übersichtskarte als "Mulderadweg im Tal der Burgen".
Steigungen
[Bearbeiten]- Zwickauer Mulde: Im Oberlauf zwischen Schöneck und Burg Stein ca. 500 m Höhenunterschied, kräftige Steigungen zwischen Aue und Schönheide (Eibenstock), im Unterlauf von Colditz bis Aue nur noch rund 100 Höhenmeter auf 100 km.
- Freiberger Mulde: Im Oberlauf zwischen Nossen und Rechenberg rund 400 Höhenmeter auf 50 km, ab Nossen im ausgeschilderten Abschnitt kaum noch Steigungen.
- Vereinigte Mulde: Flaches Höhenprofil, nur noch kurze Steigungen je nach Streckenvariante.
Wegzustand
[Bearbeiten]Der Wegezustand ist unterschiedlich. Von Waldwegen über asphaltierte Fahrradwege bis hin Nutzung von Bundesstraßen ist alles dabei.
Verkehrsbelastung
[Bearbeiten]Im Oberen Abschnitt entlang der Zwickauer Mulde besonders zwischen Jägersgrün und Eibenstock erhebliche Verkehrsbelastung auf der Bundesstraße.
Die Abschnitte an der Freiberger Mulde und vereinigten Mulde verlaufen meist auf Waldwegen, Nebenstraßen oder Fahrradwegen. Hier gibt es kaum Verkehrsbelastung.

Geeignetes Fahrrad
[Bearbeiten]Entsprechend der Höhenprofile mindesten eine 7-Gang-Ketten- oder Nabenschaltung erforderlich. Pedelec ist sinnvoll.
Abgrund der Geschotterten Abschnitte auf Waldwegen keine eignung für Rennräder.
Die unteren Abschnitte an der Vereinigten Mulde meist für alle Fahrräder geeignet.
Familieneignung
[Bearbeiten]Besonders der Abschnitt Roßwein - Muldenvereinigung (Colditz) sowie der Radweg auf der alten Muldentalbahnstrecke von Grimma nach Wurzen sind familiengeeignet.
Inlinereignung
[Bearbeiten]- Muldentalbahn-Radweg Grimma - Wurzen (18,5 km) hervorragend inlinergeeignet.
Hintergrund
[Bearbeiten]Hintergrundinfos zum Fluss Mulde siehe auch entsprechender Artikel auf der Wikipedia.
Vorbereitung
[Bearbeiten]Für eine Radreise entlang der Mulde kann man eine Woche einplanen. Vor allem in Dessau lohnt am Ende noch mindestens ein Aufenthaltstag (Thema Bauhaus in Dessau und Dessau-Wörlitzer Gartenreich bzw. Gartenreich-Tour Fürst Franz).
Anreise
[Bearbeiten]Öffentliche Verkehrsmittel
[Bearbeiten]- Zwickauer Mulde: Bahnhof Schöneck der Vogtlandbahn (RB1 Zwickau–Kraslice und RB5 Plauen–Kraslice, jeweils zweistündlich), alle Stationen zwischen Aue und Zwickau, Bahnhof Glauchau (Bahnstrecke Dresden–Hof)
- Freiberger Mulde: zwischen Holzhau und Freiberg alle Stationen der FEG, zwischen Döbeln und Großbothen mit der RB110 Leipzig–Grimma–Döbeln (jeweils stündlich)
- Vereinigte Mulde: Bahnhöfe Großbothen und Grimma mit der RB110 Leipzig–Grimma–Döbeln, Bahnhöfe Wurzen (Leipzig–Dresden), Eilenburg (Leipzig–Torgau), Muldenstein (Bitterfeld–Wittenberg) und Dessau Hbf
Mit dem Fahrrad
[Bearbeiten]Auf der Straße
[Bearbeiten]- Zwickauer Mulde: Über die A 72 Chemnitz–Hof aus Richtung Chemnitz zunächst bis zur Abfahrt Plauen-Ost, dann über die B 169 an Neuensalz vorbei nach Bergen und anschließend auf der S 301 über Neudorf nach Schöneck; aus Richtung Hof zunächst bis zur Abfahrt Plauen-Süd, dann auf der B 92 an Oelsnitz vorbei und anschließend über die S 302 nach Schöneck.
- Freiberger Mulde: Unproblematische Anfahrt über die A 4 aus den Richtungen Chemnitz und Dresden bis zur Abfahrt Siebenlehn; über die A 14 aus Richtung Leipzig bis zur Abfahrt Nossen-Nord.
- Vereinigte Mulde: Über die A 14 Leipzig–Dresden bis zur Abfahrt Grimma.
Streckenbeschreibung mit Sehenswürdigkeiten
[Bearbeiten]Abschnitt Zwickauer Mulde
[Bearbeiten]1. Etappe Schöneck – Aue (etwa 50 km)
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2. Etappe Aue – Glauchau (etwa 50 km)
[Bearbeiten]3. Etappe Glauchau – Grimma (etwa 75 km)
[Bearbeiten]- 6 Waldenburg - Schloss Waldenburg
- 7 Wolkenburg - Schloss Wolkenburg
- 8 Penig
- 9 Rochsburg - Schloss Rochsburg
- 10 Lunzenau
- 11 Wechselburg - Schloss Wechselburg
- 12 Rochlitz - Altstadt und Burg
- 13 Colditz - Drei Kilometer nördlich von Colditz bei Sermuth fließen die beiden Mulden zusammen und münden nach etwa 130 km als Vereinigte Mulde bei Dessau-Roßlau in die Elbe.
Abschnitt Freiberger Mulde
[Bearbeiten]Etappe Holzhau – Nossen (etwa 65 km)
[Bearbeiten]Eine Fahrt entlang der Freiberger Mulde beginnt laut Daten von Openstreetmap bzw. der offiziellen Routenseite am 1 Bahnhof Holzhau . Oberhalb des Bahnhofs zweigt die Route laut Openstreetmap vom Radfernweg Sächsische Mittelgebirge ab.
Durch den Erholungsort 14 Holzhau begleitet die Route den Fluss, der in Tschechien entspringt. Das Stadtzentrum von 15 Freiberg liegt abseits der Strecke.
Etappe Nossen – Grimma (etwa 65 km)
[Bearbeiten]Laut älteren Infos in diesem Artikel beginnt die Radroute an der Freiberger Mulde erst in Nossen.
Die Radroute an der Freiberger Mulde beginnt in Nossen und führt über Döbeln und Roßwein nach Sermuth zum Zusammenfluss mit der Zwickauer Mulde. Die Strecke Nossen-Sermuth beträgt rund 50 km.
Am Bahnhof Nossen dem Wegweiser "Klosterpark Altzella" folgen, rechts über die Bahnbrücke und direkt hinter der Brücke links hinab auf den schmalen Weg zwischen Bahnlinie und Mulde. Vorbei an der alten Möbelfabrik Nossen, dann links abbiegen und den kleinen Fahrradschildern folgen. Nach rund 1,5 km erreicht man den Klostereingang mit seinem sehenswerten "Romanischen Portal". Vom Kloster Altzella auf der linken Muldenseite auf einem Waldweg bis zur Brücke Gleisberg, dann wieder auf die rechte Seite des Flusses. Hier auf der K7522, streckenweise auf asphaltiertem Radweg nach Roßwein. Unterweg passiert man das "Geotop Gabbrofelsen Roßwein" (Infotafeln). Ein Abstecher in die Altstadt zum Rathaus ist empfehlenswert, dor steht die Nachbildung einer alten Kursächsischen Postmeilensäule. Weiter flussabwärts auf der linken Muldenseite auf dem Radweg (unterschiedliche Qualität) nach Niederstriegis, dort wieder auf die rechte Muldenseite. Landschaftlich schöne Strecke bis nach Döbeln. Über die "Schiffsbrücke" gelangt man in die Innenstadt (sehenswert!). Ein neu asphaltierter Radweg auf der rechten Flussseite führt nach Großbauchlitz und Technitz zur Mündung der Zschopau in die Mulde. Direkt hinter dem Durchlass unter der Bahnlinie befindet sich ein Hinweisschild. Vorbei am Wasserkraftwerk erreicht man Klosterbuch. Wieder über die Mulde geht es nach Leisnig (Burg Mildenstein). Der Beschilderung folgen erst rechts über die Brücke mit schönem Blick auf die Burg über dem Muldental, dann nochmal den Fluss überqueren nach Altleisnig. Über eine neue Fußgängerbrücke überquert man die Mulde und bleibt nun auf der rechten Fussseite bis kurz vor Sermuth. Dort bietet sich ein kurzer Abstecher zur Muldenvereinigung an. Entlang der Vereinigten Mulde über Kössern (Muldenbrücke) nach Kleinbothen. Dort beginnt der Radweg auf der ehemaligen Bahnstrecke nach Grimma. Vorbei am Kloster Nimbschen erreicht man in Grimma den Muldentalbahn-Radweg.


Abschnitt Vereinigte Mulde
[Bearbeiten]- ~
~> Von der Muldenvereinigung bei Sermuth nördlich von Colditz ist der Radweg zunächst auf der rechten Seite des Flusses beschildert. Vor Kleinbothen wechselt man nochmals auf die linke Flusseite. Dann folgt die Strecke auf der alten Bahnlinie über Kloster Nimbschen bis nach Grimma. Durch eine landschaftlich reizvolle Gegend fährt man durch den Wald entlang des Flusses, vorbei an der alten Eiche, an der die Personen- und Radlerfähre zur Schiffsmühle auf die andere Flussseite abfährt (bei Bedarf Klingel für den Fährmann betätigen). An der Ruine des Kloster Nimbschen, wo die spätere Ehefrau Martin Luthers einen Teil ihrer Jugend verbrachte, macht der Radweg einen Schlenker nach rechts am Hotel vorbei.
- Vor Grimma muss die Bundesstrasse 107 überquert werden, dann erreicht man die Hängebrücke in Grimma. Rechts über die Brücke in den Grimmaer Stadtwald und wieder auf der ehemaligen Bahntrasse auf der rechten Muldenseite bis zur durch das Jahrhunderthochwasser zerstörten Pöppelmannbrücke (Wiederaufbau bis 2012).
4. Etappe Grimma – Bad Düben (etwa 60 km)
[Bearbeiten]- ~
~> Zwischen Grimma und Wurzen wurde die ehemalige Bahnstrecke entlang des rechten Flussufers als Radweg ausgebaut (asphaltierte Strecke, 18,5 km). Dieser Teilabschnitt wird als Muldentalbahn-Radweg bezeichnet. Die Strecke ist frei von motorisiertem Verkehr und ist besonders familienfreundlich, es gibt keine Steigungen.
- Die linksseitige Variante über Bahren und Trebsen ist nicht Kfz-verkehrsfrei und enthält eine kräftige Steigung. Die Wegbeschaffenheit ist dort unterschiedlich und nicht durchgängig asphaltiert.
5. Etappe Bad Düben – Dessau (etwa 55 km)
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- 20 Bitterfeld-Wolfen - Bitterfeld wird nicht direkt gequert. Die Route führt entlang des Großer Goitzschesee. Früher wurde hier einmal Braunkohle aufgebaut. Heute liegt hier eine attraktive Erholungslandschaft.
Weiter geht's
[Bearbeiten]Es bestehen folgende Anschlüsse:
Literatur- und Kartenhinweise
[Bearbeiten]- Bikeline-Führer "Muldental-Radweg - Vom Erzgebirge nach Dessau" - ISBN 3850000095 - siehe Verlag Esterbauer
- Radwander- und Wanderkarte mit Zick‑Zack‑Faltung Mulderadweg - Freiberger Mulde. Verlag Dr. Barthel, ISBN 978-3-89591-157-6. Maßstab 1:50.000, 9,90 €
- Radwander- und Wanderkarte mit Zick‑Zack‑Faltung Mulderadweg - Zwickauer Mulde. Verlag Dr. Barthel, ISBN 978-3-89591-158-3. Maßstab 1:50.000, 8,90 €
