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Chiba (Präfektur)

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Präfektur Chiba
HauptstadtChiba
Einwohnerzahl6.279.002(2021)
Fläche5.158 km²
Postleitzahl
Vorwahl
Webseitewww.pref.chiba.lg.jp
OkinawaKagoshimaKumamotoMiyazakiKurilen (de-facto Russland - beansprucht von Japan als Teil der Region Hokkaido)KagoshimaMiyazakiKumamotoSagaNagasakiFukuokaŌitaYamaguchiHiroshimaShimaneTottoriOkayamaOsakaKyotoNaraWakayamaFukuiGifuToyamaNaganoShizokuaYamanashiTokioSaitamaChibaIbarakiNiigataFukushimaYamagataAkitaAomoriKōchiTokushima

Chiba (japanisch: 千葉県, Chiba-ken) ist eine Präfektur in der Region Kantō, Japan. Der Teil an der Bucht von Tōkyō ist primär als Industrie- und Wohngebiet allenfalls für Geschäftsreisende von Interesse. An der Pazifikküste bieten sich einige landschaftliche Reize, die sich als (verlängerter) Tagesausflug anbieten.

Regionen

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Die Präfektur Chiba liegt östlich von Tōkyō. Die Bōsō-Halbinsel flankiert den Osten der Bucht von Tōkyō und bildet den südlichen Teil der Präfektur, ihr westlicher Teil ist dicht besiedelt. Hier ist das industrielle Herz der Hauptstadtregion. Das Ufergebiet ist Teil der Industriezone Keiyō, die sich von Urayasu über Chiba-Stadt und Ishihara bis Kimitsu erstreckt. Im Zentrum und Süden der Präfektur gibt es zahlreiche Golfplätze, und die Gegend südlich von Ushiku ist landschaftlich sehr reizvoll.

Benachbarte Präfekturen sind Tokio, Saitama und Ibaraki, der Fluß Tone ist die Grenze. Im Osten ist der Pazifik.

Karte
Präfektur Chiba
  • 1 Chiba (千葉) – Die Hauptstadt der Präfektur
  • 2 Funabashi
  • 3 Ichikawa
  • 4 Kashiwa
  • 5 Katori entstand erst durch Gebietsreform 2006 aus Omigawa (小見川), Yamada (山田) und Kurimoto (栗源).
  • 6 Katsuura
  • 7 Kisarazu
  • 8 Matsudo und Urayasu sind Schlafstädte, die nahtlos an Tōkyō anschließen.
  • 9 Narita - Sitz des Flughafen Narita
  • 10 Noda
  • 11 Yachimata

Hintergrund

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Der größte Teil des Inneren der Halbinsel besteht aus dem Bōsō-Hügelland (Bōsō-kyūryō) dessen höchster Punkt der 1 Atago-yama (愛宕山) mit 408,2 m ist.
Der 2 Takagoyama Naturzoo (高宕山自然動物園) (9–17 Uhr, ¥ 300) dient als Aufzuchtstation mit ca. 60 Japanmakaken. Die an diesem Berg frei lebenden sind eine genetisch distinkte Rasse.

Aus der vorhistorischen Jōmon-Zeit gibt es mehrere erforschte Hügel aus Muscheln, Müllberge jener Ära.
Die Präfektur Chiba belegt in Japan den zweiten Platz hinsichtlich der Anzahl von Kofun (schlüssellochförmige Grabstätten aus dem 4.–6. Jh.). Es wurden 677 bestätigt. Das 1 Kofun-Haniwa Museum (芝山古墳・はにわ博物館) in Shibayama informiert über diese Vorzeit, speziell die Tonozuka- und Himezuka-Kofun sowie Haniwa-Tonfiguren.

In den Tälern wird viel Reis durchschnittlicher Qualität angebaut. Die mageren Böden der noch landwirtschaftlich geprägten Ostseite werden vor allem für den Anbau von Lauchzwiebeln, und Chinakohl, der in Japan üblichen Art des Weißkrauts, genutzt. Etliche Gartenbaubetriebe bieten saisonal auch Erbeeren-Selberpflücken an.

Unterhalb der Halbinsel liegt eines der wenigen Erdgasfelder Japan. Es liefert seit es 1891 speziell in Ōtaki angebohrt wurde durchgehend. An einigen Stellen kommt es zu natürlichen Gasaustritten, wodurch z.B. das Sardinenmuseum 2004 durch eine Explosion zerstört wurde. 2010 folgte die Polizeiwache in Katsuura.

Teile der südöstlichen Halbinsel sind Naturschutzgebiet, der etwa 57 km² große so genannte Minami-Bōsō-Quasi-Nationalpark (南房総国定公園).

Anreise

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Bahnstrecken im Chiba-ken
Die Strecken der Narita-Linie im Norden der Präfektur, mit Stichbahn zum Flughafen

Der internationale Flughafen Narita (IATA: NRT) wird jährlich von rund dreißig Millionen Passagieren benutzt. Anschuß aus der Hauptstadt bildet die  Keisei-Bahn, die auch in die Schlafstadt Funabashi fährt.
Es gibt eine Schnellbuslinie, die die größeren Hotels im Bereich beim 1 Messegelände Makuhari (幕張メッセ) (zwischen den Städten Funabashi und Chiba) direkt an den Flugplatz anbindet.

Die Tōkyō-wan-Aqua-Line ist eine Autobahn, die teils als Unterwasser-Tunnel, teils als Brücke die Bucht von Tokyo überquert. Sie verbindet Kisarazu auf der Bōsō-Halbinsel mit Kawasaki in der Präfektur Kanagawa. Bei starkem Wind wird die Strecke gesperrt. Die Maut ist sehr hoch. ÖPNV-Busse fahren vom Flughafen Haneda (stündlich) oder Yokohama (YCAT) bzw. Bahnhof Kawasaki zum 2 Kisarazu Kaneda Bus Terminal (木更津金田BT) und weiter nach Goi, 2025 für ¥ 1700–1900. Es gibt auch Direktbusse von den Busstationen in Shinagawa (70 Min.) und Shibuya (75 Min.; statt Zugfahrt 1h 53′ mit Umsteigen) vom nahen Bahnhofsvorplatz Shidegaura (袖ケ浦BT発).
Andere Schnellbusse fahren die Strecke: Katsuura – 3 Takeyura-no-sato (たけゆらの里) – Ōtaki – 4 Busbahnhof Ichihara-Tsurumai – Busbahnhof Tokio-Yaesu (Südausgang Hbf. Tokyo)

Mit der Bahn

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Die Chūō-Sōbu-Linie von JR ist die wichtigste Verbindung von verschiedenen Zentren der Hauptstadt nach Chiba-Stadt. Die Keiyō-Schnellzüge bieten flotte Anschlüsse aus Tōkyō bis Chiba und von dort weiter, dann mit allen Halten auf der Uchibō-Linie, bis zum 5 Bahnhof Kazusa-Minato (上総湊駅) .

Am 6 Bahnhof Chōshi (銚子駅) enden die private, kurze  Chōshi-Bahn sowie die durch die Bōsō-Halbinsel führenden  Sōbu-Hauptlinie (120 Streckenkilometer vom Hbf. Tōkyō über Chiba-Stadt) sowie die nördlicher, meist nahe am Fluß Tone, verlaufende Narita-Linie der JR.

Die Uchibō-Linie (JR) verbindet über 119 km von Chiba-Stadt zunächst nach Süden führend Tateyama, dann U-förmig erst Richtung zur Pazifikküste, wieder nordwärts, meist einige Kilometer von der Küste, mit dem 7 Bahnhof Awakamogawa (安房鴨川駅) . Jene Stadt kann man mit zuschlagpflichtigen Wakashio-Schnellzügen aus Tōkyō-Shinjuku (über Akihabara - Kinshichō - Funabashi) erreichen. Von hier geht es als Sotobō-Linie Richtung Katsuura weiter und zurück nach Chiba-Stadt (93 km).

Katsuura und Chōshi verbindet die Sōbu-Linie, teilweise fahren Schnellzüge.

 Im Norden und in die Präfektur Saitama hinein fährt durch die dortigen Schlafstädte die Tōbu Urban Park Line (東武アーバンパークライン, früher Noda-Linie) mit Halten in Saitama, Kasukabe, Noda, Nagareyama, Matsudo, Kamagaya, Kashiwa und Funabashi.

Fähren

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Über die Bucht von Tokyo in den Hafen von Tateyama gibt es Fähren, besser gesagt Ausflugsboote, aus Takeshiba (東京・竹芝) im Minato-ku. Aus Tateyama geht es weiter nach 3 Izu Ōshima (伊豆大島) und Higashiizu.

Eine Autofähre verbindet Tateyama mit Kurihama in Yokoska. Von dort fahren auch Fähren zum Hafen Kanaya (金谷港) , Gemeinde Futtsu. Zwischen Fährterminal und dem nahen Bahnhof Hama-Kanaya ist das Mt. Nokogiri Museum (鋸山美術館) mit moderner Kunst (Di.-So. 10.00-17.00 Uhr).

Mobilität

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Die private Kominato-Bahn beginnt am 8 Bahnhof Goi (五井駅, ​Gleis 3/4; Anschluß Uchibō-Linie, Gleis 1/2) und führt, fast nur im Gemeindegebiet von Ichihara, durch die Mitte der Halbinsel 39 km nach Süden bis zum 9 Bahnhof Kazusa-Nakano (上総中野駅) . Von hier verbindet die nur noch an Wochenenden und Ferien (dann zuschlagpflichtiger “Holiday Express”) betriebene Isumi-Bahn mit Ōtaki (15,8 km) und Ōhara (26,7 km; dort Umstieg Sotobō-Linie).

Die Orte an der Südküste erreicht man mit den Linien von Kantō-Bus vom Bahnhofsvorplatz in Tateyama.

Wandern

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Die Tempel № 27–33 der Route der „33 Tempel der Kantō-Region“ liegen in der Präfektur. Geweiht sind sie der „barmherzigen Kannon.” Es sind dies: 27 1 Empuku-ji (圓福寺, ​Iinuma-san 飯沼山) in Chōshi (🚂 Kan’non 観音駅 200 m). Im Tempel ist auch die Höhen-Nullmarke, von der ab 1872 die erste moderne Landvermessung gerechnet wurde. – 28 2 Ryūshō-in (龍正院) in Narita (🚂 Namegawa 滑河駅, 800 m) – 29 3 Chiba-dera (千葉寺, ​Sen’yō-ji) (gleichnamiger Bahnhalt) im Chūō-ku, Chiba von Chiba-Stadt – 30 4 Kōzō-ji (高蔵寺) in Kisarazu (Bus bis Kazusa-takura かずさ高倉 25 Min. vom 🚂 Kisarazu) – 31 5 Kasamori-ji (清水寺) in Kasamori (Bus 62, selten vom 🚂 Machibo) – 32 6 Kiyomizu-dera (清水寺) in Isumi – 33 7 Nago-dera (那古寺, ​Fudarakusan Nagoji) in Tateyama.

Jeder der erwähnten Tempel ist für sich sehenswert. Kaum ein Japaner nimmt sich die Zeit die inzwischen durchkommerzialisierte Route zu erwandern. Gibt es kein kostenpflichtiges Schatzhaus oder kauft man keine der Stempel so sind ¥ 500 in die große Kiste vor der Haupthalle ein angemessener Obolus, da sich alle japanischen Tempel ohne staatliche Zuschüsse selbst erhalten müssen.

Sehenswürdigkeiten

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Im ländlichen Chiba-ken
Das Museum der 2 Burg Sekiyado (関宿城博物館) liegt im nordwestlichsten Zipfel der Präfektur in Noda. Nahebei ist das Suzuki Kantarō-Museum. Jener war der Premier, der 1945 die Kapitulation genehmigen mußte.

Disneyland Tōkyō und das nahe Städtchen Urayasu liegen schon im Chiba-ken.

Außerhalb größerer Ortschaften

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  • 4 Mogi-Honke-Kunstmuseum (茂木本家美術館, ​MOMOA), 242 Noda, 〶 278-0037 (Bhf. Nodashi (野田市駅), Haltestellennummer: TD17) . Kunstmuseum hervorgegangen aus der Privatsammlung der Sippe, die Kikkoman-Sojasauce herstellt. Gezeigt werden 500 Ukiyo-e-Holzschnitte von Utagawa Hiroshige und Kitagawa Utamaro sowie japanische Gemälde von Yokoyama Taikan, Ogura Yuuki und Nakajima Chinami. Gemälde im westlichen Stil von Umehara Ryuzaburo, Wada Eisaku und Kinutani Koji sowie Skulpturen von Takamura Koun und Hirakushi Denchu. Geöffnet: Mi.-So. 10.00-17.00; man macht Winterpause. Besucherzahl beschränkt, Resevierung sinnvoll.
  • 5 Vogelmuseum der Stadt Abiko (我孫子市鳥の博物館), 234-3 Konoyama, Abiko, Chiba 270-1145 . Geöffnet: Di.-So. 9.30-16.30. Preis: ¥ 300; auch Kombikarten mit dem örtlichen Shirakaba-Literaturmuseum und dem Sugimura-Sojinkan-Gedächtnismuseum.
  • 4 Keisei-Rosengarten (京成バラ園), 755番地 Owada Shinden, Yachiyo, Chiba 276-0046 . Rosen blühen von Mitte April bis zum Jahresende, außer von September bis Anfang Oktober. Geöffnet: 9.00-17.00; Winterpause Dez.-März. Preis: ¥ 2000.
  • 5 Suigo Sawara Ayame Park (水郷佐原あやめパーク), 1837-2 Ogishima, Katori, Chiba 287-0801, ​千葉県香取市扇島1837-2. Tel.: +81 (0)478 56 04 11 . Ein städtischer botanischer Garten, der auf Iris spezialisiert ist. Es ist der einzige Irisgarten in Japan, in dem man die Blütenpracht vom Boot aus bewundern kann. Von Ende Mai bis Ende Juni findet das Suigo-Sawara-Irisfest statt, bei dem 1,5 Millionen Iris in 400 Sorten in voller Blüte stehen. Im Rest des Sommers sieht man Lotusblumen, Glyzinien und Pappeln. Geöffnet: Di.-So.
  • 6 Boso-Museumsdorf (千葉県立房総のむら, ​Boso-no-mura), 1028 Ryukakuji, Sakae, Inba District, Chiba 270-1506, ​千葉県印旛郡栄町龍角寺1028 . Freilichtmuseum mit historischen Gebäuden des einfachen Volkes. Geöffnet: Di.-So. 9.00-16.30.
  • 7 Yachiyo Stadtmuseum für Lokalgeschichte (八千代市立郷土博物館), 1170-2 Murakami, Yachiyo, Chiba 276-0028, ​千葉県八千代市村上1170-2 . Ein Schwerpunkt ist das „Inbanuma-Monster“ angeblich gesichtet 1843 – Japans Äquivalent zu „Nessie.“ Geöffnet: Di.-So. 9.00-16.30.
  • 6 Narita Dream Dairy Farm (成田ゆめ牧場, ​Narita Yume Bokujō), 730ー3 Nagi, Narita, Chiba 289-0111 . Agrotouristischer Erlebnisbauernhof auf 30 ha, der Städter und ihre Kinder mit der Milchwirtschaft vertraut macht. Zum sehr gepflegten Kuhstall kommt ein Streichelzoo und eine Bogenschießanlage. Eine Schmalspur-Feldbahn zuckelt durchs Gelände. Man verkauft hausgemachtes Speiseeis und Joghurt. Zum Übernachten gibt es eine großen Caranvan/Campingplatz.
  • 8 Rekihaku (国立歴史民俗博物館, ​nationales Geschichtsmuseum Japans), 千葉県佐倉市城内町117 (im Gelände der alten Burg von Sakura. 500m vom Bahnhof Keisei-Sakura (京成佐倉駅), Haltestellennummer: KS35) . Zugleich Forschungseinrichtung, die akademische Serien veröffentlicht. Mit thematischem botanischem Garten sowie Restaurant und Shop.
  • 9 Museum der Gartenkunst in Matsuyama (松山庭園美術館), 630 Matsuyama, Sosa, Chiba 289-2152 . Geöffnet: Fr.-So. 10.00-17.00.
  • 13 Shukubara (宿原) . Das wildromantische Tal um den aufgestauten Mishima-See ist das Zentrum für Outdoorenthusiasten. Mehrere Campingplätze sind in den Wäldern.
  • 7 Nōmizo-Wasserfall (濃溝の滝・亀岩の洞窟; südlich des Dorfes Sasa) . Die zugehörige „Kameiwa-Höhle“ ist ein runder Durchbruch im Fels, durch den der Fluß kommt. Zwischen beiden läuft ein künstlerisch gestalteter Bohlenweg.
  • 8 Jakkofudoson (寂光不動尊) ist ein ungewöhnlicher, in die Felswand gearbeiteter Tempel mit einem Vordach, abgelegen am Berg. Aus Tabina steigt man 115 Höhenmeter über 1,8 km auf.

Der westlichste Punkt der Halbinsel ist am 8 Kap Sunosaki (洲埼灯台) mit Leuchtturm. Die an der südlichen Küste von hier verlaufende Küstenstraße (Nationalstr. 410) werbewirksam “Bōsō Flowerline” erschließt einige touristisch entwickelte Dörfer, speziell nahe dem südöstlichsten Punkt 9 Kap Nojimazaki (野島崎灯台公園, ​ebenfalls mit Leuchtturm) . Hier steht auch das Ozean-Museum Shirahama (Fr.-Mo. 10.00-17.00). Allzu häufig fahren Busse nicht zur kleinen 10 Busstation Shirahama .

An der Pazifikküste grenzt den fast 62 km langen lava-geschwärzten Strand von Kujukuri, der bei 10 Kap Iioka beginnt, nach Süden der 11 Kap Taitō (太東岬) mit seinem Leuchtturm und Aussichtspunkt ab. Unterhalb ist der Tsurigasaki-Strand (釣ヶ崎海岸), der Surfern nicht allzu schwierige Wellen bietet. Hin kommt man von den Bahnhalten Taitō oder Torami, beide an der Sotobo-Linie.

Südlich davon wird die Küste felsiger, ist aber immer wieder von Buchten mit Sandstränden unterbrochen. Nett ist die des Dorfes Iwafune, wo der kleine Tempel 9 Iwafunejizoson über dem Strand steht. Der Bahnhalt Namihana ist 2,8 km inland.

Chōshi

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Die an der Mündung des Tone (利根川), dem mit 322 km zweitlängsten Fluß Japans, gelegene Stadt 14 Chōshi (銚子市) ist wegen seiner guter Verkehranbindung aus der Hauptstadt beliebtes Ausflugsziel. Man lebt vom Fischfang (höchste angelandete Tonnage landesweit) und der Sojasaucenfabrik Yamasa. Sie betreibt ein kleines 10 Firmenmuseum (しょうゆ味わい体験館) mit Werksführung und Verkostung (Mo.-Fr. 9.00-16.00 Uhr) nicht weit vom Bahnhalt Naka-no-chō. Im Frühsommer lohnt sich ein Abstecher in den 100 Meter entfernten Tempel Myofukuji, wegen seines Blauregen-Pavillons und Felsgartens.

Am schnellsten kommt man mit dem zuschlagpflichtigen Shiosai-Expreß (1¾ h, 7 Zugpaare tgl. über Tokyo Hbf. - Kinshichō - Chiba - Sakura …) hierher. Bummelzüge ab Chiba-Stadt fahren 100 Min. Eine Touristeninfo ist im Bahnhof, das Geschäftsviertel an dessen Nordseite. Eine gern genutzte Kuriosität ist die nur 6½ km lange Strecke der Chōshi-Bahn, die Ausflügler zur Küste bringt. Weil man seit Jahrzehnten an der Pleite vorbeischrammt sieht man noch alte Triebwagentypen der Shōwa-Ära, die andernorts schon lange ausgemustert sind. Die Rangierlok im Betriebshof baute AEG 1922. Nur ein Zehntel der Fahrgäste sind Pendler, der Rest Ausflügler. Wegen für Japan unkonventionelle Werbung und den Verkauf von Keksen und Süßwaren seiner Hausmarke bleibt man bisher im Geschäft. Letztere machen (2024) 70% des Umsatzes aus. Der touristisch wichtigste Halt ist der 11 Bahnhof Inubō (犬吠駅, ​km 5,5) oberhalb der steilen Klippen des gleichnamigen Kaps. Die durch die Eiszeit geprägte Küste hier ist wild und schön.
Weithin bekannt ist die Tako-yaki, Bäckerei im Bahnhof Kannon. Verkauft werden frisch gebackene gefüllte Kekse mit süßlichen Pasten gefüllt, die in fischförmige Modeln gegossen war.

Alles was der japanische Besucher an Souvenirs braucht gibt es im 1 Chōshi Select Market .

Speis und Trank
  • 1 Ichiyama Ikesu (一山いけす), 7387-5 Kurohaichō, Chōshi, Chiba 288-0003 . Gutes Fischrestaurant mit großer Auswahl bei vernünftigen Preisen. Geöffnet: Fr.-Mi. 11.00-15.30 (Winter kürzer), 17.00-20.00. Preis: ¥ 2000+ p.P.
  • 2 Hennery Market, 7001 Kurohaichō, Chōshi . Rustikale Kneipe, spezialisiert auf Gyōza. (Der kleine Tempel Kasagamiji schräg über die Straße ist einen Blick wert.)
Unterkunft
  • Ashika-so (あしか荘), 5287 Ashikajimachō, Chōshi, Chiba 288-0005. Tel.: +81479228165. Gehobene Mittelklasse (mit HP) in japanischen Zimmern, mit Gemeinschaftsbad. Preis: ab ¥ 16.300 inkl. tax.

Narita

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Im Shinshō-ji, bekannt als „Narita-san“

Die Großstadt Narita (成田市) bekannt wegen des Großflughafens hat aus Besuchersicht wenig zu bieten. Die Bahnhöfe von JR Narita und Keisei-Narita sind nebeneinander. Der New Town, der über ein Viertel der Stadt ausmacht ist eine 1968 geplante seelenlose Planstadt.

Die einzige Sehenswürdigkeit ist die weitläufige Anlage des Tempels, den man, tempeltypisch über eine Omotesandō (表参道) genannte Auffahrtstrasse, aus Bahnhofsnähe erreicht. Hier sind rund 150 kleine Geschäfte die den üblichen Bedarf. Die Anlage gehört zu denen in Japan mit der höchsten Besucherzahl an den Neujahrstagen, sowohl Oshogatsu im Januar als auch Setsubun einige Wochen später. Bereits im Mittelalter war hier wegen der Gottheit Fudō Myōō ein Pilgerziel; seine Statue ist in der Friedenspagode. Narita-san ist einer der Tempel der Pilgerroute „36 Tempel des Fudō“ (関東三十六不動霊場), die 1987 ausgewiesen wurde. Der große Park wird zum Frühlingsanfang, während der Pflaumenblüte gerne besucht.

10 Shinshō-ji (大本山成田山金剛王院神護新勝寺, ​Narita-san), 千葉県成田市成田1番地の1. Tel.: +81 (0)476 22 21 11, Fax: +81 (0)476 24 22 10 . Der Tempel wurde im Mittelalter gegründet, die heutigen Bauten sind sehr viel neuer. Die Kōmyō-dō von 1701 steht unter Denkmalschutz und birgt eine Statue des Nyorai-Buddhas, der im Shingon-Buddhismus wichtig ist. Die dreistöckige Pagode nahe dem Niōmon-Eingangstor stammt von 1712. Aus dem 20. Jahrhundert sind die „Halle der Gründers“ (Kaisandō) von 1938, die Haupthalle von 1968, die Friedenspagode von 1984, die Halle des Kronprinzen Shōtoku von 1992 sowie das Sōmon-Haupttor von 2008.

Siehe auch: Museen beim Flughafen

Ōtaki

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Burg Otaki: 1 Hommaru mit Burgturm (rot), 2 Ni-no-maru mit Residenz R, San-no-maru, V Vorburg. Nordwestlich auf einer Anhöhe, die vom Izumi (夷隅川) umflossen wird, wobei der innerste Burgbereich, das Hommaru (本丸), auf dem höchsten Punkt angelegt war.
Der historische 1 Ōya-Ryōkan geht auf die Edō-Zeit zurück. Das heutige denkmalgeschützte, weitgehend originale Gebäude ist von 1885 und diente einige Male als Filmkulisse. Auch soll der Meiji-tennō hier genächtigt haben. Die heutigen Preise sind für einen Ryōkan moderat.

Das Gemeindegebiet (ca. 19×12 km) der im Zentrum der Halbinsel liegenden Kleinstadt 15 Ōtaki (大多喜町, ​es gibt 5 weitere Dörfer dieses Namens in Japan) ist zu siebzig Prozent bewaldet. Hier wachsen gute Shiitake-Pilze und Bambussprossen, die als lokale Spezialitäten angeboten werden. Aufgrund der Höhenlage ist es einige Grad kälter und feuchter als an der Küste. Im Winter fällt Schnee.

Die Ortschaft selbst, mit Bahnhalt, wird gerne wegen der wiederhergestellten 11 Burg Ōtaki (大多喜城) besucht. Sie war erstmals vom Portugiesen João Rodrigues (Missionar) 1609 besucht und beschrieben worden, brannte aber 1842 fast komplett ab. Im, in den 1970ern nachgebauten, Burgturm ist heute eine Außenstelle des Museums der Präfektur, das Montag geschlossen ist. Ein historisches Kostümfest veranstaltet man an einem Septemberwochenende.

Nach einem kurzen Marsch hinter das Baseballfeld des Ortes kann man sich 3 Mitosaya Botanical Distillery (Kräuter-Schnapsbrennerei) entspannen. Zum Konzept gehört die in einem Glashaus eingerichtete Bar mit Hofverkauf. Besichtigungen und Ausschank erfolgen nur Freitag und Samstag 10.00-16.30 Uhr.

Im Ortsteil Odoro (小土呂) ist die Gärtnerei 2 Ōtaki Herb Garden (大多喜ハーブガーデン) ebenfalls mit Café und Hofladen (man macht Winterpause). Für Japan ist solches ungewöhnlich.

Das zweitgrößte Dorf ist Nakano, mit dem Bahnof Kazusa-Nakano (上総中野駅).
Der am Waldrand gelegene zum Sōtō-Zen gehörige Tempel 11 „Dharma Winds“ bietet bis zu einwöchige unkonventionelle Meditationsretreats.

Informationen zum wildromatischen Yōrō-Tal und seinen heißen Quellen bietet die 1 Touristeninfo (養老渓谷 喜楽里) im Dorf Kotadai. Mehrere Buslinien von Kominato halten an der Nationalstraße bei der Polizeistation unmittelbar davor.

Auf dem Weg ins Tal ist das gehobene Onsen-Hotel 2 Keikoku Bettei Mochinoki (渓谷別庭 もちの木) (Tel. +81470809000).

Folgt man dem Yōrō-Fluß aufwärts, neben der Landstraße sind Wanderwege, gelangt man zu zwei Wasserfällen. Unterwegs sind zehn Pensionen und Campingplätze. Nach etwa 8,5 km (↥ 120 m) kommt man ins 16 Dorf Kaisho . Oberhalb ist ein 2,5 ha großes Arboretum (筒森展示林; 10-15 Uhr), für jene, die die verschiedenen Bäume Japans unterscheiden können wollen. Leider ist die Beschriftung nur Japanisch.

Das 12 Umegase-Tal ist ein Seitental, administrativ im ländlichen Teil der Stadt Ishihara gelegen. Man erreicht es, wie das Yōrō-Tal, vom 12 Bahnhalt Yōrōkeikoku (養老渓谷駅) über die Keikoku-Brücke. Zum besteigen bietet sich der bewaldete 13 Daifukuyama (大福山展望台, ​Ortsteil Ishizuka) mit Aussichtsturm an.

Isumi

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17 Isumi (いすみ市) als Stadt gibt es seit der Gebietsreform 2005, als mehrere umliegende Dörfer um Isumi-machi (夷隅町) eingemeindet wurden. Im Ortsteil Ogiwara befindet sich der alte Tempel 12 Gyōgan-ji (東頭山無量寿院行元寺) und im Ortsteil Misaki der Kiyomizu-dera, vorletzte Station der Pilgerroute „33 Tempel von Kantō.“

12 Heimatmuseum Isumi (いすみ市郷土資料館), 93-1 Yamasa, Isumi, Chiba 298-0124 (Ortsteil Kuniyoshi) . In großer Halle, vergleichsweise gut ausgestattet zur Lokalgeschichte. Geöffnet: Di.-So. 9.00-16.30.

Bahnhanschluß mit JR hat man im Ortsteil Ōhara, küstennah knapp 10 km vom Ortsteil Kuniyoshi. Wie erwähnt, fährt die Isumi-Bahn nur noch eingeschränkt. Man hat jedoch ein 13 Freilichtmuseum mit dem Fuhrpark der Bahngesellschaft (いすみポッポの丘) eingerichtet, das Freitag bis Montag geöffnet ist. Getragen wird diese „Eisenbahnfahrzeug-Erhaltungseinrichtung“ von einem Hühnermastbetrieb, der seit 2019 nur noch Bio-Eier verkauft. Essen kann man in einem Café und Speisewagen.

An den Tempel Myooin angrenzend ist der 3 Campingplatz LEPO (Tel. +815088862045) dessen Reiz die einfache Sauna ist. Zum Abkühlen springt man in ein wassergefülltes altes Ölfaß.

Im Ortsteil Yamada ist am Fluß eine 14 Glühwürmchen-Beobachtungszone (engl. “Genji firefly”, d.i. Nipponoluciola cruciata) markiert, da hier von Mai bis Juli tausende am frühen Abend leuchtend ausschwärmen.

Aktivitäten

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Der typische vulkanisch-schwarze lange Sandstrand an der Pazifikseite, hier bei Kujukuri (Gemeinde Sanmu 山武)

Da die geothermische Aktivität der Region gering ist, gibt es vergleichsweise wenige heiße Quellen und Badehäuser (onsen).

In Isumi und Ōtaki gibt es mehrere Golfplätze.

Veranstaltungen

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  • Das Festival Rock in Japan wird an zwei Wochendenden Mitte September im 2 Soga Sports Park (千葉市蘇我スポーツ公園) abgehalten. Platz ist für 30.000, es gibt fünf Bühnen.
  • Die Japan Mobility Show, sie hieß bis 2023 Tokyo Motor Show, zieht Zehntausende alle zwei Jahre, nächstmalig 2027, Anfang November ins Messezentrum Tōkyō Biggu Saito, an der Präfekturgrenze.
  • Tokyo Game Show eine jährliche Videospiel- und Hardwareausstellung im September und das Jump Festa eine Manga-, Anime- und Videospielausstellung im Dezember finden jährlich beide in den Hallen der Makuhari-Messe statt.

Wassersport

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Für einen Badebetrieb ist an den langen Stränden am Pazifik im Hochsommer warm genug. Überall in Japan endet der „offizielle“ Strandbetrieb zum 1. September.
In der nördlichen Bucht von Tōkyō ist das Wasser so schmutzig, daß das Delphinarium in Urayasu sauberes Seewasser aus Hachijōjima per Schiff bringen läßt. Die Strände der 3 Iwai-Küste (岩井海岸) sind flach, natürlich mit eher dunklem Sand. Der 4 Strand Haroka (原岡海水浴場, ​mit Mole) ist in der Bucht der Kleinstadt Minamiboso. Getrennt vom Naturschutzgebiet am Kap Taibusa ist der 5 Hojo-Strand in der Bucht von Tateyama, knapp 13 km südlich Iwai.

Küche

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Vor dem Hauptgeschäft der Restaurantkette Tomita (mit zehn Filialen in der Region), Erfinder der Tomita tsukemen (= 中華蕎麦とみ田, Chuka-Soba Tomita) bilden sich jeden Tag Schlangen. Zur „Grundsuppe“ wählt man die Beilagen nach Wunsch. 2025 kostet das ¥ 1000+¥ 850 „mit allem.“

Als regionale Spezialitäten gelten:

  • Kujukuri, sonnengetrocknete Sardinen oder Sardellen, gebraten, die mit Reisessig (mirin) und schwarzen Sesamkörnern gewürzt werden.
  • Namerō ist gewürzte Paste aus gehacktem Fisch. So „klebrig“ oder geschmackvoll (je nachdem wen man fragt), daß man sie vom Tellerchen lecken muß.
  • Asaridon, eine Schüssel Reis mit gekochten Muscheln obenauf.
  • Futomaki, ist eine dicke Sushirolle mit bunter Einlage aus verschiedenen Gemüsen und Eierstich.
  • Chōshi Tsurikinme (銚子つりきんめ) ist eine geschützte Bezeichnung für einen 20–25 cm langen roten Fisch, der nur an Werktagen drei Stunden lang nach Sonnenaufgang mit der Leine, in Tiefen von 300–500 m, gefangen werden darf (es gibt weitere Fanggründe im Süden). Serviert werden sie normalerweise gegrillt. Im OG der Außenstelle Tokawa der Stadtverwaltung von Chōshi veranstaltet man während der „Golden Week“ (Wortspiel mit dem Fischnamen und „Gold,“ beides „kin“) ein Fest bei dem dieser Fisch „von Muttern“ serviert wird.
  • Kaisō, eine Gelantine gekocht aus der Alge Chondrus elatus soll in Chōshi ihren Ursprung gehabt haben.
  • Das Städtchen Noda (野田市) ist auch bekannt für „weiße Gyōza,“ die hier unüblicherweise frittiert werden.
3 Sardinenbörse, 347-98 Koseki, Kujukuri-machi, Sanbu-gun (hinter dem Fischereihafen Katakai) . Hierhin verlegt hat man auch die Bestände des weltweit einzigen „Sardinenmuseums“ (vormals 九十九里いわし博物館). Im EG ist der Direktvertriebsbereich, in dem landwirtschaftliche und maritime Produkte von 72 Geschäften verkauft werden, das OG sind Restaurants. Vom Eingang aus ist außerdem ein Aquarium mit etwa 3000 Sardinen zu sehen, was 2023 fanatische Tierschützer zu Protesten veranlaßte, von wegen „Enge.“ Sollte man bei Erbeben hier sein ist ein Tsunami-Evakuierungsturm nebenan. Geöffnet: 9.00-18.00.

Nachtleben

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Siehe die einzelnen Stadtartikel.

Klima

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Anstieg der durchschnittlichen Septembertemperatur 1907–2014: Katsuura im Chiba-ken ist die unterste, gelbe Linie

Die Sommer sind warm; Schnee fällt an der Pazifikküste nicht.

Die Wassertemperatur an der Pazifikseite erreicht im August 25 °C, Juni bis September ist das Meer 20+ °C warm.

Literatur

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  • Hoshi Masayuki; Shimada Nobue [Übs.]; Die Erlebnisse der deutschen Gefangenen im Lager in Narashino; Berlin 2014 (Pro Business); ISBN 9783863867423; [Kriegsgefangenenlager 1915–20 im Ortsteil Ninomiya.]
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(Stand: Nov 2025)

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