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Eco Pfad Industrie- und Kulturgeschichte Helsa

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Wegzeichen und Logo des Eco Pfades Industrie- und Kulturgeschichte Helsa

Der Eco Pfad Industrie- und Kulturgeschichte Helsa führt rund um Helsa, das im Jahr 1058 als „Helsen“ erstmals urkundlich erwähnt wurde und an der Mündung des Wedemanns in die Losse liegt. Er soll dazu anregen, sich mit der Kulturgeschichte des Ortes zu beschäftigen und diese vor dem Vergessen zu bewahren. Der Rundweg ist geprägt von offenen Abschnitten in den Flusstälern und schattigen Abschnitten im Hirschhagener Wald, einem Teil des Naturraumes Kaufunger Wald und Söhre.

Streckenprofil[Bearbeiten]

Der Eco Pfad Industrie- und Kulturgeschichte Helsa
Ausgangspunkt des Eco Pfades ist der Bahnhof Helsa (Lossetalbahn)
  • Länge: 10 km. Der Eco Pfad ist unterteilbar in einen 6 km langen südlichen Teil (Stationen 1 bis 6) und einen 5,5 km langen östlichen Teil (Stationen 7 bis 9).
  • Markierung: Der Eco Pfad Industrie- und Kulturgeschichte Helsa ist mit der Silhouette der Mittelmühle mit angrenzendem Fachwerkhaus markiert.
  • Ausschilderung: Bis auf eine Ausnahme nahe der Kirche ist die Ausschilderung der Wanderroute als gut zu bezeichnen. Das Wanderzeichen findet man auf separaten Holzschildern und als Aufkleber an Straßenlaternen und Verkehrsschildern.
  • Geeignetes Schuhwerk: Da der Eco Pfad auch über unbefestigte und naturnahe Wegen führt, sollte man bei entsprechenden Witterungsverhältnissen auf festes Schuhwerk zurückgreifen.
  • Familieneignung: Ja, der Eco Pfad Industrie- und Kulturgeschichte Helsa ist auch mit kleineren Kinder begehbar.
  • Mountainbike-Eignung: Teilweise wird ein Mountainbike zur Befahrung des Eco Pfades benötigt.
  • Beste Jahreszeit: Der Eco Pfad Industrie- und Kulturgeschichte Helsa sollte bevorzugt bei trockenen Witterungsverhältnissen begangen werden.

Hintergrund[Bearbeiten]

Karte von Eco Pfad Industrie- und Kulturgeschichte Helsa
Unterwegs auf dem Eco Pfad (1)
Zwischen Bahnhof und Mittelmühle über einen Fußweg entlang der Losse

Die Eco Pfade in Nordhessen sollen dazu anregen, sich mit der wechselhaften und interessanten Geschichte der Region zu beschäftigen. Es wurden insgesamt 32 Eco Pfade im Landkreis Kassel und zwei im Schwalm-Eder-Kreis eingerichtet.

Im Juni 2011 kam der Eco Pfad Industrie- und Kulturgeschichte Helsa zum umfangreichen Netz der Eco Pfade Nordhessen hinzu. Die Wanderroute wurde inzwischen vom HWGHV als "Geprüfter Spazierweg" ausgezeichnet.

Anreise[Bearbeiten]

Unterwegs auf dem Eco Pfad (2)
Der unbefestigte Fasanenweg führt steil aus Helsa und dem Lossetal hinaus

Mit dem Auto[Bearbeiten]

Nachgebautes Mühlrad an der Mittelmühle ("Klein-Wasserkraftwerk")

Durch Helsa verlaufen die beiden Bundesstraßen B7 (Kassel-Waldkappel-Eisenach) und B451 (Helsa-Großalmerode-Witzenhausen). Zur Zeit in Bau (2016) ist die Bundesautobahn A44 (Kassel-Eisenach), die wie die B7 durch das Lossetal verlaufen wird. Die nächste Autobahnanschlussstelle bis zur Fertigstellung der A44 ist die Symbol: AS 78 Kassel-Ost der Bundesautobahn A7 (Hannover-Kassel-Würzburg). Ausgangspunkt des Eco Pfades ist der 1 Wanderparkplatz Helsa Bahnhof, weitere mögliche Einstiegspunkte sind der 2 Wanderparkplatz Hergesbachtal und der 3 Wanderparkplatz Lautenbach Wanderparkplatz Lautenbach.

Mit Öffentlichen Verkehrsmitteln[Bearbeiten]

Nikolaikirche (rechts mit Kreuz auf dem Dach) und Kirchturm

An der 4 Haltestelle Helsa Bahnhof HaltestelleHaltestelle Bahnhof Helsa verkehren die Straßenbahnlinie 4 (Kassel-Helsa-Hessisch Lichtenau) und die Buslinie 210 (Helsa-Großalmerode-Witzenhausen). Die Fahrzeiten sind so abgestimmt, dass zwischen beiden Linien ein Anschluss besteht. Für weitere Haltestellen entlang des Eco Pfades Industrie- und Kulturgeschichte Helsa siehe die Streckenbeschreibung.

Streckenbeschreibung[Bearbeiten]

Ehemalige Gemeinde Schenke und Turm der Nikolaikirche (im Hintergrund)
Asphaltierter Fuß- und Radweg im Lossetal entlang der Lossetalbahn
Gut erhaltenes Stadtbild von Helsa an der Berliner Straße (Bundesstraße 451)
Fachwerkhäuser an der Kreuzung Weißer Hof / Leipziger Straße
Fachwerkhäuser an der Kreuzung Alte Berliner Straße / Am Pfarrhof

Der Eco Pfad Industrie- und Kulturgeschichte Helsa sollte nach Möglichkeit gegen den Uhrzeigersinn begangen werden. Während der südliche Teil (Stationen 1 bis 6) eine Länge von 6 km aufweist, ist der östliche Teil (Stationen 7 bis 9) 5,5 km lang. Für eine detaillierte Wanderkarte bitte einfach auf die POI's klicken, die einen sofort an die beschriebene Position leiten.

Von der Einstiegstafel des Eco Pfades Industrie- und Kulturgeschichte Helsa sind es nur wenige Meter in südlicher Richtung bis zur ersten Station, die am Beginn der Buswendeschleife bzw. am Ende des Bahnsteiges zu finden ist.

  • 5 Bahnhof Helsa und der Basaltabbau im Stiftswald - Die Bahnstrecke KasselWaldkappel, heute besser bekannt als Lossetalbahn, wurde 1879 eröffnet und erhielt bald aufgrund ihrer, bedingt durch das bergige Profil, geringen Geschwindigkeit den Spottnamen "Botenlieschen". Durch den Bau eines Wasserhochbehälters für die Versorgung der Dampflokomotiven, einer Bahnmeisterei und einer Bahnhofsgaststätte fiel der Bahnhof Helsa verhältnismäßig groß für den kleinen Ort aus.
Durch die Inbetriebnahme eines Basaltsteinbruches im Stiftswald Kaufungen 1898 wurde der Bahnhof Helsa ein wichtiger Umschlagplatz für das gewonnene Gestein. Dazu baute man eine Feldbahn zwischen Steinbruch und Brecheranlage am Bahnhof, die 1929 durch eine Drahtseilbahn ersetzt wurde. Durch den wachsenden Wohlstand und die damit verbundenen neuen Mobilitätsmöglichkeiten nach dem Zweiten Weltkrieg schwand die Bedeutung des Bahnhofes und die Bahnstrecke wurde unwirtschaftlich, sodass der Personenverkehr 1985 eingestellt wurde. Als der letzte Güterzug 2002 durch den Bahnhof Helsa fuhr, verkehrte bereits seit einem Jahr die Kasseler Straßenbahn bis nach Helsa, seit 2006 auch weiter nach Hessisch Lichtenau.

Ebenfalls nur wenige Meter sind es zwischen der ersten und der zweiten Station des Eco Pfades. Man findet sie nördlich des Bahnhofes an der Bahnhofstraße zwischen zwei Parkplatzgeländen.

  • 1 Von der Niedermühle zum Tankfahrzeugbau - Die Niedermühle war eine von drei Mühlen in Helsa und wurde bereits 1549 im Salbuch des Stiftes Kaufungen erwähnt. Im Jahre 1898 wurde die Mühle verkauft und das Gelände fortan nach Umbauarbeiten als Papier- und Zigarrenfabrik genutzt. Nach einem Brand folgten seit 1913 die Herstellung von Futtermitteln, sowie von 1920 bis 1925 die Herstellung von Flachs durch die Firma Salzmann & Comp. und ab 1937 durch Dr. Rudolf Baun aus Melsungen (B. Braun) die Produktion ärztlicher Bedarfsartikel. Bereits zwei Jahre später folgte ein erneuter Wechsel der Besitzer und es wurden fortan bis Ende des Zweiten Weltkrieges Schützenpanzer produziert. Nachdem die Gebäude nach 1945 kurzzeitig der US-Army als Reparaturbetrieb dienten, werden seit 1948 zunächst durch die Esso AG Hamburg und seit 1955 durch die Firma Esterer Tankfahrzeuge gebaut, die heute weltweit vertrieben werden.

Vom Bahnhof Helsa folgt man den Markierungen mehrerer Wanderwege, darunter auch der des Eco Pfades, unter einem Haus hindurch und läuft auf einem Fußweg entlang der Losse bis zur Mittelmühle. Über ein paar Treppenstufen erreicht man die Leipziger Straße, die über einen Zebrastreifen überquert werden kann und wandert in den historischen Ortskern Helsas hinein. Über die Straße "Am Pfarrhof" erreicht man die Berliner Straße, an der sich unterhalb der Nikolaikirche an der früheren Gemeinde Schenke (Fachwerkhaus mit überbautem Bürgersteig) die nächste Station des Eco Pfades Industrie- und Kulturgeschichte Helsa befindet.

  • 2 Kirche und Gemeinde Schenke - Als Wahrzeichen der evangelischen Nikolaikirche dient ihr freistehender 34 Meter hoher Turm, dessen älteste Teile aus dem 13./14. Jahrhundert stammen dürften. Die drei Glocken unterschiedlicher Größe im Turm stammen aus den Jahren 1588 (große Glocke), 1400 (mittlere Glocke) und 1958 (kleine Glocke). Letztere wurde sowohl während des Ersten als auch des Zweiten Weltkrieges für die Rüstungsindustrie abgegeben und jeweils durch eine neue Glocke ersetzt. Die erste urkundliche Erwähnung eines Pfarrers in Helsa stammt aus dem Jahr 1432; im Jahr 1519 wird die Helsaer Kirche als Pfarrkirche bezeichnet, die dem Heiligen Nikolaus gewidmet worden war. Die Seccomalereien im Inneren der gotischen bzw. mit Stilelemente der Renaissance versehenen Kirche gelten als die ältesten protestantischen Malereien der Region.
Ungewöhnlich ist die Lage der Helsaer Gemeinde Schenke direkt in Nachbarschaft zur Nikolaikirche. Erstmals 1597 erwähnt war die Gemeinde Schenke eine wichtige Steuerquelle Helsas. Das heute vorhandene Fachwerkgebäude stammt aus dem Jahr 1735 und war Nachfolger eines marode gewordenen Vorgängerbaus. Es wird jedoch bereits seit 1901 als Wohnhaus und nicht mehr als Gaststätte benutzt. Hintergrund zur Aufgabe des Schankbetriebes waren die von alters her protestierenden Pfarrer, die eine Störung der Kirchenruhe sahen. Massive Bürgerproteste verhinderten 1972 den wegen einer Straßenerweiterung der Berliner Straße geplanten Abriss der Gemeinde Schenke und weiterer Fachwerkhäuser.

Nachfolgend ist die Markierung des Eco Pfades etwas unübersichtlich und schwer nachvollziehbar, da dieser anscheinend über das Gelände der Nikolaikirche geführt wird. Zudem teilen sich hier der südliche und östliche Teil des Eco Pfades, was ebenfalls nicht optimal ausgeschildert wurde. Am einfachsten ist es der Bundesstraße 451 (Berliner Straße/Leipziger Straße) in westlicher, bzw. später südlicher Richtung zu folgen und schließlich in den Sportplatzweg abzubiegen. Unweit westlich der nächsten Station des Eco Pfades auf dem gegenüberliegenden Losseufer, erreichbar über eine Fußgängerbrücke, liegt die HaltestelleHaltestelle Im Steinhof (Linie 4).

  • 3 Sägewerk Helsa - Die fast 90-jährige Geschichte des Sägewerkes Helsa reicht bis in das Jahr 1898 zurück, als der Zimmermeister Walter Sellnick die ehemalige Obermühle kaufte, zu Wohnzwecken ausbaute unweit vom der Mühle entfernt ein Fabrikgebäude errichtete, in dem Riemenscheiben aus Holz, für die er ein Patent erworben hatte, gefertigt wurden. Weiter errichtete Sellnick hinter dem Fabrikgebäude die Viktoria-Bade-Anstalt, die Vorläuferin des heutigen Freibades Helsa. Als Sellnick im Jahr 1900 in Konkurs ging, wechselte die Fabrik innerhalb von zwei Jahren zweimal ihren Besitzer, sodass ab 1902 auf dem Gelände Spiral- und Korsettfedern gefertigt wurden. Bis 1930 und von 1934 bis 1988 wurden die Fabrikgebäude als Holzsägewerk genutzt, bevor sie wegen schlechter Bausubstanz abgebrochen werden mussten. Anschließend diente das Gelände als Festplatz, bevor die Gemeinde Helsa es zur Wohnbebauung auswies.

Man folgt dem Sportplatzweg weiter in südlicher Richtung und erreicht nach wenigen Metern die nächste Station des Eco Pfades.

  • 4 Die Obermühle in Helsa - Die Obermühle war ein Erblehen des Klosters Kaufungen und wurde wahrscheinlich im Jahre 1619 errichtet. Die Betreiber der Obermühle wechselten mehrmals innerhalb kürzester Zeit; bemerkenswert ist die Anklage der Erben des verstorbenen Müllers Georg Müller bei der Landgräflichen Kanzlei in Kassel gegen Christmann Williges wegen unbezahlter Rechnungen und von ihm hinterlassene Schäden. Williges wurde unter Androhung von Zwangsmitteln zur Wiedergutmachung der Schäden aufgefordert. Letzer Müller der Obermühle war Valentin Träbing, der die Mühle 1898 an den Kasseler Zimmermeister Walter Sellnick verkaufte. 1903 wurde von Frau Dr. Berta Scheck eine Parkanlage um das Anwesen angelegt. Zwischen 1985 und 1995 stand das Gebäude leer und war dem Verfall preisgegeben, sodass es im Volksmund "Villa Bröckelstein" genannt wurde. Seit 1995 wird das Anwesen nach einer Sanierung wieder bewohnt.

Vorbei am ehemaligen Sportplatz und dem Freibad Helsa verlässt man Helsa in südlicher Richtung. An einem sich auf einem Mast befindlichen roten Fahrrad (gehörend zum Herkules-Wartburg-Radweg) biegt man rechts vor einem weiteren Sportplatz in einen asphaltierten Weg ab, überquert die Losse und wandert entlang der Lossetalbahn. Man läuft unter Lossetalbahn hindurch, überquert die Losse, kommt an einem Unterstand aus Holz vorbei, unterquert die Losse erneut und erreicht im Wald die Kaskaden.

  • 5 Die Kaskaden - Die Kaskaden wurden Ende des Zweiten Weltkrieges erbaut und führen das Wasser des Rohrbaches in die Losse. Hintergrund war den oberen Teil der Losse von kontaminierten Abwässern der ab 1936 errichteten Sprengstofffabrik Hessisch Lichtenau in Hirschhagen zu entlasten. Bereits in Betrieb war während der überwiegend von Frauen von Ende 1944 bis Februar/März 1945 errichteten Kaskaden ein etwa 22 Kilometer langer Kanal vom Sprengstoffwerk bis in die Fulda. Wegen der zunehmenden Auflösung der Sprengstofffabrik, in der unter anderem der Sprengstoff TNT produziert wurde, zum Ende des Zweiten Weltkrieges hatten die Kaskaden keinen praktischen Nutzen mehr. Ursprünglich mündete der Rohrbach auf Höhe der für die Arbeiter und Arbeiterinnen des Sprengstoffwerkes errichteten Siedlung Waldhof in die Losse.

Man folgt der Markierung des Eco Pfades zurück bis zur Lossetalbahn und zweigt vor dieser nach recht in einen geschotterten Waldweg ab, dem man in das Hergesbachtal hinein folgt. Vorbei an mehreren Sitzbänken und einem Wildtiergehege erreicht man schließlich über einen unbefestigten Wiesenweg die Grillhütte Hergesbachtal, an welcher man eine kleine Rast einlegen kann. Weiter geht es zwischen zwei Fischteichen hindurch bis zur Friedrichsbrücker Straße (Landesstraße 3400), die überquert wird. Über Treppen bzw. einen schmalen Fußweg wandert man bergauf in den Wald hinein. Es folgen Abschnitte über geschotterte Forstwege sowie weitere Abschnitte auf schmaleren Fußwegen und teilweise Treppen vorbei an der Ännes-Geburtstags-Bank, bis man über den Waldlehrpfad wieder auf die Friedrichsbrücker Straße trifft. Über den Finkenweg wandert man entlang dieser wieder nach Helsa hinein, bevor man über den unbefestigten Fasanenweg zurück steil bergauf in den Hirschhagener Wald läuft.

  • 1 Helsa - wurde erstmals urkundlich im Jahre 1353 erwähnt. Durch die Zugehörigkeit zum Stift Kaufungen profitierte das Dorf zwar durch Schutz und Rechtssicherheit, musste gleichzeitig aber auch Steuern und Abgaben zu dessen Unterhalt beisteuern. Bedingt durch die Lage in einem der schmalen Täler des Kaufunger Waldes lag Helsa zwar verkehrstechnisch günstig an den Handelsstraßen Kassel-Berlin und Kassel-Leipzig, konnte aber nie große landwirtschaftliche Erträge einbringen. So waren viele Einwohner Helsas zum Beispiel als Fuhrleute beschäftigt, welche die schwer beladenen Fuhrwerke beim Überqueren der Höhenzüge des Kaufunger Waldes unterstützen. Eine Talstraße zwischen Helsa und Hessisch Lichtenau wurde erst 1829 erbaut. Während Helsa noch viele Jahre nach Ende des Dreißigjährigen Krieges und des Zweiten Weltkrieges mit den Kriegsfolgen zu kämpfen hatte, profitierte die Gemeinde von der Inbetriebnahme der Bahnstrecke Kassel-Waldkappel. In den 60er-Jahren gewann der Fremdenverkehr zwischenzeitlich an Bedeutung; bei der landesweiten Aktion "Unser Dorf soll schöner werden" konnte Helsa 1965 eine Goldmedaille erringen.

Von der Station Helsa, von der man einen schönen Blick auf den Ort hat, wandert man zunächst weiter auf dem asphaltierten Forstweg in den Wald hinein, an einer Kurven von diesem dann aber über einen unbefestigten Waldweg bergab Richtung Wedemanntal. Den Markierungen des Eco Pfades nach läuft man in östlicher Richtung parallel zum Wedemanntal, bevor man über einen schmaleren Fuß- und Wiesenweg, der im Hochsommer teilweise schon stärker zugewachsen sein kann, in der Regel aber immer noch gut passierbar ist, endgültig hinunter in dieses wandert. An der "kleinen Kreuzung mehrerer Wirtschaftswege" beginnt der Stichweg des Eco Pfades zur Station Glashütte Lappenloch leicht ansteigend über einen Schotterweg. Ab der Station Glashütte nicht weiter Richtung Wickenrode laufen, sondern zurück das Wedemanntal bergab!

  • 6 Glashütte Lappenloch - Die ersten schriftlichen Hinweise auf Glashütten im Kaufunger Wald stammen von 1407, die einer Glashütte "oberhalb von Helsa" im Lappenlochtal aus dem Jahr 1505. Bedingt durch die Produktion lagen alle Glashütten zwangsweise in der Nähe eines Baches. In fast allen Seitentälern des Kaufunger Waldes konnten Glashütten lokalisiert werden, insgesamt sind bisher etwa hundert Glashütten des Späten Mittelalters und der Frühen Neuzeit bekannt. Aufgrund des sehr hohen Holzbedarfes der Glashütten, die jeweils einzeln etwa 20 Hektar Wald im Jahr zur Produktion von Holzasche zur Befeuerung der Öfen und als Zutat für die Glasmasse benötigten, erreichte die Abholzung des Kaufunger Waldes immer größere Ausmaße. Folge dessen war, dass eine herrschaftliche Jagd in diesem nicht mehr möglich war, sodass die Glashütten von 1566 und 1596 reduziert wurden. Gleichzeitig wurde der Kaufunger Wald wieder aufgeforstet.

Nachdem man zurück zur "kleinen Kreuzung mehrerer Wirtschaftswege" gelaufen ist biegt man rechts ab, überquert den Wedemann und erreicht die Berliner Straße (Bundesstraße 451). Auf deren breitem Bürgersteig geht es nun vorbei am Wanderparkplatz Lautenbach und den HaltestelleHaltestelle Kleines Feld, Uhlandstraße und Schule (Buslinie 210) bis zur Fröbelstraße, an der sich die nächste Station des Eco Pfades Industrie- und Kulturgeschichte Helsa befindet.

  • 7 Von der Genese zum Therapiezentrum - Bereits in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts galt Helsa als eine der ersten Adressen unter den Luftkurorten deutschlandweit. Auch das Deutsche Heer nutzte die reine und gesunde Luft, um in einem eigens 1907 erbauten Genesungsheim, im Volksmund als "Genese" bekannt, lungenerkrankte Soldaten zu kurieren. Während nach dem Ersten Weltkrieg im Genesungsheim lungengeschädigte Kriegsteilnehmer untergebracht waren, wurde es ab 1934 vom Nationalsozialistischen Kraftfahrerkorps (NSKK) für die Ausbildung von Militärfahrschülern genutzt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Gebäude als Standquartier des amerikanischen Militärs und als Lager für Flüchtlinge und Heimatvertriebene genutzt, sowie von 1947 bis 1970 als Altersheim des Landkreises Kassel betrieben. Das heutige Senioren- und Therapiezentrum mit großzügigen Wohneinheiten und modernen Pflegeangeboten besteht seit 1994.

Über die Fröbelstraße wandert man bergauf vorbei am Senioren- und Therapiezentrum bis zum Waldrand des Kaufunger Waldes und über die Straße Klingenberg mit Blick über Helsa wieder bergab. Schließlich wandert man über die Alte Berliner Straße durch den alten Ortskern Helsas vorbei an der Mittelmühle und entlang der Losse zurück zum Ausgangspunkt des Eco Pfades, den Bahnhof Helsa, der nach insgesamt 10 Kilometern wieder erreicht wird.

Ausflüge[Bearbeiten]

Hirschhagen[Bearbeiten]

Das zu Hessisch Lichtenau gehörende Hirschhagen liegt südlich von Helsa im Hirschhagener Wald. Heute ein Industriegebiet, war es zur Zeit des Nationalsozialismus vor allem wegen der dort errichteten Sprengstofffabrik Hessisch Lichtenau bekannt. Siehe dazu auch den ausführlichen Wikipedia-Artikel. Erkundet werden kann das Gelände über den 5 km langen Themenweg Hirschhagen mit insgesamt 15 Informationstafeln, der auch über die Siedlung Waldhof führt (HaltestelleHaltestelle Waldhof (Linie 4)). Weitere Informationen unter www.hirschhagen.de. Zwischen Hirschhagen und Hessisch Lichtenau verkehrt die Buslinie 207, ein Umstieg von der Straßenbahnlinie 4 ist in Hessisch Lichtenau am Bürgerhaus möglich. Die Zufahrtsstraße nach Hirschhagen zweigt in Fürstenhagen von der Bundesstraße B7 ab.

Eco Pfad Archäologie Gläsnertal[Bearbeiten]

Der Eco Pfad Archäologie Gläsnertal führt von der Endschlagsiedlung bei Nieste durch das Gläsnertal aufwärts in den Kaufunger Wald hinein. Mit den Stationen Gläsnerei im Kaufunger Wald, Glasherstellung, Glashütte II im oberen Niestetal, Gläsnerzunft, Glashütte I im oberen Niestetal und Große Niestehütte widmet sich der Eco Pfad überwiegend der Glasherstellung der frühen Neuzeit. Der Eco Pfad Archäologie Gläsnertal ist von Helsa aus über die Kreisstraßen K 7, K 6 und die Landesstraße L 3237 zu erreichen, sowie mit öffentlichen Verkehrsmitteln über die Straßenbahnlinie 4 und die Buslinie 34 (Umstieg in Kaufungen).

Eco Pfad Mensch und Wasser in Kaufungen[Bearbeiten]

Der Eco Pfad Mensch und Wasser in Kaufungen verbindet auf 14 Kilometern Ober- mit Niederkaufungen. Themen des Eco Pfades, der in zwei Teile mit etwa sieben Kilometern unterteilbar ist, sind die Ziegeleien in Kaufungen, der Bergbau in Kaufungen (Rossgang), die Rosenborn, die Kunstmühle, die Mühlen am Mühlgraben in Oberkaufungen, der Steinertsee, das Wehr in der Losse und das Schütz zum Mühlgraben Niederkaufungen sowie die Mühlen am Mühlgraben in Niederkaufungen. Um nach Kaufungen zu gelangen fährt man von Helsa aus über die Kreisstraße K 7 oder mit der Straßenbahnlinie 4.

Eco Pfad Bergbau in der Söhre[Bearbeiten]

Der Eco Pfad Bergbau in der Söhre verläuft auf einer Länge von 9,5 km durch die Gemeinde Söhrewald. Stationen sind der Kohlenbergbau am Stellberg, der Karlstollen / Zeche Tiefenrod, die Seilbahn, der Wiesenschacht, der Tagebau und das Wattenbacher Kohlenwerk. Zu erreichen ist der Eco Pfad Bergbau in der Söhre von Helsa aus über die Bundesstraße B7 und die Landesstraße L 3460 sowie mit öffentlichen Verkehrsmitteln nur mit Umstieg über Kassel.

Weblinks[Bearbeiten]

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