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Palästina

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Palästina bzw. die Palästinensischen Gebiete liegen im Nahen Osten. Geographisch bezeichnet Palästina das gesamte Gebiet des 1948 ausgerufenen Staates Israel mit den seit 1967 besetzten Gebieten der Westbank und des Gazastreifens. Einen „Staat Palästina“ gibt es bis heute nicht, obwohl in den zurückliegenden Jahren und Jahrzehnten immer wieder Verhandlungen zwischen Israel und den Palästinensern geführt wurden, um eine palästinensische Unabhängigkeit zu erreichen. Schweizer Diplomaten sprechen vom „besetzten Palästinensische Gebiet.“

Ein zukünftiger Staat soll auf dem Gebiet von Westjordanland und Gazastreifen entstehen; vor allem das Westjordanland untersteht allerdings noch immer zu großen Teilen israelischer Verwaltung, die willkürliche Anlegung jüdischer Siedlungen und Errichtung von Sperrzäunen entlang Straßen führen zu einem vollkommen zerstückelten Gebiet.

Hintergrund[Bearbeiten]

Bis zum Krieg 1967 war die Westbank Teil Jordaniens, der Gazastreifen gehörte zu Ägypten. Die autonomen Palästinensergebiete auf der Westbank sind ein Flickenteppich die Dilomaten im Oslo-Abkommen zusammengezimmert haben.

Regionen[Bearbeiten]

Grün: Gebiete unter Verwaltung der palästinensischen Autonomiebehörde.

Die palästinensischen Gebiete bestehen aus zwei nichtzusammenhängenden Regionen: Das kleinere Gebiet ist der der Gazastreifen, ein dicht besiedelter Küstenstreifen zwischen Südisrael und dem ägyptischen Sinai. Die Region mit der größeren Fläche ist das weiter östlich und nordöstlich gelegene Westjordanland, manchmal auch Westbank genannt, das zwischen Israel und Jordanien liegt; der Jordan und das Tote Meer bilden die östliche Grenze dieses Gebiets.

Städte[Bearbeiten]

Westjordanland[Bearbeiten]

Ein wesentlicher Teil der ausländischen Besucher ist religiös motiviert und möchte die in den Legenden der christlichen Bibel beschriebenen Orte bsuchen:

Gazastreifen[Bearbeiten]

  • Gaza
  • Rafah
  • Khan Younis
  • Beit Hanoun
  • Beit Lahya
  • Deir al-Balah

Anreise[Bearbeiten]

Zur Einreise ist ein Reisepass nötig, der noch mindestens sechs Monate gültig ist. Ein Visum braucht nicht beantragt zu werden. Eine Ein- und Ausreise in das Westjordanland ist nur über israelisch kontrollierte Ein-/Ausreisepunkte möglich. An hohen jüdischen Feiertagen kommt es erfahrungsgemäß zur Abriegelung Palästinas und zur Schließung von Ein-/Ausreisepunkten.[1] An den von Israel kontrollierten Checkpoints kann es zu bewaffneten Auseinandersetzungen kommen. Der zwischen Jerusalem und Ramallah gelegene 1 Checkpoint Qalandia (31° 51′ 42″ N 35° 13′ 41″ O) ist davon besonders betroffen.

Die touristische Einreise in den Gazastreifen ist seit 2014 nicht möglich.

Devisenbestimmungen[Bearbeiten]

Die Ein- oder Ausfuhr von Geldmitteln (Bargeld, Barschecks, Reiseschecks) im Gegenwert von zusammen 80.000 Schekel muss angemeldet werden. Das entsprechende „Zoll-Formular Nr. 84“ kann telefonisch unter +972-2-658 7777 angefordert werden.

Mit dem Flugzeug[Bearbeiten]

Die Anreise mit dem Flugzeug wird daher in der Regel über den israelischen Flughafen Ben Gurion bei Tel Aviv oder einen anderen israelischen Flughafen erfolgen (müssen), Reisende ins Westjordanland nutzen jedoch auch häufig den Flughafen Amman (Jordanien) und reisen von Jordanien über die Allenby-Brücke in das Westjordanland ein.

Den EU-finazierten Flughafen von Gaza hat die israelische Luftwaffe zerbombt. Er ist auch 2019 noch geschlossen.

Mit der Bahn[Bearbeiten]

Es gibt keine Bahnverbindungen in die Palästinensergebiete.

Mit dem Bus[Bearbeiten]

Auf der Straße[Bearbeiten]

Wenn es die Behörden zulassen, ist eine Einreise aus Israel möglich. Vom Westjordanland gibt es einen Grenzübergang nach Jordanien (King Hussein/Allenby Brücke), vom Gazastreifen gibt es ebenfalls einen Übergang nach Ägypten.

Zur Zeit hat Ägypten seine Grenze zum Gazastreifen wieder geöffnet. Es dürfen aber über diesen Grenzübergang wohl nur Palästinenser (und Diplomaten etc.) ein- und ausreisen. Daher bleibt Ausländern nur der Kontrollpunkt in Erez - hierfür ist aber eine Sondergenehmigung nötig, die nur sehr schwer zu bekommen ist.

Mit israelischen Mietwagen ist der Besuch dieser Städte, die im sogenannten A- und B-Gebiet liegen, grundsätzlich nicht gestattet.

Mit dem Schiff[Bearbeiten]

Die Einreise mit dem Schiff ist z.Zt. nicht möglich, da der Gazastreifen seit Jahren durch eine israelische Seeblockade abgeriegelt ist.

Mobilität[Bearbeiten]

Der öffentliche Nahverkehr besteht hauptsächlich aus (modernen) VW-Minibussen und einigen größeren Bussen. Die Minibusse, Servis genannt, fahren sobald sie voll (jeder Sitz mit einer Person besetzt) sind und werden auch nicht übervoll „gepackt“ und es gibt sehr viele sodass man nie zu lange warten muss. Die Fahrweise ist auch eher defensiv, da das Land recht hügelig und kurvenreich einerseits ist, andererseits die vielen Kontrollpunkte den Verkehr behindern.

Eine Alternative ist ein Taxi, bei dem man unbedingt vorher einen Pauschalpreis aushandeln muß. Mietet man das Taxi den ganzen Tag, sollten 100 Dollar ausreichen, eventuell bei Verhandlungsgeschick die Hälfte.

Sprache[Bearbeiten]

Gesprochen wird ein lokaler Dialekt des Arabischen. Die jüdischen Siedler sprechen in der Regel hebräisch. An den Touristenattraktionen wird man meist auch Menschen mit Englischkenntnissen finden.

Einkaufen[Bearbeiten]

Wie überall in der Region richtet sich das „Wochenende“ primär nach der Religion des Geschäftseigentümers. Ruhetag kann also Freitag, Samstag oder Sonntag sein. Öffnungszeiten sind normalerweise 8.00-13.00 und 16.00-19.00 oder später.

Zu kaufen gibt es nur wenig, das für den Touristen interessant ist. Direkt an den Touristenattraktionen findet man die üblichen Souvenirs.

Küche[Bearbeiten]

Die Speisen unterscheiden sich kaum von denen anderen Staaten des nahen Ostens, wie z.B. dem Libanon.

Lernen[Bearbeiten]

Kennenlernen wie von Besitzgier getriebener Haß das friedliche Leben von Millionen Menschen zerstören kann.

Feiertage[Bearbeiten]

Feiertage sind 1. Jan: Neujahr, 1. Mai: Tag der Arbeit, der „Unabhängigkeitstag:“ 15. Nov. und Weihnachten nur am 25. Dez.

Dazu kommen die beweglichen muselmanischen Ras as-Sana (01. September 2019), islamisches Neujahrsfest am 1. Muharram. Isra und Mi'raj ist die „Himmelfahrt Mohammeds,“ bei der die Moschee in Jerusalem eine zentrale Bedeutung hat. Erster (05. Mai 2019) und letzter (04. Juni 2019) Tag im Fastenmonat Ramadan, d.i. Beginn des Id al-Fitr, am 1. Schauwal (05. Juni 2019) – zwei- bis viertägiges Fest des Fastenbrechens. Viertägiges islamisches Opferfest (ʿĪd al-Aḍḥā), das am 10. Dhū al-Ḥiddscha (11. August 2019) beginnt. Geburtstag (Mulid/maulid) des Propheten Mohammed am 12. Rabi' al-auwal (10. November 2019).

Sicherheit[Bearbeiten]

Staatsmacht
Israelisches Militär in Hebron. (Die Posten rechts sichern einen Übergang zwischen israelischem und arabischen Gebiet in Hebron. Auf die Frage, ob man sie fotografieren darf, kam die Frage, ob sie böse oder freundlich schauen sollen… )

Polizei: ☎ 100
Notarzt: ☎ 101
Feuerwehr: ☎ 102

Als Tourist lebt man nicht automatisch gefährlich in Palästina. Araber (bzw. danach Aussehende) werden prinzipiell genauer kontrolliert, ein deutscher Paß bewirkt, daß auf jegliche Kontrolle oft verzichtet wird. Trägt der begleitende Taxifahrer eine Kamera des Deutschen und man sagt das bei der Kontrolle, dann wird er auch nicht kontrolliert. Das muß natürlich nicht immer so sein, zeigt jedoch, daß auf Bedürfnisse von Touristen bevorzugt eingegangen wird.

Größere Menschenansammlungen, besonders Demonstrationen sollte man in jedem Fall meiden, da diese oft gewalttätig werden und dann Schußwaffeneinsatz der Ordnungskräfte üblich ist. Es kann auch jederzeit zu bewaffneten Angriffen der israelischen Armee kommen. Dabei werden häufig die Wohnhäuser und Lebensgrundlagen (z.B. Olivenhaine) ganzer Familien zerstört, sofern nur ein Familienmitglied israelfeindlicher Aktivitäten verdächtigt wird. Gerichtliche Anordnungen oder Verurteilungen sind keine Voraussetzung.

Gesundheit[Bearbeiten]

Siehe die Hinweise zu Krankenhäusern in den jeweiligen Ortsartikeln.

Klima[Bearbeiten]

Das Klima unterscheidt sich nicht von dem in Israel.

Praktische Hinweise[Bearbeiten]

Konsulate europäischer Staaten, meist “representative office” genannt, sind in Ramallah.

Zu Post und Telekommunikation gilt das zu Israel gesagte. Die allgemeine Erfahrung zeigt, daß Pakete aus dem Ausland in die besetzten Gebiete länger unterwegs sind als nach Israel.

Literatur[Bearbeiten]

Siehe auch Reiseführer zu Israel.

  • Alternative Tourism Group (Herausgeber); Valeria Buß, Ellen Hexges (Übersetzer): Palästina Reisehandbuch: Geschichte-Politik-Kultur-Menschen-Städte-Landschaften, Heidelberg 2013 (Palmyra Verlag); ISBN 978-3-930378-80-7
  • Barʿam, Nir; Lemke, Markus; Im Land der Verzweiflung: ein Israeli reist in die besetzten Gebiete; München 2016 (Hanser; Bundeszentrale für politische Bildung); ISBN 978-3-8389-0790-1
  • Böhme, Jörn; Sterzing, Christian; Kleine Geschichte des israelisch-palästinensischen Konflikts; Frankfurt 82018 (Wochenschau Vlg.)
  • Engelhardt, Marc; Ausgeschlossen: eine Weltreise entlang Mauern, Zäunen und Abgründen; München 2018 (dva); ISBN 9783641226336
  • Faṛhāt-Nāṣir, Sumaiya H.; Ein Leben für den Frieden: Lesebuch aus Palästina; Basel ²2019 (Lenos); ISBN 9783857874796
  • Schäuble, Martin; Gebrauchsanweisung für Israel und Palästina; München 2016 (Piper)
  • Melzer, Abraham; Israel vor Gericht; Frankfurt 2015 (Zambon)
  • Szepesi, Stefan; WALKING PALESTINE: 25 journeys into the west bank; 2012, ²2019 (Interlink); ISBN 9781623719272 [Wanderführer Westbank.]
  • Waldman, Ayelet; Chabon, Michael; Abarbanell, Bettina; Oliven und Asche: Schriftstellerinnen und Schriftsteller berichten über die israelische Besatzung in Palästina; Köln 2017 (Kiepenheuer & Witsch); ISBN 9783462049787

Weblinks[Bearbeiten]

Das israelische Fremdenverkehrsamt stellt seit 2009 keinerlei Informationen mehr bereit.

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