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Unesco-Welterbestätten in Europa
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Äolische Inseln

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Die nach dem griechischen Windgott Äolus benannten Äolischen Inseln, in der deutschen Sprache meist Liparischen Inseln, liegen nördlich von Sizilien im Tyrrhenischen Meer. Zu dem Archipel zählen die sieben Hauptinseln Lipari, Vulcano, Salina, Filicudi, Alicudi, Panarea und Stromboli. Daneben gibt es noch eine Reihe kleinerer, unbewohnter Inseln und Felsklippen wie z. B. Basiluzzo und Strombolicchio.

Lage
Lagekarte von Sizilien in Italien
Äolische Inseln
Äolische Inseln
Die Insel Stromboli

Die sieben Inseln[Bearbeiten]

Lipari (37,6 km²) ist die größte und bevölkerungsreichste Insel des Archipels und bekannt für ihre Vorkommnisse an Bimsstein und Obsidian. Der Bimsstein wurde intensiv abgebaut, und war die Wirtschaftsgrundlage der Insel. Der Abbau wurde aus Naturschutzgründen eingestellt, inzwischen stellt der Tourismus die Lebensgrundlage der Bevölkerung dar.

Auf Lipari liegt auch der gleichnamige Hauptort für sechs der sieben Inseln (ohne Salina), die eine gemeinsame politische Gemeinde bilden. Die Stadt kann als das Zentrum des Archipels gelten, von hier aus verbindet ein Netz von Schifffahrtslinien alle Inseln unter sich und mit Sizilien.

Vulcano (21,2 km²), die südlichste der Liparischen Inseln, ist wegen ihrer warmen Schwefelquellen direkt neben dem Hafen eine gern besuchte Insel des Archipels. Geologen halten sie für am stärksten durch vulkanische Ereignisse gefährdet. Der Vulkan Vulcano, welcher sich zur Zeit einzig aber heftig durch schwefligen Gestank und Fumarolen bemerkbar macht, pflegte in der Vergangenheit in Abständen von 100 bis 150 Jahren heftig auszubrechen. Er wird deshalb wie alle italienischen Vulkane laufend überwacht.

Vulcano - Porto Levante
Vulcano Gran Cratere

Salina (26,8 km²) ist die zweitgrößte und auch grünste der Liparischen Inseln. Sie besteht aus zwei längst erloschenen Vulkangipfeln, wobei der östliche (Monte Fossa delle Felci, 962 m) die höchste Erhebung des gesamten Archipels bildet. Sie ist größtenteils durch Landwirtschaft geprägt. Als einzige Insel gehört sie nicht zur politischen Gemeinde Lipari, bemerkenswerterweise liegen auf ihr drei autonome Gemeinden (Santa Marina Salina, Malfa, und Leni).

Stromboli (12,6 km²), die nach dem gleichnamigen Vulkan benannt ist, ist die nördlichste und viertgrößte Insel des Archipels. Durch seine regelmäßige explosive Aktivität ist der Vulkan der einzige noch ständig tätige Vulkan Europas. Die Insel ist mit ihren rund 160.000 Jahren die "Jüngste" unter den Liparischen Inseln.

Filicudi (9,5 km²) liegt westlich von Salina. Der antike Name der Insel lautete Phenicusa, da sie früher dicht mit Farn bewachsen war. Filicudi ist mit 1 Million Jahre altem Lavagestein die älteste und zudem die zuerst besiedelte Insel des Archipels. Der größte Teil der Insel steht unter Naturschutz.

Alicudi (5,2 km²) ist die westlichste Insel. Sie ist annähernd kreisrund und besteht aus dem 675 m hohen erloschenen Vulkan Filo dell’Arpa. Nur knapp 100 Personen wohnen ständig hier, und es gibt weder Straßen noch Automobile. Die kleinen Ansiedlungen im südöstlichen Teil sind über Treppenwege miteinander verbunden, Materialtransporte erfolgen wie früher mit Mauleseln. Erst 1990 wurden Elektrizität und Telefon eingeführt.

Panarea (3,4 km²) ist die kleinste bewohnte Insel, auf halbem Wege zwischen Lipari und Stromboli. Der Tourismus ist Haupterwerbszweig der Inselbewohner. Panarea gilt als Sommertreff wohlhabender Italiener. In der Hauptreisezeit im Juli und August öffnen exklusive Boutiquen und Geschäfte, und in den engen Gassen drängen sich die Tagestouristen. Außerhalb der Saison wirken die gepflegten Orte mit ihren gut unterhaltenen Villen jedoch wie ausgestorben.

Orte[Bearbeiten]

Weitere Ziele[Bearbeiten]

Hintergrund[Bearbeiten]

Die Liparischen Inseln wurden im Jahre 2000 als Naturerbestätte von der UNESCO auf die Liste des Welterbes gesetzt. Die Inseln stellen durch ihren vulkanischen Ursprung und fortwährende vulkanische Tätigkeit weltweit ein einzigartiges Beispiel für Studien des Vulkanismus dar.

Diese Vulkane sind vor rund 350.000 Jahren aus dem Meer aufgetaucht und bilden die Gipfel eines Systems von Unterwassererhebungen, die sich aus Wassertiefen bis zu 3000 m erheben. Um das Archipel herum gibt es weitere Unterwasservulkane, die aber nicht mehr aktiv sind.

Im Jahre 4000 v. Chr. wurden die ersten Siedlungen auf Lipari gegründet. In den folgenden Jahrhunderten durchlebte das Archipel mehrere Kulturepochen und wurde immer wieder durch verschiedene Bevölkerungszuwanderungen beeinflusst. Ende des 6. Jhrs. wurden die Inseln von Griechen besiedelt und die Kultur blühte wieder auf. Durch die Eroberung der Römer 251 v. Chr. wurden die griechischen Siedlungen zerstört und die Inseln verloren ihre strategische Wichtigkeit. Durch den Untergang des Römischen Weltreiches wurde das Archipel entvölkert.

Im 18. Jh. begann eine Wiederbevölkerung, die den Handel wieder aufblühen ließ, jedoch zum Nachteil der Landwirtschaft, was viele Bewohner zur endgültigen Auswanderung trieb. Die heute dort lebenden 20.000 Insulaner leben, neben der Haupteinnahmequelle des Fremdenverkehrs, von der Landwirtschaft und dem Fischfang.

Die Liparischen Inseln sind durch die geologischen Bestandteile wie Lava und Asche, Lapilli, Bimsstein, Basalt, Obsidian und Vulkansand meist kahl und unfruchtbar. Die Bewohner kultivieren mit viel Mühe den trockenen Boden mit Olivenbäumen, Weinreben und Kapern.

Im Jahre 1949 wurden die Liparischen Inseln durch Rossellinis Verfilmung von "Stromboli" mit Ingrid Bergmann wiederentdeckt.

Architektur[Bearbeiten]

Charakteristisch für die Liparischen Inseln ist die Architektur. In kleinen Ortschaften oder auf dem Land verstreut, sieht man weißgetünchte, würfelartig gebaute Häuser, die nach dem alten äolischen Baustil errichtet sind. Diese einfache, würfelige Form widersteht am Besten den ständigen Vulkanbeben. Die Häuser bestehen meist aus quadratischen Räumen, die untereinander nie verbunden sind und auf eine große Terrasse, bagghiu genannt, führen. Diese ist meist mit einem Laubendach abgedeckt, das auf Holzbalken liegend, Schatten spendet. Am Rand der Terrasse befinden sich Rundpfeiler, den typischen pulera, die als Stütze der Laube dienen. Die Terrasse wird von einer niedrigen Mauer umschlossen, in die Sitze aus Stein, bisuoli genannt, eingelassen sind. Die Sitzflächen sind oft mit farbigen Fliesen (Majolika) verkleidet. Gibt es ein weiteres Geschoß, ist dies über eine äußere gebogene Treppe zu erreichen. Die Zimmer im oberen Stockwerk sind durch eine Terrasse verbunden. Die Dächer sind flach und dienen zum Auffangen und Sammeln von Regenwasser.

Sprache[Bearbeiten]

Anreise[Bearbeiten]

Mit dem Schiff[Bearbeiten]

Es gibt günstige Verkehrsverbindungen, mit aliscafi (Tragflächenbooten, die wetterbedingt nicht immer fahren) und traghetti (Fähren) von Neapel, Kalabrien (Reggio Calabria und Gioia Tauro) und Sizilien (Messina, Palermo, Cefalù, Sant'Agata di Militello, Giardini Naxos und Milazzo).

Wichtiger Hinweis: Die Verbindungen werden von verschiedenen Gesellschaften angeboten (vor allem SNAV, Ustica und siremar), die Fahrpläne sind aber nicht unbedingt aufeinander abgestimmt. Deshalb ist Vorsicht geboten bei der Reiseplanung. Erschwerend kommt hinzu, dass die Fahrscheine gegenseitig nicht anerkannt werden. Es ist also sicherer, das Ticket erst kurz vor der Abfahrt bei der richtigen Gesellschaft zu kaufen. Rückfahrscheine bieten ohnehin keinen Preisvorteil gegenüber zwei Einwegfahrscheinen.

Auf der Straße[Bearbeiten]

Die Mitnahme des eigenen Autos ist nicht zu empfehlen und ohnehin sehr teuer. Auf einigen Inseln ist sie sogar saisonal oder ganzjährig untersagt. Wohnmobile können auf den Inseln auch nicht verwendet werden, weil das „wilde Campieren“ verboten ist, und weil die Zufahrten zu den wenigen vorhandenen Campingplätzen nur für Fahrzeuge des Typs „Cinquecento“ breit genug sind.

Mobilität[Bearbeiten]

Auf Lipari und Salina sind die wichtigsten Ortschaften mit Busverbindungen erschlossen, Taxis sind auch vorhanden. Außerdem sind, wie auf Vulcano Mietautos und Mietscooter (Roller) direkt am Hafen erhältlich. Von Insel zu Insel hüpft man mit dem Aliscafo (siehe oben).

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Die Liparischen Inseln haben für Naturliebhaber, Vulkanwanderer und Badefreudige einiges an Reizen zu bieten: Sauberes Meer, feine schwarze Sandstrände, Thermalquellen, Grotten und schroffe Felsriffe sowie insulare Naturlandschaften, die auf jeder Insel durch die geologischen Eigenschaften unterschiedlich sind.

Aktivitäten[Bearbeiten]

Küche[Bearbeiten]

Die Liparischen Inseln (insbesondere Salina) sind auch bekannt für den Anbau von Kapern. Die Kaper ist aus der Liparischen Küche nicht wegzudenken. Die Küche ist durch die abwechselnde Kulturgeschichte vielfältig und phantasievoll. Hauptcharakteristik eines jeden Gerichts sind duftende Kräuter und natürlich die capperi. Zu einer Mahlzeit wird meist gerösteter Fisch, Zitronenlikör und Malvasia (Wein) gereicht.

Nachtleben[Bearbeiten]

Sicherheit[Bearbeiten]

Ausflüge[Bearbeiten]

Stromboli[Bearbeiten]

Zu den sicherlich spektakulärsten Ausflügen, die man auf den Liparischen Inseln unternehmen kann, gehört eine Besteigung des Stromboli. Die Besteigung ist nur mit Führer gestattet. Die Führungen starten am späten Nachmittag, sodass man bei Anbruch der Nacht oben ist und die glühenden Lava-Fontänen gut sehen kann. Es ist Pflicht und auch ratsam, eine Taschenlampe und ausreichend Trinkwasser mitzunehmen. Einen Helm bekommt man von den Organisationen gestellt, die die Führungen anbieten. In der Nähe der Krater muss man ihn aufsetzen. 2012 kostete eine Stromboli-Tour € 27,- pro Person. Der Aufstieg ist sehr anstrengend. Man sollte schon gute Kondition haben. Es geht fast 900 Höhenmeter permanent recht steil bergauf. Wanderstöcke erleichtern den Marsch spürbar. Wer es bis oben schafft, wird mit spektakulären Eindrücken belohnt. Das Grollen und Fauchen des Vulkans und die glühenden Lavafontänen wird man nie mehr vergessen. Der Stromboli spuckt recht zuverlässig etwa alle 20 Minuten glühende Lava aus. Und das schon seit der Römerzeit. Die hielten den Stromboli für den Zugang zur Hölle. Wer die Geräusche und die Eruptionen live erlebt hat, der kann diese Gedanken nachvollziehen. Hinunter geht es durch lose Aschefelder. Entsprechend sieht man hinterher aus. Kleiner Insidertipp: Man sollte schauen, dass man nicht hinten in der Gruppe läuft. Da kriegt man den aufgewirbelten Staub von den Vorderleuten ab.

Vulcano[Bearbeiten]

Wer sich beim Thema Vulkanismus mit einer Nummer kleiner begnügt, der kann die wesentlich bequemere Tour auf den gleichnamigen Vulkan der Insel Vulcano machen. Dieser Vulkan spuckt keine Lava mehr, aber emittiert permanent schweflige Gase. Dementsprechend stinkt es überall nach diesem chemischen Element. Überall am Wegesrand sieht man schön anzuschauende kristalline Schwefelausblühungen. Einen Führer braucht man für diese Tour nicht. Man kann gegen ein Entgelt eine geführte Tour mit Gasmasken durch den Krater machen. Muss man aber nicht, man sieht eh kaum was. Zu empfehlen ist dagegen der spektakuläre Blick auf alle Liparischen Inseln von dort oben aus. Am Fuße des Vulkans kann man ein Bad in warmen schwefligen Schlamm nehmen. Soll enorm gut für die Haut sein. Für die Badebekleidung ist es eher abträglich, weshalb man zu diesem Bad vielleicht ein älteres Modell wählen sollte. Am Strand neben dem Schlammbad kann man im Meer zwischen blubbernden Schwefelgasquellen schwimmen. Vorsicht, manche Quellen sind recht heiß! Übrigens, nach der Insel Vulcano werden alle Feuerberge "Vulkane" genannt.

Lipari[Bearbeiten]

Einen schönen und exklusiven Rundblick auf Stadt, Hafen und die umliegenden Inseln hat man vom Monte Rosa (38° 28′ 59″ N 14° 58′ 36″ O). Man geht von der Marina Lunga (Fähranlegehafen) entlang der Küste in nördlicher Richtung und kurz vor dem Tunnel eine Fahrstraße (38° 28′ 44″ N 14° 57′ 44″ O) links hinauf. Hat man die Höhe erreicht (38° 28′ 52″ N 14° 57′ 45″ O), biegt man rechts ab. Von da an folgt man dem Weg sinngemäß, auch von Wegweisern unterstützt. Am Anfang handelt es sich um eine Teer-, dann um eine gepflasterte schmale Straße, schließlich um einen Fußweg, der zunehmend durch Auswaschungen beschwerlicher wird. Die Vegetation, Ausblicke und geringe Begehung lohnen diese Mühe aber. Am Ende wartet eine (verschlossene) moderne Kapelle und Kreuz mit einem kleinen Gipfelplateau auf dem Vorgebirge. Für den Rückweg gibt es keine Alternative, man wird aber durch die andere Gehrichtung mit neuen Perspektiven auf die Umgebung belohnt.

Panarea[Bearbeiten]

Prähistorisches Dorf (38° 37′ 32″ N 15° 3′ 49″ O) zwischen zwei malerischen Buchten auf einem spektakulären Vorgebirge, entlang der Küste auf großteils geteerten Straßen und zuletzt auf einem Fußsteig vom Schiffsanleger erreichbar.

Filicudi[Bearbeiten]

Vorgebirge mit prähistorischem Dorf (38° 33′ 27″ N 14° 35′ 22″ O) vom Schiffsanleger in südöstlicher Richtung auf zuerst Fahrstraße entlang der Küste , dann Fußsteig erreichbar.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

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